10 Anhang B: Skalendokumentation

↓334

10.1  Schmerzskalen

Erfasst wurde die Schmerzintensität in vier verschiedenen Belastungssituationen: Schmerz in Ruhe, bei den ersten Schritten (Anlaufschmerz), beim Gehen und nach längeren Gehstrecken. Die Einschätzung der Intensität erfolgte auf einer elfstufigen numerischen Ratingskala mit den Endpunkten kein Schmerz (0) und stärkster vorstellbarer Schmerz (10).

↓335

Zur Bildung von Schmerzskalen wurden fehlende Werte nicht ersetzt, um den Bezug zwischen Beschwerde- und Erwartungsskalen zu erhalten (Tabelle 45).

Tabelle 45: Schmerzskalen: Prozentualer Anteil fehlender Werte (Originalvariablen)

Schmerzen

BESCHWERDEN

ERWARTUNGEN

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

Aufnahme

Entlassung

in Ruhe

1.31

1.22

1.17

1.78

1.60

bei ersten Schritten

0.94

0.94

0.91

1.69

1.13

beim Gehen

1.22

1.50

0.52

1.78

1.69

nach längeren Gehstrecken

11.74

3.38

1.04

8.54

2.54

N

924

1013

751

956

1025

Die Trennschärfe der vier Schmerzitems sowie die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) der Schmerzskalen sind ausgezeichnet (siehe Tabelle 46).

↓336

Tabelle 46: Schmerzskalen: Interne Konsistenz und Trennschärfen

Schmerzen

BESCHWERDEN

ERWARTUNGEN

 

Aufnahme N=924

Entlassung N=1013

Katamnese N=751

Aufnahme N=956

Entlassung N=1025

 

in Ruhe

.76

.79

.79

.75

.83

bei ersten Schritten

.84

.82

.85

.84

.87

beim Gehen

.87

.87

.91

.82

.89

nach längeren Gehstrecken

.81

.82

.84

.76

.84

Mittlere Trennschärfe

.82

.82

.85

.79

.86

Reliabilitätα

.92

.92

.93

.90

.94

Bei der Interpretation der Item- und Skalenwerte ist zu beachten, dass alle Angaben umgepolt wurden und ein hoher Wert immer eine geringe Schmerzintensität kennzeichnet.

Tabelle 47: Schmerzskalen: Summenwerte

Gültige N

M

(SD)

Min

Max

Schmerzen

Aufnahme

N=924

29.82

(7.59)

2

40

Entlassung

N=1013

34.03

(5.94)

7

40

Katamnese

N=751

34.16

(7.07)

3

40

Erwartungen

Aufnahme

N=956

36.80

(4.41)

8

40

Entlassung

N=1025

38.15

(3.90)

2

40

10.2 ADL-Funktionsskalen

↓337

Es wurden zehn verschiedene ADL-Funktionen erfasst, deren Antwortformat in Abhängigkeit der (Instrumenten-)Vorlage zwischen drei und neun Kategorien variierte.

Alle zehn ADL-Variablen wurden einer Itemanalyse unterzogen. Die Trennschärfen legten einen Ausschluss der beiden Items „Hinken“ und „Gehhilfe“ nahe. Sie betrugen für die Aufnahmewerte < .30 und waren für die Entlassungswerte sogar negativ.

Die durchgeführten Faktorenanalysen wiesen unterschiedliche Faktorlösungen aus. Wie Tabelle 48 zu entnehmen ist, ludt der Aufnahmewert „Hinken“ auf dem ersten Faktor und der Entlassungswert auf dem zweiten Faktor. Bei der Analyse der Entlassungswerte bildeten die beiden Items einen eigenen zweiten Faktor. Die anderen Items, deren Aufnahmewerte als Selbständigkeit und Mobilität interpretiert werden konnten, luden nunmehr auf einem Faktor. Für eine interpretative Hypothese über das Gemeinsame der Variablen der beiden Variablengruppen (Faktoren) lieferte dieses Ergebnis ein sehr uneinheitliches Muster. Im Vergleich dazu waren die Ergebnisse einheitlich, wenn man die beiden besagten Items ausschloss (siehe Tabelle 49). Die Items luden auf einem Faktor und die beiden Faktoren der Aufnahmewerte waren als „Mobilität“ und „Selbständigkeit“ interpretierbar.

↓338

Tabelle 48: Faktorenanalyse über alle zehn ADL-Variablen: Ladungen und Skalenzuordnungen und Erklärte Varianz

Variablen

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

1

2

1

2

1

2

Hinken

.461

.936

.750

Gehhilfen

.618

.936

.722

Gehstrecke

.641

.549

.770

Sitzen

.656

.588

.561

Aufstehen

.558

.645

.538

Toilette benutzen

.734

.676

.832

Waschen/baden/duschen

.681

.670

.773

Schuhe/Socken anziehen

.418

.606

.623

Treppensteigen

.720

.561

.726

ÖPNV

.595

.701

.624

anfängliche Eigenwerte

3.20

1.11

3.15

1.75

4.67

1.06

aufgeklärte Varianz %*

23.57

19.52

31.44

17.55

28.76

28.76

kumulierte Summe der aufgeklärten Varianz %*

23.57

43.09

31.44

48.99

28.56

57.32

Anmerkungen. z-standardisierte Werte. Extraktionsmethode: Hauptkomponenten-Analyse. Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser Normalization. *Rotierte Summe der quadrierten Ladungen

Tabelle 49: Faktorenanalyse über die acht ADL-Variablen: Ladungen und Skalenzuordnungen und Erklärte Varianz

Variablen

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

1

2

Gehstrecke

.732

.550

.567

Sitzen

.690

.588

.688

Aufstehen

.561

.645

.730

Toilette benutzen

.753

.676

.717

Waschen/baden/duschen

.684

.670

.677

Schuhe/Socken anziehen

.426

.606

.636

Treppensteigen

.761

.561

.751

ÖPNV

.692

.701

.767

anfängliche Eigenwerte

2.99

1.04

3.14

3.86

aufgeklärte Varianz %*

26.44

23.95

39.30

48.20

kumulierte Summe der aufgeklärten Varianz %*

26.44

50.39

Anmerkungen. z-standardisierte Variablen. Extraktionsmethode: Hauptkomponenten-Analyse. Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser Normalization.

Zur Skalenbildung wurden die acht Angaben z standardisiert. Um den zeitlichen Verlauf abbilden zu können, wurde anstelle der üblichen z Standardisierung eine Standardisierung in Bezug auf den ersten Erhebungszeitpunkt vorgenommen. Als Vorlage diente der Standardisierungsansatz der Längsschnittstudie SIMA (Gassmann et al., 1999; Oswald et al., 1996; Rupprecht et al., 1993). Hierbei werden für die z Wert-Berechnungen die Mittelwerte und Standardabweichungen der Patientenangabe zum Aufnahmezeitpunkt von den Teilnehmern herangezogen, für die sowohl Aufnahme- als auch Entlassungswerte vorliegen (N = 922). Jede ADL-Variable wurde am Mittelwert und an der Standardabweichung ihres Ausgangswertes standardisiert. Nach der Standardisierung sind die Mittelwerte dieser Ausgangswerte annähernd Null und deren Standardabweichung annähernd Eins. Veränderungen werden somit in Streuungseinheiten der Ausgangswerte wiedergegeben. Die acht z Werte wurden anschließend zur Skalenbildung aggregiert (aufsummiert; vgl. Tabelle 51 und Tabelle 52). Dabei wurden fehlende Werte (siehe Tabelle 50) nicht ersetzt, um einen eindeutigen Bezug zwischen den Beschwerde- und Erwartungsskalen zu erhalten. Die Trennschärfen der Items sowie die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) der Skalen ist Tabelle 51 zu entnehmen.

↓339

Tabelle 50: ADL-Funktionsskalen: Analyse fehlender Werte (Originalvariablen): Prozentualer Anteil fehlender Werte

ADL-Funktionen

BESCHWERDEN

ERWARTUNGEN

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

Aufnahme

Entlassung

Gehstrecke

1.50

1.69

2.21

2.82

2.07

bequemer sitzen

1.60

1.31

2.34

1.97

1.41

aus dem Sitzen aufstehen

1.22

0.94

1.17

1.41

1.50

Toilette benutzen

0.85

1.50

1.17

1.60

1.50

Waschen, Duschen, Baden

1.03

1.41

2.08

1.50

2.25

Schuhe und Socken anziehen

1.41

1.60

1.56

1.31

1.60

Treppen steigen

1.78

1.69

1.43

1.31

1.60

öffentlicher Verkehrsmittel

2.82

3.38

2.86

2.54

2.35

Tabelle 51: ADL-Funktionsskalen: Interne Konsistenz und Trennschärfen

BESCHWERDEN

ERWARTUNGEN

Aufnahme

N=978

Entlassung

N=972

Katamnese

N=703

Aufnahme

N=984

Entlassung

N=986

Gehstrecke

.46

.41

.56

.53

.56

Sitzen

.35

.44

.47

.46

.45

Aufstehen

.48

.49

.59

.59

.58

Toilette

.52

.53

.60

.56

.59

Waschen

.53

.51

.57

.55

.64

Schuhe

.41

.46

.56

.59

.59

Treppen

.42

.45

.66

.62

.64

ÖPNV

.52

.57

.68

.63

.67

Mittlere Trennschärfe

.46

.48

.59

.57

.59

Reliabilitätα

.76

.77

.84

.82

.83

↓340

Tabelle 52: ADL-Funktionsskalen: Summenwerte

Gültige N

M

(SD)

Min

Max

ADL-Funktionen

Aufnahme

N=978

0.03

(4.90)

-18

14

Entlassung

N=972

4.05

(4.97)

-16

14

Katamnese

N=703

10.32

(4.65)

-

9

14

Erwartungen

       

Aufnahme

N=984

8.28

(5.12)

-11

14

       

Entlassung

N=986

11.96

(3.72)

-16

14

       

10.3 Skala der ADL-bezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen

Das Konstrukt der wahrgenommenen Selbstwirksamkeit wurde insgesamt über 13 Items operationalisiert. Das Antwortformat war vierstufig: sehr unsicher (1) – ziemlich unsicher (2) – ziemlich sicher (3) – sehr sicher (4). Um die Selbstwirksamkeit nur für die individuell vorliegenden Beschwerden zu erfassen, wurde die Antwortkategorie ich habe diese Beschwerde nicht (0) den eigentlichen Antwortkategorien vorangestellt. Wie in Tabelle 53 ersichtlich, geben über die Zeit immer mehr Patienten an, diese Beschwerde nicht zu haben (Spalte: k.B.). Hier spiegelt sich also bereits der in der Regel positive Rehabilitationsverlauf nach Hüftgelenkersatz wider. Da diese Antwortkategorie nicht das Merkmal „Selbstwirksamkeit“ repräsentiert, muss sie ausgeschlossen werden bzw. als fehlende Angabe gewertet werden (siehe auch Tabelle 54).

↓341

Tabelle 53: ADL-bezogene Selbstwirksamkeit: Prozentualer Anteil fehlender Werte

Nr.

Bezeichnung

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

Gesamt

k.B.

Gesamt

k.B.

Gesamt

k.B.

46

Gehstrecke verlängern

10.6

3.4

13.1

7.5

40.0

34.5

47

bequemer sitzen

19.2

13.5

27.5

22.6

55.5

50.4

48

leichter aus dem Sitzen aufstehen

12.0

8.5

27.8

25.5

55.6

53.1

49

leichter die Toilette benutzen

21.7

17.3

37.1

34.1

64.2

60.3

50

sich leichter Waschen, Duschen oder Baden

18.9

14.6

33.3

30.1

62.7

59.0

51

leichter Ihre Schuhe und Socken anziehen

7.6

3.3

16.8

13.3

47.8

43.5

52

besser Treppen steigen

7.5

2.8

11.8

8.1

45.8

41.7

53

leichter öffentlicher Verkehrsmittel benutzen

11.9

6.2

17.7

13.6

58.1

53.4

Anmerkungen. Auswertung der Originalvariablen. Nr. bezieht sich auf den Fragebogen. Aufnahme / Entlassung: Prozent in Bezug auf 1065 Fälle. Katamnese: Prozent in Bezug auf 770 Fälle. Gesamt: Anteil fehlender Werte inkl. 0 „keine Beschwerde“. k.B. Prozentualer Anteil der Antwortkategorie „haben diese Beschwerde nicht“ (0).

Für die Auswertungen in der vorliegenden Arbeit wurden analog zu den Ergebniserwartungen Schmerz- und ADL-bezogene Selbstwirksamkeitserwartungen getrennt betrachtet. Es resultiert ein Einzelitem „schmerzbezogene Selbstwirksamkeitserwartung“ und eine acht Items umfassende Skala der ADL-bezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen. Zur Skalenbildung wurden fehlende Werte (inkl. Kategorie „habe diese Beschwerde nicht“) ersetzt, wenn eine Person mindestens 80% dieser acht Selbstwirksamkeitserwartungen angegeben hat (siehe Tabelle 54).

Tabelle 54: ADL-bezogene Selbstwirksamkeit: Häufigkeit gültiger Angaben für die Skalenbildung

Angaben

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

alle acht (100%): N

692

546

204

fehlende: N (%)

373 (35)

519 (49)

566 (74)

80% (mind. 6 von 8): N

790

646

244

fehlende: N (%)

275 (26)

419 (39)

526 (68)

↓342

Die Trennschärfen der acht Items sowie die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) dieser Selbstwirksamkeitsskala ist Tabelle 55 zu entnehmen.

Tabelle 55: ADL-bezogene Selbstwirksamkeit: Interne Konsistenz und Trennschärfen

Nr.

Bezeichnung

Aufnahme

N=790

Entlassung

N=646

Katamnese

N=244

46

Gehstrecke verlängern

.71

.74

.79

47

bequemer sitzen

.69

.73

.78

48

leichter aus dem Sitzen aufstehen

.77

.79

.81

49

leichter die Toilette benutzen

.77

.82

.82

50

sich leichter Waschen, Duschen oder Baden

.77

.79

.86

51

leichter Ihre Schuhe und Socken anziehen

.74

.79

.73

52

besser Treppen steigen

.79

.83

.84

53

leichter öffentlicher Verkehrsmittel benutzen

.73

.80

.79

Mittlere Trennschärfe

Reliabilität α

.75

.92

.79

.94

.80

.94

Tabelle 56: ADL-bezogene Selbstwirksamkeit: Summenwerte

Gültige N

M

(SD)

Min

Max

Aufnahme

N=790

25.91

(4.19)

9

32

Entlassung

N=646

27.52

(4.16)

10

32

Katamnese

N=244

24.79

(5.36)

8

32

10.4 Optimismusskala

↓343

In einem Pretest war der LOT (Wieland Eckelmann & Carver, 1990) eingesetzt worden. Die aufgetretenen Probleme machten einige Modifikationen notwendig. In diesem Zuge konnte auch eine Anpassung der deutschen an die revidierte englische Fassung vorgenommen werden, da die revidierte Version des LOT von 1994 (Scheier et al., 1994) bisher noch nicht in deutscher Sprache vorliegt. Eine Gegenüberstellung der drei Versionen bietet Tabelle 57.

Zunächst wurden die beiden Items gestrichen, die in der revidierten Fassung des LOT nicht mehr enthalten sind (Items 9 und 11 des LOT dt.). Des weiteren wurde auf die vier Füllitems verzichtet, um den Umfang des Untersuchungsfragebogens zu verringern (Items 2, 4, 7, 8 des LOT dt.). Auch der als zu lang empfundene Einleitungstext wurde daher gekürzt. Als einzige Aussage wurde das fünfte Item des LOT wörtlich übernommen. Alle anderen Items wurde wie im folgenden beschrieben modifiziert.

Als zentrales Problem war im durchgeführten Pretest aufgefallen, dass die vornehmlich älteren Patienten Schwierigkeiten beim Verstehen bzw. Beantwortung der negativ (pessimistisch) formulierten Items hatten (Items 1, 11, 12 des LOT). Insbesondere die doppelt verneinten Items waren kompliziert. Da aufgrund dieses Problem keine validen (reliablen) Daten / Aussagen zu erwarten waren, wurden die Aussagen positiv umformuliert.

↓344

Darüber hinaus wurde bei den folgenden Items die Übersetzung nachgebessert (Items 1, 3, 6, 10, 12 des LOT dt.).

Tabelle 57: Gegenüberstellung des deutschen LOT, des LOT-R mit der in der vorliegenden Arbeit eingesetzten Version

LOT dt.

LOT-R

Eingesetzte Version

5. In unsicheren Zeiten erwarte ich gewöhnlich das Beste.

1. In uncertain times, I usually expect the best.

1. In unsicheren Zeiten erwarte ich gewöhnlich das Beste.

6. Wenn etwas schlecht für mich ausgehen kann, so geschieht das auch.*

3. If something can go wrong for me, it will.*

2. Wenn bei mir etwas schief gehen kann, dann wird es auch schief gehen.* m

3. Ich blicke stets optimistisch in meine Zukunft.

4. I'm always optimistic about my future.

3. Ich blicke immer optimistisch in meine Zukunft. m

1. Ich erwarte fast nie, dass die Dinge in meinem Sinne verlaufen.*

7. I hardly ever expect things to go my way.*

4. Ich erwarte fast immer, dass die Dinge so laufen, wie ich mir das wünsche. m

12. Ich beachte selten das Gute, das mir geschieht.*

9. I rarely count on good things happening to me.*

5. Ich rechne meistens damit, dass mir etwas Gutes passiert. m

10. Ich glaube an die Idee, dass auf schlechte Tage auch wieder gute Tage folgen.

10. Overall, I expect more good things to happen to me than bad.

6. Im großen und ganzen erwarte ich, dass mir mehr gute als schlechte Dinge passieren. m

2. Es fällt mir leicht, mich zu erholen.

2. It's easy for me to relax.

--

4. Ich freue mich sehr darüber, dass ich viele Freunde habe

5. I enjoy my friends a lot.

--

7. Es ist wichtig für mich, dass ich immer etwas zu tun habe.

6. It's important for me to keep busy.

--

8. Ich gerate nicht leicht aus der Fassung.

8. I don't get upset too easily.

--

Anmerkungen. Angeführt sind die Itemnummer der jeweiligen Version. Die Items 9 und 11 des deutschen LOT sind im LOT-R gestrichen und daher nicht aufgeführt. Mit * gekennzeichnete Items werden umgepolt. m Diese Items wurden leicht modifiziert (Polung oder Übersetzung siehe Beschreibung im Text).

Als Antwortformat wurde das des deutschen LOT gewählt. Die mittlere Antwortkategorie wurde jedoch gestrichen, um eine eindeutige Aussage zu forcieren: trifft überhaupt nicht zu (1) – trifft eher nicht zu (2) – trifft weitgehend zu (3) – trifft voll und ganz zu (4).

↓345

Das eine negativ gepolte Item konnte aus inhaltlichen Gründen und wegen mangelnder Trennschärfe bei der Skalenbildung nicht berücksichtigt werden (negative Trennschärfen). Daher wurden in der vorliegenden Arbeit die fünf positiv gepolten Items zu eine Optimismusskala zusammengefasst (siehe Tabelle 59).

Tabelle 58: Optimismus: Prozentualer Anteil fehlender Werte

Nr.

Text

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

55

In unsicheren Zeiten erwarte ich gewöhnlich das Beste.

6.8

5.4

5.2

57

Ich blicke immer optimistisch in meine Zukunft.

6.9

6.0

5.5

58

Ich erwarte fast immer, dass die Dinge so laufen, wie ich mir das wünsche.

5.3

5.2

5.1

59

Ich rechne meistens damit, dass mir etwas Gutes passiert.

6.7

5.4

5.3

60

In großen und ganzen erwarte ich, dass mir mehr gute als schlechte Dinge passieren.

4.9

4.2

5.3

Anmerkungen. Auswertung der Originalvariablen. Nr. bezieht sich auf den Fragebogen. Aufnahme / Entlassung: Prozent in Bezug auf 1065 Fälle. Katamnese: Prozent in Bezug auf 770 Fälle.

Zur Skalenbildung wurden fehlende Werte ersetzt, wenn für eine Person mindestens 80% der fünf Angaben vorliegen. Wie Tabelle 59 veranschaulicht, haben bei Aufnahme 937 (88%) Patienten alle fünf Fragen und weitere 63 (6%) mindestens vier Fragen beantwortet. Bei Entlassung sind es 967 (91%) und 44 (4%) Patienten und zum Katamnesezeitpunkt 704 (91%) und 27 (3%) Patienten. Nach der Substitution der fehlenden Angaben durch den Mittelwert der gültigen Antworten ergibt sich insgesamt eine Anzahl gültiger Fälle von 1000 (94%), 1011 (95%) und 731 (95%).

↓346

Tabelle 59: Optimismus: Häufigkeit gültiger Angaben für die Skalenbildung

Angaben

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

alle (100%)

937

967

704

fehlende: N(%)

128 (12)

98 (9)

66 (9)

80% (mind. 4 von 5)

1000

1011

731

fehlende: N(%)

65 (6)

54 (5)

39 (5)

Die Trennschärfen der Items sowie die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) der Skalen ist Tabelle 60 zu entnehmen.

Tabelle 60: Optimismus: Interne Konsistenz und Trennschärfe

Nr.

Text

Aufnahme

N=1000

Entlassung

N=1011

Katamnese

N=731

55

In unsicheren Zeiten erwarte ich gewöhnlich das Beste.

.49

.54

.60

57

Ich blicke immer optimistisch in meine Zukunft.

.59

.66

.69

58

Ich erwarte fast immer, dass die Dinge so laufen, wie ich mir das wünsche.

.67

.71

.75

59

Ich rechne meistens damit, dass mir etwas Gutes passiert.

.72

.76

.79

60

In großen und ganzen erwarte ich, dass mir mehr gute als schlechte Dinge passieren.

.67

.71

.74

Mittlere Trennschärfe

.63

.68

.71

Reliabilitätα

.83

.86

.88

↓347

Tabelle 61: Optimismus: Summenwerte

Gültige N

M

(SD)

Min

Max

Aufnahme

N=1000

15.00

(2.95)

5

20

Entlassung

N=1011

15.26

(3.04)

5

20

Katamnese

N=731

15.04

(3.38)

5

20

10.5 Depressivität

Zur Erfassung der Depressivität wurde die ADS-K eingesetzt, die deutsche Kurzform der Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES-D) von Hautzinger und Bailer (1993). Sie umfasst 15 Items mit einem vierstufigen Antwortformat: selten oder gar nicht (weniger als 1 Tag) (0) – manchmal (1-2 Tage lang) (1) – öfters (3-4 Tage lang) (2) – meistens oder die ganze Zeit (5-7 Tage) (3). Für die Skalenbildung wurden die Items 69 und 72 umgepolt.

↓348

Tabelle 62: Depressivität: Prozentualer Anteil fehlender Werte (Originalvariablen)

Nr.

Während der letzten Woche...

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

61

konnte ich meine trübsinnige Laune nicht loswerden.

7.1

5.9

6.0

62

hatte ich Mühe, mich zu konzentrieren.

8.5

7.5

7.9

63

war ich deprimiert

8.0

6.1

7.7

64

war alles anstrengend für mich

7.5

6.0

6.1

65

dachte ich, mein Leben is ein einziger Fehlschlag

6.9

5.7

6.9

66

hatte ich Angst

8.5

6.8

6.5

67

habe ich schlecht geschlafen

8.4

6.3

6.4

68

habe ich weniger als sonst geredet

7.2

4.9

5.8

70

fühlte ich mich einsam

8.7

7.0

7.9

71

war ich traurig

9.3

6.6

6.9

73

hatte das Gefühl, dass mich die Leute nicht leiden können

10.2

8.0

7.9

74

konnte ich mich zu nichts ausraffen

9.3

7.4

7.3

75

war ich fröhlich gestimmt

8.6

6.5

7.0

69

habe ich das Leben genossen

8.6

6.9

7.4

72

konnte ich meine trübsinnige Laune nicht loswerden.

11.8

9.4

8.7

Anmerkungen. Auswertung der Originalvariablen. Nr. bezieht sich auf den Fragebogen. Aufnahme / Entlassung: Prozent in Bezug auf 1065 Fälle. Katamnese: Prozent in Bezug auf 770 Fälle.

Zur Skalenbildung wurden fehlende Werte ersetzt, wenn für eine Person mindestens 80% (12) der 15 Angaben vorliegen. Wie Tabelle 63 veranschaulicht, haben bei Aufnahme 240 (23%) nicht alle, jedoch nur 95 (9%) weniger als 12 Fragen beantwortet. Bei Entlassung sind es 184 (17%) und 77 (7%). Nach der Substitution der fehlenden Angaben durch den Mittelwert der gültigen Antworten ergibt sich insgesamt eine Anzahl gültiger Fälle von 970, 988 und 708 Patienten.

Tabelle 63: Depressivität: Häufigkeit gültiger Angaben für die Skalenbildung

Angaben

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

alle (100%)

825

881

650

fehlende: N(%)

240 (23)

184 (17)

120 (16)

80% (mind. 12 von 15)

970

988

708

fehlende: N(%)

95 (9)

77 (7)

62 (8)

↓349

Die Trennschärfen der Items und interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) der Skala ist Tabelle 64 zu entnehmen.

Tabelle 64: Depressivität: Interne Konsistenz und Trennschärfen

Nr.

Während der letzten Woche...

Aufnahme

N = 970

Entlassung

N = 988

Katamnese

N = 708

61

haben mich Dinge beunruhigt, die mir sonst nichts ausmachen

.61

.61

.63

62

konnte ich meine trübsinnige Laune nicht loswerden

.65

.60

.69

63

hatte ich Mühe, mich zu konzentrieren

.61

.58

.64

64

war ich deprimiert

.71

.70

.74

65

war alles anstrengend für mich

.51

.49

.56

66

dachte ich, mein Leben ist ein einziger Fehlschlag

.55

.56

.59

67

hatte ich Angst

.62

.58

.63

68

habe ich schlecht geschlafen

.42

.42

.43

69

war ich fröhlich gestimmt

.19

.19

.25

70

habe ich weniger als sonst geredet

.44

.38

.42

71

fühlte ich mich einsam

.47

.54

.54

72

habe ich das Leben genossen

.25

.22

.32

73

war ich traurig

.62

.66

.67

74

hatte das Gefühl, dass mich die Leute nicht leiden können

.38

.37

.37

75

konnte ich mich zu nichts ausraffen

.52

.49

.52

Mittlere Trennschärfe

.50

.49

.53

Reliabilitätα

.85

.83

.86

Tabelle 65: Depressivität (ADS-K): Summenwerte

Gültige N

M

(SD)

Min

Max

Aufnahme

N=970

11.42

(7.37)

0

44

Entlassung

N=988

8.62

(6.35)

0

39

Katamnese

N=708

8.96

(6.99)

0

43

↓350

Zusätzlich zum Skalenwert können auffällig hohe Depressivitätswerte bestimmt werden. Der als kritisch anzusehende mittlerer ADS-K-Wert der Bevölkerungsstichprobe liegt bei 18 Punkten (Hautzinger & Bailer, 1993). Er liegt eine Standardabweichung über dem Mittelwert und trennt 19% der klinisch unauffälligen Stichprobe ab. Demnach können Personen mit Werte ≥ 18 als auffällig bezeichnet werden. In der Untersuchungsstichprobe liegt der Anteil an Patienten mit auffällig hohen Depressivitätswerten zu Beginn der Behandlung bei 19%. Er sinkt während der Rehabilitation auf 10% und liegt ein halbes Jahr später bei 12% (siehe Tabelle 66).

Tabelle 66: Anteil (un-)auffälliger Patienten

Wert

Aufnahme

Entlassung

Katamnese

N

%

N

%

N

%

  

unauffällig (< 18)

790

81%

886

90%

625

88%

auffällig ( > 17)

180

19%

102

10%

83

12%

Gesamt

970

100%

988

100%

708

100%


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
05.10.2006