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2  AUFGABENSTELLUNG

2.1 Allgemeines

Viele Beobachtungen deuten darauf hin, dass Autoimmunprozesse an der Pathogenese der idiopathischen dilatativen Kardiomyopathie beteiligt sind. Man nimmt an, dass zirkulierende Autoantikörper eine wichtige pathogenethische Rolle spielen. Deshalb ist zu erwarten, dass deren Entfernung zur Verbesserung, mindestens aber zur Stabilisierung der Herzfunktion führt.

Für diese Zielstellung bietet sich die Anwendung extrakorporaler Immunoplasma­phereseverfahren an. Bei anderen Erkrankungen haben solche Verfahren zum Teil schon längere Zeit einen festen Stellenwert. So kann zum Beispiel bei der familiären Hypercholesterinämie eine deutliche Absenkung des LDL-Cholesterins erreicht werden. Damit gelingt es, das bei den betroffenen Patienten massiv erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu reduzieren [143]. Ähnliche Verfahren werden bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie dem systemischem Lupus erythematodes, der Myasthenia gravis oder dem Sjögren-Syndrom angewendet.

Die Arbeitsgruppe von S. Felix et al. führte bereits von 1996 bis 1997 eine Pilotstudie zur Immunadsorption bei dilatativer Kardiomyopathie bei neun Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III-IV) durch. Sie konnte eine signifikante Verbesserung sowohl der Beschwerdesymptomatik, als auch eine Verbesserung der Herzfunktion nachweisen. Die Untersucher schlossen, dass die Immunadsorption einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der kardialen Leistungsfähigkeit leisten kann [137].

2.2 Ziel der Studie

Die Ergebnisse der Pilotstudie von Felix et al.sollen unter kontrollierten Bedingungen überprüft werden. Es ist zu klären, ob die Elimination der Immunglobuline tatsächlich mit einer Verbesserung hämodynamischer Parameter und der Beschwerdesymptomatik einhergeht.


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Primärer Endpunkt ist die Verbesserung des invasiv gemessenen Herzindex (HI), wobei eine Zunahme um mindestens 20 % nachgewiesen werden soll. Dementsprechend werden folgende Hypothesen aufgestellt:

Nullhypothese H 0 :

HI (IA-Gruppe) = HI (Kontrollgruppe)

⇒ Keine Verbesserung des Herzindex durch Immunadsorption

Arbeitshypothese HA 1 :

HI (IA-Gruppe) - HI (Kontrollgruppe) > δ

⇒ Immunadsortion führt zur Verbesserung des Herzindex

Sekundäre Endpunkte sind die Zunahme des Schlagvolumenindex (SVI), der Abfall des systemvaskulären Widerstandes (SVR), des pulmonalkapillären Verschlussdruckes (PCWP) und die Abnahme des mittleren pulmonalarteriellen Druckes (PAPm).

Als erweiterte Endpunkte werden die echokardiographische linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LV-EF) und die klinische Symptomregredienz entsprechend der NYHA-Klassifkation beobachtet.


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26.10.2004