3 „Tankdrachen”. Die ersten Tanks in der Sommeschlacht, September-November 1916.

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Zum Zeitpunkt der Ausschiffung der Tanks auf französischem Boden dauerte die Schlacht an der Somme bereits Wochen an. Seit dem 1.Juli 1916, dem Beginn der Infanterieschlacht, hatten sich britische Truppen, die ausnahmslos nördlich der Somme standen, und französische Verbände, zuerst südlich, dann auch beiderseits des Flusses, in die deutschen Stellungen hereingearbeitet. Dabei war aus dem Gedanken des großen Durchbruchs, wie er ursprünglich geplant war, die Aneinanderreihung von heftigsten lokalen Kämpfen geworden. Die Verluste auf beiden Seiten waren extrem, und die Standzeiten der eingesetzten Verbände in der Kampffront äußerst gering253.

Der Erfolg der Operation beschränkte sich einerseits auf die Wegnahme von Geländeteilen einer durch die Artillerien beider Seiten geschaffenen Mondlandschaft, anderseits, bei den deutschen Verteidigern, auf die Verlangsamung des fortwährenden Vorrückens der Gegner. Wie lange, zu welchem Preis und mit welchen Auswirkungen auf die strategische Lage sich dieses aufhalten lassen würde, darüber herrschte auf deutscher Seite Sorge, wenngleich man innerhalb der Kämpfe zahlreiche Beispiele für die Qualität der eigenen Truppe vorfand254 und darin bestärkt werden konnte, daß das Resultat der Schlacht letztlich kaum ein Durchbruch des Feindes sein würde. Stellungsteile, deren Einnahme vom Angreifer für den ersten Tag der Schlacht vorgesehen waren, wurden zum Teil dauerhaft behauptet, und mit einem System von Gegenstößen und Gegenangriffen konnten die Pendel der lokalen Entscheidungen zum Teil, wie etwa bei Poizières, wo sechs Wochen gefochten wurde, über lange Zeit in Bewegung gehalten werden. Der britische Gegner kam in Meterstrecken in grober Richtung Bapaume voran, während die Franzosen vor Péronne kämpften, ohne dort im Verlauf der Schlacht noch besorgniserregende Fortschritte machen zu können. Die Schlacht vor Verdun dauerte an.

Einen strategischen Lichtblick für die Entente stellte der Kriegseintritt Rumäniens an der Seite der Alliierten in Aussicht, der seit dem 17.August abzusehen war und am 27. des Monats Realität wurde. Um diesen angemessen in Wert zu setzen, war es notwendig, den Druck auf die Mittelmächte aufrechtzuerhalten. Nach französischer und deutscher Sichtweise255 war es vor allem Marschall Joffre, der Haig darin bestärkte, mit den derzeitigen Angriffen fortzufahren, was im September 1916 zu einheitlichen Offensiven auf möglichst allen Kriegsschauplätzen führen sollte256. Wenn Haig vom Sinn weiterer Operationen an der Somme scheinbar auch von sich selbst aus überzeugt war und glaubte, daß bei anhaltendem Druck ein Kollaps der deutschen Widerstandskraft noch im Herbst 1916 zu erreichen war, so zweifelten bedeutende Männer in der Heimat257. Drei Faktoren, nämlich die Ansichten des französischen Verbündeten, die eigene Hoffnung auf die Ermattung des Gegners und die Skepsis, mit der seine Somme-Operation in der Heimat betrachtet wurde, veranlaßten Haig dazu, für den September alle Kräfte zu sammeln und zum Großangriff auf breiter Front überzugehen. Wie die OHL nach Abklingen der Schlacht an der Somme öffentlich resümieren ließ, gab es in der Tat einen bedeutenden Unterschied zwischen der für beide Seiten schon so blutig-verlustreichen britischen Taktik im Juli und August 1916 und dem, was sich im September -zum ersten Mal seit dem bis dahin ultimativen Großkampfgeschehen vom 1.Juli wieder- offenbarte. Aus der „planlosen Taktik des allgemeinen Drucks“258 wurde ein konzentrierter Großangriff.

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Die Befehlshaber der an der Somme kämpfenden Reserve- und der 4.Armee, Gough und Rawlinson, wurden im August von Haig beauftragt, Angriffspläne für Mitte des nächsten Monats zu erarbeiten, worin auch der erstmalige Einsatz von Tanks vorzusehen war259.

Abb. 1: Karte zur Schlacht an der Somme 1916260.

Abb. 2: Karte zum Angriff am 15.September 1916261.

3.1 Der Plan, die Angreifer und die Tankunterstützung.

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Ein von Rawlinson erdachter Angriff über mehrere Tage hinweg, der die Tanks als abendlich-nächtliche Sturmspitzen vorsah, entsprach nicht Haigs Vorstellungen einer entscheidenden Operation262. Bei der abgeänderten Fassung, die beherzte Teilangriffe im Vorfeld beinhaltete, sollten drei Korps am 15.September 1916 Combles (XV.Korps), Flers (XIV.Korps) und Martinpuich (III.Korps) angreifen. Rechts davon würde die Reserve-Armee gegen Courcelette und links würden die Franzosen zeitgleich vorstoßen. Die Verteilung der Tanks war dabei ursprünglich so geregelt, daß von den 49 vorhandenen Fahrzeugen jeweils 17 zwei und acht dem dritten angreifenden Korps Rawlinsons sowie sieben der Reserve-Armee zugeteilt werden sollten263.

Die Tanks flossen erst kurz vor dem Angriff in ihre Bereitstellungsräume ein. Sie sollten in Gruppen zu zwei oder drei Fahrzeugen durch Gassen in der eigenen Feuerwalze mit ihr zusammen fünf Minuten vor der Infanterie die deutschen Stellungen erreichen. Hinter den Sturmtruppen wurde ein Kavallerie-Korps versammelt, um den beabsichtigten Durchbruch, der durch die Eroberung von Morval, Les Boeufs, Gueudecourt und Flers erreicht werden würde, augenblicklich ausnutzen zu können264. Die Anzahl der zum Einsatz zwischen Thiepval und Combles vorgesehenen Infanteriedivisionen der beiden englischen Armeen betrug 12.

Beginnend am Dritten des Monats setzten die vorbereitenden Teilangriffe ein, die unter den üblich gewordenen schweren Verlusten auf beiden Seiten zur Wegnahme so namhafter, strategisch gleichzeitig aber auch so unbedeutender Trümmerstätten wie Guillemont oder Ginchy führten.

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Von den zuerst 49 verfügbaren Tanks blieben für den Angriff am 15.September lediglich 36 einsatzbereit265, was die Diskrepanz zwischen der oben genannten, angestrebten Verteilung der Fahrzeuge auf die Angriffstruppen und ihren retrospektiv erstaunlich widersprüchlichen Einsatzzahlen266 bedingte.

3.2 Die Verteidiger.

Im Gegensatz zum Angreifer gab es für die Verteidiger im Rahmen der 1.Armee (Fritz v. Below) wenigstens zwei Faktoren, die besonders nachteilig wirkten. Sicherlich ist der Erschöpfungsgrad auch bei den britischen Truppen durch die direkt vorangegangenen Kämpfe groß gewesen, doch gerade im zentralen Abschnitt um Flers herum, beim bayerischen II.Armeekorps (II.b.AK267), war er am 15.September bereits so groß, daß die Ablösung der bayerischen 3. und 4. Infanterie-Division (3. und 4.b.ID) vollzogen werden mußte268. Als der britische Angriff einsetzte, war die Ablösung in vollem Gange. Truppenteile verschiedener Verbände waren im Wirrwarr der Stellungen unterwegs und gerade mit der Übergabe beziehungsweise Übernahme ihrer Abschnitte beschäftigt269. Beim Reserve-Infanterie-Regiment 211 (RIR 211) der benachbarten 45.Reserve-Division (45.RD) westlich der Straße Albert-Peronne meldete zumindest der Kommandeur des Stellungsbataillons bei Courcelette, daß seine Einheit in „katastrophalem Zustand“ sei270. Für die Divisionsartillerie mag dies genauso gegolten haben, legt man die Beobachtung einer Batterie mit nur noch einem einsatzbereiten Geschütz zugrunde271. An Artillerie war man insgesamt deutlich unterlegen und hatte auf der Front der 1.Armee, die sich auf 45km erstreckte, lediglich 1.000 Geschütze feuerbereit272, denen allein bei der britischen 4.Armee 1.200 gegenüberstanden273.

Der zweite Nachteil ergab sich aus den Belastungen des andauernden Trommelfeuers, das von deutscher Seite als permanenter Zustand nicht erwidert werden konnte, den Aufenthalt in der Frontlinie extrem aufreibend gestaltete und die Stellungen zerstörte. Hindernisse gab es nur noch rudimentär, Gräben waren eingeebnet, sehr schmal, sehr flach oder, wegen der feuchten Witterungsverhältnisse, mit Schlamm angefüllt274. Stützpunkte, wie sie sich vor allem in ausgebauten Gebäudeüberresten fanden, und Artilleriestellungen, die sich durch eigenes Feuer verrieten oder von feindlichen Fliegern enttarnt wurden, waren Ziel besonders schweren Beschusses, während sie im Fall eines Angriffs durch das Fehlen oder die Schwäche äußerer Verteidigungsstellungen immer Gefahr liefen, isoliert oder überrannt zu werden. Gegenangriffe sollten dagegenwirken, doch hierfür waren stets einsatzbereite Reserven nötig. Die Gesamtzahl der deutschen Divisionen im Angriffsbereich der britischen Operation betrug sieben, also auf dem Papier etwas mehr als die Hälfte der Kräfte des Angreifers. Da die deutschen Divisionen aber schon aufgrund ihrer Gliederung, die nur auf neun anstatt der bei den Briten üblichen 12 Infanterie-Bataillone basierte, im Soll schwächer waren, ist ein wesentlich ungünstigeres Kräfteverhältnis anzunehmen275.

3.3 Flers-Courcelette, 15.September 1916.

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Das einleitende Trommelfeuer begann nach deutschen Angaben sehr uneinheitlich276, was auf die Schwierigkeit innerhalb dieser Schlacht verweist, das tägliche Einerlei schwerster Beschießungen von akuten Angriffsvorbereitungen zu unterscheiden. In der Nacht zum 15.September jedenfalls lag schwerstes Artilleriefeuer auf Stellungen und rückwärtigen Unterkünften, das sich ungefähr ab 6 Uhr morgens zum möglichen Anzeichen für einen direkt bevorstehenden Angriff steigerte277. Gegen 7 Uhr erschienen über dem nebeligen und rauchverhangenen Schlachtfeld feindliche Flugzeuge, die mit Bomben und Maschinengewehren den Kampf eröffneten, daraufhin die ersten Tanks. Beim bayerischen 5.Infanterie-Regiment (b.IR 5) bei Flers, das auch von starkem Gasbeschuß berichtete, nahm man den Angriffsbeginn als Wellen von Schützenlinien, die sich mit Tanks voran aus den Bereitstellungsräumen am Delville- und Foureaux-Wald „ergossen“, wahr278, während das RIR 211 bei Courcelette später festhalten ließ, daß (Schlacht-) Flieger und Tanks noch während des Trommelfeuers und deutlich vor der Infanterie angriffen279. Bei der 185.Infanterie-Division (185.ID) vor Combles, auf dem östlichen Flügel des Angriffsstreifens der britischen 4.Armee, traten ebenfalls um 7 Uhr Tanks auf280, denen noch vor der Steigerung des Artilleriefeuers eine Stunde zuvor Stoßtrupps vorausgegangen waren281.

Bei Combles, einem der herausragenden deutschen Stellungspunkte dieser Phase der Sommeschlacht, sah sich unter vielen anderen deutschen Soldaten der Führer der 12.Kompanie des RIR 28 (12./RIR 28), Leutnant der Reserve Noak, mit einem der angreifenden Tanks konfrontiert. Nach erstem erstaunten Zögern, so berichtete er später282, erkannte er die Gefahr, die „das Ding“, feuerspeiend und über „Granattrichter und Minenlöcher“ hinwegfahrend, für seinen Abschnitt bedeutete. Der weibliche Tank, dem er sich direkt gegenübersah, war eines von zwei Fahrzeugen, die hier eingesetzt wurden. Nach Darstellung in der Truppengeschichte empfingen Noaks Leute die feindliche Infanterie mit verheerendem Feuer, während einer der beiden erkannten Tanks mit Handgranatenwürfen –„boldly attacked by german bombers“283- auf den Benzintank ausgeschaltet werden konnte. Der andere Tank unterstütze die angreifende Infanterie mit Feuer seiner Maschinengewehre über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg, ohne daß hier, von Noak und in der Truppengeschichte des RIR 28, etwas von seinem weiteren Schicksal zu erfahren wäre, oder sein Eingreifen den letztendlich vergeblichen Angriff auf Combles wesentlich beeinflußt hätte284. Die Truppengeschichte des IR 161 berichtet über diesen ersten Kontakt mit dem „neuzeitlichen Kriegsmittel“ vor Ort allerdings ergänzend, daß zwei -demnach beide- Tanks letztlich in Brand gerieten und von ihren Besatzungen fluchtartig verlassen wurden285. Immerhin hatten beide Fahrzeuge zumindest noch am Gefecht teilgenommen, was einem Großteil der andernorts vorhandenen Tanks verwehrt blieb. Noch schlimmer, bei der britischen 6.Division fielen zwei von drei Tanks aus und der verbliebene Wagen feuerte zeitweise auf die eigene Truppe286. Nachdem sein Kommandant schließlich über die Lage aufgeklärt worden war und der Tank endlich auf den Feind wirken sollte, erhielt er starkes Maschinengewehrfeuer, das mit Sondermunition („SmK“), über die noch zu sprechen sein wird287, Treffer und im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagende Wirkung erzielte. Wegen Treibstoffmangels aber mußte der Tank schließlich umkehren und die angreifende Infanterie dem üblichen Schicksal im deutschen Abwehrfeuer überlassen288. Bei der britischen Garde-Division, die mit zehn Tanks hatte angreifen sollen, schieden sechs vor aktiver Beteiligung aus, während die verbliebenen Wagen wenig Eindruck auf den Gegner machten und zusätzlich noch die Angriffsrichtung aus den Augen verloren289. Die Hauptlast des Kampfes lag auf der Infanterie, die unter schwersten Verlusten in den bis zur Nacht dauernden Kämpfen wenig von dem erreichte, was für den Tag vorgesehen war. Combles blieb in deutscher Hand.

Bei Courcelette, das schwer befestigt die Straße Albert-Bapaume sperrte, verlief der britische Angriff erfolgreicher, wobei der Anteil der Tanks am Erfolg deutlich festzustellen ist. Das Kanadische Korps, dem der Angriff zufiel, wurde von sechs Tanks der C-Kompanie unter Hauptmann Inglis begleitet, die eingangs als wundersame Neuheiten von den Infanteristen bestaunt wurden:

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„How painfully slow it travelled. Down and up the shell holes it clambered, a weird, ungainly monster, moving relentlessly forward.“290

Wie stark ihre Wirkung, gepaart mit dem bis zum Eindringen der Infanterie wirkenden Artilleriefeuer, war, davon konnte man sich in den genommenen, mit deutschen Gefallenen angefüllten Gräben augenblicklich überzeugen291. Wie das britische amtliche Werk aussagt, gaben die Tanks den Infanteristen „a feeling of superiority and security“292. Allerdings hatten nicht alle Besatzungen Anteil am Erfolg des Tages. Von den sechs Tanks fielen vier vor eigentlicher Gefechtsberührung aus. Davon waren zwei von Problemen mit der Lenkung betroffen und blieben in einem Granattrichter beziehungsweise einem Verbindungsgraben stecken. Ein anderer teilte später das Schicksal, nachdem er einen Granattreffer auf die Steuerräder erhalten hatte. Der vierte Tank warf die Kette. Die beiden übriggebliebenen Fahrzeuge, darunter auch der Wagen Inglis’, der schon vor Angriffsbeginn ein Steuerrad durch Artillerietreffer verloren hatte, nahmen am Angriff teil:

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„Soon after crossing our front line trench a group of about 50 Germans came up towards the tank, and to surrender.“293

Inglis hatte danach Gelegenheit, seine Waffen direkt und persönlich einzusetzen, als er der eigenen Infanterie, die in vollem Vormarsch und im Kampf an der Zuckerfabrik Courcelette begriffen war, nachfuhr. Sein Tank erhielt noch einen zweiten Artillerietreffer, erreichte aber das eigene „Camp“. Der andere Tank, der zur aktiven Beteiligung am Angriff auf Courcelette kam, erreichte das „Camp“ ebenfalls, nachdem er sich auf Gefechte mit deutscher Infanterie -„engaged by us and finished off by our infantry“- eingelassen hatte294. Die kanadische Infanterie erlitt in den weiteren Kämpfen des Tages schwere Verluste, nahm aber die Trümmer von Courcelette und brachte eine ansehnliche Anzahl Gefangener zusammen. Ein Urteil über die Verteidiger von Courcelette besagt, daß sie, abgesehen von den Maschinengewehr-Bedienungen, von minderer Qualität gewesen seien und schlecht geführt worden waren295. In der Truppengeschichte des RIR 211 wurde hinsichtlich des Ausgangs der Kämpfe vom Versagen der eigenen Artillerie und dem erfolgreichen Vordringen des Feindes in die kritischen Bereiche zwischen den Regimentsabschnitten gesprochen296. Das RFAR 45, das Feldartillerie-Regiment der 45.RD, hatte demgegenüber nach eigenen Angaben am 15.Spetember 1916 die gewaltige Zahl von 34.800 Granaten verschossen und 19 seiner dem Soll-Bestand nach vorhandenen 36 Geschütze verloren297. Sicherlich können diese Zahlen kaum als Anzeichen für etwaiges „Versagen“ oder mangelnden Kampfeswillen gewertet werden.

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Östlich von Courcelette gingen die drei Divisionen des britischen III.Korps zum Angriff gegen den High Wood (Fureaux-Wald) und Martinpuich vor. Um den Wald zu nehmen, waren vier Tanks als Unterstützung der Infanterie vorgesehen. Die Überbleibsel des Waldes schienen für einen Tankeinsatz kaum günstig zu sein, weshalb zwei Fahrzeuge versuchten, sie von Osten her zu umfassen. Das Resultat war, daß beide die Richtung verloren und auch hier ein Tank auf eigene Truppen feuerte, bevor er sich festfuhr. Ein dritter Tank, der den Infanterieangriff im Wald begleitete, wurde zuerst durch einen deutschen Infanteristen angegangen, der auf das Fahrzeugdeck geklettert war und ein Besatzungsmitglied mit einer Handwaffe verwunden konnte, bevor der Wagen durch Artillerietreffer in Brand geschossen wurde298. Der vierte Tank fuhr sich fest. Im Abschnitt westlich des Waldes gingen zwei Tanks mit einer Brigade der 50.Division vor. Sie waren nach Aussage des britischen amtlichen Werkes von einigem Nutzen, wobei es einem Fahrzeug nach erfolgreichem Kampf gegen Maschinengewehr-Nester und unter stetigem Feuer gelang, den Ostrand von Martinpuich zu erreichen. Ohne ernsthafte Beschädigungen erlitten zu haben, mußte der Tank zum Aufnehmen von Treibstoff umkehren299. Der zweite Tank war bereits früher durch direkte Artillerietreffer zerstört worden300. Ganz ähnlich geschah es bei der 15.Division, die mit zwei Tanks auf Martinpuich vorging. Einer wurde durch Artillerie außer Gefecht gesetzt, noch bevor er die Sturmausgangsstellung erreicht hatte, der andere Tank wirkte scheinbar relativ erfolgreich und wurde schließlich ebenfalls durch Treibstoffmangel zum Umkehren gezwungen301. Bis zum Mittag waren im Abschnitt des Korps keine Tanks mehr verfügbar, was die weiteren Gefechte denjenigen gleichen läßt, die zuvor ausgefochten worden waren. Die Infanterie beider Seiten erlitt furchtbare Verluste bei Angriff, Abwehr, Gegenstoß und Gegenangriff sowie durch die Artillerien. Nur unter größten Anstrengungen erreichten die britischen Verbände ihre Ziele und konnten Martinpuich und den High Wood nehmen.

Im Zentrum des Angriffs bei Flers verlief der Angriff dramatischer und spektakulärer, woran die 14 im Bereich des XV. Korps eingesetzten Tanks der D-Kompanie des Tank Detachment überaus deutlich beteiligt waren. Bereits um 8 Uhr morgens waren die vorderen Teile der deutschen Stellungen im Besitz der Angreifer und die Verteidiger überrannt302. Das obligatorische deutsche Sperrfeuer fiel in der subjektiven Wahrnehmung der Bayern vor Ort spärlich aus, wobei der Morgennebel und der Verlust sämtlicher technischer Kommunikationsmöglichkeiten durch das britische Artilleriefeuer ursächlichen Anteil gehabt haben dürften. Die alternativen Nachrichtenmittel, etwa Melder und Brieftauben, fanden ihren Weg nicht, während man sich bei der abgekämpften 4.b.ID mit den Infanteriemassen von drei feindlichen Divisionen konfrontiert sah. Vielfach wirkte flankierendes Maschinengewehrfeuer zwar erfolgreich303, doch am Vorstoß direkt auf Flers änderte dies insgesamt wenig, da sich flankierende Positionen ihrerseits bald mit direkt vor ihnen auftauchenden Gegnern befassen mußten. Fast in Form eines Trichters mit Ablauf an den Sturmausgangsstellungen am Delville-Wald strömte der Feind auf Flers zu und an beiden Seiten vorbei. Wenn man auch den Tanks, die „erschütternd wirkten, weil man ihnen gegenüber wehrlos war“304, nicht wirklich etwas entgegensetzen konnte, als sie feuernd an Gräben entlang fuhren, so stellte man sich in den verbliebenen Positionen doch auf verzweifelte Verteidigung ein. Das britische amtliche Werk stellte dementsprechend fest, daß die entschlossen vorgehenden Angreifer „suffered considerable loss from machine guns in Pint Trench, but there was no check, although many Bavarians had to be routed out of shell-hole positions before Tea Support was reached. The men were so eager that they ran into the British barrage, and suffered accordingly […]. Dead Bavarians were many and those of the defenders who survived soon surrendered”305. Wenn hier auch der Widerstand bald überwunden war, so kämpften an verschiedenen Stellen weitere Verteidiger mit äußerster Verbissenheit, was den britischen Infanterieangriff für einige seiner Einheiten stellenweise verlustreich verzögerte:

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„Both units encountered isolated opposition which caused some disorganisation, cost many officers and men, and delayed the advance to the Switch Line, now crowded with the front battalions and many dead and wounded, both British and German.“306

Bis etwa 8.20 Uhr hatten sich die Verbände der mittleren Angriffsdivision (41.) auf Flers herangearbeitet, nachdem sich hier die Auflösung jedes einheitlichen deutschen Widerstandes in Form von Flüchtenden gezeigt hatte. Der Stoß in den Ort wurde von den verbliebenen Tanks, vier an der Zahl, unterstützt. Die übrigen Fahrzeuge hatte das bekannte Schicksal, eine Mischung von Artillerietreffern, technischen Defekten und Scheitern am Gelände, ereilt. Drei Tanks umfuhren Flers auf der östlichen Seite und wirkten mit ihren Waffen flankierend auf die letzten deutschen Verteidiger des Orts, was Panik verursacht haben soll307. Der andere, „D.17“, drang feuernd auf der Hauptstraße in Flers vor, gefolgt von der Infanterie:

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„The scene in Flers was without precedent in war. Firing as it went, the tank lurched up the main street followed by parties of cheering infantry.“308

Bis 10 Uhr war der deutsche Widerstand gebrochen, doch an ein weiteres Vordringen auf das Angriffsziel Gueudecourt war kaum noch zu denken. Auf deutscher Seite waren die nach vorne befohlenen Ruhebataillone vor dem Ort, in einem Graben der britischerseits Gird Trench genannt wurde und als Sperriegel fungierte, in Stellung gegangen309. Außerdem setzte jetzt massives deutsches Artilleriefeuer ein, das den britischen Infanteriestoß mit zusammengeschmolzenen Truppen im Keim erstickte310.

An Tanks kamen aus dem gesamten Gefechtsabschnitt des XV.Korps vormittags nur zwei über den Gird Trench hinaus. Beide trafen noch am Vormittag vor Gueudecourt auf deutsche Feldartillerie311. „D.5“ beschoß die Artilleristen und wartete einige Zeit vergeblich auf die eigene Infanterie, dann wurde er von den Geschützen südlich des Ortes zerstört. „D.6“ traf einige hundert Meter westlich davon auf eine Batterie, von der ein Geschütz ausgeschaltet werden konnte, bevor der Tank selbst abgeschossen wurde. Über dieses erste direkte Duell zwischen Tanks und Feldartillerie kursiert eine Legende, die in direktem Zusammenhang zu den späteren Ereignissen312 von Cambrai 1917 steht und auch deshalb von Interesse ist. Eine Feldartillerie-Batterie unter einem gewissen Freiherrn von Watter soll auf freiem Feld „bei Flers“ aufgefahren sein und „feuerte in direktem Schuß auf die Stahlkästen“313. Der einzige dafür in Frage kommende Freiherr von Watter, Ernst, ein Hauptmann vom FAR 29314, dessen II.Abteilung am 15.September östlich Gueudecourt auch tatsächlich im Einsatz war, ist in der Truppengeschichte des Regiments für den Ort nicht nachweisbar oder in einer relevanten Stellenbesetzung genannt. Stattdessen findet sich dort eine Passage, die sich mit den britischen Angaben zum Verlust von „D.5“ und „D.6“ halbwegs deckt315. Zwei Leutnants des FAR 29, die als Verbindungsoffiziere bei der Infanterie gewesen waren, trafen bei ihrem Rückweg auf eine „fast verlassene“ Batterie und bemannten sie. Zwei Tanks sollen abgeschossen worden sein, wobei allerdings ein Geschütz vernichtet wurde und einer der beiden Leutnants fiel316.

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Am Spätnachmittag, als die britischen Versuche, den Angriff in Richtung auf Gueudecourt zu erneuern, vor allem am deutschen Artilleriefeuer scheiterten, wurden wahrscheinlich durch das b.FAR 12 zwei weitere Tanks abgeschossen317. Einen fünften Abschuß reklamierte das FAR 77 für sich318.

3.4 Weitere Tankeinsätze bis zum Ende der Schlacht.

Ohne den Ausführungen zur Bewertung der Kämpfe am 15.September vorgreifen zu wollen, waren die Verluste des Tank Detachment so gravierend, daß nur noch wenige Fahrzeuge für weitere Unternehmen vor Ort zur Verfügung standen.

Am 16.September unterstützten zwei Tanks noch bei den Kämpfen um den Gird Trench vor Gueudecourt. „D.14“ wurde durch direkte Treffer vollständig zerstört und „D.11“ ebenfalls getroffen und an der Schaltung oder dem Getriebe beschädigt, was das Fahrzeug bewegungsunfähig machte319. Hauptmann Stry320 von der 1./b.FAR 2 schrieb hierüber als Augenzeuge in sein Tagebuch:

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„Zwei englische Panzerautos [...] brechen in hoher Fahrt mit großem Schneid aus Flers vor und nehmen Richtung auf Gueudecourt und Lesboeuf. Sie rechnen aber nicht mit einem Kanonenzug des 12.bayer.Felda.Regts., der versteckt bei Gueudecourt steht. Wir sehen die unerschrockenen Bedienungsmannschaften aus ihren Erdlöchern an die Geschütze springen und im Schnellfeuer erst den einen, nach einiger Zeit auch den zweiten Tank durch Volltreffer erledigen. Nach kräftigen Detonationen brennen die beiden unheimlichen Dinger noch den ganzen Tag aus, wobei immer noch Munition auspufft. Wir sind begeistert von diesem Erfolg, den wir leider nur mitansehen können.“321

Am Konzept des Gesamtangriffs mit allen Mitteln wurde auch ohne Tanks festgehalten und den ganzen Monat auf die bekannte Art und Weise weiter gekämpft. Die Fortschritte waren allerdings vom selben Typus, den man seit dem Auftakt der Schlacht kannte. Links blieb das Bollwerk Thiepval, rechts der Anker Combles und im Zentrum der Sperriegel von Gueudecourt in deutscher Hand.

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Daran etwas zu ändern, beabsichtigte der Großangriff ab dem 25.September. In Hinblick auf die Konzeption des Angriffs scheint es für die Beschreibung zu genügen, daß sie dem Vorbild der Schlacht vom 15.September folgte, mit ebenso großen Truppenmassen und auf vergleichbarer Breite angelegt war322. 13 Tanks wurden bereitgestellt, doch wie zuvor kam es auch nun wieder ohne direkte Feindeinwirkung zum Ausfall zahlreicher Fahrzeuge. Bei Thiepval und vor Gueudecourt kamen insgesamt drei Fahrzeuge zum Einsatz.

Für den 26.September gibt das britische amtliche Werk an, daß ein Tank, der Teile der 53.Brigade begleitete, die aus südlicher Richtung in Thiepval eindrangen, schon durch seine Präsenz dazu beitrug, den Feind zu demoralisieren und zur Aufgabe zu bringen323. Weniger freiwillig endete dagegen der Widerstand, den die Verteidiger der benachbarten 54.Brigade entgegensetzten. Im Westteil von Thiepval kam es zu erbitterten Nahkämpfen und vorrückende Teile wurden mit Maschinengewehrfeuer aufgehalten. Ein Tank erschien und „crushed all resistance“324. Wie die Truppengeschichte des IR 180, das Thiepval seit Beginn der Schlacht gegen alle Angriffe gehalten hatte, gegenteilig aussagt, wurde das Schicksal dieser Bastion infanteristisch besiegelt, indem es dem Feind gelang, von Süden und Südosten her einzudringen325. Hinsichtlich des zuletzt genannten Tanks, der laut Truppengeschichte des IR 180 samt begleitender Infanterie schließlich vor einem intakten Hindernis aufgehalten worden sein soll326, mag dies zutreffen. Daß der andere Tank, bei der 53.Brigade, allerdings einige Bedeutung hatte, was den schnellen Zugang zum Ort und das Aufgeben der dortigen Verteidiger anbelangt327, scheint deutlich genug zu sein. Als Randbemerkung sei hier parallel zu den Schwierigkeiten bei der Bestimmung von Tankabschüssen und den Vorkommnissen bei Flers-Gueudecourt erwähnt, daß es eine auf britischen Zeitungsmeldungen basierende Legende um die Tanks von Thiepval gibt328. Wohl erstmals vom „Manchester Guardian“ am 27.September 1916 ins Gespräch gebracht, sollen Soldaten des IR 180 einen Tank, der beim Überwinden eines Hohlwegs Schwierigkeiten mit dem Gelände hatte, angegangen haben. Die als „mutig“ dargestellten Deutschen kletterten der Legende nach auf das Fahrzeug und versuchten, mit Handwaffen durch die Sehschlitze zu wirken, was den Wagen letztendlich aber nicht aufhalten konnte. Dieser Vorgang findet in deutschen Darstellungen keine Entsprechung329.

Ebenfalls am 26.p versuchte die 110.Brigade, den deutschen Widerstand im Gird Trench vor Gueudecourt endlich zu überwinden. Ein Versuch am Vortag war am vehementen Widerstand der stark dezimierten Verteidiger330 gescheitert, und er sollte nun mit Unterstützung eines einzelnen Tanks erneuert werden. Maßgeblich beteiligt war an der direkten Vorbereitung des Sturmangriffes ein Artillerieflieger, der präzises Artilleriefeuer auf die deutsche Stellung leitete und während des Angriffs mit den eigenen Maschinengewehren unterstützte. Der Tank gelangte zusammen mit Handgranatenwerfern an die Stellung heran und fuhr sie der Länge nach aus allen Waffen feuernd ab. Nach britischer Angabe wurden acht Offiziere und 362 Unteroffiziere und Mannschaften gefangen, während sich die eigenen Verluste auf nur fünf Soldaten bezifferten331. Nach deutscher Darstellung endete hier die Geschichte eines Stellungsbataillons:

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„Am 26.September vernichtete ein Tankangriff am Vormittag die Reste des I./6.b.I.R., die noch vorwärts Gueudecourt vereinsamt standgehalten hatten.“332 Die Trümmer des Ortes gingen am Nachmittag verloren.

Die letzten Tankeinsätze des Jahres fanden im November während der Kämpfe an der Ancre statt, welche die Sommeschlacht von 1916 aus britischer Perspektive zu einem formalen Ende brachten. Wie Fuller anführte333, handelte es sich um Einsätze des Tank Detachments, die mit großem Aufwand vorbereitet worden waren. Von spezieller Aufklärung und dem „tankodrome“, das als Ausgangs-, Versorgungs- und Instandsetzungsposition mehr war als das frühere „camp“, wird hier erstmals berichtet. Was trotz dieser Neuerungen, die seit Ende September unter dem Kommando des neuen Kommandeurs, Elles, vorgenommen wurden, außerordentlich negative Auswirkung auf die Einsatzfähigkeit der Tanks haben mußte, waren die ungünstigen Witterungsverhältnisse. Durch anhaltenden Regen war das für Tanks bereits zuvor extrem anspruchsvolle Einsatzgelände in ein Meer von Schlamm verwandelt worden. Die fünf am 13.November eingesetzten Tanks fuhren sich dementsprechend fest, bevor sie wirken konnten. Am folgenden Tag fiel von drei Fahrzeugen, die am erfolgreichen Angriff auf Beaumont-Hamel beteiligt waren, einer der deutschen Artillerie zum Opfer. Die beiden anderen Tanks blieben im Schlamm stecken, doch so nah am Feind, daß wenigstens einer mit Kanonen und Maschinengewehren in den Kampf eingreifen konnte. Das direkte Resultat war die Gefangennahme der erstaunlich großen Anzahl von 400 deutschen Soldaten334. Diese Episode wurde von Fuller später als „Gefangennahme der 400“ durch die insgesamt 16 Mann starke Besatzung der beiden Tanks damit als ein herausragendes Ereignis geschildert. Und dies hat in der Feuerwirkung des einen Fahrzeugs sicherlich die Berechtigung zur Anerkennung als ein erstes, bemerkenswertes und ernstzunehmendes Beispiel effektiver psychologischer und taktischer Wirkung der neuen Waffe auf den Feind335.

3.5 Die Tanks in der Sommeschlacht: Bewertungen und Reaktionen.

Die Meinungen über die ersten Kampfeinsätze von Tanks an der Somme 1916 variieren stark. Dabei ist festzustellen, daß der Zeitpunkt und Standpunkt des Betrachters in den letzten Jahrzehnten von ausschlaggebender Bedeutung für die Interpretation der Vorkommnisse war, was sich nahezu von selbst schon aus dem Informationsgrad, der Quantität und Qualität der Informationen, wenn nicht grundsätzlich aus der Intention des Schreibenden ergab. Ein Paradebeispiel hierfür liefert Eisgrubers „Achtung-Tanks!“336, ein pseudoauthentisches Machwerk der späten 30er Jahre, das durch Pathos und ungehemmtes Spiel mit den historischen Gegebenheiten ein patriotisch-national verklärtes Bild des Kampfes von „Männern gegen Maschinen“ schuf. Die schon bei Kabisch337 zu findende Dämonisierung und Personalisierung der Tanks als „Ungetüme“, „Biester“, „Teufelei“ und „Tankdrachen“338, die, wie weiter unten gezeigt werden wird, ihren Ursprung noch in den Kriegsjahren hatte und kein deutsches Phänomen war, wurde zur Vollendung geführt. Dagegen steht der deutsche Soldat, tapfer aushaltend und nur für eine kurze Zeit durch den „Tankschrecken“ paralysiert. Letztendlich, wenn auch nicht als Infanterist, war er bei Flers erfolgreich, übte „Rache“ an den „Tankungeheuern“ und „riß ihnen die Eingeweide heraus“339. Abgesehen von derartigen Schilderungen, die allenfalls noch Rudimente der Fakten zur Grundlage haben, beschränkte sich die Wahrnehmung des Geschehens durch Historiker vielfach auf eine Art bedeutungsschweres Vorspiel für die Tankschlacht bei Cambrai im darauffolgenden Jahr. Bei Keegan findet sich sogar die Aussage, daß der Tank die im taktischen Patt feststeckende Offensive an der Somme belebte und durch den Einsatz zwischen Flers und Courcelette, der die deutschen Verteidiger erschreckte, einen der „mühelosesten und spektakulärsten lokalen Siege an der Westfront im bisherigen Kriegsverlauf“ errang340. Die Kernthesen der Geschichtsschreibung zum Einsatz der ersten Panzer in der Sommeschlacht kulminieren allerdings zurückhaltender in der Verdeutlichung der Gefahr, welche die deutschen Seite hätte erkennen können. Einer oder gar mehrere lokale britische Erfolge, die mit wenigen Tanks errungen wurden, hätte die deutsche Seite alarmieren müssen, hätten ihr eindeutige Zeichen für das Verhängnis zukünftiger Panzermassen geben müssen. Stattdessen, so der Tenor, habe die deutsche Führung versagt und die neue Waffe nicht so ernst genommen, wie es nach dem 15.September 1916 angebracht gewesen wäre341. Dieses Urteil, das sich bei der Rückschau auf das Geschehen schon vom Standpunkt früherer Betrachter aus divergierender und ambivalenter darstellen muß und keine Möglichkeit zu einer direkten Überleitung zur „Quittung“342 für das attestierte Unterschätzen der Tanks, Cambrai 1917, beinhaltet, ist sehr fragwürdig.

3.5.1 Britische Perspektiven und Reaktionen.

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Die Sommeschlacht von 1916 endete, ohne daß die Tanks an ihrem Ausgang einen größeren Anteil hatten. Auch die Operationen, an denen die Tanks beteiligt waren, mußten als marginale Siege gelten, weil Ziele nur bedingt erreicht und so blutig wie oft zuvor erkauft worden waren. Auch die 4.000 Gefangenen des 15.Septembers machten im Gesamtmaßstab kaum etwas aus, noch weniger die genommenen deutschen Stellungen und die Eroberung einiger Dorftrümmer. Daran schuld, so wurde vielfach später gesagt343, war, was die Tanks angeht, vor allem ihre geringe Zahl. Diesem Gedanken ist unschwer zu folgen, bedenkt man die geographische und zeitliche Ausdehnung der Schlacht und legt der Annahme noch nicht einmal zugrunde, daß ein unbestimmtes Mehr an Tanks den augenblicklichen Kollaps der deutschen Westfront nach sich gezogen hätte344.

Von den 36 Tanks, die am 15.September ihre Sturmausgangsstellungen verließen, hatte nur ein geringer Teil aktiv in die Kämpfe eingreifen können. Von diesen minimal neun, maximal 27 Fahrzeugen, die nach teilweise sehr eigenwilligen Berechnungen diverser Autoren angeführt werden können345, gingen wenigstens neun durch direkten Beschuß beziehungsweise im Nahkampf verloren346. Eine größere Anzahl weiterer Tanks erhielt zudem Beschädigungen, bei denen im Nachhinein kaum noch zwischen mehr oder weniger zufälligen Treffern und diversen Defekten sowie dem Ausfall durch gezielten Beschuß unterschieden werden kann347. Ein mehr oder weniger groß anzunehmender „Rest“ scheiterte zudem an technischen und besonders geländeabhängigen Schwierigkeiten348.

Wie die verschiedenen Augenzeugenaussagen und die Zahl der Tankausfälle belegten, war die Schwierigkeit beim Überwinden des an der Westfront so charakteristischen Trichterfelds überaus deutlich zu Tage getreten. Selbst in den sonst eher kritikfrei zu klassifizierenden Produkten der britischen Kriegspresse ist diese Beobachtung auffindbar349. Die Tanks waren mit einem Leistungsgewicht von 3,75 Pferdestärken je Tonne Gewicht nicht nur nach heutigen Maßstäben extrem untermotorisiert350, wenn man diesen Faktor als ausreichend erachten will, um der Detailbeschreibung weiterer mechanischer und antriebstechnischer Mängel im Rahmen der vorliegenden Arbeit aus dem Weg zu gehen. Was die Motorisierung, die im Gelände eine nur geringe Geschwindigkeit zuließ, zudem problematisch machte, war der hohe Verschleißgrad der beweglichen Teile und die Lautstärke351. Zusätzlich konnten Abgasfahnen aus den bis zur Glut erhitzten Auspuffrohren negative Auswirkungen für die Phase des nächtlichen Einfließens der Fahrzeuge in ihre Sturmausgangsstellungen haben352. Stern als Verantwortlicher für diese Fragen suchte seit den ersten praktischen Erfahrungen im September 1916 nach Lösungsmöglichkeiten, doch abgesehen von Fortschritten auf dem Sektor der Motorenöle bedingte die Konstruktion des Tanks, daß an Grundsätzlichkeiten mittelfristig nichts geändert werden konnte353. In technischer Hinsicht blieb der Mark I, bei dem man seit dem Nachfolgetyp, Mark II, zukünftig allerdings auf das offensichtlich überflüssige Paar hinterer Steuerräder verzichtete und bei Panzerung und zahlreichen Details Veränderungen vornahm, das anfällige, aber brauchbare Grundmodell354.

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Ein Punkt, der fahrzeugbezogen offensichtlich in Kauf genommen werden mußte, bestand in den Arbeitsverhältnissen und Einsatzbedingungen für die Besatzung. Diese litt bei einer Einsatzdauer von mehreren Stunden unter Motorabgasen, die sich im Inneren des Tanks ungehindert breit machen konnten, weil es keine Entlüftungsanlagen gab, unter infernalischem Lärm und unter kaum erträglicher Hitze355. Einen anschaulichen Eindruck von diesen Verhältnissen, die bereits ohne direkte Konfrontation mit dem Feind als „extrem“ zu kennzeichnen sind, bietet der Monate später im schweizerischen „Intransigeant“ wiedergegebene Bericht eines französischen Panzeroffiziers, welcher -in Vorgriff auf spätere Ereignisse- die Allgemeingültigkeit grauenvoller Verhältnisse in den damaligen Tanks verdeutlicht:

„Bei unserer Offensive waren wir 8 Mann auf die Dauer von nicht weniger als 26 Stunden im Tank eingeschlossen, ohne Möglichkeit, ihn auch nur einen Moment verlassen zu können. [...] Inmitten von fürchterlichsten Beschießungen, gezwungen die erstickende, rauchige Atmosphäre einzuatmen, befindet man sich wie auf einer einsamen Insel, wohin das Schlachtgebrüll nicht dringen kann. Man sieht wenig und hört noch weniger von dem, was sich draußen abspielt. Der Lärm unseres Motors ist höllisch, das `Tack-tack-tack´ unserer Maschinengewehre und das Geknall der Tankgeschütze betäubend.“356

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Das, was bei Treffern mit der Besatzung geschah, wurde scheinbar nicht nur in der Presse nicht thematisiert, sondern von der Führung möglicherweise sogar als unabänderbar hingenommen. Beschreibungen über das Ende eines Tanks und seiner Insassen aus deutscher Feder -oder durch deutsche Aufnahmen dokumentiert357- legen jedenfalls nahe, daß es sich beim Tod im Tank um ein elendiges Sterben als „lebendige Fackel“ handelte, dem als Alternative das Verenden am Tank, im Kugelhagel, gegenüberstand. Der Wirkung kleinerer Geschosse, etwa der SmK-Sondermunition, welcher am 15.Septmber zumindest ein Tank bei der 6.Division begegnet war358, in Hinsicht auf eine verschiedenartig verursachte Splitterwirkung im Fahrzeug359, wie sie sich etwa auch durch das Bersten der gläsernen Periskope ergeben konnte, setzte man simple Lösungen entgegen. Sonderbekleidung für Tankbesatzungen, deren Erscheinungsformen sich für den Rest des Krieges auf beiden Seiten schließlich als visuelle Reminiszenz an das Mittelalter ausnahm, wurde auf britischer Seite erstmalig 1917 eingeführt. Bezeichnend ist dabei, daß erst der vehementeste Nachdruck der Betroffenen vonnöten war, um diese Reaktion auf ein akutes Problem zu erreichen, und daß diese Lösungen kaum den Erfordernissen entsprachen: Lederne Schutzkleidung, Helme, kettenpanzerartige Schutzvisiere waren angesichts der Temperaturen im Tank wenig praktikabel360.

Beim taktischen Einsatz der Tanks mußte bereits am 19.September eingestanden werden, daß technische und geländeabhängige Probleme einen strikt vorgefaßten Einsatzplan verbaten. Für den 15.September waren Gassen im vorbereitenden Artilleriefeuer vorgesehen gewesen, durch welche die Tanks fünf Minuten vor der Infanterie an den Feind kommen sollten. Wie oben bereits beschrieben wurde, war das Bild, das sich den deutschen Verteidigern beim britischen Angriff bot, durchaus uneinheitlich und ist für die Unterschiede zwischen Planung und Durchführung desselben ein ernstzunehmender Beleg. Die zugesagte Tankunterstützung schied vielfach aus. Die Fahrzeuge erreichten ihre Positionen teilweise zu spät oder gar nicht, und sie konnten, wie sich während der Kämpfe herausstellte, trotz vorheriger Geländeeinweisung die Angriffsrichtung verlieren. Daraus ergab sich ungewollt, daß Tanks recht unkoordiniert und unkontrolliert, nach Ermessen der Kommandanten oder erst nach Einweisung durch die Infanterie, die Rolle einnehmen konnten, die ihnen als Infanterieunterstützung zugedacht war. Insofern kam Rawlinson mit der Anordnung, daß sich die damals noch verbliebenen Tanks zukünftig auf Abruf bereithalten sollten361, was die zuverlässige Lage- und Geländeeinweisung vor einem gezielten Einsatz möglich machen sollte, der Swintonschen Einsatzkonzeption sehr entgegen.

Was weitere Probleme aufgeworfen hatte, die nichts mit der Qualität des Fahrzeuges an sich zu tun hatten, war ein breites Spektrum fehlender Erfahrungswerte und fehlender Ausbildung. Das Tank Detachment war zum Einsatz am 15.September gerufen worden, bevor es adäquat ausgebildet war. Ein Mangel, der mit den Ereignissen und Erlebnissen auf dem Schlachtfeld sicher stückweise behoben wurde und vielleicht auch nur hier zu beheben war362, war die Tatsache, daß das Personal bislang keine Gefechtserfahrung im Verband, teilweise auch gar keine, was den einzelnen Mann anging363, besaß. Dieser Faktor galt nicht nur für die kämpfenden Teile, sondern auch für die Instandsetzung und Versorgung, die erstmals mit den Einsatzszenarien in einer –dazu noch gigantischen- Schlacht konfrontiert waren364. Die Überlebenden des Tank Detachment sicherten diesbezüglich zweifelsfrei einen „Erfahrungspool“, der sich später positiv auswirken konnte. Die Zusammenarbeit zwischen Tanks und den traditionellen Waffengattungen steckte noch in den Kinderschuhen365. Von den von Fuller angegebenen, aber in seinen Memoiren leider nicht genauer definierten besonderen Vorkehrungen zum Tankeinsatz im November 1916 einmal abgesehen, fehlt der Hinweis auf ein intensives Trainieren der Kooperation oder des „Gefechts der verbundenen Waffen“ nach späterem Verständnis. Gerade für Infanterie und Tanks, die der Einsatzgrundlage und der Logik nach am engsten zusammenarbeiten mußten, fehlten Erfahrungswerte366. Schuld an diesem Versäumnis muß nach Menschenverständnis die geringe Anzahl Fahrzeuge und die Kriegslage, die kaum Raum für intensive Fühlungnahme zwischen den Waffengattungen lassen konnte, sein. Vor allem, weil die knappe Präsenzzeit des Tank Detachment in Frankreich vor der Schlacht für „dynamische Waffenshows“ verbraucht wurde367.

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Wenn man so will, war der erste Tankeinsatz ein empirisches Experiment, forciert vollzogen und vordergründig wenig erfolgreich. Es bot keinen Anlaß, am bisherigen Angriffsverfahren und den „normal tactical methods“368 irgend etwas zu ändern. Wenn Haig am 16.Oktober trotzdem 1.000 zusätzliche Tanks in Auftrag geben ließ, dann wegen der Hilfe, welche die neue Waffe als reine Infanterieunterstützung369 für seine Art der Kriegführung bedeuten konnte. Es ist nicht klar, inwieweit er die später von Fuller als Lehren370 definierten Erfahrungen erkannt hatte oder sie ihm überhaupt dargelegt wurden371. Doch fest steht, daß aus den Tankeinsätzen an der Somme etwas hervorging, daß ihn ungeachtet der propagandistischen Aufarbeitung und trotz einiger Skepsis in seinem Umfeld bei Stäben und in der Heimat am Tank festhalten ließ. Tatsächlich war diese Skepsis offensichtlich weit verbreitet372 und bedingte sogar die Annullierung des gewünschten Bauauftrages, die nur durch direkte Intervention Sterns bei Lloyd George, dem dieser Vorgang trotz seiner herausragenden Funktion als Vorsitzender des Kriegsrates nicht bekannt geworden war, rückgängig gemacht werden konnte373.

Deutlich positive Auswirkungen hatten Tanks auf die Psyche der Truppe374. Wie Wright im bezeichnenderweise „Big Joke“ betitelten Kapitel darstellte375, vermittelten das neue Kriegsmittel, seine Eigenartigkeit und das Wissen um seine Existenz allein auf der eigenen Seite ein bemerkenswertes Glücks- und Überlegenheitsgefühl. Dieses wirkte, wie das britische amtliche Werk einschränkend aussagt376, effektiv zwar nur zeitlich begrenzt auf die eigene Infanterie, etwa bis sie sich in den altbekannten Gefechtssituationen wiederfand, doch auf der anderen Seite blieb es nach Ende der Sommeschlacht als ein an der Front und in der Heimat sehr allgemein verbreitetes Phänomen bestehen und wurde fester Bestandteil der propagandistischen Kriegführung377. Der Presse bot sich ein reiches Spektrum an Augenzeugenberichten und Möglichkeiten, den Genius britischer Erfinder, damit zumindest indirekt das Zutrauen in die Führung und auf den siegreichen Ausgang des Krieges, zu vermitteln. Daß die Tanks nur partiell erfolgreich gewirkt hatten, verblaßte vor allem gegenüber den herausragenden Ereignissen der Kämpfe wie der Einnahme von Flers und Courcelette378 und der Tatsache, daß es zahlreiche Belege für vollständige Demoralisierung und Panik beim Feind gegeben hatte. In Auszügen aus dem ersten Bericht der „The War Illustrated“ von Anfang Oktober über den Tankeinsatz klang das folgendermaßen:

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„Then the cry went up here, as it had gone up on the left, that Creme de Menthe was coming. All stood and watched the monster. Would the trees stop it, the deep hollows, the craters, the threatening wire, the hidden guns? […] There was not a crater so deep that Behemoth`s claws could not fathom the depths; it ground machine-guns to powder and the emplacement which had housed them. It drew the Hun in terror from depth and dug-out, and set him heaving his impotent bombs. But there is no bomb that can touch Creme de Menthe.”379

Der Vergleich des Tanks mit dem biblischen Untier Behemoth380 ist bemerkenswert und liegt am Anfang einer Kette von oftmals mystifizierenden und mythologisierenden Gleichsetzungen, die sich bis heute im Zusammenhang mit den Tanks gehalten hat381. Viel wesentlicher aber ist, daß diese Passage nicht allein die Wirkung der Tanks auf die eigene Truppe schildert, sondern auch diejenige auf den Feind. Tanks ohne Bindung an die Infanterie waren dem deutschen Abwehrfeuer offensichtlich unterlegen gewesen. Dort aber, wo die beiden eng verbunden kämpften, namentlich in Flers und noch deutlicher am 26.September und am 14.November, war die Wirkung trotz ihrer geringen Zahl groß382. Die Berichte, die Anfang Oktober 1916 das Hauptquartier Haigs erreichten, bestätigten diese Einschätzung des Tanks insofern, als daß „in dealing with strongpoints and villages when the infantry was held up it had an undoubted value.“383 In diesen Fällen ist von Panik an zahlreichen Stellen die Rede und der Eindruck, daß die ersten Tanks am 15.September (zumindest) bei „vielen deutschen Soldaten Panik“ verursachten384, ist bis heute mit ihrem ersten Einsatz und dem Namen Flers verbunden385. Hierzu kann man einschränkend sagen, daß sich Beispiele für geradezu suizidgleiche Tapferkeit und Flucht- und Paniksymptome die Waage halten, was im britischen amtlichen Werk (1938) andeutungsweise auch eingeräumt wurde386. Wenn am 15.September „Panik“ auftrat, dann sicherlich als Folge der Verknüpfung von Umständen, deren Wirkung menschlich zutiefst verständlich ist und den neuartigen Tank lediglich als „Tüpfelchen auf dem i“ erscheinen lassen387. Dezimiert, umgangen, in Flanken bedroht und durch die vorherigen Kämpfe erschöpft, zogen es offensichtlich zahlreiche Soldaten vor, nach teilweise heftigstem Widerstand, oder noch bevor die kritischste Situation -welche die eigene Person der Anständigkeit und Barmherzigkeit des Feindes auslieferte- eintreten konnte, aufzugeben oder zu flüchten. Dieses Bild sollte sich in den folgenden Monaten und besonders den „Tankschlachten“ vielfach wiederholen388. Die heutige Definition des Begriffs „Panik“ als von körperlichen Symptomen begleiteter, real unbegründeter Anfall von extremer Angst389 legt es nahe, ihn in diesem Zusammenhang nicht zu gebrauchen. Dies gilt ebenfalls für den 16.September am Gird Trench vor Gueudecourt, wo von unbegründetem Aufgeben angesichts der Hilflosigkeit der auf sich alleingestellten Infanterie gegenüber dem dortigen Tank nicht gesprochen werden kann. Diese Aktion trägt aus britischer Perspektive tatsächlich den Charakter eines spektakulären Erfolges, der nahezu ohne eigene Verluste errungen wurde. Wo „Panik“ zutreffend zu sein scheint, ist am 14.November, denn hier fehlt die rationale Basis für die Kapitulation einer derart großen Anzahl von 400 Soldaten vor zwei lahmgeschossenen Tanks. Fuller hob beide Beispiele in seinen „Tanks in the Great War“ von 1920 deutlich hervor390, allerdings unzweifelhaft mit dem Wissen um den Wert und die Beispielhaftigkeit beider Momentaufnahmen bis Kriegsende und für die Bewährung einer damals möglichen Panzerwaffe. Er legte besonderen Wert darauf zu betonen, daß sich aus den ersten Einsätzen eine Chance zum Lernen ergeben hatte, die es nahelegte, den 15.September 1916 als Geburtstunde einer neuen Epoche der Kriegführung anzusehen391. Diesem Urteil kann man sich für die Bedeutung der ersten Tankeinsätze für die britische Seite nur mit größtem zeitlichen Abstand und in Kenntnis über den weiteren Verlauf der Evolutionsgeschichte des Panzers anschließen. Die eigentliche Begründung für das Weiterverfolgen der Tankidee durch Haig trotz aller Widerstände ist jedenfalls in einem Element zu erblicken, das mit den bisher angewandten „normal tactical methods“ verbunden war, weniger mit Einsatzmöglichkeiten eines zukünftigen „Tank Corps“ oder gar einer „Panzerwaffe“ nach den theoretischen Vorstellungen der 20er und frühen 30er Jahre. Der Tank war, unabhängig von jedem Aspekt, der ihn alleinagierend als erfolgreich auswies, ein den üblichen Waffenkanon begleitendes Instrument, welches das Leben von Infanteristen, im Zweifelsfall Wählern und Staatsbürgern, auf die eine übergeordnete politische Führung immer stärker ihre Hand legte, schonen konnte392. Lediglich rüstungstechnisch anspruchsvoll, personell gegenüber dem Faktor mobiler Feuerkraft geradezu billig, war das neue Kriegsgerät dazu in der Lage, wenigstens punktuell sein taktisches Gewicht in einem günstigen Verhältnis zwischen Kosten und Wirkung in die Waagschale werfen zu können393.

3.5.2 Deutsche Perspektiven und Reaktionen.

Das größte Problem für die deutsche Seite war die Informationsbeschaffung. Dieser auf den ersten Blick banale Punkt, der nur von wenigen Historiographen überhaupt gewürdigt wurde, mußte die allergrößte Bedeutung für eine Bewertung der folgenden Handlungen und die Unterstellung eines „Versagens“ der deutschen Führung haben. Heydecker kam nach offensichtlich recht oberflächlicher Beurteilung der allgemeinen Umstände und mit der Hilfe des Artikels eines Kriegsberichterstatters394 zu dem Schluß, daß die deutschen Befehlsstellen schon direkt um den 15.September herum der technisch-mechanischen Geheimnisse des neuen Kampfmittels gewahr wurden und ein Tankwrack dahingehend untersuchen konnten395. Der Realität entsprach diese Annahme aber keineswegs.

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Wie auf britischer Seite, die eine Rückmeldung über den ersten Tankeinsatz zu bekommen hoffte, so suchte man auch bei den Deutschen Zeugen und Zeugnisse, suchte technische und taktische Angaben und Erfahrungen und versuchte, diese auszuwerten. Das bedurfte einiger Zeit396, und was daraufhin die höheren deutschen Stäbe erreichte, war eine Reihe von Ausschnitten, Momentaufnahmen, Spekulationen und sogar irreführenden Angaben, die einerseits auf die Kampfsituationen vor Ort zurückzuführen sind, andererseits auf das Fehlen fachlich versierter Beobachter und der Möglichkeit, einen Tank eingehend studieren zu können397. Denn tatsächlich war kein Fahrzeug in den deutschen Linien geblieben. Die Zeit, um sich etwa die Wracks vor Gueudecourt näher anzuschauen oder sie gar untersuchen zu können, war minimal, da sie durch den Kampfauftrag ausgefüllt und durch die Lage vor Ort mit allergrößter Sicherheit verwehrt wurde.

Umso mehr muß es verwundern, daß der erste heute faßbare Bericht eines Armeeoberkommandos, das selbst nicht direkt am Geschehen beteiligt war398, bereits am 5.Oktober 1916 zu recht realitätsnahen Einschätzungen kam399 und in den folgenden Monaten zu einer zentralen Bearbeitungsstelle für Tankfragen avancierte. Die „englischen Panzerwagen“ bewegten sich auf „Kettenbändern“ mit 6,5 bis 1,6km/h vorwärts und unterschieden sich in Fahrzeuge mit Maschinengewehren und solche mit Maschinengewehren und Kanonen. Die Besatzung bestünde aus einem Offizier und fünf bis sieben Mann400. Was die Wirkung der Panzerwagen im Einsatz anging, so urteilte das AOK 6 Anfang Oktober 1916, daß vor allem der Faktor Überraschung ausschlaggebend gewesen war:

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„Die Wagen haben den Engländern tatsächlich einige Vorteile gebracht. Hauptsächlich sind diese aber der Ueberraschung zuzuschreiben.[...] Wie bei jedem neuen technischen Hilfsmittel das Ungewohnte zuerst wirkt, so geschah es auch hier. Die Truppe missachtete oder verlachte [401] zuerst die vorkriechenden Ungetueme. Als sie dann, scheinbar unverwundbar näher kamen, entstand sogar stellenweise eine Panik.“402

Inwieweit der Gebrauch des Begriffes „Panik“ allein auf die erhebliche Anzahl Gefangener während der Kämpfe Mitte September und nicht auf eine Analyse der lokalen Vorkommnisse zurückzuführen ist, muß unklar bleiben403. Dessen ungeachtet ist primär zu attestieren, daß das AOK 6 den Tanks durch die Faktoren Überraschung und moralische Wirkung auf die eigene Truppe eine durchaus ernstzunehmende Wirkung zusprach. Das AOK 6 war mit dieser Sichtweise nicht allein, wie durch die Tatsache belegt wird, daß die OHL, ebenfalls am 5.Oktober, der Heeresgruppe Kronprinz befahl, die Infanterie-Geschütz-Batterie Nr. 1 (3,7cm Kanonen) an das AOK 1 an der Somme zu überweisen. Der Verwendungszweck der Batterie war zudem eindeutig beziehungsweise der Gefährdung durch die neue Waffe des Feindes angemessen formuliert404. Zusätzlich wurden dem AOK 1 zur „Abwehr von Kampfkraftwagen“ 20 Marine-Bootskanonen, 15 Schützengrabenkanonen aus der Zuständigkeit des Kriegsministeriums und 2 Schützengrabenabteilungen des AOK 6 zu je fünf Geschützen zugesichert405. Diese Reaktion der OHL, welche die artilleristischen Möglichkeiten zur Tankbekämpfung als belegt und erkannt vermuten läßt, wurde offensichtlich ad hoc auf Basis bestehenden Geräts und der ersten einlaufenden Meldungen getroffen. Über die Art und Bauweise des Tanks sowie seine Erscheinungsformen in den Gefechten lagen zu diesem Zeitpunkt noch keine detaillierten oder gar abschließenden Angaben vor. Ganz im Gegenteil: mit zunehmender Anzahl fortlaufend eingehender Berichte verwusch sich das Anfang Oktober durch die Meldungen des AOK 6 gezeichnete Bild.

In den Unterlagen der Heeresgruppe Rupprecht findet sich für den 15.Oktober 1916 ein auf Vernehmung von Gefangenen basierender Bericht mit Skizzen406, der darauf zu verweisen schien, „daß ganz verschiedenartige Systeme vom Kampfkraftwagen in Gebrauche sind“.

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Der erste Typ407 (I) entsprach der Skizze und dem begleitenden Text nach in etwa dem wirklichen Erscheinungsbild des Mark I und bezog sich auf einen am 16.September nordwestlich Flers abgeschossenen Wagen dieses Typs408. Das Prinzip umlaufender Gleisketten wurde allerdings nicht erkannt, die Länge dieses Fahrzeuges mit etwa neun Metern und seine Bewaffnung mit seitlich aus der Panzerwand herausschauenden sechs Maschinengewehren und zwei Geschützen oder, alternativ, acht bis 12 Maschinengewehren angegeben. Mit der Skizze ist belegt, daß offensichtlich keine Möglichkeit bestanden hatte, das Fahrzeug näher zu begutachten.

Der zweite Tanktyp409 (II) erinnert nur in bescheidenstem Ausmaß an das Original. Auffällig ist allerdings, daß keinerlei Räder am Heck, stattdessen aber ein durch Zahnräder angetriebener, umlaufender „Radgürtel“, verzeichnet wurde. Möglicherweise kam dieser Typus durch Beobachtung eines weit von den Beobachtern entfernten, an- oder abgeschossenen Fahrzeuges zustande, was die angenommenen Abmessungen des Tanks, das Kaliber der beiden mitgeführten Geschütze mit bis zu 7,5cm und eine Panzerung von 2,5cm erklären mag. Ein Fahrzeug diesen Typs, so wurde in einer knappen Behandlung der Bekämpfungsmöglichkeiten gesagt, soll auf 5,5km durch eine 10cm Kanonen-Batterie mit großer Wirkung beschossen worden sein, was die Qualitäten der Fußartillerie-Geschütze für die Tankbekämpfung unterstrich410. Neben diesen würde die Verwendung vorgeschobener Feldgeschütze und kleinkalibriger „Marine-Landungsgeschütze“ bei der zukünftigen Bekämpfung in Betracht gezogen werden.

Am 21.Oktober411 wurde durch die Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht eine Art Zusatzerklärung zu den bisherigen Berichten über „englische Kampfwagen“ veröffentlicht, die der Gesamtheit bis dahin eingereichter Berichte einen im nachhinein ziemlich kuriosen Tribut zollte. Zwar hatte man aus Gefangenenverhören die Tarnbezeichnung „Tank“ erfahren, was der deutschen Sprache für etwa zwanzig Jahre neue Wortschöpfungen bescheren sollte, und man hatte sogar einen Hinweis auf den technischen Ursprung der „Tank’s“ (sic!) durch die Bezeichnung als „Cater Pillars“ bekommen, doch ungeachtet dessen kamen nun zwei zusätzliche Typen eingesetzter Fahrzeuge zutage, welche die Schere zwischen Phantasie und Realität noch stärker auseinanderklaffen ließen.

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Der erste Typ412 (III) kommt dem Original dem Eindruck und den heute verifizierbaren Informationen nach am nächsten und hatte äußerlich Ähnlichkeit mit dem früher genannten, neun Meter langen Riesen-Tank des Typ I. Abgesehen von den diesmal zu gering bemessenen Dimensionen des Fahrzeuges413 waren das Paar hinterer Steuerräder, die umlaufenden Gleisketten, die seitlichen Waffengondeln, die Art der Bewaffnung eines „männlichen“ Mark I, der „100 PS Petroleum-Motor“, die Besatzung mit einem Offizier und sieben Mann, ja sogar mitgeführte Brieftauben erkannt worden.

Im deutlichsten Gegensatz zu diesem Fortschritt in der Tankerkennung findet sich als zweiter Typ414 (IV) eine Art gepanzertes „Ei“. Dieses erschien in der Skizze als –vermutlich- dreirädriges Radfahrzeug mit vorne angebrachten Kufen und wenigstens einem hinteren Rad, das sich im Sinne eines Schaufelrads in den Boden gegraben haben soll, um den Tank vorwärts zu bewegen. Laut den von einem hervorragenden Chronisten des ersten Tankeinsatzes, Pidgeon, 1995 publizierten Informationen, handelte es sich bei diesem „Ei“ um das Ergebnis der Beobachtungen eines Vizefeldwebels am 14.Oktober 1916415.

Die verschiedenartige Ausführung und die Eiform des „englischen Kampfkraftwagens“ kursierte noch einige Zeit416. Deshalb ist es auch zur Illustration der Schwierigkeiten, denen sich die deutsche Seite bei der Aufklärung des Mysteriums Tank gegenübersah, nicht unbegründet, auf diese Informationen näher einzugehen. Bei den letzten Kämpfen um Thiepval Ende September 1916 traten, wie oben berichtet wurde417, zwei Tanks aktiv auf. Über einen liegt ein Bericht des IR 180 vor418, der offensichtlich seine Zeit brauchte, um bis zur Heeresgruppe vorzudringen419. Der Kommandeur des IR 180 schilderte in einem Bericht vom 4.Oktober, daß sich am britischen Angriff vom 26.September 1916 ein sehr langsames und bei Granattrichtern stockendes „Panzerautomobil“ beteiligt hatte:

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„Länge des Panzerautomobils 5-6m. Seine Gestalt war eiförmig. Auf dem Automobil war ein viereckiger, niedriger Aufsatz, aus dem die M.G. feuerten. Zahl derselben konnte nicht festgestellt werden. Vor dem Panzerautomobil befanden sich Schaufeln, die die Erde beiseite schafften. Ueber die Art der Fortbewegung des Panzerautomobils können die Augenzeugen keine Angaben machen.“

Dies galt ebenfalls für die Annahme, daß vom Fahrzeug aus Minen verschossen wurden und ihm bis zu 40 Soldaten entstiegen waren.

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Ein vergleichbares Bild, für dessen Zustandekommen vom Verfasser keine näheren Erklärungen gefunden werden konnten, welches aber unüberschaubar Parallelen zum Bericht des IR 180 und dem „Ei“, Typ IV, vom 21.Oktober aufweist, bot ein am 26.Oktober 1916 veröffentlichter Artikel des Kriegsberichterstatters Dr. Dammert im „Stuttgarter Neues Tageblatt“420. Hierin wurde über die zwischen Combles und Thiepval aufgetretenen Panzerkraftwagen gesagt, daß sie „meist die Form eines Eies“ hatten421. Sie bewegten sich auf Kettenbändern fort und wurden durch ein am hinteren Ende des Wagens angebrachtes „Schwanzstück, dessen Räder sich mit Wucht in die Grabenwand einwühlen und so das Geheuse ruckweise vorwärts schieben“, gesteuert und bewegt422. Der Benzinmotor wurde ebenfalls genannt. Auf die Unterscheidung zwischen männlicher und weiblicher Version kam der Verfasser nicht zu sprechen, erwähnte allerdings, daß die Waffen in „seitlichen schwalbenartigen Türmen“423 untergebracht waren. Über die von Dammert erwähnte Gefangennahme eines als „Monteur“ bezeichneten Besatzungsmitglieds eines Tanks kann nur spekuliert werden424. Im Zusammenhang mit dem von Dammert genannten eiförmigen Fahrzeug müßten seine Aussagen jedenfalls als gezielte Fehlinformation gewertet werden.

Einen wesentlichen Fortschritt bei der Klärung des Mysteriums „englische Panzerkraftwagen“ bedeutete die Drucksache vom 21.Oktober 1916 nicht nur hinsichtlich der Annäherung der Fahrzeugbeschreibungen an den Mark I, sondern auch wegen der hier erstmalig ausführlichen Beschreibung seiner Einsatzweise und der möglichen Bekämpfungsarten. Festgestellt wurde425, daß Gewehr und Maschinengewehrfeuer gegen die Tanks wirkungslos waren und mit Handgranaten nur im günstigsten Fall etwas erreicht werden konnte. Angenommen wurde, daß geballte Ladungen eventuell mehr Erfolg haben könnten, falls sie durch „im Werfen geübte Leute“ gebraucht und „in größeren Mengen bereit liegen“ würden. Minenwerfer seien für die Bekämpfung weniger geeignet. Einzelne Geschütze mit einem Kaliber von bis zu 7,7cm, die „möglichst gedeckt hinter dem zweiten Graben aufzustellen sind, um von hieraus flankierend die Panzerkampfwagen auf nahe Entfernung unter Feuer nehmen zu können“, versprachen mehr Erfolg. Die Verluste, die bei diesen Geschützen im Artilleriefeuer zwangsweise eintreten würden, sollten getrost in Kauf genommen werden, da der durch Tanks mögliche Schaden für die Truppe unzweifelhaft erheblich sein würde. Die Einteilung in eine artilleristische Nah- und Fernbekämpfung der Tanks durch die Feld- beziehungsweise die schwere Artillerie wurde an dieser Stelle erstmalig angeführt, ebenso Überlegungen, ob man mit „Bewegungs-Hindernissen“, also Mitteln der späteren „passiven Tankabwehr“, Panzerwagen unschädlich machen könne426.

Bis zur abschließenden Beantwortung der zahlreichen und bislang unbeantworteten Fragen, die sich der deutschen Führung zu diesem Zeitpunkt stellten, sollten noch einige Monate vergehen. Doch an der Gefahr, welche von den Tanks ausging, gab es offenbar keine Zweifel427. Programmatisch ergaben sich daraus zwei Ansatzpunkte, die aus einem Schreiben Ludendorffs an das Kriegsministerium vom 23.Oktober 1916 überaus deutlich hervorgehen:

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„Ich bitte daher die Konstruktion und die Massenfertigung von Kampfwagen für uns so zu beschleunigen428, daß die Armeen an den Hauptbrennpunkten des Kampfes sobald als irgend möglich damit ausgestattet werden können. Gleich wichtig ist aber die schleunige Ausstattung dieser Fronten mit einer wirkungsvollen Abwehrwaffe.“429


Fußnoten und Endnoten

253  Die Verzeichnisse des Reichsarchivs zu den in der Sommeschlacht 1916 eingesetzten Divisionen und ihren Verlusten, RA, Bd. 10 u. 11, Anlage 3 bzw. 4, bieten hierzu gute Einblicke. Einsatzzeiten für die Infanterie von einer Woche unter Verlust von 25-30 oder auch mehr Prozent der Stärke waren Normalität.

254  Angriffsziele des Feindes, die bereits am 1.Juli genommen sein sollten, befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch immer fest in deutscher Hand. So etwa Serre, Beaumont-Hamel und Thiepval.

255  Siehe LAF, Bd. V.1., Paris 1931, S. X und RA, Bd. 11, S. 51.

256  Siehe Ebenda. Anzumerken ist, daß Joffre ausdrücklich nicht annahm, daß ein Sieg noch 1916 zu erreichen war. Erreichbar schien „der Zusammenbruch der Angriffskraft“, dem 1917 die Vernichtung der „Verteidigungskraft“ der Mittelmächte folgen würde.

257  Namentlich Lloyd George und Winston Churchill. Siehe Johnson, J.H.: Stalemate! The Great Trench Warfare Battles of 1915-1917, London 1995, S. 80 und Perrett, S. 41.

258  Zitiert nach Baer, C.H. (Hg.): Der Völkerkrieg. Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Mit sämtlichen amtlichen Kundgebungen der Mittelmächte, ergänzt durch alle wichtigeren Meldungen der Entente-Staaten und die wertvollsten zeitgenössischen Berichte, Bd. 19, Stuttgart 1918, S. 6. Das Zitat bezieht sich auf einen Pressebericht aus dem Großen Hauptquartier vom 5.November 1916.

259  Siehe Liddle, Peter H.: The 1916 Battle of the Somme. A Reappraisal, London 1992, S. 93.

260  Abb. nach Volkmann, Erich O.: Der große Krieg 1914-1918. Kurzgefaßte Darstellung auf Grund der amtlichen Werke, Berlin 61938, S. 169.

261  Abb. nach MO 1916, Bd. 2, S. 320/321.

262  Siehe ebenda, S. 94.

263  Siehe Fuller: Tanks, S. 54.

264  Die detaillierte Darstellung des Angriffsplans findet sich in MO 1916, Bd. 2, S. 288ff.

265  Fuller nennt 32 Fahrzeuge; siehe Fuller: Tanks, S. 55.

266  Siehe Abschn. 3.5.1.

267  Um dem Leser ferner die teils überlangen und sich wiederholenden Truppenbezeichnungen zu ersparen, werden sie abgekürzt angeführt. Sie sind im Abkürzungsverzeichnis im Anhang der vorliegenden Arbeit erläutert und aufgelistet; siehe Abschn. 0.

268  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 126, Akt 213, Bl. 143, mit dem Ablöseplan der Heeresgruppe vom 14.9.16.

269  Siehe Weniger, Heinrich u.a. (Bearb.): Das K.B. 5.Infanterie-Regiment Großherzog Ernst Ludwig von Hessen (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bayerische Armee, Bd. 59), München 1929, S. 72.

270  Siehe Fuhrmann, Hans u.a. (Bearb.): Königlich Preußisches Reserve Infanterie-Regiment Nr. 211 im Weltkriege 1914-1918 (Deutsche Tat im Weltkrieg 1914/1918, Bd. 18), Berlin 1933, S. 167.

271  Siehe TG RIR 211, S. 160 und S. 179. Die Angabe bezieht sich auf das RFAR 45 am 8.9. und 15.9.16. Die TG RFAR 45 gibt wenig detaillierte Angaben über vorhandenes und verlorenes Geschützmaterial am 15.9., dem „Ehrentag des Regiments“, erwähnt aber mehrfach stärkstes Feuer auf ihren Stellungen und Geschützausfälle; siehe Eckert, Otto (Hg.): Erinnerungen aus den Kriegserlebnissen des Reserve-Feldartillerie-Regiments Nr. 45 (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bd. 346), Oldenburg 1932, S. 122ff.

272  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 117, Akt 177, Bl. 41. Es handelt sich um eine Stärkemeldung der HGr Rupprecht an die OHL vom 16.9.16.

273  Nach MO 1916, Bd. 2, S. 293, verfügte allein die britische 4.Armee am 15.9. über mehr als 1.200 Geschütze. Die Geschützzahl lag numerisch auf dem Niveau der deutschen 5.Armee bei ihrem Angriff auf den Festungsbereich von Verdun am 21.2.16; siehe RA, Bd. 10, Anlage 1.

274  Siehe TG RIR 211, S. 156ff. Siehe auch Seiler, Reinhard (Bearb.): 10.Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 161 (Aus Deutschlands großer Zeit, Heldentaten deutscher Regimenter, Bd. 109), Zeulenroda 1939, S. 175.

275  Siehe RA, Bd. 13, S. 54, Anm. 1. Die Bataillone waren ihrerseits ebenfalls schwächer, da die Sollstärke von über 1.000 Mann nicht aufrecht zu erhalten war. Legt man den Durchschnitt für diesen Zeitpunkt auf 850 Mann, hatte eine deutsche Division 7.650 Infanteristen, eine britische aber 12.000.

276  Die individuelle Wahrnehmung der Augenzeugen in den deutschen Abschnitten fiel offensichtlich verschieden. So findet sich einerseits die Bemerkung eines erst kurz vor Angriffsbeginn einsetzenden Trommelfeuers, dann wieder die Aussage, daß es seit dem 11.September ununterbrochen „schwerstes Feuer“ gab; siehe etwa Etzel, Hans (Bearb.): Das K.B. 9.Infanterie-Regiment Wrede (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bayerische Armee, Bd. 51), Würzburg 1927, S. 89.

277  Siehe TG IR 161, S. 173. Vergleiche Bayerisches Kriegsarchiv (Hg.): Die Bayern im Großen Kriege 1914-1918. Auf Grund der amtlichen Kriegsakten dargestellt, München 21923, S. 284. Dort wird angegeben, daß das Feuer bis 2 Uhr abflaute, um dann ab 6.30 Uhr wieder zum Trommelfeuer zu werden.

278  Siehe TG b.IR 5, S. 72. Die Uneinheitlichkeit in der Umsetzung des Angriffsplans bestätigt MO 1916, Bd. 2 auch im Rückgriff auf deutsche Quellen; siehe bspw. S. 312, Anm. 2, mit dem Hinweis, daß beim b.IR 7 zwei Tanks hinter der stürmenden Infanterie fuhren.

279  Siehe TG RIR 211, S. 172. Bemerkenswert ist hierbei, daß ein eigener Angriff des Regiments vor Courcelette direkt in den britischen Großangriff lief (S. 170).

280  Siehe TG IR 161, S. 173, und Peters, Erich: Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 28 im Weltkrieg 1914-1918 (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Bd. 206), Berlin 1927, S. 108.

281  Siehe TG RIR 28, S. 108.

282  Die Darstellung folgt Zentner, Christian: Illustrierte Geschichte des Ersten Weltkriegs, München 1982, S. 186f.

283  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 309.

284  Siehe TG RIR 28, S. 103ff. Siehe auch MO 1916, Bd. 2, S. 308f.

285  Siehe TG IR 161, S. 173. Dort wird auch auf die erste Definition der Tanks im deutschen militärischen Sprachgebrauch verwiesen, die sie als „Panzerautomobile“ titulierte.

286  Siehe auch unten zum Angriff auf den Foureaux-Wald.

287  Siehe Abschn. 4.1.

288  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 310.

289  Siehe ebenda, S. 311f.

290  Private Donald Fraser, 31st Battalion Canadian Infantry; zitiert nach Reed, Paul: Courcelette (Battleground Europe), Barnsley 1998, S. 47.

291  Ebenda, S. 48: „[…] completely wiped out every Heiny.“ Es handelt sich insgesamt um eine durchaus anschauliche und „lebendige“ Schilderung moderner Waffenwirkung in den Worten eines einfachen Soldaten.

292  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 339.

293  Bericht Hauptmann Inglis’; zitiert nach Reed, S. 49.

294  Siehe Reed, S. 50, vgl. Abschn. 3.5.1.

295  Siehe Reed, S. 56.

296  Siehe TG RIR 211, S. 173f.

297  Siehe TG RFAR 45, S. 126. Das Soll des Regiments lag bei 36 Geschützen. Der Geschützbestand am Morgen des 15.9. ließ sich vom Verfasser nicht belegen. Die Anzahl verschossener Munition übertrifft die üblichen Tagesraten der Geschütze –siehe bspw. KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 64: AOK 2 Fussa.B. Nr. 4134/17 vom 7.2.1917- um ein Vielfaches, war aber im sogenannten Großkampf offenkundig nicht ungewöhnlich. So sind für zwei Divisionen in der Schlacht bei Arras 1917 jeweils über 50.000 Schuß nachgewiesen worden; siehe RA, Bd. 12, S. 252.

298  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 332, und RA, Bd. 11, S. 69, Anm. 1.

299  Siehe MO 1916, S. 333f.

300  Siehe ebenda, S. 333f.

301  Siehe ebenda, S. 334f.

302  Siehe TG b.IR 5, S. 72.

303  Etwa bei der 14.Div. auf dem rechten Flügel des Angriffs, wobei ein begleitender Tank durch deutsche Artillerie bewegungsunfähig geschossen wurde; siehe MO 1916, Bd. 2, S. 319.

304  Siehe TG b.IR 5, S. 72.

305  Zitiert nach MO 1916, Bd. 2, S. 319. Die Stellungsbezeichnungen beziehen sich auf die ersten deutschen Positionen nördlich und nordöstlich des Delville-Waldes im Angriffsbereich der brit. 14.Div.

306  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 320. Switch Line war die deutsche Hauptverteidigungslinie auf halbem Weg zwischen dem Delville-Wald und Flers.

307  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 323: “Three other tanks (D6, D9, D17) had begun to move along the eastern edge of the village, smashing machine guns, and spreading panic among the defenders who survived.”

308  Siehe ebenda, S. 323, siehe auch Heydecker, S. 397f., und Pidgeon, Trevor: The Tanks At Flers. An Account Of The First Use Of Tanks In War At The Battle Of Flers-Courcelette. The Somme 15th September 1916, Bd. 1, Cobham 1995, S. 170.

309  Siehe TG b.IR 5, S. 75. Der Befehl für die ab 11 Uhr eintreffenden Bataillone lautete ursprünglich, einen Gegenangriff auf Flers durchzuführen. Erst am Nachmittag kam es dazu, erschöpfte sich aber vor Erreichen des Ortes.

310  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 326ff.

311  Siehe ebenda, S. 327ff.

312  Siehe Kap. 9.

313  Siehe Zentner, Christian: Illustrierte Geschichte des Ersten Weltkriegs, S. 187.

314  Siehe Ehren-Rangliste, S. 986. Der im Zusammenhang mit dem Kap. 9. zu Cambrai relevante Freiherr von Watter (Kurt, zuletzt Generalmajor und Artillerie-Kommandeur 27) findet sich auf S. 985. Als Kommandeur der Artillerie der 27.ID machte er Erfahrungen mit der Tankabwehr in der Schlacht bei Arras 1917.

315  Aus MO 1916, Bd. 2, gehen Angaben zu den deutschen Gegnern nur bedingt hervor, was sicher aufgrund des Schicksals der Tanks und fehlender Zeugen verständlich sein dürfte.

316  Siehe Gerok (Bearb.): Das 2.württ. Feldartillerie-Reg. Nr. 29 „Prinzregent Luitpold von Bayern“ im Weltkrieg 1914-1918 (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914-1918, Bd. 19), Stuttgart 1921, S. 59.

317  Siehe TG b.IR 5, S. 76. Bei den Fahrzeugen handelte es sich wahrscheinlich um „D.9“ und „D.17“, die vom b.FAR 12 zerstört wurden. In dessen Truppengeschichte findet sich der Hinweis darauf, daß vom Regiment die ersten beiden Tanks des Weltkrieges abgeschossen wurden, doch daran ist aufgrund der zeitlichen Versetzung zu den Abschüssen von „D.5“ und „D.6“ sowie der Angaben der TG FAR 29 zu zweifeln; siehe Vereinigung der Offiziere des ehem. Kgl. bayer. 12.Feldartillerie-Regiments (Hg.): Geschichte des ehemaligen Königlich bayerischen 12.Feldartillerie-Regiments, München 1935, S. 53f.

318  Siehe Benary, Albert (Bearb.): Das Ehrenbuch der ehemaligen Deutschen Feldartillerie, Berlin 1930, S. 403. Geschildert wird die Vernichtung eines Tanks durch einen Zug der 1./FAR 77 aus der Sicht eines britischen Offiziers und Augenzeugen.

319  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 352.

320  Siry? Laut Ehren-Rangliste, S. 829, 1914 Leutnant im b.FAR 2 und Hauptmann im Reichsheer. Ein Offizier oder Reserveoffizier namens Stry konnte vom Verfasser nicht nachgewiesen werden.

321  Zitiert nach Benary: Das Ehrenbuch der Feldartillerie, S. 399.

322  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 370ff.

323  Siehe ebenda, S. 403.

324  Siehe ebenda, S. 405.

325  Siehe Vischer (Bearb.): Das Württ. Infanterie-Regiment Nr. 180 im Weltkrieg 1914-1918 (Die württembergischen Regimenter im Weltkrieg 1914-1918, Bd. 9), Stuttgart 1921, S. 52.

326  Siehe TG IR 180, S. 52.

327  Siehe auch Fuller: Tanks, S. 57. Fuller erwähnt hier auch, daß sich beide Tanks später in Granattrichtern festfuhren.

328  Deutscherseits erfaßt bei Kabisch, Ernst: Gegen englische Panzerdrachen, Stuttgart 1938, S. 10. Eine hinsichtlich Zeit und Ort weniger detaillierte, dafür aber mit allen Facetten der Authentizität geschmückte Fassung dieser Geschichte findet sich als „ A True Story Of The Tanks“ von Lance-Corporal Harry Rayner in The War Illustrated, Amalgamated Press London, vom 28.Oktober 1916, S. 250. (Ferner wird die Zeitung als TWI zitiert.)

329  Dies mag allerdings darin begründet sein, daß auch von deutscher Seite Geschehnisse im Trubel der Schlacht nicht überliefert worden sind. Für beide Parteien, Angreifer und Verteidiger, kann es sich um das tödliche Ende der Beteiligten während der Schlacht, deren Gefangennahme durch die jeweilige Gegenseite oder langwierige Verwundungen handeln, welche Stellungnahmen verhinderten. Hinzu kommt, daß sich gerade auf deutscher Seite, die den Zusammenbruch von 1918 zu verkraften hatte, erst wieder ein Interesse an diesen „vergeblichen Taten“ langsam entwickeln mußte und diese Begebenheit in der Masse an gedenkens- und beachtenswert erachteten Geschehnisse unterging.

330  Siehe Bayerisches Kriegsarchiv: Die Bayern im Weltkrieg, S. 288: „Manche Bataillone bestanden nur noch aus einigen Unteroffizieren und Mannschaften. Aber die Möglichkeit, sie aus dem Kampf zu ziehen, war [am 25.September] noch nicht gegeben. Die Schlacht ging weiter.“

331  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 384 und Fuller: Tanks, S. 57 (Wiedergabe des entsprechenden Gefechtsberichts des XV.Korps).

332  Siehe Bayerisches Kriegsarchiv: Die Bayern im großen Kriege, S. 288. Die im Anschluß an das Zitat zu findende Aussage, daß andere bayerische Einheiten durch einen Tankangriff am Nachmittag zum Rückzug gezwungen wurden, findet in den britischen Darstellungen keine Entsprechung.

333  Siehe Fuller: Tanks, S. 58.

334  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 505f.

335  Siehe Fuller: Tanks, S. 58. Fuller verschwieg dabei allerdings, daß Teile eines nordirischen Bataillons die Gefangennahme tatkräftigt unterstützten; siehe MO 1916, Bd. 2, S. 506.

336  Eisgruber, Heinz: Achtung- Tanks! Berlin 1939.

337  Kabisch: Gegen englische Tankdrachen (1938). Hier ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Tank im Abgleich von deutschen und britischen Informationsquellen noch deutlich wahrzunehmen. Obwohl Kabisch das Buch eigenen Aussagen nach als Jugendbuch für „Knaben im Alter von 12-15 Jahren“ dachte und sich dieser Anspruch in der lebendigen Darstellung und einem martialischen Grundtenor im Sinne eines Appells an die Jugend zum Nacheifern widerspiegelt, bemühte sich Kabisch offenbar ernsthaft um die Feststellung von Fakten. Für das Fallbeispiel Cambrai 1917 wurde er etwa bei der Kriegsgeschichtlichen Forschungsanstalt des Heeres vorstellig und bat höflichst und erfolgreich um die Überlassung des Berichts des Kommandeurs der 54.ID; siehe BA-MA, RH 61/51766: Anfrage Kabischs an die Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres vom 2.6.1937.

338  Siehe Eisgruber: Achtung- Tanks! S. 50ff.

339  Siehe ebenda, S. 52f.

340  Siehe Keegan, S. 416 siehe auch Johnson, Stalemate, S. 81.

341  Siehe vor allem Muther, S. 63 und 113f., der sich dieses generellen Vorwurfs besonders hinsichtlich der Sommeschlacht von 1916 widmete und ihm widersprach.

342  Siehe Abschn. 1.2.1.

343  Siehe Heydecker, S. 399, vergleiche Kabisch, Ernst: Somme 1916, Berlin 1937, S. 165f.

344  Siehe dazu Pidgeon,: Flers-Courcelette, S. 205. Der Autor bezieht sich auf die ungenutzte Möglichkeit, die noch im Vereinigten Königreich vorhandenen Kräfte für den ersten Angriff einzusetzen und formulierte: „The 25 tanks of A company which arrived in France just too late to take part might have made a difference to the outcome of the battle had it been possible to delay this, but it was not.“

345  Siehe ebenda: „ It is our [the author’s] view that they [the tanks] achieved much, certainly more than they are normally given credit for. The German records testify to this, for they contain numerous references to the heavy losses caused by tanks enfilading trenches and crushing strong points. The British records, no doubt for reasons peculiary British, dwell at least as much on the shortcomings of the machine. The most widely quoted ‘score-cards’ claim that of 49 tanks available, no more than 36 reached their starting ponts and only 9 moved ahead of the infantry. The reality, as usual, is a litte more complex. The figure of 36 is certainly correct but data contained in original documents indicates that, quite apart from those tanks in the canadian sector which were ordered not to precede the infantry, as many as 17 may be have advanced ahead of them at some stage [!] of the attack. The total could be as high as 22. [… .] On the 15th, a total of 27 tanks reached the German front line, […].“

346  Zwei vor Combles, zwei am Foureaux-Wald und fünf vor Gueudecourt.

347  Zudem waren die Auswirkungen verschieden und differierten zwischen Fahrzeugbrand, wie bei einem Tank am Foureaux-Wald, und einer minimalen Behinderung, wie sie an Inglis’ Tank durch Verlust eines Steuerrads auftrat; siehe Abschn. 3.3.

348  Siehe Pidgeon: Flers-Coucelette, S. 206.

349  Siehe The War Illustrated, 28.Oktober 1916, S. 250: „It was like the old tale of a snail who climbed up the side of a wall three feet and then slipped back two feet. That was exactly what was happening and every time `Black Bertha´ made a big dash and climbed partly up the crater side, only to slip back as soon as her stroke was exhausted, we nearly convulsed with laughter.” Augenzeugenbericht des Lance-Corporal Rayner.

350  Moderne Kampfpanzer liegen etwa bei über 20 bis knapp 30 Ps/t. Selbst ein kaum als beweglich zu beschreibender deutscher Tiger (P) „Ferdinand“ bzw. “Elefant“ des Zweiten Weltkriegs lag um 10 Ps/t.

351  Siehe Smithers: Excalibur, S. 78. Eine vom Tank Corps im Vorfeld der Kämpfe von Cambrai 1917 herausgegebene Schrift verwies darauf, daß noch beim verbesserten Schalldämpfer des damals gebrauchten Mark IV Tanks Fahrtgeräusche in 227m Entfernung wahrgenommen werden konnten, sofern sie nicht durch Maschinengewehr- oder Artilleriefeuer überlagert wurden; siehe Borchert, Martin: Der Kampf gegen Tanks. Dargestellt an den Ereignissen der Doppelschlacht bei Cambrai, Berlin 1931, S. 27.

352  Siehe Smithers: Excalibur, S. 78.

353  Siehe ebenda, S 76ff.

354  Siehe ebenda, S. 78f. Wie hier angeführt wird, ließ Stern bei den Franzosen und in den USA nach Motorenalternativen suchen, war jedoch erfolglos.

355  Siehe Wright, S. 48.

356  Zitiert nach Baer (Hg.): Der Völkerkrieg, Bd. 25, S. 206. Der schweizerische Zeitungsbericht wurde am 6.8.1917 durch die Frankfurter Zeitung in Deutschland publik gemacht und bezieht sich wahrscheinlich auf den ersten Kampfeinsatz von Panzern des Typs St.Chamond bei Laffaux am 5.5.1917. Zu den Einsatzbedingungen siehe auch Fletcher: Tanks and Trenches sowie Perret, S. 39f.

357  Siehe etwa die Aufnahmen in Rex, Hermann: Der Weltkrieg in seiner rauhen Wirklichkeit. Das Frontkämpferwerk. 600 Originalaufnahmen des Kriegs-Bild- und Filmamtes und des Kriegsphotographen Hermann Rex, Oberammergau 1926.

358  Siehe Abschn. 3.3. und zum Hintergrund der SmK-Munition Abschn. 4.3.

359  Siehe Fletcher: Tanks and Trenches, S. 16, mit dem Bericht von Lt. Hufham zum 15.9.1916: „They never fired again, both gunners were dead I believe, several bullets and small shells had penetrated our armour plate, […].”

360  Siehe Perrett, S. 41.

361  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 371.

362  Siehe Fuller: Tanks, S. 59: „Further it must be remembered that, whatever tests are carried out under peace conditions, the only true test of efficiency is war, consequently the final test a machine or weapon should get is its first battle […].” Siehe auch MO 1916, Bd. 2, S. 365.

363  Siehe Liddle: Somme, S. 106.

364  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 365.

365  Siehe ebenda, S. 364f.

366  Siehe Pidgeon: Flers-Courcelette, S. 205.

367  Siehe Abschn. 2.3.

368  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 367.

369  Siehe ebenda, S. 367, siehe auch Larson: Armored Warfare, S. 58.

370  Siehe Fuller: Tanks, S. 58f.

371  Fuller formulierte später im Zusammenhang mit den Tankeinsätzen bei Arras und in Flandern 1917 harsche Kritik am fehlenden Verstand und Gespür des Oberbefehlshabers gegenüber der neuen revolutionären Waffen und bezweifelte, daß man im Großen Hauptquartier die entsprechenden Berichte überhaupt las; siehe Fuller: Erinnerungen, S. 101f.

372  Siehe Larson: Armored Warfare, S. 58: „The army’s reaction to the day’s work [15.9.1916] was generally negative.”

373  Siehe Cooper: Cambrai, S. 45 und Larson: Armored Warfare, S. 58.

374  Diese Wirkung sollte sich später auch auf deutscher Seite, beim Gebrauch eigener Panzerwagen, einstellen: „Eigene Panzerwagen, auch beim Auftreten in geringer Zahl, stärken die Moral der Infanterie im Gefecht außerordentlich.“ Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 125, Akt: 210, Bl. 0119: AOK 17 Iabl Nr. 7816 op. vom 7.9.1918, Ziff. b).

375  Siehe Wright, S. 38ff.

376  Siehe MO 1916, Bd. 2, S.

377  Siehe dazu besonders Tate: The Culture of the Tank, S. 70ff.

378  Siehe etwa TWI vom 7.Oktober 1916, S. 179ff.: „The Battle of the `Tanks´”. Es wird vom Einsatz des Tanks “Creme de Menthe” bei Courcelette berichtet.

379  Siehe ebenda, S. 182.

380  Siehe http://myht.creative-work.de/html/behemoth.htm; dort steht u.a., daß der Begriff „Behemoth“ auf jedes große, kräftige und unbekannte Wesen angewendet werden kann, aus dem Hebräischen stammt und Plural von „Biest“ sei.

381  Ein Beispiel ist die von Smithers im Buchtitel vorgenommene Verknüpfung zwischen der Bedeutung der Siegfriedsage sicherlich gleichzusetzenden, urenglischen Artuslegende und dem Tank als „A New Excalibur“. Auf deutscher Seite fallen Bezüge zur Siegfriedsage auf.

382  Cooper: Cambrai, S. 44, schrieb: „The smart part played by the tanks, however successful on a local scale, was overlooked in the general sense of failure.“ Von dieser Einschätzung ausgenommen blieb nach Cooper Haig; siehe S. 45.

383  Zitiert nach MO 1916, Bd. 2, S. 367. Die Passage bezieht sich auf die Einschätzungen Rawlinsons.

384  Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Somme oder http://www.munster.de/pzm/contents/specials/aufsaetze.htm (Seiten des Panzermuseums Munster).

385  Daran beteiligt ist mit allergrößter Sicherheit auch die Vehemenz, mit der die britische Presse die Erfolge der Tanks von 1916 ausschlachtete. Ein Paradebeispiel dafür von 1917 ist Philip Gibbs Artikel „The Germans on the Somme“ aus dem Daily Chronicle; siehe http://leoklein.com/itp/somme/texts/gibbs_1917.html .

386  Siehe MO 1916, Bd. 2, S. 363: „The Germans fought bravely and well […]. Some surrenders, it is true, were induced by the great havoc wrought by the British bombardment, and local panics were caused by individual tanks; but there was no sign of widespread demoralization.”

387  Auch Fuller attestiert dem Tank eine vor allem moralisch destruktive Wirkung, die nichts mit den Gefechtsleistungen gemein hat: „... we find exactly the same lowering of moral by self-suggested fear [!], fear based on the inability to overcome the danger.“ Dies schrieb er über die Wirkung deutscher Tankangriffe auf britische Truppen 1918, aber ohne den Gebrauch des Panikbegriffs; siehe Fuller: Tanks, S. 215.

388  Siehe Kap. 9., 11. und 12.

389  Siehe „Angststörungen und Phobien. Definition von Ängsten, Panikattacken und Phobien“ unter http://www.psychiatriegespraech.de/sb/angst/angst_def.php .

390  Siehe Fuller: Tanks, S. 56ff.

391  Siehe ebenda, S. 58.

392  Siehe Smithers: Excalibur, S. 74, und Griffith: Battle Tactics, S. 58.

393  Um ein Beispiel anzufügen, das Haig zweifelsfrei bekannt wurde, genügt es, darauf zu verweisen, daß die drei Tanks, die Flers am 15.9.1916 umgingen und flankierend wirkten, lediglich 24 Mann Besatzung hatten, aber gleichzeitig mindestens die Feuerkraft einer geschlossenen Maschinengewehrkompanie repräsentierten; siehe Abschn. 3.3.

394  Es handelte sich um den weiter unten angeführten Bericht Dammerts.

395  Siehe Heydecker, S. 398.

396  In den „Erfahrungen aus der Sommeschlacht“ der OHL wurde auf Tanks nicht eingegangen; siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 17: Chef d. Genst. d. Feldheeres, Ia/Ib Nr. 175 geh. op. vom 25.9.16. Spätere Erfahrungsberichte, die sich mit der Sommeschlacht befaßten und durch die OHL verbreitet wurden, widmeten sich dem Aspekt ebenfalls nicht; siehe BA-MA, PH 5 II/350 mit dem Kommentar des AOK 5 zu den Erfahrungen der 1.Armee.

397  Zu diesen Problemen siehe Pidgeon: Flers-Courcelette, 186ff. Der Autor gibt, u.v.a. höchst interessanten und für den Erkenntnisgewinn der deutschen Führung unterhalb der Ebene des AOK 6 relevanten Dokumenten, den ersten Bericht des NO AOK 6 über eine Gefangenenbefragung wieder (S. 187).

398  Die 3. und 4.b.ID waren nach dem Verlust von ca. 5.400 bzw. 6.000 Mann am 17.9 abgelöst und ab 20.9. der 6.Armee zugeteilt worden; siehe RA, Bd. 10, Anlage 3, S. 10, Nr. 68 u. 69. Es liegt also auf der Hand, daß die Berichte zum Auftreten der Tanks beim AOK 6 eingingen.

399  KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 24: AOK 6, Ia. Nr. 70450 vom 5.10.16, Ziff. I.

400  Siehe ebenda.

401  Vergleiche den Bericht des Lt. d. R. Noack in Abschn. 3.3.

402  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 24: AOK 6, Ia. Nr. 70450, Ziff. II.

403  „Be that as it may, the reaction of troops on the ground to the tanks’ appearance seems to have varied from place to place and from unit to unit, indeed from man to man, as one might expect. There were somme surprising scenes of great bravery, as in High Wood against D13, and there were scenes of panic, as the [german] High Command later conceded.“ Zitiert nach Pidgeon: Flers-Courcelette, S. 186.

404  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 117, Akt: 177, Bl. 124: HGr Rupprecht Ia 771 g. Art. vom 5.10.1916.

405  Siehe ebenda, Bl. 119-118: HGr Rupprecht Ia Art. I 749 g.

406  Siehe ebenda, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 36: HGr Rupprecht Ia Art. Nr. 1126 vom 15.10.1916.

407  Siehe ebenda, Ziff. 1 und Skizzen-Anlage 1.

408  Siehe Abschn. 3.3.

409  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 36, Ziff. 2 und Skizzen-Anlage 2.

410  Siehe ebenda, Ziff. 2: „Zur Bekämpfung auf weitere Entfernungen erscheinen ausser Feldartillerie besonders auch 10cm und s.F.H. Batterien geeignet.“

411  Siehe ebenda, Bl. 37: HGr Rupprecht Ia Art.I Nr. 1248 vom 21.10.1916. In der Zweitüberlieferung in HStAS, M 33/2, Bü. 307 findet sich als Verteiler AOK 4 Fussa. Nr. 192.16.I. Das Dokument erreichte am 4.11.1916 das GK XIII.AK und seine unterstellten Divisionen.

412  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 37: HGr Rupprecht Ia Art.I Nr. 1248 vom 21.10.1916, Ziff. 1 und Anlage 1.

413  4,5m Länge, 3m Breite über alles und eine Höhe von 3m bis zum Fahrzeugdach.

414  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 37: HGr Rupprecht Ia Art.I Nr. 1248 vom 21.10.1916, Ziff. 2 und Anlage 2.

415  Siehe Pidgeon: Flers-Courcelette, S. 191.

416  Vom Zeitpunkt her die späteste Bezugnahme, die hinsichtlich verschiedener britischer Tanktypen 1916/17 auffindbar war, findet sich in Frerk, Friedrich: Arrasschlacht, Aisne- und Champagnefront, Leipzig/Siegen 1917, S. 121f. Das patriotisch-pathetisch überfrachtete „Durchhalte-Büchlein“ erschien nach dem 1.Juni 1917 (siehe ebenda, S. 158).

417  Siehe Abschn. 3.3.

418  Siehe HStAS, M 99, Bü. 142, Bl. 833: IR 180 I Nr. 427 vom 4.10.1916.

419  Da die „Eiform“ hier erstmals genannt ist, scheint der Bericht einen interessanten Indikator für die Zeit, die Meldungen der Truppe an höhere oder höchste Dienststellen brauchten, zu bieten.

420  Zitiert nach Baer (Hg.): Der Völkerkrieg, Bd. 19, S. 109ff.: „Die Panzerkraftwagen (Tanks) in der Sommeschlacht.“ Ob der Verfasser des Zeitungsartikels, Dr. R. Dammert, Augenzeuge war, er seine Informationen aus der Auslandspresse synthetisierte oder durch deutsche Stäbe informiert wurde, muß unklar bleiben. Vergleiche Heydecker, S. 398.

421  Siehe Dammert: Panzerkraftwagen, in Baer (Hg.): Der Völkerkrieg, Bd. 19, S. 110.

422  Siehe ebenda.

423  Siehe ebenda.

424  Pidgeon zitierte die möglicherweise erste Gefangenenbefragung, wobei das entsprechende Dokument des NO AOK 6 vom 18.9.1916 angab, es handele sich um einen Angehörigen des MMGC. Ob es ein „Monteur“ war, bleibt fragwürdig. Siehe Pidgeon: Flers-Courcelette, S. 187.

425  Siehe KA, HGr Rupprecht, Bd. 43, Akt: Fremde Berichte, Bl. 37: HGr Rupprecht Ia Art.I Nr. 1248 vom 21.10.1916, Abschnitt „Bekämpfung“.

426  Siehe ebenda.

427  Zu diesem Ergebnis kam auch Pidgeon, der sich, wie bereits angeführt, der deutschen Archivalien zum Sachverhalt in vorbildlicher Weise angenommen und sie in einem „The German View“ benannten Kapitel ausgewertet hat: „The threat posed by the first tanks was therefore not underestimated and it was still being closely analysed, and methods of combating it were being studied, well into 1917.“ Zitiert nach Pidgeon: Flers-Courcelette, S. 196.

428  Siehe Abschn. 4.3.

429  Zitiert nach Muther, S. 114. Der Bau eigener Panzerwagen war bereits am 11.10.1916 von der OHL verlangt worden; siehe RH 61/50770: Chef d. Genst. d. Feldheeres Ic Nr. 36808 op. vom 11.10.1916, und Kaufhold-Roll, S. 36.



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22.04.2008