Schmall, Susanne: Das Ökotourismusprogramm der Organización de Pueblos Indígenas de Pastaza (OPIP) im Amazonastiefland Ecuadors Ansätze selbstbestimmter Entwicklung einer indigenen Basisorganisation

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Kapitel 3. Indigene Bevölkerung des Oriente

3.1. Demographische Veränderungen

Die heutigen indigen Völker des Oriente stammen von den Oas (Andoas), Omaguas, Huitotos, Tetetes, Záparos und Coronados ab. Sowohl ihre Bevölkerungszahlen als auch ihre ethnische Zusammensetzung haben sich von der Zeit der Konquista bis heute stark verändert ( Tabelle 2 ).

Tabelle 2: Indigene Bevölkerung zur Zeit der Konquista und heute

Indigene Bevölkerung Zur Zeit der Konquista (Mitte des 16. Jahrhunderts) ...und heute

In Amazonien

5-7 Mio.

( Centeno1993 )

1 Mio.

( Centeno1993 )

Im Oriente

270.000

( CONAIE1989 )

122.000

( CAAM1994 )

105.000

( CONAIE1989 )

85.000-100.000

( Estrella1992 )

95.000

( Uquillas1991 )

In Pastaza

100.000

( ConcejoProvincialPastaza1988 , Bd.1)

24.000

( CAAM1994 )

Von den zahlreichen Völkern verschwanden einige ganz. Sie wurden durch eingeschleppte Krankheiten (z.B. Masern, Röteln, Malaria) oder durch inner- und interethnische Kriege ausgerottet und in den von Einwanderern errichteten Plantagen versklavt oder verschleppt. Die Flucht vor diesen Bedrohungen vergrößerte ihre räumliche Mobilität und sie vermischten sich mit Weißen, Mestizen und anderen indigenen Völkern. Kleinere Völker verschwanden durch ihre Adaption an größere.

Im Oriente expandierten vor allem die Völker der Shuars und Quichuas<15>. Seit dem 19. Jahrhundert kamen die Shuars in die heutige Provinz Pastaza und besetzten neue Gebiete im Napo. Die Quichuas dehnten ihre Siedlungen entlang der Flüsse San Miguel und Putumayo, Napo und Curaray ins Waldesinnere aus ( Uquillas1993a ). Die Abbildung 11 und Tabelle 3 zeigen den Siedlungsraum und die Größe der heute


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im Oriente lebenden Völker der Shuars, Achuars, Quichuas, Shiwiars<16>, Huaoranis, Sionas, Secoyas und Cofanes<17>. Sie machen nur noch ein Drittel der Bevölkerung des Oriente aus.

In den heutigen Grenzen der Provinz Pastaza lebte zur Zeit der Konquista die ethno-linguistische Familie der Záparos. Ihre damalige Bevölkerung wird auf ca. 100.000 Personen geschätzt ( ConcejoProvincialPastaza1988 , Bd.1). Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert ging sie vermutlich durch Krankheit und Versklavung um 60 bis nahezu 100 % zurück ( Sweet1969 ). Teile der Záparo-Bevölkerung vermischten sich mit den Achuars, deren Jagdterritorien und Fischgründe sie teilten. Heute leben nur noch wenige Záparos, die ihre Sprache nicht mehr an ihre Kinder weitergeben und in der Kultur der Quichuas aufgehen.

Die Quichuas Pastazas, genannt ”Canelos Quichua“, formierten sich während der Kolonialepoche und bilden eine Mischung aus den ursprünglichen Bewohnern nördlich des Río Bobonaza, des Hochlands, der ”Quijos Quichua“, Záparoanos (Gaye, Záparos) und Jibaroanos (Caninche, Andoa, Achuar) ( Oberem1974 ). Whitten beschreibt ausführlich ihre Ursprünge, Lebensweise und Adaption an die Einwandererkultur ( Whitten1987 ). Die Entwicklung der Quijos Quichua der Provinz Napo unterscheidet sich von der der Canelos Quichua, da letztere stärker durch die Kirche beeinflußt wurden und bereits seit dem 16. Jahrhundert in den Plantagen der Einwanderer dienen mußten.

Die ursprüngliche Sprache der Quijos Quichua ist nicht bekannt. Sie nahmen das Quichua vermutlich bereits vor der Ankunft der Spanier im Napo an ( Reeve1988 ). Auch wenn es archäologische Hinweise für einen präinkaischen Handel zwischen Oriente und Hochland gibt, in der das Quichua des Hochlandes sich als Handelssprache verbreitet haben könnte, waren vermutlich die katholischen Missionen der wichtigste Faktor für seine Einführung in die oberen Amazonasgebiete. Angesichts der Vielfältigkeit der indigenen Sprachen bauten die Jesuiten Übersetzungsschulen in der heutigen Provinz Napo auf, wo Jugendliche der verschiedenen Völker Quichua lernten. So wurde es auch für die Canelos Quichua zur Sprache der Missionsstationen ( COICA1996 ) und außerdem


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zur Sprache des Handels mit dem Hochland und den nördlichen Nachbarn.

Abbildung 11: Indigene Völker des Oriente ( AcciónEcológica1994 )

Die indigene Bevölkerung Pastazas, die Canelos Quichua<18>, Achuars, Shiwiars, Záparos, Shuars und Huaoranis bewohnen ca. 70 % der Provinzfläche. Die zugewanderten Mestizen mit etwa zwei Dritteln der Bevölkerung der Provinz siedeln fast ausschließlich in der Zone des Andenfußes.


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Tabelle 3: Völker des Oriente heute

Völker Provinzen Personenzahl

Achuar

Morona Santiago und südliches Pastaza

3.600

( VargasL , Dirigente der FINAE , Interview)

3.000

( Valarezo1994 )

2.400

( CONAIE1989 ; Uquillas1991 )

Cofán

Sucumbíos

650

( Kimerling1993 )

500

( Valarezo1994 ; Uquillas1991 )

460

( CONAIE1989 )

Huaorani

Napo und nördliches Pastaza

2.000

( Valarezo1994 )

1.580

( Kimerling1993 )

1.282

( Smith1993 )

1.200

( Uquillas1991 )

600

( CONAIE1989 )

Quichua

Napo, Sucumbíos und Pastaza

70.000

( Valarezo1994 )

60.000

( CONAIE1989 )

48.000

( Uquillas1991 )

Secoya

Sucumbíos

500

( Valarezo1994 )

Shiwiar

Pastaza

2.000

( Valarezo1994 )

600

( Kimerling1993 )

Shuar

Provinz Zamora Chinchipe, Morona Santiago, südliches Pastaza

42.000

( Uquillas1991 )

40.000

( Valarezo1994 ; CONAIE1989 )

Siona

Sucumbíos

250

( Valarezo1994 )

Záparo

Pastaza

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( Valarezo1994 )

3.2. Traditionelle Wirtschaftsform der Quichuas

Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die Quichuas, die den überwiegenden Teil der Mitglieder der OPIP und der Bevölkerung in den Comunidades und Asociaciones des ÖTP stellen.


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Der ” Ayllu “, der durch verwandtschaftliche Beziehungen definiert wurde, bestimmte das traditionelle Zusammenleben der Quichuas. Er umfaßte die engere Familie<19> beider Ehepartner ( Reeve1988 ). Jeder Ayllu bezog sich auf einen bestimmten Ort, genannt ” Llacta “ (Ursprung). Im allgemeinen bestand eine Llacta aus Mitgliedern von zwei oder mehr Ayllus, in der die Großeltern, ihre Kinder und deren angeheiratete Partner und Enkel wohnten. Weitere Mitglieder desselben Ayllus lebten in anderen Llactas.

Die Llactas wurden von den Großeltern oder von einem Schamanen geführt. Landbesitz war kommunal. Nach den Traditionen der Quichuas gab es keinen Privatbesitz, sondern den Familienbesitz der ” Chacra (kleine Felder), des Hauses, der Jagd, des Fischfangs und des Wissens. Auch wenn der Nutzen eines Gebietes über viele Generationen in einem Ayllu blieb und er die wirtschaftliche Einheit darstellte, wurden viele Gebiete mit anderen Ayllus geteilt oder an andere Ayllus abgegeben, wenn sie nicht genutzt wurden ( Viteri1992 ).

Im traditionellen Zusammenleben der Quichuas wurde politische Macht nicht zentralisiert und institutionalisiert. Politische Figuren waren nicht allgemeingültig. Sie entstanden in Momenten der Spannung als Kriegsführer und als spirituelle Führer, deren Macht sich anschließend wieder auflöste. Die religiöse Macht war eng verbunden oder identisch mit der sozialen und politischen Macht ( Hoffmeyer1995 ). Sie ging von den Führern weniger Familien aus. Wichtige Entscheidungen wurden aber im informellen Konsens nach der Diskussion mit den einzelnen Familien getroffen ( ChaseSmith1996a ).

Die indigenen Comunidades deckten ihren Proteinbedarf durch Fischfang und Jagd<20>. In den Comunidades im Waldesinneren wie Sarayacu jagen die Männer der Familie auch heute ein bis zwei Mal in der Woche und fischen täglich. Der monatliche Konsum an Wildfleisch beträgt dort ca. 19-24 kg pro Familie ( Viteri1992 ).


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Die indigene Bevölkerung sammelte Pflanzenteile wie Früchte, Samen und Rinden zur Ernährung, medizinischen Verwendung und als Herstellungsmaterialien<21>. Nach einer Studie über die Cofanes, Quichuas, Sionas, Secoyas, Shuars und Huaoranis von Lescure et al. werden von der indigenen Bevölkerung heute noch 600 Pflanzenarten genutzt ( Lescure1988 ). Iglesias beschreibt die medizinische Nutzung von 178 Pflanzenarten durch die Quichuas am Río Napo ( Iglesias1985 ).

Der traditionelle Brandrodungsfeldbau der Quichuas war eine Form der Agroforstwirtschaft, die auf Subsistenz ausgerichtet war. Jede Familie hatte i.d.R. vier Chacras, dessen Abstand voneinander nicht mehr als 1,5 km betrug. Für jede Chacra wurde eine Fläche von ca. 0,5 -0,8 ha gerodet, wobei einzelne Bäume, die einen Lebensraum für Wildtiere oder bestimmte Nahrung für die menschliche Versorgung lieferten, als Überhänger stehen gelassen wurden. Die wichtigsten Anbaufrüchte der Chacra waren Cassava, Mais und Kochbananen. Dazwischen befanden sich mindestens 30 weitere Gemüsearten, Fruchtbäume und Heilkräuter<22>. Nach zweijähriger Nutzung wurde die Fläche der Brache überlassen.

Neun bis zehn Monate im Jahr befand sich die Quichuafamilie in der Purina , d.h. in Gebieten flußabwärts, die dem Ayllu gehörten und für die Landwirtschaft und die Jagd genutzt wurden ( Viteri1992 ). Die Purina erweiterte nicht nur das Nahrungsangebot, sondern verhalf den Reisenden zu seltenen natürlichen Ressourcen wie z.B. Farbstoffen für die Keramik. Sie stärkte die soziale Integration innerhalb des Gebietes des eigenen Volkes sowie der gemeinschaftlich genutzten Gebiete mit den Achuars und Huaoranis ( Reeve1988 ).

Die Keramik der Canelos Quichua ist sehr fein, sowohl in ihren Formen als auch in ihrer Zeichnung. Sie wurde schon in den 70er Jahren in Quito als Andenken an


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Touristen verkauft und fand in den USA Bewunderung als Kunsthandwerk ( Whitten1981 ). Einige Frauen sind im Besitz von besonderen Fähigkeiten. Sie gehören häufig der Familie eines Schamanen an und drücken ihre Kräfte mittels der Produktion von außergewöhnlicher Keramik aus. ”Para hombres y mujeres la Mucahua ( Foto 2 ) y la Tinaja ( Foto 3 ) representan los más altos conocimientos artísticos de su cultura y además demuestran la continuidad del pasado, el presente y el futuro“<23> ( Whitten1981 , S.211).

Alle wirtschaftlichen Aktivitäten wurden von Familien durchgeführt, die sich im gegenseitigen Austausch innerhalb des Ayllus halfen. Sie luden zur traditionellen ”Minga“ (Gemeinschaftsarbeit) ein, um z.B. eine neue Chacra zu schlagen, das Haus zu reparieren oder Unterstützung bei der Jagd oder dem Fischfang zu bekommen. Bereits eine Woche vorher fingen die Frauen des Haushaltes an, ” Chicha aus Cassavawurzeln herzustellen. Die Frauen kauten den zerstampften Brei und spuckten ihn in ein großes Gefäß. Der Speichel verhalf dem Getränk zur Gärung, welches mit Wasser vermischt zu allen sozialen Anlässen gereicht wurde ( Foto 4 ). Die Männer waren für das Anbieten von Wildfleisch zuständig.

Die reziproke Ökonomie basierte auf dem zeitlich verschobenen Austausch von Gütern und Dienstleistungen wie die beschriebene Minga. Der Fluß des gegenseitigen Gebens wurde durch die Verpflichtung, etwas zurückzugeben, permanent aufrechterhalten. Voraussetzung für die Rückerstattung der Leistung war in diesem System eine anerkannte moralische Ordnung ( ChaseSmith1996b ). Die traditionelle Ökonomie zielte nicht auf die Hebung des Lebensstandards oder auf die Akkumulation von Reichtümern ab.

3.3. Wirtschaftlicher und kultureller Wandel

”Hoy el indio no quiere ser indio. El indio quiere ser mestizo, el mestizo blanco, el blanco gringo, y el gringo quiere irse a las planetas“<24> ( Grefa , Vizepräsident der OPIP, Interview).

Die oben beschriebenen traditionellen Lebensformen habe ich zur Vereinheitlichung des Stils in die Vergangenheitsform gesetzt, was aber nicht bedeutet, daß sie nicht


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mehr existieren. Die Gesellschaft der Quichuas verbindet heute traditionelle mit modernen Lebensformen, ihre jeweilige Ausprägung wird durch die geographische Lage, Länge und Intensität des Kontakts mit der nicht-indigenen Welt bestimmt.

Foto 2: Mucahua aus Ton zum Servieren der Chicha (Aufnahme: Klaus Kruse)

Sowohl in Bezug auf den Anteil der Einwanderer (64 %) als auch auf den Anteil der Auswanderer (51 %) nimmt Pastaza die erste Stelle in der Statistik Ecuadors ein ( Tassi1995a ). In vielen indigenen Comunidades wurden zwischen 1974 und 1982 Abwanderungstendenzen festgestellt (z.B. Canelos -7,3 %). Die Migration von Jugendlichen aus ihren Comunidades in die Sierra (Frauen als Haushaltshilfen), die Costa (Männer als Plantagenarbeiter) und in den nördlichen Oriente (Männer für die Erdölindustrie) begann bereits in den 50er Jahren und dehnte sich in den nächsten Dekaden auf die Comunidades im Waldesinneren aus. Viele der Ausgewanderten kehrten später zurück und nahmen ihr traditionelles Leben wieder auf. Sie brachten Güter und auch eine verstärkte Aufnahmefähigkeit für die Elemente aus der weißen Kultur mit. Dies führte u.a. zu einer höheren Bewertung der spanischsprachigen Erziehung, veränderte die Bauweise der Häuser ( Foto 5 ) und verstärkte die landwirtschaftliche Produktion für den Markt.

Während die traditionelle ökonomische Einheit, der Ayllu in einer Llacta , alle lokalen Ressourcen teilte, sind heute nur wenige Niederlassungen identisch mit wirtschaftlichen Einheiten ( ChaseSmith1996c ). Die meisten Comunidades Pastazas


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entsprechen einem neuen Typ Niederlassung: Llactas bilden Sektoren innerhalb einer Comunidad, die sich um ein Zentrum (älteste Ansiedlung, Missionsstation oder Flugpiste) als verstreute Niederlassungen gruppieren ( Whitten1987 ; Reeve1988 ). Zu der ansteigenden Anzahl an Ayllus und Llactas kommen verwaiste Familien, die z.B. von Masernepidemien übrig geblieben sind oder während der Kautschukzeit oder von neuen Siedler vertrieben wurden. Die Formalisierung der Comunidades mit eigener Rechtsperson stellte ein Mittel zur Verteidigung der natürlichen Ressourcen und der Lebensformen gegen eine aggressive Kolonisierung dar. Sie schuf eine neue Verbindung zwischen traditionellem kommunalem Landbesitz und legalisierten individuellen Parzellen, die vor allem zur Marktproduktion genutzt werden. Sie fand aber nur in wenigen Comunidades der OPIP in der Andenfußzone statt.

Die Ökonomie der Geschenke und des Austausches von Nahrung ist noch heute innerhalb der lokalen Familien aktuell, außerhalb aber immer weniger. Individualismus und Anhäufung von Gütern schwächen die für den Austausch notwendige Moral. Die Überschüsse an Nahrungsmitteln werden verkauft. Transaktionen, in denen Geld eine Rolle spielen, werden dominanter ( ChaseSmith1996b ).

Minga, indem sie die Gruppenbildung zwischen Ayllus als Bedingung zur Kreditvergabe für Fördermaßnahmen und Beratung forderten und sich damit selten an den Interessen der Mitglieder in der Comunidad orientierten ( Villaverde , Koordinator von FEPP<25> Lago Agrio, Interview).

Die indigene Bevölkerung in den kolonisierten Randgebieten verwandelte sich zunehmend in Viehbauern, um ihren Landanspruch zu sichern und am Markt teilzuhaben ( ConcejoProvincialPastaza1988 , Bd.7). Auch in den indigenen Comunidades im Waldesinneren werden Rinder gehalten und über Flugzeug oder mit tagelangen Fußmärschen lebend nach Puyo transportiert. In Sarayacu beispielsweise gibt es durchschnittlich zwei Rinder pro Familie zu ihrer Absicherung gegen wirtschaftliche Notlagen ( Viteri1992 ). Die Quichuas trinken keine Milch, verkaufen sie aber teilweise an die Lehrer und die Mission im Ort.

Die indigene Bevölkerung verkaufte landwirtschaftliche Produkte an Missionen, Militär und Lehrer, seit diese in ihren Comunidades existierten. Männer und Jugendliche stellen heute zusätzlich kommerzielle Güter her, wie z.B. Kanus,


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Blasrohre, Körbe, Hängematten und gewebte Taschen, um sie innerhalb der indigenen Gruppe gegen Bargeld zu verkaufen ( Reeve1988 ).

Foto 3: Tinaja zur Aufbewahrung der Chicha (eigene Aufnahme)

Keramik wird dagegen nie unter den Quichuas gehandelt, um sie selbst zu benutzen, sondern nur an indigene Zwischenhändler zum Verkauf in die Städte. Produkte von Wildpflanzen aus dem Wald, wie z.B. Sangre de drago (Croton lechleri), Palo de rosa (Cornus peruvianus) und Morete (Mauritia flexuosa), werden noch relativ wenig vermarktet ( Reyes1995 ; Tassi1995a ). Weitere Geldquellen in den Comunidades sind die entgeltliche Mitarbeit bei staatlichen Infrastrukturprojekten (z.B. Hängebrücken, Wege, Gemeinschaftshaus der Comunidad, Instandhaltung der Flugpisten) und Lohnarbeit für die Erdölindustrie.


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Foto 4: Während der Minga bieten die Frauen Chicha an (eigene Aufnahme)

Mit zunehmenden wirtschaftlichen Interessen hat sich das interne Führungssystem gewandelt. Heute führen häufig die Männer eine Llacta an, die sich durch besondere Kenntnisse und Kontakte als Vermittler zur nicht-indigenen Welt auszeichnen (so wie der Schamane der Vermittler zur spirituellen Welt ist). Sie sind häufig Kinder von gemischten Ehen, die in der indigenen Gemeinschaft aufgewachsen sind und über die Eltern Kontakte zur nicht-indigenen Welt bekommen haben ( Reeve1988 ). Diese neue Art Führer nimmt zu, während sich kaum noch Schüler finden lassen, die den langen schwierigen Weg des Lernens und Praktizierens als Schamane auf sich nehmen wollen. Traditionelle Kenntnisse über Medizinalpflanzen werden seltener.

Während die traditionelle Minga auf dem Austausch von Arbeit und sozialen Beziehungen innerhalb des Ayllus und der Llacta basierte, wird heute unter Minga meist dörfliche Gemeinschaftsarbeit verstanden, die die Missionen als obligatorische ”Varayuj Minga“ zu ihrer Unterstützung einführten. Sie basiert nicht auf dem symmetrischen Austauschsystem der Minga innerhalb der Ayllus ( Reeve1988 ). Entwicklungsorganisationen übernahmen diese kommunale

In Bezug auf die Bevölkerungsdichte lebt der größte Anteil der armen Bevölkerung Ecuadors (35 %) im ländlichen Oriente. Nach dem Weltbankbericht von 1995 ( Weltbank1995 ) können 67 % der Bevölkerung des Oriente keinen Warenkorb mit Lebensmitteln und anderen Produkten zur Deckung des Grundbedarfs erwerben.


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Dies betrifft vor allem die indigene Bevölkerung. Armut ist aber ein relativer Begriff und Berechnungen zum Warenkorb tendieren dazu, die Bedeutung der Subsistenzwirtschaft als zu gering einzuschätzen. Einige Familien, die Geld verdienen, vernachlässigen die Bewirtschaftung ihrer Chacras. Statt dessen ersetzen sie traditionelle Subsistenzprodukte durch den Zukauf von Nahrungsmitteln, wie z.B. Reis. Der Rückgang der Vielfalt an Arten und Sorten von Nahrungsmittelpflanzen trägt zur Verarmung der traditionellen Systeme bei.

Foto 5: Traditionelle und moderne Bauweise (Dach bzw. Wände) innerhalb eines Wohnhauses (eigene Aufnahme)

3.4. Degradierung natürlicher Ressourcen

”Las comunidades adentro todavía son virgenes, están mantenidas, no tocadas por el mundo occidental“ <26> ( Grefa <27>, Interview).


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Während zuerst die spektakulären Umweltzerstörungen im Oriente durch Kolonisierung, Erdölkonzerne, Agroindustrie ( CONFENIAE1985 ) und Forstwirtschaft ins Auge fallen, tragen auch die Comunidades selbst zur Vernichtung ihrer natürlichen Ressourcen bei. Beispiele hierfür sind die Verwendung von Barbasco<28> (Phyllanthus pseudolonami, Lonchocarpus nicou), chemikalischen Giften<29> oder Dynamit zum Fischen ( Foto 6 ), die Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmittel in der Naranjillaproduktion, die Überjagung durch den Handel mit Wildfleisch und lebenden Wildtieren und der Holzeinschlag zum Verkauf.

”Antes los indígenas eran ecologistas, hoy destruyen más que los colonos,“<30>

beschreibt Nelson Reiñoso ( Reiñoso , Mitarbeiter FEPP Lago Agrio, Interview) die Situation in den nördlichen Orienteprovinzen. Besonders in den kolonisierten Randgebieten mit abnehmender Waldfläche und zunehmender Bevölkerungsdichte geht der Tierbestand spürbar zurück. Dazu tragen u.a. veränderte Jagdtechniken bei (Gewehr statt Blasrohr, Dynamit statt Angelhaken), aber auch die Aufnahme von nicht-traditionellen sozialen und religiösen Festen in den Kalender der Comunidad. Durch sie gibt es vermehrt kommunale Jagdereignisse, die traditionell nur ein Mal im Jahr stattfanden.

Häute, Felle und lebende Tiere für zoologische Gärten, z.B. Weißbartpekari (Tayassu pecari), Wassernutria (Pteronura brasiliensis), Ozelot (Felis pardalis) und Jaguar (Panthera onca), werden über Kolumbien oder Guayaquíl nach Übersee verkauft.

Nach den offiziell registrierten Angaben werden beispielsweise pro Jahr ca. 1.500 Ozelote exportiert, während schätzungsweise 20.000 dieser Tiere im Jahr gejagt werden ( Encalada1983 ). Über das Ausmaß der genannten Gefahren für die Populationsdichte der Tiere in Pastaza gibt es keine qualitativen Untersuchungen.

Das ökologische Verständnis von indigener Bevölkerung und ihr Interesse an Naturschutz können nicht per se idealisiert werden. Indigene sind keine Ökologen durch Geburt ( Little1992 ), der ”ökologische edle Wilde“ ( Redford1990 ) ist eine Fiktion. Indigene Völker und ihre Verbindung zur natürlichen Umwelt stellen für die westliche Kulturwelt gedanklich eine romantische Ausflucht in eine verlorene Welt


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dar. Die gemeinsamen Interessen zwischen Indigenen und Naturschutzorganisationen weichen dort auf, wo auch Indigene beginnen, prioritär ökonomischen Interessen nachzugehen.

Einfluß und Verantwortung für die Umwelt haben die Schamanen:

”El shamán de Sarayacu puede atraer y hacer desaparecer a los animales“. ”Los shamanes son los más controladores del medio ecológico“<31> (Mitglieder der Asociación Canelos im ÖTP-Kurs für touristische Operation, 10.5.1996).

Foto 6: Mit Dynamit gefischte Welse (eigene Aufnahme)


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Einige Tabus lassen ökologische Hintergründe vermuten, z.B. das Heraufbeschwören von Malaria bei dem Überkonsum von Früchten einer Palme, der Rache des Wächters einer zu stark genutzen Pflanze oder einer Ameiseninvasion in einer zu groß eingeschlagenen Chacra ( ChaseSmith1996b ).

Die Rahmenbedingungen bestimmten die traditionelle Lebensweise der Quichuas im Oriente: Sie waren semi-seßhaft und zogen weiter, wenn die natürlichen Ressourcen am alten Standort erschöpft waren. Sie lebten nach ihrem Bedarf, da natürliche Ressourcen im Überfluß vorhanden waren. So ist es kein Widerspruch zu ihrer traditionellen Lebensweise, wenn eine große Anzahl Fische im Fluß gleichzeitig getötet oder ein Baum, der voller Früchte ist, zur Ernte gefällt wird.

Der zunehmende zerstörerische Umgang mit der Natur wird häufig mit dem Verlust der traditionellen Wurzeln erklärt. Er scheint jedoch stärker auf den Bevölkerungsanstieg, auf die Stabilisierung der Comunidades an einem Ort, auf den Wunsch nach Einkommen und auf das mangelnde Bewußtsein für die relativ neuen Umweltprobleme, ihre Hintergründe und Auswirkungen zurückzuführen zu sein.

Während sich früher die Quichuafamilien als Semi-Nomaden für einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten zur Ernte, für Feste etc. trafen, verbringen sie heute die größte Zeit des Jahres in der Llacta. Sie bietet ein geringes Maß an Medikamenten, den Kindern eine Schule, und es kann über Sprechfunkradio und Flugtransport mit der Außenwelt kommuniziert werden. Während die Chacras traditionell etwa 6-10 Jahre in sandigen Böden und bis zu 25 Jahre in Tal- und Hangböden der Brache überlassen wurde, verkürzte sich die Zeit zur Regenerierung der natürlichen Vegetation in den dicht besiedelten Gebieten stark ( Viteri1992 ).

”Recién en Sarayacu se evita fiestas introducidas y se queda con dos fiestas cada año. Así se evita demasiado caza y pesca“<32> ( ViteriL , Direktor des Instituts Amazanga der OPIP, Interview).


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3.5. Indigene Föderationen

”Antes nuestra gente vivía por vivir, nadie se preocupó de linderaciones y del futuro“<33> ( AlvaradoC , Dirigente der FOIN, Interview).

Seit den 60er bis in die 90er Jahre schlossen sich indigene Comunidades des Oriente als Reaktion auf die Bedrohung ihres Lebensraums zu übergeordneten Basisorganisationen, den Föderationen ( Abbildung 12 und Abbildung 13 ), zusammen. Während die ersten Organisationen der Sierra stark von der Gewerkschaftsbewegung dominiert wurden und den Kampf zur Bildung eines sozialistischen Staates zum Ziel hatten, beeinflußte im Oriente die Kirche die Gründungen der Föderationen. Ein Beispiel hierfür ist die Entstehung der Federación Interprovincial de Centros Shuar (FICSHA) 1964 unter Mitwirkung des Salesianer-Ordens. Sie ist der älteste ethnische Zusammenschluß dieser Art im gesamten Amazonastiefland ( ChaseSmith1996c ) und in Südamerika ( Hoffmeyer1995 ) und umfaßt die Völker der Shuars und Achuars (bis 1996) der vier Provinzen des Oriente und der Provinz Guayas an der Küste .

Die OPIP dagegen entstand als eine Provinzorganisation, in der sich indigene Comunidades mehrerer Völker der Provinz Pastaza organisierten (Gründungsdaten der Föderationen siehe Tabelle 4 ). Sie wurde seit Beginn von dem zahlenmäßig überlegenen Volk der Quichuas dominiert. Vor und nach ihr entstanden weitere regionale Quichuaorganisationen, wie die Federación de Organizaciones Indígenas del Napo (FOIN) in Tena, die Federacion de Comunas Unión de Nativos de la Amazonía Ecuatoriana (FECUNAE) in Coca und die Federación de Organizaciones Indígenas de Sucumbíos (FOISE) in Lago Agrio.

Bereits in der ersten Dekade der Existenz der OPIP spalteten sich die Huaoranis und in den 90er Jahren die Achuars ab und bildeten eigene Organisationen. Es entstanden die Organización de la Nacionalidad Huao de la Amazonía Ecuatoriana (ONHAE) und eine Föderation der Achuars von Pastaza. Sie nannte sich Federación Indígena de la Nacionalidad Achuar del Ecuador (FINAE), nachdem sie die von der FICSHA abgespaltenen Achuars der Provinz Morona-Santiago aufgenommen hatte.


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Abbildung 12: Föderationen und Dachorganisationen der indigenen Völker des Oriente (Auswahl) (eigene Darstellung)

Die von der Personenzahl her kleinen und verwandten Völker Siona und Secoya gründeten zuerst eine gemeinsame Organisation, die sich anschließend in die Organización de Nacionalidad Indígena Siona del Ecuador (ONISE) und die Organización Indígena Secoya del Ecuador (OISE) teilte. Die Cofanes gründeten die Organización Indígena de la Nacionalidad Cofán del Ecuador (OINCE).

In den 50er Jahren kamen evangelische Sekten in den Oriente, wie das US-amerikanische Instituto Linguistico de Verano (Summer Institute of Linguistics), und veränderten das Leben in den von ihnen beeinflußten Comunidades in einer aggressiveren Weise als die katholischen Missionen. Als Reaktion auf die bestehenden Föderationen unter katholischem Einfluß schlossen sich die von evangelischen Sekten missionierten Comunidades in den Provinzen Morona-Santiago, Napo und Pastaza zu verschiedenen Organisationen zusammen. Ihr Einflußgebiet ist im allgemeinen kleiner und liegt in schwerer zugänglichen Gebieten. Durch die anfänglich enge Verknüpfung mit Sekten blieb ihr Zugang zu Entwicklungshilfegeldern gering. Sie führen daher kaum Entwicklungsprojekte durch und wurden nicht in die Interviews dieser Arbeit einbezogen.

Die Situation der Landrechte, der kulturellen Marginalisierung, Umweltbedrohungen etc. stellt sich in den verschiedenen Provinzen und für die verschiedenen Völker sehr


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unterschiedlich dar. Der organisatorische Aufbau und die Arbeitsinhalte der Föderationen in den Kommissionen aber ähneln sich ( Tabelle 4 ).

1980 wurde die Confederación de las Nacionalidades Indígenas de la Amazonía Ecuatoriana (CONFENIAE) als regionaler Dachverband der Föderationen des Oriente gegründet. Sie ist Mitglied des nationalen indigenen Dachverbandes Ecuadors, der Confederación de las Nacionalidades Indígenas del Ecuador (CONAIE, Gründung 1986) und der Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica (COICA, Gründung 1984) ( Abbildung 12 ) Die COICA schließt die regionalen indigenen Amazonasdachverbände aller Amazonas-Anrainerstaaten zusammen und hat die Stärkung der Einheit und Zusammenarbeit zwischen allen indigenen Völkern des Amazonasbeckens zum Ziel. Sie vertritt ihre Mitgliedsorganisationen gegenüber zwischenstaatlichen Instanzen, wie z.B. dem Amazonaskooperationsvertrag der Regierungen der Amazonasländer und internationalen NRO .

Der Dachverband CONFENIAE wird von den großen Völkern der Shuars und Quichuas dominiert. Zur Behauptung ihrer Macht wird der Zusammenschluß der Shuar- und Achuarorganisationen zur Confederación Pan-Shuar und eine gemeinsame Regierung der Quichua-Föderationen diskutiert.

Der Wunsch nach einer stärkeren Koordination und Mitsprache der kleinen Völker wurde in der Bildung des indigenen Amazonasparlaments Parlamento de las Nacionalidades Indígenas de la Amazonía Ecuatoriana im November 1993 ausgedrückt. Es trifft sich alle sechs Monate zur Evaluierung der Arbeit der indigenen Föderationen und Dachverbände.


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Abbildung 13: Lage der Föderationen des Oriente (Auswahl) (eigene Darstellung)

Tabelle 5 zeigt die Zuordnung in Kategorien von Basisorganisationen, die nach meiner Einschätzung verschiedene Autoren den Föderationen geben würden.


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Tabelle 4: Übersicht der Föderationen im Oriente (Auswahl) ( CONAIE1989 ; Voz de la CONFENIAE , 1996, Nr.19, S.4-6 u. 14)

Födera-tion Gründung<34> Völker Comu-nidades Personen (Familien) Kommissionen

FICSHA

(1961) 1964

Shuar

380

60.000

(5.300)

Land; Erziehung; Arbeit; Kommunikation; Gesundheit

FOIN

(1969) 1973

Quichua

143

23.500

(3.880) <35>

Kommunikation; Erziehung u. Kultur; Konflikte; Land; Gesundheit; Organisation

OISE

(1972) 1977

Secoya

3

750

(108)

Erziehung; Landwirtschaft u. Viehzucht; Gesundheit; Promotion, Organisation u. Kultur; Tourismus; Land

FOISE

1978

Quichua

40

(279)

Promotion u. Organisation; Erziehung; Gesundheit; Frauen u. Menschenrechte; Gemeindeentwicklung; Land

OPIP

(1979) 1981

Quichua, Shiwiar, Záparo

136

20.000

Land, Gemeindeentwicklung; Natürliche Ressourcen u. Umwelt; politische u. rechtliche Fragen; Erziehung; Frauen und Gesundheit; Transport u. Kommunikation

FECUNAE

(1976) 1984

Quichua

61

(494)

(1.520)<36>

Land; Landwirtschaft; Soziales; Erziehung; Frauen; Gesundheit

ONHAE

1990

Huaorani

26

1.600

Land; Gesundheit; Erziehung; Tourismus

FINAE

1995

Achuar

44

3.600

Erziehung; Land; Gesundheit; Promotion u. Organisation


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Tabelle 5: Kategorisierung der Föderationen als Organisationen des dritten Sektors ( Wegener1992 )

Zuordnung Autor

Mitgliederorganisationen mit unbestimmten multiplen Aufgaben

( Uphoff1986 )

Selbsthilfeorganisationen der Sektoren Gesundheit, ländliche Entwicklung, Organisation, Mobilisierung und Politisierung

( Nebelung1988 )

Regional arbeitende NRO, die bei der Regierung offiziell registriert sind und überwiegend ausländisch finanziert werden

Selbsthilfeorganisationen mit Wohlfahrts- und entwicklungs-politischen, Mobilisierungs- u. Politisierungsprogrammen

( Jessen1989 )

Advocacy NRO mit Konzentration auf Umweltprobleme, Land- und Völkerrechte

( Bowden1990 )

Zusammenfassung von Kapitel 3

Die Lebensform der Quichuas befindet sich im Prozeß der Umwandlung. Der Kontakt mit der nicht-indigenen Welt schuf die Nachfrage nach neuen Gütern und somit nach Geld und führte dazu, daß die indigene Bevölkerung zur Zerstörung ihrer natürlichen Ressourcen beiträgt.

Seit den 60er Jahren schlossen sich indigene Basisorganisationen als Reaktion auf die Bedrohung ihres Lebensraums zu Föderationen und Dachverbänden zusammen. Sie forderten von der ecuadorianischen Regierung, ihre traditionellen Gebiete formell anzuerkennen. Heute suchen sie u.a. nach neuen Möglichkeiten zur Schaffung von Einkommen in den Comunidades , welche traditionelle und moderne Elemente vereinen und die natürlichen Ressourcen bewahren sollen. Das ÖTP wird als ein Fallbeispiel herausgegriffen, nachdem die nächsten beiden Kapitel vorerst die OPIP als Einzelfallstudie einer Föderation darstellen.


Fußnoten:
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Im folgenden sind bei der Verwendung des Begriffs ”Quichua“ die Quichuas des Amazonastieflandes und nicht die Quichuas des Hochlands gemeint.

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Die Shiwiars gehören zur Gruppe der Jíbaro aus Peru oder Mayna und werden von der Föderation der Shuars als Shiwiars oder Patukmais bezeichnet. Als eigenes Volk erschienen sie erst in den 80er Jahren in der Literatur ( siehe ).

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Im Amazonasregenwald außerhalb des Oriente leben ca. weitere 2.000 Achuars in Peru und ca. 200 Cofanes in Kolumbien ( siehe ).

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Im folgenden Text über die Provinz Pastaza werden die Canelos Quichua wieder vereinfachend und dem allgemeinen Sprachgebrauch in Ecuador entsprechend ”Quichua“ genannt. Im Kontext des Oriente meint ”Quichua“ den Oberbegriff, umfaßt also sowohl Canelos als auch Quijos Quichua.

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Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Kinder der Schwestern der Mutter und der Brüder des Vaters.

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Die meist gejagten Arten waren bzw. sind Tapire (Tapirus terrestris), Wasserschweine (Hydrochaeris hydrochaeris), Hirsche (Mazama americana), Gürteltiere (Dasypus novemcintus), Guatusas (Dasyprocta punctata), Guantas (Aguti paca), Sajinos (Tayassu tajacu), Pavas de Monte (Penelope ortoni), Guatínes (Myoprocta spp.) und diverse Affenarten (z.B. Cebus albifrons; Ateles fusciceps).

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Beispiele zur pflanzlichen Nahrung: Früchte der Palmen Chontaduro (Bactris Gasipaes) und Chambira (Astrocaryum Chambira), Pasu (Gustavia macaranensis), Pitón (Grias neuberthii), Anona (Rollinia mucosa), Abio (Chrysophyllum venezuelanense), Caimito (Pouteria caimito), Uva de Monte (Pourouma cecropifolia), Guaba de Bejuco (Inga edulis), Chonta (Bactris gasopaes), Cacao sylvestre (Theobroma spp.), Ungurahua (Jessenia bataua); zu eßbaren Insekten: Ucui (Atta spp.); zu medizinischen Zwecken: Guayusa (Ilex guayusa), María Panga (Pothomorphe peltata), Balsamo (Myroxylon balsamum), Chugchuguazo (Maytenus krukovii), Amarun caspi (Ouratea williamsii); zur Herstellung von Körben: Tallos de Tasahuasca (Bignoniaceae) ( siehe ; siehe ).

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U.a. Camote (Ipomea batatas), Cacao blanco (Theobroma bicolor), Tabak (Nicotinia tabacum), Naranjilla (Solanum quitoense), Zapote (Quaraibea Cordata), Maní de árbol (Caryodendron orinocense), Chirimoya (Annona chirimola), Papaya (Carica Papaya) ( siehe ; siehe ).

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”Für Männer und Frauen repräsentieren die Mucahua und die Tinaja (Keramikgefäße für die Chicha) das höchste künstlerische Wissen ihrer Kultur. Außerdem zeigen sie die Kontinuität der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft“.

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”Heute will der Indio nicht Indio sein. Der Indio will Mestize, der Mestize Weißer, der Weiße Nordamerikaner sein, und die wollen zu den Planeten fliegen“.

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Der Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio ist eine ecuadorianische siehe .

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”Die Comunidades im Wald sind noch jungfräulich erhalten geblieben, unberührt von der westlichen Welt.“

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Die Funktion des Gesprächspartners und die Organisation, für die er arbeitet, wird nur einmal eingeführt. Bei weiteren mündlichen Mitteilungen und Zitaten derselben Person kann der Leser sie in der Liste der Interviewpartner in siehe nachschauen.

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Pflanzengift zum Töten von Fischen.

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Im Oriente werden beispielsweise Thiodan, Pancurol und Methavin angewendet ( siehe ).

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“Früher waren die Indigenen Ökologen, heute zerstören sie mehr als die Siedler.“

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”Der Schaman von Sarayacu kann Tiere erscheinen und verschwinden lassen“. ”Schamanen sind die mächtigsten Wächter der Umwelt“.

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”Seit kurzer Zeit versucht man in Sarayacu (Asociación der OPIP) eingeführte Feste zu vermeiden und nur zwei Feste jedes Jahr zu feiern. So vermeidet man zu viel Jagd und Fischfang.“

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”Früher lebten unsere Leute um zu leben, niemand kümmerte sich um Landvermessungen und die Zukunft.“

<34>

Die Jahreszahl in Klammern gibt jeweils das Gründungsdatum der entsprechenden Vorläuferorganisation an, aus der die aktuelle Organisation hervorgegangen ist.

<35>

siehe .

<36>

siehe .


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Fri Jan 28 10:16:17 2000