[Seite 47↓]

6  ERGEBNISSE

6.1 Anamnestische und ernährungsmedizinische Erhebungen

Durch die anamnestische Erhebung, ein Gespräch auf Grundlage eines Fragebogens, kon­nten verschiedene Faktoren evaluiert werden, die einen Einfluss auf die Ge­schmacks­­em­pfindung bzw. Kariesprävalenz besitzen können.

Die Befragung ergab, dass 24 Probanden Raucher waren. 11 Patienten, die an Morbus Crohn erkrankt waren, litten unter Essbeschwerden, die sich als Diarrhoe, Sodbrennen und Krämpfen äußerten. Eine Xerostomie wurde von einem Crohn-Patienten ange­ge­ben.

Während des Patientengesprächs wurde von einem Patienten eine Dysgeusie für „süß“ angegeben, die seinerseits zu einem verringerten Zuckerkonsum führte. Bei der Ernäh­rungs­zusammenstellung bevorzugten 2 Crohn-Patienten süße Nahrungsmittel.

Zum Zeitpunkt der Untersuchung gaben 70,8% der Crohn-Erkrankten persönlich an, dass sie unter physischem und psychischem Streß litten.

Die Tabellen 13 und 14 und die Abbildung 7 zeigen eine Übersicht über das Zahnarzt­be­sucherverhalten. Hieraus ist ersichtlich, dass 25% der Morbus Crohn- Patienten, im Ge­gen­satz zu 4,2% der Kontrollgruppe, nicht die empfohlene, einmal jährliche Kontrolle in Anspruch nahmen und 8,3% den Zahnarzt unregelmäßig besuchen.

Tab. 13 : Zahnarztbesucherverhalten Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe

Zahnarztbesuch

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollen in %

n=24

regelmäßig 1x jährlich

91,7

100,0

unregelmäßig

8,3

0,0

In den Hilfsmitteln und in der Frequenz der Mundhygiene bestehen nur geringfügige Unter­schiede, über die die Tabelle 15 Auskünfte gibt. Hervorgehoben werden sollte, dass nur ein Proband aus dem gesamten Untersuchungsgut eine elektrische Zahn­bürs­te zur Zahn­pflege benutzt und die Anwendung von Fluorid nur bei 2,4% aller Patienten Anwendung stattfindet.

Tab. 14 : Letzter Zahnarztbesuch Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (* p<0,05 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

letzter Zahnarztbesuch

 

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe in %

n=24

<4 Monate

37,5 *

54,2

4- 6 Monate

20,8 *

20,8

7- 12 Monate

16,7 *

20,8

13- 24 Monate

16,7 *

4,2

>24 Monate

8,3 *

0,0

Abb. 7 : Zeitpunkt des letzten Zahnarztbesuches Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (* p<0,05 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

Die meisten Patienten standen unter oraler Medikation mit Kortikoiden, die mit Claversal, Gentamycin, Imurek, Metronidazol, Pentasa und Salofalk kombiniert wurden, teilweise aber auch mit ferro sanol duodenal, Ossofortis, Vigantoletten und Vitamin B-Komplexen. 2 der Patienten nahmen zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Medika­mente ein. Eine regelmäßige Zink sowie Vitamin A-Substitution wurde von keinem der [Seite 49↓] unter­suchten Crohn-Patienten angegeben. Von den Patienten mit Metronidazol-Medika­tion wurde keine metallische Dysgeusie angegeben.

Der Erkrankungsgrad war unterschiedlich, 8 hatten bereits chirurgische Eingriffe (3 Fistel-Operationen, 1 Ileostoma, 2 Dünndarmresektionen, und 2 Dünn- und Dickdarm­re­sek­tio­nen) und 2 wurden ausschließlich parenteral ernährt. Ebenfalls bestanden Unter­schiede in der Lokalisation des Morbus Crohn. In dieser Untersuchung hatten 12 im terminalen Ileum, 7 im Dünn- und Dickdarm, 2 im Colon und Rektum, einer im Jejunum, einer im Colon und einer im Rektum einen histologisch nachgewiesenen Morbus Crohn. Zusätzlich bestand zum Zeitpunkt der Studie bei einem Patienten der Verdacht, dass der Morbus Crohn außer­dem im Magen lokalisiert sei.

Eine Lokalisation des Morbus Crohns in der Mundhöhle konnte bei keinem Probanden be­obachtet werden.

Die Erkrankungsdauer war im Durchschnitt 8,8 Jahre und lag zwischen 3 und 28 Jahren.

Tab. 15 : Putzverhalten Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe

Hilfsmittel und Frequenz

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe in %

n=24

Zahnbürste

2x tägl.

54,1

45,8

Zahnbürste 2x tägl. und mindst.

1x wöchl. Zahnseide

41,7

37,5

Zahnbürste 2x tägl., mindst.

1x wöchl. Zahnseide und Fluorid

4,2

16,7

Von den Crohn-Patienten wurden folgende Begleiterkrankungen angegeben: eine An­gina pectoris, eine Myocarditis, ein Morbus Bechterew, eine Zystenniere und -leber, ein chirur­gisch 1998 entfernter Konglomerattumor und ein spontaner Pneumothorax 1995.

Von den Kontrollpersonen nahm keiner vor und während der Studie regelmäßig Medi­ka­­men­te ein, und es lagen nach Angaben der Kontrollpersonen keine Allgemeiner­kran­kungen vor.


[Seite 50↓]

Die Tabelle 16 und 17 zeigt die Häufigkeiten von ausgesuchten Nahrungsmitteln, die von den Probanden verzehrt wurden. Die Auswertung des Ernährungs­anam­ne­se­bo­gens und Umrechnung auf die tägliche Energiezufuhr und den täglichen Konsum von Koh­len­­hydraten sowie Monosacchariden, Disacchariden und Polysacchariden mit Zu­hilfe­nahme des Programms EBiS™ (Version II.1) ergaben die in der Tabelle 18 auf­ge­lis­te­ten täglich aufgenommenen Mengen. Die Abbildungen 8 und 9 geben die ent­sprech­en­den graphischen Aussagen.

Bei dieser Studie konnte im Vergleich zu den Kontrollpersonen ein signifikant erhöhter Di­saccharidkonsum (p<0,001) bei den Morbus Crohn-Patienten nachgewiesen werden. Ausschlaggebender Faktor dafür war die um 48,9% gesteigerte Zufuhr von Saccharose bei den Crohn-Patienten. Hierfür konnte ein Signifikanzniveau von p<0,001 angegeben werden. Außerdem nahmen die Crohn-Erkrankten gegenüber den Kontrollpersonen signi­fi­kant weniger Polysaccharide (p<0,05) zu sich. Für die tägliche Mono­saccha­rid­zu­fuhr konn­ten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

Während für die Crohn-Patienten mit einer Erkrankungsdauer von >2 Jahren kein signifi­kan­ter Unterschied zum Saccharosekonsum im Vergleich zu Kontrollpersonen ge­fun­den werden konnte, lag für Patienten mit weniger als 3 Jahren Krankheitsdauer ein sig­nifikant (p<0,01) erhöhter Saccharoseverzehr vor (siehe Tabelle 19).

Die Korrelation der Krankheitsaktivität mit dem Zuckerkonsum ergab keinen signifi­kan­ten Zusammenhang.

Alle Probanden zeigten einen im Normbereich (weiblich 19-25; männlich 20-25) befind­lichen Body mass index. Die Morbus Crohn-Patienten wiesen aber im Vergleich zu den Kontrollpersonen einen signifikant (p<0,05) erniedrigten BMI auf (siehe Tabelle 20).

Für die Crohn-Erkrankten lag eine um 11,3% erhöhte Energiezufuhr in Gegen­über­stel­lung zu den gesunden Probanden vor, die ein Signifikanzniveau von p<0,01 auf­weist.


[Seite 51↓]

Tab. 16 : Verzehrshäufigkeiten (%) bei Crohn-Patienten (C; n=24) und Kontrollpersonen (K; n=24) (* p<0,05 und ** p<0,01 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

  

nie

selten

1xpro Woche

regelmäßig

1x pro Tag

Kartoffelgerichte

C

K

0,0 **

0,0 **

66,7 **

45,8 **

33,3 **

54,2 **

Reis

C

K

0,0 **

4,2 **

87,5 **

66,6 **

12,5 **

29,2 **

Nudeln

C

K

0,0 **

4,2 **

75,0 **

62,5 **

25,0 **

33,3 **

Beilagen gesamt

C

K

0,0 **

2,8 **

76,4 **

58,3 **

23,6 **

38,9 **

Weißbrot

C

K

8,2 **

12,5 **

45,8 **

54,2 **

45,8 **

33,3 **

Mischbrot

C

K

16,7 **

8,3 **

33,3 **

29,2 **

50,0 **

62,5 **

Vollkornbrot

C

K

37,5 **

4,2 **

37,5 **

29,2 **

25,0 **

66,6 **

Müsli

C

K

50,0 **

37,5 **

50,0 **

45,8 **

0,0**

16,7 **

Getreideprodukte gesamt

C

K

28,1 **

15,6 **

41,7 **

39,6 **

30,2 **

44,8 **

Grießbrei

C

K

45,8 **

62,5 **

45,8 **

37,5 **

8,3 **

0 **

Reisbrei

C

K

50,0 **

50,0 **

41,7 **

45,8 **

8,3 **

4,2 **

Pudding

C

K

20,8 **

25,0 **

54,2 **

75,0 **

25,0 **

0,0 **

Süßspeisen gesamt

C

K

38,9 **

45,8 **

47,2 **

52,8 **

13,9 **

1,4 **

Kakao

C

K

29,2 **

37,5 **

54,2 **

58,3 **

16,7 **

4,2 **

Limonade

C

K

37,5 **

45,8 **

33,3 **

45,8 **

29,2 **

8,3 **

Obstsäfte

C

K

8,3 **

0,0 **

62,5 **

50,0 **

29,5 **

50,0 **

Bier

C

K

62,5 **

25,0 **

37,5 **

58,3 **

0,0**

16,7 **

Wein

C

K

50,0 **

12,5 **

41,7 **

83,3 **

8,3 **

4,2 **

Getränke gesamt

C

K

37,5 **

24,2 **

45,8 **

59,1 **

16,7 **

16,7 **


[Seite 52↓]

Tab. 17 : Verzehrshäufigkeiten (%) bei Crohn-Patienten (C; n=24) und Kontrollpersonen (K; n=24) (* p<0,05 und ** p<0,01 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

  

nie

selten

1xpro Woche

regelmäßig

1x pro Tag

Frisches Obst

C

K

30,2 *

2,1 *

52,1 **

79,1 **

17,7 **

18,8 **

Trockenobst

C

K

83,3 *

50,0 *

16,7 **

41,7 **

0,0 **

8,3 **

Obst gesamt

C

K

56,8 *

26,1 *

34,4 **

60,4 **

8,8 **

13,5 **

Honig/Marmelade

C

K

4,2 *

0,0 *

25,0 **

62,5 **

70,8 **

37,5 **

Schokolade

C

K

4,2 *

0,0 *

37,5 **

83,3 **

58,3 **

16,7 **

Kuchen

C

K

0,0 *

4,2 *

50,0 **

83,3 **

50,0 **

12,5 **

Kekse

C

K

16,7 *

37,5 *

62,5 **

50,0 **

20,8 **

12,5 **

Eiscreme

C

K

12,5 *

0,0 *

79,2 **

100,0 **

8,3 **

0,0 **

Bonbons

C

K

12,5 *

12,5 *

66,7 **

79,2 **

20,8 **

8,3 **

Süßigkeiten gesamt

C

K

9,2 *

10,8 *

59,2 **

79,2 **

31,6 **

10,0 **

Tab. 18 : Kohlenhydratkonsum in g/d Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (* p<0,05 und *** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

Kohlenhydrate in g/d

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Monosaccaride

Glucose

42,9 ± 14,8 ***

19,5 ± 6,8 ***

45,7 ± 13,7

19,5 ± 5,4

Disaccaride

Saccharose

121,7 ± 31,6 ***

107,1 ± 27,7 ***

86,9 ± 16,1

71,9 ± 13,7

Polysaccharide

194,9 ± 27,2 *

202,3 ± 21,3

Kohlenhydrate gesamt

367,3 ± 63,5 ***

332,3 ± 69,5

Tab. 19 : Saccharosekonsum in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer (** p<0,01 im Vergleich zu Patienten mit einer Erkrankungsdauer >6 Jahre)

 

Erkrankungsdauer der Patientengruppe

<3 Jahre

n=6

3- 6 Jahre

n=12

>6 Jahre

n=6

Saccharose in g/d

122,0 ± 25,5 **

109,0 ± 30,8

88,3 ± 10,0

Tab. 20 : Body mass index Vergleich: Patienten und Kontrollen(* p<0,05 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Body mass index

22,2 ± 3,8 *

23,3 ± 2,7

Tab. 21 : Energiezufuhr in kcal/d Vergleich: Patienten und Kontrollen(** p<0,01 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Energie in kcal/d

3086,9 ± 463,5 **

2773,3 ± 246,8

Tab. 22 : Deckung der Energiezufuhr durch Kohlenhydrate in % Vergleich: Patienten und Kontrollen (* p<0,05 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Energie durch

Kohlenhydrate in %

49,0 ± 2,9 *

51,5 ± 3,5


[Seite 54↓]

Abb. 8 : Perzentile); Bereich 5.-95. Perzentile (Ausläufer) und Ausreißer (,* O); N= Fallzahl zu den jeweiligen Probandengruppen

Abb. 9 : Saccharosekonsum in g/d in Abhängigkeit von der Krankheitsaktivität ** p<0,01 Angabe von Median (_____ ) ; Interquartilbereich (grauer Kasten, 25.-75. Perzen­tile); Bereich 5.-95. Perzentile (Ausläufer) und Ausreißer (,* O); N= Fallzahl zu den je­wie­ligen Probandengruppen


[Seite 55↓]

6.2  Testverfahren der chemischen Sinnesmodalitäten

6.2.1 Olfaktometrie

In der Olfaktometrie wurde bei 18 Morbus Crohn-Patienten und 23 Kontrollpersonen eine normale Wahrnehmungsschwelle bei allen Riechsubstanzen ermittelt (siehe Ta­belle 23). Das bedeutet, dass mindestes die Konzentrationsstufe 3 bei allen Riech­stof­fen (vergleiche Tabelle 11) erkannt wurde. Bei einem Morbus Crohn-Patienten (4,2%) und 8 Kontroll­personen (33,3%) konnte sogar die niedrigste verwendete Konzen­tra­tionsstufe (Stufe 0) wahrgenommen werden. Bei den restlichen 7 Personen (6 Morbus Crohn-Patienten und 1 Kontrollperson) wurde nur bei dem Mischreizstoff Dichloräthan eine Hyposmie festgestellt, wobei eine normale Wahrnehmungsschwelle für Menthol, das ebenfalls den N. glosso­pharyngeus und den N. trigeminus erregt, vorlag. Deshalb kann man von einer subjektiven Mißempfindung von seiten des Patienten durch die Un­be­kanntheit dieses Geruches und fehlende Assoziation ausgehen. Dieses muss rela­tiviert betrachtet werden. Eine Anosmie (>Konzentrationsstufe 3) lag bei keiner der unter­suchten Personen vor. Demzufolge erfüll­ten alle Probanden die Voraussetzung für unsere Untersuchungen, und es konnte eine nega­tive Beeinflussung der Ge­schmackswahrnehmung durch eine verminderte Geruchs­wahrnehmung (Hyposmie) oder einen vollständigen Ausfall des Geruchsvermögens (Anosmie) ausgeschlossen werden.

Tab. 23 : Olfaktometrie: Summe der Wahrnehmungsschwellen (in Klammern Konzentrationsstufen 4-6 für Dichloräthan; Erklärung siehe Text)

Stufe

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

0

4,2%)

33,3%)

1-3

95,5%)

66,7%)

4-6

0% (26,1%)

0% (6,2%)


[Seite 56↓]

6.2.2 Klassische Gustometrie

Bei der klassischen Gustometrie waren 14 Probanden, die alle aus der Gruppe der Kontroll­personen stammen, in der Lage, die Konzentrationsstufen 0 und 1 (vergleiche Tabelle 12) der Qualität „süß“ zu erkennen. Dies entspricht 58,3% der Kontrollpersonen. Im Gegensatz dazu wurden die Stufen 4 und 5 nur von den Morbus Crohn-Patienten (8,3%) wahr­genommen. Außerdem liegt eine größere Häufigkeitsverteilung bei den Mor­bus Crohn-Patienten für die Konzentrationsstufe 3 vor (siehe Tabelle 24). Bei den anderen Qualitäten „salzig“, „sauer“ und „bitter“ wurde mindestens die Stufe 1 erkannt, und somit bestand eine Normgeusie für jede dieser Qualitäten.

In der klassischen Gustometrie zeigte sich eine signifikant (p<0,001) erhöhte Er­kennungs­­schwelle (M.C.: 7,31g/l; K.P.: 2,91g/l Saccharoselösung) für die Qualität „süß“ bei Patien­ten, die an Morbus Crohn erkrankt sind (siehe Abbildung 10).

Bei dem Vergleich beider Geschlechter innerhalb beider Gruppen ließ sich für die Qualität „süß“ ein signifikanter (p<0,05) Unterschied feststellen. Die Süß­er­kennungs­schwelle der männlichen lag deutlich unter der der weiblichen Probanden.

Tab. 24 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen für Qualität „süß“ (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

Geschmacksqualität „süß“

Saccharose (g/l)

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe in %

n=24

1

0,0***

25,0

2

0,0 ***

33,3

4

50,0 ***

33,3

8

41,8 ***

8,3

16

4,1 ***

0,0

32

4,1 ***

0,0


[Seite 57↓]

Abb. 10 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen für Qualität „süß“ (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen))

Tab. 25 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen bei den Ge­schlech­tern für Qualität „süß“ (* p<0,05 im Vergleich zu weiblichen Morbus Crohn-Patienten)

Geschmacksqualität „süß“

 

Patientengruppe in %

Kontrollgruppe in %

Saccharose (g/l)

weiblich

n=14

männlich

n=10

weiblich

n=12

männlich

n=12

1

0,0

0,0 *

15,4

36,4

2

0,0

0,0 *

46,1

18,2

4

64,3

30,0 *

23,1

45,4

8

35,7

50,0 *

15,4

0,0

16

0,0

10,0 *

0,0

0,0

32

0,0

10,0 *

0,0

0,0


[Seite 58↓]

Unter den Probanden befanden sich 25 Raucher (13 Morbus Crohn-Patienten und 12 Kontroll­personen) und 23 Nichtraucher (10 Morbus Crohn-Patienten und 12 Kontroll­per­sonen). Bei einer Gegenüberstellung innerhalb der Patienten- und Kontrollgruppe wur­den die Konzentrationsstufen 4 und 5 nur von den männlichen Rauchern der Morbus Crohn-Gruppe erkannt, aber ein Signifikanzniveau von p=0,05 wurde jedoch nicht erreicht.

Tab. 26 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen bei Nichtrauchern und Rauchern für Qualität „süß“

Geschmacksqualität „süß

 

Patientengruppe in %

Kontrollgruppe in %

Saccharose (g/l)

Nichtraucher

n=11

Raucher

n=13

Nichtraucher

n=12

Raucher

n=12

1

0,0

0,0

16,7

33,3

2

0,0

0,0

33,3

33,3

4

45,5

53,8

41,7

25,0

8

54,5

30,8

8,3

8,3

16

0,0

7,7

0,0

0,0

32

0,0

7,7

0,0

0,0

Nach Auswertung der Ergebnisse wurde keine altersabhängige Geschmacks­wahr­neh­mung herausgefunden. Ebenfalls ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwi­schen Crohn-Patienten mit und ohne Resektionen von Darmsegmenten.

Weder bei den Patienten noch bei den gesunden Kontrollpersonen fanden sich sig­ni­fi­kan­te Korrelationen zwischen dem Abusus von Kohlenhydraten und Disaccha­riden und den Erkennungsschwellen für „süß“.

Außerdem konnten keine signifikanten Zusammenhänge von Zinkkonzentrationen im Plas­ma und den Erkennungsschwellen für „süß“ festgestellt werden.

Es zeigten sich für 12 Crohn-Patienten mit einer akuten Erkrankung (CDAI über 150) keine signifikanten Schwellenerhöhungen für die Qualität „süß“ in Gegenüberstellung [Seite 59↓] mit 12 Crohn-Patienten mit einer ruhenden Erkrankung (CDAI unter 150) (siehe Tabelle 27).

Auf Grund der sich stark unterscheidenden Medikamentenkombinationen konnten für die Crohn-Patienten keine signifikanten Korrelationen zwischen Medikamenten und Geschmacksempfindungen nachgewiesen werden.

Ein signifikanter Unterschied konnte für die anderen Geschmacksqualitäten „salzig“, „sauer“ und „bitter“ nicht gefunden werden.

Aus den Tabellen 24-30 und der Abbildung 10 werden die Ergebnisse der klassischen Gustometrie ersichtlich.

Tab. 27 : Klassische Gustometrie: Erkennungschwellenkonzentrationen bei CDAI unter 150 und über 150 für Qualität „süß“

Geschmacksqualität „süß“

Saccharose (g/l)

Patientengruppe in % mit

CDAI<150

n=12

CDAI>150

n=12

1-2

0,0

0,0

4

58,3

41,7

8

33,3

50,0

16

0,0

8,3

32

8,3

0,0

Tab. 28 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen für Qualität „salzig

Geschmacksqualität „salzig“

Kochsalz (g/l)

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe in %

n=24

11

100,0

100,0

220

0,0

0,0

Tab. 29 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen für Qualität „sauer“

Geschmacksqualität „sauer

Zitronensäure (mg/l)

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe

n=24

215

70,8

41,7

4300

29,2

58,3

Tab. 30 : Klassische Gustometrie: Erkennungsschwellenkonzentrationen für Qualität „bitter“

Geschmacksqualität „bitter

Chininhydrochlorid (mg/l)

Patientengruppe in %

n=24

Kontrollgruppe in %

n=24

3,8

79,2

54,2

280,0

20,8

45,8

6.3 Ergebnisse der zahnmedizinischen Evaluation

6.3.1 Mundhygieneindices API und PBI

Bei Vergleich der Mundhygieneindices ließen sich sowohl für den API als auch für den PBI signifikante Unterschiede feststellen. Die Crohn- Patienten zeigten eine deutlich schlech­tere Mundhygiene. Das Signifikanzniveau lag für den API bei p<0,001 und für den PBI bei p<0,01. Die Ergebnisse sind in Tabelle 31 und 32 und Abbildung 11 und 12 dargestellt, wobei die Patientengruppe der Totalprothesenträger (1 Patient) außer Betracht gelassen wurde. Bei der Auswertung der Ergebnisse konnte eine signifikante Korrelation (p<0,01) zwischen Saccharosekonsum und API nachgewiesen werden, der ebenfalls zwischen PBI und Saccharoseverzehr (p<0,01) bestand (Abbildung 13 und 14). Ebenfalls ergaben sich für keine Probandengruppe signifikante Zusammenhänge zwischen dem Zinkgehalt im Plasma und den Mundhygieneindices.

Tab. 31 : API Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=23

Kontrollgruppe

n=24

API in %

85,4 ± 23,6 ***

31,8 ± 24,1

Tab. 32 : PBI Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (** p<0,01 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=23

Kontrollgruppe

n=24

PBI

14,8 ± 10,4 **

6,2 ± 8,6

Abb. 11 : API Vergleich: Patienten und Kontrollen *** p<0,001; Angabe von Median (_____ ); Interquartilbereich (grauer Kasten, 25.-75. Perzentile); Bereich 5.-95. Perzentile (Ausläufer) und Ausreißer (* ,O); N= Fallzahl zu den jeweiligen Probandengruppen


[Seite 62↓]

Abb. 12 : PBI Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe ** p<0,01; Angabe von Median
(_____ ); Interquartilbereich (grauer Kasten, 25.-75. Perzentile); Bereich 5.-95. Perzentile (Ausläufer) und Ausreißer (,* O); N= Fallzahl zu den jeweiligen Probandengruppen

Abb. 13 : Korrelation von Saccharosekonsum in g/d und API


[Seite 63↓]

Abb. 14 : Korrelation von Saccharosekonsum in g/d und PBI

6.3.2 DMFT-Index

Der DMFT-Index der Morbus Crohn-Patienten zeigt im Vergleich zu den Kontroll­per­sonen keinen signifikanten Unterschied bei den Patienten mit Morbus Crohn.

Bei dem Vergleich der Crohn-Patienten hinsichtlich der Erkrankungsdauer konnte bei Pa­­tien­ten mit einer mindestens 3 jährigen Krankheitsdauer ein signifikant (p<0,05) höherer DMFT als bei Patienten mit einer kürzeren Erkrankungsdauer nachgewiesen werden.

In Gegenüberstellung der Patienten und der Kontrollen hinsichtlich des Alters und des DMFT konnte ein signifikanter Zusammenhang (p<0,01) errechnet werden. Hierbei steigt der DMFT mit zunehmendem Alter der untersuchten Person.

Bei der Auswertung der Ergebnisse konnte keine signifikante Korrelation zwischen DMFT und API sowie DMFT und PBI angegeben werden, aber für den DMFT und den Zinkgehalt im Plasma konnte für die Gesamtgruppe ein signifikanter Zusammenhang gefunden wer­den. Die Tabellen 33 und 34 und die Abbildungen 15 und 16 geben einen Überblick über die Ergebnisse.

Eine korrelierende Abhängigkeit des DMFT vom Zuckerkonsum liegt nicht vor. Außer­dem konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen Patienten mit und ohne Darm­resek­tionen aufgezeigt werden.

Tab. 33 : -Index Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

DMFT-Index

14,0 ± 5,9

12,0 ± 4,9

Tab. 34 : DMFT-Index in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer * p<0,05 im Vergleich zu Patienten mit einer Erkrankungsdauer <3 Jahre

 

Erkrankungsdauer der Patienten

<3 Jahre

n=6

3- 6 Jahre

n=12

>6 Jahre

n=6

DMFT-Index

9,5 ± 4,3

14,3 ± 4,6 *

18,2 ± 7,2 *

Abb. 15 : DMFT-Index in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer * p<0,05 im Vergleich zu Patienten mit einer Erkrankungsdauer <3 Jahre; Angabe von Median (_____ ) ; Interquartilbereich (grauer Kasten, 25.-75. Perzentile); Bereich 5.-95. Perzentile (Ausläufer) und Ausreißer (,* O); N= Fallzahl zu den jeweiligen Probandengruppen


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Abb. 16 : Korrelation von Zinkkonzentrationen im Plasma und DMFT-Index

6.3.3 Klassifikation des Lückengebisses nach Eichner

Morbus Crohn-Patienten hatten im Durchschnitt 3,63 Zähne durch kariöse Zerstörung ver­loren. Der durchschnittliche Zahnverlust bei den Kontrollpersonen lag bei 1,83 Zähnen. Die statistische Auswertung ergab keine signifikanten Unterschiede (Tabelle 35).

Hieraus ergaben sich verschiedenen Häufigkeitsverteilungen von Eichner-Gruppen unter den Probanden die in der Tabelle 36 zeigt werden. Die Auswertung der Er­geb­nisse macht deutlich, dass halb so viele Morbus Crohn-Patienten ein lückenloses Ge­biss im Vergleich zu den Kontrollpersonen besaßen. 45,8% der Crohn-Erkrankten hatten eine Stützzone in einem der beiden Kiefer verloren. Es konnte ein Signifi­kanz­niveau von p<0,001 nach­ge­wie­sen werden.

Tab. 35 : Zahnverlust Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Zahnverlust

3,63 + 7,33

1,83 + 3,13

Tab. 36 : Klassifikation des Lückengebisses nach Eichner Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (* p<0,05 und *** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

Eichner-Gruppe

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

in %

Alter in Jahren

in %

Alter in Jahren

A1

33,3 * **

27,1 ± 6,5

66,6

32,5 ± 9,41

A2

45,8 ***

36,3 ± 9,9

0,0

- 0,0o

A3

8,3 ***

40,0 ± 9,9

12,5

44,3 ± 14,6

B1

0,0 ***

- 0,0

12,5

45,0 ± 10,5

B2

4,2 ***

27,0 ± 0,0

0,0

- 0,0o

B3

0,0 ***

- 0,0

4,2

28,0 ± 0,01

B4

0,0 ***

- 0,0

4,2

34,0 ± 0,01

C1

0,0 ***

- 0,0

0,0

- 0,0o

C2

4,2 ***

58,0 ± 0,0

0,0

- 0,0o

C3

4,2 ***

87,0 ± 0,0

0,0

- 0,0o

6.4 Labortechnische Parameter

6.4.1 Zinkkonzentrationen

Bei der Auswertung der Zinkwerte im Plasma befanden sich 41 Probanden (85,4%) in dem vom Zentrallabor der Charité zu Berlin angegebenen Normbereich (10,6-17,9 µmol/l). Die restlichen 5 Crohn-Patienten (10,4%) und 2 Kontrollpatienten (4,2%) waren unterhalb des angegebenen Normbereiches.

Die Zinkkonzentrationen der Morbus Crohn-Patienten lagen mit einem Signifikanz­ni­veau von p<0,001 unter denen der Kontrollpersonen.

Dieser signifikante Unterschied ist tabellarisch in der Tabelle 37 dargestellt.

Bei Vergleich beider Geschlechter innerhalb der Gruppen konnte nur in der männlichen Kon­troll­gruppe eine signifikant (p<0,001) höhere Zinkkonzentration nachgewiesen werden, während eine


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gruppenübergreifende Gegenüberstellung gleicher Geschlechter zeigte, dass bei weiblichen Crohn-Patienten keine signifikanten Tendenzen gegenüber weiblichen Kon­trollpersonen sichtbar wurden. Anders bei dem männlichen Geschlecht. Die Zink­kon­zen­trationen der männlichen Kontrollpersonen lagen deutlich über den Zink­kon­zen­tra­tio­nen der männlichen Crohn-Patienten, wie in der Tabelle 38 gezeigt wird.

Eine von der Aktivität des Morbus Crohn (CDAI) abhängige Konzentration des Zinks konn­te bei unserem Untersuchungsgut nicht nachgewiesen werden (siehe Tabelle 39).

Eine von der Erkrankungsdauer des Morbus Crohn abhängige Konzentration des Zinks konnte bei unserem Untersuchungsgut nicht nachgewiesen werden (siehe Tabelle 40).

Eine Aussage über den Einfluss des Erkrankungsortes kann auf Grund der vielfältigen Lokalisation der Mukosaveränderung im gesamten Magen-Darm-Trakt nicht erfolgen.

Tab. 37 : Zinkkonzentrationen im Plasma Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Zink in µmol/l

11,54 ± 1,51 ***

13,46 ± 1,95

Tab. 38 : Zinkkonzentrationen im Plasma Vergleich: Gruppen nach Geschlechtsspezifität (*** p<0,001 im Vergleich zu männlichen Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

weiblich

n=14

männlich

n=10

weiblich

n=12

männlich

n=12

Zink in µmol/l

11,61 ± 1,44

11,44 ± 1,66 ***

12,55 ± 1,76

14,37 ± 1,74

Tab. 39 : Zinkkonzentrationen im Plasma in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer

 

Patientengruppe

CDAI<150

n=12

CDAI>150

n=12

Zink im µmol/l

11,45 ± 1,82

11,63 ± 1,19

Tab. 40 : Zinkkonzentrationen im Plasma in Abhängigkeit von der Erkrankungsdauer

 

Erkrankungsdauer der Patienten

<3 Jahre

n=6

3- 6 Jahre

n=12

>6 Jahre

n=6

Zink in µmol/l

11,47 ± 2,09

11,52 ± 1,55

11,67 ± 0,89

6.4.2 Albuminkonzentrationen

4 der Kontrollpersonen (16,7%) wiesen leicht erhöhte Albuminwerte im Plasma in Bezug auf den angegebenen Normbereich (3,3-5,0 g/dl) auf. Es zeigte sich für die Morbus Crohn-Patienten eine signifikante Konzentrationserniedrigung (p<0,01) für die Albumin­kon­zen­tra­tion im Plasma im Vergleich zu den Kontrollpersonen.

Die Korrelation von Zink- mit Albuminwerten ergab einen positiven signifikanten Zu­sam­men­hang mit p<0,001. Bei einem Vergleich der Albuminkonzentrationen in Bezug auf die Body mass indices konn­te eine signifikante Korrelation mit p<0,01 nachgewiesen werden. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 41 und den Abbildungen 17 und 18 dargestellt.

Tab. 41 : Albuminkonzentrationen Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (** p<0,01 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Albumin in g/dl

4,30 ± 0,45 **

4,72 ± 0,36


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Abb. 17 : Korrelation von Albumin und Zink im Plasma

Abb. 18 : Korrelation von Albumin und Body mass index


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6.4.3 CrP-Konzentrationen

Der Vergleich des Untersuchungsgutes ergab, dass 13 Patienten mit Morbus Crohn (54,1%) über und alle anderen Probanden in dem angegebenen Normbereich (<0,8 mg/dl) für CrP lagen. Die CrP-Konzentration der 24 Crohn- Patienten war signifikant (p<0,001) erhöht. Die Auswertung der Ergebnisse konnte keine signifikante Korrelation zwischen CrP und Zinkgehalt im Plasma nachweisen. Die Resultate sind aus Tabelle 42 ersichtlich.

Tab. 42 : CrP- Konzentrationen Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

CrP in mg/dl

1,32 ± 1,45 ***

0,21 ± 0,11

6.4.4 Leukozytenkonzentrationen

3 Crohn- Patienten wiesen eine erhöhte und jeweils 2 Crohn-Patienten und Kontroll­personen eine erniedrigte Konzentration von Leukozyten, bezogen auf den ange­ge­benen Normbereich (4,8-10,8 /nl) auf. Die Morbus Crohn-Patienten zeigten sig­ni­fi­kant (p<0,001) höhere Leukozytenkonzentrationen im Blut als die Kontroll­pro­banden. Eine weitere Aus­wertung der Ergebnisse konnte keine signifikante Korrelation zwischen Leukozyten­konzen­tration und Papillenblutungsindex aufzeigen. Die Resultate sind in Tabelle 43 aufgeführt.

Tab. 43 : Leukozytenkonzentrationen Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe (*** p<0,001 im Vergleich zu Kontrollpersonen)

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

Leukozyten in /nl

8,21 ± 2,22 ***

6,28 ± 1,34


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6.4.5 Konzentrationen von α -1-saure Glykoprotein

Der Vergleich der 24 Crohn-Patienten mit den 24 Kontrollpersonen zeigte, daß 8 Crohn-Patienten (33,3%) über und alle Kontrollpersonen in dem angegebenen Normbereich (50-120 mg/dl) für den Gehalt vom α -1-sauren Glykoprotein im Serum lagen. Die Kon­zen­tration im Serum war bei Patienten mit Morbus Crohn signifikant erhöht (p<0,001).

Die Auswertung der Ergebnisse konnte eine positive signifikante (p<0,001) Korrelation zwischen dem α -1-sauren Glykoprotein und Zinkgehalt im Plasma nachweisen. Die Ergeb­nisse sind in der Tabelle 44 und der Abbildung 19 dargestellt.

Tab. 44 : α -1-saure Glykoproteinkonzentrationen Vergleich: Patientengruppe und Kontrollgruppe

 

Patientengruppe

n=24

Kontrollgruppe

n=24

α -1-saure Glykoprotein

in mg/dl

119,58 ± 48,81 ***

74,89 ± 17,53

Abb. 19 : Korrelation von α -1-sauren Glykoproteinkonzentrationen und Zinkkonzentrationen im Plasma


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03.12.2003