Fitzenreiter, Martin: Statue und Kult Eine Studie der funerären Praxis an nichtköniglichen Grabanlagen der Residenz im Alten Reich

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Hinweise zum Aufbau und zur Benutzung

Aufbau der Arbeit

Gliederung

Die Arbeit gliedert sich in fünf Teile.

In Teil I werden die Statuenfunde und ihr Kontext aus der Zeit der 1. bis hohen 4. Dynastie zusammengefaßt und besprochen. In Kapitel 4 wird die Einordnung der Statuen in den kulturellen Kontext des frühen AR vorgenommen.

In Teil II werden solche Statuentypen im Einzelnen untersucht, die im Zuge der Etablierung der Residenz als ein kulturelles Phänomen in der 4. bis 6. Dynastie neu entstanden sind.

In Teil III werden wird der archäologische Kontext der Statuen von der späten 4. bis in die 6. Dynastie besprochen.

In Teil IV wird die Dekoration der Kapellen mit Flachbildern und Texten in die Betrachtung der funerären Praxis einbezogen.

Im zusammenfassenden Teil V wird ein Überblick über die Ergebnisse der Arbeit gegeben sowie Schlüsse über die Bedeutung von Statuen im funerären Kult und die Bedeutung der funerären Praxis in der Residenz im AR gezogen.

Belege

Während sich der Textteil auf die Diskussion von Einzelbelegen beschränkt, ist in den jeweiligen Belegtabellen ein größerer Korpus von Objekten zusammengefaßt. Dabei war es jedoch nicht das Ziel, einen Korpus aller Statuenfunde aus der Zeit des AR zu erstellen, was durch die fortwährende Publikation neuer Grabungen sowieso illusorisch ist. Prinzipiell ging es nur darum, eine repräsentative Auswahl von

  1. Objekten aus hinreichend dokumentierten Fundzusammenhängen, und
  2. gegebenenfalls weitere Belege des diskutierten Statuentyps zusammenzufassen.

Soweit vorhanden, wurde auf bereits von anderen Autoren zusammengestellte Beleglisten zurückgegriffen<1>. Die Repräsentativität des so erfaßten Ausschnittes entspricht dem


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Forschungsstand und der verfügbaren Literatur, kann aber durch neuere Grabungen besonders in den "weißen Flecken" der Residenznekropolen jederzeit erschüttert werden.

Die Belege sind jeweils entsprechend der diskutierten Kriterien zusammengestellt, so daß ein und dasselbe Objekt in mehreren Belegtabellen vertreten sein kann. Das führt zwar zu einer Überschneidung von Belegnummern, doch sind so die jeweiligen Tabellen unabhängig voneinander verwendbar. Die Belegpräsentation ist bewußt kurz gefaßt und setzt sich aus einer Kurzbeschreibung, Angaben zum Fundort, Standort- und Publikationsverweisen und einer Kommentarspalte zusammen (siehe Beschreibung unten). Eine kritische Belegdiskussion ist nicht das eigentliche Ziel der Arbeit, ebensowenig die Interpretation der Einzelbelege. Entsprechend werden derartige Diskussionen nur in Einzelfällen vorgenommen.

Abbildungen

Aufgrund der immer noch nicht ausreichend geklärten Urheberrechtslage im Internet und dem hohen Rechenaufwand bei der Bilddarstellung wurde auf Abbildungen - mit Ausnahme von zwei Skizzen - verzichtet. Der Benutzer ist daher gezwungen, die angegebenen Literatur zu Rate zu ziehen. Hat man die einschlägigen Werke Borchardt (1911) (Catalogue Général), Vandier (1958) (Manuel III) und den Katalog New York (1999) zur Hand, sind alle wesentlichen Belege leicht in Abbildungen zu finden. Abbildungen der wesentlichen Statuentypen finden sich im Internet in Fitzenreiter (2000) publiziert. In Zukunft - wenn die meiste Literatur bzw. Museumsbestände im Internet zur Verfügung stehen - wird das Fehlen der Abbildungen ohnehin kein Problem mehr darstellen und die Reproduktion bereits publizierter Abbildungen obsolet sein.

Hinweise zur Benutzung

Lektüre

Die Arbeit wurde als ein durchgehend zu lesendes Werk mit aufeinander aufbauenden Abschnitten konzipiert. Prinzipiell empfielt es sich also, von vorn nach hinten zu lesen. Um dem Leser die Benutzung zu erleichtern, wurden regelmäßig längere Zusammenfassungen in den Text eingefügt. Die Lektüre dieser Zusammenfassungen ermöglicht es, einen schnellen Überblick über den diskutierten Stoff zu gewinnen. Das ausführlich gehaltene Inhaltsverzeichnis (Lesezeichen) der PDF-Version ermöglicht es, schnell innerhalb des Textes zu navigieren. Belege und Verweise wurden durch Verknüpfungen verbunden. Auf einen Index wurde verzichtet, da mittels Suchbefehl nach bestimmten Begriffen gesucht werden kann.

Feststehende Begriffe und Abkürzungen


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Im Text wird weitgehend auf Abkürzungen verzichtet und mit einer Reihe von feststehenden Begriffen gearbeitet (zu den Abkürzungen siehe Verzeichnis). Unter Grabherr/herrin wird die Person verstanden, die eine funeräre Anlage errichten ließ und als der hauptsächliche Empfänger von Kult auftritt. Daneben können aber weitere Personen in der Anlage bestattet sein und zur Gruppe der Kultempfänger gehören.

Bei der Beschreibung von funerären Anlagen wird der Raum mit der Hauptkultstelle in Form einer Scheintür als Scheintürraum bezeichnet. Eine genauere Spezifizierung des jeweiligen Raumtyps wird durch ein in Klammern gesetztes Kürzel gegeben. Dabei bedeutet (siehe Abb. 1+ 2):

  1. NS - die größte Tiefe des Raumes liegt in der Nord-Süd-Ausdehnung;
  2. OW - die größte Tiefe des Raumes liegt in der Ost-West-Ausdehnung;
  3. L - der Raum hat einen (meist nach Norden) versetzten Eingang, so daß sich eine "L"-förmige Wegführung ergibt;
  4. T - der Raum besteht aus der Kombination eines Raumteiles in Ost-West-Ausdehnung und eines Raumteiles in Nord-Süd-Ausdehnung, wodurch ein "T"-förmiger Grundriß entsteht, wobei auch die umgekehrte "T"-Form möglich ist;
  5. die Raumcharakteristik kann durch (:1) oder (:2) ergänzt sein, was sich auf die Anzahl der Scheintüren bezieht, wobei (:1s) angibt, daß sich eine Scheintür nach Süden versetzt an der Westwand befindet.

Abkürzungen im Text:

Schreibung altägyptischer Texte

Altägyptische Bezeichnungen, Textpassagen und Eigennamen werden mit Ausnahme der Namen von Pharaonen in Umschrift widergegeben. Bei den Pharaonennamen werden gebräuchliche deutsche Schreibungen verwendet. Die Umschrift der Hieroglyphen bedient sich einer vereinfachten Codierung mit Groß- und Kleinbuchstaben anstelle von Sonderzeichen, die auf einem Computer einfach zu realisieren ist<2>. Bei der Schreibung des Altägyptischen wird auf die Rekonstruktion von Vokalen verzichtet und weitgehend nur das vorliegende Schriftbild wiedergegeben; auch bei Titeln wird eine Kurzschreibung bevorzugt (z.B. mr anstelle von jmj-rA). Da der Schwerpunkt dieser Arbeit nicht auf der Bearbeitung der Schriftquellen liegt, wird eine philologische Diskussion nicht vorgenommen und bei Übersetzungen in der Regel auf vorliegende


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Übersetzungen zurückgegriffen.

Benutzung der Belegtabellen

Auf die Belege wird im Text durch eine in Klammern gesetzte Zahlenfolge verwiesen. Die Zahlenfolge des Belegverweises verweist an erster Stelle auf die Belegtabelle, an zweiter Stelle auf den Beleg in der Tabelle und gegebenenfalls an dritter Stelle auf eine Unternummer im Beleg. Der Verweis (14.1.2:) verweist also auf Tabelle 14, Beleg Nr.1, Unterobjekt 2:.

Die Tabellen sind in Band II zusammengefaßt und fortlaufend numeriert. Tabellen 2 und 3, sowie 12 bis 16 geben die Zusammenstellung der wichtigsten Statuenfunde in den Residenznekropolen im AR. Tabelle 17 listet die Befunde von Felsstatuen und einigen Sondertypen unabhängig von den im selben Zusammenhang gefundenen Einzelstatuen auf. Die Belege der Tabellen 2 und 3 werden vor allem in Teil I der Arbeit diskutiert. Die Belege der Tabellen 12 bis 16 sowie der Tabelle 17 stellen die Grundlage der Diskussion in Teil III dar. Die Einzelobjekte sind in diesen Ensembletabellen jeweils zu Belegkonvoluten mit gemeinsamen Fundzusammenhang zusammengefaßt.

In den Tabellen 4 bis 11 sind die Einzelbelege bestimmter Statuentypen aus den genannten Ensembletabellen zusammengestellt und um weitere Belege mit unklarem Fundzusammenhang ergänzt worden. Dabei sind also Überschneidungen der Belegnummern die Regel, auf die in der Kommentarspalte verwiesen wird. Die sich so ergebende mehrfache Verschlüsselung ein und desselben Beleges wurde im Interesse der leichten Benutzbarkeit jeder einzelnen Belegtabelle in Kauf genommen. Die Belege der Statuentypen stellen die Grundlage der Diskussion in Teil II dar.

Tabelle 18 stellt Belege von Flachbilddarstellungen des Bestattungsrituals zusammen, die in Kapitel 21 diskutiert werden. Der Aufbau dieser Tabelle orientiert sich an dem der Tabellen mit Statuenbelegen. Tabelle 1 gibt eine chronologische Übersicht der Dynastien und Pharaonen im besprochenen Zeitraum, der eine ungefähre Zuordnung der Perioden funerärer Praxis gegenübergestellt ist.


Fußnoten:

<1>

Beleglisten für frühformale nichtkönigliche Statuen: Eaton-Krauss 1998; für Ersatzköpfe: Tefnin 1991; für Schreiberfiguren: Scott 1989; für Pseudo-Gruppen: Eaton-Krauss 1995; für Dienerfiguren: Breasted 1948; für Flachbilddarstellungen von Statuen Eaton-Krauss 1984; für Flachbilddarstellungen des Bestattungsrituals Bolshakov 1991 und siehe die Verweise in den jeweiligen Kapiteln.

<2>

Es werden folgende Umschriften für Sonderzeichen verwendet: A für (A), a für (a), X für (X), x für (x), H für (H), S für (S), T für (T), D für (D). Die übrigen kleinen Buchstaben entsprechen den Zeichen der geläufigen Umschrift.


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Wed May 2 14:17:41 2001