Diskussion

4.1  Phantomstudie

↓8

Die Bildqualität und die Detailerkennbarkeit des indirekten Systems war bei niedrigeren Dosen besser als die des direkten Systems. Da eines der Hauptziele der Radiologie die Dosisminimierung bei gleichbleibender oder nur unwesentlich verschlechterter Bildqualität ist, kann das indirekte System im Vergleich zu dem direkten System hierzu einen Beitrag leisten.

4.2 Dosisstudie

Um die Erkennbarkeit von Lungenpathologien zu erhöhen, ist die Möglichkeit der digitalen Subtraktion von störenden anatomischen Strukturen insbesondere der Rippen ein vielversprechender Ansatz. In dem von uns untersuchten Dual Energy Prototyp bei unterschiedlichen Dosen nahm das Rauschen im Knochen-, wie auch im Weichteilbild mit steigender Dosis signifikant ab, gleichzeitig nahmen jedoch Bewegungsartefakte signifikant zu, weitere beobachtete Qualitätsfaktoren profitierten nicht von einer Dosiserhöhung. Eine Dosiserhöhung hat somit keinen positiven Gesamteffekt auf die beobachtete Bildqualität.

4.3 Klinischer Vergleich verkalkter Pathologien anhand von Dual Energy und Standardröntgen

Radiologen haben oft die Aufgabe, solitäre Rundherde im Thoraxröntgen einzuschätzen. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, ob dieser Rundherd verkalkt ist oder nicht, da ein verkalkter Rundherd eher für einen benignen Prozeß spricht, wohingegen ein nicht verkalkter Rundherd oft der weiteren Abklärung bedarf. Die bessere Unterscheidung von benignen und malignen Prozessen würde nicht nur den Patienten weitere, wahrscheinlich nicht erforderliche, teilweise belastende Untersuchungen ersparen, sondern auch zur Kostensenkung im Gesundheitswesen beitragen. Die von uns durchgeführte Studie zeigt eine signifikant verbesserte Erkennung dieser Verkalkungen mit Dual Energy Technik im Vergleich zum alleinigen Standardröntgenverfahren, auch wenn insgesamt die Erkennungsrate weit unterhalb der des CTs bleibt.
[Details siehe Publikation Nr. 3, S. 1522ff, Fig. 2. A – E, Fig. 3. A – E]

4.4 Klinischer Vergleich nichtverkalkter Lungenrundherde anhand von Dual Energy und Standardröntgen

↓9

Unsere Studie zeigte eine signifikante Verbesserung von Sensitivität, Spezifität, positivem und negativem Vorhersagewert bei zusätzlicher Nutzung der DE-Technik. Desweiteren steigt die Entscheidungssicherheit der Gutachter signifikant.
Die von uns gemessene relativ geringe Sensitivität der Erkennung von Lungenrundherden sowohl im Standardröntgenverfahren, als auch mit Dual Energy Technik ist vergleichbar mit Publikationen anderer Autoren. Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, daß die Anzahl der Rundherde kleiner 0,5 cm in unserer Studie mit 30 von 59 Rundherden sehr groß war.[9, 11]

Im Standardröntgenverfahren können durch überlappende anatomische Strukturen fehlerhaft positive und fehlerhaft negative Ergebnisse von Lungenpathologien entstehen. Mit dem Dual Energy Verfahren und dem Separieren von Knochen- und Weichteilbild können diese Probleme vermindert und Sensitivität und Spezifität gesteigert werden. Obwohl die Ergebnisse auch mit Dual Energy Verfahren dem CT deutlich unterlegen bleiben, stellt die Dual Energy Technik ein wertvolles Verfahren dar, um die Standardscreeningmethode Thoraxröntgen mit gering höherer Dosis zu verbessern. Vorraussetzung ist eine weiter optimierte Technik und eine verbesserte, benutzerfreundliche Software des Systems.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
14.09.2006