Weibliche Lesekultur als Spiegel der sozialen und kulturellen Entwicklung in Spanien im 19. Jahrhundert

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor philosophiae(Dr. phil.)

Eingereicht an
der Philosophischen Fakultät I
der Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Vorgelegt von
Gisela   Díez Istúriz

Geboren am 29. Juli 1966 in Siegburg

Dekan der Philosophischen Fakultät I:
Prof. Dr. Michael Borgolte

Gutachter:
1. Prof. Dr. Frank Heidtmann
2. Prof. Dr. Konrad Umlauf

Eingereicht: 30.11.2006

Tag der mündlichen Prüfung: 03.05.2007

Zusammenfassung

Das 19. Jahrhundert wird in den westlichen Ländern Zeuge tiefer Veränderungen auf dem Bereich des Buchdruckes, der dank der Fortentwicklung der Technik ihre handwerklichen Herstellungsverfahren in eine industrialisierte Produktion umwandelt. Es erlebt den Ausbruch und die Entfaltung des Pressewesens und die rasante Steigerung der Konsumentenzahl von Druckerzeugnissen. Diese Entwicklung, die als Revolution – die zweite Revolution des Buchdruckes – bezeichnet wird, resultiert aus den parallel laufenden soziokulturellen Veränderungen – wie die Demokratisierung der Bildung –, die sich schon im 18. Jahrhundert ihren Weg anbahnten und die sich kraft des Vorantreibens und der Verbreitung einer schriftlichen Kultur fortwährend entwickeln konnten.

Die Etablierung liberalen Gedankengutes treiben auch in Spanien eine neue Konzeption des Individuums voran, das Bildung, Information, öffentliche Meinungsäußerung, die eine schriftliche, gedruckte Kommunikationsform implizieren, als seine elementaren Rechte betrachtet. Infolge dieses Hergangs wird der Leserkreis stetig größer und differenzierter; nicht nur neue gesellschaftliche Schichten erringen für sich den Zugang zur Schrift, sondern auch die geschlechtsspezifischen, aus der traditionellen, patriarchalischen, spanischen Mentalität resultierenden Defizite hinsichtlich der Bildung der Frau nehmen, ihren Eintritt in die Lesergemeinschaft ebnend, konstant ab.

Die Wandlung der Frau zur Teilhaberin und sogar zur Mitgestalterin der schriftlichen Kultur in Spanien erfolgt abhängig von den historischen und politischen Gegebenheiten und nicht konstant und in gleichem Maße im ganzen Land. Der schwierige Weg zur Bildung, der Einfluss der katholischen Kirche, die sozialen Unterschiede, sind entscheidende Faktoren für die Geschwindigkeit, mit der sich diese Veränderung vollzieht.

Ziel dieser Arbeit ist eine geschichtliche Veranschaulichung der Entstehung und Konsolidierung einer weiblichen Leserschaft und der begleitenden Umstände auf den Bereichen des Buch-, Bibliotheks-, und Bildungswesens.

Eigene Schlagworte: Spanien, 19. Jahrhundert, Geschichte, Frau, Lesekultur, Leseforschung, Buchwesen, Bildung, Bibliothekswesen, Presse, Kinderbücher, Schriftstellerinnen, Frauenmagazine, Fortsetzungspublikationen, Volksliteratur

Abstract

In the course of the 19th century deep changes take place in the world of printing, mostly due to the improvements of the techniques and the industrialisation of the production. But this revolutionary development, known as the second revolution of the printing, results itself from the cultural, political and social transformations which happen contemporaneously.

The advance of liberal ideologies with their new conception of the individual, who regards education, information and freedom of speech - which imply a written, a printed communication form - as his elementary rights, strengthens the spreading of a written culture, so that many countries experience a rapid increase of the number of consumers of printed products.

These innovations will also reach Spain and deeply influence its society and culture. The alphabetised population increases, the number of readers becomes constantly larger and the readership more differentiated. New social groups achieve the right of education and become in this way potential readers, the women being the most important of them. The traditional, patriarchal, catholic Spanish mentality changes slowly allowing them to be alphabetised and educated.

Women begin in the 19th century to take actively part on the cultural live of the country and not only as readers but also as authors. This transformation does not take place continually and in the same measure all along the country, due to the influence of the historical and political conditions. The difficult way to education, the power of the Catholic Church and the social differences become for instance crucial factors which define the rapidity and the significance of the development.

This thesis presents the process of the emergence and consolidation of a female readership during the 19th century, illustrated with a description of the evolution on the ranges of the book production, of the library and education system and many examples of reading materials and publications for and of women.

Keywords: Spain, 19th Century, History, Women, Reading culture, Reading research, Bibliology, Education, Librarianship, Press, Books for children, Women writers, Women’s periodicals, Feuilletons, Popular literature

Widmung

An meinen geliebten Mann

Inhaltsverzeichnis

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17.04.2008