Giesche, Carsten: „Die Symptomatologie fortgeschrittener rektosigmoidaler Tumoren unter palliativer Therapie mit dem Neodym:YAG-Laser“

24

Kapitel 3. ERGEBNISSE

3.1 Indikationen zur Lasertherapie

Folgende Indikationen führten zur Lasertherapie, wobei Mehrfachnennungen möglich waren:

allgemeine Inoperabilität

48

78,7 %

 

lokale Inoperabilität ( T4 )

15

24,6 %

 

Ablehnung einer Operation

9

14,8 %

 

Rezidivtumor

11

18,0 %

 

Im untersuchten Patientengut waren 48 Patienten allgemein inoperabel, was vor allem mit dem relativ hohen Durchschnittsalter von 73,2 Lebensjahren (Frauen: 77,7 Lebensjahre, Männer: 70,5 Lebensjahre) und damit verbundenen Begleiterkrankungen zu erklären ist. In der Regel machten mehrere Begleiterkrankungen der Patienten einen chirurgischen Angriff des Tumorleidens unmöglich oder zu risikovoll. Dabei spielten vor allem kardiopulmonale Erkrankungen (zum Beispiel KHK, Herzrhythmusstörungen, arterieller Hypertonus, Herzinsuffizienz, COPD), aber auch chronische Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus und Durchblutungsstörungen aufgrund allgemeiner Gefäßsklerose eine wesentliche Rolle.

Bei 15 Patienten war die Krebserkrankung schon soweit fortgeschritten, daß lokale Inoperabilität vorlag, das heißt entsprechend der TNM-Klassifikation ein Stadium T4.

9 Patienten lehnten eine chirurgische Therapie ab. Das Durchschnittsalter dieser Patientengruppe lag bei 81,4 Lebensjahren (min. 75 Lebensjahre, max. 86 Lebensjahre).

11 Patienten wurden mit einem Rezidivtumor (inoperabel oder metastasierend) zur Lasertherapie vorgestellt. Alle waren vorher einem chirurgischem Resektionsverfahren zugeführt worden und 4 Patienten erhielten im Anschluß daran eine Chemo- beziehungsweise Radiotherapie.

3.2 Prämedikation

38 Patienten (62,3 %) wurden kontinuierlich, das heißt zu jeder Behandlung prämediziert. Bei 9 Patienten (14,8 %) war eine Prämedikation erst zu den letzten Therapiesitzungen notwendig.


25

3.3 Behandlungsdaten

Gesamtzahl der Behandlungen
( n = 61 Patienten )

312

 

 

Sitzungen pro Patient

= 5,1

min. 2

max. 21

Anzahl der Sitzungen initial

= 1,8

min. 1

max. 5

 

 

 

 

Behandlungsfreie Intervalle
( n = 44 Patienten )

= 5,9 Wo.

min. 2,5 Wo.

max. 46,5 Wo.

 

 

 

 

Notwendige Behandlungen nach
behandlungsfreiem Intervall

= 1,2

min. 1

max. 4

 

 

 

 

Leistung pro Sitzung
( n = 61 Patienten )

= 4468 W

min. 203 W

max. 16084 W

3.4 Beeinflussung der Symptomatik durch den Nd:YAG-Laser

Von den untersuchten 61 Patienten gaben vor Therapiebeginn nahezu die Hälfte abdominale Beschwerden an. Eine Subileussymptomatik wurde bei 7 Patienten (11,5 %) und Tenesmen bei 3 Patienten (4,9 %) festgestellt. 38 Patienten (62,3 %) hatten peranale Blutungen, wovon 8,2 % substitutionsbedürftig waren. Stuhlinkontinent waren 5 Patienten, 2 davon III. Grades.

Immerhin 11 Patienten (18 %) beschrieben vor Therapiebeginn keine Beschwerden (Tabelle 1).

Tabelle 1: Symptome vor, bis 1 Monat nach Therapiebeginn und in der ersten Phase der palliativen Lasertherapie

Symptom

vor Therapie *

le 1 Monat nach Therapiebeginn *

> 1-3 Monate nach Therapiebeginn **

neu unter Therapie aufgetreten

abdominale Beschwerden

29

47,5%

17

27,9%

p=0,05

14

32,6%

-

2

4,7%

Subileus

7

11,5%

1

1,6%

p=0,05

2

4,7%

-

2

4,7%

Tenesmen

3

4,9%

1

1,6%

-

3

7,0%

-

2

4,7%

Inkontinenz

2

3,3%

3

4,9%

-

4

9,3%

-

3

7,0%

 

II°

1

1,6%

2

3,3%

-

5

11,6%

-

3

7,0%

 

III°

2

3,3%

1

1,6%

-

-

-

-

-

-

Blutung

38

62,3%

23

37,7%

p=0,01

17

39,5%

p=0,05

2

4,7%

davon substitutions-bedürftig

5

8,2%

2

3,3%

-

2

4,7%

-

-

-

Keine

11

18,0%

7

11,5%

-

4

9,3%

-

-

-

* n = 61 Patienten; ** n = 43 Patienten


26

In Tabelle 1 werden die Ergebnisse nach einmonatiger Lasertherapie (Initialtherapie) und der ersten Phase der Lasertherapie wiedergegeben.

Während der Initialtherapie wurden insgesamt 61 Patienten palliativ behandelt. 80 % der Patienten gaben nach einem Monat Lasertherapie eine Beschwerdebesserung an. Die Symptomatik nach Initialtherapie:

Peranale Blutungen, abdominale Beschwerden und Subileus-/Ileussymptomatik weisen einen statistisch signifikanten Rückgang ihres Auftretens auf. Von den anfänglich 5 Patienten mit substitutionsbedürftigen Blutungen benötigten im Laufe der Initialtherapie nur noch 2 regelmäßige Transfusionen.

Tenesmen traten ebenfalls seltener auf, allerdings statistisch nicht signifikant.

Das Problem Stuhlinkontinenz blieb vom Laser unbeeinflußt.

Die erste Phase der Lasertherapie umfaßt einen Zeitraum von mehr als 1 bis zu 3 Monaten, in dem 43 der anfänglich 61 Patienten behandelt wurden.

Der initial erzielte Effekt auf den Rückgang von peranalen Blutungen und abdominalen Beschwerden setzt sich in diesem Therapiezeitraum fort, allerdings nur für erstere mit statistischer Signifikanz.

Subileussymptomatik und deutlicher noch Tenesmen weisen nach initialem Rückgang eine zunehmende Häufigkeit auf. Der Anteil der Patienten mit Stuhlinkontinenz I. und II. Grades zeigt einen drastischen Anstieg, während Inkontinenzgrad III nicht mehr auftrat.

Tabelle 2: Symptomatik von Patienten mit einer Behandlungsdauer von mehr als drei Monaten

Symptom

vor Therapie

> 1-3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie

> 3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie

abdominale Beschwerden

16

50%

13

40,6%

2

6,3%

13

40,6%

3

9,4%

Subileus

3

9,4%

2

6,3%

2

6,3%

-

-

-

-

Tenesmen

2

6,3%

3

9,4%

2

6,3%

5

15,6%

4

12,5%

Inkontinenz

1

3,1%

3

9,4%

2

6,3%

4

12,5%

3

9,4%

 

II°

-

-

3

9,4%

3

9,4%

6

18,8%

3

9,4%

 

III°

1

3,1%

-

-

-

-

3

9,4%

3

9,4%

Blutung

22

68,8%

15

46,9%

1

3,1%

15

46,9%

3

9,4%

davon substitutions-bedürftig

3

9,4%

2

6,3%

-

-

2

6,3%

-

-

Keine

7

21,9%

4

12,5%

-

-

2

6,3%

-

-

n = 32 Patienten

Tabelle 2 gibt die Beobachtungsergebnisse zur Symptomatik hinsichtlich eines Langzeiteffektes der Lasertherapie wieder (alle Ergebnisse ohne statistische Signifikanz).

Der Anteil der Patienten mit peranalen Blutungen (einschließlich substitutionsbedürftiger Blutungen) ist zunächst deutlich rückläufig, dann gleichbleibend. Ähnliches läßt sich für abdominale Beschwerden feststellen. Eine Subileussymptomatik ist unter Langzeitbeobachtung nicht mehr nachweisbar.


27

Im Behandlungsverlauf nehmen Tenesmen und deutlicher noch die Stuhlinkontinenz zu. Der Patientenanteil ohne ausgeprägte Symptomatik nimmt stetig ab.

Tabelle 3: Symptome im Vergleich zur Tumorlängsausdehnung bei Patienten mit einer Behandlungsdauer von mehr als 3 Monaten

Symptom

vor Therapie

> 1-3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie

> 3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie

abdominale Beschwerden

0 - 5cm

7

6

1

8

3

> 5 - 10cm

8

7

1

5

-

> 10 - 15cm

1

-

-

-

-

Subileus

3

2

2

-

-

Tenesmen

2

3

2

5

4

Inkontinenz

0 - 5cm

1

1

-

6

6

> 5 - 10cm

-

4

4

5

2

> 10 - 15cm

1

1

1

2

1

Blutung

0 - 5cm

12

7

1

7

2

> 5 - 10cm

9

8

-

8

1

> 10 - 15cm

1

-

-

-

-

davon substitutionsbedürftig

3

2

-

2

-

n = 32 Patienten (0 - 5 cm n = 18; > 5 - 10 cm n = 12; > 10 - 15 cm n = 2)

In Tabelle 3 wird der Einfluß der Tumorausdehnung auf die Symptomatologie im Rahmen der Langzeit-Lasertherapie aufgezeigt.

Wegen der geringen Patientenzahlen sind zur Ausdehnung > 10 bis 15 cm sowie zu den Symptomen „Subileus“ und „Tenesmen“ keine Angaben sinnvoll.


28

Tabelle 4: Symptome im Vergleich zur Tumorlokalisation bei Patienten mit einer Behandlungsdauer von mehr als 3 Monaten

Symptom

vor Therapie

> 1-3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie aufgetreten

> 3 Monate nach Therapiebeginn

neu unter Therapie aufgetreten

abdominale Beschwerden

R

11

9

2

7

-

RS

3

2

-

4

2

S

2

2

-

2

1

Subileus

 

3

2

2

-

-

Tenesmen

R

1

1

-

4

3

RS

1

2

2

1

1

S

-

-

-

-

-

Inkontinenz

R

1

3

2

6

4

RS

1

3

3

6

4

S

-

-

-

1

1

Blutung

R

15

11

1

9

1

RS

5

3

-

4

1

S

2

1

-

2

1

davon substitutionsbedürftig

3

2

-

2

-

n = 32 Patienten (distales-mittleres Rektum / R n = 20, Rektum-Sigma-Übergang / RS n = 9, Sigma / S n = 3)

In Tabelle 4 wird der Einfluß der Tumorlokalisation auf die Symptomatologie im Rahmen der Langzeit-Lasertherapie aufgezeigt.

Wegen der geringen Patientenzahlen sind zur Lokalisation im Sigma sowie zum Symptom „Subileus“ keine Angaben sinnvoll.


29

Tabelle 5: Symptome in Abhängigkeit vom TM - Stadium vor Behandlungsbeginn

Symptom

T2M0

T2M1

T2MX

 

T3M0

T3M1

T3MX

 

T4M0

T4M1

T4MX

 

n = 3

n = 3

n = 9

 

n = 11

n = 10

n = 10

 

n = 2

n = 9

n = 4

abdominale Beschwerden

-

1

3

 

5

8

3

 

-

6

3

Subileus

-

1

-

 

2

2

-

 

2

-

-

Tenesmen

-

-

-

 

2

-

1

 

-

-

-

Inkontinenz

-

-

-

 

3

-

1

 

-

-

1

Blutung

2

-

7

 

9

7

5

 

1

4

3

davon substitutionsbedürftig

1

-

-

 

1

-

1

 

-

1

-

Keine

1

2

2

 

-

1

3

 

-

2

-

n = 61 Patienten

In Tabelle 5 ist das Auftreten der Symtome den verschiedenen TM-Stadien vor Therapiebeginn gegenübergestellt.

Im T2-Stadium wurden anteilmäßig die wenigsten Symptome sowie die meisten beschwerdefreien Patienten ermittelt. Unter den Patienten im T3-Stadium traten hingegen die meisten Symptome auf.

Zwischen den drei unterschiedenen T-Stadien konnten bezüglich dem Auftreten von Subileus, Tenesmen und Stuhlinkontinenz keinerlei signifikante Unterschiede aufgezeigt werden.

Bemerkenswert ist, daß keiner der T2-Patienten zu Therapiebeginn über Tenesmen und Stuhlinkontinenz klagte. Ähnliches unter den T4-Patienten: keine Tenesmen und nur ein stuhlinkontinenter Patient. Hingegen im T3-Stadium 3 beziehungsweise 4 Patienten mit Tenesmen beziehungsweise Stuhlinkontinenz.

Die Unterschiede zwischen den T-Stadien beim Auftreten von abdominalen Beschwerden sind ebenfalls nicht statistisch signifikant, obwohl im T2-Stadium etwa jeder vierte Patient, in den Stadien T3 und T4 aber jeweils mehr als die Hälfte der Patienten dieses Symptom angaben.

Das dominierende Symptom im Stadium T2 und T3 ist die peranale Blutung, während im Stadium T4 abdominale Beschwerden häufiger sind. Der Anteil substitutionsbedürftiger Blutungen zeigt zu Therapiebeginn keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei T-Stadien.


30

3.5 Ergebnisse der Lasertherapie rektosigmoidaler Karzinome

Tabelle 6: Ergebnisse der Lasertherapie rektosigmoidaler Karzinome

 

insgesamt
n = 61 Patienten

bei Langzeittherapie
n = 32 Patienten

Passagesicherung:

 

 

 

 

 

- über den gesamten Behandlungszeitraum

53

86,9%

26

81,3%

 

- nur intermittierend

5

8,2%

5

15,6%

keine Endoskoppassage vor Beginn der Lasertherapie

13

21,3%

5

15,6%

Komplikationen:

5

8,2%

2

6,3%

 

- Fistel

2

 

-

 

 

- Ileus

2

 

1

 

 

- hämodynamisch wirksame Blutungen

1

 

1

 

Therapieabbrüche:

8

13,1%

3

9,4%

 

- wegen Komplikationen

3

 

1

 

 

- Erfolg der Lasertherapie fragwürdig

2

 

-

 

 

- wegen Perforationsgefahr

1

 

1

 

 

- Ablehnung einer weiteren Lasertherapie

1

 

1

 

 

- Tumor im Bereich des Analkanals

1

 

-

 

Ein Vergleich zwischen allen 61 untersuchten Patienten und den 32 Patienten mit Langzeit-Lasertherapie erfolgt in Tabelle 6.

Bei 53 der insgesamt 61 mittels Nd:YAG-Laser behandelten Patienten konnte über den gesamten Behandlungszeitraum die Stuhlpassage gesichert werden. Unter den Patienten mit Langzeittherapie war bei 26 die Passage permanent gewährleistet. Das sind 86,9 % versus 81,3 % - der Unterschied ist nicht signifikant.

Die eingehendere Betrachtung der fünf Patienten mit immerhin noch intermittierend erzielter Passage ergab folgendes: Alle 5 Patienten wurden langzeittherapiert. Bei 3 der Patienten konnte über den größten Teil der Lasersitzungen hinweg die Stuhlpassage gesichert werden. Die Tumore der anderen 2 Patienten neigten zu sehr rascher Re-Stenosierung, sodaß eine zufriedenstellende Passage nur selten erreicht wurde. Bemerkenswert ist, daß alle fünf Patienten bei Befragung zur subjektiven Einschätzung der Lasertherapie sich positiv äußerten, obwohl gerade bei Nichterreichen des Therapieziels eine engere Aufeinanderfolge der Sitzungen erforderlich wurde.

Im Verlauf der Lasertherapie kam es bei 5 Patienten zu Komplikationen. In je zwei Fällen traten eine rektovaginale Fistel und eine Ileussymptomatik auf. Ein Patient hatte eine hämodynamisch wirksame Blutung. Die Komplikationsrate der beobachteten Patientenpopulation liegt damit bei 8,2 %. Auffallend ist, daß die Komplikationsrate unter den Langzeittherapierten nicht höher ist (6,3 %).


31

In beiden Fällen mit Ileussymptomatik, bei einem der Patienten mit rektovaginaler Fistelung sowie bei einem Patienten wegen Intoleranz der Lasertherapie trotz Prämedikation wurde die Anlage eines Anus praeter naturalis erforderlich (6,6 %). Aufgrund Perforationsgefahr erfolgte bei einem weiteren Patienten eine kontinuitätserhaltende Sigmaresektion (1,6 %).

Damit konnte die Lasertherapie in 5 Fällen (8,2 %) aufgrund dringlicher chirurgischer Versorgung nicht fortgesetzt werden. Insgesamt mußte bei 8 Patienten (13,1 %) die Lasertherapie abgebrochen werden. Auch bei den Therapieabbrüchen liegt der Anteil der Patienten mit Langzeittherapie nicht höher (9,4 %).

3.6 Überlebenszeit und Todesursachen

Während des gesamten Beobachtungszeitraumes sind 12 der 61 Patienten (19,7 %) verstorben.

Häufigste Todesursache (7 Patienten) war Herz-Kreislaufversagen infolge tumorbedingter Kachexie und/oder Anämie. In zwei Fällen sind die Patienten an einem akuten Myokardinfarkt und in jeweils einem Fall an einer hypostatischen Bronchopneumonie, an den Folgen einer Lungenarterienembolie beziehungsweise eines Apoplex´ verstorben. Kein Patient ist allerdings an Folgen der Lasertherapie gestorben. Somit besteht keine therapiebedingte Letalität.

Die durchschnittliche Überlebenszeit liegt bei 5,8 Monaten (min. 20 Tage, max. 16,8 Monate).

3.7 Subjektive Einschätzung zur Lasertherapie durch die Patienten

Bezüglich der subjektiven Einschätzung zur Lasertherapie wurden die 32 Patienten befragt, die länger als drei Monate behandelt worden sind. Dabei äußerten 28 Patienten (87,5 %), daß sie in dieser Behandlungsmethode einen Erhalt ihrer Lebensqualität sehen. Nur 4 Patienten (12,5 %) beschrieben eine unzureichende Beeinflussung der Symptomatik oder bekundeten Unzufriedenheit.

Die Ergebnisse der Befragung im einzelnen (Mehrfachnennungen waren möglich):

“Besserung der Beschwerden“

9

28,1 %

 

“Erleichterung der Stuhlpassage“

6

18,8 %

 

“Behandlung wurde gut toleriert“

24

75,0 %

 

“keine subjektiven Probleme“

5

15,6 %

 

“Erhalt der Lebensqualität“

28

87,5 %

 

“unzureichende Beeinflussung der Symptome“

3

9,4 %

 

“unzufrieden mit der Behandlungstechnik“

1

3,1 %

 

3.8 Begleitende Therapieformen

Parallel zur Lasertherapie wurden 8 Patienten (13,1%) anderweitig behandelt:

Diathermie-Schlingenabtragung

2

3,3 %

 

Chemotherapie

3

4,9 %

 

Kombination Immuno-Chemotherapie

1

1,6 %

 

Radiatio (afterloading)

1

1,6 %

 

Chirurgische Abtragung in Lokalanästhesie

1

1,6 %

 


32

3.8.1 Begleitende Chemotherapie

Patient I (53 Jahre alt, männlich) wurde wegen eines zweiten Rezidivs eines Rektumkarzinoms bei Zustand nach anteriorer Resektion und Rezidiv-Operation über 4 Sitzungen mit dem Laser behandelt. Tumorstadium: T4M1. Bereits vor der Lasertherapie ist mit der Kombinationschemotherapie aus 5-FU plus Leucovorin begonnen worden. Aufgrund zunehmender Nebenwirkungen mußte während der Lasertherapie die Dosis reduziert werden. Symptomatologie: Initial beklagte der Patient nur abdominale Beschwerden, die im Verlauf an Intensität zunahmen. Tenesmen und Blutungen traten unter Lasertherapie neu auf. Passagesicherung während der Beobachtung. Mittleres behandlungsfreies Intervall: 5,3 Wochen. Überlebenszeit: 6 Monate.

Patient II (44 Jahre alt, männlich) wurde ebenfalls wegen eines Rezidivs eines Rektumkarzinoms bei Zustand nach anteriorer Resektion und nachfolgend lokoregionärer Chemotherapie (HAI) über 4 Sitzungen mit dem Laser behandelt. Tumorstadium: T2M1. Mit der systemischen Kombinationschemotherapie aus 5-FU plus Leucovorin wurde während der Lasertherapie begonnen. Symptomatologie: Initial und auch im Verlauf beklagte der Patient keinerlei Beschwerden. Passagesicherung während der Beobachtung. Mittleres behandlungsfreies Intervall: 7,5 Wochen. Überlebenszeit: 8 Monate.

Patient III (54 Jahre alt, weiblich) wurde wegen eines Rezidivs eines Karzinoms im rektosigmoidalen Übergang bei Zustand nach anteriorer Resektion über 6 Sitzungen mit dem Laser behandelt. Tumorstadium: T3M1. Bereits vor der Laserbehandlung ist mit der aus 7 Zyklen 5-FU bestehenden Chemotherapie begonnen worden. Vor der 5. Lasersitzung wurde der letzte Zyklus abgeschlossen. Symptomatologie: Initial bestanden keine Beschwerden. Im Verlauf traten kurzzeitig zweimal geringe Beschwerden auf, die als entzündliche, durch den Laser induzierte Begleitreaktion gewertet wurden. Passagesicherung während der Beobachtung. Mittleres behandlungsfreies Intervall: 4,1 Wochen. Überlebenszeit: 10,5 Monate.

3.8.2 Begleitende Immuno-Chemotherapie

Patient IV (55 Jahre alt, männlich) wurde wegen eines Karzinoms im rektosigmoidalen Übergang im Tumorstadium T3M1 über 13 Sitzungen mit dem Laser behandelt. Die Immuno-Chemotherapie mit alpha-Interferon und 5-Fluorouracil ist nach der zweiten Lasersitzung gestartet worden. Symptomatologie: Initial litt der Patient an ausgeprägten abdominalen Beschwerden und peranalen Blutungen. Nach der 7. Sitzung traten nur gelegentlich noch Blutungen sowie Stuhldrang auf. Intermittierende Passagesicherung während der Beobachtung. Mittleres behandlungsfreies Intervall: 4,9 Wochen. Überlebenszeit: 9,5 Monate.

3.8.3 Begleitendes Afterloading

Patient V (90 Jahre alt, weiblich) wurde wegen eines analnahen Rektumkarzinoms im Tumorstadium T3M0 über 5 Sitzungen mit dem Laser behandelt. Die Afterloading-Therapie erfolgte zwischen der 2. und 3. Lasersitzung in 6 Einzeldosen á 5 Gy. Symptomatologie: Initial beklagte der Patient peranale Blutungen, Tenesmen und abdominale Beschwerden. Im Verlauf Rückbildungstendenz der Symptomatik. Nach dem Afterloading konnte eine perianale Entzündungsreaktion nachgewiesen werden. Passagesicherung während der Beobachtung. Mittleres behandlungsfreies Intervall: 7,3 Wochen. Überlebenszeit: 11 Monate.

3.9 Kosten der Lasertherapie und Kostenvergleich mit palliativ-chirurgischen Therapieverfahren

In Abbildung 7 werden die durchschnittlichen Kosten für die endoskopische und für die operative Behandlung graphisch gegenübergestellt. Für die endoskopische Lasertherapie wurde die Kostenzusammenstellung anhand des „Durchschnitts-Patienten“ des untersuchten Patientengutes erhoben:


33

5 Laserkoagulationen, 5 Rektosigmoidoskopien und 5 stationäre Tage. Für die palliativ-chirurgische Behandlung wurde die Anlage eines Anus praeter ohne Resektion oder Exstirpation des Tumors mit insgesamt 10tägigen stationären Aufenthalt zugrundegelegt. Die Entgeltberechnung erfolgte in beiden Fällen nach den gültigen Basis- und Abteilungspflegesätzen der Charité für das Jahr 1998:

 

Gastroenterologie

Allgemeinchirurgie

 

 

Basispflegesatz

263,50 DM

263,50 DM

 

 

Abteilungspflegesatz

604,22 DM

472,81 DM

 

(Die alleinige palliativ-chirurgische Anlage eines Anus praeter wird nicht nach einer Fallpauschale oder einem Sonderentgelt berechnet ( Diekmann1998 )).

Für die ambulante endoskopische Lasertherapie sind im folgenden die Vergütungspunkte nach dem EBM 1997 aufgeführt ( Hermanns1997 ):

Ordinationsgebühr (EBM-Nr. 1, nur einmal pro Quartal abrechenbar)

 

für fachärztliche Internisten, Versichertenstatus Rentner

.................................................

300 Pkt.

 

Versichertenstatus M/F

........................................................

235 Pkt.

Transkutane Messung des Sauerstoffpartialdruckes (EBM-Nr. 653)

......................................

190 Pkt.

Rekto- und /oder Sigmoidoskopie (EBM-Nr. 755)

..................................................................

350 Pkt.

Partielle Koloskopie mit flexiblen Instrument (EBM-Nr. 760)

..................................................

1400 Pkt.

Laser-Vaporisation (EBM-Nr. 775)

.........................................................................................

1000 Pkt.

Brief ärztlichen Inhalts (EBM-Nr. 75)

......................................................................................

80 Pkt.

Porto für einen Brief bis 20 g

..................................................................................................

1,10 DM

Der Auszahlungspunktwert der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin für das III.Quartal 1998 liegt

 

für Primärkassen bei

.......................................................................................................

4,695 Pf

 

für Ersatzkassen bei

........................................................................................................

6,257 Pf


34

Abbildung 7: Grafische Gegenüberstellung der durchschnittlichen Kosten für die endoskopische und chirurgische Behandlung


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