I Die spanische zweite Buchdruckrevolution

I.1  Die Entwicklung des Druck- und Buchwesens in Spanien des 19. Jahrhunderts

I.1.1  Der Entwicklungsprozess der Technik 

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Das spanische Buchwesen durchlebt im 19. Jh. den gleichen Entwicklungsprozess wie andere europäische und amerikanische Länder, der parallel zu den generellen sozialen Veränderungen verläuft. Diese Revolution des Buchwesens und der graphischen Künste im Gesamten ist bis heute – zu Beginn des 21. Jahrhunderts – von der spanischen Forschung noch nicht systematisch untersucht worden. Die Reihe Biblioteca del libro (Bibliothek des Buches)4 vom Verlag der Stiftung Fundación Germán Sánchez Riupérez, veröffentlicht seit den achtziger Jahren überaus wichtige Beiträge über das internationale und spanische Buch- und Bibliothekswesen im Allgemeinen5. Bei den meisten dieser Publikationen handelt es sich um kollektive Veröffentlichungen und angesichts der wenigen Seiten, die den Autoren für die Darstellung viel zu umfangreicher Themen zur Verfügung stehen, bleiben die Aufsätze allzu oft entweder auf einer populärwissenschaftlichen Ebene oder werden zu spezifisch, so dass der Leser diese nicht in ein strukturiertes und vollendetes Bild des spanischen Buchwesens im 19. Jahrhundert integrieren kann. Das gleiche Ergebnis gewinnt man aus den zahlreichen Artikeln, die in Fachperiodika, Festschriften usw. über das Thema erscheinen. Das Druck- sowie das Bibliothekswesen des 19. Jahrhunderts ist für die Forschung gleichzeitig ein Faszinosum in Anbetracht der breiten Palette der zu untersuchenden Themen und eine mühevolle – manchmal auch undankbare – Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die meisten Informationsquellen noch nicht erschlossen worden sind.

Das spanische Buchwesen wird – wie oben erwähnt – im Laufe des 19. Jahrhunderts tiefe Veränderungen erleben. Das geschriebene Wort hört allmählich auf, ein Privileg der Elite zu sein, um ein Kommunikationsmittel der Massen oder zumindest größeren Teilen der Bevölkerung zu werden. Das Verlangen nach Lektüre wächst dank der Urbanisierung der Populationen, des wirtschaftlichen Wachstums und der sukzessiven Entwicklung des Schulsystems während des ganzen Jahrhunderts stetig. Aus den 1801 ca. 600 000 geschätzten6 potenziellen Lesern sind 1900 ca. sechs Millionen geworden7.

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Die Welt der gedruckten Information veränderte sich in Spanien hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts drastisch, denn die Demokratisierung der schriftlichen Kultur und die Entwicklung der Techniken implizierte auch die Verbreitung von gedruckten Bildern, deren Zunahme so bedeutend wurde, dass das Verlagswesen sich komplett neu umstellen musste. Die gedruckten Bilder boten allerdings nicht nur diesem, sondern auch den unterschiedlichsten Bereichen der Kultur, des Handels und der Industrie eine Fülle von neuen Entfaltungsmöglichkeiten8.

Das gelehrte, das religiöse und das unterhaltende Buch, die populären Drucke, aber vor allem die Presse und die aus der neuen Welt der Werbung hervorgegangenen graphischen Nebenprodukte, waren dankbare Empfänger und gleichzeitig Förderer jeglichen Fortschritts der Drucktechniken9. Bis zum 19. Jh. war grundsätzlich im Buchwesen der Schrift eine vorherrschende Rolle gegenüber dem Bild, das eine untergeordnete, ergänzende, erläuternde oder rein dekorative Funktion erfüllte, konzediert worden, ausgenommen der wenigen Exzeptionen, bei denen die Dominanz des Bildes als Teil eines Konzepts verstanden wurde.

Die erste bedeutende Neuerung im Buchdruckbereich nach der Gutenbergpresse und deren Verbesserung durch das Kniehebelsystem, war die Entwicklung und der Bau einer Presse, die das Holz durch Metall, sprich Gusseisen, Schmiedeeisen oder Bronze ersetzen sollte. Die Verwendung von Gusseisen stand in Zusammenhang mit der allgemeinen Industrialisierung Westeuropas. Dieses Material war widerstandsfähiger als Holz und erzielte somit bei gleicher Zeitaufwendung viel höhere Auflagen als die Holzpresse. Lord Stanhope baute 1785 als Erster eine Ganzmetallpresse, Spanien erreichte diese Erneuerung jedoch erst 1828. Mehr als vierzig Jahre nach ihrer Erfindung wurde die erste Stanhopepresse von dem Drucker Joaquín Verdaguer aus Barcelona in das Land importiert. Dieser Rückstand ist auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, einerseits auf den Unabhängigkeitskrieg (1808-1814) gegen die napoleonischen Truppen und auf die sich daraus ergebende wirtschaftliche Krise, und weiterhin auf die kultur- und schriftfeindliche Monarchie des absolutistischen Königs Fernando VII. (1814-1833) andererseits. Katalonien war die erste Region Spaniens, in der sich die anbrechende Industrialisierung des Buchwesens zu entwickeln begann.

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Zweifellos wurde der Dampf bei diesem Prozess zum entscheidenden Faktor; Spanien erreichte diesen Entwicklungsschritt allerdings mit großer zeitlicher Verzögerung; die erste für den Druck angewendete Dampfmaschine soll 1851 in Barcelona oder 1855 in Madrid aufgestellt10 worden sein. Dies bedeutet, dass bis dahin in allen Offizinen, auch wenn in einigen Fällen schon mit Gusseisenmaschinen gearbeitet wurde, diese noch in einer sehr handwerklichen Form bedient wurden, genauso, wie in der Zeit vor den Dampfmaschinen die Pressen immer noch mit der körperlichen Kraft der Handwerker selbst oder mit Hilfe von Tieren bewegt und infolgedessen die gedruckten Blätter immer noch einzeln hergestellt wurden. Der Dampf, der dagegen eine große Veränderung bedeutete, da seine Kraft bei gleicher Zeitaufwendung viel höhere Auflagen ermöglichte, etablierte sich in Spanien in den siebziger Jahren, so spät also, dass er mit den Maschinen, die mit Gas oder Elektrizität betrieben wurden, nicht mehr konkurrieren konnte.

Das spanische Druckwesen begann seinen Modernisierungsprozess nicht vor der Einführung der von Friedrich König, 1811, erfundenen Schnellpresse. Diese Maschinen ermöglichten erst das Vorantreiben der technischen Revolution der graphischen Künste; die ersten solcher Pressen kamen kurz nach 1855, von der Firma Marinoni importiert, nach Barcelona. 1855 hatte Angel Fernández de los Ríos, der Herausgeber der Illustrierten Las Novedades (1850-1872) und La Ilustración (1849-1857), eine ähnliche Maschine in seiner Werkstatt in Madrid aufgestellt11. Der Übergang von dem System der Schnellpressen zu den großen Rotationspressen, die nur beim Zeitungsverlag angewendet werden konnten, fand in Spanien nicht vor dem 20. Jh. statt12. Die Leistungsfähigkeit solcher Maschinen hätte dortzulande nicht ausgeschöpft werden können, denn die hiesigen Periodika hatten keine bemerkenswerten Auflagen. Viele Rotationsmaschinen lieferten bis zu 40 000 Drucke pro Stunde, 1913 erreichten die Madrider Zeitungen El Imparcial (1867-1936?13) und El Liberal (1879-1939) zusammen eine Auflage, die nicht höher war als 200.000 Exemplare14.

Der größte Teil der Maschinen, die in den Offizinen arbeiteten, wurde aus Deutschland importiert, infolgedessen eröffneten im Laufe des Jahrhunderts, aber vor allem im letzten Drittel dessen, viele deutsche Firmen Handelsvertretungen in Katalonien, um von dort aus das Land zu versorgen. Als Beispiel diene die 1839 gegründete Barceloneser Gießerei Sucesores de Antonio López (Nachfolger von Antonio López), die zusammen mit einer Vertretung der Berliner Firma R. Otto Krüger für die Herstellung typographischer Maschinen arbeitete. Ganz am Ende des Jahrhunderts ließen sich in Spanien einige ausländische Firmen nieder, wie z.B. die Gesellschaft Steinhausen Otto & C.ia, die sich 1899 in Barcelona etablierte und im selben Jahr die erste Rotationsmaschine für die Druckerei José Ortegas in Valencia baute. 1901 wurde die erste, für den Zeitungsdruck bestimmte spanische Rotationspresse für die Barceloneser Druckerei Vidal Hermanos angefertigt15.

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Der Modernisierungsprozess des spanischen Buchdruckwesens geht nicht so weit, dass alle Holz- oder Metallpressen durch maschinell bediente Pressen ersetzt werden können. Ab den siebziger Jahren beginnt man bei dem Inventar der Drucker zwischen Handpressen und mechanischen Pressen oder Maschinen zu unterscheiden16. Im Januar 1861 gibt es in der Provinz Barcelona, die zusammen mit Madrid die innovativsten und produktivsten Gebiete bildet, 24 mechanische Pressen und 79 Handpressen; unter den 25 gemeldeten Druckereien besitzen nur neun überhaupt eine Maschine. Zur gleichen Zeit gibt es in Málaga, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, zwei maschinelle Pressen und 14 Handpressen, drei davon aus Eisen; in drei der sieben registrierten Druckereien wird ausschließlich mit Holzpressen gearbeitet und in der Stadt Santander werden insgesamt 13 Metallpressen und eine Maschine gezählt17. Der überwiegende Teil der Druckereien in den kleinen Städten benötigt allerdings auch keine besonders leistungsfähigen Maschinen, denn der Rahmen ihrer Aufträge bedarf keiner hohen Auflagen. Die meisten unter ihnen leben nicht vom Buchdruck; die Stadt- oder Bezirkszeitungen und Blätter erscheinen oft nicht täglich und die Zahl der beauftragten Exemplare ist in der Regel bescheiden. Viele Offizinen drucken von der Visitenkarte bis zum Gedichtband lokaler Poeten, ebenso Amtsblätter oder Populärliteratur, wie Kalender, Bilderbogen, pliegos de cordel 18, Fibeln u.Ä19. In den Großstädten, wie Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao usw. entwickeln sich nicht alle Betriebe gleichermaßen; so können dank der Differenzierung von Auftragstypen die kleinen handwerklichen mit großen mechanisierten Druckereien – wie das Verlagshaus-Druckerei Henrich y C.ía aus Barcelona, das 1894 insgesamt über 500 Maschinen besitzt – koexistieren.

Die Entwicklung des Buchdruckes konnte allerdings nur erfolgen, wenn alle Techniken, die diese Kunst implizierte, den gleichen Prozess durchmachten. Die Evolution der Pressen hätte nicht stattfinden können, wenn sich die Herstellung der Lettern nicht auch gleichzeitig fortentwickelt hätte. Zur Zeit des Königreiches Carlos’ III. (1759-1788) wurde der größte Teil der in Spanien benutzten typographischen Materialien aus verschiedenen Ländern Europas beschafft. Die von dem aufklärerischen König geförderte Gießereiwerkstatt der Königlichen Druckerei, bei der die besten Stempelschneider und Stecher arbeiteten, genoss weit verbreitete Anerkennung, stellte aber angesichts ihres elitären Charakters eine marginale – wenn auch beispielgebende – Erscheinung im damaligen Typographiewesen Spaniens dar. Häufig gehörten die Gießereien – wie auch viele Druckereien – religiösen Orden oder wohltätigen Institutionen, wie z.B. die Gießerei der Dominikaner in Toledo oder die der Karmelitaner Mönche des Klosters zum Heiligen Joseph in Barcelona20, an. Die weitere Geschichte dieser ist für den Weg der Entwicklung anderer Gießereien symptomatisch. Sie erlangte zwischen 1820 und 1823 großes Ansehen, 1835 musste sie aufgrund der Säkularisierung und der darauf folgenden Zerstörung des Klosters umziehen, arbeitete jedoch weiter, bis sie in den sechziger Jahren von einem der wichtigsten Buchdrucker der Stadt, Narcis Ramírez Rialp, gekauft wurde. Seine Nachfolger verkauften sie schließlich 1885 an die Frankfurter Gießerei Bauer, die sie in eine Niederlassung der eigenen Firma verwandelte und ihr den Namen des damaligen Direktors, Jakob de Neufville, gab. Die Gießerei Neufville blieb bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein eine der wichtigsten im ganzen Land21. Aus der alten Gießerei der Karmelitaner ging eine Zweite hervor. Der ehemalige Arbeiter Antonio López Vidal, der sich in den vierziger Jahren selbstständig gemacht hatte, kaufte in den fünfziger Jahren in Deutschland die erste Gießmaschine Spaniens und ließ sich wenig später zusätzlich drei in Barcelona bauen. Eine dieser Maschinen wurde bei einem von der Nationaldruckerei in Madrid organisierten Wettbewerb als die beste Typengießmaschine des Landes preisgekrönt.

Die revolutionäre Erneuerung im Bereich der Satzherstellung, die Linotype von Otto Mergenthaler, wurde 1908 in Barcelona eingeführt, aber eigentlich arbeiteten schon seit 1902 in dieser Stadt ähnliche, in Deutschland hergestellte Maschinen, die „Typograph22“ genannt wurden. Auch im Bereich der Setzmaschinen wurde während des ganzen Jahrhunderts der größte Teil des Materials aus dem Ausland, sprich Deutschland und Frankreich, importiert. Wie es schon bei den Pressen geschehen war, eröffneten einige Firmen Handelsvertretungen und Niederlassungen in Madrid oder Barcelona. In Madrid zeichneten sich die Firma Rey Bosch y C.ia und die Firma Richard Gans aus.

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Die nationale Herstellung typographischer Materialien erlebte in den neunziger Jahren in Zusammenhang mit dem allgemeinen Wachstum im Buchwesenbereich, aber vor allem dank des aufblühenden Jugendstils, einen deutlichen Aufschwung. Einige Letterdesigner, wie Josep Triado und Eudald Canibell, schufen im Einklang mit der neuen Bewegung – die inmitten der allgemeinen Tendenz der Verbilligung von Druckerzeugnissen auf Kosten der Qualität und der Schönheit ihre Liebe zum „gut gemachten Buch“ entdeckte –, eine Reihe von Typen, die, wie Gótico incunable C a nibell 23, eine große Anzahl der Jugendstildrucke schmückten und Katalonien zum vitalen Zentrum der neuen Ästhetik krönten.

Auch das Papierherstellungsverfahren musste modernisiert werden. Jahrhundertelang war die Herstellung von Papier handwerklich erfolgt. Ihr Rohstoff war Baumwolle oder Leinen in Form von Lumpen gewesen, die in den Papiermühlen entsprechend verarbeitet wurden. 1799 erfand der Franzose Louis Robert die Papiermaschine, die den Papierbrei auf ein sich drehendes „endloses“ Sieb führte und nach dem Trocknen und Pressen eine gleichfalls „endlose“ Papierbahn erzeugte24. Dieses Verfahren ermöglichte es, Papierstücke von zehn oder zwölf Metern Länge zu erzielen, anstatt, wie bis dahin, einzelne Bogen. Die ersten Papiermaschinen wurden in Spanien zwischen 1840 und 1845 aufgestellt. Auch diesbezüglich herrscht seitens der Forschung große Uneinigkeit. hipolito Escolar, den Angaben von Miguel Herrero García und Enrique Cerdá Gordo folgend25, schreibt, dass die erste „endloses“ Papier herstellende Fabrik 1841 in Bürgos gegründet worden sei26; Carmen Artigas Sanz gibt an, der Fabrikant Manuel Brunet habe die erste Papiermaschine 1842 in Spanien eingeführt27 und Pilar Vélez behauptet: «Das „endlose“ Papier wurde in Katalonien, in dem großen Produktionszentrum, das mehrere Jahrzehnte lang Hauptlieferant der ganzen Iberischen Halbinsel und Lateinamerikas war, 1845 ei n geführt. Mühlen, wie diejenigen der Familien Guarro, Romaní oder Vilaseca, verwande l te man in große Fabriken 28.» Andere Autoren geben weitere unterschiedliche Orts- und Zeitangaben für den Beginn der Revolutionierung dieser Herstellungsverfahren an29. Belegbar ist, dass schon vor 1846 eine Fabrik mit „endlosem“ Papier existierte30. Alle papierherstellenden Maschinen werden bis in das 20. Jh. hinein aus dem Ausland importiert und es zeigt sich, dass ihre Produktion nicht ausreichen wird, um den nationalen Bedarf an Papier zu decken. Ab 1890 wird versucht, durch ein protektionistisches Zollsystem die spanische Produktion zu steigern31; dieses Defizit ist zweifellos auf den Mangel an Rohstoffen für die Papierherstellung zurückzuführen32, aber vor allem auf das Fehlen einer kapitalistischen Infrastruktur.

Als weiteres wichtiges Material im Buchdruckwesen muss die Produktion von Tinte berücksichtigt werden. Mehrere Jahrzehnte lang wurde im 19. Jh. der größte Teil der in Spanien verbrauchten Tinte aus Deutschland importiert, meist von der 1843 gegründeten Hannoveraner Firma Jaenecke & Schneemann, die eine Handelsvertretung in Barcelona besaß. Die nationale Produktion basierte auf handwerkliche Herstellungsverfahren. Erst 1890 wurde in Badalona die erste tintenherstellende Fabrik eröffnet, die allerdings eine Filiale der französischen Firma Loilleux war. Auch die Gelatinefarbwalzen wurden in Spanien von der Firma Lorilleux eingeführt33.

I.1.1.1  Die Entwicklung der Farb- und Illustrationstechnik

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Die Welt des Bilddruckes ihrerseits wird noch tieferen und weittragenderen Veränderungen unterzogen als die der Schrift, so dass das 19. Jahrhundert zum Jahrhundert des gedruckten Bildes wird34.

Die erste wichtige Veränderung betrifft Bewicks Erfindung des Holzstiches, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts stattfindet, aber erst im Laufe des 19. weiterentwickelt und vervollkommnet wird. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war der Holzschnitt nicht perfektioniert worden; die im Allgemeinen anonymen und in ihrer Ausführung ziemlich groben Bilder waren in den Bereich der volkstümlichen Drucke relegiert worden, während die höhere Kultur sich des Kupferstiches für kunstvoller durchgeführte Bilder bediente. Dank Bewicks Erfindung veränderte sich diese Lage, der Holzstich erzielte mit dem Kupferstich vergleichbare Resultate und bot zusätzlich den Vorteil eines unkomplizierten Druckes35. Da diese Technik beim Druck von Bildern in den französischen und englischen, illustrierten Magazinen verwendet wurde, erreichte sie Spanien auch auf diesem Weg. Wenn auch Ramón Mesonero romanos, Verleger der Zeitschrift Semanario Pintoresco (1836-1857), die ersten xylographischen Illustrationen für seine Publikation importieren musste, entstand angesichts des großen Erfolges umgehend eine hiesige Produktion. Diese Technik wurde ab 1840 auch für die Illustrationen in Büchern herangezogen; am meisten jedoch profitierten die Fortsetzungspublikationen von dem Holzstich36, hauptsächlich reichlich illustrierte Werke, die Beschreibungen volkstümlicher Erscheinungsformen und Charaktere zeigen, und zwar nach dem Modell des englischen Heads of the peopel of portraits of the englisch drawn oder des französischen Les français peints par eux-mêmes (1840-1842), wie z.B. in Los españoles pintados por sí mismos (1843), Escenas matritenses (1845), Escenas andaluzas (1847), Los valencianos pintados por sí mismos (1859) oder andere Publikationen, die dem Muster des romantischen illustrierten Reiseberichtes folgen, ferner historische Romane u.Ä. Die Xylographie wurde außerdem nicht nur zur Illustration, sondern auch zur Verzierung von Drucken verwendet, da sie mit dem Text gleichzeitig gedruckt werden konnte.

Parallel zum Holzstich entwickelte sich in Europa die zweite revolutionierende Technik im Bereich der graphischen Künste, respektive die Lithographie. Sie ermöglichte die direkte Zeichnung des Bildes auf einem vorher entsprechend präparierten Kalkstein, damit erübrigte sich die Notwendigkeit des Stechers als „Vermittler“ zwischen Künstler und Drucker, denn der Lithograph übernahm selbst diese doppelte Funktion; dadurch wurden wirtschaftliche Mittel, Zeit bei der Durchführung und vor allem Genauigkeit in Bezug auf die ursprüngliche Zeichnung gewonnen.

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Diese Technik erreichte Spanien deutlich schneller als die Xylographie, der erste bekannte lithographische Versuch datiert von 1815, als Josep March, nachdem er den Text Marcel de Serres’ über diese Technik37 gelesen hatte, das Wappen der Katalanischen Handelskammer lithographisch entwarf38. Wenige Jahre später, 1818, bekam der Künstler José María Cardano ein Stipendium vom König Fernando VII., um in München und Paris das Verfahren zu erlernen; als er nach Spanien zurückkam, wurde er zum Direktor der 1819 in Madrid gegründeten Establecimiento Litográfico del Depósito Hidrográfico, in dem auch Goya seine ersten Lithographien schuf, ernannt. Zwischen 1819 und 1825 wurden mehrere lithographische Werkstätten eröffnet, aber sie widmeten sich der Reproduktion der nationalen Malereisammlungen, darunter 1825 das Zentrum Real Establec i miento Litográfico, von dem Maler josé de Madrazo geleitet, das eine Monopolstellung über die künstlerische Lithographie bekam, wodurch ihre Entwicklung in Spanien deutlich behindert wurde. Die erste Werkstatt, welche die neue Technik zur Illustration von Büchern anwandte, war die von Antoni Brusi, der 1819 dadurch die erste kommerzielle lithographische Werkstatt auf spanischem Gebiet gründete.

Die ersten mit Lithographien illustrierten Bücher waren, wie es später auch der Fall bei der Xylographie sein wird, Nachahmungen ausländischer Werke, wie z.B. Recuerdos y bellezas de España (1839), España artística y monumental, vistas y des c ripciones de los monumentos más notables de España (1842) nach der Vorlage von Voyages pittoresques et romantiques de l’ancienne France von Taylor und Nodier. Beide Werke erschienen in Fortsetzungsform und wurden per Subskription finanziert.

Aber die technischen Fortschritte des Bilddruckes erreichten ihren Höhepunkt nicht mit der Lithographie oder später mit der Chromolithographie, sondern erlebten zusätzlich eine grundlegende Veränderung mit der Eingliederung der Fotographie als Illustrationstechnik. Diese wurde in Spanien jedoch nicht unmittelbar nach ihrer Erfindung eingeführt, sondern in den sechziger Jahren und sie verbreitete sich erst in der letzten Dekade des Jahrhunderts. Bei den ersten mit Photographien illustrierten Werken handelt es sich um Reiseberichte oder Wiedergaben von Kunstwerken, bei denen die Lithographie durch die neue Technik ersetzt wurde, aber auch um eine Art photographischer Reportagen, so z.B. über den Bau der Eisenbahnlinie u.Ä39.

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Andere aus dem Entwicklungsprozess der Photographie hervorgegangene Techniken, wie die Photolithographie, die Zinkographie oder die Fototypie wurden auch bei der Buchillustration angewendet, z.B. bei La creación. Historia natural (1872) von Dr. Vilanova y Piera. Die Heliogravüre, die sich dank der Sociedad Heliográf i ca Española in Spanien in den achtziger Jahren etablierte, ermöglichte außerdem die Herausgabe von Faksimiles.

Auch betreffs der Illustration ist Barcelona bis Ende des Jahrhunderts ein innovatives Zentrum. Der spanische Jugendstil, der in Katalonien um die Jahrhundertwende seine Blütezeit erlebt, schafft eine neue Konzeption der Bebilderung, das Bild soll in belletristischen Werken nicht mehr als Unterstützung zu einer besseren Verständigung des Textes dienen, sondern einzig und allein zur Dekoration. Der von William Morris initiierten Bewegung folgend, distanziert sich eine Gruppe großer katalanischer Illustratoren, wie Alexander de Riquer, Josep Triadó, Josep Lluis Pellicer, Apel.les Mestres, Josep Pascó u.a. von der weit verbreiteten und nicht kunstvollen Benutzung der Farblithographie, die die Welt der unterhaltenden Literatur überschwemmt und kreiert prachtvoll plastische, limitierte Ausgaben, die sich an ein kultiviertes, elitäres, bürgerliches Publikum richten. Dabei handelt es sich meistens um bibliophile Stücke, die sich, obgleich sie sich von der breiten Masse abheben, erheblich zur Festigung der neu angewandten Techniken beitragen40.

I.1.1.2 Bucheinband

Bezüglich des Bucheinbandes wird in der Regel das 19. Jh. in zwei Zeitabschnitte unterteilt41; der Erste betrifft die Regierungszeit von Fernando VII. (1814-1833) und Isabel II. (1833-1868) und der Zweite die Zeit von der sog. Restauración (1874-1902)42 bis zur Jahrhundertwende. Die Einbandkunst Spaniens orientiert sich das ganze Jahrhundert durch an der französischen. Am Anfang der ersten dieser Epochen vollzieht sich der Übergang vom Klassizismus zum Empirestil, der in Spanien eigene Formen, wie die Cort i nas-Einbände43 entwickelt; in den dreißiger Jahren erreicht zusammen mit der literarischen Romantik auch die romantische Einbandkunst mit ihrer Begeisterung für die gotische Architektur das Land; diese findet großen Anklang und wird, allen voran der Stil á la cathédr a le, bis in die sechziger Jahre hinein eingesetzt. Zentrum der Einbandindustrie ist die Stadt Valencia, sie bleibt bis Ende des Jahrhunderts stark handwerklich strukturiert. Der Bucheinband ist ein Luxusprodukt und man legt Wert auf dessen technische und künstlerische Vollkommenheit. Am Ende dieser ersten Epoche wird der romantische Einband allmählich durch einen neuen, vom Historizismus geprägten Stil ersetzt. Seit der Epoche der Restauration (1874-1902) setzt sich in steigendem Maße die industrielle Fabrikation von Verlegereinbänden aus Pappe, aus Leinen, Percaline oder aus Leder durch. Charakteristisch für diese Art von Buchbindung ist deren illustrative Funktion, denn der Einband nahm deutlich Bezug auf den Inhalt des Textes; dafür wurden Illustrationen, die im Buch gedruckt waren, direkt reproduziert oder variiert. Sich der massenhaften Verbreitung des industriellen Bucheinbandes entgegenstellend – wie im Bereich der Typographie und der Illustration – trat eine bibliophile Strömung zutage, die sich für pracht- und kunstvolle, in Handarbeit gefertigte Einbände einsetzt und die sich am Ende des Jahrhunderts an der Lehre William Morris’ orientieren wird.

I.1.2 Die Entwicklung des Buchhandels

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Im Jahre 1836 werden in Spanien die Zünfte abgeschafft, der Buchhandel bleibt jedoch bis in die vierziger Jahre hinein mit dem alten System verbunden, denn, wenn auch die Körperschaftsbeschränkungen gefallen waren, der Produktionsumfang war so niedrig, dass eine Entwicklung des Buchhändlerberufes – in den meisten Fällen noch mit dem des Druckers und Verlegers verknüpft44 – nicht stattfinden konnte. Es existieren vereinzelte Ausnahmen von Buchhandlungen, die sich, wie die Librería Europea aus Madrid, an den europäischen Neuheiten orientieren und deren Entwicklung folgen, die meisten jedoch kennzeichnen sich durch die Schäbigkeit ihrer Ladenräume, durch die Ignoranz der Händler und Arbeiter und durch ihre Unbeweglichkeit aus45. Es ist bis Ende des Jahrhunderts auch nicht üblich, dass die Büchereien Werbung für ihre Ware machen und Kataloge ihrer Bestände herausgeben; dies macht sie für das Publikum, das genötigt ist, im Voraus alle Informationen zu besitzen, zusätzlich unattraktiv. Ausnahmen bilden z.B. der Inhaber der besagten Librería Europea dionisio Hidalgo, der ab 1840 – nach der Vorlage der Bibli o graphie de la France – ein bibliographisches Blatt46 publiziert, das schnell unter den wichtigsten Buchhändlern, Druckern und Verlegern zirkulieren wird. Weitere Verzeichnisse von Beständen, die veröffentlicht werden, sind z.B. ab 1848 der illustrierte Katalog des Buchhändlers Joan Oliveres, ab 1849 der Katalog von Manuel Sauri, der mehr als 4.000 Titel aufweist47 u.a. Sie verzeichnen meistens Werke aus der eigenen Produktion, da die Buchhändler zum größten Teil gleichzeitig Verleger und manchmal darüber hinaus Drucker sind, aber auch aus fremder Produktion, soweit diese Händler über mindestens ein Exemplar des Werkes verfügen; dies trägt zweifellos zur weiteren Verbreitung der Bücher bei.

Während des ganzen Jahrhunderts, aber vor allem ab den vierziger Jahren, etabliert sich eine relativ hohe Zahl an Repräsentanten französischer Buchhändler, die oft Handelsvertretungen eröffnen; ferner gibt es mehrere Ausländer – an der Spitze Franzosen, aber auch Deutsche – die sich in Spanien niederlassen und selbständig Bücher importieren und vertreiben48.

Die mangelhafte Transport- und Kommunikationsinfrastruktur erschwert vor allem in den Provinzen die Fortentwicklung des spanischen Buchhandels erheblich, infolgedessen bedeutet das Wachstum und die Diversifizierung der Leserschaft keine Zunahme der Buchhändler; diese bleibt in den meisten Provinzen im Laufe des Jahrhunderts unverändert oder geht sogar zurück. Im Jahre 1863 gibt es 250 registrierte Buchhandlungen in ganz Spanien, 1903 sind es 270 und im Jahre 1913 immer noch 28449. Im Jahre 1847 gibt es in Madrid, den Angaben von Martínez Martín zufolge50, eine Gesamtzahl von 57 Buchhandlungen und Sortimentsbuchhandlungen und überdies 21 Stände auf Straßen, unter Arkaden, vor Kirchenportalen u.Ä.; 1858 arbeiten in der Hauptstadt insgesamt zwischen 48 und 50 Buchhändler.

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Ab 1890 macht sich eine wachsende Spezialisierung und eine Verbesserung der beruflichen Qualifizierung und Professionalität der Händler bemerkbar, die parallel zum Ausbau des Vertriebsystems verläuft, aber nur große Buchhandlungen betrifft, während sich das Gros der kleinen und mittleren Geschäfte nicht erwähnenswert von jedem anderen handwerklichen Handelsbetrieb unterscheidet. Die meisten Besitzer und Angestellten besitzen keine besonderen Qualifikationen, sie sind immer von der momentan herrschenden Ideologie abhängig und üben in der Regel eine strenge Selbstzensur, indem sie keine Schriften verkaufen, die nicht mit ihrem Gewissen oder ihrer Ideologie zu vereinbaren sind.

In der Realität handelt es sich bei den meisten Geschäften eher um Sortimentsbuchhandlungen als um Buchhandlungen im engeren Sinne; sie sind, um sie mit Botrels Worten zu bezeichnen, halb „Kulturbasare“ und halb Treffpunkte für tertul i as 51. Wie bereits erwähnt, gibt es in Madrid und Barcelona einige Buchhandlungen, die ein mitteleuropäisches Niveau erreichen, darunter z.B. die Buchhandlung Puig oder die Librería Española von Inocencio López Bernegossi, auch in der Provinz gibt einige Beispiele, wie La Puntualidad aus Malaga oder Juan Martinez’ Buchhandlung in Oviedo52.

Parallel zu der etablierten und registrierten Buchhandlungsinfrastruktur arbeitet ein zweites, mehr oder minder gut organisiertes Handelssystem, das dem Verkauf neuer und altgedruckter Materialien dient, so zum Beispiel per Wanderhändler, Kolporteure und Straßenverkäufer, Blinde, Trödler oder manchmal auch Zeitungsverkäufer und später Kioske. Mit dem Aufschwung der Fortsetzungspublikationen wird der Bote der Buchhandlung oder eines Verlages auch zum Kolporteur oder zum Vertreter des Geschäftes. Die Entwicklung des Kaufes periodischer Veröffentlichungen mittels Abonnement schafft neben den Buchhandlungen, die den Service des Vertragsabschlusses anbieten, die sog. centros de suscripciones, d.h. auf diese Aufgabe spezialisierte Läden. In den fünfziger Jahren gibt es in Madrid mehr wandernde Verkäufer als fixe Buchhandlungen und im Jahre 1872 sind es doppelt so viel. Ab 1858 werden im Zusammenhang mit dem Bau der Einsenbahnlinien die ersten sog. bibliotecas de ferrocarriles Eisenbahnbüchereien eröffnet.

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Die für das Absetzen der Bücher vorgesehenen Orte wachsen ständig, Druckereien beispielweise verkaufen immer noch selbst ihre eigene Produktion, einige unter ihnen fangen jedoch an, Druckerzeugnisse anderer Offizinen auf Provision zu verkaufen. So kann das Vertriebssystem ausgebaut werden, ohne die Anzahl der registrierten Buchhandlungen zu erhöhen. Trotz aller Proteste der Buchhändler gegen solche Zustände, werden noch weitere parallele Netze ausgebaut, manchmal auch auf illegalem Wege oder – z.B. beim politischen Schrifttum – im Untergrund.

Das wichtigste und am besten organisierte solcher nebeneinander laufenden Systeme ist die katholische Kirche, die außerhalb ihrer offiziellen Buchhandlungen in Kirchen, Klöstern, Priesterseminaren usw. Bücher und andere Veröffentlichungen vertreibt53. Die politischen Kräfte, wie die Liberalen bis in die dreißiger Jahre und später, die Republikaner und die Arbeiterorganisationen versuchen mit viel Mühe und Mut, ähnliche Strukturen zur Verbreitung ihrer Schriften zu schaffen, sie werden jedoch häufig im Untergrund arbeiten müssen.

Selbst Lehrer bekommen von den Verlagshäusern ähnliche oder bessere Konditionen als Buchhändler, nicht nur für den Weiterverkauf der eigenen Werke, sondern, was ertragreicher ist, für Schulbücher im Allgemeinen54. Aber auch Geschäftsinhaber aller Art, darunter Gastwirte, Trödler, Apotheker, Postangestellte u.a., tun sich mit Druckern und Verlegern zusammen und setzen in ihren Geschäften oder Ämtern jegliche Arten von Veröffentlichungen, angefangen bei dem Fortsetzungsroman über Periodika bis hin zum Buch, ab55.

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Bis in die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts hinein legen die meisten Buchhändler keinen Wert auf eine Abgrenzung zwischen neuen Erscheinungen, gebrauchten Büchern und bibliophilem Antiquariat und verkaufen unsortierte Drucke in ihren Buchhandlungen. Mit der langsamen Steigerung der Buchproduktion beginnt sich diesbezüglich eine Trennung unter den Buchhändlern bemerkbar zu machen. In den Jahren zwischen 1856 und 1858, kraft der zweiten und dritten Etappe der desamortización von 1855 und 1858, arbeiteten allein in Madrid zwischen 43 und 48 Händler, die nur alte Bücher – allerdings ohne zwischen gebrauchtem Buch, modernem Antiquariat und bibliophilen Stücken56 zu sortieren – verkaufen. Die Trennung wird einzig und allein aufgrund der im Moment zur Verfügung stehenden Materialien vollzogen. Große Mengen alter Bücher und Drucke, aus den während der desamortización „geplünderten“ kirchlichen und zivilen Institutionen stammend, überschwemmen Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre den Markt; ferner müssen die Händler das moderne Antiquariat dieser Dekaden absetzen, was zur Abwertung der alten Bücher führt, aber noch nicht zur Spezialisierung der Händler57. Das große Interesse ausländischer Käufer, überwiegend nordamerikanischer und französischer, macht die spanischen Händler auf den Wert der alten Materialien aufmerksam und führt nunmehr zu deren Aufwertung; die Händler spezialisieren sich und das gebrauchte Buch setzt sich vom wertvollen Antiquariat endgültig ab. Ab 1890 vollzieht sich die Abgrenzung zwischen den drei Kategorien von Buchhändlern definitiv58. Der Verkauf von gebrauchten Büchern und von modernem Antiquariat erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der allgemeinen Verbreitung von Lesestoffen, denn er dient dazu, die Nachfrage eines Publikums mit geringen finanziellen Mitteln, dessen Bedarf nicht mit Lesekabinetten oder später mit öffentlichen Bibliotheken gedeckt werden kann, zu befriedigen. Auf zwei oder drei offizielle Buchhandlungen, die neue Erscheinungen verkaufen, kommt zwischen 1860 und 1914 mindestens eine – offizielle – die ein derartiges Sortiment anbietet59.

Messen, Wochenmärkte u.Ä. waren bis in die sechziger Jahren hinein die wichtigsten Anlaufpunkte für den Verkauf alter Drucke und Bücher, aber sie wurden langsam durch andere sesshaftere Strukturen ersetzt. Ende des Jahrhunderts werden zahlreiche Händler, da weil die Stadtzentren sich in vieler Hinsicht verändern, von Verkaufspunkten, wie Arkaden, Kirchenportalen oder Eingängen öffentlicher Gebäude vertrieben, so dass sie sich gezwungen sehen, spezialisierte Buchhandlungen zu eröffnen.

Damit ein Innenmarkt in Spanien ausgebaut werden konnte, mussten seitens der Regierung einige Bedingungen erfüllt werden; so werden beispielsweise ab 1863 die Tarife für den Transport von Periodika – und damit von Fortsetzungspublikationen – von Seiten der Postgesellschaft mehrere Male verbilligt60; dies führt zu einer ständigen Senkung der Vertriebskosten, die im Zusammenhang mit den neuen, eine preiswertere Produktion ermöglichenden Drucktechniken, Konditionen schafft, von denen das Druckwesen ganz allgemein profitiert.

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Die allmählichen Fortschritte im Bereich der Kommunikations- und Transportmittel, wie der Ausbau des Eisenbahnnetzes61, der ab 1872 vorangetrieben wird, und der zwischen 1880 und 1910 durchgeführte Aufbau und die Verbesserung des Straßennetzes, tragen nicht unerheblich zur Entwicklung des Druckwesens bei. Mitte des Jahrhunderts fängt der Telegraph an, Entfernungen zu überwinden; 1900 gibt es 15.000 Telefonabonnenten in Spanien, darunter auch viele Verleger und Buchhändler62. Ferner etabliert sich die Post ab den vierziger Jahren endgültig als Vertriebsweg von Druckwerken, aber auch, wenn sie seit den sechziger Jahren immer bessere Tarife anbietet, bleibt ihre Leistung nach Aussage der Buchhändler zu kostenaufwendig und zu unzuverlässig.

Die Fortschritte in Hinsicht auf die Transportwege hätten zwar im Prinzip für das spanische Buchwesen bessere Chancen bezüglich der Entwicklung internationaler Absatzmärkte – sprich Lateinamerika – bedeuten können, aber ungeachtet der Tatsache, dass dieses Gebiet ein großes Potential darstellt, spielt dies für die spanischen Händler keine außergewöhnliche Rolle, weder während der Zeit der Kolonien noch später. Obgleich die Exportzahlen signifikant sind und stetig im Laufe des Jahrhunderts ansteigen – von 124 Tonnen im Jahre 1850 zu 1500 Tonnen im Jahre 1920 – beleben sie die Produktion nicht wesentlich63.

I.2 Alphabetisierung und Bildung

Wenn die Europäer des späteren 19. Jahrhunderts ihre Zeit eine Epoche des Fortschritts nannten, dachten sie dabei nicht nur an die technischen Schöpfungen, sondern auch an die Zunahme der Schulbildung. Die sich nach dem Fall des Ancien Régimes bildenden liberalen Staaten begriffen es als ihre Pflicht, alle Mitglieder einer Nation durch Bildung und Erziehung auf eine höhere Stufe menschlicher Existenz zu heben, damit sie als verantwortliche Bürger das Leben und die Fortentwicklung des Landes gestalteten64.

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Die gewaltige Entfaltung und Demokratisierung im Schulwesen vollzog sich jedoch nicht überall kontinuierlich und mit der gleichen Geschwindigkeit. Es gab Widerstände seitens der Bevölkerung, Rückfälle, Brüche, die des Öfteren nicht so sehr durch die einander entgegengesetzten, geistigen und politischen Strömungen der Epoche, sonder eher aus der Unmöglichkeit, ausreichende finanzielle und infrastrukturelle Mittel zur Verfügung zu stellen, bedingt waren.

Aus den zahlreichen Arbeiten über das Thema65 erschließt man, dass innerhalb der spanischen Gesellschaft in puncto Bildungs- und Alphabetisierungsprozess, die sozialen, politischen oder religiösen Kräfte im Vergleich mit anderen mittel- und nordeuropäischen Ländern weder ausreichendes Durchsetzungsvermögen noch Ausdauer besaßen, um positive Fortschritte zu erzielen. Vielmehr spielen die hinsichtlich der Bildung immer noch einflussreiche katholische Kirche und die aus Großbürgertum und Adel gebildete Oligarchie eine den Fortschritt bremsende Rolle. Auch die während der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wachsenden nationalistischen oder regionalistischen Bewegungen werden aufgrund ihrer widersprüchlichen Sprachpolitik und der Übermacht der zentralistischen Regierung Madrids keinen deutlichen Einfluss auf die Bildungsmöglichkeiten der betroffenen Bevölkerung ausüben können66.

Im Kampf gegen Analphabetismus und für die Demokratisierung der Bildung, erweist sich vor allem der Industrialisierungsprozess oder andere, die von diesem abhängig sind oder aus ihm resultieren, wie z.B. die Urbanisierung und die Modernisierung des Landes, welche hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts statt finden67, als positive Energie. Nur unter Berücksichtigung dieser Faktoren werden beispielsweise die Unterschiede im Alphabetisierungsrhythmus zwischen Teilen Kataloniens oder der Stadt Madrid und fast allen ländlichen, wenig besiedelten Gebieten in Andalusien, Extremadura oder den Kanarischen Inseln erklärbar68.

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Da die meisten europäischen Länder sich im Zuge des 19. Jahrhunderts mit den gleichen oder ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert sahen, stellt sich die berechtigte Frage, wieso Spanien erst um 1900 das gleiche Alphabetisierungsniveau wie England Mitte des 18. oder wie Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht; oder warum die spanische Alphabetisierungsquote erst gegen 1970 an das Niveau der Preußen und der Schweden Mitte des 19. Jahrhunderts heranreicht69.

Vonseiten der spanischen Forschung gibt es seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mehrere Arbeiten, die die Gründe für solch eine Disproportion untersuchen und somit auf diese Frage eine Antwort zu geben versuchen70. Ihnen ist zu entnehmen, dass der spanische Rückstand auf unterschiedliche, nicht von einander trennbare soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Faktoren fußt. Schon die Unterdrückung des Erasmismus und die für die spanische Gegenreformation charakteristische ikonographische und schriftfeindliche Form der Kommunikation verlangsamen – wenn nicht sogar behindern – die Verbreitung und Verinnerlichung der Kultur des geschriebenen Wortes, die in anderen Ländern stattfindet. Aus diesen Faktoren summiert sich das Fehlen koordinierter und wirklich realisierbarer Maßnahmen, was den Aufbau eines Schulsystems seitens der Kirche und des Staates anbelangt.

Die rückständige Lage in Spanien des 19. Jahrhunderts hinsichtlich anderer europäischer und später amerikanischer Länder oder Gebiete, hatte im Laufe der Geschichte nicht permanent das gleiche Ausmaß zu verzeichnen. Die Zahl der Lesekundigen variierte fortwährend, je nach politischer und wirtschaftlicher Lage.

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In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist obendrein ein Rückgang bezüglich der Entwicklung des 18. Jahrhunderts zu verzeichnen. Der Unabhängigkeitskrieg (1808-1814), die Rückkehr zum Absolutismus, die Wiedereinführung der Inquisition während des Königreiches Fernandos VII. (1814-1833) und die Folgen der ersten Etappe der d e samortización (1836) drosselten deutlich jeden Fortschritt im Bildungsbereich71.

Der zweite Anstoß der liberalen politischen Kräfte – nach dem erfolglosen ersten Versuch des Liberalen Trienniums (1821-1832) – zwischen den Jahren 1840 und 1860, mit dem Ziel, ein nationales Schulsystem aufzubauen, konnte nicht verhindern, dass im Jahre 1860 noch drei Viertel der Gesamtbevölkerung und 86% der Frauen lese- und schreibunkundig waren. Diese Analphabetenrate nimmt zwischen 1860 und 1900 konstant ab, aber die Geschwindigkeit dieses Prozesses ist im Vergleich mit den besagten Gebieten dennoch auffällig langsam und deutet auf die unzureichenden Bemühungen der spanischen bürgerlichen Gesellschaft hin, Bildungswege für alle Schichten der Bevölkerung zu eröffnen. Der Staat überlässt den Kommunen die Finanzierung der Gründung und Ausstattung, sowie die Unterhaltskosten für die Volksschulen und finanziert stattdessen Sekundär- und Hochschulwesen, auf die ohnehin nur die privilegierten Schichten Zugang haben.

Die Bildungsfrage, die einen der wichtigsten Gründe für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Rückständigkeit des Landes darstellt, wird am Ende des Jahrhunderts von der Bewegung des Regeneracionismo, die das Land wiederaufzurichten versucht, als erstrangig eingestuft. Die intellektuellen Führer der Bewegung, wie z.B. Joaquín Costa72, Macías Picavea73, Lucas Mallada74, Damián Isern75 u.a. machen den Analphabetismus oder das überaus niedrige Bildungsniveau der Bevölkerung für das nach der Restauration (1874-1902) etablierte, korrupte politische System des caciquismo und dessen methodischer Wahlbetrug76, ebenso wie auch für die wirtschaftliche und moralische Unterentwicklung des Landes verantwortlich. Sie fertigen Pläne an, die sie in die Praxis umzusetzen versuchen, aber mit deren Ergebnissen erst im 20. Jh. zu rechnen ist77.

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Für das moderado Bürgertum und für die Oligarchien, die das Land bis zur Revolution von 1868 regieren, stellt die Bildungsfrage kein wesentliches Problem dar. Das Universalwahlrecht und die damit verbundenen Rechte und Pflichten der Bürger, die in einer liberalen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zumindest Lesen und Schreiben vorsehen, kommt für sie nicht in Frage, denn Grundlage ihres politischen Systems bleibt das auf Besitztum und auf andere soziale Privilegien basierende Zensuswahlrecht.

Die Bewegung der Regeneracionistas, die ein universales – männliches – Wahlrecht begehrt, entwickelt ein neues Verständnis für die Bildung und fördert neue Ansätze, um den von ihnen als Problem eingestuften Rückstand zu korrigieren. Lesen und Schreiben werden als eine Notwendigkeit in einer modernen Gesellschaft und als Recht aller Bürger und Bürgerinnen anerkannt. Die Umsetzung der Pläne der Regen e racionistas erweist sich als sehr schwierig, denn sie stoßen auf viel Unverständnis innerhalb aller Schichten der Gesellschaft. Die Realität, mit der sich z.B. der Autor Luis Bello noch Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts konfrontiert sieht und die er in seinem Werk Viaje por las Escuelas de España (Reise durch die spanischen Schulen) von 1929 beschreibt, bleibt in der Regel trotz aller erreichten Verbesserungen im Ergebnis trostlos. In vielen Kommunen seien selbst die Bürgermeister Analphabeten und in anderen erkenne die Obrigkeit keine Notwendigkeit an, etwas für die Bildung der unteren Schichten zu unternehmen. Von daher stammt die traurige Behauptung des Ratsschreibers aus dem Dorf Pontones «hier braucht keiner Lesen und Schreiben lernen, außer meinem Sohn und der Sohn des Herrn Bürgermeisters 78

Ebenso trostlos sieht der Bericht des Ministers Romanones am Anfang des Jahrhunderts aus:

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«Es gibt Schulen in Gebäuden, die [gleichzeitig] auch Krankenhäuser, Friedhöfe, Schlachthöfe oder Stallungen beherbergen. Es gibt Schulräume, die als Eingang zum Friedhof dienen und die Leichen werden vor der Beerdigung, während das letzte Responsorium gesungen wird, auf dem Tisch des Lehrers aufbewahrt. Es gibt Schulen, in denen die armen Jungen und Mädchen nicht herein können, so lange die Tiere nicht auf die Weide getrieben worden sind; es gibt Schulen, die so klein sind, dass, sobald es etwas wärmer wird, die Kinder aus Luftmangel ohnmächtig werden; es gibt Schulen, in denen Mist gelagert wird, und dazu sagt noch irgendein Machthaber: «Die Kinder hätten es im Winter umso wärmer». Der Inspektor eines katalanischen Gebietes zeigte einen Bezirk an, in dem er eine Schule vorfand, welche ihre Räume mit dem Gefängnis teilen musste, eine andere, deren Räume zwischen einem Tanzsaal und einem Café untergebracht waren und noch eine, deren einziges Fenster zum Friedhof blickte. Ein anderer Inspektor sprach von einem Schulraum, der auch zum Einsperren der Stiere gebraucht wurde, wenn eine corr i da im Dorf stattfand.

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(…) In 90 Prozent der Fälle ist die Schule das heruntergekommenste Haus im Dorfe. Noch schlimmer ist es, dass die Vermieter von den Ferien profitieren, um ihre Gebäude zu besetzen und dann kann die Schule nicht wieder eröffnet werden, weil niemand Räume für diesen Zweck vermieten möchte. (…) In anderen Fällen, dort, wo entweder private oder staatliche Initiativen dafür gesorgt hatten, dass eine Schule gebaut wurde, ist auch alle Mühe vergebens gewesen, denn die Verpflichtung der Gemeinde, sie zu unterhalten, ist nicht eingehalten worden. (…) Weiterhin werden die Schulgebäude für andere Zwecke entfremdet. In Orcera zum Beispiel befinden sich im Schulgebäude im Parterre ein Casino, im ersten Stock das Katasteramt und auf dem Dachboden die Schule. In La Carlota, in dem wunderbaren von Karl III. gebauten Bauwerk, ist das Casino untergebracht, weil dieses für den größten und besten Teil des Gebäudes täglich zwei reales Miete zahlt, die Schule dagegen ist in den ehemaligen Stallungen untergebracht 79

Die Zahl der Schulen wuchs im Laufe des Jahrhunderts kontinuierlich, im Jahre 1830 zählte man 12 719 Schulen im Lande80, 1855 waren es schon 20 743 geworden. Dieses Wachstum erhöhte die Summe der lese- und schreibkundigen Menschen, vor allem aber der Männer. Im Jahre 1841 gab es ca. 1 290 257 Spanier, die lesen und schreiben konnten, hingegen waren es 1860 schon 3 129 92181. Obwohl in den fünfziger Jahren wichtige Gesetze zur Förderung der schulischen Bildung erlassen werden, verlangsamt sich jetzt der Rhythmus der Schulgründungen den vorausgegangenen Jahren, so dass angesichts des starken Bevölkerungswachstums die erhöhte Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Zwischen 1850 und 1900 werden insgesamt nur 12 006 Schulen eröffnet82. Diese Entwicklung erfolgt weder geographisch noch hinsichtlich der gesellschaftlichen Schichten gleichmäßig, die Mittelschicht und die städtischen Gebiete werden deutlich privilegiert. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder wächst, das Interesse der Politik an der Bildung für die Bevölkerung auch, aber die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel reichen nicht aus, um eine stabile Infrastruktur zu bilden.

Im Jahre 1930, respektive 73 Jahre, nach dem Inkrafttreten des Moyano-Gesetzes83, wird in dem Anuario Estadístico angegeben, dass in Spanien, dem genannten Gesetz Folge leistend, seit 1857 insgesamt 39 989 Schulen gegründet worden seien und dass noch 23 435 weitere Schulen benötigt würden, das heißt, dass zu dieser Zeit annährend die Hälfte des Bedarfes immer noch nicht gedeckt war.

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Der Weg zur geschriebenen Kultur der spanischen Bevölkerung wurde viel langsamer als in den fortschrittlicheren Ländern Europas beschritten, aber die Entwicklung war unaufhaltsam und musste früher oder später zum Erfolg führen.

I.2.1  Alphabetisierungspolitik und Sprachgemeinschaften

Der Alphabetisierungsprozess des 19. Jahrhunderts kann nicht behandelt werden, ohne die Vielfalt der Sprachen der Iberischen Halbinsel zu berücksichtigen84, denn diese stellen eine besondere Problematik dar.

In Spanien entwickelten sich, abhängig von geo-politischen und geschichtlichen Faktoren, mehrere Sprachen85 aus dem Lateinischen; das Baskische86 ist die einzige überlebende vorromanische Sprache. Im Zuge der Reconquista (722-1492), des Wiedereroberungskrieges gegen die Mauren, wurden nicht nur die spanischen Königreiche, unter denen das Königreich Kastilien die Obermacht behielt und diese im Laufe der Jahrhunderte ausbaute, sondern auch ihre Sprachen gebildet. Nach und nach expandierte so auch das Kastilische im ganzen Land und verdrängte die anderen autochthonen Sprachen.

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Die Schaffung der modernen Nationen, der nationalen Einheit und Identität nach dem französischen revolutionären Modell stößt in Spanien im 19., aber auch im 20. Jh., auf den Widerstand der Bevölkerung der alten Königreiche, die sich dem zentralistischen System nicht vollständig unterwerfen wollen, allen voran Katalonien, das Baskenland und Navarra, die ihre durch Privilegien und Fueros geschützte Art des Föderalismus beibehalten hatten und weiter beibehalten wollten. Das Drängen der liberalen bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts nach der Konstituierung eines zentralistischen Staates, der eine einzige politische, wirtschaftliche und sprachliche Gemeinschaft bilden sollte, führt – mittels ihrer Alphabetisierungskampagnen und ihres Aufbaus eines zentralistischen Schulsystems – einerseits zur Verdrängung der katalanischen, baskischen und galizischen Sprachen, sowie aller Dialekte, andererseits zur Geburt oder Wiedergeburt der regionalistischen und nationalistischen Bewegungen, die gegen den Verlust ihrer Identität kämpfen und damit zur Wiederbelebung der eben besagten Sprachen.

In Galizien87 und dem Baskenland88 waren Adel und Bürgertum eine starke hispanisierende Kraft, da Spanisch die Sprache der Obrigkeit war, die hiesige Sprache wurde von den unteren Schichten vor allem in den ländlichen Gebieten gebraucht. In Katalonien hatte sich die Lage in eine andere Richtung entwickelt, so dass das Katalanische im 19. Jh. auch vom Bürgertum, der Kirche und zum Teil von der Verwaltung benutzt wurde89. So entsteht in vielen Regionen Spaniens eine Situation der Diglosie, ein großer Teil der Gesellschaft kommuniziert in der Landessprache, während die Obrigkeit das Spanische in allen Bereichen der Macht, wie Bildung, Justiz, Verwaltung, Militär, Kirche usw. benutzt. Die mangelhafte Entwicklung einer geschriebenen Kultur und Literatur, die Beschränkung auf eine fast ausschließlich mündliche Kultur, verringert jedoch stetig den Status der Landessprachen.

Das ganze Schulsystem wird von Anbeginn nach den Normen der Königlichen Sprachakademie in spanischer Sprache organisiert. Die spanischen Liberalen, aber auch der absolutistische König Fernando VII., der 1825 den Gebrauch der katalanischen Sprache in den Schulen verbot90, waren von der Errichtung eines kulturellen und politischen zentralistischen Staates überzeugt.

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Die Anderssprachigkeit der Bevölkerung hemmt zusätzlich den Alphabetisierungsprozess; dabei spielen die Frauen, die zum größten Teil analphabetisch sind, eine nicht geringe Rolle. Die Frau des 19. Jahrhunderts gilt als Garant der Tradition. Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe als erste Erzieherin ihrer Nachkommenschaft trägt sie zum weiteren Fortbestand ihrer eigenen Kultur bei; sie erzieht ihre Kinder nicht in einer Sprache, die sie selbst nicht beherrscht oder vielleicht gar nicht kennt, infolgedessen werden viele Kinder der unteren Schichten, überwiegend auf dem Land, in einer für sie unbekannten Sprache alphabetisiert, die in ihrem familiären Alltag nicht gebraucht wird91. Vorausgesetzt, dass die Schulausbildung die Fähigkeit des Lesens und Schreibens gefestigt hat, erfolgt mit wenigen Ausnahmen jede weitere Lektüre in spanischer Sprache, wenn sie aber nicht ausreichend gewesen ist, um diese Befähigung zu entwickeln, werden die anderssprachigen Kinder auf jeden Fall wieder zu Analphabeten. Die Kirche versucht zum Teil, diese negative Entwicklung zu verhindern und fördert, wenn auch nicht sehr deutlich, die Herausgabe von Gebets- und Andachtsbüchern, die primäre Lesestoffe der Frauen sind, in autochthoner Sprache92.

Beeinflusst von der Romantik, aber auch von den politischen Gegebenheiten, erwachen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soziokulturell und politisch nationalistisch orientierte Bewegungen, welche den übrigen Landessprachen einen neuen Status durch deren Normierung und durch die Schaffung einer Literatur zur verleihen versuchen, um ihrem Rückgang Einhalt zu gebieten. In Katalonien wird vor allem ab 1859 die Bewegung Renaixenca (Wiederauferstehung) für einen deutlichen Aufschwung sorgen. Der galizische Rexurdimento (Wiederauferstehung) formiert sich um 1863. Die Renaissance der baskischen Sprache beginnt am Ende des Jahrhunderts und konsolidiert sich, als der Vater des baskischen Nationalismus Sabino Arana, im Jahre 1893 die Zeitschrift Euskadi und die Zeitung Bizkaitarra gründet93.

Interessant ist, dass auf der einen Seite die Alphabetisierung der nicht spanisch sprechenden Bevölkerung auf Spanisch erfolgt und dies zum Rückgang der Landessprachen führt, auf der anderen Seite jedoch eine potentielle Leserschaft, die zur Normierung und Verbreitung der eigenen Sprachen beiträgt, schafft und somit die baskische, katalanische und galizische, geschriebene Kultur vorantreibt.

I.2.2 Bildungsmaßnahmen für Erwachsene

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Um die extrem hohe Zahl der Analphabeten zu reduzieren, versuchen die liberalen Regierungen, den Menschen, die nicht mehr im Schulalter sind, einen zweiten Bildungsweg anzubieten94. Aber wenn schon das Schulsystem große Defizite zeigte, ist nicht verwunderlich, dass die Erwachsenenbildung noch mehr Mängel aufzuweisen hatte. In der Regel handelt es sich dabei nicht um spezifisch im Schulsystem integrierte Institutionen, sondern um Unterrichtsstunden, die in den Räumen der Volksschulen abends während der Wintermonate stattfinden. Bei den meisten Schülern und Schülerinnen handelt es sich um Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen als Kind entweder keine oder nur eine lückenhafte Schulausbildung genossen hatten. Diese Stunden werden von den gleichen Lehrern erteilt, die tagsüber die Kinder erziehen und über keine für die Erwachsenenbildung spezifischen pädagogischen Kenntnisse verfügen. Lehrmethoden, Bücher und andere Materialien – wenn überhaupt vorhanden – sind normalerweise die gleichen, die von den Kindern benutzt werden. Die Förderer dieses Bildungsweges hatten ihn als mehrere, sich aufeinander aufbauende Bildungsstufen konzipiert, die Gesamtheit der zu vermittelnden Kenntnisse sollte der Grundschulausbildung entsprechen, aber leider begnügte man sich in der Praxis meistens mit der Vermittlung von Alphabetisierungsgrundlagen. Diese Meinung vertraten z.B. im Jahre 1855 Antonio Gil de Zárate95 und 1915 Manuel Cossio96. Unter solchen Voraussetzungen wird ein erfolgreiches pädagogisches Angebot unmöglich gemacht, aufseiten der Bevölkerung besteht allerdings eine rege Nachfrage; im Jahre 1860 besuchen trotz dieser Umstände ca. 30 000 männliche Schüler eine öffentliche Erwachsenenschule, im Jahre 1870 sind es ca. 52 000 und im Jahre 1890 zählt man 36 765 Schüler97.

Die meisten Erwachsenenbildungsangebote für Frauen beschränken sich auf Sonntagsschulen und werden nicht von öffentlicher Hand gefördert. Die Unterrichtsstunden, die der religiösen und ideologischen Unterweisung den Vorrang gegenüber der Alphabetisierung oder anderen Fächern geben, werden aufgrund der Arbeitsverhältnisse sonntags abgehalten. Statt die Mädchen und Frauen in Lesen, Schreiben oder in Rechnen zu unterrichten, lehrt man sie Handarbeit, Hausarbeit oder Hauswirtschaft u.Ä., ihnen werden vor allem Werte wie Gehorsam, Treue und Dienstbereitschaft eingetrichtert.

Im Ganzen betrachtet, erweist sich das Modell der Erwachsenenbildung, als Antwort auf die hohe Analphabetenrate im gesamten Land, als ineffizient, die zur Verfügung stehenden Mittel als unzureichend und die Methoden als ungeeignet. Es handelt sich dabei eher um eine formale Maßnahme, Teil eines liberalen Bildungsprojektes, die europäische Modelle nachahmen sollte, als um eine Chance, das große Problem des Bildungsmangels der Spanier zu lösen.

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Ein dritter Weg zur Alphabetisierung, der parallel zu den vom Staat organisierten Verfahrensweisen – Volksschule für Kinder und Abend- oder Sonntagsschule für Erwachsene – verläuft, wurde von verschiedenen politischen, kirchlichen, kleinbürgerlichen und philanthropischen Kräften eingeschlagen. Größtenteils versuchten sie aber nicht von vornherein, die Defizite des staatlichen Schulsystems auszugleichen, sondern sie konzentrierten sich vielmehr auf eine ideologische Erziehung der niederen Schichten der Bevölkerung und der Industrie- und Landarbeiter.

Charakteristisch für die Erwachsenenbildung sind immer die starken ideologischen Interessen seitens des Staates oder der privaten Initiativen, die sie fördern. Seit den vierziger Jahren beginnen die fortschrittlichen Strömungen des Bürgertums – einschließlich der ersten spanischen utopischen Sozialisten –, einige Bildungsmaßnahmen ins Leben zu rufen. Da viele dieser ideologisierenden Kräfte feststellen müssen, dass die Verbreitung von Ideen unter Menschen, die nicht ein Minimum an Allgemeinwissen besitzen, stark erschwert wird, versuchen sie, ihre potenziellen Anhänger zu alphabetisieren und zu schulen, aber diese Bildung wird mehr als ein Mittel zu einer bestimmten Mentalitätsformung, denn als Mittel zum primären Zweck verstanden. Durch das Lesen bezweckt man, je nach Gesinnung, die revolutionäre, religiöse oder bürgerliche Gestaltung des Individuums. So werden beispielsweise in Kulturkreisen und -gesellschaften Unterrichtstunden für Arbeiter angeboten oder Handwerkerschulen eröffnet; ferner werden Abende für Künstler, Handwerker, Tagelöhner und Bauern mit Unterstützung Intellektueller organisiert.

Später, ab den sechziger Jahren, werden von Arbeitern initiierte und an Arbeiter gerichtete Bildungsorganisationen ins Leben gerufen, wie zum Beispiel der 1861 in Barcelona gegründete Ateneo Catalán de la Clase Obrera (Katalanische Kulturverein der Arbeiterklasse); diesem werden gleichnamige Vereine in vielen kleinen Städten folgen. Solche Ateneos dienten als Modell für die späteren Bildungszentren kommunistischer, republikanischer und anarchistischer Bewegungen98. Auch die Erste Internationale nimmt das Thema der Bildung der Arbeiterklassen ernst, schafft es aber nicht, über theoretische Auslegungen hinaus zu gehen. All diese aus revolutionären Strömungen entstandenen Institutionen sehen sich der Repression der Restauration ausgesetzt und müssen häufig im Untergrund arbeiten. Die literalisierten Mitglieder der Organisationen übernehmen die Aufgabe, andere zu alphabetisieren, und das sogar in den Gefängnissen99.

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Um das starke Aufbrechen der revolutionären sozialen Strömungen zu bremsen, werden bürgerliche, konservative und katholische Gruppierungen ihrerseits Kulturanstalten für Arbeiter und für die Volkschichten im Allgemeinen gründen und fördern, wie zum Beispiel die Círculos Obreros Católicos (Katholische Arbeiterkreise) oder die Escuelas de Artes y Oficios (Berufsschulen für Handwerker und Künstler)100. Nach der Enzyklika R e rum Novarum (1891) vom Papst Leo XIII. werden die Bischöfe durch Hirtenbriefe versuchen, Priester und katholische Lehrer zur Gründung und Unterstützung von Erwachsenenschulen zu bewegen101.

Es ist zwar unmöglich, die Effektivität der genannten Bildungsmaßnahmen in Zahlen umzusetzen, sicher ist jedoch, dass ihr Beitrag zur Alphabetisierung gering blieb102, entweder aufgrund nicht ausreichender finanzieller und infrastruktureller Mittel oder infolge der politischen Konstellationen, die ein Aufblühen verhinderten.

I.3 Die Funktion der Bibliotheken bei der Verbreitung des Lesens

Mitte des 19. Jahrhunderts erscheint im englischen Sprachraum eine neue Art der Bibliothek, die ihre Aufgabe darin sieht, den Bedarf aller ihrer Bürger an Lesestoffen zu decken; sie werden in den fortschrittlichen europäischen Ländern großen Anklang finden, jedoch nicht in Spanien. Die öffentlichen Bibliotheken werden hier nicht mit dem Ziel, die Bürger beim Erringen der Lesefähigkeit zu unterstützen, gegründet, sondern um Orte zu schaffen, in denen die aufgrund der ab 1835 durchgeführten Säkularisierung der kirchlichen Institutionen angesammelten Buchbestände untergebracht und aufbewahrt werden können103.

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Wie es schon hinsichtlich der Bildungspolitik geschehen war, erleben die Bibliotheken ihren Aufschwung erst, als politische, religiöse und kulturelle private Initiativen in eigener Regie solche Institutionen gründen. Der Staat erlässt im Laufe des Jahrhunderts eine Reihe von Gesetzen, Dekreten usw.104, die die Errichtung und die entsprechende Unterhaltung von öffentlichen Bibliotheken vorsehen, aber auch in dieser Hinsicht zeigt er die gleiche Schwäche und Willenlosigkeit, die er bereits beim Aufbau eines allgemeinen Bildungssystems für Kinder und Erwachsene bewiesen hat.

Die vom Staat getragenen Bibliotheken sind ein Teil des Vorhabens der verschiedenen Regierungen in der isabelinischen Zeit (1833-1868), das Land in seiner kulturellen und intellektuellen Entwicklung zu fördern. Nach der Säkularisierung wurden die Hauptstädte einiger Provinzen mit der Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek versehen, um die beschlagnahmten Bestände aufzubewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Viele dieser Bibliotheken wurden, da kein anderes Gebäude zur Verfügung stand, in öffentlichen Sekundär-105 und Hochschulbildungsanstalten untergebracht106, was dem Leser, vor allem dem aus den neuen Leserschaften, den Zugang erheblich erschwerte. Ferner waren die angebotenen Lesestoffe für das allgemeine Publikum vollkommen uninteressant. Im Laufe des Jahrhunderts bekommt jede Provinz in ihrer Hauptstadt eine öffentliche Bibliothek, welche die Aufgaben einer Landesbibliothek übernimmt, ihre Funktion reduziert sich jedoch auf die Aufbewahrung alter Bestände und darauf, der Nachfrage eines gebildeten Publikums Folge zu leisten. Weder sie noch die Madrider Nationalbibliothek oder die Spezialbibliotheken werden bei der Verbreitung und Festigung der Lesekompetenz in der Bevölkerung eine Rolle spielen, sie bleiben trotz ihrer Öffentlichkeit einer elitären, gebildeten Leserschaft vorbehalten. Die sich seit der zweiten Hälfte des Jahrhunderts neu bildenden Lesergruppen, wie Frauen, Kleinbürgertum oder Volksschichten, denen der Zugang nicht verwehrt wird107, finden in solchen Bibliotheken jedoch kein attraktives Angebot an Lektüre, die sie bevorzugen, respektive unterhaltende oder populärwissenschaftliche Werke.

I.3.1  Die Bibliotecas Populares

Die Geschichte der spanischen bibliotecas populares 108  beginnt eigentlich mit einem Misserfolg. Während des Revolutionären Sexenniums (1868-1874) wollte man über die Bildung neue, freie Bürger schaffen. Der damalige Entwicklungsminister Ruiz Zorrilla versuchte per Dekret109, in jeder Gemeinde Spaniens mit mehr als 500 Einwohnern, die Gründung einer Volksbücherei zu erzwingen. Diese sollte, wenn möglich, innerhalb der Räume der Schule Platz finden; jede neu gebaute Schule sollte inklusive eines Raumes für eine öffentliche Bibliothek konzipiert werden und in den Gemeinden, in denen schon eine Schule existierte, sollte sie in dieser oder in anderen Räumlichkeiten, wie z.B. dem Rathaus, eröffnet werden. Auch wenn sie in der Regel in Schulräumen untergebracht wurden, handelte es sich dabei nicht um Schulbibliotheken, sondern um Einrichtungen, in denen den Erwachsenen – insbesondere aus den unteren Schichten der Gesellschaft – eine Ergänzung zur Grundschulbildung oder Alphabetisierungsmaßnahmen angeboten wurde.

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Aber wie bei so vielen anderen Initiativen der spanischen Regierungen dieser Zeit in puncto Bildung, existiert auch hier eine unüberwindbare Kluft zwischen der Planung eines Projekts und deren Durchführung. Die bibliotecas populares mussten von dem Entwicklungsministerium und den Gemeinden zusammengetragen werden, aber letztere mussten zuerst einen Antrag auf die Genehmigung einer Bibliothek stellen. Anfangs war die Nachfrage vonseiten der Kommunen groß und das Ministerium, das nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügte, um diese zu befriedigen, bewilligte nicht jeden Antrag110.

Die Regierung teilte den Gemeinden einen Grundstock von ca. 160 kleinen Bänden zu – in der Regel jeweils bis zu dreißig Seiten111 – und zahlte die Portokosten, neue Büchersendungen sollten nach Bedarf folgen; die Gemeinden ihrerseits waren für die Unterhaltung der kleinen Bibliotheken zuständig, d.h. für die Pflege der Bücher und der Räume, für das Personal usw. Die Bücher umfassten praktische Grundkenntnisse in den Materien Landwirtschaft, Handwerk, Wirtschaft, Kunst, Geschichte oder Naturwissenschaft. Zwischen 1869 und 1885 wurden ca. 1 085 solcher Bibliotheken gegründet, die im Durchschnitt eine Ausstattung von je 200 Büchern besaßen112. Aufgrund ihrer Unterbringung in Schulräumen, Büros usw. hatten die Bibliotheken ungünstige Öffnungszeiten und die Auswahl der Bücher ließ zu wünschen übrig. Das Programm scheiterte schließlich an mangelnden finanziellen Mitteln und am Desinteresse der Gemeinden und Leser. In wenigen Jahren verschwanden praktisch all diese Bibliotheken, der verbleibende Rest bestand bis in das 20. Jh. hinein und durchlebte Perioden größerer oder minderer Betriebsamkeit. Die Initiative blieb, verglichen mit der Entwicklung anderer Länder, wie Frankreich oder England, überaus bescheiden. Die fortschrittlichen Kräfte des Landes, repräsentiert von Politikern und Intellektuellen, wie der schon erwähnte Ruiz Zorrilla oder José Echegaray, Felipe Picatoste113 u.a., förderten die bibliotecas populares in der Absicht, die kulturelle Weiterentwicklung ländlicher Gebiete insgesamt voranzutreiben. Trotzdem waren deren Nutzer überwiegend Einwohner der mittleren Ortschaften und weniger der kleineren.

I.3.2 Bibliotheken in Kulturkreisen und Gesellschaften 

Schon ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden in gebildeten und aufklärerischen Kreisen der Aristokratie und des Großbürgertums Vereine, Gesellschaften u.Ä., wie die Soci e dades de Amigos del País (Gesellschaft der Freunde des Landes) oder später die Ateneos und Casinos gegründet, in denen die Mitglieder ihre kulturellen und sozialen Interessen austauschen und kultivieren konnten; in der Regel verfügten diese Organisationen über eine Bibliothek. Infolge der gesellschaftlichen Demokratisierung übernehmen erstmals die Mittelschichten das Modell der Kulturvereine. Aber die Idee, solche Zentren – mit Bibliotheken versehen – auch für die niederen Schichten zu gründen, wird ebenfalls von privaten Gesellschaften verschiedener sozialer, politischer und konfessioneller Gesinnung aufgegriffen, und im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden zahlreiche solcher Büchereien kraft deren Unterstützung in städtischen Gebieten eröffnet114.

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Das kleine Angebot moderner und unterhaltender Lesestoffe, das den Besuchern öffentlicher Bibliotheken zur Verfügung steht, wird – wenn auch nicht auf spektakuläre Weise – dank der kulturellen Aktivitäten diverser politischer und sozialer Organisationen in Kulturvereinen, wie Ateneos oder Sociedades, Casinos und anderen Vereinen, die eine Bibliothek besitzen, ergänzt.

Der Madrider Verein El Fomento de las Artes (Die Kunstförderung) beispielsweise, besaß eine beachtliche Bibliothek115; er bot außerdem Bildungsmöglichkeiten, die von einigen der wichtigsten Führer der Arbeiterbewegung, wie der Anarchist Anselmo Lorenzo, zur Vervollkommnung der eigenen Bildung in Anspruch genommen wurden.

Unter den privaten Bibliotheken, die man als Volksbibliotheken bezeichnen kann – nicht nur aufgrund der sozialen Zugehörigkeit ihrer Initiatoren, sondern auch wegen deren potenzieller Nutzer – ragen die der Arbeiterparteien und -organisationen heraus. Solche Bibliotheken waren in der Regel Teil eines kulturellen und vereinigenden Konzepts mit weitgehenderen Zielen als die reine Bildung.

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Ansonsten bilden sich die Vereine rund um unterschiedliche Schwerpunkte, wie Kultur, Hygiene, Freizeit, Bildung u.Ä. Auch wenn ihre Bestände nicht sehr reichhaltig und die Zahl der Leser nicht sehr hoch waren, muss man allein ihre Gründung als bedeutsam betrachten, denn sie zeugt für ein existierendes Interesse seitens der Bevölkerung. Nur ein paar dieser Institutionen sind für die Zeit des 19. Jahrhunderts ausführlich untersucht worden und dabei sind die sehr wenigen weiblichen Kulturkreise, die vielleicht eine Bibliothek besaßen, völlig vergessen worden. Aus einer der besten und bekanntesten Arbeiten auf dem Gebiet der von privaten Initiativen getragenen Volksbüchereien – das Werk La Lectura popular en Asturias (1869-1936) (Das Lesen der Volksschichten in Asturias 1869-1936) von Ángel Mato Díaz aus dem Jahre 1991, sowie sein o.g. Artikel von 1992116 – entnimmt man zum Beispiel, dass um die Jahrhundertwende allein in der Region Asturias mehr als 200 jener kulturellen Gesellschaften aktiv sind. Die wichtigste unter ihnen, der Ateneo Obrero (Arbeiterkulturkreis) der Stadt Gijón, besitzt eine Bibliothek mit einer Sammlung von mehr als 10 000 Bänden. Dies bleibt sogar auf nationaler Ebene eine außergewöhnliche Ausnahme. Die privaten Bibliotheken betreffend zeigt nicht das ganze Land so viel Tatkraft wie Asturias, sie und Katalonien sind die aktivsten Regionen.

Die meisten dieser Vereinigungen ermöglichen die Ausleihe der Werke außerhalb ihrer Institution, in einigen Fällen wird sogar das Lesen in den eigenen privaten Räumen privilegiert; die wenigen bis heute erhaltenen Ausleihregister bestätigen diese Praxis117. Die Bestände werden bis Ende des Jahrhunderts für das kollektive Lesen benutzt und dienen so als Multiplikatoren der Lektüre. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts hinein organisieren viele, vor allem politisch orientierte Kulturkreise, öffentliche Vorlesestunden. Die gebildeten Mitglieder lesen vor, danach werden die Texte kommentiert und diskutiert.

I.3.3 Lesekabinette und Leihbibliotheken von Verlegern und Buchhändlern

Lesekabinette und Leihbibliotheken finden in Spanien nicht denselben Anklang wie in anderen westlichen Ländern. Trotzdem entstehen in Anlehnung an die ausländischen Modelle vor allem in den großen Städten Lesekabinette118. Diese sind in der Regel mit einer Bücherei oder einem Zeitungsverlag verbunden und werden obendrein für Werbezwecke herangezogen. Presseerzeugnisse werden nicht nur dort, sondern auch in Cafés und überdies auf der Straße zum Mieten angeboten119, man liest sie an Ort und Stelle oder sendet einen Boten, der sie abholt, in diesem Fall wird eine Kaution hinterlegt. Einige Buchhändler rufen Leihbüchereien ins Leben, diesen gelingt es ebenso wenig wie den Lesekabinetten, sich in Spanien zu etablieren und ihre Funktion wird von den Bibliotheken privater Gesellschaften und Kulturkreise wahrgenommen.

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Als die Kosten der Herstellungsverfahren sinken und dadurch die Publikationen billiger werden, verschwinden allmählich diese Dienstleistungen, auch wenn Anfang des 20. Jahrhunderts Antiquariatsbuchhändler oder Trödler immer noch Bücher an mittellose Studenten vermieten, wie die Schriftsteller Pío Baroja oder Arturo Barea in ihren Werken selbst bezeugen120.


Fußnoten und Endnoten

4 

Übersetzungen historischer Begriffe oder Publikationstitel und -untertitel, die – unserer Meinung nach – zum besseren Verständnis des Textes beitragen, werden in runden Klammern, gegebenenfalls in Winkelklammern, gesetzt.

Die Übersetzungen der geschichtlichen Terminologie stammen aus dem Werk Schmidt, Peer (Hrsg.): Kleine G e schichte Spaniens. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2004.

5  Bei der Veröffentlichung des ersten Buches dieser Reihe stellt die Stiftung ihre Absichten folgendermaßen dar: «Die Stiftung Germán Sánchez Ruipérez erfüllt mit der Publikation der Reihe Bibliothek des Buches eines ihrer Satzungsziele; nämlich die Forschung, das Studium und die Anwendung der modernen Produktions- und Vertriebstechniken des Buches zu fördern und zu unterstützen, ebenso, wie das Lesen anzuregen und zu steigern, indem den Forschungsbeiträgen und Studien kulturellen Charakters durch deren Veröffentlichung und Verbreitung Förderung angediehen lassen wird.» Lázaro Carreter, Fernando (Hrsg.): La cultura del libro. 2. Aufl. Madrid: Ediciones Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1988. S. 412.

6  Siehe Escolar Sobrino, Hipólito: Historia del libro. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1984. S. 556.

7  Siehe Anhang B

8  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización de las técnicas. In: V. Infantes, F. López, J-F. Botrel. (Hrsg.): Historia de la edición y de la lectura en España 1472-1914. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 2003. S. 545.

9  Ebenda S. 545.

10 

Es gibt keine Quellen – zumindest keine erschlossenen –, die konkret und definitiv Angaben über die Einfuhr und Arbeit importierter Pressen ermöglichen. So muss sich auch Pilar Vélez in ihrem Artikel, auf den sich dieses Kapitel unserer Arbeit gründet, auf die unpräzisen Angaben von Eudald Canibell verlassen. Canibell war eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der spanischen graphischen Künste des 19. Jahrhunderts und er war 1898 Gründungsmitglied des Katalanischen Instituts für Buchkünste Instituto Catalán de las Artes del Libro; seine Abhandlungen über jene Zeit dienen als wichtige Informationsquelle über Entwicklung und Mechanisierung des Druckwesens in Spanien. Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 546.

Im Unterschied zu Canibell und Vélez macht Botrel folgende Angaben: 1847 rühmt sich die Druckereigesellschaft «El Norte de la Imprenta», eine der modernsten Dampfmaschinen der Welt zu besitzen; 1852 behauptet der Drucker Antonio Serra y Olivares in seinem Werk Manual de tipografía española, es gebe im spanischen Buchdruckwesen noch keine mit Dampf betriebene Maschine; die Offizine der Zeitung Diario de Barcelona soll jedoch seit 1851 mit Dampfmaschinen arbeiten. Siehe Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura en la España del siglo XIX. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1993. S. 220 f.

Als Informationsquellen über die Entwicklung der Techniken dienen die von den Firmen herausgegebenen Werbeblätter oder Anzeigen in Fachzeitschriften, wie El arte de la imprenta (Die Kunst des Druckes) oder R e vista gráfica Letztere wurde von 1900 bis 1928 vom Instituto Catalán de las Artes del Libro herausgegeben und stellt heute, was die graphischen Künste am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts betrifft, eine grundsätzliche Informationsquelle dar. Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 546.

11  Ebenda S. 546.

12  1902 gibt es in Spanien 35 Rotationspressen der Firma Marinoni. 1914 gibt es im ganzen Land vorerst nur 36 solcher Pressen, von denen neun mehr als 10 000 Blätter pro Stunde bewältigen, während mindestens 18 davon weniger als 6 000 Blätter pro Stunde drucken. Siehe Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 211.

13  Ein Fragezeichen nach einer Jahresangabe bedeutet, dass es - den Quellen nach – nicht feststellbar ist, ob die Angabe richtig ist. Ein Leerzeichen statt einer Jahresangabe bedeutet, dass diese unbekannt ist.

14  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 550 f.; Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 249 f.; über das Thema siehe weiter Alonso, Cecilio: El auge de la prensa periódica. In: V. Infantes, F. López, J.-F. Botrel. (Hrsg.): Historia de la edición y de la lectura en España 1472-1914. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 2003. S. 559-570.

15  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 546 f.

16  Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed. cit. S. 212.

17  Ebenda S. 212 f.

18  Siehe Seite 241 dieser Arbeit.

19  Siehe beispielsweise García Oliveros, Antonio: La imprenta en Oviedo. Notas para su historia. Oviedo: Diputación de Asturias. Instituto de Estudios Asturianos. 1956.

20  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed. cit. S. 547.

21  Ebenda S. 547.

22  Ebenda S. 547.

23  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: El “Gótico Incunable Canibell”. In: Barcelona Metrópolis Mediterránea. 16. 1990. S. 110-112.

24  Linden, Fons van der: DuMont’s Handbuch der grafischen Techniken. Köln: DuMont Buchverlag. 3. Aufl. 1990. S.19 f.

25  Siehe Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 185.

26  Siehe Escolar Sobrino, Hipólito: Historia del libro… ed.cit. S. 557.

27  Siehe Artigas Sánz, María del Carmen: El libro romántico en España. Bd I. Madrid: CSIC. 1953. S. 61.

28  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 548.

29  Siehe Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 185.

30  Denn am 19-V-1846 versammeln sich die Herren Grimaud, Barrio und Odriozola, um eine Gesellschaft zu gründen und die Fabrikation von endlosem Papier weiter zu führen. Ebendaed.cit. S.186 f.

31  Erst 1918 werden aus der nationalen Produktion vier Fünftel des Bedarfs gedeckt. Ebenda S. 195.

32  Ebenda S. 196.

33  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S. 548.

34  Über das Thema der Illustration im spanischen Druckwesen des 19. Jahrhunderts siehe Bozal, Valeriano: La ilustració n gráfica del siglo XIX en España. Madrid: Comunicación. 1977; Gallego, Antonio: Historia del grabado en España. Madrid: Cátedra. 1979; Artigas Sanz, María del Carmen: El libro romántico en España… ed.cit.; Vélez i Vicente, Pilar: La ilustración del libro en España en los siglos XIX y XX. In: H. Escolar (Hrsg.): Historia ilustrada del libro español. La edición moderna. siglos XIX y XX. Bd III. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1996. S. 195-238; Trenc, Eliseo: Las artes gráficas de la Época Mode r nista en Cataluña. Barcelona: Gremi d’ Indústries Gràfiques. 1977; Arranz, Romà: De la manufactura a la industria gráfica. In: L’Avenç. Nr. 98. November 1986. S. 46-51; Fontbona, Francesc: La xilografia en Catalunya de 1800 a 1923. Barcelona: Biblioteca de Cataluña. 1992; Arte grafikoak eu s kadin eta katalunian / Las artes gráficas en Euskadi y Cataluña. Vitoria-Gasteiz: Eusko Jaularitza /Gobierno Vasco, Departamento de Cultura y Turismo. 1988; Subirana Rebull, Rosa María: Els orígesn de la litografía a Catalunya. Barcelona: Biblioteca de Catalunya. 1992.

35  «Der Holzstich hatte als Buchillustration eine besondere Bedeutung, da er im Hochdruckverfahren zusammen mit typographischen Texten gedruckt werden konnte. Man benötigte keine speziellen Pressen, kein besonderes Papier und keine komplizierte Drucktechnik wie beim Kupferstich.» Linden, Fons van der: DuMont’s Handbuch der graf i schen…ed.cit. S. 45.

36  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La industrialización… ed.cit. S.548; siehe ebenfalls Vélez i Vicente, Pilar: La ilustración del libro en España… ed.cit. S. 202-204.

37  Es handelt sich um Serres, Marcel de: Noticia sobre la lithografía o arte de imprimir con moldes de piedra. In: Memorias de Agricultura y Artes. 15-III-1816.

38  Allerdings benutzte er noch keinen Kalkstein, so dass das Ergebnis nicht zufriedenstellend war; March wird infolgedessen das Privileg der Einführung der Lithographie in Spanien streitig gemacht. Über die Anfänge der Lithographie in Spanien siehe die Arbeit von Subirana Rebull, Rosa María: Els orígesn de la litografía… ed.cit. Das erste in spanischer Sprache verfasste Buch, das mit Lithographien illustriert wurde, ist das 1807 in München erschienene M a nual del soldado español en Alemania (Handbuch des spanischen Soldaten in Deutschland) von dem Vizedirektor des Madrider Königlichen Naturwissenschaftlichen Kabinetts Carles de Gimbernat, der die neue Technik von einem Verwandten Senefelders gelernt hatte. Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La ilustración del libro en España… S. 198 f.

39  Siehe Vélez i Vicente, Pilar: La ilustración del libro en España… S.208. Siehe auch Siehe Fontanella, Lee, Gerardo Kurtz: Charles Clifford, fotógrafo de la España de Isabel II. Madrid: El Viso. Dirección General de Bellas Artes y Bienes Cutlurales. 1996.

40  Darüber siehe insbesondere Trenc Ballester, Eliseo: Las artes gráficas… ed.cit.

41  Carrión Gútiez, Manuel: Encuadernación española en los siglos XIX y XX. In: H. Escolar (Hrsg.): Hi s toria ilustrada del libro español. La edición moderna. siglos XIX y XX.Bd III. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1996. S. 491; über das Thema siehe außerdem folgende Arbeiten La encuadernación española: breve historia. Madrid: ANABAD. 1972; Trenc Ballester, Eliseo: Las artes gráficas… ed.cit.

42  Die sogenannte Restauration oder Wiedereinführung der Monarchie wird eigentlich in zwei Etappen aufgeteilt: die erste betrifft die Regierung vom König Alfonso XII. und die Regentschaft seiner Witwe María Cristina von 1874 bis 1902 und die zweite die Regierung von König Alfonso XIII bis zur 2. Republik, d.h. von 1902 bis 1931. Für unsere Arbeit wird nur die erste Etappe in Betracht gezogen. Siehe Anhang A.

43  Siehe Mazal, Otto: Einbandkunde. Die Geschichte des Bucheinbandes. Wiesbaden: DR. Ludwig Reichert Verlag. 1997. S. 300.

44  Siehe Durán i Sanpere, Augustí: E ditores y libreros de Barcelona (Estivill, Piferrer, Brusi, Bastinos). Barcelona: José Boch Librero. 1952.

45  Siehe Martínez Martín, Jesús: Libros y librerías. el mundo editorial madrileño del siglo XX. In: Anales del Instituto de Estudios Madrileños. XXVIII. 1990. S. 156.

46  Es handelt sich um den Boletín Bibliográfico o periódico general de todo lo que se publica en España y lo más notable del extranjero en el ramo de libros… (Bibliographisches Blatt oder allgemeine Zeitung über alles, was im Buchbereich in Spanien veröffentlicht wird und das Wichtigste aus dem Ausland…) Über das Thema siehe u.a. Botrel, Jean-François: Poder político y producción editorial; producción y difusión del libro. In: V. García de la Concha (Hrsg.): Historia de la literatura española. Siglo XIX. Bd 1. Madrid: Espasa-Calpe. 1997. S. 22-42.

47  Siehe Botrel, Jean-François: La difusión del libro. In: V. Infantes, F. López, J-F. Botrel (Hrsg.): Hist o ria de la edición y de la lectura en España 1472-1914. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 2003. S. 610.

48  Ebenda S. 610; über ausländische Buchhändler in Madrid siehe außerdem Botrel, Jean-François: Libros, pre n sa y lectura… ed.cit. S. 541-654.

49  Für weitere Angaben siehe Martínez Martín, Jesús: Libros y librerías… ed. cit.; Martínez Martín, Jesús: Libreros, editores e impresores. In: Establecimientos tradicionales madrileños. Bd I Madrid: Cámara de Comercio. 1994. S. 463-484; Botrel, Jean-françois: L a diffusion du livre en Espagne (1869-1914) Les libra i res. Madrid: Casa de Velázquez. 1988.

50  Ebenda S. 475.

51  Botrel, Jean-François: La difusión del libroed.cit. S. 610 f.

52  Ebenda S. 610 f.

53  Über die Beziehungen zwischen dem Buchhandel und der Kirche siehe Hibbs-Lissorges, Solange: Iglesia, prensa y sociedad en España (1868-1904). Alicante: Instituto de Cultura Juan Gil-Albert. Diputación de Alicante. 1995; Botrel, Jean-François: La Iglesia Católica y los medios de comunicación impresos en España de 1847 a 1917: doctrina y prácticas. In: Metodología de la historia de la prensa española. Madrid: Siglo XXI. 1982. S. 118-176.

54  Siehe das Kapitel über das Verlagshaus Hernando in Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 385-470.

55  Botrel, Jean-François: La difusión del libro… ed.cit. S. 612.

56  Ebenda S. 612.

57  Aus verschiedenen Zeitzeugnissen aus Memoiren oder fiktiven Erzählungen, sind viele Anekdoten über traumhafte Geschäfte, Betrügereien und traurige und skandalöse Fälle von Biblioklastie aus jener Zeit bekannt. Eine der wichtigsten Informationsquellen über die Entwicklung des antiquarischen Marktes ist die Autobiographie des Buchhändlers und Bibliographen Antonio Palau. Siehe Palau y Dulcet, Antonio: Memorias de un librero catalán.1867-1935. Barcelona: Librería Catalonia. 1935.  

58  Die Antiquariatshändler fangen an, Kataloge herauszugeben, darunter beispielsweise der Katalog Carlos Batlers oder der überaus wichtige – wenn auch ab 1923 erschienen– Manual del librero hispano-americano (Handbuch des hispanoamerikanischen Buchhändlers) von antonio Palau, der jahrzehntelang als retrospektive Nationalbibliographie Spaniens fungierte. Siehe Palau y Dulcet, Antonio: Manual del librero hispano-americano: inventario bibliográfico de la producción científica y literaria de España y de la América Latina desde la invención de la imprenta hasta nuestros días: con el valor comercial de todos los artículos descritos. Barcelona: Librería Anticuaria. 1923-1927.

59  Botrel, Jean-François: La difusión del libroed.cit. S. 612 f.

60  Botrel Jean-François: Libros, prensa y lectura… ed.cit. S. 272

61  Siehe ebenda S.263-268.

62  Botrel, Jean-François: La difusión del Libroed.cit. S. 614.

63  Siehe Botrel, Jean-François: L’exportation des livres et des modèles éditoriaux français en Espagne et en Amérique Latine (1814-1914). In : J. Michon, J.-Y. Mollier (Hrsg.): Les mutations du livre dans le monde du XVIII e  siecle à l’an 2000. Saint-Nicolas. Paris: Les Presses de L’Université Laval. L’Hartmattan. 2000. S. 219-240.

64  Das Thema der Mädchenbildung wird ausführlich im Kapitel «Bildung und Erziehung der Frau im 19. Jh.» dieser Arbeit behandelt. Siehe Seite 52.

65  Das Thema Bildung ist in Spanien unter verschiedenen Gesichtspunkten und auf verschiedenen Ebenen ausreichend untersucht worden. Einige wichtige Arbeiten, die auch das 19. Jh. Betreffen, sind beispielsweise: Delgado, Buenaventura (Hrsg.): Historia de la educación en España y América. Bd III. Madrid: Ediciones S.M. Morata. 1992-1994; Escolano, Agustín (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid. Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. Aymes, Jean-René, Ève-Maire Fell und Jean-Louis Guereña (Hrsg.): L’enseignement pr i maire en Espagne et en Amérique Latine du XVIII e  siècle a nous jours. Politiques éducatives et réalités scolaires. Tours: Publications de L’Université de Tours. 1986; De l’alphabétisation aux circuits du livre en Espagne XVI-XIX é siècles. Paris: CNRS. 1987; Clases populares, cultura, educación. siglos XIX y XX. Coloquio hispano-francés. Madrid: Casa de Velázquez. UNED. 1989. Siehe außerdem Díaz y Pérez, Nicolás: De la instrucción pública. 2. Aufl. Madrid: M. Hernández. 1877. Ruiz Berrio, Julio: Política escolar de España en el siglo XIX (1808-1833). Madrid: CSIC. 1970; Ruiz Rodrigo, Cándido, Irene Palacio Lis: Pauperismo y educación, siglos XVIII y XIX. Apuntes para una historia de la educación s o cial en España. Valencia: Universitat de València. 1995; Piqueras Arenas, José A.: Educación popular y proceso revolucionario español. In: Coloquio hispano francés. Clases populares, cultura, educación. siglos XIX y XX. Madrid: Casa de Velázquez. UNED. 1989.

66  Siehe die in Fußn. 84 verzeichnete Literatur über das Thema.

67  Escolano, Agustín: Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. In: A. Escolano (Hrsg): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid. Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 24-26.

68  Siehe hernández Díaz, José María: Alfabetización y sociedad en la revolución liberal española. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 74 f.

69  Escolano, Agustín: Leer y escribir en España… ed.cit. S. 22.

70  Siehe Fußn. 65.

71  Siehe Ruiz Berrio, Julio: Política escolar de España en el siglo XIX (1808-1833). Madrid: CSIC. 1970.

72  Siehe González Blanco, Edmundo: Costa y el problema de la educación nacional. Barcelona: Cervantes. 1920; Fernández Clemente, Eloy: Educación y revolución en Joaquín Costa y breve antología pedagógica. Madrid: Cuadernos para el Diálogo. 1969.

73  Siehe Macías Picavea, Ricardo: El problema nacional, hechos, causas, remedios. Madrid: Librería General de Victoriano Suárez. 1899; Macías Picavea, Ricardo: Apuntes y estudios sobre la instrucción pública en España. Madrid: Librerá de Hernando. 1882.

74  Siehe Mallada, Lucas: Los males de la patria y la futura revol u ción española: consideracions generales acerca de sus causas y efectos .Madrid: Tipografía de Manuel Ginés Hernández. 1890; Mallada, Lucas: La futura revol u ción española y otros escritos regeneracionistas. Hrsg.: S. L. Driever, F.J. Ayala Carcedo. Madrid: Biblioteca Nueva. 1998.

75  Siehe Irsen y Marco, Damián: El desastre nacional y sus causas. Madrid: Imp. de la Viuda de Minuesa de los Ríos. 1898.

76  Über das Thema caciquismo siehe Herold-Schmidt, Hedwig: Vom Ende der Ersten zum Scheitern der Zweiten Republik (1874-1939). In: Schmidt, Peer (Hrsg.): Kleine Geschichte Spaniens. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2004. S. 329-349.

77  Siehe Berrio, Julio Ruiz: Alfabetización y modernización social en la España del primer tercio del siglo XX. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y Escribir en España. Doscientos años de alfabetización .Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 91-110.

78  Bello, Luis: Viaje por las escuelas de España. Bd IV. Madrid: Compañía Ibero-Americana de Publicaciones. 1929. S. 315 f.

79  Romanones, Conde de: Notas de una vida, 1901-1902. Bd.2. Madrid: Renacimiento. 1925. S. 88-90. Zitiert in: Berrio, Julio Ruiz: Alfabetización y modernización… ed. cit. S. 92 f.

80  hernández Díaz, José María: Alfabetización y sociedad… ed.cit. S. 71.

81  Ebenda S. 71.

82  Ebenda S. 71.

83  Das Gesetz bestimmte, dass in jeder Ortschaft mit mehr als 500 Einwohnern eine Volksschule vorhanden zu sein hat; siehe Ley de Instrucción Pública de Claudio Moyano, de 9 de septiembre de 1857. In: Colección Legi s lativa de España. Bd LXXIII. Madrid: García Rico. 1916 S. 256-305. Der Text dieses Gesetzes wird zum Teil in Jagoe, Catherine, Alda Blanco, Cristina Enríquez de Salamanca: La mujer en los discursos de género. Textos y contextos en el siglo XIX. Barcelona: Icaria. 1998. S. 147-149.

84  Über das Thema siehe folgende Arbeiten González Àgapito, Josep: Catalán o castellano: la alfabetización y el modelo de Estado. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetiz a ción. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S.141-163; Verriè i Faget, Jordi: Contituitat pedagògica catalana durant els Segles XVIII i XIX. Barcelona: Grup Promotor d’Ensenyament i difusió en Català. 1982; Mut i Carbasa Rosa, Teresa Martí i Argegol und Jordi Verrié: La resistencia escolar catalana en llibres (1716-1939).Bibliografía. Barcelona: Edicions 62. 1981; Ferrer Jirones, F.: L a persecució política de la llengua catal a na.4. Aufl. Barcelona: Ediciones 62. 1986. Gabriel, Narciso de: Lengua y escuela en Galicia. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 165-186; Gabriel, Narciso de: Los resultados de la enseñanza en la Escuela Pública gallega durante el último cuarto del siglo XIX. In: Revista de Educación. 288. 1989. S. 237-254; Costa Rico, Anton: Esc o las y mestres. A educación en Galicia de Restauration à Segunda República. Santiago: Xunta de Galicia. Consellería de Presidencia e Adaministración Pública. 1986; Dàvila Balsera, Paulí, A. Eizagirre Sagardia: Alfabetización y euskaldunización en Euskal Herria. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 187-211. Dàvila Balsera, Paulí: Proceso de alfabetización en el País Vasco (1860-1930). In: Congreso de Historia de Euskal Herria. Bd VI. San Sebastián: Txertoa. Gobierno Vasco. 1988. S. 448-458.

85  Siehe Quilis, Antonio: Introducción a la historia de la lengua española. Madrid: UNED. 2003; Bolle, Annegret, Ingrid Neumann-Holzschuh: Spanische Sprachgeschichte. Stuttgart: Klett. 2003; Berschin, Helmut, Julio Fernández Sevilla und Josef Felixberger: Die spanische Sprache: Verbreitung, Geschichte, Struktur. 2. aktualisierte Aufl. Ismaning: Hueber. 1995 

86  Siehe Wandler, Reiner (Hrsg.): Euskadi: en Lesebuch zu Politik: Geschichte und Kultur des Baske n lands.Berlin: Ed. Tranvía. Verlag Frey. 1999.

87  Siehe Gabriel, Narciso de: Lengua y escuela en Galicia… ed.cit. S. 173 f.

88  Siehe Dàvila Balsera, Paulí, A. Eizagirre Sagardia: Alfabetización y euskaldunización… ed.cit. S. 189 f.

89  Siehe González Àgapito, Josep: Catalán o castellano… ed.cit. S. 142 f.

90  Ferrer Jirones, F.: L a persecució política de la llengua catal a na… ed.cit. S. 180 f.

91  Als Beispiel über die Lage in den Schulen der ländlichen Gebiete Valencias, in denen eine Variante des Katalanischen gesprochen wird, gilt das literarische Zeugnis von Vicente Blasco Ibañez in seinem Roman La Barraca von 1895, das wir im Anhang C dieser Arbeit wiedergeben.

92  So z.B. bei der Figur Josefa Ignacia aus dem Roman Frieden im Krieg von Unamuno: «Tag für Tag ging sie ganz früh, wenn der Morgen graute, zur Messe in ihre Pfarrkirche; und wenn sie in ihrem alten Gebetbuch (sic) mit den Seiten, die am Rande schon schmutzig und fettig waren, diesem Buch mit den großen Buchstaben, das in baskischer Sprache zu ihr sprach und das einzige Buch war, das sie verstehen konnte, (…).» Unamuno, Miguel de: Frieden im Krieg. Berlin: Volksverband der Bücherfreunde . Wegweißer Verlag. 1929. S. 11.

93  Siehe weitere Titel von baskischen Periodika Dàvila Balsera, Paulí, A. Eizagirre Sagardia: Alfabetización y euskaldunización… ed.cit. S. 200; über Sabino Arana siehe Wandler, Reiner (Hrsg.): Euskadi: en L e sebuch zu Politik… ed.cit.

94  Über das Thema siehe die Beiträge von Ruiz Berrio, Julio: Alfabetización y modernización… ed.cit; Tiana Ferrer, Alejandro: Lectura y educación popular. In: V. Infantes, F. López, J.-F. Botrel (Hrsg.) Historia de la ed i ción y de la lectura en España 1472-1914. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 2003. S.754-762. Guereña, Jean-Louis: Los orígenes de la educación de adultos en la España contemporánea. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 281-307.

95  «Die spanischen Schulen für Erwachsene sind heutzutage Institutionen, die nur für diejenigen gedacht sind, die als Kind keine Grundschulausbildung genossen haben». Siehe Gil de Zárate, antonio: De la instrucción pública en España.Bd I. Madrid: Imp. Del Colegio de Sordo-Mudos. 1855. S. 356.

96  In der Realität handelt es sich bei den Abendschulen für Erwachsene zum größten Teil um Schulen für Analphabeten. Cossio, Manuel: La enseñanza primaria en España. 2. Aufl. Überarbeitet von Lorenzo Luzuriaga. Madrid: Rojas. 1915. S.128.

97  Diese Zahlen stammen aus dem Amtsblatt des Ministeriums Boletín Oficial de Instrucción Pública und sind von Guereña in dem o.g. Artikel Los orígenes de la educación… in einer Tabelle, die wir im Anhang B wiedergeben, bearbeitet worden. Darin sind auch Angaben über Schülerinnen solcher Bildungsangebote enthalten. Siehe Guereña, Jean-Louis: Los orígenes de la educación… ed.cit. S. 286. Die öffentliche Bildung erwachsener Frauen in Spanien im 19. Jahrhundert ist noch nicht in befriedigender Weise untersucht worden. Siehe Guereña, Jean Louis: Las escuelas de adultas en España (1860-1885). In: Mujer y educación en España. Santiago: Universidade de Santiago. 1990. S. 444-466.

98  Über das Thema siehe Guereña, Jean-Louis: Los orígenes de la educación… ed.cit. S. 288-293.

99  So werden z.B. im Gefängnis von San Lúcar de Barrameda alle Bücher verboten, weil die Gefangenen, die lesen und schreiben können, es anderen Gefangenen beibringen. Siehe Hernández Díaz, José María: Alfabetización y sociedad… ed.cit. S. 83.

100  Über katholische Kulturzentren siehe beispielsweise Andrés-Gallego, José: Los círculos de obreros (1864-1887). In: Hispania Sacra. XXIX. 1976. S. 259-310. 

101  Zum Thema siehe z.B. Ruiz Rodrigo, Cándido: Catolicismo social y educación. La formación del prolet a riado en Valencia. (1891-1917). Valencia: Facultad de Teología San Vicente Ferrer. 1982. 

102  Siehe Tiana Ferrer, Alejandro: Lectura y educación popular… ed.cit. S. 755.

103  Über die Geschichte der spanischen Bibliotheken siehe Escolar Sobrino, Hipólito: Historia de las bibli o tecas. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1985; Escolar Sobrino, Hipólito: Las bibliotecas en la Edad Contemporánea. In: H. Escolar Sobrino (Hrsg): Historia ilustrada del libro español. La edición moderna. Siglos XIX y XX. Bd III. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1996. S. 555- 582; Millares Carlo, Agustín: Introducción a la historia del libro y de las bibliotecas. 5. Aufl. Madrid: Fondo de Cultura Económica. 1993; Bartolomé Martínez, Bernabé: Las bibliotecas públicas y la lectura. In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escr i bir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 309-334; Simon, Elisabeth: Bibliotheks- und Informationssysteme in Spanien und den lateinamerikanischen Ländern. Eine Einführung. München u.a.: KG Saur. 1992.

104  Siehe Bartolomé Martínez, Bernabé: Las bibliotecas públicas… ed.cit. S. 310-312.

105  Über die Bibliotheken in Sekundärbildungszentren siehe ebenda S. 313-315; siehe auch Escolar Sobrino, Hipólito: Historia de las bibliotecas… ed.cit. S. 397.

106  Über die Universitätsbibliotheken des 19. Jahrhunderts siehe Bartolomé Martínez, Bernabé: Las bibliotecas públicas… ed.cit. 315-319.

107  Frauen dürfen beispielweise die Madrider Nationalbibliothek seit 1838 benutzen. Siehe Carreño Rivero, Miryam, Carmen Colmenar Orzaes: 1837: La Biblioteca Nacional, por primera vez abre sus puertas a la mujer. In: Historia de la educación. 5. 1986. S. 177-182. Über die Nationalbibliothek siehe García y Mas, Renate: Die Biblioteca Nacional in Madrid. Berlin: Colloquium Verlag Otto H. Hess. 1975.

108  Über die bibliotecas populares siehe Viñao Frago, Antonio: A la cultura por la lectura. Las bibliotecas populares (1869-1885). In: J.-F. Guereña, A. Tiana (Hrsg.): Clases populares. Cultura, educación. siglos XIX y XX. Madrid: UNED: Casa de Velázquez. 1900. S. 301-335. Über die Entwicklung der „populären“ Bibliotheken in Deutschland und Frankreich siehe Schendas Zusammenfassung in Schenda, Rudolf: Volk ohne Buch. St u dien zur Sozialgeschichte der popul ä ren Lesestoffe 1770-1910. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann. 1970. S. 215-220.

109  Es handelt sich um DL 18-I-1869 art. 2°. Siehe Bartolomé Martínez, Bernabé: Las bibliotecas públicas… S. 321.

110  Siehe einige Beispiele in Mato Díaz, Ángel: Bibliotecas populares y lecturas obreras en Asturias (1869-1936). In: A. Escolano (Hrsg.): Leer y escribir en España. Doscientos años de alfabetización. Madrid: Pirámide. Fundación Germán Sánchez Ruipérez. 1992. S. 338 f.

111  Ebenda S. 339.

112  Tiana Ferrer, Alejandro: Lectura y educación popular… ed.cit. S. 758.

113  Siehe Picatoste, Felipe: Memoria sobre las bibliotecas populares. Madrid: Imprenta Nacional. 1870.

114  Tiana Ferrer, Alejandro: Lectura y educación popular… ed.cit. S. 758.

115  Der Katalog dieser Bibliothek ist von Viñao untersucht worden. Siehe Viñao Frago, Antonio: A la cultura por la lectura… ed.cit. S. 324-334.

116  Mato Díaz, Ángel: Bibliotecas populares y lecturas… ed.cit. S. 335-364.

117  Ebenda S. 348.

118  Siehe z.B. Romero Tobar, Leonardo: Un gabinete de lectura en el Madrid del siglo XIX. In: Anales del Instit u to de Estudios Madrileños. XII. 1976. S. 205-211.

119  Siehe Botrel, Jean-François: Libros , prensa y lectura… ed.cit. S.129; Romero Tobar, Leonardo: La novela popular española del siglo XIX. Barcelona: Fundación March. Editorial Ariel. 1976. S. 103-110.

120  Botrel, Jean-François: Lectura privada y pública… ed.cit. S. 764.



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17.04.2008