Freise, Stefan: Behandlung und Verlaufskontrolle der therapieresistenten Leberegelinfektion (Fasziolose) mit Triclabendazol

Aus dem Institut für Tropenmedizin Berlin
und Medizinische Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin


Dissertation
Behandlung und Verlaufskontrolle der therapieresistenten Leberegelinfektion (Fasziolose) mit Triclabendazol

Zur Erlangung des akademischen Grades
doctor medicinae (Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

von Stefan Freise ,
aus Frankfurt am Main

Dekan: Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Felix

Gutachter:
Prof. Dr. med. U. Bienzle
Prof. Dr. med. H. Feldmeier
PD Dr. med T. Weinke

Datum der Promotion: 9. April 2001

Zusammenfassung

Die Effektivität und Verträglichkeit von Triclabendazol wurde in einer klinischen Phase 2 Studie untersucht. 81 Patienten ( 51 weiblich, 30 männlich, Alter 15-81 Jahre) mit chronischer oder latenter Fasciola hepatica Infektion, bei denen mindestens eine antihelminthische Therapie fehlgeschlagen war wurde in die Studie aufgenommen. Die Patienten erhielten 20mg/Kg Triclabendazol in 2 Dosierungen a 10 mg/Kg im Abstand von 12 h postprandial. Der Therapieerfolg wurde durch mikroskopische Stuhluntersuchungen, Bestimmung exkretorisch-sekretorischer Antigene im Stuhl und Ultraschall überprüft. Bei Siebzig (92%) von 76 Patienten konnten in der Nachuntersuchungsperiode (60 Tage) keine Fasciola hepatica-Eier in den mikroskopischen Stuhluntersuchungen nachgewiesen werden. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren kolikartige Oberbauchbeschwerden, die bei 40 Patienten (49%) zeitgleich mit der Passage der Parasiten durch die Gallengänge beobachtet wurden. Triclabendazol ist eine effektive Therapie für Patienten mit Fasziolose bei denen andere antihelmithische Therapien nicht wirksam sind.

Schlagwörter:
Triklabendazol, Fasciola hepatica, Ultraschall, Parasitologie

Abstract

The efficacy and tolerability of triclabendazole (TCZ) was assessed in a clinical phase 2 study. Eighty-one patients (51 female, 30 male, age 15- 81 years) with chronic or latent F. hepatica infection refractory to previous anti-helminthic chemotherapy were enrolled in a 60 day open, non-comparative trial. Patients received 20 mg/kg TCZ as two doses of 10 mg/kg administered after food 12 hr apart. Efficacy of treatment was assessed by stool microscopy, determination of fasciola excretory-secretory antigen in feces, and by ultrasonography. Seventy (92%) of the 76 patients who completed the 60 day follow up period became egg negative. The most important adverse event was colic-like abdominal pain (40 patients [49%]) consistent with the expulsion of the parasite through the bile ducts as confirmed by US on Days 2 - 7. Triclabendazole is an effective therapy for the treatment of F. hepatica infection in patients who have failed to respond to other antihelminthic agents.

Keywords:
Triclabendazole, Fasciola hepatica, Ultrasound, Parasitology


Seiten: [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [60] [61] [63] [64] [65] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78]

Inhaltsverzeichnis

TitelseiteBehandlung und Verlaufskontrolle der therapieresistenten Leberegelinfektion (Fasziolose) mit Triclabendazol
1 Einleitung
1.1Verbreitung
1.2Infektionsstadien
1.3Ätiologie und Entwicklungszyklus des Parasiten
1.4Prophylaxe
1.5Pathologie
1.6Immunität
1.7Therapie der Fasziolose
1.8Zielsetzung der Studie
2 Patienten, Material und Methoden
2.1Patienten
2.2Methoden
2.2.1Klinische Untersuchung
2.2.2Laborchemische Untersuchung
2.2.3Parasitologische Methoden
2.2.3.1Stuhluntersuchung nach Kato modifiziert nach Katz
2.2.3.2Stuhluntersuchung nach Ritchie
2.2.3.3Sedimentationsmethode:
2.2.4Immunparasitologische Methoden
2.2.4.1Spezifische Antikörperbestimmung mittels ELISA
2.2.4.2Bestimmung exkretorisch-sekretorischer Antigene im Stuhl
2.2.5Ultraschalluntersuchung
2.2.6Statistische Methoden
2.2.7Studiendesign
3 Ergebnisse
3.1Befunde vor Therapie
3.1.1Klinische Befunde bei Erstuntersuchung
3.1.2Laborchemische Befunde bei Erstuntersuchung
3.1.2.1Hämatologische Befunde:
3.1.2.2Biochemische Laborparameter:
3.1.3Parasitologische Befunde :
3.1.4Immunparasitologische Befunde
3.1.4.1Spezifische Antikoerperbestimmung mittels ELISA
3.1.4.2Bestimmung exkretorisch-sekretorischer Antigene im Stuhl (FES)
3.1.5Ultraschallbefunde
3.2Vorangegangene Therapieversuche
3.3Verabreichung von Triclabendazol:
3.4Nebenwirkungen
3.5Befunde nach Therapie
3.5.1Klinische Beobachtungen
3.5.2Laborchemische Parameter
3.5.2.1Hämatologische Laborparameter
3.5.2.2Biochemische Laborparameter:
3.5.3Parasitologische Parameter
3.5.3.1Stuhluntersuchungen
3.5.3.2Immunparasitologische Befunde
3.5.4Signifikanzberechnung der Laborparameter
3.5.5Ultraschallbefunde:
3.5.6Compliance
3.6Behandlungserfolg
4 Diskussion
4.1Triclabendazol
4.2Effektivität
4.3Nebenwirkungen
4.4Ultraschall
4.5Immunparasitologische Methoden
4.6klinische und laborchemische Untersuchungen
5 Zusammenfassung:
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungen
Bibliographie Literaturangaben
Danksagung
Selbständigkeitserklärung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Klinische Parameter bei Erstuntersuchung (n=81)
Tabelle 2 Laborchemische Befunde bei Erstuntersuchung (n=81)
Tabelle 3 Biochemische Laborparameter bei Erstuntersuchung
Tabelle 4 Einachweis von Fasciola hepatica in den mikroskopischen Stuhluntersuchungen
Tabelle 5 Immunparasitologische Befunde bei Studienbeginn
Tab. 6 Verlaufsbeobachtung der Vitalparameter nach Therapie mit Triclabendazol
Tab. 7 Verlaufsbeobachtung Körpergewicht nach Therapie mit Triclabendazol
Tab. 8 Verlaufsbeobachtung von BSG und Hämoglobin nach Therapie mit Triclabendazol
Tab. 9 Verlaufsbeobachtung Hämatokrit und Leukozyten nach Therapie mit Triclabendazol
Tab. 10 Differentialblutbild nach Therapie mit Triclabendazol
Tab. 11 Harnstoff und Serumkreatinin nach Therapie mit Triclabendazol
Tabelle 12 Therapieschemata in der Literatur bei Fasziolose
Tabelle 13 Triclabendazol Therapieschemata in der Literatur bei Fasziolose

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Entwicklungszyklus und Überträger der Entwicklungsstadien von Fasciola hepatica
Abb. 2 Entwicklungsdauer in Wirt und Zwischenwirt bei Fasciola hepatica
Abb. 3 Strukturformel von Triclabendazol und den aktiven Metaboliten Triclabendazol-Sulfon und Triclabendazol-Sulfoxid
Abb. 4 Fasciola hepatica zeigte unter Ultraschall lebhafte Bewegung
Abb. 5 Geformter Gallenblasengries larr in der Gallenblase
Abb. 6 Halbmondförmiger Bestandteil (Content) im Ductus biliaris communis
Abb. 7 Ultraschallbefunde vor Therapie mit Triclabendazol
Abb. 8 Vorangegangene Therapieversuche bei chronischer Fasciola hepatica Infektion (n=Anzahl der Patienten)
Abb. 9 Nebenwirkungen nach Triclabendazol Therapie
Abb. 10 Zeitlicher Verlauf des Auftretens einer Gallenwegskolik nach Therapie mit Triclabendazol (Tag 0= vor Therapie)
Abb. 11 Eosinophilenzählung nach Therapie mit Triclabendazol
Abb. 12 Verlaufsbeobachtung der alkalische Phosphatase nach Therapie mit Triclabendazol
Abb. 13 Verlaufsbeobachtung GOT nach Therapie mit Triclabendazol
Folgende Extremwerte wurden nicht in dem Box Plot abgebildet: Tag7 ( 209,214,259,417,447 U/L ); Tag15 ( 663 U/L )
Abb. 14 Verlaufsbeobachtung GPT nach Therapie mit Triclabendazol
Folgende Extremwerte wurden nicht in dem Box Plot abgebildet: Tag7 ( 837 U/L ); Tag15 ( 711 U/L )
Abb. 16 Verlaufsbeobachtung der Stuhluntersuchung nach Ritchie unter Therapie mit Triclabendazol
Abb. 17 Verlaufsbeobachtung der Sedimentationstechnik nach Therapie mit Triclabendazol
Abb. 18 Verlaufsbeobachtung des Einachweis nach Kato-Katz unter Therapie mit Triclabendazol
Abb. 19 Verlaufsbeobachtung der ELISA und FES-Titer nach Therapie mit Triclabendazol
Abb. 20 Fasciola hepatica in erweitertem Ductus hepatis communis
Abb. 21 Fasciola hepatica in erweitertem Ductus hepatis communis (5 Mhz Schallkopf)
Abb. 22 An Tag 7 nach Triclabendazol sind 3-4 sich spontan-bewegende Fasciola hepatica darstellbar
Abb. 23 geformter Gallenblasengries an Tag 15 nach Therapie mit Triclabendazol
Abb. 24 Score 0; Normalbefund in der Ultraschalluntersuchung
Abb. 25 Score 1; Hepato- und Splenomegalie in der Ultraschalluntersuchung
Abb. 26 Score 2; unspezifische Gallengangsveränderungen in der Ultraschalluntersuchung
Abb. 27 Score 3: Fasziolose-verdächtige Gallenwegsveränderungen in der Ultraschalluntersuchung
Abb. 28 pathognomonische Veränderungen der Gallenwege in der Ultraschalluntersuchung
Abb. 29 Compliance bei Nachuntersuchungen
Abb. 30 Compliance bei Abgabe der Stuhlproben
Abb. 31 Behandlungserfolg der Triclabendazoltherapie bei Fasziolose

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Fri Jun 1 12:17:41 2001