3 ERGEBNISSE

3.1 Probandinnendaten

3.1.1 Allgemeine Daten

▼ 67 (fortgesetzt)

Die Altersverteilung weist einen Median und Mittelwert von 30 Jahren auf. Das Minimum liegt bei 19, das Maximum bei 42 Jahren. Das Alter von 48 % der Probandinnen lag unter 30 Jahren

▼ 68 

(n = 25). Bei 27 % lag das Alter zwischen 30 und 35 Jahren (n = 14). 25 % waren älter als 35 Jahre (n = 13) (s. Tabelle 4).

83 % (n = 43) der Schwangeren waren deutscher Abstammung. Der Anteil nicht-deutscher Nationalitäten am Kollektiv betrug 17 % (n = 9), und teilte sich auf in je eine Polin, eine Araberin, eine Jugoslawin, eine Nordamerikanerin, zwei Russinnen und drei Türkinnen.

Aufgrund dieser überwiegend deutschen Zusammensetzung wird auf einen Nationalitätenvergleich in der weiteren Auswertung verzichtet.

▼ 69 

Die Frauen waren bei Studienbeginn durchschnittlich in der 30. Schwangerschaftswoche, mit einer Verteilung zwischen der 24. und 35. Woche (s. Tabelle 4).

Der Median der Körpergröße liegt bei 166 cm mit einer Spannweite von 150 bis 180 cm
(s. Tabelle 4).

Das durchschnittliche prägravide Körpergewicht betrug 65 kg mit einer Spannweite von 45 bis 102 kg. Der prägravide Body-Mass-Index hat einen Median von 23 kg/m. 21 % (n = 11) der Probandinnen wurden mit einem BMI ≥ 27 kg/ m als übergewichtig eingestuft.

▼ 70 

Das aktuelle Körpergewicht betrug durchschnittlich 73 kg mit einer Spannweite von 53 bis 109 kg.

Der Median der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft liegt bei 9 kg, mit einer Spannweite von 3 bis 23 kg. 10 % hatten mehr als 17,4 kg zugenommen (s. Tabelle 4).

64 % der Probandinnen (n = 33) waren Erstgebärende,

▼ 71 

37 % der Probandinnen (n = 19) waren Multiparae.

Keine der Probandinnen gab auf Nachfrage an, Alkohol zu konsumieren.

47 Frauen gaben an, nicht zu rauchen; 5 Probandinnen bezeichneten sich als Gelegenheitsraucher. In dieser Gruppe ließen sich keine Besonderheiten feststellen.

▼ 72 

Bei 40 Probandinnen waren keine Vorerkrankungen bekannt, sieben gaben an, früher eine Schilddrüsenerkrankung gehabt zu haben ( 5 mal Hypo-, 2 mal Hyperthyreose). Deren Schilddrüsenwerte zeigten während des Studienverlaufs eine euthyreote Stoffwechselsituation.

Zwei Frauen gaben an, eine Hypercholesterinämie zu haben, die medikamentös eingestellt war. Es wurden keine weiteren Anamnesen von früheren Stoffwechselerkrankungen erhoben.

Ein Hypertonus wurde während der Studiendauer bei keiner Probandin festgestellt.

▼ 73 

Tabelle 4: Probandinnendaten

 

Alter

Größe (cm)

Prägravides Gewicht (kg)

BMI

(kg / m)

Gewicht

aktuell (kg)

Gewichts-

zunahme kg)

SSW bei

Studienbeginn

MW ± SD

30,3 ± 5,4

166 ± 6,4

64,7 ± 11,8

23,6 ± 4,3

75,3 ± 12,2

10,5 ± 4,3

30,0 ± 3,1

Min

19

150

45

18

53

3

24

Max

42

180

102

37

109

23

35

Perz. 25

26

162

57

20

67

8

27

50

30

165

63

23

73

9

30

75

35

170

70

26

83

13

32

90

     

17

 

3.1.2 Aufteilung nach Glukosetoleranz

3.1.2.1 Probandinnen nach Gruppen

Die Probandinnen wurden gemäß der Ergebnisse des oralen Glukosetoleranztests in drei Gruppen aufgeteilt (siehe Abschnitt 2.3.3.1). Diese bestanden aus

▼ 74 

Zwischen diesen drei Gruppen ergaben sich bezüglich der Altersverteilung keine signifikanten Unterschiede (p < 0,558) (s. Tabelle 5). Weder die Größe der einzelnen Gruppenmitglieder noch deren Schwangerschaftswoche bei Studienbeginn wiesen signifikante Unterschiede auf (p < 0,499 bzw. 0,525).

Bei den gewichtsbezogenen Auswertungen ergaben sich signifikante Unterschiede in den folgenden Merkmalen (s. Tabelle 5):

▼ 75 

Die Gewichtszunahme im Schwangerschaftsverlauf selbst ist zwischen den Gruppen nicht unterschiedlich (p < 0,617).

Abbildung 4: Gewichtszunahme der Gruppen

Unter den Kontrollen waren 32 % Multiparae, unter den IGTs waren es 22 %. In der Gruppe der GDMs waren 50 % Multiparae.

▼ 76 

Komplikationen in früheren Schwangerschaften in Form einer Kohlenhydratintoleranz traten bei einer Probandin aus der Kontrollgruppe und bei drei Frauen aus der Gruppe der Gestationsdiabetikerinnen auf.

Ein Diabetes mellitus bei Verwandten ersten Grades war insgesamt fünf Teilnehmerinnen bekannt, davon gehörten zwei zur Kontrollgruppe und drei zur Gruppe der Gestationsdiabetikerinnen.

Tabelle 5: Probandinnendaten nach Gruppen

 

Normal

n = 25

IGT

n = 9

GDM

n = 18

p - Wert

Alter

29,8 ± 5,2

29,6 ± 6,7

31,4 ± 5,2

0,558

Min / Max

23 / 42

19 / 41

22 / 41

 

Med/ IQB

29 / 8

28 / 10,5

30,5 / 9

 

Altersverteilung <30 J.

13

5

7

0,850

30 – 35 Jahre

7

2

5

 

>35 Jahre

5

2

6

 

Größe (cm)

167 ± 6,6

165,3 ± 2,8

163,9 ± 7,3

0,499

Min / Max

154 / 180

161 / 170

150 / 175

 

Med/ IQB

168 / 7,5

165 / 4,5

165 / 15,25

 

Gewicht vor SS (kg)

60,6 / 7,2

63,8 / 11,7

70,9 / 14,6

0,033

Min / Max

46 / 75

50/ 87

45 / 102

 

Med/ IQB

60 / 8

60 / 17,5

67,5 / 18

 

BMI ( kg/m )

21,8 ± 3

23,3 ± 3,6

26,4 ± 5,0

0,003

Min / Max

18 / 30

18 / 30

19 / 37

 

Med/ IQB

21,1 / 2,6

22,4 / 5,7

25,2 / 6,4

 

Gewicht bei Beginn (kg)

70,9 ± 8,4

73,7 ± 11,7

82,2 ± 14,3

0,016

Min / Max

53 / 89

61 / 95

54 / 109

 

Med/ IQB

71 / 7

73 / 20

82,5 / 19,5

 

Gewichtszunahme (kg)

10,2 ± 3,0

9,9 ± 4,3

11,3 ± 5,9

0,617

Min / Max

5 / 16

5 / 19

3 / 23

 

Med/ IQB

9 / 3

8 / 6

9,5 / 9,3

 

Schwangerschafts-

    

woche bei Beginn

26,9 ± 3,1

29,8 ± 3,5

30,7 ± 3,0

0,525

Min / Max

24 / 35

24 / 34

25 / 35

 

Med/ IQB

30 / 5

30 / 6

30,5 / 6,3

HbA1c

5,0 ± 0,3

5,0 ± 0,7

5,3 ± 0,4

0,036

Min / Max

4,5 / 5,8

3,4 / 6,0

4,5 / 6,1

Med/ IQB

5,0 / 0,4

5,1 / 0,6

5,3 / 0,4

3.1.2.2 Geburt und kindliche Daten

▼ 77 

Die Kontrollen wurden zu 80 % spontan entbunden (n = 20), jeweils 8 % (n = 2) wurden mit sekundärer Sectio bzw. Vakuumextraktion entbunden. Eine Frau wurde mittels Zange entbunden. In dieser Gruppe traten bei 88 % (n = 22) keine Geburtskomplikationen auf. Bei je einer Frau traten unter der Geburt ein Dammriss 3. Grades, ein pathologisches CTG bzw. eine Nabelschnurumschlingung auf.

In der Gruppe der IGTs wurden 89 % spontan entbunden (n = 8), und eine Frau hatte eine sekundäre Sectio. In dieser Gruppe gab es keine Geburtskomplikationen.

Unter den GDMs wurden 67 % spontan entbunden (n = 12), eine Frau hatte eine primäre und drei Frauen (17 %) eine sekundäre Sectio. 11 % (n = 2) wurden per Vakuumextraktion entbunden.Von den Gestationsdiabetikerinnen hatten 83 % keine Geburtskomplikationen (n = 15). Eine Frau hatte eine Präeklampsie und eine weitere litt an epileptischen Anfällen.

▼ 78 

Die Kinder wurden alle zwischen der 36. und 42. Woche entbunden. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen, der Median lag einheitlich bei 40.

Das Geburtsgewicht zeigte ebenfalls keine signifikanten Unterschiede, der Mittlwert für die Kinder der GDMs lag bei 3579 g gegenüber 3374 g für die Kontrollen.

Demgegenüber waren die Neugeborenen der GDMs signifikant größer als die der anderen Gruppen, mit einem Mittelwert von 52,4 cm gegenüber 50,4 cm für die Kontrollen (p < 0,041).

▼ 79 

Tabelle 6: Kindliche Daten nach Gruppen

 

Normal

n = 25

IGT

n = 9

GDM

n = 18

p - Wert

SSW bei Entbindung

39,6 ± 1,7

39,3 ± 1,1

39,9 ± 1,5

0,424

Min / Max

37 / 42

38 / 41

36 / 42

 

Med/ IQB

40 / 2,5

40 / 2

40 / 2

 

Größe Kind (cm)

50,4 ± 1,9

51 ± 3,0

52,4 ± 2,3

0,041

Min / Max

45 / 53

46 / 55

48 / 57

 

Med/ IQB

50 / 2,5

52 / 5

52 / 3,5

 

Gewicht Kind (Gramm)

3374 ± 435

3430 ± 407

3579 ± 642

0,327

Min / Max

2290 / 4060

2910 / 3960

1950 / 4410

 

Med/ IQB

3330 / 720

3450 / 825

3560 / 830

 

Im Folgenden wird der Einfluß einer Ernährungsberatung auf den mütterlichen Kohlenhydratstoffwechsel untersucht. Mit der Empfehlung, in der kohlenhydratarmen Woche 35 und in der kohlenhydratreichen 55 Energieprozent in Form von Kohlenhydraten zu decken, wurden die dabei jeweils erhobenen

▼ 80 

ausgewertet.

3.2 Umsetzung der Ernährungsempfehlung

Im klinischen Alltag werden Ernährungsempfehlungen ausgegeben, deren tatsächliche Umsetzung i.A. nicht überprüft wird. Bei den Analysen der Umsetzung der Empfehlungen anhand der selbstgeführten Ernährungsprotokolle waren insbesondere die Kalorienaufnahme und die Zufuhr der Kohlenhydrat-, Protein- und Fettmengen interessant.

Bei Betrachtung der jeweiligen Umsetzung ohne Gruppenaufteilung zeigt sich, daß sich die Kohlenhydrataufnahme in der kohlenhydratreichen Woche tatsächlich signifikant erhöht hat, und zwar von im Mittel 170 ± 34 auf 256 ± 38 g/Tag (p < 0,001). Der Kohlenhydratanteil betrug in der kohlenhydratarmen Woche durchschnittlich 39 % mit einer Spanne von 27 bis 56 %. In der kohlenhydratreichen Woche lagen Mittelwert und Median bei 50 %, mit einer Spanne von 37 bis

▼ 81 

62 % (siehe Abb.6).

Allerdings hat sich in der kohlenhydratreichen Woche nicht nur die Kohlenhydrataufnahme, sondern auch die Kalorienaufnahme signifikant von durchschnittlich 1818 ± 376 auf 2135 ± 352 kcal/d erhöht (p < 0,001), wobei keine signifikanten Unterschiede in den absoluten Protein- und Fetteinnahmen beobachtet wurden.

Tabelle 7: Analyse der Ernährungsprotokolle

N = 52

KH-arm

KH-reich

p - Wert

Kcal / Tag

1818 ± 376

2135 ± 352

< 0,001

Min / Max

1243 / 2968

1311 / 2750

 

Med / IQB

1840 / 485

2107 / 525

 

Kcal / kgKG

24,4 ± 4,5

28,8 ± 5,2

< 0,001

Min / Max

15 / 34

17 / 39

 

Med / IQB

24,4 / 6,4

28,7 / 8,1

 

KH / Tag (g)

170 ± 34

256 ± 38

< 0,001

Min / Max

109 / 272

185 / 353

 

Med / IQB

166 / 43

253 / 53

 

Protein / Tag (g)

89 ± 24

85 ± 20

0,095

Min / Max

45 / 186

53 / 152

 

Med / IQB

90 / 36

87 / 26

 

Fett / Tag (g)

84 ± 25

82 ± 23

0,485

Min / Max

37 / 150

37 / 133

 

Med / IQB

85 / 29

83 / 33

 

KH %

39 ± 6

49 ± 6

< 0,001

Min / Max

27 / 56

37 / 62

 

Med / IQB

39 / 9

50 / 9

 

Protein %

20 ± 5

17 ± 3

< 0,001

Min / Max

12 / 42

9 / 33

 

Med / IQB

20 / 9

17 / 8

 

Fett %

41 ± 6

34 ± 7

< 0,001

Min / Max

23 / 54

15 / 50

 

Med / IQB

41 / 5

34 / 3

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich

▼ 82 

Umsetzung der Ernährungsempfehlung nach Gruppe n aufteilung

Die bereits oben erwähnten signifikanten Unterschiede in der prozentualen Zufuhr der jeweiligen Nahrungskomponenten bleibt auch bei Berücksichtigung der Gruppenzugehörigkeit erhalten. Die Kontrollen weisen zudem eine signifikant niedrigere Proteinzufuhr bei kohlenhydratreicher Ernährung auf (p < 0,032).

Man stellt fest, daß sich alle Probandinnen in der kohlenhydratreichen Woche an die empfohlene Kalorienzufuhr gehalten haben, mit circa 31 kcal/kgKG bei den Kontrollen, 27 kcal/kgKG bei den IGTs und 27 kcal/kgKG bei den GDMs. In der kohlenhydratarmen Woche allerdings lag die durchschnittliche Energiezufuhr signifikant niedriger, mit durchschnittlich circa 26 kcal/kgKG bei den Kontrollen (p < 0,001), 23 kcal/kgKG bei den IGTs (p < 0,001) und 23 kcal/kgKG bei den GDMs (p < 0,001).

▼ 83 

Abbildung 5: Tägliche Kalorienaufnahme im Gruppenvergleich

Die durchschnittliche Kalorienzufuhr lag im Vergleich von KH-arm zu KH-reich bei 1836 ± 338 vs 2156 ± 305 kcal/d bei den Kontrollen, 1669 ± 258 vs 1994 ± 326 kcal/d bei den IGTs und 1867 ± 457 vs 2176 ± 421 kcal/d bei den GDMs. Das ist ein Unterschied von ungefähr 320 bzw. 325 bzw. 310 kcal/d. In der entsprechenden Zeit war die durchschnittliche Kohlenhydratzufuhr für sowohl Kontrollen als auch IGTs und GDMs signifikant verschieden mit 164 vs 257 g/d bei den Kontrollen, 167 vs 243 g/d bei den IGTs und 179 vs 261 g/d bei den GDMs (p < 0,001 für alle Gruppen). Diese Werte entsprechen im Mittel einem Kalorienunterschied von ungefähr 390 bzw. 320 bzw. 340 kcal/d.

Abbildung 6: Kohlenhydrataufnahme im Gruppenvergleich

▼ 84 

Tabelle 8: Analyse der Ernährungsprotokolle nach Gruppenaufteilung

 

Kontrollen (n = 25)

IGT (n = 9)

GDM (n = 18)

     

KH-arm

KH-reich

p – Wert

KH-arm

KH-reich

p – Wert

KH-arm

KH-reich

p – Wert

kcal / Tag

1836 ± 338

2156 ± 305

<0,001

1669 ± 258

1994 ± 326

<0,001

1867 ± 457

2176 ± 421

<0,001

Min / Max

1243 / 2477

1311 / 2550

 

1267 / 2004

1551 / 1562

 

1281 / 2968

1415 / 2750

 

Med / IQB

1832 / 487

2108 / 448

 

1764 / 563

2036 / 513

 

1858 / 705

2135 / 666

 

kcal / kgKG

26,0 ± 4,6

30,6 ± 4,5

<0,001

22,8 ± 3,0

27,4 ± 4,6

<0,001

22,8 ± 4,3

26,6 ± 5,8

<0,001

Min / Max

18 / 34

19 / 38

 

19 / 28

21 / 43

 

15 / 31

17 / 39

 

Med / IQB

26,2 / 7

30 / 5

 

22,2 / 5

27,3 / 9

 

23,0 / 6

27,2 / 9

 

KH / Tag (g)

164 ± 27

257 ± 38

<0,001

167 ± 35

243 ± 32

<0,001

179 ± 41

261 ± 41

<0,001

Min / Max

109 / 220

185 / 353

 

109 / 210

204 / 293

 

117 / 272

194 / 323

 

Med / IQB

162 / 35

248 / 50

 

183 / 62

241 / 61

 

170 / 48

265 / 64

 

Prot. / Tag (g)

89 ± 17

82 ± 18

0,032

78 ± 18

80 ± 16

0,653

96 ± 32

92 ± 24

0,486

Min / Max

45 / 118

53 / 126

 

65 / 117

63 / 107

 

49 / 186

60 / 152

 

Med / IQB

91 / 27

84 / 25

 

69 / 21

76 / 29

 

97 / 42

90 / 39

 

Fett / Tag (g)

88 ± 26

85 ± 23

0,502

75 ± 22

75 ± 25

0,919

84 ± 24

82 ± 24

0,661

Min / Max

150 / 43

38 / 133

 

37 / 97

39 / 111

 

50 / 136

37 / 124

 

Med / IQB

91 / 36

82 / 27

 

83 / 36

77 / 48

 

79 / 35

88 / 36

 

KH %

39 ± 5

49 ± 6

<0,001

41 ± 8

50 ± 7

0,002

39 ± 5

49 ± 5

<0,001

Min / Max

27 / 46

37 / 60

 

28 / 56

39 / 62

 

29 / 48

42 / 61

 

Med / IQB

38 / 8

50 / 9

 

41 / 9

53 / 12

 

41 / 8

49 / 8

 

Protein %

20 ± 6

16 ± 4

<0,001

19 ± 5

16 ± 2

0,103

21 ± 4

17 ± 2

<0,001

Min / Max

12 / 42

9 / 33

 

14 / 27

13 / 20

 

15 / 26

14 / 23

 

Med / IQB

20 / 4

16 / 3

 

20 / 8

16 / 4

 

21 / 6

17 / 2

 

Fett %

42 ± 7

35 ± 7

<0,001

40 ± 8

33 ± 7

0,010

40 ± 4

33 ± 5

<0,001

Min / Max

23 / 54

15 / 50

 

25 / 46

22 / 45

 

35 / 52

23 / 43

 

Med / IQB

42/ 12

35 / 9

 

43 / 12

34 / 11

 

39 / 5

34 / 8

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich

3.3 Evaluation des konventionellen Blutzuckertagesprofils

3.3.1 Compliance

Die Compliance bei der Durchführung des Blutzuckertagesprofils kann insgesamt als sehr gut bewertet werden. 81 % des Gesamtkollektivs haben sich nach Auswertung entsprechend unseres Punktesystems mit 9-12 Punkten sehr gut an die Vorgaben gehalten.

Bei genauerer Betrachtung der jeweiligen Gruppenzugehörigkeit stellt sich heraus, dass die GDMs eine signifikant bessere Compliance aufwiesen als die Kontrollen (p < 0,010).

▼ 85 

Tabelle 9: Ranking der Probandinnen nach Gruppenaufteilung

Punktzahl

Kontrollen (%)

n = 25

IGT

n = 9

(%)

GDM

n = 18

(%)

6

1

4

0

0

0

0

7

2

8

2

22

0

0

8

4

16

0

0

1

6

9

6

24

1

11

3

17

10

8

32

2

22

6

33

11

3

12

3

33

3

17

12

1

4

1

11

5

28

3.3.2 Auswirkungen anhand des BZTPs

Das konventionelle Blutzuckertagesprofil zeigte keinen bemerkenswerten Unterschied in der Anzahl der erhöhten Werte im Vergleich zwischen den beiden Wochen (Nüchtern- und präprandiale Werte ≥ 90 mg/dl bzw. 2-Stunden-postprandiale Werte ≥ 120 mg/dl). Auch die Häufigkeiten einer Insulinpflicht gemäß DDG-Kriterien ergeben keinen Hinweis auf Vor- oder Nachteile einer kohlenhydratreduzierten Diätempfehlung. In der Auswertung des BZTP ist der Nüchternwert signifikant unterschiedlich, mit einer durchschnittlichen Verringerung von 82 ± 9 auf 80 ± 10 mg/dl ( p < 0,014). Auch der Mittelwert sinkt signifikant von 96 ± 10 mg/dl auf 91 ± 10 mg/dl in der kohlenhydratarmen Woche (p < 0,001).

Tabelle 10: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und BZTP

n = 52

KH-arm

KH-reich

p – Wert

Insulinpflicht

  

0,581

Ja

14 (26,9 %)

17 (32,7 %)

 

Nein

38 (73,1%)

35 (67,3%)

 

Anzahl erhöhter Werte

1,15 ± 1,74

1,50 ± 1,82

0,083

Min / Max

0 / 8

0 / 6

 

Med / IQB

1 / 2

1 / 2

Nüchternwert

Min / Max

Med / IQB

80 ± 10

64 / 110

79 / 15

82 ± 9

66 / 106

81 / 11

0,014

Mittelwert BZTP

91 ± 10

96 ± 10

< 0,001

Min / Max

71 / 131

81 / 129

 

Med / IQB

89 / 11

94 / 15

 

[mg/dl]

▼ 86 

Diese Ergebnisse wiederholen sich weitgehend auch nach der Gruppenaufteilung. Hierbei ist zu bemerken, daß auch einige der Kontrollen und der IGTs gemäß der DDG-Kriterien insulinpflichtig gewesen wären.

Abbildung 7: Insulinpflicht der Gruppen (in %)

Die tendenziellen Unterschiede erreichten aber in keiner Gruppe das Signifikanzniveau

▼ 87 

(p < 1,00 / 1,00 / 0,25).

Die Nüchternwerte sind mit 78 ± 9 vs 80 ± 9 mg/dl für die Kontrollen, 80 ± 8 vs 83 ± 7 mg/dl für die IGTs und 84 ±10 vs 87 ± 9 mg/dl für die GDMs nicht mehr signifikant unterschiedlich.

Die Mittelwerte sind sowohl bei den Kontrollen als auch bei den Gestationsdiabetikerinnen in der kohlenhydratreichen Woche signifikant höher, mit 91 vs 87 mg/dl (p < 0,001) bzw. 104 vs 98 mg/dl (p < 0,036).

▼ 88 

Abbildung 8: Mittelwerte des BZTP im Gruppenvergleich

Tabelle 11: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und BZTP im Gruppenvergleich

 

Kontrollen (n = 25)

IGT (n = 9)

GDM (n = 18)

     
 

KH-arm

KH-reich

p - Wert

KH-arm

KH-reich

p - Wert

KH-arm

KH-reich

p - Wert

Insulinpflicht

  

1,000

  

1,000

  

0,250

Ja

4

3

 

2

3

 

8

11

 

Nein

21

22

 

7

6

 

10

7

 

Anzahl erhöhter Werte

0,6 ± 0,9

0,6 ± 0,8

 

0,8 ± 0,8

1,2 ± 1,2

 

2,2 ± 2,5

2,9 ± 2,3

 

Min / Max

0 / 3

0 / 3

 

0 / 2

0 / 3

 

0 / 8

0 / 6

 

Nüchternwerte

Min / Max

Med / IQB

78 ± 9

64 / 96

77 / 12

80 ± 9

66 / 105

77 / 8

0,103

80 ± 8

65 / 91

81 / 10

83 ± 7

73 / 94

82 / 10

0,067

84 ± 10

72 / 110

81 / 7

87 ± 9

74 / 106

86 / 6

0,133

Mittelwerte

87 ± 7

91 ± 7

< 0,001

90 ± 6

93 ± 4,5

0,683

98 ± 12

104 ± 11

0,036

Min / Max

71 / 104

81 / 106

 

81 / 101

84 / 98

 

85 / 131

90 / 129

 

Med / IQB

86 / 7,5

89 / 10

 

89 / 6,6

94 / 5,9

 

95 / 10

106 / 18

[mg/dl]

3.4 Auswirkungen anhand der kontinuierlichen Blutzuckermessungen

Wenn man die Blutzuckerkurven mit dem in Kapitel 2 vorgestellten Schema für alle Probandinnen ungeachtet ihrer Gruppenzugehörigkeit auswertet, läßt sich feststellen, daß sich die Werte die überwiegende Zeit im Normbereich (zwischen 60 und 120 mg/dl) befanden (>80 %). Zwischen den beiden Wochen läßt sich kein signifikanter Unterschied bezüglich der durchschnittlichen Dauer der Hypoglykämien feststellen (p < 0,073). Mit der kohlenhydratreichen Empfehlung sind die Hyperglykämien dagegen signifikant häufiger. Sowohl die Dauer über 120 mg/dl, als auch über 140 mg/dl sind deutlich erhöht gegenüber der kohlenhydratarmen Woche (p < 0,009 bzw. p < 0,014). Auch die AUC war bei der kohlenhydratreichen Empfehlung signifikant höher als bei der kohlenhydratarmen

▼ 89 

(p < 0,001).

Tabelle 12: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und kontinuierlich gemessenen Blutzuckerwerten ohne Gruppenaufteilung

BZ (mg/dl)

In min/Tag

KH-arm

KH-reich

p – Wert

<50

39 ± 65

31 ± 46

0,429

Min / Max

0 / 253

0 / 163

 

Med / IQB

9 / 45

6 / 51

 

<60

120 ± 137

86 ± 93

0,073

Min / Max

0 / 511

0 / 454

 

Med / IQB

63 / 205

62 / 151

 

60 – 120

1235 ± 174

1232 ± 164

0,915

Min / Max

723 / 1440

779 / 1440

 

Med / IQB

1275 / 246

1259 / 207

 

>120

85 ± 122

122 ± 142

0,009

Min / Max

0 / 488

0 / 590

 

Med / IQB

31 / 88

70 / 142

 

>140

19 ± 47

35 ± 75

0,014

Min / Max

0 / 232

0 / 356

 

Med / IQB

0 / 13

0 / 24

 

>160

4 ± 16

9 ± 25

0,136

Min / Max

0 / 106

0 / 156

 

Med / IQB

0 / 0

0 / 0

 

AUC

25131 ± 2658

26460 ± 2581

< 0,001

Min / Max

20392 / 30738

20418 / 32959

 

Med / IQB

24841 / 4016

25927 / 3382

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum
Med = Median, IQB = Interquartilbereich (min⋅mg/dl)

Nach der Gruppenaufteilung sieht man, daß die Kontrollen in der kohlenhydratreichen Woche signifikant häufiger Blutzuckerwerte über 120 mg/dl (p < 0,030) sowie über 140 mg/dl

▼ 90 

(p < 0,011) haben. Trotz dieser Signifikanz beschränkte sich die mittlere Dauer auf 47 ± 56 Minuten für Werte über 120 mg/dl bzw. 5 ± 9 Minuten für Werte über 140 mg/dl.

Abbildung 9: Dauer der hyperglykämischen Phasen im Gruppenvergleich

Bei den IGTs wies die kohlenhydratreiche Woche ebenfalls signifikant häufiger hyperglykämische Phasen auf, mit 131 ± 126 vs 44 ± 33 Minuten/Tag (p < 0,036). Ihre Blutzuckerspiegel waren in der kohlenhydratarmen Woche signifikant länger im Normbereich als in der anderen, mit 1362 ± 58 vs 1180 ± 161 Minuten/Tag (p < 0,005).

▼ 91 

Abbildung 10: Dauer der normoglykämischen Phasen im Gruppenvergleich

Der ohne Gruppenaufteilung beobachtete Trend von weniger Hypoglykämien in der kohlenhydratreichen Woche läßt sich nun bei den Kontrollen für Werte unter 60 mg/dl sowie bei den GDMs für Werte unter 50 mg/dl als ein signifikanter Unterschied feststellen
(p < 0,020 bzw. < 0,053). Im Gegensatz dazu wiesen die IGTs eine signifikante Erhöhung der hypoglykämischen Zeiten unter kohlenhydratreicher Empfehlung auf (p < 0,031).

Abbildung 11: Dauer der hypoglykämischen Phasen im Gruppenvergleich

▼ 92 

Die AUCs für Kontrollen und Gestationsdiabetikerinnen waren in der jeweils kohlenhydratarmen Woche signifikant niedriger als in der kohlenhydratreichen

(p < 0,001 bzw. < 0,006).

Abbildung 12: AUC im Gruppenvergleich

▼ 93 

Abbildung 13: AUC für jede Probandin im Wochenvergleich

Tabelle 13: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und kontinuierlich gemessenen Blutzuckerwerten in Gruppenaufteilung

 

Kontrollen (n = 25)

IGT (n = 9)

GDM (n = 18)

     

BZ (mg/dl)

in min/Tag

KH-arm

KH-reich

p - Wert

KH-arm

KH-reich

p – Wert

KH-arm

KH-reich

p - Wert

<50

47 ± 73

23 ± 40

0,072

4 ± 8

76 ± 59

0,007

44 ± 67

18 ± 34

0,050

Min / Max

0 / 253

0 / 163

 

0 / 23

0 / 156

 

0 / 240

0 / 119

 

Med / IQB

20 / 51

8 / 35

 

0 / 6

91 / 118

 

14 / 68

0 / 24

 

<60

153 ± 145

90 ± 106

0,020

33 ± 40

128 ± 89

0,031

119 ± 141

60 ± 68

0,066

Min / Max

0 / 490

0 / 454

 

0 / 110

0 / 252

 

0 / 511

0 / 204

 

Med / IQB

125 / 214

75 / 143

 

23 / 63

170 / 157

 

64 / 177

34 / 97

 

60 – 120

1267 ± 148

1304 ± 118

0,195

1362 ± 58

1180 ± 161

0,005

1127 ± 188

1158 ± 184

0,477

Min / Max

930 / 1440

965 / 1440

 

1264 / 1440

959 / 1440

 

723 / 1370

779 / 1385

 

Med / IQB

1305 / 234

1312 / 173

 

1373 / 91

1183 / 275

 

1151 / 294

1171 / 297

 

>120

20 ± 28

47 ± 56

0,030

44 ± 33

131 ± 126

0,036

195 ± 154

222 ± 172

0,420

Min / Max

0 / 88

0 / 156

 

0 / 88

0 / 420

 

17 / 488

0 / 590

 

Med / IQB

0 / 31

21 / 79

 

48 / 64

95 / 134

 

146 / 257

229 / 291

 

>140

1 ± 4

5 ± 9

0,011

3 ± 5

30 ± 53

0,116

52 ± 70

77 ± 111

0,215

Min / Max

0 / 13

0 / 35

 

0 / 13

0 / 154

 

0 / 232

0 / 356

 

Med / IQB

0 / 0

0 / 9

 

0 / 8

0 / 52

 

24 / 54

25 / 96

 

>160

0

0,8 ± 3

0,180

0

1 ± 3

0,317

11 ± 26

18 ± 41

0,314

Min / Max

0

0 / 16

 

0

0 / 10

 

0 / 106

0 / 156

 

Med / IQB

0

0 / 0

 

0

0 / 0

 

0 / 3

0 / 16

 

AUC

23701 ± 2071

25261 ± 2179

<0,001

25486 ± 1553

26256 ± 1818

0,453

26940 ± 2733

28227 ± 2508

0,006

Min / Max

20392 / 28532

20418 / 29823

 

22928 / 28056

24198 / 30293

 

21588 / 30738

23755 / 32959

 

Med / IQB

23528 / 2513

25484 / 2494

 

24978 / 2268

25730 / 2156

 

27481 / 4753

27800 / 3650

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich (min⋅mg/dl)

Vergleich BZTP-Mittelwert und AUC

▼ 94 

Die AUC kann durch Division durch die Messzeit in den BZ-Mittelwert umgerechnet werden. Die somit errechneten Werte sind vergleichbar mit den entsprechenden BZTP-Werten, liegen aber konstant niedriger (s. Tabellen 14 und 15).

Tabelle 14: Vergleich BZTP vs AUC für die gesamte Gruppe (Werte in mg/dl)

n = 52

KH-arm

KH-reich

 

AUC

BZTP

AUC

BZTP

Mittelwert

87 ± 9

91 ± 19

92 ± 9

96 ± 10

Minimum

71

71

71

81

Maximum

107

131

114

121

Median

86

89

90

94

Tabelle 15: Vergleich BZTP vs AUC nach Gruppenaufteilung (Werte in mg/dl)

 

Kontrollen (n = 25)

IGT (n = 9)

GDM (n = 18)

 

KH-arm

KH-reich

KH-arm

KH-reich

KH-arm

KH-reich

AUC-Mittel

82 ± 7

87 ± 8

88 ± 5

91 ± 6

94 ± 9

98 ± 9

BZTP-Mittel

87 ± 7

91 ± 7

90 ± 6

93 ± 5

98 ± 12

104 ± 11

AUC-Min

71

71

80

84

75

82

BZTP-Min

71

81

81

84

85

90

AUC-Max

99

104

97

105

107

114

BZTP-Max

104

106

101

98

131

129

AUC-Median

82

88

87

89

95

97

BZTP-Median

86

89

89

94

95

106

3.5 Selektion einer Untergruppe

▼ 95 

Aus den bisherigen Ergebnissen lassen sich die beobachteten Blutzuckerspiegeländerungen wegen der Verknüpfung zwischen gesteigerter Kohlenhydrat- und erhöhter Kalorienaufnahme nicht allein aus dem Nährstoffanteil herleiten. Mit der Zielsetzung, diese Veränderungen möglichst auf die Kohlenhydrataufnahme zurückzuführen, wurden aus allen Probandinnen diejenigen ausgewählt, die zwischen den beiden Wochen

  1. einen Unterschied von höchstens ± 300 kcal pro Tag und
  2. mindestens einen 10 %igen Unterschied im Kohlenhydratanteil eingehalten hatten.

Dieser Maßgabe entsprachen 16 Probandinnen (31 %).

▼ 96 

Nach dieser Selektion ist die durchschnittliche Kalorienaufnahme nicht mehr signifikant unterschiedlich (p < 0,182). Die Kohlenhydrataufnahme wies einen signifikanten Anstieg von durchschnittlich 173 ± 35 auf 245 ± 42 g/d in der KH-reichen Woche auf (p < 0,001). Entsprechend fielen die absolute Proteinaufnahme von durchschnittlich 93 ± 19 auf 78 ± 15 g/d (p < 0,001) und die absolute Fetteinnahme von durchschnittlich 93 ± 29 auf 73 ± 25 g/d (p < 0,001).

Tabelle 16: Analyse der Ernährungsprotokolle für die Untergruppe

n = 16

KH-arm

KH-reich

p – Wert

Kcal / Tag

1918 ± 397

1975 ± 381

0,182

Min / Max

1243 / 2532

1311 / 2607

 

Med / IQB

1876 / 563

1981 / 518

 

Kcal / kgKG

26,6 ± 5,8

27,5 ± 6,5

0,146

Min / Max

15 / 34

17 / 38

 

Med / IQB

27,8 / 9

28,2 / 12

 

KH / Tag (g)

173 ± 35

245 ± 42

<0,001

Min / Max

117 / 251

185 / 318

 

Med / IQB

172 / 55

238 /59

 

Protein / Tag (g)

93 ± 19

78 ± 15

<0,001

Min / Max

65 / 126

54 / 107

 

Med / IQB

94 / 34

77 / 23

 

Fett / Tag (g)

93 ± 29

73 ± 25

<0,001

Min / Max

43 / 150

37 / 124

 

Med / IQB

92 / 34

72 / 29

 

KH %

37 ± 6

51 ± 6

<0,001

Min / Max

27 / 46

37 / 61

 

Med / IQB

38 / 10

52 / 9

 

Protein %

20 ± 3

16 ± 2

<0,001

Min / Max

14 / 26

13 / 20

 

Med / IQB

21 / 4

16 / 2

 

Fett %

43 ± 6

33 ± 6

<0,001

Min / Max

31 / 54

23 / 46

 

Med / IQB

43 / 10

33 / 8

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich

3.5.1 Analyse der Ernährungsprotokolle für die Untergruppe in Gruppenaufteilung

Nach der Selektion befanden sich 9 Kontrollen, 2 IGTs und 5 GDMs in der Untergruppe. Auf die Auswertung der IGTs wurde aufgrund der geringen Fallzahl verzichtet.

▼ 97 

Die Kohlenhydrataufnahme der Kontrollen in der KH-reichen Woche war signifikant höher (169 ± 28 vs 238 ± 39 g/d, p < 0,008) als in der KH-armen Woche. Bei den GDMs stieg diese Zufuhr von 173 ± 53 auf 250 ± 54 g/d (p < 0,043). Die absolute Proteinaufnahme fiel signifikant von durchschnittlich 96 ± 15 auf 78 ± 15 g/d bei den Kontrollen (p < 0,011) und von durchschnittlich 100 ± 20 auf 80 ± 18 g/d bei den GDMs (p < 0,042). Die absolute Fetteinnahme fiel signifikant von durchschnittlich 96 ± 31 auf 76 ± 23 g/d (p < 0,008) bei den Kontrollen, und von durchschnittlich 89 ± 32 auf 71 ± 35 g/d (p < 0,043) bei den GDMs.

Tabelle 17: Analyse der Ernährungsprotokolle für die Untergruppe nach Gruppenaufteilung

 

Kontrollen (n = 9)

GDM (n = 5)

KH-arm

KH-reich

p - Wert

KH-arm

KH-reich

p – Wert

Kcal / Tag

1937 ± 383

1973 ± 341

0,594

1900 ± 545

1985 ± 544

0,345

Min / Max

1243 / 2477

1311 / 2495

 

1348 / 2532

1415 / 2607

 

Med / IQB

1869 / 508

2003 / 406

 

1889 / 682

1808 / 1061

 

Kcal / kgKG

29,1 ± 5,0

30,0 ± 6,2

0,515

23,2 ± 6,6

24,3 ± 6,9

0,345

Min / Max

18 / 34

19 / 38

 

15 / 31

17 / 34

 

Med / IQB

30,2 / 5

30,0 / 10

 

23,0 / 13

22,1 / 13

 

KH / Tag (g)

169 ± 28

238 ± 39

0,008

173 ± 53

250 ± 54

0,043

Min / Max

131 / 209

185 / 318

 

117 / 251

194 / 318

 

Med / IQB

165 / 53

229 / 43

 

168 / 98

269 / 102

 

Prot / Tag (g)

96 ± 15

78 ± 15

0,011

100 ± 20

80 ± 18

0,042

Min / Max

69 / 115

54 / 96

 

72 / 126

64 / 107

 

Med / IQB

94 / 25

82 / 26

 

101 / 35

71 / 32

 

Fett / Tag (g)

96 ± 31

76 ± 23

0,008

89 ± 32

71 ± 35

0,043

Min / Max

43 / 150

38 / 120

 

57 / 136

37 / 124

 

Med / IQB

92 / 39

74 / 28

 

77 / 59

57 / 64

 

KH %

36 ± 6

50 ± 6

0,008

37 ± 5

52 ± 7

0,043

Min / Max

27 / 46

37 / 57

 

29 / 42

43 / 61

 

Med / IQB

34 / 10

50 / 10

 

38 / 10

51 / 12

 

Protein %

20 ± 2

16 ± 1

0,008

22 ± 3

17 ± 2

0,039

Min / Max

18 / 24

13 / 17

 

19 / 26

14 / 20

 

Med / IQB

20 / 4

17 / 2

 

22 / 4

16 / 4

 

Fett %

44 ± 7

34 ± 6

0,008

41 ± 7

31 ± 8

0,043

Min / Max

31 / 54

26 / 46

 

36 / 52

23 / 43

 

Med / IQB

46 / 11

34 / 9

 

38 / 11

32 / 15

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich

Somit ist die Kalorienmenge als Störgröße auf die Blutzuckerwerte ausgeschlossen. Nunmehr stellen sich die einzelnen Nahrungskomponenten als Einflußfaktoren heraus.

3.5.2 Auswirkungen anhand des konventionellen Blutzuckertagesprofils in der Untergruppe

▼ 98 

In der Auswertung der Blutzuckertagesprofile der ausgewählten Probandinnen sind signifikante Unterschiede weder bezüglich der Insulinpflicht noch der Anzahl der erhöhten Werte bei einer im Durchschnitt über 10 % veränderten Kohlenhydrataufnahme feststellbar.

Die BZ-Höchstwerte der Untergruppe waren, mit Ausnahme des BZTPs in der KH-reichen Woche, ähnlich hoch wie für die Gesamtgruppe. Die BZTP-Maxima in der KH-reichen Woche waren bei nun konstanter Kalorienaufnahme niedriger als bei der Gesamtgruppe. Alle Minima waren deutlich höher, die Mittelwerte waren leicht erhöht.

Der BZTP-Mittelwert und Median für die Untergruppe lag während der KH-reichen Woche bei 97 mg/dl. In der KH-armen Woche sank der Mittelwert signifikant auf 92 mg/dl, der Median sank auf 90 mg/dl (p < 0,030).

▼ 99 

Tabelle 18: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und BZTP in der Untergruppe

n = 16

KH-arm

KH-reich

p - Wert

Insulinpflicht

  

0,687

Ja

4 (25%)

6 (37,5%)

 

Nein

12 (75%)

10 (62,5%)

 

Anzahl erhöhter Werte

1,2 ± 2,0

1,5 ± 1,8

0,416

Min / Max

0 / 8

0 / 6

 

Med / IQB

1 / 1,75

1 / 2

 

Mittelwert BZTP

92 ± 12

97 ± 7

0,030

Min / Max

81 / 131

88 / 107

 

Med / IQB

90 / 10

97 / 16

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB =
Interquartilbereich
[mg/dl]

Betrachtet man die BZTPs für die jeweiligen Gruppen, so zeigen die Kontrollen, nicht aber die GDMs, einen signifikanten Anstieg des Mittelwertes in der KH-reichen Woche von 89 ± 6 auf

95 ± 7 mg/dl (p < 0,028).

▼ 100 

Tabelle 19: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und BZTP in der Untergruppe nach Gruppenaufteilung

 

Kontrollen (n = 9)

GDM (n = 5)

 

KH-arm

KH-reich

p – Wert

KH-arm

KH-reich

p – Wert

Insulinpflicht

  

1,000

  

0,500

Ja

3 (33 %)

2 (22 %)

 

1 (20 %)

3 (60 %)

 

Nein

6 (67 %)

7 (78 %)

 

4 (80 %)

2 (40 %)

 

Anzahl erhöhter Werte

0,9 ± 0,9

0,9 ± 1,1

1,000

2,0 ± 3,4

2,8 ± 2,6

0,495

Min / Max

0 / 2

0 / 3

 

0 / 8

0 / 6

 

Med / IQB

1 / 2

1 / 1,5

 

1 / 4,5

2 / 5

 

Mittelwerte BZTP

89 ± 6

95 ± 7

0,028

100 ± 19

101 ± 8

0,686

Min / Max

81 / 98

88 / 106

 

85 / 131

90 / 107

 

Med / IQB

89 / 9,5

96 / 13

 

94 / 29

106 / 14

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median, IQB = Interquartilbereich
[mg/dl]

3.5.3 Auswirkungen auf die kontinuierlichen Blutzuckermessungen

In der Analyse der Blutzuckerwerte der selektierten Probandinnen läßt sich ein signifikanter Unterschied zwischen der kohlenhydratarmen und kohlenhydratreichen Ernährungswoche bei der AUC von durchschnittlich 25378 ± 2719 auf 27310 ± 2366 minmg/dl feststellen (p < 0,004). Weder hypo- noch hyperglykämische Zeiten wiesen einen signifikanten Unterschied auf.

Wie im Falle der Gesamtgruppe läßt sich feststellen, daß sich die Werte überwiegend im Normbereich befanden (durchschnittlich > 86 % der Zeit), mit fast identischen mittleren Zeitdauern für die KH-reiche bzw. -arme Woche (1253 Min/d bzw. 1244 Min/d).

▼ 101 

Der Unterschied in der Dauer der Hyperglykämien zwischen den Wochen war nicht mehr signifikant (durchschnittlich 144 vs 93 Min/d).

Tabelle 20: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und kontinuierlich gemessenen Blutzuckerwerten in der Untergruppe

BZ (mg/dl)

in min/Tag

KH-arm

KH-reich

p – Wert

<50

30 ± 60

10 ± 19

0,153

Min / Max

0 / 240

0 / 55

 

Med / IQB

9 / 34

0 / 13

 

<60

104 ± 133

43 ± 56

0,059

Min / Max

0 / 511

0 / 171

 

Med / IQB

51 / 118

12 / 72

 

60 – 120

1244 ± 183

1253 ± 149

0,832

Min / Max

840 / 1440

959 / 1429

 

Med / IQB

1293 / 255

1290 / 228

 

>120

93 ± 140

144 ± 145

0,098

Min / Max

0 / 448

0 / 420

 

Med / IQB

40 / 88

90 / 208

 

>140

17 ± 44

35 ± 55

0,131

Min / Max

0 / 179

0 / 161

 

Med / IQB

0 / 20

10 / 55

 

>160

2 ± 7

3 ± 8

0,463

Min / Max

0 / 28

0 / 28

 

Med / IQB

0 / 0

0 / 4

 

AUC

25378 ± 2719

27310 ± 2366

0,004

Min / Max

21588 / 30738

24163 / 31595

 

Med / IQB

24820 / 4977

26755 / 4178

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median,
IQB = Interquartilbereich (min⋅mg/dl)

Nach der Gruppenaufteilung bleibt die AUC der einzige Parameter, der eine signifikante Änderung erfährt. Diese tritt nur bei den Kontrollen auf, und zeigt eine Erniedrigung von 24773 ± 1941 auf 26549 ± 2101 minmg/dl in der kohlenhydratreduzierten Woche (p < 0,015).

▼ 102 

Abbildung 14: AUC der selektierten Kontrollen im Wochenvergleich

Tabelle 21: Verhältnis zwischen Ernährungsempfehlung und kontinuierlich gemessenen Blutzuckerwerten in der Untergruppe nach Gruppenaufteilung

 

Kontrollen (n = 9)

GDM (n = 5)

BZ (mg/dl)

In min/Tag

KH-arm

KH-reich

p - Wert

KH-arm

KH-reich

p –Wert

<50

20 ± 27

6 ± 12

0,219

55 ± 104

10 ± 23

0,068

Min / Max

0 / 70

0 / 35

 

0 / 240

0 / 50

 

Med / IQB

8 / 47

0 / 12

 

10 / 126

0 / 25

 

<60

92 ± 97

38 ± 55

0,292

137 ± 211

54 ± 71

0,225

Min / Max

0 / 243

0 / 143

 

0 / 511

0 / 171

 

Med / IQB

50 / 181

8 / 90

 

53 / 272

35 / 117

 

60 – 120

1319 ± 114

1339 ± 73

0,908

1068 ± 204

1139 ± 128

0,500

Min / Max

1141 / 1440

1236 / 1429

 

840 / 1370

1014 / 1327

 

Med / IQB

1312 / 220

1339 / 145

 

993 / 358

1103 / 236

 

>120

29 ± 33

63 ± 58

0,203

235 ± 185

247 ± 154

1,000

Min / Max

0 / 85

0 / 156

 

18 / 448

63 / 394

 

Med / IQB

20 / 62

61 / 110

 

233 / 364

274 / 304

 

>140

1 ± 4

6 ±8

0,119

51 ± 73

66 ± 67

0,816

Min / Max

0 / 13

0 / 18

 

0 / 179

0 / 161

 

Med / IQB

0 / 0

0 / 15

 

25 / 92

68 / 126

 

>160

0 ± 0

0,6 ± 1,8

1,000

8 ± 12

8 ± 12

1,000

Min / Max

0 / 0

0 / 5

 

0 / 28

0 / 28

 

Med / IQB

0 / 0

0 / 0

 

5 / 16

0 / 20

 

AUC

24773 ± 1941

26549 ± 2101

0,015

27046 ± 3786

28353 ± 2613

0,345

Min / Max

22521 / 28532

24163 / 29823

 

21588 / 30738

24835 / 31595

 

Med / IQB

24283 / 3014

25833 / 3923

 

28951 / 6843

27638 / 4685

 

Mittelwert ± Standardabweichung Min = Minimum, Max = Maximum Med = Median,
IQB = Interquartilbereich (minmg/dl)


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24.08.2006