10 „Geschwätz, Geschwätz und nochmals Geschwätz“. Tanks und Tankabwehr von der deutschen Frühjahrsoffensive bis zur Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims, März-Juli 1918.

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Im Zeitraum zwischen dem ersten Angriff am 21.März 1918 und dem 18.Juli 1918, einem Tag, der als militärischer Wendepunkt des Krieges gelten kann1895, wurden von deutscher Seite sieben große Offensivoperationen an verschiedenen Punkten der Westfront unternommen.

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Abb. 10: Karte zur „Großen Schlacht in Frankreich“, den ersten Teil der deutschen Offensiven des Jahres 19181896.

Bis zum 6.April durchstießen die 17., 2. und 18.Armee die britischen Linien östlich des alten Sommeschlachtfelds und kamen im Rahmen der „Großen Schlacht in Frankreich“ bis vor Amiens. Noch am 6.April griff die 7.Armee französische und britische Truppen westlich Reims an und warf diese in drei Tagen bis auf den Oise-Aisne-Kanal zurück. Am 9.April begann die 6.Armee mit einem Angriff nördlich von Arras, und einen Tag später ging in Flandern die 4.Armee vor, um am 26.April den Kemmelberg zu nehmen, der von deutschen Militärschriftstellern der Zwischenkriegszeit zu einem Symbol für die letzte, vergebliche Hoffnung auf ein siegreiches Kriegsende auserkoren wurde1897. Nach einigen durch Umgliederung, Auffrischung und Versammlung der Verbände erzwungenen Wochen erstürmte die 7.Armee am 27.Mai den Chemin des Dames. Sie initiierte damit die bis Mitte Juni andauernde „Schlacht zwischen Soissons und Reims“, die vom 9.Juni an durch einen Angriff der 18.Armee auf Noyon begleitet wurde. Die letzte deutsche Offensive des Krieges eröffneten die 1., die 3. und die 7.Armee am 15.Juli 1918 in der Champagne.

Während dieser Offensiven spielten Tanks in den betroffenen Frontabschnitten durchweg eine untergeordnete Rolle. Bedingt wurde dies maßgeblich durch die Erfahrungen, die Briten und Franzosen mit ihnen in der ersten Zeit der deutschen Offensive bis Anfang April zu machen hatten. Den Beispielen aus der Abwehr bei Cambrai ab dem 30.November 1917 folgend1898 hatte man der Angriffswaffe Tank einen Platz in der Defensive zugedacht und auf britischer Seite1899 die Verbände des Tank Corps weiträumig hinter den potentiell bedrohten Abschnitten der Westfront disloziert, um sie, der Infanterie zugeteilt, für augenblickliche Gegenstöße bereit zu haben1900. Ein Plan, über dessen Aussichten sicherlich zu streiten wäre. Doch vor dem Hintergrund dessen, was ab dem 21.März auf die britischen Truppen zukam, nämlich ein Massensturm auf 40km Frontbreite und nicht allein, eben wie bei Cambrai, die vorgepreschten Teile einzelner Divisionen1901, kann kaum zweifelhaft sein, daß einem konzentrierten Gegenangriff des Tank Corps unter dessen Führung, wie er von Fullers Warte aus richtig erschien1902, kaum mehr als ein lokaler Erfolg beschieden gewesen wäre. Tatsache ist allerdings auch, daß unter den Bedingungen Ende März nur etwa 180 der 370 vorhandenen Fahrzeuge in die Kämpfe eingreifen konnten1903 und ihrem Auftrag entsprechend Gegenstöße durchführten1904. Diese waren in ihrer Wirkung insgesamt äußerst begrenzt, wie der Befehlshaber der im Zentrum des deutschen Angriffs in Richtung auf Amiens vorgehenden 2.Armee, General von der Marwitz, in seinen Aufzeichnung klar zum Ausdruck brachte:

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„Gestern [am 23.März] ging’s wieder ein gutes Stück vorwärts, obgleich der Engländer Tanks vorbrachte; die haben ihren Schrecken gründlich eingebüßt, es heißt jetzt bloß noch: ‚es kam ein Gegenangriff auch mit Tanks, er wurde abgewiesen, so und so viel Tanks erledigt.’“1905

Die britischen Linien kollabierten auf breiter Front und zum daraus resultierenden allgemeinen Chaos und den Verlusten im Kampf traten beim Tank Corps gravierende Probleme, welche durch lange Märsche im Rahmen der unausweichlichen Rückzugsbewegung über das alte Sommeschlachtfeld und schließlich auch darüber hinaus verursacht wurden. Wie Fuller für den Raum Péronne am 23.März beispielhaft festhielt, mußte eine unbestimmt große Anzahl von Fahrzeugen wegen Treibstoffmangels aufgegeben oder vor den zu frühzeitig gesprengten Somme-Übergängen stehengelassen werden1906. Ein Schicksal, das für die britischen Tankverbände in einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Wochen symptomatisch war1907. Das britische amtliche Werk führte diesbezüglich an, daß von den bei der völlig zersprengten 5.Armee eingesetzten drei Tank-Bataillonen, die dem Soll nach einen Fahrzeugbestand von 108 Fahrzeugen hatten, bereits am 24.März nur noch sechs Tanks vorhanden waren. Der Rest war in Kämpfen ausgefallen, wegen technischen Versagens oder wegen Treibstoffmangels verloren worden1908.

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Die Gesamtzahl der Tankverluste bis zum 27.März gab Fuller mit 120 Mark IV an1909, was sicherlich zu niedrig angesetzt ist, wenn man über die gerade genannten Verhältnisse bei der 5.Armee hinaus die Ausfälle bei den Tankeinheiten der ebenfalls schwer getroffenen 3.Armee in Betracht zieht. Die gepanzerten Beutestücke, die den verfolgenden Deutschen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals im Vorbeigehen zufielen, waren für die deutsche Propaganda hervorragende Motive, die sich den Zeitungslesern an der Front und in der Heimat als symbolträchtige Zeugnisse für die Unwiderstehlichkeit der Offensive darstellen lassen konnten1910. Auch aus der Befragung von Gefangenen ergab sich bis zum Ende der „großen Schlacht in Frankreich“ am 6.April 1918 auf deutscher Seite das Bild äußerst eingeschränkter Bedeutung der Tanks beim Versuch, sich den Massen der Angreifer entgegenzustemmen1911. So berichtete der Nachrichtenoffizier der OHL beim AOK 2 über den mitgehörten Inhalt eines Gespräches zwischen drei in Gefangenschaft geratenen Offizieren, unter denen sich der Kommandeur der Südafrikanischen Brigade befand. Auf die von einem Mitgefangenen an ihn gerichtete Frage, ob er die Tanks während der Kämpfe gesehen habe, antwortete der von der Kraft und der professionellen Durchführung des Angriffs beeindruckte Brigadegeneral:

„Ich nicht. Oh, unsere gottverdammten Tanks! Ihr Maschinengewehr-Korps [das der Deutschen] ist wunderbar organisiert, aber bei uns gibt es nur Geschwätz, Geschwätz und nochmals Geschwätz.“1912

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So gern die damalige deutsche Leserschaft den Bericht auch zur Kenntnis genommen haben dürfte, so wenig konnte von „Geschwätz“, falls es solches überhaupt jemals gegeben hatte, auf britischer und französischer Seite nach dem ersten Chaos noch die Rede sein. Und dies war ein Grund dafür, daß den Tanks parallel zu den weiteren deutschen Angriffen eine zunehmend größere Bedeutung zufiel.

Zum Zeitpunkt größter Besorgnis, als die Spitzen der britischen und der französischen Streitkräfte begannen, sich nahezu unverhohlen gegenseitig mangelnden Kampfeswillen und fehlende Bündnistreue vorzuwerfen, waren die Regierungen beider Nationen anläßlich eines ausgesprochenen Krisentreffens in Doullens am 26.März darin übereingekommen, die Koordination der Operationen an der Westfront in die Hände des bisherigen Stabschefs Pétains, General Foch, zu legen1913. Am 14.April erfolgte Fochs Ernennung zum Befehlshaber der alliierten Truppen in Frankreich unter dem Titel eines „général en chef des armées alliées en France“1914. Bis zum 2.Mai wurden seine Befugnisse auf die amerikanischen und italienischen Truppen und auf alle europäischen Kriegsschauplätze erweitert1915. Der Spielraum, der Foch für die erfolgreiche Fortsetzung der Kampfhandlungen gegeben war, definierte sich maßgeblich durch die Stärke und den Ausgang der weiterhin zu erwartenden deutschen Offensiven, so daß seine Weisungen grundsätzlich die schnelle Reorganisation der Verteidigung in bedrohten Abschnitten einforderten1916. Darüber hinaus sprach er ab Mitte April von den Erfolgsaussichten begrenzter Gegenangriffe, die den Deutschen in die Parade fahren und ihnen, ohne vorab zu große Erwartungen hegen zu dürfen, zumindest enorme Schwierigkeiten bereiten und ihre strategischen Pläne vereiteln können würden1917. Wie Foch Anfang Mai 1918 präzisierte, ging es darum, durch bestmöglich angelegte Verteidigungsstellungen unter maximaler Ausnutzung artilleristischer Feuerkraft und mit vorbereiteten Gegenangriffen den Feind aufzuhalten, zu binden und nachhaltig zu dezimieren1918. Was diesen Plan letztendlich effektiv machte und den alliierten Abwehrmaßnahmen ein ganz anderes Gesicht geben mußte als den vorherigen Gegenstößen der Briten oder beispielsweise einem am 3.April ebenso hastig ausgeführten französischen Unternehmen an der Avre1919, waren die Zustände, die auf deutscher Seite primär in den jüngst gewonnenen, prestigeträchtigen Frontbereichen nach einer dort beendeten Offensive vorherrschten.

10.1 Grundlagen und Symptome des militärischen Zusammenbruchs.

Was die Deutschen in den Abschnitten der Westfront betraf, denen die OHL nach einer Offensive erst einmal jedwede strategische Bedeutung absprach, so war sowohl das Schwinden an Mitteln als auch an Möglichkeiten und an Willen, feindlichen Unternehmungen in der von 1917 her bekannten, verbissenen Weise entgegenzutreten, bereits Anfang April 1918 feststellbar. Das Ende der „großen Schlacht in Frankreich“ stellte sich für den Stabschef der Heeresgruppe Rupprecht, Kuhl, folgendermaßen und vollends charakteristisch für die zukünftigen Verhältnisse in anderen vormaligen Offensivsektoren dar:

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„Gestern [der 5.4.1918] war ein wichtiger Tag. Es zeigte sich bald, daß unser Angriff nicht recht vorwärts kam, sowohl südlich der Somme wie nördlich bis einschl. linker Flügel der 17.Armee. Unsere Truppen können nicht mehr, sie sind erschöpft. Andererseits hat sich der Feind gesetzt, erheblich verstärkt. Man kann ihn nicht mehr überrennen. Wir kommen an einen toten Punkt, wir müssen anhalten, die Versorgung und Munition regeln.“1920

Diese Meinung teilten auch andere Personen und in großer Bandbreite eines grundverschieden anzunehmenden Kenntnisstandes über die „größere“ Lage, die vorhandenen oder noch vorhandenen Mittel und die daraus resultierenden Möglichkeiten. Zu nennen wäre beispielsweise der Kommandeur der 79.RD, der mit äußerst kritischen Bemerkungen zu den Erfolgschancen der Weiterführung der Offensive gegen einen nun nach Manier der deutschen Tiefengliederung aufgestellten Feind an die OHL herantrat1921. Ebenso kann Oberstleutnant Bauer angeführt werden, der bei Ludendorff anmahnte, sich in dieser Situation nicht zu Verzweiflungsschlägen hinreißen zu lassen, sondern sich, wie die Alliierten es in den vergangenen Jahren vorgemacht hätten, die Zeit zur Auffrischung der Verbände und für all die sonstigen und so zahl- und umfangreichen Offensivvorbereitungen zu lassen1922. So berechtigt diese Aussagen klingen, so sehr mißachteten sie die Logik, die dem insgesamt realitätsfremden und statistikfeindlichen, wenn nicht gänzlich irrationalen Vabanquespiel Ludendorffs im Frühjahr 1918 zugrunde gelegen hatte und diesem auch weiterhin zugrunde lag. Ungeachtet der Vorwürfe, die gegen ihn im Zusammenhang mit der Durchführung des ersten, an sich als entscheidend1923 gedachten Schlages vorgebracht werden können1924, und auch ohne Rücksichtnahme auf den zumindest später geäußerten Unmut höherer Führer gegenüber Eingriffen der OHL in die Befugnisse von Heeresgruppen- und Armeestäben1925 sowie zahlreicher ad hoc wechselnder Weisungen nach dem 21.März, konnte dieser Denkweise nach der Sieg allein in der rücksichtslosen Durchführung weiterer Offensiven gefunden werden1926. 230.000 Mann blutige Verluste waren bis zum 10.April von der OHL zu verbuchen gewesen1927. Und über diese in jeder Hinsicht tragische Zahl hinaus war aus dem 1917 diskutierten Ersatzproblem, das damals noch als Damoklesschwert über der Fortführung der Krieges im kommenden Jahr geschwebt hatte1928, eine unzweifelhaft akute Bedrohung geworden. Der Jahrgang 1899, an welchem die OHL hinsichtlich der körperlichen und mentalen Belastungsfähigkeit der Rekruten schon im Vorjahr ihre Zweifel deutlich geäußert hatte1929, war bis Mai 1918 an der Front, so daß für die nächsten Monate lediglich der Jahrgang 1900 mit erst einmal 304.000 kriegsverwendungsfähigen Rekruten zum Füllen der entstandenen Lücken in Frage kam. Und dieser konnte frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit vollem Gewicht zum Tragen kommen1930. Das unter Berücksichtigung der Wiedergenesenen und sonstigen Ab- und Zugänge reingerechnete monatliche Fehl beim Ersatzgeschäft lag Anfang April 1918 bereits bei 70.000 Mann und schien nur noch durch den wahrlich verzweifelten Schritt zum Einstellen Kriegsverwendungsfähiger aus der Industrie halbwegs abzuschwächen zu sein.1931. Hierbei handelte es sich um einen letztendlich letalen Trugschluß, der ohne Berücksichtigung der zu diesem Zeitpunkt schon vorauszusehenden Opfer weiterer Großoperationen zustandekam und durch die ab Mai spürbaren Auswirkungen der Grippe-Pandemie erheblich verschärft wurde1932. Bis Mitte Juli 1918 sollte sich die Zahl der Ausfälle auf knapp eine Million beziffern1933, die quantitativ aber vor allem auch qualitativ in einem realistisch überschaubaren Zeitraum nicht mehr zu ersetzen waren.

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Vor dem Hintergrund der Zahlen und des beschönigend „defizitär“ zu nennenden Ersatzgeschäfts sowie der Notwendigkeit, die jeweils noch offensivfähig beurteilten Verbände den (neu-) gewählten Angriffsschwerpunkten zuzuführen, entstanden vor allem bei denjenigen Truppen, die abseits der aktuellen Brenn- oder Offensivschwerpunkte verblieben, auf Dauer kaum mehr zu bewältigende Lagen. Im Sommegebiet, das für die Entwicklung in anderen Sektoren der Westfront nach beendeten Großunternehmungen bis Mitte Juli 1918 charakteristisch1934 und im Zusammenhang mit der dortigen alliierten Offensive am 8.August 1918 von Relevanz ist1935, war aus der durch das Zurückgehen auf die Siegfried-Stellung Anfang 1917 verkürzten Frontlinie ein 40 bis 60km weit nach Westen vorspringender Frontbogen mit einer immensen Stellungslänge entstanden. Dieser war von zunehmend kampfmüden und dauerhaft geschwächten deutschen Truppen zu besetzen, denen Personal- und Materialersatz nur in begrenztem Umfang zugebilligt werden konnte. Beispielhaft für diese Lage ist eine „Kampfwertmeldung“ der 18.ID von Anfang Mai1936, die eine Durchschnittsstärke ihrer Infanterie-Bataillone von 560 Mann angab und ihre katastrophale Personallage durch den Hinweis auf den Zustand der Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilung 48 unterstrich. Diese war mangels Mannschaften nur mehr dazu fähig, vier statt der vorhandenen 12 Maschinengewehre 08 je Kompanie einzusetzen. Abschließend wies die Division auf die Folge des nahezu ununterbrochenen Fronteinsatzes1937 der Truppe hin und bemerkte, daß der Gesundheitszustand der Soldaten zwar insgesamt gut sei, aber starke Verlausung aufgetreten sei. Hierbei handelte es sich um ein deutliches Indiz für fehlende Ruhephasen, in denen üblicherweise auf Hygiene Rücksicht genommen werden konnte. Was die Verteidigungsfähigkeit der Stellungen sowie den Aufenthalt der Soldaten im Frontbereich an sich betraf, so kann man anführen, daß es an den Rändern der neugeschaffenen vordersten Linie vor dem wiedergewonnenen, völlig verwüsteten Sommeschlachtfeld von 1916 dauerhaft an brauchbaren Stellungen fehlte1938. Und dahinter mangelte es, besonders negativ spürbar bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie im regnerischen April, an den gewohnten Annehmlichkeiten für Bereitschafts- und Ruhebataillone, sofern diese mangels Kräften überhaupt ausgeschieden werden konnten1939. Schon hieraus mußten sich auf Dauer Anlässe für eine deutliche Verschlechterung der Stimmung und damit der Leistungsbereitschaft der Truppe ergeben1940, will man nicht eingangs schon den so schwerwiegenden Umstand anführen, daß sich die Angriffstruppen des 21.März im geschilderten Zustand, unter dem von Foch eingeforderten, sich dauernd verstärkenden feindlichen Feuer und im nur allzu bekannten Stellungskrieg, damit im Bereich offensichtlicher Zeichen für eine gescheiterte „Entscheidungsschlacht“, bewegten. Ende April mußte die im Zentrum des Frontbogens vor Amiens stehende 2.Armee konstatieren, daß es bei den letzten Kampfhandlungen ernstzunehmende Anzeichen für schwindende Kampfbereitschaft der Truppe gegeben hatte. Die Reaktion des AOK 2 auf die Beobachtung, daß sich Soldaten ohne die sonst gewohnten Beispiele verbissener Gegenwehr den Briten ergeben hatten, war für den weiteren Umgang der höheren Führung mit diesem zuerst offenbar als Phänomen klassifizierten Umstand bis zum Kriegsende mustergültig. Sie kulminierte in der Verlautbarung gegenüber den unterstellten Verbänden, daß kampflos kapitulierende Soldaten vom Feind ohne Skrupel niedergeschossen worden seien und „Feigheit vor dem Feinde“ mit dem Tod zu ahnden sei1941. Dies blieb bis zuletzt eine Drohung, deren erkennbar geringe Reich- und Tragweite zu allen Arten zeitgenössischer, nachträglicher und historiographischer Annotationen führte sowie eine geradezu staatliche Grundlage für den von Deist erkannten „verdeckten Militärstreik“ von 1918 bot1942.

Die Gefahren, die sich aus den andauernden Kampfhandlungen wechselnder Intensität unter diesen Bedingungen ergaben, erkannte die deutsche Führung durchaus. Ebenso nahm sie wahr, daß der Feind von seinen Tanks zunehmenden Gebrauch machen und dieser gefährlich sein würde. Die OHL verwies demgemäß bereits Mitte April 1918 in einer Weisung zum anzuwendenden Abwehrfahren auf die vorhandenen und zahlreichen „aktiven“ Abwehrmittel und –möglichkeiten gegen die momentan vom Feind eingesetzten Fahrzeugtypen1943. Gelegenheit dazu, diese auf die Probe zu stellen, gab es Ende des Monats reichlich, wobei es im Rahmen schwerer Kämpfe im Vorfeld von Amiens, bei Villers-Bretonneux am 24.April, zum ersten direkten Duell zwischen britischen und deutschen Tanks kam. Wesentlicher als diese episodenhafte Randerscheinung einer augenblicklichen britischen Reaktion auf eine deutsche Operation mit begrenztem Ziel war, daß auf freiem Feld und ohne Artillerieunterstützung zum Angriff vorgehende deutsche Infanterie im Feuer der britischen Kampfwagen schwerste Verluste erlitt1944.

In der Abwehr schien man auf deutscher Seite zu diesem Zeitpunkt noch mit den immer und immer wieder angreifenden alliierten Tanks fertig zu werden und konnte weiterhin Abschüsse vermelden1945. Allerdings klingen aus den Verlautbarungen über das Kampfgeschehen auch Unbehagen und an die übergeordnete Führung gerichtete Warnungen und Hilferufe heraus, die sich beim AOK 2 am 26.April in einer Meldung über die zu den gegenüberstehenden feindlichen Massen zusätzlich noch hinzugekommene Elitedivision „Maroc“1946 und den Hinweis auf allein vier abgewehrte Tankangriffe an einer einzigen Stelle der Front ausmachen lassen können1947. Und was die von der OHL zuvor noch dargelegte Möglichkeit anbelangte, den vom Feind derzeit genutzten Kampfwagen mit den bekannten Mitteln widerstehen zu können, so wartete der Nachrichtenoffizier des AOK 2 am 21.April 1918 mit einem ersten Hinweis auf einen neuartigen „kleinen“ Tank der Franzosen auf, von dem Gefangene berichtet hatten. Über deren wenig aufschlußreiche Aussagen zum neuen Fahrzeug hinaus konnte man erfahren, daß auf alliierter Seite eine großangelegte Angriffsschlacht vorbereitet wurde1948. Fünf Tage nach diesen in ihrer Brisanz offensichtlich erkannten Befragungsergebnissen lieferte der Nachrichtenoffizier bezeichnenderweise die Ergebnisse einer „Nachvernehmung“ der Gefangenen1949, wobei wesentlich genauere Angaben über das angeblich bereits in 1.200 Exemplaren an der Front befindliche „Modell Renault“ gemacht werden konnten1950. Bis Herbst 1918, so sagten die Gefangenen nun aus, würden 10.000 Fahrzeuge dieses Typs vorhanden sein und für eine gewaltige französisch-amerikanische Gegenoffensive bereitstehen. Der britische Whippet wurde vom Nachrichtenoffizier des AOK 2 Mitte Mai gemeldet1951 und gelangte Anfang Juli als Abbildung eines französischen Tanks zur Kenntnis der Leserschaft einer deutschen Illustrierten1952, ohne daß man eine Reaktion darauf, etwa die dem Umstand sicherlich angemessene Herausgabe eines Merkblattes durch die OHL1953, ausmachen kann. Daß der Wahrheitsgehalt der Gefangenenaussagen beziehungsweise der Meldungen des Nachrichtenoffiziers angezweifelt wurde, ließ sich vom Verfasser ebenfalls nicht feststellen. Dies wäre auch kaum verständlich und zu erwarten, bedenkt man, daß noch in der oben genannten Weisung der OHL zu Tankbekämpfungsmitteln von „derzeitig genutzten Typen“ gesprochen und damit direkt der Erwartungshaltung der obersten Führung gegenüber neuen Fahrzeugentwicklungen für 1918 Ausdruck verliehen wurde. Die Gründe dafür, daß die recht frühzeitigen Meldungen über den FT-17 und über den Whippet ignoriert wurden1954 und zusammen mit den Hinweisen auf die Versammlung von Kräften für eine bevorstehende französisch-amerikanische Großoffensive in den zeitgenössischen und späteren Aufzeichnungen der höheren und höchsten Führer sowie den vom Verfasser eingesehenen Archivalien der obersten Führungsebene keinen Widerhall fanden1955, können unter einer allgemein verbreiteten euphemistisch- und servil-fatalistischen Einstellung der Verantwortlichen subsumiert werden. Euphemistisch, weil vielerorts geglaubt wurde, solange die Offensiven durch die OHL fortgesetzt wurden und diese mit für die Verhältnisse der Westfront erstaunlichen Ergebnissen aufwarten konnten, die Hoffnung auf den kurz bevorstehenden Sieg nicht aufgeben zu brauchen. Servil, weil für den Kenner der Statistiken des Ersatzgeschäfts in der Heimat der rein mathematisch vorhersehbare Zusammenbruch genauso absehbar war, wie er sich Frontbefehlshabern durch die zusehends katastrophaleren Zustände in unterbesetzten und insgesamt vernachlässigten Führungsbereichen abzuzeichnen begann1956. Einen „Aufschrei“ der Wissenden gegenüber der OHL oder gar dieser selbst gegenüber der Politik1957 und dem Obersten Kriegsherrn als Hinweis auf die Ausweglosigkeit der Situation sowie einen Zwang zu Friedensverhandlungen oder auch als Aufzeigen der Notwendigkeit operativer Alternativen zum Verbrauch der letzten Kräfte in offenkundig doch wenig zielführenden aber ungeheuer verlustreichen Angriffunternehmen unterblieb1958. Fatalistisch erklärt sich hiernach von selbst. Die Möglichkeit einer deutschen Niederlage, die sich nach dem Verbrauch der nicht mehr ersetzbaren Offensivkräfte zwangsweise einstellen mußte und sich schon zeitig durch die eigenen Schwächen, den erstarkenden alliierten Widerstand sowie die Nachrichten über eine Gegenoffensive und Massen neuartiger Tanks abzuzeichnen begann, wurde nicht gegen die Siegeschancen abgewogen, sondern so lange beiseite geschoben oder als Privatmeinung in persönlichen Aufzeichnungen diskutiert1959, bis die Protagonisten der militärischen Elite dazu gezwungen waren, sich damit zu befassen, ihr jeweiliges Verhalten, ihren individuellen Anteil und ihre Verantwortung an einer beziehungsweise der mit dem Kriegsende gleichzusetzenden „Katastrophe“ darzulegen. Und dies geschah durchweg erst nach 1918 und durch das Verfassen von „Kriegserinnerungen“1960. Diese enthalten samt und sonders keine Nachweise für ein ausgeprägteres Bewußtsein der höheren Führung gegenüber dem unausweichlichen Ergebnis des sich offensichtlich, unweigerlich und unumkehrbar vollziehenden Wandels der Kräfteverhältnisse zwischen dem Ende der „Großen Schlacht in Frankreich“ und dem alliierten Gegenangriff auf den Frontbogen zwischen Soissons und Reims am 18.Juli 1918. Sie enthalten nichts über die frühe Kenntnis von feindlichen Tankmassen, den Whippet oder über den später berühmt-berüchtigten FT-171961 und nichts über das Wissen um eine großangelegte alliierte Gegenoffensive lange vor dem genannten Stichtag. Was statt dessen auf breiter Basis im Zusammenhang mit den Vorgängen seit Beginn der Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims angeführt wurde, war die spätestens von Cambrai 1917 her bekannte und geradezu universelle „Überraschung“1962.

10.2 Erfolge der Alliierten mit Tanks bei Gegenangriffen.

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Unter diesen Vorzeichen fielen die britischen, französischen und amerikanischen Gegenangriffe, die bis zum Beginn der letzten deutschen Offensive ab dem 15.Juli in Sektoren stattfanden, denen abseits der jeweils noch ausstehenden Ergebnisse weiterer Angriffsunternehmungen und für den Augenblick eine kriegsentscheidende Bedeutung abgesprochen werden konnte, in den Bereich hinzunehmender Voraussehbarkeiten. Gegenüber Kuhl sprach ein über jedes humanitäre Ideal hinweg zielfixierter Ludendorff am 6.Juni sehr zynisch davon, daß man in Kauf nehmen müsse, daß die dort in Stellung befindlichen Verbände „ausbrennen“1963. In seinen Kriegserinnerungen schrieb er wesentlich dezenter, aber dennoch auch nicht realitätsverbunden, von einem „planmäßigen Erstarken des feindlichen Widerstandes“1964. Damit schob er die zumindest mittelfristig zu erwartenden Folgen der oben angeführten quasi „internen“ Zustände sowie und noch mehr die von einem Autor im Umfeld1965 des Reichsarchivs später so benannte Möglichkeit der von den Alliierten mit überlegener Waffengewalt erzwingbaren und real kurz bevorstehenden „Schicksalswende“1966 beiseite.

Ihre zumindest retrospektiv unübersehbaren Boten auf den Schlachtfeldern der Westfront waren die teilweise massiven und zahlreichen Gegenangriffe, die, in Ermangelung greifbarer Truppen oder zu deren Schonung gegenüber den erwarteten Großangriffen des Feindes, maßgeblich auf die Schlagkraft von Tanks bauten. Drei dieser Unternehmungen seien angeführt, weil sie jeweils von einem anderen Bündnispartner unter den Alliierten ausgeführt wurden und die weitere Entwicklung der Lage und Kräfteverhältnisse an der Westfront bis Kriegsende vorwegnahmen.

Die erste fand parallel zur deutschen Offensive gegen den Chemin des Dames am 28.Mai an der Avre statt und hatte die Wegnahme des in Trümmer geschossenen Ortes Cantigny zum Ziel. Für diesen sehr begrenzten Auftrag standen Teile der amerikanischen 1.Division bereit, die durch französische Artillerie, Flammenwerfer und 12 CA-1 unterstützt wurden1967. Nach kurzer aber intensiver Artillerievorbereitung konnte Cantigny binnen weniger als einer Dreiviertelstunde und ohne nennenswerte Schwierigkeiten oder größere Verluste gewonnen werden1968. Die Verteidiger der im Dezember von der Ostfront herbeigeholten 82.RD wurden vollständig überrumpelt und fügten sich, obwohl das Gelände nach fachmännischer Einschätzung der Zwischenkriegszeit grundsätzlich gute Abwehrmöglichkeiten geboten hatte1969, in ihr Schicksal1970. Von den CA-1, welche die Speerspitze des Unternehmens bildeten und auf die Deutsche mit erhobenen Händen zugelaufen sein sollen, ging keiner durch Abwehrfeuer verloren, was für den ersten Kontakt einer in der Abwehr an der Westfront und in der Tankbekämpfung unerfahrenen Truppe drittklassigen Gefechtswertes1971 mit einem überlegenen Gegner als bezeichnend angesehen werden kann1972. Einen Anlaß zu besonderer Unruhe bot das Geschehen für die deutsche Führung offenkundig nicht, obwohl man sich bis zum 30.Mai als unfähig erwies1973, Cantigny den Amerikaner wieder zu entreißen. Anlaß zur Beunruhigung gab es auch nicht, obwohl die amerikanischen Truppen nun ganz offensichtlich nicht mehr nur vereinzelt, sondern geschlossen sowie zu Angriffen befähigt in Erscheinung getreten und ein kleiner, präziser Schlag nach dem von den Franzosen vorexerzierten Modell von Malmaison 1917 Schwächen und Mängel der deutschen Abwehr klar aufgezeigt hatte. Besonders das Auftreten der Amerikaner im Angriff hätte eine Reaktion der OHL gegenüber der politischen Führung des Reiches erwarten lassen- und unzweifelhaft eine „strategische“ Reaktion. Schließlich hatte Ludendorff gegenüber Vertretern der Reichtagsfraktionen schon im Sommer 1917 recht unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß das Auftreten amerikanischer Truppen in größerer Zahl ab Sommer 1918 kriegsentscheidenden Charakter haben würde1974. Real war dies nun gegeben.

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Der zweite Gegenangriff, der besonders hervorgehoben werden soll, wurde von französischer Seite unter dem Befehl des zurück an die Westfront berufenen Generals Mangin1975 am 11.Juni 1918 an der Matz durchgeführt. Die Operation war erst tags zuvor als massiver Stoß in die Westflanke der in Richtung Compiègne angreifenden deutschen 18.Armee angeordnet worden, was die betroffenen französischen Führungsebenen vor nicht unerhebliche Probleme bei der Koordination sowie beim Zusammenziehen der vorgesehenen Verbände stellte und die Operation grundsätzlich der Gefahr aussetzte, wie die britischen Gegenstöße vom März zu enden1976. Diese Möglichkeit wurde vor dem Hintergrund des Wunsches zum Stoppen und Demoralisieren der Deutschen allerdings in Kauf genommen1977, und man versuchte, sie durch konzentrierten Tankeinsatz und das vorbereitende Niederkämpfen der feindlichen Artillerie -beziehungsweise der damit identischen Tankabwehr- zu relativieren. Über die Angriffsspitzen der Infanterie von vier Divisionen hinweg sollten insgesamt 147 St.Chamond und Schneider in die deutschen Stellungen stoßen1978. Beurteilt man den Angriff vom 11.Juni anhand der Zahl von 72 abgeschossenen Tanks1979, die Opfer der nicht ausgeschalteten und numerisch starken deutschen Artillerie wurden, so belegte er die Effizienz der deutschen Tankabwehr gegen bekannte Fahrzeugtypen nach dem Muster, das den Abwehrerfolgen im Frühjahr 1917 zugrundegelegen hatte1980. Blickt man dagegen auf die Wirkung, welche der französische Einbruch von bis zu 5km Tiefe erzielte und hält fest, daß kein größeres beziehungsweise ferneres Operationsziel des Angriffes vorgesehen war, sondern das Beabsichtigte erreicht wurde, stellte er einen erheblichen Erfolg dar1981. Der 18.Armee war der Angriffsschwung genommen worden, sie wurde in ihrer Flanke bedroht und, wie die offiziöse deutsche Geschichtsschreibung der Zwischenkriegszeit im Kontext des nun gescheiterten Stoßes gegen Compiègne und Paris zu lapidar beschrieb, es blieb ihr nach dem Aufgeben von Gelände nur, sich auf die Abwehr zu beschränken1982.

Das dritte Beispiel aus der Reihe der auf Tanks gestützten alliierten Gegenangriffe ereignete sich am 4.Juli im „Sommebogen“, einige Kilometer nordöstlich von Villers-Bretonneux. In diesem Bereich war es seit Ende April nicht zu großen Kampfhandlungen gekommen, was den Briten die Gelegenheit zur Auffrischung ihrer Verbände und zur Reorganisation ihrer Verteidigung gegeben hatte. Der Eindruck, daß die gegenüberliegenden deutschen Truppen in ihrer Kampfkraft eingeschränkt waren, bot eine günstige Gelegenheit für eine Art praktischen Test ihrer Abwehrfähigkeit und der Angriffsfähigkeit der eigenen Verbände1983. Als Ziel einer begrenzten Operation, die vom Befehlshaber des neugebildeten Australischen Korps, Monash, geplant wurde, wählte man die taktisch bedeutenden Höhen von Hamel. Die Hauptlast des Unternehmens hatte die kampferprobte australische 4.Division1984 zu tragen, welche durch starke Artillerie, Flieger und die ersten 60 neuen Mark V des Tank Corps unterstützt wurde. Monash, ein Kommandeur, der von den Qualitäten des Tanks überzeugt war1985, bediente sich bewährter Mittel, die schon bei Cambrai den Einbruch in die Siegfried-Stellung außerordentlich begünstigt hatten, namentlich der Überraschung und des natürlichen wie künstlichen Nebels. Die neuen Mark V sah sein Plan als reine Unterstützungswaffen der Infanterie vor, die mit ihr zusammen in die feindlichen Stellungen eindringen und vorhandenen Widerstand niederkämpfen sollten. Auf die enge Zusammenarbeit beider Waffen wurde allergrößter Wert gelegt, so daß, wie Fuller in diesem Zusammenhang einmal erfreut bemerkte, „wenige Tage vor Beginn der Schlacht zwischen beiden Formationen [Waffengattungen] die engste Kameradschaft herrschte“1986. Dies war um so wichtiger, als die australische 4.Division im vorherigen Jahr bei Bullecourt einschlägig negative Erfahrungen mit dem neuen Kriegsmittel zu sammeln gehabt hatte1987. Diesbezügliche Sorgen erwiesen sich als unbegründet. Die deutschen Verteidiger, die nach Ablösung einer vollends verbrauchten Division zur erfahrungsgemäß erstklassigen 13.ID gehörten1988, wurden binnen kurzer Zeit aus ihren vordersten Stellungen gedrängt und verloren allein 1.500 Gefangene, während beim Angreifer Gesamtverluste in Höhe von rund 700 Mann eingetreten waren1989. Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff durch Artillerievorbereitung hatte es nicht gegeben, die deutschen Stellungen waren, wie die Truppengeschichte des IR 15 es formulierte, „dürftig und lückenhaft ausgebaut“, zu geringer Ersatz für frühere Ausfälle sowie die grassierende Grippe hatten für geringe Gefechtsstärken gesorgt1990. Und zu allem Überfluß war die Artillerie der 13.ID zum Zeitpunkt des Angriffs gerade erst mit der Übernahme ihrer Stellungen befaßt1991, so daß kaum artilleristische Feuerkraft zur Abwehr zur Verfügung stand. Mit der Artillerie war der Hauptträger der von der „großkampferfahrenen“ Division durchaus eingeplanten1992 Tankbekämpfung ausgefallen, und zur demoralisierenden Wirkung der Tanks, von denen nur fünf kampfunfähig gemacht werden konnten1993, kam derjenige nahezu ungehindert agierender britischer Schlachtflieger. Die von Travers angeführte „poor german morale“1994 scheint unter diesen Gesichtspunkten nur einen einzigen und als Resultat der allgemeinen und besonderen Zustände verständlichen Grund unter vielen für den hervorragenden1995 australischen Erfolg bei Hamel darzustellen. Das Ergebnis der Kämpfe ging wie bei den beiden zuvor genannten Beispielen für alliierte Gegenangriffe in seiner Bedeutung weit über einen lokalen Erfolg hinaus. Das Geschehen am 4.Juli kann als ein unzweifelhaftes Zeichen für die britische Führung, daß die Zeit dafür reif war, die Initiative an der Westfront an sich zu reißen, gelten1996. Bereits wenige Tage später, am 17.Juli, erreichte Haig der Angriffsplan des Oberbefehlshabers der 4.Armee, Rawlinson, für eine großangelegte Offensive gegen die deutschen Stellungen vor Amiens, auf dessen Grundlage schließlich, am 8.August 1918, der von Ludendorff so getaufte „schwarzen Tag des deutschen Heeres“ herbeiführt werden sollte1997. Vor diesem Hintergrund beinhaltete die Schlacht den für die britische Führung wichtigen Beleg für die Möglichkeiten eines tatsächlich von den Franzosen seit längerer Zeit genutzten Angriffsverfahrens, das, wenn nicht auf den Tank als das maßgebliche Element, so doch auf dem ihn unbedingt einschließenden, massiven Gebrauch moderner und aufeinander abgestimmter Kriegsmittel aufbaute. Über diese Bedeutung einer von der amtlichen deutschen Geschichtsschreibung der Zwischenkriegszeit mit Nichtachtung bedachten Miniaturschlacht hinaus1998, gelang es den australischen Angreifern, bei Hamel eine wichtige Beute zu machen. Unter den deutschen Waffen, die eingebracht worden waren, befanden sich zwei eigentümliche, insgesamt überdimensioniert erscheinende Gewehre von rund 16Kg Gewicht und 13mm Kaliber, die in etwa einer Einzelladerversion des Standard-Infanteriegewehrs 98 entsprach1999. Es handelte sich um noch äußerst rare Exemplare der im Frühjahr 1917 von der OHL dringendst geforderten, dann insgesamt vernachlässigten und zeitweilig aufgegebenen, im Oktober 1917 wieder ins Auge gefaßten und seit Mai 1918 für die Serienfertigung zugelassenen „Wallbüchse“2000. Daß diese merkwürdigen Gewehre neuartige Tankabwehrwaffen waren, erschloß sich der britischen Seite rasch. Noch im Juli begannen Beschußtests, und man befaßte sich mit Möglichkeiten, Tanks und ihre Besatzungen gegen die Wirkung des Tankgewehres, das zumindest auf Nahkampfentfernung um 50m jede Panzerung der vorhandenen Tanks durchschlagen konnte, zu sichern2001. Deutsche Hoffnungen auf die psychologisch und taktisch erhoffte und nach Stand des Vorjahres zu erwartende Entlastung der Truppe durch ein ihr lange Zeit versprochenes und noch längere Zeit vorenthaltenes, „eigenes“ Tankabwehrmittel hätten demgemäß schon im Stadium vor dessen massenhafter Verbreitung illusorisch sein müssen. Der Verlust der Waffen und die Möglichkeit, daß dem Feind dadurch frühzeitig die Gelegenheit zu effektiven Schutzmaßnahmen gegeben wurde, fand bei der deutschen Führung nach Stand der vom Verfasser eingesehenen Archivalien und gesichteten Literatur dieselbe Berücksichtigung2002 wie die oben angeführte Kenntnis von neuartigen Tanktypen mehr oder weniger unbekannter Qualität, die für eine massive Gegenoffensive bereitgestellt wurden: nämlich keine.


Fußnoten und Endnoten

1895  Siehe Travers: How The War Was Won, S. 107.

1896  Abb. nach Volkmann: Der große Krieg, S. 260.

1897  Siehe bspw. Cron: Mein Kriegstagebuch, S. 175: „Wenige Stunden haben darüber entschieden, den Deutschen die sichere Hoffnung auf den Durchbruch, auf den Endsieg, zu rauben. Tragik deutschen Schicksals!“

1898  Siehe Abschn. 9.5.

1899  Die französichen St.Chamond und Schneider waren für einen Gegenangriff im Raum Compiègne versammelt worden. Da ein dort erwarteter deutscher Massen-Tank-Angriff nicht stattfand und von der ersten deutschen Offensive die weiter nördlich gelegenen britischen Frontabschnitte an der Somme betroffen waren, blieben der artillerie d’assaut die bitteren Erfahrungen des Tank Corps vom März 1918 erspart und ihre Einheiten intakt. Siehe dazu Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 52.

1900  Siehe dazu William-Ellis: Tank Corps, S. 153f., und Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 50ff.

1901  Siehe Abschn. 9.5.

1902  Siehe Fuller: Tanks, S. 177, und Fuller: Erinnerungen, S. 218f.

1903  Siehe ebenda und William-Ellis: Tank Corps, S. 171.

1904  Ein Beispiel ist ein gepanzerter Gegenstoß bei Bapaume am 22.3.1918. Von 25 eingesetzten Fahrzeugen sollen lediglich 9 zurückgekommen und 70% der Besatzungen gefallen oder in Gefangenschaft geraten sein; siehe Toland, John: Gebe Gott, daß es nicht zu spät ist. 1918. Entscheidungsjahr des Ersten Weltkrieges, München 1981, S. 52ff. Ein weiteres Beispiel nennt das Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 53f., mit dem Gegenangriff der ersten Whippet-Tanks am 25.3.1918. Sonst siehe auch Fletcher: Tanks and Trenches, S. 95ff., Fuller: Erinnerungen, S. 220ff., und sehr ausführlich, William-Ellis: Tank Corps, S. 162ff.

1905  Zitiert nach Tschischwitz, v. (Hg.): General von der Marwitz. Weltkriegsbriefe, Berlin 1940, S. 284 (Tagebucheintrag vom 24.3.1918).

1906  Siehe Fuller: Erinnerungen, S. 223.

1907  Siehe William-Ellis: Tank Corps, S. 171: „Out of 370 Tanks which were fit to fight, only 180 saw action, a great many machines running out of supplies or being incapacitated by some temporary mechanical trouble, and so lost without having fired a shot.“

1908  Siehe MO 1918, Bd. 1, S. 419.

1909  Siehe Fuller: Erinnerungen, S. 228.

1910  Siehe bspw. Die Wochenschau, Nr. 14 vom 6.4.1918, S. 229, oder ebenda, Nr. 15 vom 13.4.1918, S. 218.

1911  Siehe BA-MA, PH 3/560, bspw. Bl. 192 und Bl. 225.

1912  Zitiert nach ebenda, Bl. 225.

1913  Zur Vorgeschichte der Ernennung Fochs siehe Travers: How The War Was Won, S. 66ff., und LAF, Bd. VI.1., S. 268ff.

1914  Siehe ebenda, Bd. VI.2., S. 10.

1915  Fochs Weisungsbefugnisse waren allerdings diversen Einschränkungen unterworfen, worunter beispielsweise die Möglichkeit der verschiedenen nationalen Befehlshaber fiel, beim Ausmachen einer durch Fochs Befehle verursachten Krise die eigene Regierung zu informieren; zu den Regelungen siehe ebenda und dortige Textverweise, LAF, Bd. VI.1., S. 400ff., und Foch: Kriegserinnerungen, S. 280ff.

1916  Siehe LAF, Bd. VI.1., S. 270ff. und S. 405ff.

1917  Siehe ebenda, S. 405f., und Foch: Kriegserinnerungen, S. 298ff. und S. 331.

1918  Siehe LAF, Bd. VI.2., S. 12f.

1919  Siehe ebenda, Bd. VI.1., S. 417: „Sur le front du groupe d’armées de réserve, ou l’ennemi n’entreprend plus aucune attaque, la Ier armée passe a l’offensive. Conformément aux ordres donnés la vielle par le général Debeney, elle ne cherche pas un effort d’ensemble; pour agir au plus vite, les corps d’armée lancent leurs attaques aussitôt que chacune d’elles est prête, et après une courte préparation d’artillerie. Malheureusement, le temps est pluvieux, couvert ; il rend difficile l’observation par avions ; nous nous heurtons, enfin, à un adversaire qui a utilisé, lui aussi, les trois journées du 1er au 3er avril pour s’organiser, s’échelonner en profondeur, disposer ses nombreuses mitrailleuses. A peu près sur tout le front, nos attaques échouent sous le feu violent de l’infanterie allemande.“ Sechs Tanks, die bei einem der Korps den Angriff begleiteten, konnten wegen Problemen mit dem aufgeweichten Boden im Angriffsgelände keinen Erfolg bringen. Daß es, wie bei den britischen Gegenstößen auch, in diesem Frontbereich an der Avre aber noch andere Gründe für wenig erfolgreichen Tankeinsatz gab, legen einige auf den 7.April datierte Photographien zerschossener CA-1 nahe; siehe Guénaff, Didier/Jurkiewicz, Bruno: Les Chars De La Victoire, Louviers 2004, S. 32.

1920  Zitiert nach RH 61/50652: Aufzeichnungen Kuhl, S. 127 (Tagebucheintrag vom 6.4.1918). Den Blickwinkel seines Stabschefs teilte auch Kronprinz Rupprecht, wie aus seinen Aufzeichnungen zum 5.4.1918 hervorgeht; siehe Frauenholz: Kronprinz Rupprecht, Bd. 2, S. 371f.

1921  Siehe BA-MA, RH 61/50637: Privatakten Geyer, Bl. 75f. (Bericht der 79.RD vom 9.4.1918.) Der Kommandeur der 79.RD mag zu jenen privilegierten „Frontoffizieren“ gehört haben, über die ein Kritiker des deutschen Heeres während des Ersten Weltkriegs, Generalmajor v. Gleich, schrieb, daß ihre Worte zu höheren Stäben nur durch „irgendwelche näheren Beziehungen“ überhaupt durchdrangen; siehe Gleich, Gerold v.: Die alte Armee und ihre Verirrungen. Eine kritische Studie, Leipzig 1919, S. 18. Ein Blick in die „Privatakten“ Geyers scheint die Existenz einer solchen Kategorie von Offizieren zu bestätigen.

1922  Siehe BA-MA, RH 61/50637: Privatakten Geyer, Bl. 73f. (Vortragsmanuskript vom 7.4.1918.)

1923  Siehe ebenda, RH 61/51833: Bericht über eine Befragung Ludendorffs durch Archivrat Volkmann Anfang August 1923, S. 3f. (zu Frage 5.).

1924  Bauer wies ausdrücklich darauf hin, daß die Herausgabe eines Befehls der OHL, aus dem die Vorbereitung kommender Schläge ersichtlich sei, durchaus im Interesse der psychischen Kampfkrafterhaltung der Truppe läge; siehe ebenda, RH 61/50637: Privatakten Geyer, Bl. 174. Dem Hinweis ist zu entnehmen, daß Ludendorff selbst sich über die Auswirkungen der gescheiterten Offensive auf die Moral der Truppe offensichtlich keine grundlegenden Gedanken gemacht hatte, sondern hier der Einfachheit halber und ohne weitere Erklärungen die Rückkehr zur Abwehr und anderswo ad hoc die Vorbereitung neuer Angriffe befahl.

1925  Siehe bspw. ebenda, RH 61/50652: Aufzeichnungen Kuhl, S. 132ff., und Frauenholz: Kronprinz, Bd. 2, S. 371ff. Die ad hoc gefaßten, schnell fallengelassenen oder wiederaufgenommenen Pläne Ludendorffs samt dessen Eingriffe in taktische Belange der untergeordneten Führung wurden nach 1918 in zahlreichen Schriften als problematisch thematisiert; siehe dazu Storz, Dieter: „Aber was hätte anders geschehen sollen?“ Die deutschen Offensiven an der Westfront 1918, in Duppler/Groß: Kriegsende, S. 73ff.

1926  Siehe Ludendorff: Kriegserinnerungen, S. 494, und Venohr: Ludendorff, S. 308. Zur Einstellung eines Armeebefehlshabers, dessen Truppen bis dahin nicht in die erste Offensive involviert waren siehe Alter, Julius (Hg.): Ein Armeeführer erlebt den Weltkrieg. Persönliche Aufzeichnungen des Generalobersten v. Einem, Leipzig 1938, S. 383 (Tagebucheintrag vom 31.3.1918): „Was soll nun werden? So fragen wir uns stündlich. [... .] Denn schließlich haben wir die Offensive ja nicht gemacht, um einige Meilen weiter wieder festzuliegen.“

1927  Siehe RA, Bd. 14, S. 254. Wie Middlebrook nach seinem Versuch zur Eruierung der britischen (ca. 38.000) und deutschen Verluste (40.000) für den 21.3.1918 angab, handelte es sich beim ersten Tag der Offensive um den verlustreichsten des ganzen Krieges; siehe Middlebrook, Martin: Der 21.März 1918. Die Kaiserschlacht, Berlin/Frankfurt a.M./Wien 1979, S. 221.

1928  Siehe Kap. 8.

1929  Siehe HStAS, M 33/2, Bü. 300: Chef d. Genst. d. Feldheeres Ic Nr. 5870 geh. op. vom 25.12.1917.

1930  Siehe BA-MA, RH 61/51716: Anonymes Manuskript zur Ersatzlage 1917/18, S. 2 und Anlage 56. Bis zum 29.7.1918 waren vom Jahrgang 1900 230.000 Mann eingezogen worden, denen in Kürze 38.600 Mann folgen sollten.

1931  Siehe BA-MA, RH 61/51716: Anonymes Manuskript zur Ersatzlage 1917/18, S. 9: „Der Kräfteverbrauch der Frühjahrsoffensive war doch größer gewesen als man vorausgesehen hatte, und so war man sich im Kriegsministerium im April 1918 darüber vollkommen klar, daß die Ersatzfrage nunmehr in ein gefahrdrohendes Stadium getreten war.“ Die Lösung dieses Problems sollte im Herausziehen Kriegsverwendungsfähiger aus der Industrie und im Jahrgang 1900 gefunden werden, was angesichts der noch steigenden Verluste und Abgangszahlen der kommenden Monate illusorisch wurde. Und schon Mitte Mai wurde von der OHL festgestellt (siehe ebenda, Anlage 53): „Besondere Bestände in der Heimat nicht mehr vorhanden. Jahrgang 1899 verausgabt.“

1932  Siehe Storz: Die deutschen Offensiven, in Duppler/Groß: Kriegsende, S. 89. Von amtlicher deutscher Seite wurde die Zahl der Grippekranken im Juni mit 139.000 und für Juli bereits mit 399.000 Mann angegeben; siehe BA-MA, RH 61/51862: Manuskript v. Tieschowitz’ für RA, Bd. 14, S. 771.

1933  Siehe RA, Bd. 14, S. 516. Zu den nicht minder schweren, doch letztlich durch den Einsatz amerikanischer Truppen aufgewogenen Verlusten der Alliierten siehe Foch: Kriegserinnerungen, S. 306ff.

1934  Siehe Ludendorff: Kriegserinnerungen, S. 545. Beispiele für identische Entwicklungen lassen sich in den Schriften Deists und Storz’ finden. Siehe Deist: Militärstreik, S. 146-167, und dortige Anmerkungen zu weiterführender Literatur, sowie Storz: Die deutschen Offensiven, in Duppler/Groß: Kriegsende, S. 51-95. Zudem wird im Kapitel zur Abwehrschlacht bei Soissons (siehe Kap. 11.) darauf eingegangen werden. Siehe auch Deist: Militärstreik, S. 152f.

1935  Siehe Kap. 12.

1936  Siehe HStAS, M 33/2, Bü. 28, Bl. 310: 18.ID Abt. Ia Nr. 2410 vom 8.5.1918. Siehe auch Abschn. 11.2.

1937  Der Gefechtskalender der Division legt nahe, daß zwischen dem 21.3. und dem 19.5.1918 lediglich einige wenige Tage Ende März und Anfang April eine Verschnaufpause ausgemacht haben können; siehe Cron: Mein Regiment, S. 109.

1938  Siehe dazu auch BA-MA, RH 61/50769: Manuskript Petter zur Kampfwagen-Abwehr, S. 211, und Tschischwitz: General v.d. Marwitz, S. 289ff. (Tagebucheinträge ab dem 7.4.1918). Noch für Anfang Juni 1918 hielt Marwitz fest, wie rückständig der Stellungsbau bei seinen Truppen war: „Ich war in der Stellung, das ist aber hier anders als es in den ausgebauten Stellungen, die wir früher hatten. Es gibt keine Annäherungsgräben und keine Verbindungsgräben, zur vordersten Linie kann man überhaupt gar nicht gelangen, selbst Meldeläufer können da am Tage nicht durchkommen, sie würden abgeschossen.“ Zitiert nach ebenda, S. 296f., Eintrag zum 7.6.1918. Kronprinz Rupprechts Aufzeichnungen zum 6.4.1918 verweisen dagegen darauf, daß das AOK 2 Marwitz’ selbst dazu angeregt hatte, von verstärktem Stellungsbau abzusehen, um dem Gegner keine Anzeichen für die Einstellung der Offensive zu bieten und die Truppe zu schonen; siehe Frauenholz: Kronprinz Rupprecht, Bd. 2, S. 373.

1939  Siehe Tschischwitz: General v.d. Marwitz, S. 290f. (Tagebucheintrag vom 9.4.1918): „Unsere Truppen haben’s ganz schrecklich schwer. Der Lehmpansch nach dem fortgesetzten Regen ist unergründlich, Mann und Roß sind der Nässe ohne jeglichen Schutz preisgegeben. Dörfer, oder irgendwelche Unterstände gibt’s eben in breiten Strecken nicht.“

1940  Eindrucksvoll dokumentiert ist diese Entwicklung für das AOK 2 in HStAS, M 33/2, Bü. 207. Zum Sachverhalt siehe auch Deist: Militärstreik, S. 152f.

1941  Siehe HStAS, M 33/2, Bü. 28, Bl. 271: AOK 2 Ia Nr. 118/Mai vom 5.5.1918.

1942  Hobohm führte in seinem Bericht für den Untersuchungsausschuß des Reichstages hinsichtlich der Appelle zum radikalen erzwingen von Disziplin und Gehorsam aus: „Gehorsamserzwingung mit der Waffe in äußerten Fällen ist kriegsgeschichtlich eine typische Erscheinung, und niemand wird sich wundern, daß auch die deutsche Kommandogewalt in ihrem Schiffbruch solche Verzweiflungsschritte empfahl. Aber daß auch hier das Heil nicht zu finden war, liegt auf der Hand. Man hat von solchem Waffengebrauch des Offiziers gegenüber renitenter Mannschaft bemerkenswert wenig vernommen. Ich führe das keineswegs auf Feigheit zurück; sondern das Mittel war meistens unanwendbar und wurde es immer mehr. Der einzelne Pistolenschuß konnte nicht mehr viel retten, wo die Autorität –sei es des einzelnen Vorgesetzten oder der Befehlsgewalt überhaupt- nicht mehr zureichte, die Forderungen an die Mannschaften durchzusetzen.“ Zitiert nach Hobohm: Soziale Heeresmißstände, S. 342. Siehe dazu auch Jahr, Christoph: Gewöhnliche Soldaten. Desertion und Deserteure im deutschen und britischen Heer 1914-1918, Göttingen 1998, und Ziemann, Benjamin: Fahnenflucht im deutschen Heer 1914-1918, in Militärgeschichtliche Mitteilungen 55 (1996), S. 93-130.

1943  Siehe HStAS, M 1/11, Bü. 794, Bl. 8: Chef d. Genst. d. Feldheeres Ia/II Nr. 7745. geh. op. vom 17.4.1918, Ziff. 13.

1944  Siehe Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 54f., und William-Ellis: Tank Corps, S. 172f. Berichtet wird in beiden Texten über etwa 400 Mann Verlust, die zwei deutschen Bataillonen binnen kurzer Zeit auf freiem Feld durch das Feuer der Tanks beigebracht wurde.

1945  Siehe bspw. HStAS, M 33/2, Bü. 207, Bl. 40: AOK 2 Abendmeldung vom 26.4.1918.

1946  „La Division Marocaine“. Sie umfaßte neben Kolonialtruppen das Feldregiment der französischen Fremdenlegion sowie ein russisches Bataillon. Zur Gliederung und zum Gefechtskalender siehe http://vinny03.club.fr/gg/leshistoDI/histodm.htm . Siehe auch Abschn. 11.1. und 11.2.

1947  Siehe HStAS, M 33/2, Bü. 207, Bl. 9: AOK 2 Mittagsmeldung vom 26.4.1918.

1948  Siehe BA-MA, PH 3/561, Bl. 203ff.: NO AOK 2 Nr. 1436 vom 21.4.1918: „Die Gef. [Gefangenen] sind der Ansicht, dass der Tank gute Dienste leistet, besonders wenn das Moment der Ueberraschung ausgeübt wird. Für die kommende grosse Offensive der Franzosen rechnet man mit dem massenhaften Einsatz der kleinen Tanks. Auch die Amerikaner werden sich an der Offensive mit Einsatz vieler Tanks des französischen Modells beteiligen.“ Die vier bei Morisel an der Avre eingebrachten Gefangenen gehörten zur Besatzung eines CA-1, der durch den Treffer eines leichten Minenwerfers außer Gefecht gesetzt worden war. Sie berichteten über neue Fahrzeuge mit einer 37mm Kanone als Hauptwaffe und einer Geschwindigkeit von bis zu 20km/h, von denen bereits 1.200 fertiggestellt seien. Dies entsprach keineswegs den Tatsachen, mußte aber für deutsche Ohren überaus beunruhigend klingen.

1949  Siehe HStAS, M 33/2, Bü. 207, Bl. 60: NO AOK 2 Nr. 1521. vom 26.4.1918. Der Urheber der „Nachbefragung“ ließ sich nicht ausmachen. Es wäre aber primär vom AOK 2, dann von der HGr Rupprecht und zuletzt von der OHL auszugehen.

1950  Siehe ebenda. Das „Modell Renault“, 4m lang, 1,5m breit und 1,80m hoch, habe bei 18 bis 20PS Motorleistung eine Maximalgeschwindigkeit von 18 bis 20km/h, könne auf längeren Strecken mit Lastkraftwagen transportiert werden und sei bei einer durchschnittlichen Panzerstärke von 7mm, die am Turm aber größer sei, entweder mit einem Maschinengewehr oder mit einer 3,7cm Kanone bewaffnet. Vergleiche hierzu Abschn. 6.5.1.

1951  Siehe BA-MA, PH 3/561, Bl. 4: NO AOK 2 vom 18.5.1918. Tatsächlich sprach der Bericht von nur sieben derzeit vorhandenen Fahrzeugen. Doch die Angabe ihrer Geschwindigkeit mit 16km/h und ihr Vorhandensein an sich, hätte stärkeren Widerhall erwarten lassen. Davon war weder in den eingesehenen Archivalien, noch in der Memoirenliteratur etwas spürbar.

1952  Siehe Die Wochenschau, Nr. 27 vom 6.7.1918, S. 440.

1953  Ein solches wurde für den Whippet am 10.8.1918 und für den FT-17 sogar erst am 20.8.1918 herausgegeben; siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 125, Akt: 210, Bl. 0052: Chef d. Genst. d. Feldheeres Iv Nr. 92657 geh. op. vom 10.8.1918, bzw. ebenda, Bl. 0070: Chef d. Genst. d. Feldheeres Ic Nr. 94468 op. vom 20.8.1918. Siehe hierzu auch Abschn. 12.5.2.

1954  Selbst wenn man annimmt, daß die Zeitangabe in der Aussage der französischen Gefangenen, „im Herbst“, einen gewissen zeitlichen Spielraum für den Erfolg der deutschen Truppen nahelegte und das Vertrauen auf die Weisheit der OHL und das von ihr -aus den nur ihr selbst bekannten und überschaubaren Fakten- verlangte Bauen auf die Stärke und Schlagkraft des Heeres selbst höchste und erfahrenste Offiziere in die Irre führen konnte, bleibt die Feststellung, daß diese keine der gebotenen Chancen nutzten, um auf die akuten, gravierenden und alle vorherigen Einschätzungen in Frage stellenden Fakten hinzuweisen. Kurios mutet dabei auch an, daß im Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 203, darauf hingewiesen werden konnte, der OHL sei im Juni ein erbeutetes Exemplar des FT-17 zugegangen. Dieser Tank ging anscheinend im bürokratischen Sumpf des Hauptquartiers unter, ohne von den Entscheidungsträgern bemerkt zu werden.

1955  Man darf daneben anführen, daß selbst ein mit einer Facharbeit betrauter Mitarbeiter der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres, der mit kritischen Bemerkungen nicht sparte und dessen Erkenntnisse auch nur zu einem Bruchteil in die amtliche Veröffentlichung einflossen, im Zusammenhang mit dem 18.Juli 1918 von „Bataillonen neuer leichter Renault-Wagen“ sprach; siehe BA-MA, RH 61/52029: Forschungsarbeit v. Menges zur Abwehrschlacht zwischen Aisne und Marne, S. 28.

1956  Bezeichnend für das Erkennen einer militärisch nicht zu rechtfertigenden und rational nicht erklärbaren Situation sind die -bedauerlicherweise in Teilen zensiert- edierten Aufzeichnungen Generaloberst v. Einems. Der Befehlshaber der 3.Armee in der Champagne schrieb zur Lage der 18.Armee im südlichen Teil des bis zum 6.April gewonnen Frontbogens an der Somme: „Von der 18.Armee keine sonderlichen Mitteilungen. Was die sehr bedeutende Ausbreitung der 18.Armee nach Westen bedeutet, wissen wir nicht [X]. Vielleicht will man die Franzosen veranlassen, gegen sie anzurennen und sich an ihr zu verbluten.“ Zitiert nach Alter: Generalobersten v. Einem, S. 383 (durch den Herausgeber an der mit „X“ markierten Textstelle zensierter Tagebucheintrag vom 31.3.1918). Belegt wird durch die Passage einmal, daß die fatale Lage bei einer Nachbararmee, die an der ersten Offensive teilgenommen hatte, schon anhand des durch Tagesmeldungen in etlichen hundert Kilometer Entfernung entstandenen Kartenbildes ausgemacht werden konnte. Ferner, daß trotz der offenkundigen Irrationalität eines mit schwachen Kräften (letztlich dauerhaft) besetzt gehaltenen „Sommebogens“ nach einer plausiblen Erklärung für diesen Umstand gesucht wurde. Statt den Kräftemangel, die Erschöpfung und die Aussichtslosigkeit der Lage als offensichtlichen Offenbarungseid der eigenen Armeen hinzunehmen, verfiel der frühere Kriegsminister darauf, das der Situation wohl am wenigstens angebrachte Deutungsmuster mit den indirekten Hinweis auf Verdun 1916 und die materiell und personell unzweifelhaft verheerenden Schlachten von 1917 anzuführen.

1957  Abgesehen von der Affäre Kühlmann (siehe Kap. 11.) kann man allerdings anführen, daß die Politik ihrerseits wenig Anstalten machte, sich kritisch mit der militärischen Lage und den aus ihr zu ziehenden Schlußfolgerungen zu beschäftigen; siehe dazu Schwertfeger, Bernhard: Die politischen und militärischen Verantwortlichkeiten im Verlaufe der Offensive von 1918 (Bd. 2 der 4.Reihe des Untersuchungsausschusses des Reichstages: Die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918), Berlin 1925, S. 179.

1958  Storz führte zumindest einen Versuch an, der andererseits aber auch nicht als „Aufschrei“ zu deuten ist. Der zur OHL versetzte Thaer (siehe Kap. 5.) hatte nach Storz’ Worten am 1.5.1918 versucht, Hindenburg „die Augen über den Zustand der Armee zu öffnen“. Dies mißlang, da der Marschall ganz im Sinne der obigen Ausführungen auf zahlreiche Berichte über die „glänzende“ Stimmung der Truppe rekurrierte; siehe Storz: Die deutschen Offensiven, in Duppler/Groß: Kriegsende, S. 88.

1959  Siehe dazu auch Kap. 11.

1960  Als Beispiel dafür seien an dieser Stelle die Memoiren Hindenburgs genannt, der im Zusammenhang mit etwaigen Vorwürfen gegenüber unbegründeter Siegeshoffnungen und dem darin implizierten Selbstbetrug vom „Vertrauen“ in die innere Stärke eines schon immer rational überforderten aber doch auch immer wieder siegreichen Heeres sprach; siehe Hindenburg, Paul v.: Aus meinem Leben, Leipzig 1920, S. 299.

1961  Das erste Mal im Gefecht war der FT-17 bereits einen Monat nach den ersten Meldungen über ihn. Am 31.5.1918 wurden 30 Fahrzeuge bei einem Gegenstoß im Sektor Soissons eingesetzt; siehe Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 57f. Widerhall in den vom Verfasser eingesehen Archivalien der höheren und höchsten Führung fand auch dieses Ereignis nicht.

1962  Siehe Abschn. 9.5. bzw. Abschn. 11.5. sowie Kap. 11. und 12.

1963  Siehe BA-MA, RH 61/50652: Aufzeichnungen Kuhl, S. 156.

1964  Siehe Ludendorff: Kriegserinnerungen, S. 494.

1965  Im Zusammenhang mit Streitigkeiten über die Darstellung des 18.Juli 1918 durch den Bd. 35 der Reihe „Schlachten des Weltkrieges“ wies die Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt darauf hin, daß die vom Verfasser, einem Archivrat a.D., geäußerte Meinung eine rein private sei. In Hinblick auf gleichartige Auseinandersetzungen im Umfeld der Aufarbeitung der Kämpfe von Cambrai 1917 (siehe Abschn. 9.6.) ist dies insofern von Interesse, als daß die noch heute weitverbreiteten Bände der Reihe immer wieder als deutschsprachige Primärquellen in englischsprachiger Literatur genannt werden und ihnen zumindest ein „amtlicher Charakter“ unterstellt wird. Siehe Stenger, Alfred: Schicksalswende. Von der Marne bis zur Vesle 1918 (Schlachten des Weltkrieges, Bd. 35), Berlin/Oldenburg 1931, bzw. BA-MA, RH 61/52: Schriftwechsel und Berichtigungen zur Darstellung der Kämpfe 1918 an der Westfront, Bl. 2ff.

1966  Siehe Stenger: Schicksalswende.

1967  Siehe Center Of Military History, United States Army (Hg.): United States Army in The World War 1917-1918, Bd. I: Organization of the American Expeditionary Forces, Washington 1948 (Reprint 1988), S. 19, und Trask, David E.: Cantigny, in Venzon, Anne C./Miles, Paul L. (Hg.): The United States in the First World War. An Encyclopedia, London/New York 1995, S. 125ff.

1968  Siehe Center of Military History: United States Army, Bd. I, S. 20.

1969  Siehe Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 56.

1970  Siehe Hallas, James H.(Hg.): Doughboy War. The American Expeditionary Force in World War I, Boulder/London 2000, S. 80 (Aussage von Lieutenant Daniel Sargent).

1971  Siehe Nash: The 251 divisions, S. 549.

1972  In zwei Truppengeschichten von Einheiten der 82.RD ist nichts über eine besondere Schulung in der Tankbekämpfung zu finden. Dagegen wird in ihnen ausdrücklich von Ausbildung im Angriffsverfahren und dem Wunsch, eine „Angriffsdivision“ zu werden gesprochen; siehe Rosen, v./Rundstedt v. (Hg.): Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 270 im Weltkriege 1914/1918 (Deutsche Tat im Weltkriege 1914/1918, Bd. 56), Berlin 1934, S. 118ff., und Grothe, H. v. (Bearb.): Das Res.-Infanterie-Regiment Nr. 272 im Weltkriege (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bd. 127), Berlin 1925, S. 61ff.

1973  Es erfolgten bis dahin zahlreiche Gegenangriffe, die allesamt scheiterten. Am 30.5. befahl der Befehlshaber der 18.Armee, v. Hutier, die Einstellung der Rückeroberungsversuche, da vom amerikanisch besetzten Cantigny keine größeren Gefahren auszugehen schienen; siehe Trask: Cantigny, in Venzon/Miles, S. 126.

1974  Siehe BA-MA, RH 61/50355, Bl. 424ff.: Vortrags- und Besprechungsprotokoll zum Besuch von Reichtagsabgeordneten bei der OHL am 13.7.1918. Zur Einschätzung der Wirkung der USA siehe ebenda, Bl. 426f.

1975  Siehe Abschn. 6.5. Ein Urteil über diesen General, der nach dem Scheitern der Nivelle-Offensive von April 1917 untragbar erschienen war, kann erklären, warum Foch in der Krisensituation doch wieder auf seine Fähigkeiten zurückgriff: „The most consistently aggressive French general on the Western Front, his commitment to offensive tactics merited the nick-name ‚Butcher’ but won several famous victories. [... .] He remained in the wilderness until mid 1918, when the similary aggressive Foch recalled him to command the Tenth Army, [...].“ Zitiert nach Pope, Stephen/Wheal Elizabeth-Anne: Dictionary Of The First World War, Barnsley 22003, S. 302.

1976  Siehe Guénaff/Jurkiewiecz: Les Chars, S. 38f.

1977  Siehe dazu LAF, Bd. VI.2., S. 319f.

1978  Siehe Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 62f.

1979  Siehe Guénaff/Jurkiewiecz: Les Chars, S. 97. Die Zahl von 144 eingesetzten und 63 verlorenen Fahrzeugen liefert das Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 63, und Goya, S. 351, nennt 163 eingesetzte und 73 verlorene Tanks.

1980  Detaillierte Angaben zu Verlauf und Ergebnissen des Tankeinsatzes sowie Informationen über die beteiligten Abteilungen der vier französischen Panzergruppen liefern Guénaff/Jurkiewiecz: Les Chars, S. 49ff.

1981  Siehe dazu auch Blaxland, Gregory: Amiens 1918, London 1968, S. 140.

1982  Siehe Bose, Thilo v.: Wachsende Schwierigkeiten. Vergebliches Ringen vor Compiègne, Villers-Cotterêts und Reims (Schlachten des Weltkrieges, Bd. 33), Berlin/Oldenburg 1930, S. 162. Siehe und vergleiche LAF, Bd. VI.2., S. 333f.

1983  Zur Vorgeschichte, den einzelnen Planungsschritten und zum genauen Verlauf der Schlacht siehe Bean, C. E.: The Australian Imperial Force In France During The Allied Offensive, 1918 (The Official History Of Australia In The War Of 1914-1918, Bd. VI), Sydney 1942, S. 242ff.

1984  Ein deutscher Bericht über den Kampfwert britischer Divisionen von Januar 1918 beurteilte die bei Arras und mehrfach an der Somme und in Flandern aufgetretene 4.austr. Division als „gute Angriffsdivision“ und ordnete sie damit der zweithöchsten Bewertungskategorie zu; siehe HStAS, M 33/2, Bü. 536: Abt. Fremde Heere Nr. 4610 Geheim! vom 1.1.1918, Anlage 3, S. 7.

1985  Siehe Abschn. 9.6.1.

1986  Siehe Fuller: Erinnerungen, S. 253.

1987  Siehe Abschn. 5.4.

1988  Siehe Nash: The 251 Divisions, S. 228.

1989  Siehe Fuller: Tanks, S. 207.

1990  Siehe Groos, Carl/Rudloff, Werner v. (Bearb.): Infanterie-Regiment Herwarth von Bittenfeld (1.Westfälisches) Nr. 13 im Weltkriege 1914-1918 (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bd. 222), Berlin 1927, S. 306f., und Riebensahm, Gustav (Bearb.): Infanterie-Regiment Prinz Friedrich der Niederlande (2.Westfälisches) Nr. 15 im Weltkriege 1914-18, Minden 1931, S. 345ff.

1991  Siehe Windhorst, Karl (Bearb.): Das Mindensche Feldartillerie-Regiment Nr. 58 im Weltkriege 1914-1918, Dortmund o.J. (1930), S. 264.

1992  Siehe ebenda, S. 269.

1993  Siehe Travers: How The War Was Won, S. 115. Das Taschenbuch der Tanks, Teil III, S. 70, spricht von drei Tanks, die vom Angreifer später geborgen werden konnten. Fuller gibt an, daß fünf Tanks getroffen und später zurückgebracht worden seien; siehe Fuller: Tanks, S. 207.

1994  Siehe Travers: How The War Was Won, S. 114.

1995  „An Schnelligkeit, Kürze und Vollständigkeit des Erfolges kann keine Schlacht des Krieges sich mit der von Hamel messen.“ Zitiert nach Fuller Erinnerungen, S. 255.

1996  Siehe dazu RH 61/52014: Manuskript zur Abwehrschlacht zwischen Somme und Oise vom 8.August bis 3.September 1918, S. 3. Dem Text zufolge hatten die Kämpfe gezeigt, daß „die deutsche Infanterie nicht mehr ein so furchtbarer Gegner sei wie in den vorhergehenden Jahren und daß die deutschen Verteidigungsanlagen im Vergleich mit früheren Zeiten nur geringen Wert hätten.“

1997  Siehe MO 1918, Bd. 4, S. 3, und Kap. 12.

1998  Weder in RA, Bd. 14, noch in einem Band der offiziösen Reihe „Schlachten des Weltkrieges“ wird auf die Schlacht am 4.Juli im Kontext der obigen Ausführungen explizit eingegangen.

1999  Siehe Kern, Wolfgang: Das Tankgewehr Mauser M 1918, Hürth 2002, S. 114.

2000  Siehe BA-MA, RH 61/50769: Manuskript Petter zur Kampfwagen-Abwehr, S. 205f., sowie Abschn. 4.1. und 8.2.

2001  Siehe Kern: Das Tankgewehr, S. 118 und S. 121ff. Petter gab als Durchschlagleistungen an, daß auf 200m noch 22mm und auf 500m noch 20mm Panzerung durchschlagen werden konnten. Hierbei dürfte es sich um theoretische Zahlen handeln, welche in der Realität vor allem vom Auftreffwinkel des Hartkerngeschosses auf das Ziel abhängig waren; siehe BA-MA, RH 61/50769: Manuskript Petter zur Kampfwagen-Abwehr, S. 205.

2002  Siehe dazu auch Abschn.13.2.2.



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22.04.2008