Fitzenreiter, Martin: Statue und Kult Eine Studie der funerären Praxis an nichtköniglichen Grabanlagen der Residenz im Alten Reich

Kapitel 21. Das Bestattungsritual an der Statue und der Leiche<915>

(Tab. 18)

21.1 Einleitung

1. Im Mittelpunkt der Betrachtung der Flachbilddekoration stand im vorangegangenen Kapitel der funeräre Kult, der mehr oder weniger regelmäßig in oder bei der Grabanlage oder unter Einbeziehung von Objekten aus der Grabanlage (Statuen, Ritualausrüstung) stattfand. Im folgenden Kapitel soll es um solche Belege gehen, die das einmalige Ritual beschreiben, das der Überleitung des Verstorbenen in den Status des Toten dient. Dieses Ritual ist die Voraussetzung für die Installation des funerären Kultes in einer Grabanlage. Mit ihm verbunden ist gewöhnlich die Entfernen der Leiche aus der Lebenssphäre der Hinterbliebenen und ihrer Überführung an einen Ort, an dem sie endgültig ruhen soll. Die dabei ausgeführten Handlungen werden als Bestattung bezeichnet, ein Begriff, der nicht nur den technischen Prozeß des Aufhebens, Transportierens und erneuten Ablegens der Leiche beschreibt, sondern alle damit verbundenen Handlungen, den Toten als biologisch-reale und sozial-ideelle Entität zu entfernen und gegebenenfalls zu reintegrieren.


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2. Der Tod hat einen individuellen Aspekt, der den Verstorbenen selbst betrifft. Die Bestattung als praktische Handlung bezieht sich vor allem auf dessen Körper, auf die Leiche. In ihr liegt, wie zu Lebzeiten, die Manifestation des Verstorbenen vor, mit der man sich auseinanderzusetzen, sich von ihr zu lösen und sie in eine neue Seinsform zu überführen hat. Die Behandlung der Leiche steht im Mittelpunkt der praktischen Handlungen einer Bestattung; sie ist es, die gereinigt und in einen neuen Zustand überführt wird. Von der Leiche als einem sich in ständiger Veränderung befindenden Objekt gehen Gefahren aus und sie ist selbst im Prozeß der Überleitung gefährdet. Das Ziel eines entwickelten Bestattungsrituals muß es daher sein, diesen Gefahren sowohl auf praktischer, als auch auf magisch-ritueller Weise zu begegnen, um eine für alle Seiten - den Toten wie die Lebenden - befriedigenden Verlauf der Überleitung zu gewährleisten. Am Ende dieser Behandlung ist die Manifestation des Verstorbenen endgültig von der Leiche gelöst und in andere Seinsformen überführt, oder - als eine spezifische Konzeptualisierung des Toten im pharaonischen Ägypten - dauerhaft mit der konservierten Leiche verbunden<916>.

3. Der Tod hat zudem einen kollektiven Aspekt. Durch den Tod eines Individuums wird auch das soziale Gefüge einer Gesellschaft empfindlich gestört und muß neu definiert und konstituiert werden. Alle Bindungen, die zwischen dem Toten und den anderen Mitgliedern der Gesellschaft bestanden, müssen gelöst und in neue Formen von Bindungen gewandelt werden. Die Rollen, die der Tote aufgrund seiner Position (Status) innerhalb der Gesellschaft spielte, sind neu zu besetzen, wozu ein oder mehrere Nachfolger benannt werden müssen. Schließlich muß der Tote in einem neuen Status, als ein Ahn, wieder in die Gemeinschaft der Hinterbliebenen integriert werden<917>.

21.2 Die Darstellung im Grab des dbH.n (Periode IV.a)

1. Der bisher früheste Beleg der Flachbilddarstellung von Handlungen, die man in den Zusammenhang der Bestattung setzen kann, befindet sich im Felsgrab des dbH.n an der Westkante des Central Field (18.1). Ein Text an der Ostwand von Raum I nennt den Namen des Mykerinos im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Grabes, so daß die Datierung der Bauzeit der Anlage etwa in die Herrschaft des Mykerinos gesichert ist. Die Darstellung ist in dem nördlich gelegenen Raum II (second room) der Kapellenanlage an der Südwand angebracht. Der Raum selbst steht mit der Nord-Kultstelle in Beziehung, in ihm befindet sich ein Zugang zur Sargkammer<918>. An der Westwand von Raum II befindet sich eine Prunkscheintür, von der


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Dekoration der übrigen Wände haben sich nur Fragmente erhalten<919>.

2. Die bekannte und häufig besprochene Darstellung<920> zeigt mehrere Szenen, die einem gemeinsamen Handlungszusammenhang anzugehören scheinen. Es ist bisher keine Parallele der Gesamtkomposition aus dem memphitischen Raum bekannt; einzelne Elemente der Darstellung sind aber belegt (Statuentransport, Opferliste, opfernde Priester, Schlachtung, Opfergabenbringer). Die Darstellung besteht aus drei übereinander angeordneten Szenenkomplexen, die je aus zwei oder mehreren Bildstreifen bestehen.

Der im oberen Teil nur fragmentarisch erhaltene Szenenkomplex zeigt den Transport von Statuen. Hier bietet sich eine Lesung von unten nach oben an, da erst der obere Bildstreifen die zu erwartende Transportrichtung "nach Westen" abbildet. Die Inschrift gibt an, das etwas - sehr wahrscheinlich die abgebildeten Statuen - für den Grabherrn in der wab.t hergestellt wurde. Ob es sich um eine oder mehrere Statuen handelt, ist nicht sicher festzustellen, die Parallelen sprechen eher für mehrere Statuen<921>.

Der zweite Szenenkomplex im mittleren Teil der Darstellung zeigt Opferhandlungen vor einer Statue, die in einem geöffneten Schrein auf einem Podest steht, der über eine Rampe von sieben Opferbringern erklommen wird. Darüber sind fünf Priester beim Ritualvollzug und etliche Opfergaben abgebildet. Allgemein wird der Podest als Mastaba gedeutet, wofür die Darstellung einer Scheintür und archäologische Belege für Rampen an Mastabas sprechen<922>. Problematisch bleibt, daß das Grab des dbH.n ein Felsgrab ist und entsprechend nicht in dieser Weise funktioniert haben kann. Zwischen den Männern auf der Rampe und den Priestern im oberen Bildstreifen sind drei Rinder abgebildet. Ihre Bedeutung ist unklar - sind es die Rinder, die man in späteren Beispielen zum Ziehen des Schlittens zum Grab verwendet, oder stehen sie mit den gebundenen Rindern im sehr viel jüngeren Grab des qAr (18.12) in Beziehung?

Links neben den Bildern der handelnden Priester und Opferbringer ist eine große Ritualopferliste angebracht. Nach W. Barta handelt es sich um den frühesten Beleg des Listentyps A, der im folgenden zum Standard wird<923>. Links von der Opferliste sind zwei Priester dargestellt, die jene Handlungen wiederholen, die auch vor der Statue stattfinden. Es handelt sich bei der Liste wohl um die ausführliche Beischrift zu dem Opfer vor der Statue. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Spezifizierung beim wdn jx.t, nämlich, daß es sich bei den dargereichten Gaben um die eines pXr-Opfers handelt. Das pXr-Opfer tritt unter den acht letzten Angaben der


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kanonischen Ritualopferliste auf und scheint einen bestimmten Opferzusammenhang bzw. eine spezifische Opferart zu bezeichnen<924>. Daß die Handlung so spezifiziert wird, ist ein Indiz, daß das abgebildete Ritual nicht dem "normalen" Speiseopfer der Speisetisch-Ikone mit der Opferliste gleichzusetzen ist.

Auffällig sind auch die Schreibvarianten der zweiten Beischrift: Im Opfer vor der Statue wird ein snm.t Ax jn wt, eine "Speisung des Ax durch den wt" durchgeführt, bei der Ritualopferliste ist die Zeremonie als sAx.t jn wt, "Wirksam-machen / Verklären durch den wt" bezeichnet. Bei der Beschriftung vor der Statue liegt eine Zeichenumstellung des "t" vor<925>.

Die unteren beiden Bildstreifen zeigen Handlungen und Gegenstände, die sehr wahrscheinlich in Verbindung mit dem Opfer vor der Statue darüber stehen. Besonders der enge Zusammenhang zwischen den Opfergaben an der Scheintür der Mastaba und den Gaben zwischen und unter den tanzenden und klatschenden Frauen spricht dafür. Abgebildet sind, unten beginnend, das Heranbringen von Tieren und ein Inventar besonderer Zeremonialgegenstände (Papyrusstengel, Ständer auf Schlitten, Gefäße); darüber die Schlachtung von Rindern<926>, zwei Aufbauten mit Opfern, sowie die Durchführung einer Zeremonie mit Tanz und Gesang.

3. Die Darstellung wird üblicherweise als Darstellung des Begräbnisses gedeutet. J. Settgast nimmt an, daß aus Scheu, den Toten abzubilden, eventuell die Statue an die Stelle des Sarges mit der Leiche getreten sei<927>. Bereits Anwar Shoukry ging aber davon aus, daß es sich um ein reines Statuenritual handelt, das im Zusammenhang mit der Bestattung stattfinde, möglicherweise die Einbringung der Serdab-Statue von oben in den Serdab<928>. A. O. Bolshakov hat außerdem festgestellt, daß die Erklärung der Statue als Symbol der Leiche der in anderen Belegen gegebenen Möglichkeit widerspricht, einen geschlossenen Sarg darzustellen, und ebenfalls die Darstellung so gedeutet, daß in ihr die Bestattung bzw. dauerhafte Einbringung einer Statue in die Grabanlage parallel zur Bestattung der Leiche zu sehen sei<929>. Ein Problem stellt bei den vorliegenden Deutungen dar, daß ein Einbringen der Leiche in den Grabschacht oder einer Statue in den Serdab "von oben" beim Felsgrab des dbH.n technisch nicht möglich ist.

4. Dafür, daß die Darstellungen ohne Sarg oder Leiche überhaupt als Bilder von Zeremonien zu deuten sind, die im Zusammenhang mit der Bestattung stattfindenenden, sprechen:

5. Faßt man zusammen, so ergibt sich für die Darstellung im Raum II des Grabes des dbH.n folgendes: Die Darstellung zeigt Handlungen an Statuen: im oberen Teil deren Transport; im mittleren Teil ein Opferritual vor einer Statue, die in einem geöffneten Schrein auf einem Podest steht. Die beigefügte Ritualopferliste hält die Bestandteile des Opfers fest. Die Gaben werden inschriftlich als Bestandteile des pXr-Opfers spezifiziert, was auch durch den besonderen Opferaufbau unten unterstrichen wird. Die Vorbereitung und Durchführung des Opfers ist ganz unten dargestellt. Die geschlachteten Rinder sollen als ein Htp-dj-nswt für ein sehr großes qrs.t dienen; SnD.t-Frauen führen im Rahmen des Opfers einen speziellen, im Rahmen des Bestattungsrituals üblichen Tanz auf.

21.3 Prozessionen der Statue (Periode IV.b)

1. Die doppelte Darstellung einer umfangreichen Zeremonie an einer in einem Schrein verschlossenen Statue befindet sich im Grab des n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp (18.2) im Bereich der später beim Bau des Unas-Aufweges eingeebneten Gräber von dependent specialists aus der Mitte der 5. Dynastie. Die Darstellungen befinden sich an den Seitenwänden des Portikus zum Eingangsbau. Sie bestehen aus fünf übereinander angeordneten Szenen. Die Bewegungsrichtung ist jeweils nach Süden, in den Eingangsbau hinein gerichtet, nur in der Abschlußszene wendet sich die Statue aus der Kapelle heraus. Die Lesung beginnt bei der untersten Szene.

2. Die erste Szene zeigt einen geschlossenen Schrein in einem Boot, der von Booten geschleppt und - wahrscheinlich anschließend - von Männern getreidelt wird<932>. Dr.t-Frauen und wt-Priester begleiten den Schrein; die Szene wird als "Übersetzen auf dem Teich / des auf dem Teich befindlichen aus dem pr-nfr in Frieden, in Frieden zu seinem Grab der Nekropole" bezeichnet.

Darüber ist die Fahrt des Schreins auf dem wr.t-Kanal in einem Gelände mit von Xkr-Friesen bekrönten Schreinen und zwei Dreieckstandarten gezeigt. Darüber ist eine Schlachtungszene


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abgebildet. Die Fleischopfer werden als aus dem pr-D.t für das qrs.t kommend bezeichnet.

Ein letzter Transport des Schreins findet auf einem Schlitten, von Männern und einem Rindergespann gezogen, statt. Die Szene besitzt keine erläuternde Beischrift. Darüber ist eine Reihe von Scheintüren abgebildet, im Zentrum eine Prunkscheintür.

Abgeschlossen wird die Szenenfolge durch ein Bild, das ein Opfer vor dem nun geöffneten Statuenschrein zeigt. Die Szene ist als aHa tp jz - "Stehen auf dem Dach der Grabanlage" bezeichnet; die Opferzeremonien bestehen aus dem Darreichen (wAH) des pr.t-xrw und der Hnk-Gabe. Auch das Hnk(.t)-Opfer gehört, wie das pXr-Opfer, zu den besonderen Opfertypen am Ende der Opferliste<933>. In dieser Szene steht der Schrein so, daß die Statue nach Norden, aus dem Grab heraus blickt.

3. Wesentliche Teile der Darstellung bei n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp entsprechen der im Grab des dbH.n:

4. Der Unterschied der beiden Darstellungen liegt vor allem darin, daß bei n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp der Transport zum eigentlichen Gegenstand der Abbildung geworden ist. Bei dbH.n stehen die Opferhandlungen im Zuge des qrs.t-Rituals im Mittelpunkt; der Statuentransport steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Opfer und eine Bootsprozession und eine Handlung auf dem wr.t-Kanal sind dort nicht abgebildet. Diese beiden Bootsszenen, wohl ein besonderer Ritualabschnitt, sind bei n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp zum ersten mal belegt und treten im folgenden regelmäßig auf.

5. In recht enger Verbindung mit den Darstellungen bei n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp ist die Darstellung an der nördlichen Korridorwand der Kapelle des Htp-Hr-Ax.t (18.3) zu sehen. Sie besteht nur aus zwei Szenen, wobei hier die Lesung von oben nach unten naheliegt. Im oberen Bildstreifen ist ein geschlossener Schrein in einem Boot gezeigt. Zwei Männer, einer davon ein Xrj-Hb, und eine Frau (?) sitzen am Bug, ein Steuermann steht am Heck, in dem noch ein Mann und eine Dr.t-Frau sitzen. Das Boot wird von einem Schleppboot gezogen und von vier Männern getreidelt. Die Szene ist als "Rudern des Bootes. Leiten des Rituals durch den Xrj-Hb" bezeichnet. Der untere Bildstreifen zeigt einen geöffneten Schrein mit einer Statue auf einem Schlitten. Ein


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Priester räuchert unter Anleitung des Xrj-Hb vor dem Schrein, der Schlitten wird von einem Rindergespann gezogen. Vor dem Gespann steht eine klatschende und drei tanzende Frauen. Darüber sind Opfergaben gezeigt.

6. Die beiden Bilder fassen je zwei Szenen der beiden wesentlichen Ritualabschnitte zusammen: Über der Prozession auf dem Wasser wird erwähnt, daß der Xrj-Hb ein "Fest"/ Ritual durchführt. Diese ausführliche Beschriftung soll wahrscheinlich auf weitere Zeremonien am wr.t-Kanal verweisen, die nicht abgebildet wurden<935>. Ebenso kann man die Darstellung von Schlittenzug mit Tanz, Opfergaben und Handlung vor geöffnetem Schrein als Kombination der letzten Zeremonien des qrs.t deuten: Zug zur Grabanlage, Tanz und Opfer, abschließend Handlungen vor dem nun geöffneten Schrein. So ist auch erklärlich, warum in diesem Beleg der Schrein beim Transport (scheinbar) geöffnet ist.

7. Auf der gegenüberliegenden Korridorwand ist in zwei Parallelszenen der Transport einer Stand- und einer Sitzfigur dargestellt<936>. Dieser Statuentransport auf Schlitten korrespondiert mit dem oberen Teil der Darstellung bei dbH.n (18.1.1:) und einer anschließenden Darstellung bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp; in letzterem ist der Statuentransport an den Seitenwänden des auf den Portikus folgenden Durchganges abgebildet<937>.

Bei Htp-Hr-Ax.t wird also am Zugang abgebildet, wie eine Grundausstattung an Statuen in das Grab überführt wird: eine Standfigur und eine Sitzfigur an der Südseite; eine Schreinfigur an der Nordseite<938>. Die Überführung der beiden einfachen Statuen ist nur von einigen wenigen Zeremonien begleitet, die Überführung der Schreinfigur aber findet in einem rituellen Rahmen statt, der Bezüge zur Bestattung aufweist. Ähnlich ist die Komposition bei n-anx-Xnmw und Xnmw-Htp: je zweimal das Prozessionsritual an der Schreinfigur an den Seitenwänden des Portikus und je zweimal die Überführung weiterer Statuen an den Seitenwänden des Durchganges.

8. In allen drei bis hier besprochenen Belegen ergeben sich eine Reihe von Überschneidungen, so daß angenommen werden kann, daß es sich um dasselbe Ritual handelt. Von großer Bedeutung ist dabei die Kennzeichnung des Ortes, an dem dieses Ritual durchgeführt bzw. abgeschlossen wurde. Bei dbH.n befindet sich die Darstellung an der Südwand eines Raumes mit einer Prunkscheintür; der Raum selbst ist dem Bereich der „äußeren“ Kultanlage zuzuordnen. Die Darstellung der Prunkscheintüren im obersten Bildstreifen auch bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp ist ein


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weiteres Indiz für die Verbindung von Nord-Kultstelle und Platz des aHa m tp jz. Diese Zeremonie hat nichts mit dem Einbringen der Leiche zu tun, sondern stellt das feierliche Öffnen des bisher geschlossenen Statuenschreines dar. Daraus ergibt sich, daß auch bei dbH.n nicht das Einbringen einer Statue in einen Serdab o.ä. dargestellt ist, sondern die temporäre Aufstellung der Statue in einem Schrein (der im Zusammenhang mit einem Serdab keine Rolle spielen kann) auf einem erhöhten Podest. Damit entfällt der Widerspruch, daß das Felsgrab des dbH.n keine Mastaba ist und daher ein Einbringen der Leiche oder Statue "von oben" in einen Grabschacht oder Serdab technisch gar nicht möglich ist; ein Aufstellen einer Statue oberhalb der Anlage ist durchaus möglich<939>. Schwerpunkt der Darstellung ist die Opferhandlung im Bereich der Nord-Kultstelle, der der Antransport der Statue(n) nur zugeordnet ist.

Bei den beiden Gräbern der Periode IV.b in Saqqara sind die Darstellungen im Eingangsbereich angebracht. Hier ist die bildliche Darstellung deutlich zum Motiv des "Transports", der Bewegung der Statuen in die funeräre Anlage verschoben. Damit wird auch der liminale Charakter des Moments des "Überganges", der ja gerade dem Bestattungsritual eigen ist, unterstrichen. Die Opferhandlung ist als abschließende Zeremonie diesem feierlichen Transport angeschlossen.

9. Auf dem Block aus dem Grab des DADA-m-anx (18.4) aus Abusir ist das von dem Rindergespann geschleppte Objekt nicht erhalten, es könnte sich aber ebenfalls um einen Schrein handeln. Chronologisch gehört der Block zur hier besprochenen Gruppe.

21.4 Die "Saisfahrt" der Periode IV.c

1. Vier Belege (und ein Fragment) aus der späten 5. Dynastie entwickeln die bisher besprochene Szenenfolge weiter. Die drei Hauptbelege - aus dem Grab des ptH-Htp, der jdw.t und des nb.kA.w-Hr - stammen aus großen mehrräumigen Grabanlagen im Umfeld der Unas-Pyramide. Die hier interessierende Darstellung nimmt jeweils einen großen Teil der Wandfläche eines Hofes bzw. einer Pfeilerhalle ein. Dieser Hof bzw. Halle gehört zum "äußeren" Kultbereich, bei jdw.t und nb-kA.w-Hr führt von hier eine Rampe zum Dach der Mastaba.

2. Bei ptH-Htp (18.5) ist im unteren Abschnitt die Prozession des Bootes mit hier offensichtlich zwei mit Xkr-Friesen bekrönten Statuenschreinen gezeigt, wiederum geschleppt und getreidelt. Die Schreine sind unterschiedlich dimensioniert; möglicherweise sollen sie eine Sitz- und eine


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Standfigur enthalten<940>. Auch hier sind Ausgangspunkt und Ziel der Prozession genannt: "Das Bringen aus dem Haus der Weberinnen zum (schönen?) Westen beim großen Gott." Im Bildstreifen darüber ist dieser Abschnitt fortgesetzt, nun mit der Nennung des Osiris in Parallele zum "großen Gott" der unteren Prozession. Ein Mann in einem kleinen Boot führt einen Stierschenkel mit. Rechts daneben befindet sich eine Darstellung des Treidelns nur eines Schreines auf dem wr.t-Kanal inmitten einer Gruppe von verschiedenartigen Kapellen und Schreinen. Die Prozessionen bewegen sich in beiden Abschnitten nach Norden, aus der Grabanlage hinaus. Im obersten Abschnitt ist der Schleppzug abgebildet, diesmal nach Süden, in die Grabanlage hinein gerichtet. Ein Gestell wird von Rindern gezogen, sehr wahrscheinlich stellt es den Sarg auf einem Schlitten dar, keinesfalls die beiden unten auftretenden Schreine. Der Zug wird von tanzenden und klatschenden SnD.t-Frauen und einigen Männern angeführt. Im obersten, nur teilweise erhaltenen Bildstreifen sind Opfergaben, darunter der Kopf eines Rindes das geschlachtet wird, und wahrscheinlich Sitzfiguren zu erkennen, die von "außen" in die Anlage blicken.

3. Im Pfeilersaal der Anlage des nb-kA.w-Hr haben sich leider nur Fragmente der Darstellung erhalten (18.6). Bemerkenswert ist, daß die Bilder östlich einer großen Fest-Ikone liegen, mit Musik und Tanz. Vom hier interessierenden Ritual ist nur der Teil erhalten, der die Fahrt des Bootes - mit dem Sarg, und nicht mit einem Statuenschrein beladen - über den wr.t-Kanal im Bereich eines mit Kapellen und Standarten ausgestatteten Kultbereiches zeigt. Der Bereich ist hier als zAw /"Sais" bezeichnet. Im Bildstreifen darüber ist die Zeremonie des Tanzes der mw zu sehen, die von einem Xrj-Hb-Priester angeleitet wird. Schlachtungsszenen scheinen zu dieser Darstellung zu gehören, wahrscheinlich auch ein Fragment, das das Bringen der Ritualausrüstung ins Grab zeigt. Da keine weiteren Wandteile erhalten sind, kann nicht gesagt werden, ob auch Zeremonien an Statuenschreinen abgebildet waren.

4. Im Grab der jdw.t ist die Darstellung stark zerstört (18.7). Nur für den obersten Bildstreifen mit dem Schlittenzug ist gesichert, daß der Sarg gezogen wird, das Objekt der anderen beiden Szenen ist nicht erhalten. Erkennbar ist die Szene des Schleppens und Treidelns des Bootes. Die ausgehackte Inschrift erwähnt das qrs m jmn.t /"Bestatten im Westen" und den Namen des Gottes Osiris. Darüber befinden sich einige Bilder des Geschehens am Kultort: Das Ziehen eines Gegenstandes, wohl des Schiffes auf dem wr.t-Kanal, die mw-Tänzer, angeleitet vom Xrj-Hb und die Schreine. Im obersten Bildstreifen ist der Sargschlittenzug abgebildet, mit dem bisher frühesten Beleg eines tkn-Bündels in diesem Zug. Die Ausrichtung nach Süden, aus der Grabanlage hinaus (oder zur Treppe zum Dach?), ist bemerkenswert. Über dem Zug sind Opfergaben, darunter wieder Sitzfiguren (?), dargestellt. In einer den Belegen bei n-anx-Xnmw und xnmw-Htp sowie Htp-Hr-Ax.t


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vergleichbaren Szene werden in den Laibungen der Tür zum Hof Szenen des Statuentransports gezeigt<941>.

5. Auch das nicht sicher datierte Grab des snfrw-jnj-jS.t=f in Dahschur zeigt Szenen des Rituals (18.8). Im unteren Bildstreifen sind die Fahrt auf dem wr.t-Kanal und Zeremonien am Kultort dargestellt, als Durchführung des mw-Rituals bezeichnet (die mw-Tänzer sind nicht abgebildet). Die Fahrt auf dem Kanal wird mit dem Sarg unternommen. Im Bildstreifen darüber ist die Wasserprozession gezeigt, diesmal mit einem Statuenschrein. Wie bei (18.5.2:) hantiert ein einzelner Mann in einem Boot mit einem Rinderschenkel. Ganz oben ist der Schlittenzug mit einem Sarg abgebildet.

6. Ein Fragment aus dem Grabkomplex ptH-Htp / Ax.t-Htp westlich der Stufenpyramide zeigt Szenen des mw-Rituals, mit der Benennung des Kultortes als zAw /"Sais", darüber den Schlittenzug (18.9). Das behandelte Objekt ist nicht erhalten<942>.

7. Die wesentlichen Zeremonien, die in dieser Gruppe von Belegen abgebildet werden, sind schon in den Darstellungen an den Zugangswänden bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp (18.2) und Htp-Hr-Ax.t (18.3) zu finden: Prozession auf dem Wasser (Schleppen und Treideln), Fahrt auf dem wr.t-Kanal im Bereich einer mit Kapellen ausgestatteten Kultanlage (n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp) und Durchführung eines Rituals durch den Xrj-Hb (Htp-Hr-Ax.t), Schlittenzug mit dem Ochsengespann. Nur das Auftreten der mw und die Benennung des Platzes als zAw /"Sais" waren bisher nicht belegt. Neu sind Details der Handlungen: der Mann im Boot mit dem Stierschenkel bei der Wasserprozession (18.5; 18.8)<943> und der tkn im Schlittenzug (18.7).

Ein entscheidender Unterschied ist vor allem in den Objekten zu erkennen, an denen das Ritual vollzogen wird: War in der ersten Beleggruppe immer eine Statue in einem Schrein behandelt worden, tritt jetzt auch der Sarg an deren Stelle auf: bei ptH-Htp nur im Schlittenzug, bei nb-kA.w-Hr und snfrw-jnj-jS.t=f auf dem wr.t-Kanal. Bei der Prozession auf dem Wasser ist in den vorliegenden Belegen immer ein Statuenschrein gezeigt. Die Beischriften bei ptH-Htp und jdw.t zeigen, daß der "Westen" Ziel der Prozession auf dem Wasser ist und daß auch diese Handlung mit dem qrs.t-Ritual, also der Bestattung, zu tun hat. In beiden Fällen wird auch der Gott Osiris genannt.

8. Während in den frühen Belegen Handlungen im Zusammenhang mit dem qrs.t-Ritual gezeigt wurden, die an einer bestimmten Statue durchgeführt werden, tritt in den späteren Belegen der


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Sarg selbst hinzu. Dafür entfällt die Szene des Opfers vor der auf dem Dach stehenden Statue. Die Belege zeigen zum ersten Mal die Bestattung "im engeren Sinne", d.h. die Beisetzung der Leiche selbst, wobei die abgebildeten Szenen ihre Vorlage aber in den Bildern des älteren Statuenrituals haben.

21.5 Der Leichenzug in der 6. Dynastie (Periode V.a )

1. Insgesamt vier Belege aus dem memphitischen Raum, die noch durch drei weitere Belege aus Oberägypten mit ähnlicher Szenenfolge erweitert werden, stellen Handlungen dar, die in direktem Zusammenhang mit der Bestattung der Leiche stehen und in den bisher aufgeführten Belegen nur teilweise Parallelen finden. Zwei Belege - mrr.w-kA und anx-ma-Hr - stammen vom Friedhof der Teti-Pyramide; die anderen beiden Belege aus den Gräbern des qAr und jdw am Nordrand von Friedhof G 7000 in Giza. Die Darstellungen sind in drei Fällen an den Wänden eines Hofes bzw. einer Halle angebracht, bei jdw befindet sich die Darstellung an der inneren Nordwand der Felskapelle, am Durchgang zum Hof. In allen vier Fällen gibt es Treppen: bei anx-ma-Hr eine Treppe zum Mastabadach, bei mrr.w-kA die Stufen zur Schreinfigur des Grabherrn, bei qAr und jdw eine Treppe vom vertieft liegenden Hof zum Niveau der Umgebung. Der Anbringungsort legt nahe, daß diese Bilder die der oben besprochenen Gruppe ersetzen. Es wurden in den genannten Gräbern auch keine Hinweise auf Szenen gefunden, die eine Anbringung von Darstellungen der früheren Gruppe an anderen Wänden belegen.

2. Die Bilder im Grab des mrr.w-kA (18.10) und des benachbarten Grab des anx-ma-Hr (18.11) nutzen offensichtlich dieselbe Vorlage. Bei mrr.w-kA sind alle Szenen hintereinander in einem Bildstreifen angebracht, bei anx-ma-Hr waren sie übereinander angeordnet, von unten beginnend. Dort haben sich nur Teile der Darstellung erhalten. Die abgebildeten Handlungen beginnen an der Wohnstätte des Grabherrn, wo sein Gesinde ein exzessives Trauerverhalten praktiziert. Von hier weg bewegt sich eine Sargprozession, begleitet von zwei Dr.t-Frauen, dem Xrj-Hb-Priester, einem wt jnpw /"wt-Priester des Anubis" und einem mr wt (Beschriftung nur bei anx-ma-Hr erhalten). Bei mrr.w-kA folgt eine Szene, in der ein Boot, mit Priestern und Dr.t-Frau(en) besetzt und den Sarg transportierend<944>, von drei Schleppbooten auf dem Wasser gezogen wird. Es folgt eine Anlage, die in den Belegen (18.12) und (18.13) als jbw bezeichnet ist. Diese Anlage liegt am Wasser, in ihr sind Geräte abgebildet, die für "die Kunst des Xrj-Hb" benötigt werden. Es folgt eine erneute Sargprozession, die an einem Gebäude endet, an dem Frauen tanzen und klatschen, eine Frau - wohl aus dem SnD.t-Haus - mit Opfer hantiert und ein Xrj-Hb-Priester bereitsteht.


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3. Die Szenenfolge bei qAr und jdw ist grundsätzlich dieselbe. Bei qAr (18.12) wird der Zug mit dem Sarg je am Anfang und am Ende von einem Xrj-Hb, einem wt und einer Dr.t eskortiert und begibt sich laut Beischrift zur jbw "zur Reinigung". Die jbw-Anlage besitzt zwei als wA.t bezeichnete Zugänge bzw. Aufwege. Ihr oberer Teil und ein Mittelgang (?) sind als aus Flechtwerk bestehend dargestellt. Im unteren Teil der jbw ist ein Wasserlauf angedeutet. Zu jeder Seite des Mittelgangs (?) befindet sich ein Raum, im linken sind die Gerätschaften für "die Kunst des Xrj-Hb" in zwei Kästen abgestellt, im rechten sind Speiseopfer für eine DA.t-r genannte Zeremonie vorhanden. Diese Zeremonie wird in der folgenden Szene dargestellt: Unter sAx.t -Sprüchen, die der Xrj-Hb verliest, beugen sich ein wt und eine Dr.t nach vorn über einen kleinen Tisch mit Speiseopfern, wobei sie "Worte sprechen", also wohl eine Rezitation durchführen<945>. Dahinter sind zwei gebundene Rinder gezeigt, die offensichtlich lebendig sind. Je eines der Vorderbeine der Rinder ist nicht gefesselt<946>. Im unteren Bildstreifen wird wieder der Sarg getragen und dann von zwei Mannschaften über Wasser getreidelt. Die üblichen Personen, zwei Dr.t, der Xrj-Hb, der wt und hier noch ein mr wt, sitzen mit im Boot.

Einmalig ist die folgende Darstellung der wab.t mit ihrem Grundriß: Es handelt sich um eine mehrräumige Anlage, die über eine abschirmende Eingangssituation Zugang zu einem hofartigen Bereich besitzt. Im Hof befindet sich ein Gebäude, das wiederum aus einer abschirmenden Eingangsituation und einem großen Innenraum mit mittigem Eingang besteht. Im oberen Teil des Bezirks sind Opfergaben aufgehäuft. Zwei Personen halten je einen Krug; die im Hofbereich ist mit jw Xrj-Hb Hr pr "Es ist der Xrj-Hb auf (?) dem Haus<947>" bezeichnet, die zweite Person befindet sich in der Eingangsituation des inneren Gebäudes. Der innere Raum ist als Hr-jb.t nt wab.t aHa.w "Innenraum der wab.t der Versorgung" bezeichnet<948>. Vor der wab.t tanzen und klatschen SnD.t-Frauen und beugen sich zwei xnmsw /"Gefährten" des SnD.t-Hauses.

4. Bei jdw (18.13) wird der gesamte rechte Türpfosten durch Bilder des trauernden Gesindes eingenommen. Ganz unten ist das Haus des Grabherrn dargestellt. Auf dem linken Pfosten ist, offensichtlich von unten beginnend, zuerst der Auszug des Sarges abgebildet. Es folgt die Fahrt eines Statuenschreins in einem Boot, begleitet von zwei Dr.t und einem wt zum tp jbw, wohl der Anlegestelle der jbw-Anlage. Anschließend ist die jbw selbst mit den beiden Zugängen und dem


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Mittelgang zum Wasser sowie ihren Geräten und Opfergaben abgebildet. Es folgt ein Sargzug in umgekehrter Richtung, nach der Beischrift zur wab.t. Am Architrav ist der Sargschlittenzug abgebildet, der von einem Gebäude mit Veranda und einem Xkr-Fries ausgeht. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Gebäude um die sonst bei jdw nicht gezeigte wab.t.

5. Die in dieser Gruppe von Darstellungen abgebildeten Zeremonien sind als Handlungen eines Rituals identifiziert, das in der 6. Dynastie die Überleitung eines Verstorbenen in seine nachtodliche Existenzform sicherte. Ein Sarg mit der Leiche wird von Männern unter Begleitung von Spezialisten - Xrj-Hb, wt und zwei Dr.t-Frauen - aus dem Haus geholt, in dem geklagt wird. Man bringt den Sarg zur jbw, wo vom Xrj-Hb entsprechend seiner "Kunst" Handlungen durchgeführt wurden. Auch wt und Dr.t treten bei qAr in diesem Zusammenhang auf, und zwar bei der Zeremonie des DA.t-r, für die es keine schlüssige Erklärung gibt<949>. Es folgt ein erneuter Transport des Sarges, diesmal zur wab.t. Hier werden Tänze der SnD.t-Frauen aufgeführt. Nur bei jdw ist der wahrscheinlich abschließende Schlittenzug mit dem Sarg zur Nekropole gezeigt. An verschiedener Stelle ist jeweils eine Prozession zu Wasser eingefügt: bei mrr.w-kA und jdw auf dem Weg zur jbw, bei qAr vor Erreichen der wab.t. Auffällig ist außerdem, daß bei jdw in diesem Fall ein Statuenschrein unter einem Baldachin abgebildet ist. Es handelt sich hier um den einzigen Beleg eines Statuenschreins im Zusammenhang mit den Zeremonien der Bestattung in dieser Gruppe.

6. Die Bedeutung der einzelnen Stationen ist relativ gut erschlossen: Bei der jbw handelt es sich um einen am Wasser gelegenen Ort, der der Reinigung und Behandlung der Leiche sofort nach dem Ableben dient<950>. Die wab.t ist eine Werkstatt für Ritualobjekte, hier wird auch die Leiche weiter behandelt und bis zur endgültigen Bestattung aufbewahrt. Außerdem werden hier Teile der Ausrüstung für die Grabanlage hergestellt<951>. Von hier aus wird der Sarg dann zur Grabstelle transportiert. Alle Bewegungen der Leiche werden durch die Anwesenheit von Spezialisten abgesichert; an den verschiedenen Stationen finden bestimmte Zeremonien statt.

21.6 Synthese und Deutung

1. Obwohl in allen Belegen immer wieder gemeinsame Elemente auftreten - die beteiligten Spezialisten, eine Reihe von Zeremonien etc. -, so ist es äußerst problematisch, aus den vorliegenden Darstellungen ein einheitliches und in sich schlüssiges Ritual rekonstruieren zu wollen. Insbesondere, da das Objekt wechselt, an dem das Ritual vollzogen wird: In den frühen


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Belegen ist es eine Statue in einem Schrein, dann sind es wechselnd die Statue im Schrein und die Leiche im Sarg, zuletzt fast ausschließlich die Leiche im Sarg. Hatte man in früheren Interpretationen den Statuenschrein als Metapher für den eigentlich in diesen Zeremonien behandelten Leichnam und den Sarg sehen wollen, so hat zuletzt A.O. Bolshakov dieser Auffassung widersprochen. Besonders in den Gräbern, die einmal den Sarg und das anderemal den Statuenschrein in derselben Szenenfolge zeigen (18.5; 18.8; 18.13), ist eine Gleichsetzung von Statue im Schrein und Leiche im Sarg höchst unwahrscheinlich.

Ein einheitliches Ritual, das den Darstellungen von der späten 4. Dynastie bis zur 6. Dynastie jeweils zugrundeliegt, läßt sich anhand der Flachbilddarstellungen nicht rekonstruieren. Was sich aber beobachten läßt, sind Etappen einer schrittweisen Formung der bildlichen Wiedergabe eines Rituals, das in den Perioden funerärer Praxis, aus denen die Belege stammen, auch als praktische Handlung überhaupt erst entwickelt wurde. Es sollen zuerst die Gemeinsamkeiten der Belege besprochen werden, die auf einen strukturell gleichen bzw. sehr ähnlichen "Sinn" der abgebildeten Zeremonienfolgen schließen lassen. Anschließend werden die Unterschiede beschrieben, um den praktischen Rahmen der jeweiligen Darstellung zu bestimmen.

2. Allen Belegen gemeinsam ist, daß sie Handlungen beschreiben, bei denen der Grabherr nicht anwesend ist, wie sonst in so gut wie allen Ikonen der Grabdekoration. Keine der Darstellungen wird vor oder in Anwesenheit einer großen, magisch existenten Abbildung des Grabherrn vollzogen. Der Sonderfall bei nb-kAw-Hr (18.6), bei dem die Szenen der Bestattung mit einer Fest-Ikone vor teilnehmendem Grabherrn kombiniert sind, soll weiter unten diskutiert werden. Die bei qAr (18.12) über dem Bild des Transportes des Sarges zur jbw und wab.t angebrachte Speisetisch-Ikone ist nicht als Bestandteil der Handlungen zu interpretieren, was durch die nicht häufige Leserichtung des Bildes mit dem Sargtransport von oben nach unten noch unterstrichen wird, so daß der Zug nicht in Richtung Speisetisch-Ikone "weitergelesen" werden kann.

3. In allen Belegen der ersten und der zweiten Gruppe treten dieselben Ritualspezialisten auf; von ihnen sind die mw-Tänzer und die Frauen und Gefährten des SnD.t-Hauses nur in diesem Ritual belegt. Bei dbH.n (18.1) werden die Opferhandlungen (wdn jx.t pXr) und das "Speisen" und "Wirksam-machen" (snm.t Ax / sAx.t) von wt-Priestern geleitet. Bei Htp-Hr-Ax.t (18.3) ist der Priester mit der Schärpe, der schon bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp (18.2) das pr.t-xrw- und Hnk-Opfer des wt vor der Statue in der Abschlußszene anleitet, zum ersten Mal als Xrj-Hb bezeichnet. Der Xrj-Hb ist seitdem die Person, die die Zeremonien (sAx.t, sSm-Hb, Sd zS, sSm Hb mw) in jedem Fall anleitet<952>. wt-Priester halten sich von nun an immer in unmittelbarer Umgebung des Objektes - Schrein oder Sarg - auf. Es treten auch obere Chargen von wt (sHD oder mr) auf, sowie bei (18.11) die Bezeichnung wt jnpw.


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Der wt ist offensichtlich primär die Person, die zur direkten Manipulation am Toten und seinem Abbild befähigt ist. Die Anleitung durch den Xrj-Hb tritt im Zuge der "Verschriftlichung" des Ritualgeschehens hinzu, wodurch die Tätigkeit des wt allmählich auf Handlungen beschränkt wird, die im Rahmen der Überleitung des Toten an der Leiche und den Abbildern vollzogen werden. Damit nähert er sich seiner später belegten Rolle als "Balsamierer", ohne daß man ihn im AR schon darauf beschränken könnte.

Bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp (18.2) sind die beiden Dr.t Frauen zum ersten Mal als solche bezeichnet. Die Dr.t bfinden sich gewöhnlich vor und hinter dem Objekt der Handlung. Zwei Dr.t, wenigstens ein wt und ein Xrj-Hb begleiten das Objekt bei der Prozession zu Wasser und zu Land. Einmal sind ein wt und eine Dr.t bei der Zeremonie des DA.t-r gezeigt (18.12). Bei den Dr.t handelt es sich um spezialisierte Klagefrauen, deren Zweizahl bemerkenswert ist<953>.

Tanzende und klatschende Frauen, bei (18.1; 18.5; 18.12) um xnms.w /"Gefährten" mit Stäben erweitert, treten zu unterschiedlichen Gelegenheiten, aber immer nur einmal im Gesamtgeschehen auf: bei dbH.n (18.1) bei der großen Opferzeremonie, bei Htp-Hr-Ax.t (18.3) und ptH-Htp (18.5) beim Schlittenzug, bei mrr.w-kA (18.10) und qAr (18.12) vor der wab.t. Sie sind in (18.1; 18.5; 18.10; 18.12) inschriftlich mit der Institution SnD.t /"Akazien"-Haus verbunden<954>.

Auf die besondere Zeremonie im Kultbereich "Sais" ist das Auftreten der mw-Tänzer beschränkt<955>. Außerdem sind bei dbH.n (18.1) und n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp (18.2) Schlächter bei der Arbeit zu sehen. Hm.w-kA, die einfachen Totenpriester, treten nur bei (18.2) als die Mannschaften der Schleppboote, Treidler und Schlittenzieher auf.

4. Alle Belege zeigen feierliche Bewegung, Prozession, in den Beischriften als DA.t bezeichnet. Die Tätigkeiten, die die Bewegung veranlassen, werden teilweise benannt - Xn.t /"Rudern" (18.3), sDA.t /"Übersetzen" (18.5; 18.12; 18.13), jxp /"Ziehen"(18.2). Der Transport des Sarges durch Träger ist auch als Sms /"Geleit" bezeichnet (18.12; 18.13). Bei dbH.n aus Periode IV.a (18.1) ist die Szenen der Bewegung noch auf den Transport von Statuen beschränkt und die Opferszene steht im Mittelpunkt. Ab n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp in Periode IV.b (18.2) ist die Bewegung das eigentliche Thema der Darstellung, das Opfer tritt nun nur als Bestandteil der Handlung an den Stationen auf.

5. In Belegen (18.14:a; 18.2.3:) und eventuell auch (18.7.1:) wird das Wort qrs.t "Bestattung" genannt. Zeremonien der Prozession zu Wasser, am Kultort "Sais" und der Schlittenzug sind Teile eines ab dem MR in seiner Darstellung kanonisch gewordenen Bestattungsrituals, der von J.


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Settgast beschriebenen "frühen Gruppe"<956>. Seit Beleg (18.5) tritt der Sarg in einigen der Szenen in Erscheinung und verdrängt allmählich den Statuenschrein.

6. Die Deutung der besprochenen Belege als Zeremonien der Bestattung ist also recht sicher. Der Ausdruck qrs(.t), der in diesem Zusammenhang verwendet wird, ist mit dem Bild des Sarges determiniert und kann als Gesamtheit aller Handlungen - ein Ritual - verstanden werden, das den Toten aus der Gemeinschaft der Lebenden physisch entfernen und ihm zugleich einen neuen, dauerhaften Aufenthaltsort gibt ("Bestattung" oder "das Bestatten"). So tritt der Begriff auch in der Opferformel als "Bitte" auf<957>. Das Ereignis der Entfernung wird als Bewältigung eines Weges zeremoniell umgesetzt, wobei die praktische Notwendigkeit, den Toten vom Haus zum Grab zu bringen, und die sakramentale Ausdeutung dieses Weges und seiner Stationen als passage vom Leben zum Tod parallel gehen. Der Grabherr kann den Handlungen nicht in seiner Form als versorgter Toter beiwohnen, weil er das Objekt dieser Handlungen selbst ist, und zwar in einem unfertigen, transitionellen Zustand.

7. Verbinden die bis hier aufgezählten Phänomene die Belege untereinander, so gibt es aber auch gravierende Unterschiede. Nach den Arten der Bewegung, dem Ausgangspunkt, den Orten, die im Zuge der Bewegung besucht werden, und dem Ziel der Bewegung lassen sich die Belege in zwei große Gruppen teilen: Die erste Gruppe - Belege (18.2) bis (18.9), eventuell auch (18.1) - zeigt das Objekt

Als Ausgangspunkt von a) wird einmal das pr-nfr (18.2) und das pr-ab.t ("Haus der Weberinnen") (18.5) genannt; rechnet man dbH.n (18.1) mit zu dieser Gruppe, auch die wab.t. Das Ziel der Prozession auf dem Wasser ist "sein Grab der Nekropole" (18.2), der "schöne Westen beim großen Gott" (18.5) und eventuell "zum qrs.t im Westen" und "zu Osiris bei der westlichen Wüste" (18.7)<958>. Die Station b) ist ein Kultplatz mit dem wr.t-Kanal und den Standarten und Schreinen, bei (18.6) und (18.9) als zAw / "Sais" bezeichnet. Der Schlittenzug c) ist nur bei (18.1) als zur Grabanlage / jz gerichtet angegeben, bei (18.2) legt die folgende Szene mit den Scheintüren und der Zeremonie des Opfers vor der Statue "Stehen auf dem Dach der Grabanlage" denselben Zielpunkt nahe. Als Objekte sind die Statue und auch der Sarg belegt.

8. In der zweiten Gruppe - Belege (18.10) bis (18.13) - wird der größte Teil der Bewegung als das Tragen des Sarges dargestellt. Nur jeweils an einer Stelle ist eine Fahrt zu Wasser eingefügt. Ausgangspunkt der Bewegung ist das Haus des Grabherrn (18.10; 18.11; 18.13), von dort geht es


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zur jbw und weiter zur wab.t. Bei jdw (18.13) ist ein Schlittenzug hinzugefügt, der wahrscheinlich von der wab.t ausgeht und zur Nekropole führt.

9. Man hat versucht, die Szenen der ersten und der zweiten Gruppe so zu kombinieren, daß man die Handlungen der frühen ersten Gruppe als solche interpretiert, die auf die Handlungen der späten zweiten Gruppe folgen: Nach dem Ableben wird die Leiche zuerst zur jbw, und dann zur wab.t getragen, wobei an einer (oder mehreren) Stelle(n) ein Übersetzen über Wasser notwendig ist (= zweite Gruppe). Anschließend werden die Wasserprozession und die Zeremonien am Kultort "Sais" durchgeführt (= erste Gruppe). Zuletzt erfolgt der Schlittenzug zur Nekropole und ein abschließendes Opferritual am Grab (= erste Gruppe und 18.13)<959>.

Es stellt sich natürlich die Frage, warum in der ersten Gruppe (d.h. in Periode IV der funerären Praxis der Residenz) nur die Zeremonien des letzten Teils des Bestattungsrituals von Interesse für eine dauerhafte Affirmation im Grab waren, während es in der zweiten Gruppe (Periode V) nur die Zeremonien des ersten Teils sind. Auch ist zu klären, warum ein Wechsel von der Statue in einem Schrein zur Leiche im Sarg als Objekt der Handlungen stattfand.

10. Beleg (18.1) aus dem Felsgrab des dbH.n stammt aus dem Übergang zu Periode IV.a und ist Zeugnis von Neuordnungen der funerären Praxis dieser experimentierfreudigen Periode, die sich in der Gesamtanlage und der Dekoration niederschlagen. Unter anderem zeigt die Darstellungen einen frühen Beleg der ausführlichen Ritualopferliste, die offensichtlich ebenfalls in dieser Periode kanonisiert wurde. Der nördlich gelegene Raum, an dessen Südwand sich die Darstellung befindet, setzt strukturell den "äußeren", tendenziell im Norden der Kapellen gelegenen Bereich in Felsarchitektur um. Es handelt sich um die bauliche Gestaltung des Bereiches vor der Nord-Kultstelle, die als Prunkscheintür an der Westwand des Raumes vorhanden ist. Die nördliche Kultstelle steht seit Periode II mit dem Zugang zur Sargkammer in Beziehung, wie es in dieser Anlage auch gegeben ist: in der Mitte des Raumes öffnet sich der Grabschacht<960>. Hier Darstellungen anzubringen, die mit dem Einbringen der für die Existenz des Toten in seinem Grab notwendigen Gegenstände und den darum kreisenden Zeremonien zu tun haben, ist folgerichtig.

Das Objekt, das Fokus der Handlungen ist, ist jedoch nicht die Leiche, sondern eine Statue, die im Rahmen des qrs(.t)-Rituals zum Grab gebracht wird, wo an ihr die "Inbetriebnahme" vorgenommen wird. Diese Handlungen des sAx.t, des "Wirksam-machens", versetzen die Statue in die Lage, als "Opferempfänger"<961> für den Grabherrn zu wirken, so daß die Zeremonie des snm.t Ax /"Speisen des Ax" an ihr durchgeführt werden kann.


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Der Statuentransport ganz oben muß nicht unmittelbar mit dem Ritual darunter zusammenhängen, denn der Transport von weiteren Statuen wird auch bei den Belegen (18.2) und (18.3) mit dem besonderen Statuenritual der Bestattung nur parallelisiert. Sieht man das Bild des Transportes der Statuen und des Einbringens der besonderen Statue im Schrein als Parallelbilder, so erweist sich die Darstellung des qrs(.t)-Rituals als Elaboration der schon in der Periode II bekannten Bilder des Bringens der Ritualgaben. "Nach Osten", zur Welt der Lebenden hin, wird dieses Bild in Periode IV.a zu Darstellung der Herstellung der Ritualausrüstung, u.a. auch der Statuen elaboriert <962>. "Nach Westen", zur Grabanlage hin, wird sie in Periode IV.a in zwei unterschiedlichen Varianten entwickelt: bei dbH.n (18.1) zur Darstellung des qrs(.t)-Rituals, bei dem eine Statue in das Grab überführt und dort "wirksam" installiert wird; bei mr=s-anx III. zu einer Fest-Ikone, die das Bringen der zum Fest notwendigen Ritualausrüstung zeigt, sowie deren erstmalige Aufstellung bzw. "Inbetriebnahme", einschließlich einer Handlung an einer Standfigur der Grabherrin<963>. Gemeinsamkeiten dieser beiden, etwa gleichzeitig entwickelten Darstellungen, sind:

Der wesentliche Unterschied der Darstellungen ist, daß bei dbH.n im Gegensatz zu mr=s-anx weder der Grabherr noch Personen seiner Umgebung auftreten. Beide Bilder affirmieren jedoch denselben "Ritualsinn": Die materiellen Voraussetzungen festzuhalten, die für die Fähigkeit des Grabherrn zur Kommunikation mit dem Diesseits notwendig sind. Die ordnungsgemäße Einbringung der Statue im Rahmen des qrs(.t)-Rituals ist das eigentliche Thema der dbH.n-Darstellung. Die ordnungsgemäße Einbringung und Nutzung der notwendigen Gegenstände für das Fest-Ritual ist das Thema der Darstellung bei mr=s-anx III. In beiden Fällen wird die "Inbetriebnahme" eines Teils dieser Ausrüstung affirmiert. Ausgangspunkt der Entwicklung der Darstellung des qrs(.t)-Rituals ist also das Einbringen der Kultausrüstung - einschließlich der Statuen - und nicht das Einbringen der Leiche!

11. In größeren Gräbern der Periode VI.b werden die Kultbereiche der Grabanlage deutlich getrennt; der Bereich des "äußeren" Kultes erhält oft ein eigenes Gebäude und einen Hof. Es ist von nun an dieser Bereich, in dem die Darstellungen im Zusammenhang mit dem qrs(.t) zu finden sind. Deren enger Zusammenhang mit dem Einbringen der Ritualausstattung ist in beiden Gräbern dieser Periode, die eine hier besprochene Darstellung besitzen (18.2; 18.3), sehr deutlich: Die Handlungen an der besonderen Statue für das qrs(.t)-Ritual stehen in Parallele zu solchen, die das


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Einbringen der übrigen Statuenausrüstung zeigen. Es wird dabei aber zwischen den Statuen der "normalen Statuenausrüstung", die in feierlichem Geleit zum Grab gelangen (Sms twt), und der Statue im Schrein, die ein ausführliches Ritual absolviert, unterschieden.

12. Während das abschließende Schleppen auf dem Schlitten auch bei den anderen Statuen geschieht - wenn auch weitaus weniger aufwendig -, sind vor allem die große Wasserprozession und der Aufenthalt am Kultort mit dem wr.t-Kanal für die Behandlung der Schreinfigur typisch. Diese Bilder haben eine gewisse Parallele in den Szenen, die seit Periode IV.a auftreten und eine ideale Fahrt des Grabherrn im Ruder- und im Segelboot zu den sx.t-Htp in Buto und nach Heliopolis, aber auch im "Westen" beschreiben. Die ausführliche Prozession der Statue nimmt diese Idee offensichtlich auf, indem die Fahrt stromauf und stromab - gerudert und getreidelt - und der Aufenthalt an einem Kultort (der Name zAw / "Sais" ist erst in Periode IV.c belegt) praktiziert wird<964>. Diese Statue vollzieht gewissermaßen alle Zeremonien, die später der Grabherr im Diesseits weiterhin vollziehen soll: freie Bewegung zu Wasser und zu Land, Besuch von Kultorten. Anschließend wird diese besonders behandelte Statue zur Grabanlage gebracht, auf deren Dach aufgestellt und beopfert, wie schon bei dbH.n.

13. Die in diesem ausführlichen Prozessionsritual behandelte Statue unterscheidet sich ganz offensichtlich von den anderen Statuen des Grabes. Jene werden von einfachen Angestellten ins Grab geleitet, sind eine Vielzahl, stehen frei oder in geöffneten Schreinen und werden durch relativ einfache Handlungen wie Räuchern und Reinigen aktiviert. Die Statue, die das qrs(.t)-Ritual absolviert, ist in einem Schrein verschlossen. Nur bei (18.3) wird der Schrein geöffnet gezeigt, was aber als Kombination von Schlittenzug und folgendem Opfer vor dem geöffneten Schrein gedeutet werden kann. Der Schrein wird von Dr.t-Frauen und wt-Priestern begleitet, Personen, die in späteren Belegen als Klagefrauen und Leichenbehandler gesichert sind. Diese Statue bildet den Grabherrn also in einer ganz besonderen Weise ab: Es ist eine Statue, die den noch nicht übergeleiteten Toten darstellt, in gewissem Sinne also eine Abbildung der Leiche bzw. von deren transitionellen Zustand. Erst am Ende der Zeremonien ist sie in der Lage, im geöffneten Schrein als Abbild des nun in eine jenseitige Existenzform überführten Toten zu fungieren. Es ist sogar davon auszugehen, daß nur die Statue im verschlossenen Schrein als Bild des Toten in der Periode der Bestattung behandelt wird. Erst nachdem diese Periode überstanden ist, kann der Tote in den Bildern existent sein, die ihn als übergeleiteten, handlungsfähigen Toten abbilden. Die Behandlung der "qrs(.t)-Statue" ist so die Voraussetzung der Funktionsfähigkeit aller Bilder (twt).

14. In Periode IV.c treten die Bilder dieses Rituals im Bereich des Hofes oder strukturell vergleichbarer Kapellenteile auf, einem Bereich, dessen Funktion mit dem Ein- und Ausgang der Grabanlage und den festlichen Ritualen der Affirmation der diesseitigen Wirksamkeit des Grabherrn in Zusammenhang steht. Hier wird erstmals nicht nur der Statuenschrein, sondern auch


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der Sarg abgebildet. Bei ptH-Htp (18.4) und jdw.t (18.7) ist er in der Zermonie des Schlittenzuges gezeigt, also dem Teil des Rituals, der den eigentlichen Weg zur Grabanlage zeigt. Bei nb-kA.w-Hr (18.6) und snfrw-jnj-jS.t=f (18.8) tritt der Sarg auch bei den Handlungen am Kultort mit dem wr.t-Kanal auf. Es scheint in dieser Periode ein Interesse vorzuliegen, einige Zeremonien dieses Rituals nicht (nur?) an der Statue, sondern an der Leiche durchzuführen.

Bei der bildlichen Fixierung des Rituals lassen sich Varianten beobachten: Bei ptH-Htp wird der Schlittenzug mit dem Sarg durchgeführt, die Wasserprozession aber an zwei Schreinen, die verschieden dimensioniert sind, eventuell für eine Sitz- und eine Standfigur. Auf dem wr.t-Kanal wiederum wird nur ein Schrein transportiert. Der zu behandelnde Statuensatz und sein Auftreten wird also verändert und die Leiche selbst diesem Bestand hinzugefügt. Die Tendenz ist, die Leiche in ihrer "kultischen Funktionalität" der Statue anzunähern, wobei die Wasserprozession immer mit der Statue durchgeführt wird, Schlittenzug und Handlungen am Kultort mit wr.t-Kanal auch mit der Leiche. In allen Fällen bleiben die Behältnisse - Schrein und Sarg (der selbst Schreinform hat) - geschlossen und werden von Dr.t und wt begleitet.

15. Die Tendenz des Rituals liegt in der Angleichung der Leiche an die Statue. Die Handlungen der Belege (18.1), (18. 2) und (18.3) bilden die Behandlung einer bestimmten Statue ab, die den Verstorbenen in der gefährlichen Situation des Übergangs vom Leben zum Tod darstellt und zugleich rituell handhabbar macht. Das erklärt die Anwesenheit der Dr.t und wt und den Verschluß im Schrein. Der Schutz der Leiche und (nicht weniger wichtig) der Schutz der Hinterbliebenen vor der Leiche wird auf einen Gegenstand übertragen, dessen Behandlung praktikabel möglich ist. Das Bild wurde in einer der besonderen Werkstätten hergestellt, die auch andere rituelle Gegenstände produzieren (wab.t, pr-nfr, pr-ab.t). Aus der Türinschrift der mr=s-anx III.<965> geht hervor, daß in der wab.t wohl auch schon in Periode IV.a nicht nur die Herstellung von Ritualgegenständen, sondern auch die Leichenbehandlung erfolgte. Die enge Verbindung von Leiche und Statue war also von Anfang an gegeben und wird in der Periode IV.c durch den Einsatz der Leiche selbst in einigen Zeremonien des Rituals verstärkt. Diese Tendenz führt schließlich zur - wenigstens bildlichen - Ausformung des gesamten Rituals als einer Handlungsfolge an der Leiche, einer Elaboration, die aber erst im MR auftritt und sehr wahrscheinlich retrospektiv ist<966>.

16. Ausgangspunkt der Formulierung des Bestattungsrituals des MR und frühen NR war also ein Statuenritual des AR, das in der Phase der Überleitung des Verstorbenen zum Toten an einer ihn vertretenden Statue durchgeführt wurde. Das Alter dieses Statuenrituals ist unbekannt. Statuen als Medien des Toten sind seit Periode II sicher in der Residenz nachgewiesen und wurden auch rituell behandelt. In Periode III funerärer Praxis wurde ein Versuch unternommen, Statue und


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Leiche in neuer Form durch naturalistische Statuen anzunähern. Auch die Praxis der Ersatzköpfe steht in engster Beziehung mit der Bestattung (siehe Kap. 6.1.). In Periode IV setzt dann der massenhafte Einsatz von Statuen in der Grabanlage ein, deren Herstellung, Antransport und "Inbetriebnahme" in besonderen Flachbilddarstellungen affirmiert wird. Dabei werden einer Statue die diesseitigen Eigenschaften des Toten - Bewegungsfähigkeit, Teilnahme am Kult an Kultorten, Opferempfang - im Rahmen eines besonderen Prozessions-Rituals (qrs.t) verliehen. Im MR schließlich ist diese Statue durch die Mumie ersetzt.

17. Der Sinn der einzelnen Zeremonien dieses Rituals ist nicht sicher zu bestimmen. Die ständige Bewegung wird als Metapher für den Prozeß der Überleitung, der passage vom Status des Lebendem zum Status des Toten zu deuten sein. Der Aufenthalt am Kultort und die Bewegung auf dem Wasser, auch in verschiedene Richtungen, nehmen Elemente jener Ikonen auf, die in den Schiffsdarstellungen und den Bildern der Handlung im Papyrusdickicht die Wirksamkeit des Toten im Diesseits vermitteln<967>. Man kann spekulieren, daß genau die im Bestattungszeitraum behandelte und zur Bewegung und zum Aufenthalt an diesen Orten befähigte Schreinfigur die Statue ist, die auch im folgenden den Grabherrn bei seinen Aufenthalten im Diesseits abbildet. Dasselbe trifft für die abschließende Zeremonie auf dem Dach der Anlage zu, bei der die Statue durch das erstmalige Öffnen des Schreines und das pr.t-xrw mit einem speziellen Opfertyp (pXr, Hnk.t) zum mAA, zum "Schauen" befähigt wird. Auch hier ist denkbar, daß es die beim qrs(.t) besonders behandelte Statue ist, die als Schreinfigur in der Zeremonie des aHa m tp jz auch später verwendet wird<968>.

18. Über den Prozeß der eigentlichen Leichenbehandlung in Periode IV sind wir schlecht informiert. Die Untersuchungen an menschlichen Überresten zeigen, daß etwa zur selben Zeit die Bemühungen intensiviert werden, die Leiche als "menschliche Gestalt" zu präparieren<969>. Dabei erfahren das Ritualobjekt "Statue" und die behandelte Leiche rein morphologisch eine gewisse Annäherung: Die Leiche wird wie das kontrollierbare Ritualobjekt Statue behandelt (in Periode III lag die umgekehrte Tendenz vor, nämlich die Statue wie einen Körper zu gestalten). Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, warum in Periode IV.c auf einmal der Sarg mit der Leiche in einigen Etappen des Rituals die Position der Statue übernehmen kann. Nicht mehr nur das Medium Statue erfährt nun die "Inbetriebnahme" als dauerhaft bewegliches und zum Kultempfang befähigtes Medium, sondern auch die Leiche selbst, oder besser: die zum Abbild, zur Mumie gestaltete Leiche. Dementsprechend ist auch nicht mehr der Zugang zur Grabanlage der Ort der


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flachbildlichen Affirmation, denn dort wird das Einbringen der Ritualausrüstung affirmiert und deren Fähigkeit, das Grab beim Fest wieder zu verlassen. Die entsprechenden Bilder befinden sich nun im "äußeren" Kultbereich mit dem Hof und dem Zugang zum Dach und zur Sargkammer, dem Ort der funerären Rituale um den Grabherrn im Grab und der dauerhaften Aufbewahrung der Leiche in die Grablege.

19. Die gesamte Tendenz ist in Zusammenhang mit der Entwicklung der Mumifizierung zu sehen, die den toten Körper zu einem Ritualobjekt umwandelt. Die Tendenz zur "Verschriftlichung", zur Erfindung magisch-selbstwirksamer Installationen macht auch vor der Leiche nicht halt. Die Umwandlung des toten Körpers in eine dauerhaft funktionsfähige, unverwesliche Installation, in eine Mumie, ist Teil dieser Tendenz. Die elaborierten Methoden der Statuenrituale werden schrittweise - das läßt sich gut am unsystematischen Auftreten des Sarges an Stelle des Statuenschreines verfolgen - auf die rituelle Behandlung der Leiche übertragen. Parallel dazu kann man annehmen, daß auch Elemente der Statuenherstellung, der technischen Behandlung in der wab.t, auf die Behandlung der Leiche übertragen werden, denn beide Orte sind ja die Produktionsstätte für funeräre Ausrüstung. In der 6. Dynastie werden Stichworte eines Rituals zur Mundöffnung, die wohl vom Ritual der Herstellung und Behandlung einer Statue stammen, in die Einleitungszeremonien einer Form der Opferliste aufgenommen, die nur in den Sargkammern und dann auch auf Särgen abgebildet wird<970>. Die dort wiedergegebene Fassung ist offenbar speziell als Affirmation der Fähigkeit der Mumie zum Opferempfang gedacht, die also wie eine Statue behandelt wird<971>.

20. Das qrs(.t)-Ritual der ersten Gruppe hat also zwei Sinn-Aspekte:

21. Der Wechsel von dieser ersten Gruppe zur zweiten wirkt abrupt. Die Belege (18.10) bis (18.13) und ihre Parallelen in Oberägypten zeigen die Behandlung der Leiche, und zwar vor bzw. während ihrer Umwandlung in einen dekontaminierten Zustand. Das hier abgebildete Ritual setzt an einem


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völlig anderen Punkt an als das der ersten Gruppe. Es stellt vor allem die Entfernung des Toten aus seiner Umwelt dar, nicht das Einbringen in die Grabanlage und seine kultische Reintegration durch das Fest. Die Verschiebung des Schwerpunktes bahnte sich in der Angleichung der Leiche an die Statue in der ersten Gruppe in Periode IV.c, nur etwa eine Generation vor den Belegen der zweiten Gruppe, als Tendenz schon an. Aber erst in der zweiten Gruppe sind tatsächlich solche Aspekte thematisiert, die im Rahmen einer Bestattung im engeren Sinne - der Lösung der Lebenden vom Verstorbenen - eine Rolle spielen. Entsprechend ist das Trauerverhalten der Haushaltsangehörigen hier zum ersten Mal abgebildet. Es folgen die Zeremonien an der jbw, die der Dekontaminierung der Leiche dienen. Die so in einer ersten Etappe behandelte Leiche wird zur wab.t gebracht, dem Ort, in dem ihre endgültige Umwandlung in einen rituell (weitgehend) gefahrlos und praktisch handhabbaren Gegenstand, die Mumie, stattfindet. Nur bei jdw (18.13) spielt der anschließende Transport zum Grab eine Rolle.

22. Ein direkter Zusammenhang zwischen beiden Gruppen besteht nur darin, daß die Zeremonie der Wasserprozession in den Bestand des jüngeren Reinigungs- und Mumifizierungsrituals aufgenommen wurde, wobei sie bei jdw (18.13) noch mit einer Statue durchgeführt wird. Inwieweit die Prozessionen zur jbw und zur wab.t auch zu Zeiten der ersten Gruppe zum Bestand einer Bestattung gehörten, läßt sich aus den Belegen nicht erschließen. Eine derartige Leichenbehandlung ist aber schon aus rein praktischen Gründen sehr wahrscheinlich. Sie war aber logischer Weise nicht Gegenstand der Affirmation durch Bilder, die sich aus denen der Einbringung der Ritualausrüstung in die Grabanlage entwickelt haben.

23. Das elaborierte Statuenritual der Periode IV.a/b wirkte auf die eigentliche Leichenbehandlung zurück; die Leiche im Sarg tritt schon in Periode IV.c tendenziell an die Stelle der Statue. Die Belege der zweiten Gruppe aus Periode V.a sind als die Konsequenz dieser Tendenz zu verstehen. Zu Erklärung reicht die Beobachtung dieser Tendenz aber nicht aus, denn nun werden die Etappen des Statuenrituals ganz ausgeklammert (mit Ausnahme der Wasserfahrt bei jdw, 18.13). Die Erklärung muß in der Gesamtbetrachtung der Vorstellungen von der physischen Existenz des Toten und der Rolle seines Körpers liegen, die in den Perioden V gewisse Veränderungen erfuhren. Die Einführung beschrifteter und dekorierter Sargkammern, die Verlagerung der Serdabe in den Schacht, die Etablierung selbstwirksamer Dienerfigurenensembles und eben auch die Erzeugung einer Körper-Installation "Mumie", die in einer Kultanlagen-Installation "dekorierter Sarg" abgelegt wird - all das sind Indizien der Konzentration des funerären Aufwandes auf den "unterirdischen", dauerhaften und kultunabhängigen Teil der Grabanlage. Wesentlich am nun abgebildeten Bestattungsritual ist daher vor allem die Erzeugung der dauerhaften Installation "Mumie", weniger die Erzeugung der im Diesseits wirksamen Installation "Kultstatue". Denn die in der ersten Gruppe behandelte Statue war für den Vollzug weiterer Kulthandlungen vorgesehen, die in der zweiten Gruppe behandelte Mumie sollte selbstwirksam in der Grablege existent sein. Daß auch die Installation "Mumie" Eigenschaften der Statue hat, zeigt


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der neue Typ der Opferliste, über den die Mumie in der Art einer Statue zum (kultunabhängigen) Opferempfang befähigt wird. Die Opfergaben selbst sind wiederum in "selbstwirksamer" Weise um die Mumie als Abbildungen an den Grabwänden oder dem Sarg versammelt.

24. Für die Interpretation des Rituals der ersten Gruppe, das im folgenden Vorbild für die Bestattungsvorgänge im MR und frühen NR wurde, ist festzuhalten, daß dieses Ritual als Statuenritual entwickelt wurde und erst sekundär auf die Mumie übertragen wird. Inhalt des Rituals ist sehr wahrscheinlich das sAx.t, das "Wirksam-machen" einer Statue, die als wirksames Bild des Toten der Kommunikation mit diesem dienen kann. Parallel mit der Überleitung dieser Statue und dem Abschluß der sAx.t-Zeremonien auf dem Dach der Grabanlage sind auch die anderen Abbilder des Grabherren - Statuen und Flachbilder - befähigt, als Medien der Kommunikation zu dienen. Die Vorstellung des "Wirksam-machens" wurde von der Statue auf die Leiche in Form der Mumie übertragen. Damit wird auch die Mumie zu einem Ritualgegenstand, zu einer selbstwirksamen Installation.

25. Das Ritual der zweiten Gruppe, das nur in Periode V.a in der Residenz, aber auch in Provinznekropolen (Meir, Der el-Gebrawi) belegt ist, verlagert den Schwerpunkt der Affirmation vollständig auf den Moment der Umwandlung der Leiche in den Ritualgegenstand "Mumie". Bemerkenswert ist, daß diese Belege, die eine jüngere Stufe der Entwicklung der Flachbilddekoration darstellen, im folgenden nicht mehr rezipiert werden, wohl aber die Etappen des Bestattungsrituals als Prozession zu verschiedenen Kultorten, wie in der ersten Gruppe an Statuen durchgeführt. Eine Erklärung dieses Phänomens, das der Periode VI funerärer Praxis zuzuordnen ist, kann hier nicht gegeben werden.

21.7 Bestattungsritual und Festritual

1. Die oben besprochenen Belege haben die Affirmation von Handlungen zum Gegenstand, die sich im Zeitraum der Bestattung abspielen. Das sichern die Beischriften mit dem Wort qrs(.t), die Übernahme wesentlicher Zeremonien in die Bestattungszüge der Mumie ab dem MR<972> und die nur


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im AR belegte zweite Gruppe von Darstellungen, die den Transport der Leiche bis zu dem Moment der Umwandlung in eine Mumie abbilden. Es bestehen aber eine ganze Reihe von Zusammenhängen mit dem Festritual und der Fest-Ikone, die abschließend diskutiert werden sollen.

2. Die Darstellung bei dbH.n (18.1) zeigt im zweiten Register von unten einen Opferaufbau, der für das Festritual typisch ist. Auch, daß das in der Opferliste ausführlich geschilderte Opfer als pXr-Opfer spezifiziert wird, verbindet die Darstellung mit solchen des mAA / "Schauens" der Liste des pXr-Opfers, der Vorgängerikone der Fest-Ikone. Alle Belege des "Schauens der Liste des pXr-Opfers" stammen aus Periode IV.a, sind also etwa zeitgleich mit dbH.n<973>. Außerdem wurde oben argumentiert, die Darstellung bei dbH.n und die bei mr=s-anx III. als Affirmation eines ähnlichen Ritualsinns zu sehen: des Bringens von Ausrüstung zum Zwecke der fortdauernden Kommunikation. Im Fall der Darstellung bei mr=s-anx III. handelt es sich um den ersten Beleg einer elaborierten Darstellung des Festrituals, erweitert um Bilder der Herstellung und des Bringens der Ritualausrüstung; bei dbH.n um den ersten Beleg einer Darstellung des Bestattungsrituals.

3. Als Begründung dieser Überschneidungen von Bestattungsritual (erste Gruppe) und Festritual kann angesehen werden, daß der Abschluß der Bestattungszeremonien - also die Trennung des Verstorbenen von seinem sozialen Umfeld, seine Umwandlung in einen Toten als soziale Entität und seine Reintegration in das soziale Gefüge - mit dem ersten Festritual zusammenfällt: Die Reintegration des Toten als kommunikationsfähige Wesensheit, in Form einer Statue, markiert zugleich den Beginn regelmäßiger Kommunikation im Rahmen des Festes. Insbesondere die Art des ersten großen Opfers vor dem nun wieder ansprechbaren und "wirksamen" Toten (Ax) als pXr-Opfer mit dem charakteristischen Opferaufbau verbindet das einmalige Bestattungsritual mit dem regelmäßigen Festritual. Bei dbH.n und bei mr=s-anx werden in der Flachbilddekoration das große Ritual der "Inbetriebnahme" und das regelmäßige Festritual auch noch unterschieden: In beiden Anlagen befindet sich unabhängig von den großen, hier besprochenen Darstellungen an der Südwand des "äußeren" Kultbereiches eine Darstellung der klassischen Fest-Ikone im "inneren" Kultbereich, interessanter Weise an dessen Nordwand, wo in Periode IV.a noch die Handlungen im liminalen Bereich der Kultanlage affirmiert werden, bevor sie ab Periode IV.b an der Südwand üblich sind<974>.

4. Die Belege bei n-anx-Xnmw / Xnmw-Htp und Htp-Hr-Ax.t (18.2; 18.3) besitzen keinen eindeutigen Bezug zum Festritual. Verwiesen sein soll aber auf die Zeremonie des aHa m tp jz / "Stehen auf dem Dach der Grabanlage", die mit der Darstellung bei dbH.n korrespondiert und ebenfalls mit dem Festritual verbunden werden kann. Diese Darstellung fehlt in den folgenden


413

Belegen, die dafür in Hofbereichen angebracht sind, die oft Treppen zum Dach der Grabanlage besitzen (18.6; 18. 7; 18.11) bzw. Treppen zum umgebenden Bodenniveau (18.12; 18.13). Auf den Sonderfall bei mrr.w-kA (18.10) wurde schon verwiesen, der in Halle A XIII eine Standfigur in einem Schrein besitzt. Aus der Integration der Treppe in den Baukörper dieser Anlagen möche ich schließen, daß das aHa m tp jz nicht nur zum Abschluß des Bestattungsrituals gehört<975>, sondern regelmäßig - wohl im Rahmen des Fest-Rituals - wiederholt wurde. Dafür spricht ganz allgemein, daß die entsprechenden Höfe durch die Dekoration mit mAA-Ikonen als Bereiche gekennzeichnet sind, deren Funktion in der Aufrechterhaltung der Kommunikation des Grabherrn mit dem Diesseits liegt. Bei nb-kA.w-Hr (18.6) ist zudem die Fest-Ikone in unmittelbarer Nähe der Bestattungsdarstellung angebracht, so daß auch hier - praktisch vergleichbar mit den Darstellungen bei dbH.n und mr=s-anx III. - eine Verbindung der Zeremonien der Bestattung und der späteren Feste angenommen werden kann. Und auch die Treppe zum Dach befindet sich in direkter Verlängerung der Wand mit diesen Darstellungen. Die Elemente "Norden", Fest, Hof /"äußerer" Kultbereich, Treppe zum Dach sind alle mit dem Kult an Schreinfiguren zu verbinden (siehe Kap. 18.3.2.), dem Statuentyp, der auch in den beiden Belegen im Zusammenhang mit dem Bestattungsritual beim Stehen auf der Grabanlage gezeigt wird.

5. Zuletzt sei auf eine Variante der ausführlichen Opferformel in Periode IV.c verwiesen, die eine Zeremonie des pr.t-xrw n=f Hr tp qrr.t / "eine pr.t-xrw-Zeremonie für ihn auf der qrr.t-Plattform" im Rahmen der Elaboration der Bitte um die Bestattung nennt<976>. Sehr wahrscheinlich sind aHa m tp jz und prt.xrw Hr tp qrr.t vergleichbare Zeremonien. Auf denselben Scheintüren, die in dieser Weise den Wunsch nach Bestattung affirmieren, ist die Zeremonie pr.t-xrw n=f Hr tp qrr.t ein zweites mal erwähnt, nun aber als Elaboration des regelmäßigen pr.t-xrw. Auch hier ist möglich anzunehmen, daß diese Handlung sowohl für die Bestattung, als auch für den weiteren Kult üblich ist (siehe Kap. 22.2.1.1.).

6. Es gibt also eine Reihe von Indizien dafür, daß Zeremonien des Bestattungsrituals der ersten Gruppe und solche des Festrituals einige Gemeinsamkeiten besitzen. Als Zeremonien an einer Statue werden sie aber nur im Bestattungsritual abgebildet, was mit dessen Charakter der "Inbetriebnahme", parallel zum Statuentransport, zusammenhängt. Wenn man aber akzeptiert, daß Bilder des "lebenden Grabherrn" nach der "Inbetriebnahme" solche der Statuen ersetzen, so gibt das Bestattungsritual mit seinen ausführlichen Prozessionsdarstellungen zu Wasser und zu Lande auch Hinweise auf den Vollzug vergleichbarer Zeremonien nach erfolgter Überleitung des Toten. Die oben besprochenen Ikonen, die die Wirksamkeit des Toten im Diesseits zeigen, beim Besuch von Gütern (mAA-Ikone) und sakralen Plätzen (zSS-wAD, Papyrusdickicht) und auch die Bilder der


414

Bootsfahrt besitzen demnach auch über den Beleg des Bestattungsrituals an einer Schreinfigur Hinweise auf einen praktischen rituellen Hintergrund.

7. Der enge Zusammenhang von Bestattungsritual und Festritual macht auch verständlich, warum in den Bildern der Bestattung die soziale Seite des Rituals, die Neuordnung der Bindungen der Hinterbleibenen, die Definition des Nachfolgers und die Definition des Status des Toten als Ahn keine besondere Rolle spielen. Mit dem Festritual am Abschluß der Bestattung wird genau diese soziale Neudefinition bewirkt und durch die fortdauernden Rituale ständig erneuert. Die Funktion der Bestattung als "Inbetriebnahme" der gesamten funerären Anlage als Ort sozialer Rituale, die Überleitung des Verstorbenen und die Definition der Beziehungen der Nachfahren zum Verstorbenen findet in der Verbindung von Bestattung und Fest ihre flachbildliche Affirmation. Erst mit der Einführung der Bilder der zweiten Gruppe, die die Lösung der Hinterbliebenen vom dann als Mumie dauerhaft entfernten Körper des Toten beschreiben, wird die Trauer dieser Gruppe auch zum Thema der bildlichen Affirmation.


Fußnoten:

<915>

Junker 1940; Grdseloff 1941; Wilson 1944; Settgast 1963, Bolshakov 1991, Bolshakov 1997: 95-105

<916>

Zur spezifisch pharaonischen Konzeptualisierung des Toten: Fitzenreiter 1998.a.

<917>

Siehe dazu Fitzenreiter 1998.b: 33-40

<918>

Hassan Giza IV: fig. 120

<919>

Hassan Giza IV: 179-182

<920>

Siehe die Zusammenstellung der Literatur bei Eaton-Krauss 1984: 173f und Alexanian 1998.b: 5f. Ich danke Nicole Alexanian für viele Hinweise zu diesem Thema.

<921>

Eaton-Krauss 1984: 60-70, 142-173.

<922>

Alexanian 1998.b: 5f

<923>

Barta 1963: 47-50

<924>

Lapp 1986: 145-149

<925>

Dazu: Shoukry 1951: 284, Anm. 1; Lapp 1986: 148. Wahrscheinlich steht die Darstellung an der Schwelle des Übergangs vom "frühen Opferitual 1" zum "späten Opferritual 1", an der "snm.t Ax seitens des wt" ersetzt wird durch "sAx.t seitens des Xrj-Hb" (Lapp 1986: 161).

<926>

Eggebrecht 1973: 179f

<927>

Settgast: 1963: 20, 23, Anm.4

<928>

Shoukry 1951: 284-287

<929>

Bolshakov 1991: 45-48; Bolshakov 1997: 104

<930>

Lapp 1986: 44, sieht es für das AR nicht als gesichert an, daß qrs.t /"Bestattungsritual" schon belegt ist und emendiert hier qrst.t "Grabausrüstung / Bestattungsbeigabe". Die Emendierung ist durch die Parallele in Beleg (18.2.3:) problematisch; der Zusammenhang mit der Bestattung bleibt in beiden Übersetzungen bestehen.

<931>

Edel 1970.

<932>

Moussa / Altenmüller 1977: 48

<933>

Lapp 1986: 143

<934>

Für beide Worte ist die Übersetzung "Stätte der Balsamierung" belegt, WB I: 284 und WB I: 517 (ab dem MR).

<935>

So auch Settgast 1963: 67, der auf die in der Wortwahl parallele Passage auf der Scheintür des tp-m-anx (D 10; Mariette / Maspero 1889: 195), verweist: Xn.t(w)=f m wr.t sSm n=f Hb "Möge er auf dem wr.t-Kanal gerudert werden, möge für ihn das Fest / Ritual vollzogen werden". Siehe dazu auch Kap. 22.2.1.1.

<936>

Eaton-Krauss 1984: pl. X

<937>

Moussa / Altenmüller 1977: Taf. 16, 17

<938>

Siehe die Parallele dieses "Grundbestandes" bei ppj-anx: Hnj-km in Meir, dort ebenfalls Stand- und Sitzfigur sowie eine Statuette im Kasten als zeitgemäße Variante der Schreinfigur (Blackmann / Apted 1953: pl. XVIII, XIX).

<939>

Die Felswand am Grab des dbH.n ist in ganzer Länge in Art einer Mastabafassade geglättet. Diese Fassade besitzt genau vor Raum II eine Nische, die für das aHa einer Statue (hier also nicht m tp jz, aber immerhin erhöht) im Freien genutzt werden kann. Weiter nördlich befindet sich eine kleine Scheintür und eine zweite, größere Nische, wohl mit gleicher Zweckbestimmung (Hassan Giza IV: fig. 120). Siehe die Ähnlichkeit dieser Installationen mit denen an der "sloping passage" des ra-wr-Grabes (Hassan Giza I: Site Plan), wo ebenfalls an einer Art Fassade die Nord-Scheintür und nördlich davon ein Statuenschrein (N.7) mit "äußerer" Schreinfigur angebracht sind.

<940>

Eaton-Krauss 1984: 165, Anm. 834 schlägt vor, in der Darstellung den Sarg, von zwei Seiten gesehen, zu erkennen, da der Xrk-Fries nie bei Statuenschreinen auftritt. Allerdings werden auch Särge nicht vom Xkr-Fries bekrönt.

<941>

Macramallah 1935: pl. 9.A.B

<942>

Ein weiterer Beleg vom Unas-Friedhof wird von Eaton-Kraus 1984: Cat. 143 beschrieben, mit einem Verweis auf die zu erfolgende Publikation durch P. Munro: Grab der jj-nfr.t, frühe 6. Dyn. (?), Südwand Raum I, oben: Transport des Sarges; darunter: Sais-Fahrt mit Sarg (wohl Zeremonie auf dem wr.t-Kanal), dabei eine Szene mit Statue in einem geöffneten Schrein. Ohne Kenntnis des Beleges ist eine Diskussion nicht möglich.

<943>

Siehe dazu: Settgast 1963: 79.

<944>

Das wdjA.t-Auge macht diese Deutung sicher. Der Bogen im vorderen Teil, der eventuell an eine geöffnete Schreintür denken läßt, deutet die Füße des Sarges an, die auch bei den Prozessionen erkennbar sind.

<945>

Siehe dazu: Settgast 1963: 15.

<946>

Da den Rindern die Beischrift qAs "gebunden" zugeordnet ist, ist anzunehmen, daß sie noch leben. Mit der Frage, ob schon im AR eine Zeremonie bei der Bestattung belegt ist, bei der, vergleichbar der Kuh-Kalb-Zeremonie im NR (Barthelmess 1992: 90-92), einem lebenden Tier ein Vorderbein abgeschnitten wurde, haben sich Junker: Giza III: 229-231, 256 und Eggebrecht 1973: 54-73, bes. 64-73 beschäftigt. Die von Junker in fast allen Schlachtungsdarstellungen angenommene Zeremonie der Abtrennung des Beines vom lebenden Tier ist von Eggebrecht in Frage gestellt worden. Zumindest im Zusammenhang mit der Bestattung liegt sie aber wohl vor; siehe auch die Handlung des Mannes mit dem Stierbein bei der Wasserfahrt in Periode IV.c. Die heraushängende Zunge der Rinder kann zwar das tote Tier kennzeichnen (Eggebrecht 1973: 70), aber auch das brüllende Tier (Barthelmess 1992: 87).

<947>

Simpson in BGM 2: 6 übersetzt: "the lector-priest attends to the house".

<948>

Edel 1969, Edel 1970

<949>

Dazu: Settgast 1963: 15. Die spärlichen Reste im oberen Bildstreifen der Abschlußszene bei mrr.w-kA (18.10.f:) - sich gegenüberstehender Mann und Frau über gebundenem Rind - können ebenfalls ein DA.t-r darstellen.

<950>

Grdseloff 1941: 3f.; D. Arnold: s.v. "Balsamierungshalle", LÄ I: 614f

<951>

Drenkhahn 1976: 147-151

<952>

Das korrespondiert mit der Übernahme der Leitung auch des Opferrituals durch den Xrj-Hb in dieser Periode, siehe Kap. 20.1.2.

<953>

Die Dr.t-Frauen sind vor allem im Bestattungsritual aktiv, treten aber auch in anderem Zusammenhang als Ritualgabenbringerinnen auf (Fischer 1976: 47-49).

<954>

Edel 1970

<955>

Junker 1940: 1-39; Altenmüller 1975: 1-37.

<956>

Settgast 1963: 2

<957>

Lapp 1986: 39-50

<958>

Die Lesung der ausgehackten Zeichen kann nur unter Vorbehalt erfolgen.

<959>

Grdseloff 1941; Settgast 1963; zuletzt Bolshakov 1991: 43-45; Bolshakov 1997: 98-101.

<960>

Hassan Giza IV: fig. 120, 129. Bemerkenswerter Weise führt ein zweiter (früherer?) Schacht von Süden in die Sargkammer.

<961>

Eaton-Krauss 1984: 76

<962>

Siehe die Darstellung an der Ostwand im Grab der mr=s-anx III.; BGM 1: fig. 5

<963>

BGM 1: fig. 8

<964>

Settgast 1963: 72f

<965>

BGM 1: fig. 2

<966>

Siehe die Beschreibung der tatsächlichen Handlungsfolge eines MR-Elitebegräbnisses bei Sinuhe, die von den bildlichen Wiedergaben im MR abweicht, und ebensolchen abweichenden Textbelegen aus dem NR: Altenmüller 1972: 138f.

<967>

Auch in den Opferformeln dieser Periode werden die Zeremonien der Bestattung und Zeremonien der Opfer- und Festrituale auffällig parallelisiert, u.a. die Fahrt auf dem Kanal (Xn.t m wr.t) bei der Bestattung und das Überqueren des Teiches (nmj.t-S) beim Fest auf der Scheintür des tp-m-anx (Mariette / Maspero 1889: 195), siehe dazu Kap. 22.2.1.1.

<968>

Das kann natürlich nur für solche Gräber gelten, die die Schreinfiguren nicht dauerhaft als Felsstatuen oder steinerne Schreinfiguren umsetzen, wie im Kap. 18.3.2. besprochen.

<969>

Tacke 1996: 313

<970>

Barta 1963: 78-82 (Listentyp B)

<971>

Siehe Otto 1960: 2-4, der deutlich zwischen dem Teil des Mundöffnungsrituals unterscheidet, der aus dem Bereich der Statuenherstellung stammt und dann Teil der Balsamierung wurde, und jenem schon oben erwähnten Teil des Opferrituals an einer Statue (op. cit: 6-8). Nach Altenmüller-Kesting 1968: 214f erfolgte die Übertragung von Teilen des Statuenrituals auf die Mumie in der 5. Dyn., was mit dem ersten Auftreten des Sarges in den Bestattungsdarstellungen in Periode IV.c korreliert. Die erste Opferliste vom Typ A/B ist in der Sargkammer der Unas-Pyramide belegt (Barta 1963: 61), in nichtköniglichen Anlagen dann in Sargkammern vom Pepi II.-Friedhof (Hassan Giza VI.II: 150-152). Fischer-Elfert 1998: 8-39 u. passim hat zeigen können, daß die berühmten Szenen 9 und 10 (bis 12) des Mundöffnungsrituals des NR auf den Prozeß der Herstellung einer Statue zu beziehen und die entsprechenden Texte als Fachsprache der Bildhauer und deren Ausdeutung zu verstehen sind.

<972>

Eine Darstellung auf der Ost(?)wand einer dekorierten Sargkammer aus Barnugi / bei Damanhur, die einen Sargschlittenzug mit der Mumie auf einer Bahre zeigt, wird als erster Beleg für die Abbildung einer Mumie im Flachbild angesehen. C. Edgar datiert die Darstellung frühestens in die 11. Dynastie (Edgar 1907: 116, fig. 15).

Im Grab des mHw gibt es an der Südwand des Korridors Bootsdarstellungen, die die Fahrt zum "Westen" abbilden. In den Booten ist der Grabherr stehend und sitzend abgebildet; in einem der Boote sowohl stehend, als auch in einer Kajüte auf einem Bett liegend (Altenmüller 1998: Taf. 19). H. Altenmüller deutet dieses Bild als Mumie des Grabherrn und Umsetzung der Vorstellung der Osiriswerdung (Altenmüller 1998: 113f). M.E. stellt das Bild aber nicht die Leiche bzw. die Mumie, sondern, wie alle anderen Bilder in den Booten auch, den "lebend anwesenden" Grabherrn dar, hier als ruhende Person. Darstellungen von Mumien gibt es bisher nicht aus dem AR, das Bild des in eine Decke gewickelt Liegenden auf dem Bett ist aber belegt, z.B. als Determinativ für sDr "liegen / schlafen" im Grab des Tjj (Wild 1966: pl. CLIII).

<973>

mr-jb (LD II: 22); zSA.t-Htp (Junker Giza II: Abb. 29); nswt-nfr (Junker Giza III: Abb. 30)

<974>

Bei dbH.n: Hassan Giza IV: fig. 119; bei mr=s-anx III: BGM 1: fig. 11.

<975>

Bei der Bestattung sind das Einbringen der Leiche in die Sargkammer und das Öffnen des Schreines mit der Statue auf dem Dach gewissermaßen als eine dialektische Negation verbunden: der Tote geht in die Sargkammer und erscheint im selben Augenblick als Statue unter den Lebenden; Alexanian 1998.b: 4-9.

<976>

ptH-Htp II. (Paget u. Pirie 1898: pl. XXXIX); mrj (Hassan Saqqara III: fig. 17.b); Besprechung der beiden Texte Kap. 22.2.1.1.


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