Aus der Abteilung für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin
Zentrum für Zahnmedizin des Universitätsklinikums Charité
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

Dissertation

Vergleich zwei verschiedener Antibiotika als Adjuvans in der Therapie rasch fortschreitender Parodontitis

Zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

von
Claudia Christan
aus Mühldorf am Inn

Dekan:
Prof. Dr. J.W. Dudenhausen

Gutachter:
1. Prof. Dr. med. Dr. med. dent. J.-P. Bernimoulin
2. Prof. Dr. med. dent. T. Kocher
3. Prof. Dr. med. dent. U. Schlagenhauf

Datum der Promotion:14.01.2002

Eigene Schlagworte: Rasch fortschreitende Parodontitis, Therapie, Antibiotika, Doxyzyklin, Amoxicillin plus Metronidazol, Parodontalpathogene

Abstrakt:

Hintergrund: Zahlreiche Studien haben den therapeutischen Nutzen von systemischem Antibiotika in der Behandlung schwerer Parodontitis gezeigt. Bisher ist allerdings noch nicht geklärt, welches antibiotische Behandlungkonzept das Geeignetste ist. Daher sollen in einer randomisierten, klinischen Blindstudie zwei verschiedene, systemische Antibiotika adjuvant zur konventionellen, instrumentellen Behandlung von Patienten mit rapid progressiver Parodontitis (RPP) miteinander verglichen werden.

Material und Methode: 33 Patienten mit klinisch und radiologisch gesicherter RPP-Diagnose wurden auf 2 Gruppen verteilt: (1) AM-Gruppe (n=17): 500 mg Amoxicillin und 250 mg Metronidazol (3*/ Tag - 10 Tage), (2) D-Gruppe (=16) 200mg Doxycyclin am 1.Tag und 100mg Doxycyclin 13 Tage. Zu Beginn erhielten alle Patienten 3* eine professionelle Zahnreinigung, und anschließend Scaling und Wurzelglättung unter Lokalanästhesie in 2 Sitzungen. 3 Monate später wurde ein Recall und die Antibiose durchgeführt. Im Abstand von jeweils 3 Monaten erfolgten 2 weitere Recallsitzungen. Nach erfolgreicher Mundhygieneinstruktion und zu allen Recallsitzungen wurden alle klinischen Parameter wie Taschentiefe, relatives Attachmentlevel und das Bluten bzw. Pus nach Sondieren mit der Florida probe eruiert. Die Bestimmung 8 verschiedener Parodontalpathogene wurde mit dem DNS-Sondentest von Meridol durchgeführt. Die mikrobiologischen Proben wurden mit sterilen Papierspitzen an den vier tiefsten Taschen vor der Antibiose und zu den anschließenden Recalls entnommen und mit der Gensondentechnik im Labor der Wybert GmbH elmex Forschung, Lörrach, analysiert. Zur Bestimmung des IL-1-Genpolymorphismus wurde venöses Blut in der 1. Sitzung abgenommen. Die Auswertung erfolgte mit dem GenoType‚ PRTest (Hain Diagnostika GmbH).

Ergebnisse: Die klinischen Parameter zeigen sowohl durch die konservative als auch durch die antibiotisch adjuvante Therapie eine signifikante klinische Verbesserung (p< 0,05). Dieser therapeutische Erfolg konnte während der Recallphase von 6 Monaten nach Antibiose nicht nur aufrecht erhalten werden, sondern wie anhand des Attachmentgewinns und der Sondierungstiefenreduktion deutlich wird sogar weiter verbessert werden. Beim Vergleich des Amoxicillins+ Metronidazols und Doxycyclins konnte eine stärkere Sondierungstiefenreduktion speziell bei den OK-Frontzähnen und -Prämolaren für die Antibiotikakombination diagnostiziert werden. Auch in der antimikrobiellen Wirkung war das Amoxicillin+Metronidazol dem Doxycyclin überlegen. Die Prävalenzen und Keimzahlen/Probe von Porphyromonas gingivalis, Bacteroides forsythus, Treponema denticola und Camphylobacter rectus konnten erfolgreich reduziert werden. In der D-Gruppe war diesbezüglich kein Effekt zu erkennen Die Risikofaktoren für schwere Parodontits wie Rauchen und Genpolymorphismus waren vorhanden, doch eindeutige, klinisch signifikante Korrelationen ergaben sich nicht.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass beide Therapiekonzepte empfohlen werden können.

Keywords: Rapidly progressive periodontitis, therapy, antibiotics, doxycycline, amoxicillin plus metronidazole, periodontal pathogens

Abstract:

Background: Several studies have shown a therapeutical benefit from systemic antibiotics in the treatment of severe periodontitis. However, it has not yet been layed down which concept of antibiotic treatment is the best. Therefore the purpose of this study is to compare two different systemic antibiotics adjunctive to a conventional, mechanical treatment of patients with rapidly progressive periodontitis (RPP) in a randomised, blinded, clinical trial.

Material and methods: 33 patients with a clinically and radiographically confirmed diagnosis of RPP were distributed in two groups: (1) AM-group (n=17): 500 mg amoxicillin and 250 mg metronidazole (3*/ d - 10days), (2) D-group (=16) 200mg doxycyclin on the 1st day and 100mg doxycyclin for 13days. In the beginning the patients received 3* professional tooth cleaning, and subsequently scaling and root planning under local anaesthesia in two sessions. 3 months later a recall visit and the antibiotic regimen were carried out. In 3 months-intervals another 2 recall visits were performed. After successfull oral hygiene instructions and during all recall visits all clinical parameters like pocket depths, relative attachment level, and bleeding and pus on probing were evaluated with the Florida probe. The determination of 8 different periodontal pathogens was performed with the DNS-Sondentest of Meridol. Before the antibiotic treatment and during the following recall visits the microbiological samples were taken from the 4 deepest pockets with sterile paper points and analysed by PCR-technique in the laboratory of Wybert GmbH elmex Forschung, Lörrach. To determine the IL-1 genetic polymorphism venous blood samples were taken in the first session. The analysis was done by GenoType, PRTest (Hain Diagnostika GmbH).

Results: The clinical parameters show a significant clinical improve by the conservative as well as by the adjunctive antibiotic treatment (p< 0,05). This therapeutical success was not only stable throughout the recall phase of 6 months after antibiotics, but as shown in attachment gain and pocket dephts reduction it became even better. Comparing amoxicillin plus metronidazole and doxycyclin, for the antibiotic combination a better pocket depths reduction was found, especially in maxillary premolars and front teeth. Concerning the antimicrobial efficiency amoxicillin plus metronidazole was also superior to doxycyclin. The prevalence and number of bacterias/sample of Porphyromonas gingivalis, Bacteroides forsythus, Treponema denticola and Camphylobacter rectus were reduced successfully. In the D-group no effect was found. Risk factors for severe periodontitis like smoking and genetic polymorphism were present, but clinical signficant correlations were not yielded definitely.

In conclusion, both therapeutical concepts can be recommended.

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22.10.2004