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3  ZIELSTELLUNG

Das Anliegen dieser Arbeit ist es nachzuweisen, ob die erhöhte Zufuhr von zucker­hal­tigen Nahrungsmitteln bei an Morbus Crohn erkrankten Patienten allein auf eine verän­derte Geschmacksempfindung bzw. Geschmacksschwelle für „süß“ zurückzuführen sein könnte.

Da sich im angloamerikanischen, skandinavischen und deutschen Raum bezüglich die­ser Hypo­these noch keine einheitliche Meinung etabliert hat, ergeben sich folgende inter­­dis­ziplinäre Aufgabenstellungen, mit denen sich die vorliegende Arbeit befasst:

  1. Unterscheiden sich Patienten mit Morbus Crohn hinsichtlich ihrer Ge­schmacks­schwelle für „süß“ von gesunden Kontrollpersonen?
  2. Besteht ein Zusammenhang zwischen der Geschmacksschwelle für „süß“ und dem Abusus von Kohlenhydraten und Disacchariden?
  3. Kann für die Zinkkonzentrationen im Plasma und die Geschmacksschwellen für „süß“ eine Assoziation aufgezeigt werden?
  4. Ist mit der klassischen Methode der Geschmacksuntersuchung eine allum­fas­sen­de Beantwortung der vorherigen Fragestellungen möglich?
  5. Besitzen Morbus Crohn- Patienten eine höhere Kariesprävalenz als Ver­gleichs­per­sonen?
  6. Liegt eine Assoziation zwischen Kariesrisiko und Kariesprävalenz zum er­höh­ten Saccharosekonsum für Patienten vor, die an Morbus Crohn erkrankt sind?
  7. Kann für die Zinkkonzentration im Plasma und die Kariesprävalenz eine Abhängigkeit nachgewiesen werden?

Die im Literaturteil in groben Zügen dargestellte Abgrenzung des Oralsinnes und die zu be­arbeitenden Aufgabenstellungen zeigen die Wichtigkeit der interdisziplinären Er­ör­te­rung. Erst eine Verstärkung der fachübergreifenden Betrachtungsweise in der Aus­bil­dung der Ärzte und der Zahnärzte ermöglicht das frühzeitige erkennen bestehender Zu­sam­men­hänge.


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Ebenfalls sollten dem Weltschriftentum eine wachsende Aufmerksamkeit hinsichtlich der umfassend gesamtheitlichen Betrachtungsweise zur Deutung auftretender Verän­derungen bzw. Störungen der Geschmacksempfindung zukommen.

Dies sind Aufgaben im Dienste der Patienten die nur mit einer obligaten inter­dis­zi­pli­nären Zusammenarbeit aller Fachgebiete der Medizin zu schaffen sind.


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03.12.2003