Czyganowsky, Bent: Ergebnisse der operativen Revaskularisation von Patienten mit koronarer Herzkrankheit und eingeschränkter linksventrikulärer Funktion

36

Kapitel 3. Ergebnisse

3.1 Geschlechterverteilung und Altersstruktur

Für diese Arbeit rekrutierte ich die Werte von 148 Patienten, wovon 116 männlichen Geschlechts und 32 weiblichen Geschlechts waren.

Die Altersstruktur der Patienten setzt sich wie folgt zusammen: 15 Patienten waren zum Zeitpunkt der Operation 50 Jahre oder jünger, 50 Patienten befanden sich im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, 59 Patienten waren zwischen 60 und 70 Jahre alt, und 24 Patienten waren älter als 70 Jahre.

Abbildung 1: Altersstruktur aller Patienten

Tabelle 2: Durchschnittsalter und Geschlechterverteilung der Gruppen 1-4

Gruppe

Patienten (m,w)

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

1

32 (28,4)

59,8

61,5

45

74

2

45 (32,13)

61,3

63

35

77

3

71 (56,15)

61,8

63

37

82

4

148 (116,32)

61,2

62,5

35

82


37

Anhand der vorangegangenen Tabelle ist die Altersstruktur der nach der im präoperativen Herzkatheter bestimmten EF eingeteilten Gruppen ersichtlich. Bezüglich des Alters zum Zeitpunkt der Operation, war zwischen den Gruppen eins und zwei, bzw. zwei und drei kein signifikanter Unterschied feststellbar. In Gruppe drei sind die Patienten signifikant (p=0,014) älter als in Gruppe eins.

Zwischen den Echo-Gruppen, den Vergleichsgruppen EF verbessert - EF nicht verbessert, den LVEDP-Gruppen und den LVEDVI-Gruppen war in der Altersstruktur kein signifikanter Unterschied zu berechnen.

Dieselbe Aussage kann man über die Geschlechterverteilung in allen Gruppen treffen.

3.2 Datenerhebung / Rücklaufquote

Wie schon im Kapitel „Material und Methodik“ beschrieben, erhielt ich die Daten der 148 Patienten durch die Studie der archivierten Akten.

Zur Beurteilung der postoperativen linksventrikulären Funktion, Klinik und Belastbarkeit befragte ich die Patienten telefonisch und schrieb Briefe an die Hausärzte bzw. die Patienten selbst.

Aufgrund unbekannter Telefonnummern bzw. erfolgloser Versuche erreichte ich bei meinen Anrufen nur 85 der 131 noch lebenden Patienten. Den telefonisch nicht erreichten schrieb ich Briefe mit standardisierten Fragebögen, wobei ich 27 verwertbare Rückantworten erhielt. Bei den Patienten, von denen immer noch Daten fehlten, versuchte ich diese über Briefe an die jeweiligen Hausärzte zu eruieren. Hierbei schickten 47 der 83 angeschriebenen Ärzte die ausgefüllten Fragebögen zurück.

Hiermit ergeben sich folgende Rücklaufquoten:


38

3.3 Präoperative Daten

3.3.1 Kardiale Risikofaktoren

Ich überprüfte alle Patienten auf das Vorhandensein folgender Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit: Diabetes mellitus, Hypertonie, Hyperlipoproteinämie, Nikotinabusus und Adipositas. Die Diagnose Adipositas wurde ab einem Bodymaßindex [Körpergewicht in kg / (Körpergröße in m)2] von mehr als 30 kg/m2 gestellt.

Ich berechnete für jede der Gruppen 1-4 auf der einen Seite, wie häufig jeder einzelne Risikofaktor auftrat, und andererseits, wie viele Faktoren pro Patient vorhanden waren.

3.3.1.1 Gruppe 1 (32 Patienten)

Tabelle 3: Verteilung der Risikofaktoren insgesamt und pro Patient in Gruppe 1

Risikofaktor

Wie viele Pat.?

Faktoren pro Pat.

Wie viele Pat.?

Diabetes mellitus

12 (37%)

0

4

Hypertonie

16 (50%)

1

5

Hyperlipoproteinämie

13 (41%)

2

16

Nikotinabusus

18 (56%)

3

5

Adipositas

1 ( 3%)

4

2

Insgesamt waren die Patienten der Gruppe 1 mit durchschnittlich 1,88 Risikofaktoren pro Person belastet.


39

3.3.1.2 Gruppe 2 (45 Patienten)

Tabelle 4: Verteilung der Risikofaktoren insgesamt und pro Patient in Gruppe 2

Risikofaktor

Wie viele Pat.?

Faktoren pro Pat.

Wie viele Pat.?

Diabetes mellitus

13 (29%)

0

3

Hypertonie

26 (58%)

1

13

Hyperlipoproteinämie

21 (47%)

2

16

Nikotinabusus

21 (47%)

3

9

Adipositas

3 ( 7%)

4

2

Für die Patienten der Gruppe 2 ergab sich damit ein Durchschnitt von 1,87 Risikofaktoren pro Person.

3.3.1.3 Gruppe 3 (71 Patienten)

Tabelle 5: Verteilung der Risikofaktoren insgesamt und pro Patient in Gruppe 3

Risikofaktor

Wie viele Pat.?

Faktoren pro Pat.

Wie viele Pat.?

Diabetes mellitus

25 (35%)

0

7

Hypertonie

37 (52%)

1

13

Hyperlipoproteinämie

43 (61%)

2

25

Nikotinabusus

37 (52%)

3

21

Adipositas

4 ( 6%)

4

5


40

In Gruppe 3 hatte jeder Patient durchschnittlich 2,06 Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit.

3.3.1.4 Gruppe 4 (148 Patienten)

Tabelle 6: Verteilung der Risikofaktoren insgesamt und pro Patient in Gruppe 4

Risikofaktor

Wie viele Pat.?

Faktoren pro Pat.

Wie viele Pat.?

Diabetes mellitus

50 (34%)

0

14

Hypertonie

79 (53%)

1

31

Hyperlipoproteinämie

77 (52%)

2

59

Nikotinabusus

76 (51%)

3

35

Adipositas

8 ( 5%)

4

9

Insgesamt betrug die Anzahl der Risikofaktoren für die KHK 1,96 pro Patient. In der Anzahl der Risikofaktoren pro Patient ist kein signifikanter Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen festzustellen.


41

Ich überprüfte des weiteren, ob sich die Anzahl der einzelnen Risikofaktoren in den jeweiligen Gruppen unterscheiden.

Tabelle 7: Verteilung der Risikofaktoren in den Gruppen 1-3

Risikofaktor

Gruppe 1

n=32

Gruppe 2

n=45

Gruppe 3

n=71

Signifikanz

alpha=0,05

Diabetes mellitus

12 (37%)

13 (29%)

25 (35%)

p=0,69

Hypertonie

16 (50%)

26 (58%)

37 (52%)

p=0,76

Hyperlipoproteinämie

13 (41%)

21 (47%)

43 (61%)

p=0,12

Nikotinabusus

18 (56%)

21 (47%)

37 (52%)

p=0,70

Adipositas

1 (3,1%)

3 (6,7%)

4 (5,6%)

p=0,79

In der Verteilung der Risikofaktoren ist kein statistisch signifikanter Unterschied festzustellen. Die eben gemachte Aussage gilt auch für die Echokardiographiegruppen, die Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert, die LVEDP-Gruppen und die LVEDVI-Gruppen.


42

3.3.2 Begleiterkrankungen

Des weiteren untersuchte ich das Patientengut auf eventuelle Begleiterkrankungen, die das Risiko für postoperative Komplikationen erhöhen. Dabei legte ich das Augenmerk auf Nierenerkrankungen, die periphere arterielle Verschlußkrankheit (PAVK), chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COLD), cerebrovaskuläre Ereignisse (TIA, PRINT, Apoplex), Schilddrüsenerkrankungen (z.B. Hyperthyreose) und Magenprobleme (Ulcus, chronische Gastritis).

Auch hier wurde in jeder Gruppe berechnet, wie häufig jede Begleiterkrankung auftrat und wie viele pro Patient vorhanden waren.

3.3.2.1 Gruppe 1 (32 Patienten)

Tabelle 8: Verteilung der Begleiterkrankungen insgesamt und pro Patient in Gruppe 1

Begleiterkrankung

Wie viele Pat.?

Begl. pro Patient

Wie viele Pat.?

Nierenerkrankung

3 (9,4%)

0

20

PAVK

3 (9,4%)

1

11

COLD

2 (6,3%)

2

1

cerebrovask.Ereign.

2 (6,3%)

 

 

Schilddrüsenerkr.

2 (6,3%)

 

 

Ulcus/chron.Gastr.

1 (3,1%)

 

 

In der Gruppe 1 hatte jeder Patient durchschnittlich 0,41 Begleiterkrankungen

.


43

3.3.2.2 Gruppe 2 (45 Patienten)

Tabelle 9: Verteilung der Begleiterkrankungen insgesamt und pro Patient in Gruppe 2

Begleiterkrankung

Wie viele Pat.?

Begl. pro Patient

Wie viele Pat.?

Nierenerkrankung

3 (6,7%)

0

33

PAVK

2 (4,4%)

1

10

COLD

4 (8,9%)

2

1

cerebrovask.Ereign.

4 (8,9%)

3

0

Schilddrüsenerkr.

1 (2,2%)

4

1

Ulcus/chron.Gastr.

2 (4,4%)

 

 

Pro Patient waren in dieser Gruppe 0,36 Begleiterkrankungen zu registrieren.

3.3.2.3 Gruppe 3 (71 Patienten)

Tabelle 10: Verteilung der Begleiterkrankungen insgesamt und pro Patient in Gruppe 3

Begleiterkrankung

Wie viele Pat.?

Begl. pro Patient

Wie viele Pat.?

Nierenerkrankung

12 (16,9%)

0

41

PAVK

9 (12,7%)

1

24

COLD

1 ( 1,4%)

2

6

cerebrovask.Ereign.

2 ( 2,8%)

 

 

Schilddrüsenerkr.

5 ( 7,0%)

 

 

Ulcus/chron.Gastr.

7 ( 9,9%)

 

 


44

Die Patienten der Gruppe 3 waren präoperativ durchschnittlich mit 0,51 Begleiterkrankungen belastet.

3.3.2.4 Gruppe 4 (148 Patienten)

Tabelle 11: Verteilung der Begleiterkrankungen insgesamt und pro Patient in Gruppe 4

Begleiterkrankung

Wie viele Pat.?

Begl. pro Patient

Wie viele Pat.?

Nierenerkrankung

18 (12,2%)

0

94

PAVK

14 ( 9,5%)

1

45

COLD

7 ( 4,7%)

2

8

cerebrovask.Ereign.

8 ( 5,4%)

3

0

Schilddrüsenerkr.

8 ( 5,4%)

4

1

Ulcus/chron.Gastr.

10 ( 6,8%)

 

 

Bei allen Patienten waren vor der Operation durchschnittlich 0,44 Begleiterkrankungen pro Patient festzustellen. Damit ist zwischen den einzelnen Gruppen kein signifikanter Unterschied in der Anzahl der Begleiterkrankungen pro Patient zu berechnen.


45

Im folgenden wurde die Anzahl der Begleiterkrankungen in jeder der 3 Gruppen verglichen.

Tabelle 12: Verteilung der Begleiterkrankungen in den Gruppen 1-3

Begleiterkrankung

Gruppe 1

n=32

Gruppe 2

n=45

Gruppe 3

n=71

Signifikanz

alpha=0,05

Nierenerkrankung

3 (9,4%)

3 (6,7%)

12 (16,9%)

p=0,22

PAVK

3 (9,4%)

2 (4,4%)

9 (12,7%)

p=0,34

COLD

2 (6,2%)

4 (8,9%)

1 (1,4%)

p=0,16

cerebrovask. Ereignis

2 (6,2%)

4 (8,9%)

2 (2,8%)

p=0,36

Schilddrüsenerkrankg.

2 (6,2%)

1 (2,2%)

5 (7,0%)

p=0,52

Ulcus/chron.Gastritis

1 (3,1%)

2 (4,4%)

7 (9,8%)

p=0,34

Bei der Überprüfung der Begleiterkrankungen war kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Patientenkollektiven zu erkennen.

In der Gruppe mit normalem LVEDP waren signifikant mehr Patienten mit präoperativen cerebrovaskulären Ereignissen (p=0,011) als in der Gruppe mit erhöhtem LVEDP. Ansonsten war in keiner Gruppe bezüglich der Begleiterkrankungen ein signifikanter Unterschied festzustellen.


46

3.3.3 Infarkte

In einer Studie ( 50 ), welche die Auswirkungen präoperativer Myokardinfarkte auf chirurgische Revaskularisationsmaßnahmen untersuchte, zeigte sich, daß die Anzahl der früheren Infarkte zwar die Überlebensrate bei medikamentöser Therapie verschlechterte, aber bei den chirurgischen Patienten blieben sowohl die 6-Jahres-Überlebensrate als auch die „event-free“-Rate (siehe 4.1.1) konstant.

Daß dies auch für Patienten mit stark eingeschränkter linksventrikulärer Funktion gilt, bestätigte eine Untersuchung ( 63 ) von 466 Patienten mit einer Ejektionsfraktion < 40%, wobei allerdings präoperative Infarkte (nicht revaskularisierbare Narbengebiete) bei eventuellen Veränderungen der Ventrikelfunktion (EF) eine Rolle spielten.

Ich berechnete für jede Gruppe die durchschnittliche Infarktzahl pro Patient, den Median bzw. Minimum und Maximum.

Tabelle 13: Inzidenz der präoperativen Myokardinfarkte in den Gruppen 1-4

Gruppe

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

1

32

1,41

1

0

4

2

45

1,40

1

0

3

3

71

1,06

1

0

2

4

148

1,24

1

0

4

In Gruppe 3 hatten die Patienten vor der Operation signifikant weniger Myokardinfarkte erlitten, als die den Gruppen 1 (p=0,04) bzw. 2 (p=0,007) zugeordneten. Zwischen den Gruppen 1 und 2 war kein signifikanter Unterschied festzustellen (p=0,87).

Kein signifikanter Unterschied bezüglich der Anzahl der präoperativen Infarkte war zwischen den Echo-Gruppen, den Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert, den LVEDP-Gruppen und den LVEDVI-Gruppen zu erkennen.


47

3.3.4 Gefäßerkrankungen

Mit der Anzahl der betroffenen Kranzarterien sinken sowohl Überlebensrate als auch die „event-free“-Quote ( 48 ). Als besonderer Risikofaktor vor aortokoronaren Bypassoperationen gilt die 3-Gefäßerkrankung ( 55 ) ( 58 ).

Auch hier ermittelte ich für jede Gruppe die durchschnittliche Anzahl der betroffenen Gefäße pro Patient, den Median und Minimum und Maximum.

Tabelle 14: Inzidenz der präoperativ signifikant stenosierten Gefäße in den Gruppen 1-4

Gruppe

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

1

32

2,81

3

2

3

2

45

2,69

3

2

3

3

71

2,75

3

1

3

4

148

2,74

3

1

3

Bei der Anzahl der betroffenen Gefäße war zwischen den einzelnen Gruppen kein signifikanter Unterschied zu ermitteln (p=0,44).

Auch hier war zwischen den Echo-Gruppen (p=0,42), den Vergleichsgruppen EF verbessert - EF nicht verbessert (p=0,44), den LVEDP-Gruppen (p=0,17) und den LVEDVI-Gruppen (p=0,81) kein signifikanter Unterschied feststellbar.

3.4 Perioperative Daten

3.4.1 Anzahl der Bypässe

Ich berechnete für jede Gruppe die durchschnittliche Anzahl der pro Patient zur Revaskularisation benutzten Gefäße, den Median bzw. Minimum & Maximum. Des weiteren klassifizierte ich die Bypässe („Coronary artery bypass graft“ - CABG) noch nach arteriellen (hier wurde ausschließlich die „Left internal mammary artery“ - LIMA verwendet) und venösen („Aorto-coronary vein bypass - ACVB) Anschlüssen.


48

Tabelle 15: Durchschnittliche Anzahl der arteriellen und venösen Bypässe in den Gruppen 1-4

Gruppe

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

1 - CABG

32

2,69

3

1

4

1 - LIMA

32

0,81

1

0

1

1 - ACVB

32

1,88

2

0

3

2 - CABG

45

2,55

3

1

5

2 - LIMA

45

0,73

1

0

1

2 - ACVB

45

1,82

2

0

4

3 - CABG

71

2,59

3

1

6

3 - LIMA

71

0,77

1

0

1

3 - ACVB

71

1,82

2

0

5

4 - CABG

148

2,60

3

1

6

4 - LIMA

148

0,77

1

0

1

4 - ACVB

148

1,83

2

0

5

Weder bei der Gesamtzahl (p=0,72) noch bei der Untergliederung in arterielle (p=0,58) und venöse (p=0,90) Bypässe waren signifikante Unterschiede zwischen den 3 Patientenkollektiven festzustellen.

In den Echo-Gruppen, den LVEDP-Gruppen und den LVEDVI-Gruppen waren keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Anzahl der Bypässe feststellbar. In der Gruppe mit der nicht verbesserten EF wurden signifikant mehr Bypässe insgesamt (p=0,025) und signifikant mehr Venenbypässe (p=0,035) gelegt, die Anzahl der arteriellen Bypässe war nicht signifikant unterschiedlich.

3.4.2 Operationszeiten

Ich wertete für jede Gruppe die durchschnittlich für eine Operation benötigte Zeit („OP-Dauer“), die Zeit der einzelnen Patienten an der Herz-Lungen-Maschine („HLM-Zeit“) und die durchschnittliche Abklemmzeit der Aorta („Klemmzeit“) aus. Alle Werte sind in Minuten angegeben.


49

Tabelle 16: Wichtige OP-Zeiten in den Gruppen 1-4

Gruppe

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

1 - OP-Dauer

32

198,3

196

140

315

1 - HLM-Zeit

31

81,8

78

52

175

1 - Klemmzeit

31

46,6

46

27

81

2 - OP-Dauer

45

204,4

207

129

365

2 - HLM-Zeit

44

79,9

72,5

41

131

2 - Klemmzeit

44

47,6

45

25

95

3 - OP-Dauer

71

202,9

200

125

330

3 - HLM-Zeit

71

82,2

80

35

203

3 - Klemmzeit

71

50,2

49

17

123

4 - OP-Dauer

148

202,4

200

125

365

4 - HLM-Zeit

146

81,4

77

35

203

4 - Klemmzeit

146

48,6

46,5

17

123

Zwischen den Gruppen 1-3 waren keine signifikanten Unterschiede in den einzelnen wichtigen Operationszeiten festzustellen. Eine Ausnahme stellten die Klemmzeiten in den Gruppen eins und drei dar (p=0,017), wobei die durchschnittliche Klemmzeit in Gruppe drei höher war.

In den Echokardiographiegruppen, den Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert, den LVEDP-Gruppen und den LVEDVI-Gruppen war kein signifikanter Unterschied bezüglich der in der Tabelle genannten Operationszeiten zu ermitteln.


50

3.5 Postoperative Daten

3.5.1 Wichtige Daten des postoperativen Krankenhausaufenthaltes

3.5.1.1 ITS-Tage

Ich berechnete für jeden Patienten die durchschnittliche postoperative Aufenthaltsdauer auf einer Intensivstation (ITS), den Median bzw. Minimum und Maximum.

Tabelle 17: postoperative ITS-Aufenthaltsdauer der Gruppen 1-4 in Tagen

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

Gruppe 1

32

2,16

2

1

7

Gruppe 2

45

2,18

1

1

8

Gruppe 3

71

1,86

1

1

9

Gruppe 4

148

2,02

1

1

9

Hierbei war kein signifikanter Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen festzustellen. Das trifft für alle folgenden Gruppen zu: Herzkathetergruppen 1-3 (p=0,35), Echokardiographiegruppen (p=0,22), Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert (p=0,94), LVEDP-Gruppen (p=0,07) und LVEDVI-Gruppen (p=0,84).

3.5.1.2 Komplikationen

In die Statistik wurden alle wichtigen postoperativen Komplikationen ohne Todesfolge einbezogen. Es waren behandlungsbedürftigte Herzrhythmusstörungen, Wundheilungsstörungen, Niereninsuffizienz und daraus resultierende Dialysepflicht, instabile Hämodynamik mit „Low-output syndrome“ (siehe 2.2.1[11.4]), sensorische bzw. motorische Ausfälle, Infektionen mit Antibiotika-Behandlung, akute arterielle Verschlüsse (in dem einzigen Fall war es die rechte A.femoralis) und Rethorakotomien zu registrieren.


51

Tabelle 18: postoperative Komplikationen in den Gruppen 1-4

 

Gruppe 1

n=32

Gruppe 2

n=45

Gruppe 3

n=71

Signifikanz

alpha=0,05

Ohne Komplikationen

21 (66%)

29 (64%)

51 (72%)

0,66

Rhythmusstörungen

4 (13%)

9 (20%)

7 (9,9%)

0,29

Wundheilungsstörungen

1 (3,1%)

2 (4,4%)

7 (9,9%)

0,34

Niereninsuff./Dialyse

1 (3,1%)

1 (2,2%)

2 (2,8%)

0,97

Instabile Hämodynamik/LOS

1 (3,1%)

2 (4,4%)

0

0,22

Sens./mot. Ausfälle

2 (6,2%)

0

2 (2,8%)

0,25

Infektion/Antibiotika

0

2 (4,4%)

0

0,10

Akuter arterieller Verschluß

0

0

1 (1,4%)

0,58

Rethorakomie

0

0

1 (1,4%)

0,58

Auch bei den postoperativen Komplikationen ohne Todesfolge war in der Verteilung zwischen den drei Gruppen kein signifikanter Unterschied zu bemerken.

Dieselbe Aussage ist für die Echokardiographiegruppen, die Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert, die LVEDP- und LVEDVI-Gruppen zu treffen.


52

3.5.2 Gegenüberstellung der prä- und postoperativen Daten in den Kathetergruppen 1, 2, 3 und 4 (Gesamtgruppe)

3.5.2.1 Veränderungen in der NYHA-Klassifikation

Ich ordnete jedem Patienten, sofern Aussagen zur körperlichen Belastung eruierbar waren, eine prä- und postoperative NYHA-Klasse zu und errechnete in den jeweiligen Gruppen den Durchschnittswert, den Median, das Minimum und das Maximum.

Tabelle 19: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den Gruppen 1-4

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

Gruppe 1 (EFle30%)

26

2,73

1,85

3

2

1

1

4

4

Gruppe 2 (EFle40%)

36

2,89

1,61

3

1

1

1

4

4

Gruppe 3 (EFle50%)

62

2,56

1,65

3

1,5

1

1

4

4

Gruppe 4 (Gesamtgruppe)

124

2,69

1,68

3

2

1

1

4

4

Abbildung 2: durchschnittliche prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den Gruppen 1-4

Hier und in allen folgenden Ergebnispunkten überprüfte ich, ob zwischen den einzelnen Gruppen statistisch signifikante Unterschiede in den präoperativen NYHA-Klassen (bzw. CCS-Klasse oder Ergometriewert), den Veränderungen der NYHA-Klassen (bzw. CCS, Ergo)


53

prä- zu postoperativ in den einzelnen Gruppen und zwischen den jeweiligen Gruppen festzustellen waren.

Bei präoperativ durchschnittlich gleichen NYHA-Werten kam es in allen 3 Gruppen zu signifikanten Verbesserungen nach der Bypassoperation. Während in Gruppe 1 sich die durchschnittliche NYHA-Klasse von 2,73 auf 1,85 verbesserte (p=0,0004), verringerten sich die Werte in Gruppe 2 von 2,89 auf 1,61 (p<0,0001) und in Gruppe 3 von 2,56 auf 1,65 (p<0,0001) ebenfalls um zirka eine NYHA-Klasse. Zwischen den Verbesserungen in den einzelnen Gruppen war kein statistisch signifikanter Unterschied zu erkennen.

3.5.2.2 Veränderungen in der CCS-Klassifikation

Für die Veränderungen in der CCS-Klassifikation erfolgten die Datenerhebung und die Auswertung unter den gleichen Bedingungen wie bei der Einordnung in die NYHA-Klassen.

Tabelle 20: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den Gruppen 1-4

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

Gruppe 1 (EFle30%)

26

1,88

0,42

2

0

0

0

4

3

Gruppe 2 (EFle40%)

36

1,92

0,31

2

0

0

0

4

3

Gruppe 3 (EFle50%)

62

2,11

0,47

2,5

0

0

0

4

4

Gruppe 4 (Gesamtgruppe)

124

2,01

0,41

2

0

0

0

4

4

Abbildung 3: durchschnittliche prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den Gruppen 1-4


54

Ähnliche Aussagen wie für die NYHA- lassen sich auch für die CCS-Klasse treffen. Auch hier kam es in den 3 Gruppen bei durchschnittlich gleichen präoperativen Werten zu deutlichen Verbesserungen. Diese ließen sich in konkreten Zahlen als Verringerung in Gruppe 1 von 1,88 auf 0,42 (p=0,0002), in Gruppe 2 von 1,92 auf 0,31 (p<0,0001) und in Gruppe 3 von 2,11 auf 0,47 (p<0,0001) nachweisen. Auch hier war in keiner Gruppe eine signifikant deutlichere Verbesserung als in einer der zwei anderen nachzuweisen.

3.5.2.3 Veränderungen in den Ergometrieergebnissen

In der folgenden Tabelle werden die prä- und postoperativen Ergometrieergebnisse der Patienten gegenübergestellt und in Watt angegeben.

Tabelle 21: prä- und postoperative Ergometrieleistungen (in Watt) in den Gruppen 1-4

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

Gruppe 1 (EFle30%)

20

66,6

87,0

61

82,5

25

25

125

150

Gruppe 2 (EFle40%)

18

76,4

108,3

75

105

25

50

175

175

Gruppe 3 (EFle50%)

33

67,7

97,7

60

100

25

50

125

200

Gruppe 4 (Gesamtgruppe)

71

69,6

97,4

75

100

25

25

175

200

Abbildung 4: durchschnittliche prä- und postoperative Ergometrieleistung in den Gruppen 1-4


55

Bei der präoperativen ergometrischen Belastbarkeit ließ sich zwischen den Gruppen kein signifikanter Unterschied nachweisen. In allen 3 Gruppen waren nach der Bypassoperation durchschnittlich 20-30 Watt bessere Ergometrieergebnisse festzustellen, die sich im einzelnen in Gruppe 1 als Verbesserung von 66,6 auf 87,0 Watt (p=0,011), in Gruppe 2 von 76,4 auf 108,3 Watt (p=0,006) und in Gruppe 3 von 67,7 auf 97,7 Watt (p<0,0001) darstellten. Für diese einzelnen Steigerungen war zwischen den Gruppen keine Signifikanz zu ermitteln, obwohl die durchschnittliche Differenz von 20,4 in Gruppe 1 bis zu 31,9 Watt in Gruppe 2 reichte.

3.5.2.4 Mortalität

In der folgenden Tabelle werden für jede Gruppe die Anzahl der im Beobachtungszeitraum verstorbenen Patienten, die Unterteilung in cardiale und noncardiale/unbekannte Ursache und die Überlebensrate perioperativ (30 Tage), nach 1 Jahr und nach 2 Jahren angegeben.

Tabelle 22: Mortalität, Todesursachen und Überlebensraten in den Gruppen 1-4

 

Patienten

ver-

storben

Ursache

Überlebensrate

cardial

nonc/unb

periop.

1 Jahr

2 Jahre

Gruppe 1 (EFle30%)

32

7

21,9%

4

3

93,75%

80,82%

70,04%

Gruppe 2 (EFle40%)

45

5

11,1%

2

3

97,78%

93,01%

84,34%

Gruppe 3 (EFle50%)

71

5

7,04%

2

3

98,59%

95,47%

82,51%

Gruppe 4 (Gesamtgruppe)

148

17

11,5%

8

9

97,30%

91,82%

81,80%

In Gruppe 1 verstarben drei Patienten an Linksherzversagen, jeweils ein Patient an einem akuten Reinfarkt, einem Apoplex, im Multiorganversagen (Sepsis), und bei einem Patienten ließ sich die Todesursache leider nicht eruieren. Bei den Patienten der Gruppe 2 waren zweimal ein Linksherzversagen und einmal ein Apoplex die Todesursache. Hier war bei zwei Patienten die Todesursache nicht zu ermitteln. In der Gruppe 3 verstarben zwei Patienten an einer cardialen Ursache (Linksherzversagen und Hinterwandinfarkt), zwei weitere an einem Apoplex, und bei einem blieb die Todesursache unbekannt.


56

Abbildung 5: Überlebenskurve der Gruppen 1-3

In diesem Diagramm wurden die Überlebenskurven der drei Gruppen nach Kaplan-Meier dargestellt.

In dieser und allen folgenden Überlebenskurven wird die x-Achse nach der Zeit in Monaten eingeteilt.

Beim Vergleich über alle drei Gruppen konnte keine statistische Signifikanz (p=0,18) ermittelt werden, wobei bei der Einzelauswertung der Unterschied zwischen den Gruppen 1 und 3 sehr deutlich (p=0,07) war.


57

3.5.3 Gegenüberstellung der prä- und postoperativen Ejektionsfraktionen in den Echokardiographiegruppen A, B, C und D (Gesamtgruppe)

Ich berechnete für jede Gruppe bei den Patienten, bei denen eine prä- und postoperative Bestimmung der Ejektionsfraktion im Echokardiogramm vorlag, die Mittelwerte, die Mediane, die Minima und die Maxima in Prozent.

Tabelle 23: prä- und postoperative Ejektionsfraktionen (in %) in den Gruppen 1-4

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

Gruppe A (EFle30%)

7

26,7

36,4

28

35

20

20

30

50

Gruppe B (EFle40%)

12

36,1

39,0

35,5

35

32

27

40

60

Gruppe C (EFle50%)

19

45,7

45,6

45

45

42

20

50

73

Gruppe D (Gesamtgruppe)

38

39,2

41,8

41

41

20

20

50

73

Abbildung 6: durchschnittliche prä- und postoperative Ejektionsfraktionen in den Gruppen 1-4

In der Gruppe A kam es durch die Operation zwar zu einer Verbesserung der durchschnittlichen Ejektionsfraktion um fast 10%, welche aber aufgrund der kleinen Patientenanzahl trotzdem nicht signifikant (p=0,083) war. Zu einer deutlicheren Ablehnung eines signifikanten Unterschiedes kam es in den Gruppen B (p=0,357) und C (p=0,952). Auch beim Vergleich der Veränderungen zwischen den 3 Gruppen ließ sich keinerlei Signifikanz nachweisen.


58

3.5.4 Gegenüberstellung der prä- und postoperativen Daten in den Gruppen EF verbessert / EF nicht verbessert

In die Gruppe „EF verbessert“ fielen 21 Patienten, deren durchschnittliche Ejektionsfraktion von 37,7 auf 48,0% signifikant (p<0,001) anstieg. Die anderen 17 Patienten mit prä- und postoperativen EF-Werten aus einer Bestimmung mittels Echokardiographie wurden in die Gruppe „EF nicht verbessert“ eingeordnet.

3.5.4.1 Veränderungen in der NYHA-Klassifikation

Ich ordnete jedem Patienten, sofern Aussagen zur körperlichen Belastung eruierbar waren, eine prä- und postoperative NYHA-Klasse zu und errechnete in den jeweiligen Gruppen den Durchschnittswert, den Median, das Minimum und das Maximum.

Tabelle 24: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

EF verbessert

17

2,71

2,00

3

2

1

1

4

3

EF nicht verbessert

14

2,71

1,71

3

1,5

1

1

4

3

Abbildung 7: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation der Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

Bei präoperativ identischen durchschnittlichen NYHA-Werten kam es in beiden Gruppen zu signifikanten Verbesserungen durch die Bypassoperation. In der Gruppe, in der sich die echokardiographisch ermittelte EF durch die Operation verbesserte, war eine Verbesserung in der NYHA-Klassifikation von 2,71 auf 2,00 (p=0,015) festzustellen. Die zweite Gruppe wies


59

keine Verbesserung der EF auf. Auch in dieser Gruppe war eine Verringerung um durchschnittlich eine NYHA-Klasse von 2,71 auf 1,71 (p=0,005) zu bemerken. Zwischen den Verbesserungen der NYHA-Klassifikation in den beiden Gruppen war kein signifikanter Unterschied zu berechnen.

3.5.4.2 Veränderungen in der CCS-Klassifikation

Für die Veränderungen in der CCS-Klassifikation erfolgten die Datenerhebung und die Auswertung unter den gleichen Bedingungen wie bei der Einordnung in die NYHA-Klassen.

Tabelle 25: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

EF verbessert

17

1,71

0,59

2

0

0

0

4

3

EF nicht verbessert

14

2,14

0,57

2,5

0

0

0

4

3

Abbildung 8: prä- und postoperative CCS-Klassifikation der Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

Auch bezüglich der CCS-Klassifikation ließen sich zwischen den durchschnittlichen präoperativen CCS-Klassen beider Gruppen keine signifikanten Unterschiede feststellen. In beiden Gruppen kam es durch die Operation zu einer deutlichen durchschnittlichen Verbesserung der Angina-Pectoris-Symptomatik. In der Gruppe mit verbesserter EF fand eine Verringerung in der durchschnittlichen CCS-Klasse von 1,71 auf 0,59 (p=0,013) statt, bei den Patienten mit nicht verbesserter EF in Gruppe zwei war eine Verringerung von 2,14 auf 0,57 (p=0,005) zu bemerken. Die Verbesserungen in den beiden Gruppen waren nicht signifikant unterschiedlich.


60

3.5.4.3 Veränderungen in den Ergometrieergebnissen

In der folgenden Tabelle werden die prä- und postoperativen Ergometrieergebnisse der Patienten gegenübergestellt und in Watt angegeben.

Tabelle 26: prä- und postoperative Ergometrieleistungen in den Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

EF verbessert

7

63,6

81,4

75

100

25

50

95

100

EF nicht verbessert

12

71,7

95,0

55

87,5

50

50

175

150

Abbildung 9: prä- und postoperative Ergometrieleistungen der Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

Zwischen den beiden Gruppen ließ sich kein Unterschied in der präoperativen ergometrischen Belastbarkeit feststellen. Beide Patientenkollektive erfuhren durch die Operation eine Verbesserung ihres Ergometrieergebnisses um durchschnittlich 20 Watt. Gruppe 1 verbesserte sich von 63,6 auf 81,4 Watt (p=0,235), wobei die fehlende Signifikanz dieser Verbesserung auf die geringe Patientenzahl von sieben zurückzuführen ist. In der zweiten Gruppe stieg die ergometrische Belastbarkeit von 71,7 auf 95,0 Watt (p=0,01). Zwischen den Gruppen war bezüglich der Steigerungen kein signifikanter Unterschied feststellbar.


61

3.5.4.4 Mortalität

In der folgenden Tabelle werden für jede Gruppe die Anzahl der im Beobachtungszeitraum verstorbenen Patienten, die Unterteilung in cardiale und noncardiale/unbekannte Ursache und die Überlebensrate perioperativ (30 Tage), nach 1 Jahr und nach 2 Jahren angegeben.

Tabelle 27: Mortalität, Todesursachen und Überlebensraten der Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

 

Patienten

ver-

storben

Ursache

Überlebensrate

cardial

nonc/unb

periop.

1 Jahr

2 Jahre

EF verbessert

21

3

14,3%

2

1

95,24%

95,24%

81,07%

EF nicht verbessert

17

3

17,6%

1

2

94,12%

88,24%

75,63%

In der Gruppe „EF verbessert“ verstarben zwei Patienten an cardialer Ursache (Hinterwandinfarkt und Linksherzversagen), und bei einem Patienten blieb sie unbekannt. Bei den Patienten, bei denen sich die EF postoperativ nicht verbesserte, waren einmal Linksherzversagen und zweimal ein Apoplex die Todesursache.

Abbildung 10: Überlebenskurve der Gruppen EF verbessert - EF nicht verbessert

In diesem Diagramm werden die Überlebenskurven der beiden Gruppen nach Kaplan-Meier dargestellt. Ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen war nicht (p=0,89) zu ermitteln.


62

3.5.4.5 Vergleich der präoperativen LVEDP und LVEDVI

Ich berechnete für beide Gruppen jeweils den durchschnittlichen präoperativen LVEDP und LVEDVI, den Median, das Minimum und Maximum.

Tabelle 28: präoperative LVEDP und LVEDVI in den Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

Gruppe

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

LVEDP in mmHg

EF verbessert

15

21,7

17

10

50

EF nicht verbessert

17

20,5

20

10

35

LVEDVI in ml/m2

EF verbessert

8

83,6

86,5

59

112

EF nicht verbessert

10

121,5

105,5

94

204

Abbildung 11: präoperative LVEDP und LVEDVI in den Gruppen EF verb. - EF nicht verb.

Es war zwischen den beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied (p=0,704) beim Vergleich der präoperativen LVEDP nachzuweisen.

Im Gegensatz dazu war der durchschnittliche präoperative LVEDVI in der Gruppe „EF nicht verbessert“ deutlich (p=0,014) größer als beim Patientenkollektiv „EF verbessert“.


63

3.5.5 Gegenüberstellung der prä- und postoperativen Daten in den Gruppen LVEDP le 12 mmHg und LVEDP > 12 mmHg

3.5.5.1 Veränderungen in der NYHA-Klassifikation

Ich ordnete jedem Patienten, sofern Aussagen zur körperlichen Belastung eruierbar waren, eine prä- und postoperative NYHA-Klasse zu und errechnete in den jeweiligen Gruppen den Durchschnittswert, den Median, das Minimum und das Maximum.

Tabelle 29: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den beiden LVEDP-Gruppen

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

LVEDPle12mmHg

37

2,73

1,62

3

2

1

1

4

3

LVEDP>12mmHg

75

2,69

1,65

3

2

1

1

4

4

Abbildung 12: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den beiden LVEDP-Gruppen

Bei durchschnittlich gleichen präoperativen NYHA-Klassen in den beiden Gruppen kam es sowohl in der Gruppe mit dem normalen LVEDP von 2,73 auf 1,62 nach der OP (p<0,0001) als auch in der Gruppe mit erhöhtem LVEDP von 2,69 auf 1,65 nach der OP (p<0,0001) zu einer deutlichen Besserung der Beschwerdesymptomatik. Beim Vergleich dieser beiden Verbesserungen war kein signifikanter Unterschied festzustellen.


64

3.5.5.2 Veränderungen in der CCS-Klassifikation

Für die Veränderungen in der CCS-Klassifikation erfolgten die Datenerhebung und die Auswertung unter den gleichen Bedingungen wie bei der Einordnung in die NYHA-Klassen.

Tabelle 30: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den beiden LVEDP-Gruppen

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

LVEDPle12mmHg

37

2,24

0,57

3

0

0

0

4

3

LVEDP>12mmHg

75

1,87

0,33

2

0

0

0

4

4

Abbildung 13: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den beiden LVEDP-Gruppen

Zwischen den präoperativen CCS-Klassen beider Gruppen war kein signifikanter Unterschied nachzuweisen. In der Gruppe mit einem LVEDPle12mmHg war mit 2,24 auf 0,57 (p<0,0001) ebenso eine deutliche Verbesserung der Beschwerden zu erkennen wie mit 1,87 auf 0,33 (p<0,0001) in der Gruppe „LVEDP>12mmHg“. Beim Vergleich dieser beiden Patientenkollektive war keine Signifikanz zwischen den Verbesserungen festzustellen.


65

3.5.5.3 Veränderungen in den Ergometrieergebnissen

In der folgenden Tabelle werden die prä- und postoperativen Ergometrieergebnisse der Patienten gegenübergestellt und in Watt angegeben.

Tabelle 31: prä- und postoperative Ergometrieleistungen in den beiden LVEDP-Gruppen

 

Patienten

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

LVEDPle12mmHg

18

70,7

88,1

73,5

80

25

25

125

200

LVEDP>12mmHg

45

70,0

102,9

75

100

25

50

175

175

Abbildung 14: prä- und postoperative Ergometrieleistungen in den beiden LVEDP-Gruppen

Bei präoperativ durchschnittlich gleicher Belastbarkeit auf dem Ergometer kam es allerdings nur in der Gruppe mit erhöhtem LVEDP von 70,0 auf 102,9 Watt (p<0,0001) zu einer signifikanten Verbesserung, während in der Gruppe mit normalem LVEDP die Steigerung mit 70,6 auf 88,1 Watt (p=0,097) zu gering war. Beim Vergleich dieser beiden Veränderungen war allerdings keine Signifikanz (p=0,465) nachzuweisen.


66

3.5.5.4 Mortalität

In der folgenden Tabelle werden für jede Gruppe die Anzahl der im Beobachtungszeitraum verstorbenen Patienten, die Unterteilung in cardiale und noncardiale/unbekannte Ursache und die Überlebensrate perioperativ (30 Tage), nach 1 Jahr und nach 2 Jahren angegeben.

Tabelle 32: Mortalität, Todesursachen und Überlebensraten der beiden LVEDP-Gruppen

 

Patienten

ver-

storben

Ursache

Überlebensrate

cardial

nonc/unb

periop.

1 Jahr

2 Jahre

LVEDP

le12mmHg

42

4

9,52%

1

3

97,62%

95,12%

81,10%

LVEDP

>12mmHg

92

10

10,9%

5

5

96,74%

90,36%

85,98%

In der Gruppe mit normalem LVEDP verstarben ein Patient an Linksherzversagen, zwei Patienten an einem Apoplex, und bei einem war die Todesursache nicht zu ermitteln. In der anderen Gruppe waren viermal Linksherzversagen, je einmal ein akuter Reinfarkt, ein Apoplex, ein Multiorganversagen (Sepsis) der Grund des Todes. Dreimal blieb die Ursache unbekannt.

Abbildung 15: Überlebenskurve der beiden LVEDP-Gruppen

In diesem Diagramm werden die Überlebenskurven beider Gruppen nach Kaplan-Meier dargestellt. Ein statistisch signifikanter Unterschied ließ sich nicht (p=0,60) errechnen.


67

3.5.6 Gegenüberstellung der prä- und postoperativen Daten in den Gruppen LVEDVI le 100 ml/m2 und LVEDVI > 100 ml/m2

3.5.6.1 Veränderungen in der NYHA-Klassifikation

Ich ordnete jedem Patienten, sofern Aussagen zur körperlichen Belastung eruierbar waren, eine prä- und postoperative NYHA-Klasse zu und errechnete in den jeweiligen Gruppen den Durchschnittswert, den Median, das Minimum und das Maximum.

Tabelle 33: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den beiden LVEDVI-Gruppen

 

Pat.

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

LVEDVIle100ml/m2

20

2,80

1,80

3

2

1

1

4

3

LVEDVI>100ml/m2

29

2,79

1,79

3

2

1

1

4

4

Abbildung 16: prä- und postoperative NYHA-Klassifikation in den beiden LVEDVI-Gruppen

Von einer im Durchschnitt gleichen NYHA-Klasse vor der Operation ausgehend kam es in beiden Gruppen zur deutlichen Steigerung der Belastbarkeit postoperativ, die sich in der Gruppe „LVEDVIle100ml/m2“ in einer Verbesserung von 2,80 auf 1,80 (p=0,001) und in der Gruppe „LVEDVI>100ml/m2“ von 2,79 auf 1,79 (p<0,0001) zeigte. Zwischen den beiden Patientenkollektiven war dabei kein signifikanter Unterschied festzustellen.


68

3.5.6.2 Veränderungen in der CCS-Klassifikation

Für die Veränderungen in der CCS-Klassifikation erfolgten die Datenerhebung und die Auswertung unter den gleichen Bedingungen wie bei der Einordnung in die NYHA-Klassen.

Tabelle 34: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den beiden LVEDVI-Gruppen

 

Pat.

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

post

post

prä

post

prä

post

LVEDVIle100ml/m2

20

2,30

0,55

3

0

0

0

4

3

LVEDVI>100ml/m2

29

2,24

0,59

3

0

0

0

4

4

Abbildung 17: prä- und postoperative CCS-Klassifikation in den beiden LVEDVI-Gruppen

Hier sind dieselben Aussagen zu treffen wie bei der Beurteilung der prä- und postoperativen Belastbarkeit durch die NYHA-Klassifikation. Im speziellen kam es in der Gruppe mit einem LVEDVIle100ml/m2 zu einer Verbesserung der durchschnittlichen CCS-Klasse von 2,30 auf 0,55 (p=0,001) und in der Gruppe mit einem LVEDVI>100ml/m2 von 2,24 auf 0,59 (p=0,0001).


69

3.5.6.3 Veränderungen in den Ergometrieergebnissen

In der folgenden Tabelle werden die prä- und postoperativen Ergometrieergebnisse der Patienten gegenübergestellt und in Watt angegeben.

Tabelle 35: prä- und postoperative Ergometrieleistungen in den beiden LVEDVI-Gruppen

 

Pat.

Mittelwert

Median

Minimum

Maximum

prä

post

prä

post

prä

post

prä

post

LVEDVIle100ml/m2

12

61,0

82,5

60

85

25

25

100

120

LVEDVI>100ml/m2

17

70,0

100,0

75

100

25

50

100

150

Abbildung 18: prä- und postoperative Ergometrieleistungen in den beiden LVEDVI-Gruppen

Die prä- und postoperative ergometrische Belastbarkeit bestätigt die Ergebnisse der Einordnung in die NYHA- bzw. CCS-Klassen. Auch hier war bei durchschnittlich gleichen Werten vor der Bypassoperation sowohl in der Gruppe „LVEDVIle100ml/m2“ mit 61,0 auf 82,5 Watt (p=0,018) als auch in der Gruppe „LVEDVI>100ml/m2“ mit 70,0 auf 100,0 Watt (p=0,001) eine Verbesserung zu registrieren, wobei zwischen diesen beiden Steigerungen kein statistisch signifikanter Unterschied festzustellen war.


70

3.5.6.4 Mortalität

In der folgenden Tabelle werden für jede Gruppe die Anzahl der im Beobachtungszeitraum verstorbenen Patienten, die Unterteilung in cardiale und noncardiale/unbekannte Ursache und die Überlebensrate perioperativ (30 Tage), nach 1 Jahr und nach 2 Jahren angegeben.

Tabelle 36: Mortalität, Todesursachen und Überlebensraten der beiden LVEDVI-Gruppen

 

Patienten

ver-

storben

Ursache

Überlebensrate

cardial

nonc/unb

periop.

1 Jahr

2 Jahre

LVEDVI

le100ml/m2

21

0

0

0

100%

100%

100%

LVEDVI

>100ml/m2

38

6

15,8%

1

5

97,37%

88,74%

76,43%

Während alle Patienten in der Gruppe „LVEDVIle100ml/m2“ den Beobachtungszeitraum überlebten, so verstarben einer der Patienten mit einem LVEDVI>100ml/m2 an Linksherzversagen, drei an einem Apoplex, und bei zwei Patienten blieb die Todesursache unbekannt.

Abbildung 19: Überlebenskurve der beiden LVEDVI-Gruppen

In diesem Diagramm werden die Überlebenskurven der beiden Gruppen nach Kaplan-Meier dargestellt. Es war ein statistisch signifikanter (p=0,043) Unterschied zu berechnen.


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