Einleitung und Zielstellung

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In den vergangenen Jahren sind verschiedenste Versuche durchgeführt worden, die Entdeckung und Klassifikation von Lungenrundherden in der Bildgebung zu verbessern. Einer der vielversprechenden Ansätze ist der Gebrauch von zwei unterschiedlichen Photonenergien in der Bildgebung des Röntgenthorax, um spezifische Gewebeeigenschaften zu extrahieren. Die damit verbundene Trennung des abgebildeten Gewebes in Knochen- und Weichteil-Informationen könnte die Erkennung von Lungenpathologien erleichtert werden. Jedoch haben sich die bisher angewandten Bildgebungstechniken noch nicht in der täglichen klinischen Routine etablieren können. Grund dafür ist, die bisher nur unvollständige Trennung von Knochen- und Weichteilgewebe. Diese Trennung konnte mittels digitaler Bildverarbeitungsverfahren verbessert werden. Bisher kommen zwei unterschiedliche Techniken zum Einsatz: Einzelschuß- und Zweischußtechnik.[10]
Bei der Einzelschußtechnik wird der Projektionsstrahl durch einen Filter zwischen den beiden Detektoren in einen hohen und einen niedrigen Energiebestandteil getrennt [5]; in der Zweischußtechnik (Dual-Energy-System) wird diese Trennung durch zwei zeitlich kurz versetzte Belichtungen mit jeweils hoher und niedriger Röntgenspannung durchgeführt.[8] In der Bildnachbearbeitung beider Methoden entstehen jeweils eine Knochen- und eine Weichteilabbildung.
In der Studie untersuchen wir ein experimentelles Dual-Energy-System (XQi revolution, GE Medical Systems, Milwaukee, Wisc, USA). Angewandt wird eine digitale Subtraktionstechnik, die knochendichte und weichteildichte Strukturen eines Bildes voneinander trennt. Dafür werden eine niedrigenergetische und eine hochenergetische Aufnahme mit 60 bzw. 120 kV erzeugt. Durch die Subtraktion der beiden Bilder voneinander entstehen ein Knochen- und ein Weichteilbild.
Durch die Technik erwarten wir eine verbesserte Detektion von verkalkten und nicht verkalkten Lungenrundherden. Einerseits da die Überlagerung der Rundherde durch Rippen wegfällt und andererseits da mögliche kalkdichte Binnenstrukturen eines entdeckten Herdes im Knochenbild deutlicher hervorgehoben werden können.[4]
Weiterhin erwarteten wir eine im Vergleich zum etablierten konventionellen Röntgen höhere Sensitivität und Spezifität für Pathologien des Lungengerüstes und des knöchernen Thorax, wie zum Beispiel in der Diagnostik frischer Rippenfrakturen.[2]


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14.09.2006