[Seite 151↓]

Über den Einfluss kritischer Modellannahmen auf die Simulationsergebnisse

Die präsentierten Simulationsergebnisse sind eng mit den in den Modellrechnungen verwendeten Daten und Parametern verbunden. An entsprechender Stelle wurde bereits angedeutet, dass einige der genutzten Werte potenziell einen kritischen Einfluss auf die Resultate haben könnten. Dies gilt einerseits für das angenommene Kostenniveau in der europäischen Milcherzeugung. Weichen die tatsächlichen Kosten deutlich vom zu Grunde gelegten Schätzwert ab, dürfte dies Konsequenzen für die Beurteilung der untersuchten Politikänderungen haben. Einen nennenswerten Einfluss auf die Ergebnisse lassen andererseits auch die verschiedenen Elastizitätswerte erwarten. Dieser Aspekt gewinnt zudem angesichts der wenig zufriedenstellenden Datenlage im Bereich der Substitutionselastizitäten an Bedeutung. Der Klärung möglicher Konsequenzen fehlerhafter Parameterannahmen in den vorangegangenen Simulationsrechnungen für die Robustheit der getroffenen Aussagen widmet sich das nun folgende Kapitel.

Die Unwägbarkeiten über die Richtigkeit der Modellannahmen erfahren dabei jedoch nicht die gleiche Behandlung wie die zuvor simulierten Marktunsicherheiten, etwa in Form einer systematischen Sensitivitätsanalyse1, die auch für unsichere Parameter Wahrscheinlichkeitsverteilungen formuliert. Gemäß dem Zuschnitt dieser Studie stellt sich vielmehr die Frage, ob sich zum Beispiel bei gegebenen Marktunsicherheiten als Folge einer Politikänderung andere Aussagen zu den Verteilungen bestimmter Zielgrößen - wie etwa zu Niveau und Streuung von Preisen, Erlösen oder Wohlfahrtseffekten - ergeben, wenn ein alternativer Parameterwert Verwendung findet. Um dieser Frage nachzugehen, werden die im vorigen Kapitel formulierten Basis- und Politikszenarien mit jeweils alternativen Werten für das Kostenniveau in der Milcherzeugung sowie für die Angebots-, Nachfrage- und Substitutionselastizitäten - sonst aber unverändert - nochmals simuliert und die jeweiligen Ergebnisse miteinander verglichen.


[Seite 152↓]

6.1  Welche Auswirkungen hätten höhere Kosten in der europäischen Milcherzeugung?

Die Simulationen des Luxemburger Beschlusses und einer Liberalisierung förderten zum Teil recht überraschende Ergebnisse zu Tage, die jedoch in entscheidender Weise von dem aus einer externen Quelle übernommenen Schätzwert zum derzeitigen Kostenniveau in der EU-Milcherzeugung abhängen dürften. So blieb beispielsweise die Milchquote im Reformszenario trotz Protektionsabbaus und einer erhöhten Garantiemenge in allen Fällen bindend. Im Liberalisierungsszenario wurde sogar eine ausgedehnte EU-Milcherzeugung vorhergesagt. Diese Szenarien zeichnen somit ein vergleichsweise optimistisches Bild von der derzeitigen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milcherzeugung. Dies führt unmittelbar zu der Frage nach den Konsequenzen, die sich für die Beurteilung der genannten Politikszenarien ergäben, wenn das tatsächliche Kostenniveau unterschätzt wurde. Um diese Konsequenzen beispielhaft zu skizzieren, wird das Modell mit einem höheren Schattenpreis für Rohmilch in der Ausgangssituation kalibriert. Der modifizierte Wert geht von einer Unterschätzung der tatsächlichen Kosten in der Ausgangssituation um 25% aus und beträgt 252,23 €/t. Alle anderen Modellparameter und Daten bleiben konstant.

Auf die Marktsituation in den Basisszenarien hat die Annahme des erhöhten Kostenniveaus keine Auswirkungen, da die Quote in allen simulierten Fällen bindend bleibt. Das Gleiche gilt auch für eine Quotenkürzung. Allerdings verändert sich in diesem Politikszenario der Wohlfahrtseffekt bei einem alternativen Kostenniveau in der Milcherzeugung. Die im Quotenszenario simulierten Konsumentenrenten- und Budgetänderungen bleiben infolge des identischen Preisniveaus in beiden Kostenvarianten unverändert. Prinzipiell ist jedoch ein höheres Kostenniveau in der Ausgangssituation mit einem geringerem Wohlfahrtsverlust durch eine schärfere Quotierung des Angebots verbunden. Für die Quotenrenten-, Produzentenrenten- und schließlich auch für die Wohlfahrtsänderung ergeben sich damit bei Annahme höherer Kosten neue Mittelwerte. Auf die Standardabweichungen und Schiefen der Indikatoränderungen hat dies keinen Einfluss, sodass es - wie in Abbildung 6.1 dargestellt - lediglich zu einer Rechtsverschiebung der Verteilung des Wohlfahrtseffekts gegenüber dem Basisszenario B kommt. Dadurch fällt die Bewertung einer Quotenkürzung bei einem höheren Kostenniveau deutlich positiver aus. Der Mittelwert der Wohlfahrtsänderung liegt in etwa bei Null. Von einer Quotenkürzung bei erhöhten Produktionskosten wäre demnach ein wohlfahrtsneutraler Effekt zu erwarten, gegenüber einem Wohlfahrtsverlust von 350 Mio. € beim Basiskostenniveau. Während ursprünglich keine Situation mit einem Wohlfahrtsgewinn nach einer Quoten[Seite 153↓]kürzung auftrat, ist dies bei einem erhöhten Kostenniveau in rund 57% der Fälle zu beobachten.

Abbildung 6.1: Verteilung der Wohlfahrtsänderung in der EU im Quotenszenario gegenüber dem Basisszenario B bei alternativen Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen

Wie lassen sich solche positiven Wohlfahrtswirkungen einer Quotenkürzung erklären? Grundsätzlich ist eine Angebotsbegrenzung am betroffenen Markt mit einem Wohlfahrtsrückgang verbunden. Aufgrund der Modellformulierung mit Produktdifferenzierung teilt sich die Nachfrage nach den der Quotierung unterliegenden EU-Milcherzeugnissen jedoch in eine einheimische und eine Exportnachfrage auf. Die Verbraucher in der EU sind nicht mit ihrem gesamten Konsum von der quotenbedingten Preiserhöhung betroffen und können sich verstärkt importierten Produkten zuwenden. Andererseits sehen sich aber auch die Verbraucher im „Rest der Welt“ bei einem Teil ihres Konsums direkt den erhöhten Preisen für EU-Milchprodukte ausgesetzt, da der Spielraum der Exportsubventionierung für die EU durch die zunehmend restriktiver wirkende WTO-Ausgabenbegrenzung enger wird. Während die Quotenrente allein dem EU-Milchsektor zu Gute kommt, entfällt somit ein Teil der Konsumentenrentenverluste auf die Verbraucher im „Rest der Welt“. Dies führt bei erhöhten Milcherzeugungskosten offenbar in vielen Fällen zu einem leichten Wohlfahrtsgewinn in der EU. Diese vergleichsweise positive wohlfahrtsökonomische Einschätzung lässt allerdings die vielfältigen - im Abschnitt 2.3 beschriebenen - negativen sektoralen Begleiterscheinungen einer Angebotskontingentierung außer Acht, die sich im Zuge einer Quotenkürzung weiter verschärfen dürften.


[Seite 154↓]

Anders als in den Basisszenarien und im Fall einer Quotenkürzung hat die Höhe der Produktionskosten im Reformszenario einen Einfluss auf die Marktverhältnisse, wie aus Tabelle 6.1 hervorgeht. Bei einem erhöhten Kostenniveau in der Milcherzeugung wäre demzufolge nach Umsetzung des Luxemburger Beschlusses und der damit verbundenen Absenkung der Preisstützung und Ausdehnung der Garantiemenge die Quote nicht mehr in jedem Fall bindend. Die mittlere Milcherzeugung steigt dadurch mit 1,2% geringer an, als die um 1,81% erhöhte Quotenmenge. Der Rückgang des mittleren Erzeugerpreises fällt mit 16,6% gegenüber 18,5% beim ursprünglichen Kostenniveau etwas geringer aus. Dies sorgt trotz des geringeren Anstiegs des mittleren Angebots zu einer leicht verringerten Abnahme der mittleren Erlöse um 15,6% gegenüber 17,0% bei Annahme geringerer Produktionskosten.

Tabelle 6.1: Ergebnisse des Reformszenarios für den Rohmilchmarkt in den Modellregionen bei erhöhten Milcherzeugungskosten in der EU

 

EU

„Rest der Welt“

 

Mittelwert

Variationskoeffizient

Schiefe

Mittelwert

Variationskoeffizient

Schiefe

 

1.000 t

%

 

1.000 t

%

 

Milcherzeugung

116.359,10

0,67

-0,96

202.201,10

2,85

0,16

 

€/t

%

 

€/t

%

 

Marktpreis

260,59

3,18

1,51

191,85

12,81

0,28

 

Mio. €

%

 

Mio. €

%

 

Erlöse

30.326,23

3,69

1,05

38.736,14

11,97

0,27

Quelle: Eigene Berechnungen

In den Fällen einer nicht limitierend wirkenden Quote kann das Angebot auf eine veränderte Nachfrage reagieren und trägt auf diese Weise zu einer Abfederung der Preisschwankungen bei. Diesen Effekt verdeutlicht Abbildung 6.2. Aufgrund der nach wie vor geltenden Quote erfolgt die Dämpfung der Preisausschläge aber nur bei einem fallenden Preisniveau, was in der starken Rechtsschiefe der abgebildeten Preisverteilung zum Ausdruck kommt. Damit nimmt nicht nur die relative Preisstreuung - gemessen am Variationskoeffizient - gegenüber dem Basisszenario A um 31% ab, sondern zusätzlich auch die Häufigkeit besonders niedriger Preise. Diese Effekte werden jedoch teilweise durch die nun zu verzeichnende Schwankung der Milcherzeugung - deren Verteilung durch die Quotierung zudem eine Linksschiefe besitzt - aufgefangen, sodass sich für die Verteilung der Erzeugererlöse ein um 20% verringerter Variationskoeffizient gegenüber dem Basisszenario A und eine deutlich verminderte Schiefe im Vergleich zur Preisverteilung ergibt.


[Seite 155↓]

Abbildung 6.2: Verteilung des EU-Marktpreises für Rohmilch im Reformszenario bei alternativen Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen

Ist das Kostenniveau in der europäischen Milcherzeugung also höher als ursprünglich angenommen, so halten sich die daraus resultierenden Konsequenzen für die Beurteilung des Reformszenarios im Hinblick auf das erwartete Niveau von Mengen, Preisen und Erlösen in Grenzen. Implikationen hätte ein höherer Schattenpreis für Rohmilch dagegen für die Streuung von Erzeugerpreis und Erlösen. Während beim ursprünglichen Kostenniveau das Reformszenario gegenüber dem Basisszenario A zu einer - wenn auch mit 9% eher geringen - Zunahme der Variationskoeffizienten beider Größen führt, ist diese Politikoption bei den erhöhten Produktionskosten mit einer nennenswerten Abnahme der relativen Streuung von Erzeugerpreis und Erlösen verbunden. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung, die der Wirksamkeit von Mengeneingriffen für die Unsicherheit auf dem Milchmarkt potenziell zukommen kann.

Die Mittelwerte von Milcherzeugung, Erzeugerpreis und Erlösen im „Rest der Welt“ liegen im Reformszenario bei Annahme eines erhöhten Kostenniveaus in der europäischen Milcherzeugung jeweils um weniger als 1% über den Werten beim ursprünglichen EU-Schattenpreis für Rohmilch. Die relative Streuung geht beim Angebot ebenfalls um weniger als 1% zurück und steigt bei Erzeugerpreis und Erlösen um etwas mehr als 1% an, wenn ein höheres Kostenniveau unterstellt wird. An den bereits für das Ausgangskostenniveau in der europäischen Milcherzeugung festgestellten geringen Auswirkungen der EU-Agrarreform auf Niveau und Streuung von Erzeugung, Milchpreis und Erlösen im „Rest der Welt“ ändert sich demnach auch bei Annahme höherer Produktionskosten nichts.


[Seite 156↓]

Von geringer Bedeutung ist das Kostenniveau auch für die Mittelwerte der staatlichen Einnahmen und Ausgaben im Bereich des Milchmarkts. So steigt der Mittelwert des positiven Gesamtbudgets durch die Berücksichtigung höherer Milcherzeugungskosten nur unwesentlich von 31 Mio. € auf 52 Mio. €. Die beim erhöhten Kostenniveau im Reformszenario auftretenden Situationen mit einer nichtbindenden Quote führen nicht nur zu einer Reduktion der Preisschwankungen am EU-Markt, sondern gleichzeitig auch zu einer Zunahme der Streuungen im Außenhandel. Diese bereits im vorangegangenen Kapitel am Beispiel des Liberalisierungsszenarios erläuterten Wechselwirkungen schlagen sich schließlich auch in einer höheren relativen Streuung von Zolleinnahmen und Ausgaben für Exporterstattungen nieder, die gegenüber dem Ausgangskostenniveau um 45% bzw. 31% ansteigt.

Tabelle 6.2: Ergebnisse des Reformszenarios für das EU-Milchmarktbudget bei erhöhten Milcherzeugungskosten

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichung vom Determ. Wert

Variationskoeffizient

Minimum

Maximum

Schiefe

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

 

Zolleinnahmen

429,68

433,53

0,90

6,17

364,47

542,44

0,52

Erstattungen

-383,94

-381,77

-0,57

-11,13

-513,35

-239,31

0,03

Gesamtbudget

45,74

51,76

13,16

131,24

-144,13

297,97

0,25

Quelle: Eigene Berechnungen

Der in Tabelle 6.2 ausgewiesene, gegenüber dem ursprünglichen Kostenniveau in der Milcherzeugung verminderte Variationskoeffizient des Gesamtbudgets ist etwas irreführend, da dieser Rückgang auf der am geringen Ausgangswert gemessenen starken prozentualen Zunahme des Mittelwerts beruht. In absoluten Zahlen ausgedrückt ist die Mittelwertänderung jedoch eher unbedeutend. Zudem erhöht sich die Standardabweichung um 37%. Wie aus Abbildung 6.3 hervorgeht, nimmt somit die Unsicherheit in der Budgetplanung bei Annahme höherer Produktionskosten zwar zu. Dies hat für die praktische Finanzplanung aber offensichtlich keine negativen Konsequenzen, da sich die Budgetverteilung nur im Bereich höherer Einnahmen erweitert und gleichzeitig die Häufigkeit eines negativen Saldos von 25% auf rund 23% leicht abnimmt. Die zunehmende Schiefe bei einer hohen relativen Streuung verursacht darüber hinaus eine deutliche Abweichung des stochastisch simulierten Mittelwerts vom deterministischen Wert. Wegen des niedrigen Niveaus des mittleren Milchmarktbudgets nach Umsetzung der geplanten Agrarreform dürfte diese Abweichung allerdings eher von geringer praktischer Relevanz sein.


[Seite 157↓]

Abbildung 6.3: Verteilung des EU-Milchmarktbudgets im Reformszenario bei alternativen Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen

Einen bedeutenden Einfluss hat die Höhe der Kosten auf die mit den Luxemburger Beschlüssen verbundenen Wohlfahrtseffekte am EU-Milchmarkt. Aufgrund des verringerten Quotenwerts bei einem erhöhten Kostenniveau in der Ausgangssituation weisen die Ergebnisse in Tabelle 6.3 einen um rund 8% geringeren mittleren Rückgang der Quotenrente auf.

Tabelle 6.3: Ergebnisse des Reformszenarios für die Änderung der Wohlfahrtsindikatoren in der EU gegenüber dem Basisszenario A bei erhöhten Milcherzeugungskosten

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichung vom Determ. Wert

Variationskoeffizient

Minimum

Maximum

Schiefe

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

 

Quotenrente

-6.849,12

-6.542,85

-4,47

-17,70

-7.922,37

-1.827,64

0,92

Produzentenrente

634,18

546,05

-13,90

56,33

-684,26

819,04

-0,95

Konsumentenrente

5.651,80

5.450,64

-3,56

14,02

2.305,70

6.405,72

-0,92

Budget

1.053,73

1.062,65

0,85

3,88

951,89

1.243,56

0,65

Wohlfahrt

490,59

516,48

5,28

12,67

392,14

786,13

0,97

Quelle: Eigene Berechnungen

Durch die Fälle einer nichtbindenden Quote und teilweise sogar eines Angebotsrückgangs - der allerdings nur mit einer Häufigkeit von rund 6% auftritt - ist andererseits aber auch der Anstieg der Produzentenrente um rund 11% geringer. Ebenso liegt der mittlere Zuwachs an Konsumentenrente infolge des verminderten Preisrückgangs um ca. 10% unter dem Wert beim Ausgangskostenniveau. Der Mittelwert der Budgeteinsparung weicht im Gegen[Seite 158↓]satz dazu nur um ca. 2% zwischen den beiden Kostenvarianten ab. In der Summe ergibt sich ein um rund 9% verringerter mittlerer Wohlfahrtsgewinn des Reformszenarios, wenn von einem höheren Kostenniveau ausgegangen wird.

Durch die Situationen mit Nichtwirksamkeit der Quote und der damit verbundenen Angebotsschwankungen kommt es zu einer stark zunehmenden Streuung der Quotenrentenänderung und einer nunmehr auch zu verzeichnenden Varianz der Produzentenrentenänderung. Die Konsumentenrentenänderung weist ebenfalls eine deutlich gestiegene, die Budgeteinsparung dagegen eine etwas verringerte Streuung auf. Für den Wohlfahrtsgewinn ist ein mehr als verdoppelter Variationskoeffizient zu verzeichnen. Abbildung 6.4 zeigt überdies, dass die wechselnde Wirksamkeit der Quote - ähnlich wie bei Angebot und Milchpreis - zu einer schiefen Verteilung der Indikatoränderungen und schließlich des Wohlfahrtseffekts führt.

Abbildung 6.4: Verteilung der Wohlfahrtsänderung in der EU im Reformszenario gegenüber dem Basisszenario A bei alternativen Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen

Anders als im Reformszenario beim ursprünglichen Kostenniveau verursachen die zunehmenden Streuungen und Schiefen in den Verteilungen der Indikatoränderungen bei erhöhten Produktionskosten außerdem nennenswerte Abweichungen zwischen den deterministischen Werten und den stochastisch simulierten Mittelwerten. So würde bei Missachtung von Unsicherheit eine 5%ige Unterschätzung des positiven Wohlfahrtseffekts vorliegen.

Ist das tatsächliche Kostenniveau in der europäischen Milcherzeugung deutlich höher als zunächst angenommen, wäre die Luxemburger Reform demnach mit einem geringeren zu erwartenden und gleichzeitig spürbar unsichererem Wohlfahrtsgewinn verbunden. Die Höhe [Seite 159↓]der Kosten der Milcherzeugung in der Ausgangssituation und damit die Wirksamkeit der Quotenregelung können also eine nicht zu vernachlässigende Rolle bei der Beurteilung der Agrarreform spielen. Dies gilt insbesondere, wenn es um Vorhersagen zur Veränderung der Preis- und Erlösschwankungen sowie um die Unsicherheit in der prognostizierten Wohlfahrtsentwicklung geht.

Die Ergebnisse einer vollständigen Liberalisierung bei einem erhöhten Kostenniveau in der europäischen Milcherzeugung für die Rohmilchmärkte in den beiden Modellregionen fasst Tabelle 6.4 zusammen. Bei der Liberalisierung gehen im Gegensatz zum Reformszenario von der gewählten Kostenhöhe deutliche Niveaueffekte auf Mengen, Preise und Erlöse am EU-Milchmarkt aus. So ist die mittlere Milcherzeugung in der EU bei liberalisierten Märkten um 5% geringer, wenn das erhöhte Kostenniveau unterstellt wird. Dies führt zu einem Anstieg der Mittelwerte von Erzeugerpreis und Erlösen um 23% bzw. 17%. Im Vergleich zum Status quo kommt es beim modifizierten Kostenniveau im Zuge einer Liberalisierung somit nicht mehr zu der ursprünglich vorhergesagten Ausdehnung der mittleren EU-Milcherzeugung um 4%, sondern zu einem leichten Rückgang um 1,3%. Begleitet wird dies von einer entsprechend geringeren Abnahme der Mittelwerte von Erzeugerpreis und Erlösen, etwa gegenüber dem Basisszenario B statt um 33% bzw. 30% beim Ausgangskostenniveau um nunmehr lediglich 18% bzw. 19%.

Tabelle 6.4: Ergebnisse des Liberalisierungsszenarios für den Rohmilchmarkt in den Modellregionen bei erhöhten Milcherzeugungskosten in der EU

 

EU

„Rest der Welt“

 

Mittelwert

Variationskoeffizient

Schiefe

Mittelwert

Variationskoeffizient

Schiefe

 

1.000 t

%

 

1.000 t

%

 

Milcherzeugung

113.439,90

1,13

0,21

204.949,80

2,85

0,01

 

€/t

%

 

€/t

%

 

Marktpreis

247,10

1,73

0,22

198,33

12,07

0,27

 

Mio. €

%

 

Mio. €

%

 

Erlöse

28.036,87

2,87

0,25

40.582,84

11,02

0,23

Quelle: Eigene Berechnungen

Die simulierten Variationskoeffizienten von Angebot, Erzeugerpreis und Erlösen auf dem EU-Milchmarkt fallen bei Freihandel unter der Annahme höherer Kosten in der Milcherzeugung gegenüber dem ursprünglichen Kostenniveau um jeweils ca. 8% geringer aus. Daraus ergibt sich im Vergleich zur Ausgangssituation ohne Schwankungen in der Milcherzeugung [Seite 160↓]eine leicht verringerte Zunahme der relativen Angebotsstreuung. Zudem gehen die Variationskoeffizienten von Milchpreis und Erlösen gegenüber dem Basisszenario A etwas stärker zurück als bei der anfänglich angenommenen Kostenhöhe. Im Vergleich zum Basisszenario B nimmt die relative Preisstreuung durch die Liberalisierung bei erhöhten Kosten mit 21% ebenfalls deutlicher ab, als der simulierte Rückgang von 14% beim Ausgangskostenniveau. Gleichzeitig verringert sich der Anstieg der Erlösstreuung von 42% bei den ursprünglich veranschlagten Kosten in der Milcherzeugung auf nunmehr 30%. Die tendenziell preisstabilisierende Wirkung einer Liberalisierung am EU-Milchmarkt verstärkt sich somit bei einer Annahme erhöhter Produktionskosten. Daneben bestätigt die Analyse beim veränderten Kostenniveau den potenziellen Einfluss der Ausgestaltung der Exporterstattungen in der Ausgangssituation auf die Konsequenzen einer Liberalisierung für die Unsicherheit am EU-Milchmarkt. So führt eine Liberalisierung gegenüber dem Basisszenario mit variablen Erstattungssätzen auch bei Annahme höherer Milcherzeugungskosten zwar einerseits zu einer Preisstabilisierung, andererseits aber zu einer - wenn auch etwas abgeschwächten - Destabilisierung der Erlöse.

Der durch eine höhere Kostenbelastung im Zuge einer Öffnung der Märkte verursachte Rückgang der Milcherzeugung in der EU verbessert die Position der internationalen Wettbewerber. Gegenüber dem Liberalisierungsszenario beim Basiskostenniveau erhöhen sich die Mittelwerte von Angebot, Erzeugerpreis und Erlösen im „Rest der Welt“ um rund 1%, 3% bzw. 4%. Somit fällt auch der Anstieg dieser Größen gegenüber dem Status quo bei höheren Produktionskosten in der EU entsprechend größer aus. Der mittlere Erzeugerpreis im „Rest der Welt“ liegt beispielsweise nach einer Liberalisierung der Märkte beim Ausgangskostenniveau um 1,3% und bei erhöhten Produktionskosten um 4,4% über dem Mittelwert im Basisszenario B. Die durch das Liberalisierungsszenario hervorgerufenen Änderungen der relativen Streuungen der einzelnen Größen am Rohmilchmarkt im „Rest der Welt“ gegenüber den Basisszenarien werden durch das EU-Kostenniveau nur unwesentlich beeinflusst.

Abbildung 6.5 veranschaulicht an Hand der simulierten Verteilungen der Weltmarktpreisänderung, dass die Produzenten in Drittländern bei einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milcherzeuger - gemessen am Mittelwert - in stärkerem Maße von einer Liberalisierung des EU-Milchmarkts profitieren könnten, während sich an der Unsicherheit der Vorhersage wenig ändert. Durch die Rechtsverschiebung der präsentierten Verteilung vermindert sich gleichzeitig die Häufigkeit von Konstellationen mit einem Rückgang des Weltmarktpreises gegenüber dem Basisszenario B von 16% auf lediglich 0,25%. Im Gegensatz zur ursprünglichen Kostensituation ist der mit einer Liberalisierung verbundene Welt[Seite 161↓]marktpreisanstieg bei einem erhöhten Kostenniveau damit auch größer als beim Quotenszenario. Die Einordnung der verschiedenen Politikoptionen am EU-Milchmarkt aus der Sicht von Drittländern hängt demnach entscheidend von der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milcherzeugung ab.

Abbildung 6.5: Verteilung der prozentualen Änderung des Marktpreises für Rohmilch im „Rest der Welt“ im Liberalisierungsszenario gegenüber dem Basisszenario B bei alternativen Milcherzeugungskosten in der EU

Quelle: Eigene Berechnungen

Die Annahme höherer Produktionskosten beeinflusst auch die zu erwartenden Wohlfahrts- und Verteilungseffekte eines Liberalisierungsszenarios. Aus Tabelle 6.5 ist im Vergleich zu Tabelle 5.27 ersichtlich, dass sich aufgrund des geringeren Quotenwerts bei einem höheren Kostenniveau in der Ausgangssituation der mittlere Rückgang der Quotenrente bei einer Öffnung der Märkte gegenüber beiden Basisszenarien um etwas mehr als die Hälfte reduziert. Statt mit einem beim Ausgangskostenniveau simulierten Produzentenrentenanstieg ist die Liberalisierung bei erhöhten Produktionskosten infolge der verminderten Erzeugung mit einer mittleren Abnahme der Produzentenrente verbunden. Der reduzierte Preisrückgang am EU-Milchmarkt lässt den Mittelwert des Konsumentenrentenanstiegs geringer ausfallen, während die mittlere Budgetänderung bei beiden Kostenniveaus identisch ist. Insgesamt ergibt sich bei den höheren unterstellten Kosten in der EU-Milcherzeugung durch die Liberalisierung ein umfassenderer mittlerer Wohlfahrtsgewinn. Gegenüber dem Basisszenario A steigt der Mittelwert des positiven Wohlfahrtseffekts beim höheren Kostenniveau um 54% und gegenüber dem Basisszenario B sogar um 75% an.


[Seite 162↓]

Tabelle 6.5: Ergebnisse des Liberalisierungsszenarios für die Änderung der Wohlfahrtsindikatoren in der EU gegenüber den Basisszenarien bei erhöhten Milcherzeugungskosten

 

Änderung gegenüber Basisszenario A

Änderung gegenüber Basisszenario B

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

%

%

Quotenrente

-6.849

-6.945

1,40

-24,25

-5.740

-5.561

-3,12

-13,48

Produzentenrente

-609

-583

-4,27

-83,51

-609

-583

-4,27

-82,57

Konsumentenrente

7.502

7.568

0,88

13,38

6.508

6.333

-2,69

9,31

Budget

1.008

1.008

0,00

10,46

729

663

-9,05

36,21

Wohlfahrt

1.052

1.049

-0,29

9,59

887

852

-3,95

30,50

Quelle: Eigene Berechnungen

Die Abweichungen in den Variationskoeffizienten der Verteilungsindikatoränderungen zwischen den untersuchten Kostenniveaus resultieren in erster Linie aus den unterschiedlichen Mittelwerten. Der gesamte Wohlfahrtseffekt weist gegenüber beiden Basisszenarien bei erhöhten Produktionskosten eine Zunahme der Standardabweichung auf, die aber jeweils geringer ist als die Steigerung des Mittelwerts. Die relative Streuung des Wohlfahrtsgewinns sinkt deshalb im Vergleich zum ursprünglichen Kostenniveau gegenüber dem Basisszenario A um 11% und gegenüber dem Basisszenario B um 36%.

Abbildung 6.6: Verteilung der Wohlfahrtsänderung in der EU im Liberalisierungsszenario gegenüber dem Basisszenario B bei alternativen Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen


[Seite 163↓]

Abbildung 6.6 illustriert die Rechtsverschiebung der Verteilung des Wohlfahrtseffekts am Beispiel der Änderung gegenüber dem Basisszenario B. Nach wie vor besteht damit bei der Annahme variabler Exporterstattungen in der Ausgangssituation die Möglichkeit, im Zuge einer Liberalisierung einen Wohlfahrtsverlust zu erleiden, doch sinkt die Häufigkeit eines solchen Ereignisses von 3% beim Basiskostenniveau auf lediglich 0,3% bei den erhöhten Milcherzeugungskosten. Liegen die tatsächlichen Kosten der Milcherzeugung in der EU also über dem zunächst angenommenen Wert, so ist tendenziell mit einem höheren Wohlfahrtsgewinn zu rechnen, der zudem eine geringere relative Streuung besitzt.

Die Unterschiede zwischen den Wohlfahrtseffekten gegenüber den beiden unterschiedlichen Basisszenarien vermindern sich bei einem höheren Kostenniveau sowohl hinsichtlich der Mittelwerte wie auch in geringerem Maße bezüglich der relativen Streuung. So ist der mittlere Wohlfahrtsgewinn bei den ursprünglich angesetzten Kosten gegenüber dem Basisszenario A um 41% höher als gegenüber dem B-Szenario. Beim erhöhten Kostenniveau reduziert sich dieser Unterschied auf 23%. An der grundlegenden Aussage, dass eine Liberalisierung bei variabel ausgestalteten Exporterstattungen in der Ausgangssituation zu einem geringeren mittleren und zudem unsichereren Wohlfahrtseffekt führt als bei fixen Erstattungssätzen, ändern diese Ergebnisse jedoch nichts.

Die Abweichungen der mittleren Indikatoränderungen von ihren deterministischen Werten ändern sich bei einem wechselnden Kostenniveau vor allem durch die variierenden relativen Streuungen. Insgesamt sind diese Effekte aber nicht gravierend. So ist die Abweichung des stochastisch simulierten Mittelwerts des Wohlfahrtsgewinns von dessen hypothetischem Wert bei Sicherheit gegenüber dem Basisszenario A in beiden Kostensituationen identisch und sinkt gegenüber dem Basisszenario B von knapp 7% beim Basiskostenniveau auf 4% bei den höheren Produktionskosten.

Während sich die Unterschiede in den Wohlfahrtseffekten einer Liberalisierung bezüglich des zu Grunde gelegten Basisszenarios verringern, gewinnt die Einordnung der Luxemburger Agrarreform nach gesamtwirtschaftlichen Maßstäben bei einem zunehmenden Kostenniveau an Klarheit. So nimmt etwa - wie bereits geschildert - der mittlere Wohlfahrtsgewinn des Reformszenarios ab, wobei sich die absolute wie auch die relative Streuung dieses Effekts mehr als verdoppeln. Eine Liberalisierung gegenüber dem Basisszenario A ist im Vergleich dazu bei steigenden Milcherzeugungskosten mit einem deutlich höheren mittleren Wohlfahrtsgewinn bei einer leicht reduzierten relativen Streuung verbunden.


[Seite 164↓]

Abbildung 6.7: Verteilung der Wohlfahrtsänderung in der EU in den untersuchten Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei erhöhten Milcherzeugungskosten

Quelle: Eigene Berechnungen

Anders als beim ursprünglichen Kostenniveau in Abbildung 5.15 geht aus Abbildung 6.7 hervor, dass hinsichtlich der Wohlfahrtswirkungen eine vollständige Liberalisierung den Luxemburger Reformbeschlüssen somit klar überlegen ist, wobei nicht nur der Mittelwert des Wohlfahrtsgewinns bei einer vollständigen Öffnung der Märkte gut doppelt so hoch, sondern auch dessen relative Streuung geringer ausfällt als im Reformszenario. Die wohlfahrtsökonomische Bewertung und Einordnung der eingeleiteten Reformschritte am EU-Milchmarkt ist also eng mit der tatsächlichen Kostensituation in der europäischen Milcherzeugung verknüpft. Die Differenzen in Mittelwert und Standardabweichung des Wohlfahrtseffekts zwischen dem Quotenszenario und einer Liberalisierung - jeweils gegenüber dem Basisszenario B - verändern sich dagegen bei einem alternativen Kostenniveau nur unwesentlich.

6.2 Effekte einer veränderten Preiselastizität von Angebot und Nachfrage

Von der Intensität, mit der Anbieter und Nachfrager am Milchmarkt auf Preisänderungen reagieren, ist ein Einfluss auf die Wirksamkeit von Politikänderungen zu erwarten. Diese Preisreaktionen in Erzeugung und Konsum basieren im Modell auf den einer externen Datenbank entnommenen Elastizitätswerten. Inwieweit behalten die präsentierten Simulationsergebnisse ihre Gültigkeit, wenn die verwendeten Angebots- und Nachfrageelastizitäten das tatsächliche Verhalten auf den Milchmärkten in beiden Modellregionen nicht in angemessener Weise widerspiegeln? Zur Beantwortung dieser Frage werden die Basisszenarien sowie die drei Politikoptionen nochmals mit alternativen Elastizitätswerten simuliert. Zur Wahrung der [Seite 165↓]Übersichtlichkeit beschränkt sich diese Sensitivitätsanalyse lediglich auf zwei Alternativrechnungen, in denen zunächst alle im Modell vorhandenen Angebots- und Nachfrageelastizitäten um 50% erhöht und dann im Anschluss halbiert werden2. Diese recht deutlichen Abweichungen von den Ausgangswerten sollten einen Eindruck vom potenziellen Einfluss der Preiselastizität von Angebot und Nachfrage auf die Ergebnisse vermitteln können. Effekte, die sich aus Verschiebungen in den Elastizitätswerten zwischen Angebot und Nachfrage, den beiden Modellregionen oder den einzelnen Milchprodukten ergeben könnten, bleiben damit allerdings unberücksichtigt.

Wie im Abschnitt 4.4.3 dargelegt, gehen die Angebots- und Nachfrageelastizitäten in die Berechnung der jeweiligen Störterme ein und dienen somit als Grundlage für die Bestimmung der Streuung der stochastischen Variablen. Bevor das Marktmodell mit alternativen Elastizitäten simuliert werden kann, sind demnach zunächst die Störvariablen neu zu berechnen. Nach wie vor gilt für alle Störterme der theoretische Erwartungswert von eins. Die sich aus verdoppelten bzw. halbierten Elastizitäten ergebenden Basisjahrausprägungen und Streuungen der stochastischen Variablen fasst Tabelle 6.6 zusammen.

Tabelle 6.6: Modifizierte Daten für die stochastischen Variablen in den Angebots- und Nachfragefunktionen in der Modellregion „Rest der Welt“ bei alternativen Elastizitäten

 

Angebot

Nachfrage

 

Rohmilch

Butter

Käse

MMP

VMP

AMP

Hohe Angebots- und Nachfrageelastizitäten

    

Variationskoeffizient (%)

9,14

19,00

9,26

14,00

8,63

4,04

Ausprägung im Basisjahr

1,052

0,836

0,900

1,193

1,003

0,981

Niedrige Angebots- und Nachfrageelastizitäten

    

Variationskoeffizient (%)

2,97

7,77

3,32

7,28

3,54

2,99

Ausprägung im Basisjahr

1,025

0,986

0,988

1,127

1,020

0,989

Quelle: Eigene Berechnungen (vgl. Abschnitt 4.4.3)

Wegen der bereits in Abschnitt 5.1.2 beschriebenen Schwierigkeiten bei der exakten Bestimmung der Störterme, die insbesondere aus der Nichtbeachtung der Gleichgewichtsbedingung resultieren, weichen auch die unter veränderten Elastizitäten simulierten Verteilungen in den Basisszenarien sowohl von den am Markt beobachteten Preis- und Mengenschwankungen als auch von den ursprünglich in den Basisszenarien errechneten Mittelwerten und Streuungen [Seite 166↓]ab. Während sich diese Unterschiede gegenüber den mit den Ausgangselastizitäten simulierten Basisszenarien bei den Mittelwerten in Grenzen halten, sind bei den relativen Streuungen zum Teil recht deutliche Abweichungen zu verzeichnen. Bei einer exakten Bestimmung der Störterme müssten dagegen die simulierten Verteilungen von Mengen und Preisen in den Basisszenarien prinzipiell auch bei unterschiedlichen Elastizitäten übereinstimmen. Im Mittelpunkt der Sensitivitätsanalyse steht deshalb allein ein Vergleich der Politikeffekte bei alternativen Elastizitäten in Angebot und Nachfrage. Die Veränderungen beziehen sich dabei jeweils auf die zugehörigen Basisszenarien mit den gleichen Elastizitäten und damit auch mit dem gleichen Ausgangsniveau an Unsicherheit. Leichte Verzerrungen sind aber auch bei der alleinigen Betrachtung von Änderungen nicht völlig auszuschließen.

Tabelle 6.7: Änderung der Mittelwerte von Angebot, Preis und Erlösen auf dem Rohmilchmarkt in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Angebots- und Nachfrageelastizitäten in %

 

Änderung
gegenüber
Basisszenario

EU

„Rest der Welt“

Hohe

Elastizitäten

Niedrige

Elastizitäten

Hohe

Elastizitäten

Niedrige

Elastizitäten

Milcherzeugung

     

Quotenszenario

B

-5,00

-5,00

0,19

1,03

Reformszenario

A

1,81

1,81

0,42

0,00

Liberalisierung

A

6,83

1,33

0,62

0,58

Liberalisierung

B

6,83

1,33

0,47

0,48

Marktpreis

 

    

Quotenszenario

B

20,57

39,05

2,16

6,43

Reformszenario

A

-15,56

-23,20

0,81

0,20

Liberalisierung

A

-35,22

-36,61

1,37

3,18

Liberalisierung

B

-32,79

-33,96

0,84

2,46

Erlöse

 

    

Quotenszenario

B

14,54

32,10

2,37

7,51

Reformszenario

A

-14,03

-21,81

1,24

0,20

Liberalisierung

A

-30,78

-35,74

1,98

3,74

Liberalisierung

B

-28,19

-33,06

1,26

2,90

Quelle: Eigene Berechnungen

Tabelle 6.7 zeigt zunächst den Einfluss der Angebots- und Nachfrageelastizitäten auf die Veränderungen der Mittelwerte von Milchproduktion, Erzeugerpreis und Erlösen in den beiden Modellregionen. Die prozentualen Änderungen beziehen sich dabei auf das jeweils zu Grunde gelegte Basisszenario.


[Seite 167↓]

Im Quotenszenario ist die Garantiemenge in allen Fällen bindend, sodass die Änderungsrate der Milcherzeugung unbeeinflusst bleibt. Im Reformszenario stimmt der Anstieg der mittleren Milcherzeugung ebenfalls mit dem Umfang der Quotenausdehnung überein, auch wenn es in einzelnen Situationen zu einer Nichtbindung der Garantiemenge kommt. Ansonsten wird deutlich, dass am EU-Markt erwartungsgemäß die Angebotsänderung bei hohen Elastizitäten sowie die Preis- und Erlösänderungen bei geringen Elastizitäten stärker ausfallen. Die Milcherzeugung würde nach diesen Ergebnissen im Fall einer Liberalisierung auch bei niedrigen Elastizitäten ausgedehnt. Auffallend ist daneben der starke Preisanstieg im Zuge einer Quotenkürzung, wenn von niedrigen Elastizitäten ausgegangen wird. Eine Liberalisierung führt dagegen unter alternativen Elastizitäten zu ähnlichen Preisänderungen. Die durch die Politikszenarien ausgelösten Änderungen der Mittelwerte von Angebot, Preis und Erlösen am EU-Milchmarkt verstärken oder vermindern sich also je nach der angenommenen Preiselastizität von Angebot und Nachfrage. Im Rahmen der untersuchten Modellvarianten treten jedoch keine grundlegend veränderten Effekte der verschiedenen Politikoptionen auf. Das Gleiche gilt auch für die Rückwirkungen auf die internationalen Milchmärkte. Mit Ausnahme des Reformszenarios würden die Milcherzeuger im „Rest der Welt“ aber tendenziell in größerem Umfang von einer Neuausrichtung der EU-Milchmarktpolitik profitieren, wenn die Marktakteure hinsichtlich der Preise weniger elastisch reagieren. Eine Quotenkürzung bleibt sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Elastizitäten mit einem Anstieg der mittleren Erlöse um bis zu 7,5% die für die internationalen Wettbewerber günstigste Politikvariante.

Der Einfluss der Preiselastizitäten von Angebot und Nachfrage auf die Veränderung der relativen Preis- und Erlösstreuungen infolge der untersuchten Politikszenarien am Milchmarkt geht aus Tabelle 6.8 hervor. Die präsentierten Zahlen beziehen sich auf die Änderungen der Variationskoeffizienten gegenüber dem jeweiligen Basisszenario. Eine Quotenkürzung führt demnach auch bei alternativen Elastizitäten zu einer Zunahme der relativen Preis- und Erlösstreuung am EU-Milchmarkt. Dieser Anstieg verringert sich allerdings deutlich, wenn die Marktakteure auf Preisänderungen elastischer reagieren. Niedrige Elastizitäten lassen die Zunahme der relativen Streuung dagegen nur begrenzt von rund 40% bei den Ausgangselastizitäten auf 46% anwachsen. Der Anstieg der Preis- und Erlösstreuungen im Reformszenario - der ursprünglich bei jeweils rund 9% lag - wird demgegenüber bei niedrigen Elastizitäten mehr als verdoppelt. Der Rückgang der Marktunsicherheiten im Liberalisierungsszenario im Bezug zum Basisszenario A ist bei hohen Elastizitäten größer. Eine Liberalisierung gegenüber einer Ausgangssituation mit variablen Exporterstattungen führt bei Annahme niedriger Elastizitäten statt zu einer Senkung zu einer leichten Erhöhung der relativen Preisstreuung. Steigen[Seite 168↓]de Erlösschwankungen sind im Zuge einer Liberalisierung im Vergleich zum Basisszenario B wie schon bei den ursprünglichen Elastizitätswerten auch bei verringerten oder erhöhten Elastizitäten zu verzeichnen.

Tabelle 6.8: Änderung der Variationskoeffizienten von Preis und Erlösen auf dem Rohmilchmarkt in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Angebots- und Nachfrageelastizitäten in %

 

Änderung gegenüber Basisszenario

EU

„Rest der Welt“

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Marktpreis

     

Quotenszenario

B

6,31

46,47

-3,76

-5,66

Reformszenario

A

6,27

22,89

-0,76

0,22

Liberalisierung

A

-65,54

-46,10

-5,34

-15,27

Liberalisierung

B

-35,92

4,17

-6,76

-19,30

Erlöse

 

    

Quotenszenario

B

6,31

46,47

-2,92

-6,07

Reformszenario

A

6,27

22,89

-0,25

0,37

Liberalisierung

A

-31,85

-28,52

-7,69

-18,05

Liberalisierung

B

26,70

38,14

-10,46

-22,40

Quelle: Eigene Berechnungen

Nicht eindeutig klären lässt sich ohne weiteres der Umstand, dass selbst die Zunahme der Erlösstreuung im Liberalisierungsszenario gegenüber dem Basisszenario B bei niedrigen Elastizitäten leicht unterhalb des ursprünglich simulierten Werts in Höhe von 42% liegt. Hier könnten möglicherweise auch die Ungenauigkeiten bei der Berechnung der Störterme eine Rolle spielen. Die Aussage, dass eine Liberalisierung gegenüber einer Ausgangssituation mit fixen Erstattungen tendenziell zu einer Erlösstabilisierung, im Vergleich zu einer Referenzsituation mit variablen Exportsubventionen dagegen zu einer Destabilisierung der Erlöse führt, erweist sich im Hinblick auf die verwendeten Elastizitäten aber als sehr stabil. Der Einfluss der analysierten Politikeingriffe auf die Preis- und Erlösstreuungen am EU-Milchmarkt verändert sich damit bei alternativen Elastizitäten zwar in seiner Intensität, die grundlegenden Wirkungsrichtungen bleiben jedoch weitest gehend erhalten.

Dies gilt auch für die Streuungseffekte im „Rest der Welt“. Prinzipiell führen die untersuchten Politikoptionen wie bei den ursprünglichen Ergebnissen auch bei einer Variation der Angebots- und Nachfrageelastizitäten zu einer Reduktion der relativen Preis- und Erlösstreuung auf den internationalen Milchmärkten. Eine Ausnahme stellt dabei lediglich das Reform[Seite 169↓]szenario dar, für das geringere Werte als bei den Ausgangselastizitäten bzw. sogar eine leichte Zunahme ermittelt wurden. Abgesehen vom Reformszenario ergeben sich bei niedrigeren Elastizitäten positivere Streuungseffekte für Milchpreis und Erlöse auf den internationalen Märkten. Die umfassendste Reduktion der Preis- und Erlösschwankungen am Weltmarkt ist bei allen untersuchten Elastizitätsvariationen durch eine Liberalisierung der europäischen Milchmarktpolitik zu erreichen. Bei unelastischen Marktverhältnissen könnte eine Liberalisierung gegenüber einer Situation mit variablen Exporterstattungen demzufolge zu einer Verringerung der relativen Erlösstreuung der Milcherzeuger in Drittländern um immerhin 22% beitragen.

Ein Vergleich der Budgetverteilungen in den Politikszenarien erscheint aufgrund der verzerrten Wiedergabe der Marktunsicherheiten bei alternativen Elastizitäten als wenig sinnvoll. So ist wegen der ungenauen Spezifizierung der Störterme beispielsweise keine Übereinstimmung dieser Verteilungen in den jeweiligen Basisszenarien bei unterschiedlichen Elastizitäten zu erreichen. Möglich ist dagegen wiederum ein Vergleich der Wohlfahrtsänderungen, die sich aus den Renten- und Budgetänderungen gegenüber den entsprechenden Basisszenarien unter Annahme der jeweils gleichen Elastizitäten und damit der gleichen stochastischen Bedingungen ergeben.

Alle simulierten Wohlfahrtseffekte fallen Tabelle 6.9 zufolge in den Mittelwerten bei hohen Elastizitäten deutlicher aus und besitzen gleichzeitig eine geringere relative Streuung als bei niedrigen Elastizitäten. An der Reihenfolge der Politikoption in der wohlfahrtsökonomischen Bewertung ändert sich dadurch nichts. Allerdings nimmt die Differenz zwischen den mittleren Wohlfahrtsgewinnen einer Liberalisierung einerseits gegenüber einer Ausgangssituation mit fixen Erstattungssätzen und andererseits gegenüber einer Konstellation mit variablen Exportsubventionen bei hohen Angebots- und Nachfrageelastizitäten zu. Auch der Abstand zwischen dem Wohlfahrtsverlust einer Quotenkürzung und dem Wohlfahrtsgewinn einer Liberalisierung - jeweils im Vergleich zum Basisszenario B - vergrößert sich mit einem zunehmend elastischeren Angebots- und Nachfrageverhalten. Demgegenüber nimmt die am mittleren Wohlfahrtsgewinn gemessene relative Vorzüglichkeit des Liberalisierungsszenarios im Vergleich zum Reformszenario bei niedrigen Elastizitäten zu.

Die Verhältnisse der relativen Streuungen zwischen den Politikszenarien können sich dagegen bei alternativen Elastizitäten verändern. Das ist sowohl auf unterschiedliche prozentuale Änderungen der Mittelwerte als auch auf sich in Ausmaß oder Richtung unterschiedlich ändernde Standardabweichungen zurückzuführen. So könnte bei hohen Elastizitäten - entgegen den ursprünglichen Ergebnissen - das Reformszenario eine etwas höhere relative Streu[Seite 170↓]ung des Wohlfahrtsgewinns aufweisen als das zugeordnete Liberalisierungsszenario. Ein ähnlicher Effekt ist beim Quotenszenario im Vergleich zum entsprechenden Liberalisierungsszenario zu beobachten, wobei der sehr hohe Variationskoeffizient des Wohlfahrtsverlusts einer Quotenkürzung im Fall niedriger Elastizitäten in erster Linie auf den stark reduzierten Mittelwert beruht. Die Standardabweichungen bleiben im Reform- wie auch im Quotenszenario bei allen Elastizitätsvarianten stets geringer als im jeweiligen Vergleichsszenario einer Liberalisierung.

Tabelle 6.9: Wohlfahrtsänderung in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Angebots- und Nachfrageelastizitäten

 

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

%

%

Änderung gegenüber Basisszenario A

Reformszenario

774

772

-0,26

5,47

252

253

0,40

10,24

Liberalisierung

927

925

-0,22

4,93

427

424

-0,70

26,79

Änderung gegenüber Basisszenario B

Quotenszenario

-452

-473

4,65

-27,40

-74

-101

36,49

-126,69

Liberalisierung

697

655

-6,03

38,06

342

315

-7,89

65,47

Quelle: Eigene Berechnungen

Für die Abweichungen zwischen den hypothetischen Werten bei Sicherheit und den stochastisch simulierten Mittelwerten der Wohlfahrtsentwicklung ergeben sich bei alternativen Elastizitäten nur für das Quotenszenario infolge der sich deutlich ändernden relativen Streuung und Schiefe nennenswerte Konsequenzen. Die hohe prozentuale Abweichung bei niedrigen Elastizitäten wird dabei jedoch durch die vergleichsweise geringe Differenz in absoluten Zahlen relativiert.

Die mittleren Wohlfahrtseffekte fallen also je nach zu Grunde gelegten Elastizitäten mal höher und mal niedriger aus. Mit zunehmenden Angebots- und Nachfrageelastizitäten sind die simulierten Wohlfahrtsentwicklungen nicht nur im Niveau höher, sondern in Relation zum Mittelwert auch sicherer vorherzusagen. Es sind zwar zum Teil Veränderungen in den Verhältnissen von Mittelwerten und Variationskoeffizienten zwischen den Politikszenarien bei alternativen Elastizitäten festzustellen, die auf der Basis der ursprünglichen Simulationen vorgenommene grundlegende wohlfahrtsökonomische Einordnung der verschiedenen Politikop[Seite 171↓]tionen ist davon aber nicht betroffen. Insbesondere bestätigt sich auch bei variierten Elastizitäten die Aussage, nach der eine Liberalisierung nicht nur mit einem geringeren Mittelwert, sondern auch mit einer höheren Varianz des Wohlfahrtsgewinns verbunden ist, wenn statt fixer Exporterstattungen eine variable Ausgestaltung dieses exportfördernden Instruments in der Referenzsituation zum Einsatz kommt.

6.3 Produktdifferenzierung und Transmission von Unsicherheit

Die mit Hilfe des Armington-Ansatzes im Milchmarktmodell verankerte Produktdifferenzierung korrespondiert mit der Annahme, dass im Bewusstsein der Konsumenten sonst gleiche Produkte aufgrund einer unterschiedlichen Herkunft den Charakter vollkommener Substitute verlieren. Die in den Modellrechnungen verwendeten Substitutionselastizitäten bestimmen demnach, wie stark die Konsumenten auf ein verändertes Preisverhältnis zwischen heimischen und importierten Milchprodukten reagieren. Von diesen Parametern ist zunächst zu erwarten, dass sie einen Einfluss auf die politikbedingten Änderungen im Niveau von Zielgrößen haben, beispielsweise auf die Zunahme von Importen nach einem Zollabbau. Durch diese direkte Wirkung auf den Außenhandel dürften die Substitutionselastizitäten darüber hinaus aber auch den Umfang der Transmission von Unsicherheit vom Weltmarkt auf den EU-Markt mitbestimmen. Gegenstand dieses Abschnitts ist also, der Bedeutung der Substitutionselastizitäten und damit des Ausmaßes der Produktdifferenzierung für Mittelwert und Streuung von Zielgrößen bzw. deren Änderung durch Preis- und Mengeneingriffe am gemeinsamen Milchmarkt nachzugehen.

Die Durchführung einer Sensitivitätsanalyse ist bei den Substitutionselastizitäten im Gegensatz zu den Angebots- und Nachfrageelastizitäten insofern unproblematisch, da sie gemäß der Modellformulierung nicht in die Bestimmung der Störterme eingehen. Ein Vergleich beispielsweise der Zielgrößenverteilungen eines Basisszenarios unter alternativen Substitutionselastizitäten ist somit ohne weiteres möglich. Tabelle 6.10 zeigt eine solche Gegenüberstellung am Beispiel des EU-Außenhandels mit Butter. Die Mittelwerte und Variationskoeffizienten von Import und Export wurden jeweils für erhöhte und verringerte Elastizitäten simuliert. Wie schon bei den Angebots- und Nachfrageelastizitäten wurde dazu die ursprüngliche einheitliche Substitutionselastizität um die Hälfte erhöht bzw. reduziert und beträgt damit im Rahmen der Sensitivitätsanalyse für beide Regionen und alle Produkte 3,3 bzw. 1,1.

Im Basisjahr 2000 entsprachen die Störterme nicht ihren theoretischen Erwartungswerten von eins. Dadurch kommt es - wie bereits im Abschnitt 5.1.2 beschrieben - in den Basisszenarien zu einer Anpassung der Marktlage, insbesondere zu einem im Vergleich zu den Aus[Seite 172↓]gangsdaten höheren Preisniveau im „Rest der Welt“. Wie deutlich diese Anpassungen ausfallen, hängt auch vom Ausmaß der Produktdifferenzierung ab. In den Basisszenarien zeigt sich, dass infolge einer höheren herkunftsspezifischen Substitutionselastizität die Konsumenten in der EU intensiver auf diesen Preisanstieg reagieren und die mittleren Importe etwas geringer ausfallen. Auf der anderen Seite wenden sich die Konsumenten im „Rest der Welt“ unter der Annahme höherer Substitutionselastizitäten vermehrt der relativ günstiger gewordenen EU-Butter zu, sodass die Exporte ansteigen. Im Basisszenario B wird dieser Effekt allerdings durch die variable Exporterstattung verhindert.

Tabelle 6.10: Ergebnisse der Basis- und Politikszenarien für den EU-Außenhandel mit Butter bei alternativen Substitutionselastizitäten

 

Import

Export

 

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

 

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

 

1.000 t

%

1.000 t

%

1.000 t

%

1.000 t

%

Basisszenario A

94,12

10,37

96,88

7,31

213,15

17,64

199,48

12,45

Basisszenario B

86,08

21,99

95,25

9,49

177,62

3,73

177,30

3,65

Quotenszenario

117,16

19,14

104,81

9,13

177,51

3,83

177,64

3,82

Reformszenario

59,94

11,61

89,40

7,42

124,67

29,85

152,47

15,41

Liberalisierung

234,87

27,94

165,28

16,57

103,97

29,65

128,01

16,52

Quelle: Eigene Berechnungen

Ein elastischeres Substitutionsverhalten der Nachfrager bei sich ändernden Preisverhältnissen zwischen heimischer und importierter Ware schlägt sich aber vor allem auch in höheren Streuungen im Außenhandel nieder. Im Basisszenario A liegen die Variationskoeffizienten von Importen und Exporten bei hohen Substitutionselastizitäten jeweils um ca. 42% über den Werten bei niedrigen Elastizitäten. Im Basisszenario B bleibt die Streuung der Exporte bei alternativen Substitutionselastizitäten dagegen aufgrund der variablen Ausfuhrerstattungen nahezu unverändert. Gleichzeitig ist bei hohen Elastizitäten in diesem Szenario im Vergleich zur Situation mit geringen Elastizitäten mit einem mehr als doppelt so hohen Variationskoeffizient der Importe zu rechnen. Dadurch vergrößern sich auch die Streuungsdifferenzen im Butterimport zwischen den beiden Basisszenarien.

Diese prinzipiellen Niveau- und Streuungseffekte eines veränderten Ausmaßes der Produktdifferenzierung lassen sich auch an den simulierten Import- und Exportverteilungen in den drei Politikszenarien verfolgen. So nehmen etwa die mittleren Einfuhren nach einer Quo[Seite 173↓]tenkürzung oder im Zuge einer Liberalisierung wegen des gestiegenen EU-Preisniveaus bzw. des Zollabbaus bei einer hohen Substitutionselastizität stärker zu. Eine Preissenkung am EU-Milchmarkt nach Umsetzung der Luxemburger Agrarreform lässt die Importe entsprechend umso deutlicher zurückgehen, je weniger herkunftsspezifische Präferenzen in den Kaufentscheidungen der Konsumenten zum Tragen kommen. Dieselben Niveaueffekte sind ebenso nach einer Kürzung oder Abschaffung der Ausfuhrerstattungen im Reform- bzw. Liberalisierungsszenario beim Butterexport zu beobachten. Die relativen Streuungen von Import und Export liegen auch in den drei Politikszenarien bei Annahme hoher Substitutionselastizitäten stets deutlich über den Werten bei geringen Elastizitäten. Eine Ausnahme stellt wiederum das Quotenszenario dar, in dem die Wirksamkeit der flexiblen Erstattungen einen Einfluss der Substitutionselastizitäten auf Mittelwert und Streuung des Exports verhindert.

Tabelle 6.11 liefert die prozentualen Änderungen in Mittelwert und relativer Streuung, die sich für die wichtigsten Zielgrößen auf den Rohmilchmärkten in beiden Modellregionen in den Basisszenarien aus alternativen Substitutionselastizitäten im Vergleich zu den ursprünglich simulierten Werten ergeben. Die Abweichungen im Niveau liegen bis auf die Mittelwerte von Milchpreis und Erlösen am EU-Markt bei niedrigen Substitutionselastizitäten jeweils unter einem Prozent und sind demnach offenbar nur von untergeordneter Bedeutung.

Einen größeren Einfluss hat das Ausmaß der Produktdifferenzierung dagegen auf die Streuungen von Preis und Erlösen am EU-Milchmarkt in den Basisszenarien, während Mittelwert und Streuung der Milcherzeugung infolge der in allen Fällen limitierend wirkenden Quote unverändert bleiben. Im Basisszenario A nimmt analog zur Unsicherheit im Außenhandel auch die Preis- und Erlösstreuung auf dem EU-Milchmarkt bei höheren Substitutionselastizitäten zu und bei niedrigeren Elastizitäten ab. Beim Basisszenario B sind die Streuungsänderungen aufgrund der Wirksamkeit der variablen Exporterstattungen nicht so eindeutig. Sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Substitutionselastizitäten ist ein leicht erhöhter Variationskoeffizient von Erzeugerpreis und Erlösen zu verzeichnen. Bei weitgehend unbeeinflussten Exporten dürfte die jeweilige Entwicklung davon abhängen, wie sich das Verhältnis von Importstreuung und dem Anteil der Einfuhren am EU-Markt verändert. Insgesamt verursacht die flexible Ausgestaltung der Erstattungen im Basisszenario B im Vergleich zum Basisszenario A spürbar abgeschwächte Streuungseffekte alternativer Substitutionselastizitäten.

Schließlich bestätigt sich die Vermutung, dass das Ausmaß der von den internationalen Märkten auf den EU-Markt übertragenen Unsicherheiten entscheidend von der Ausprägung von Herkunftspräferenzen mitbestimmt wird. Dies gilt in den durchgeführten Sensitivitäts[Seite 174↓]rechnungen allerdings nur bei der Anwendung fixer Exporterstattungssätze uneingeschränkt. So werden im Basisszenario A bei hohen Substitutionselastizitäten 68%, bei niedrigen Elastizitäten aber nur 42% der im „Rest der Welt“ auftretenden Preisschwankungen - ausgedrückt als Standardabweichung - auf den Erzeugerpreis in der EU übertragen. Im Gegensatz dazu sorgen die variablen Erstattungssätze für einen deutlich reduzierten Einfluss der Produktdifferenzierung. Der Anteil der vom Weltmarkt auf den EU-Milchmarkt übertragenen absoluten Erzeugerpreisstreuungen bewegt sich im Basisszenario B bei den verschiedenen Varianten der Substitutionselastizitäten lediglich im Bereich von 26% bis 28%.

Tabelle 6.11: Änderung der Mittelwerte und Variationskoeffizienten von Angebot, Preis und Erlösen auf dem Rohmilchmarkt in den Basisszenarien bei alternativen Substitutionselastizitäten gegenüber den Ausgangswerten in %

 

EU

„Rest der Welt“

 

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

 

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

Mittelwert

VK

Milcherzeugung

      

Basisszenario A

0,00

0,00

-0,05

1,30

0,09

-1,57

Basisszenario B

0,00

0,00

-0,05

-1,39

0,04

-4,03

Marktpreis

        

Basisszenario A

0,79

14,20

-1,53

-26,25

-0,16

-0,52

0,31

1,62

Basisszenario B

0,76

8,64

-1,01

6,70

0,04

0,53

0,19

2,97

Erlöse

        

Basisszenario A

0,79

14,20

-1,53

-26,25

-0,21

-0,62

0,41

2,15

Basisszenario B

0,76

8,64

-1,01

6,70

-0,01

0,69

0,25

3,73

Quelle: Eigene Berechnungen

Das Ausmaß von Herkunftspräferenzen bestimmt damit auch, welcher Anteil der vom Weltmarkt auf den EU-Milchmarkt übertragenen Unsicherheiten durch variable Exporterstattungen aufgefangen werden kann. So liegt die relative Preis- und Erlösstreuung bei hohen Substitutionselastizitäten im Basisszenario B um 55%, bei niedrigen Elastizitäten aber nur um 31% unter dem Niveau im Basisszenario A. Hinsichtlich der Mittelwerte und Variationskoeffizienten von Milchproduktion, Erzeugerpreis sowie Erlösen im „Rest der Welt“ in den Basisszenarien ist das Ausmaß der Produktdifferenzierung nur von begrenzter Bedeutung.

Wie beeinflusst nun die Ausprägung von Herkunftspräferenzen die Wirksamkeit der betrachteten Politikszenarien? Tabelle 6.12 beantwortet diese Frage zunächst anhand der Mittelwertänderungen der wichtigsten Zielgrößen am Milchmarkt gegenüber den jeweiligen Ba[Seite 175↓]sisszenarien. In den Szenarien einer Quotenkürzung und der Luxemburger Agrarreform bleibt die Garantiemenge auch bei variierten Substitutionselastizitäten in allen simulierten Fällen bindend und die Änderungsrate der Milcherzeugung somit konstant. Geringere Substitutionselastizitäten führen bei einem Zollabbau zu einer verminderten Zunahme der Importe und bei einer Beseitigung der Exportsubventionen zu einer reduzierten Abnahme der Exporte. Durch diese Effekte wird die mittlere Milcherzeugung im Zuge einer Liberalisierung bei hohen Substitutionselastizitäten etwas schwächer und bei niedrigen Elastizitäten etwas stärker ausgedehnt als um die ursprünglich ermittelten 4%.

Tabelle 6.12: Änderung der Mittelwerte von Angebot, Preis und Erlösen auf dem Rohmilchmarkt in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Substitutionselastizitäten in %

 

Änderung gegenüber Basisszenario

EU

„Rest der Welt“

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Milcherzeugung

     

Quotenszenario

B

-5,00

-5,00

0,70

0,37

Reformszenario

A

1,81

1,81

0,37

0,14

Liberalisierung

A

3,57

4,47

0,86

0,34

Liberalisierung

B

3,57

4,47

0,70

0,25

Marktpreis

 

    

Quotenszenario

B

23,66

31,69

2,64

1,37

Reformszenario

A

-19,12

-17,27

1,06

0,43

Liberalisierung

A

-36,63

-34,27

2,52

1,01

Liberalisierung

B

-34,08

-32,01

1,80

0,60

Erlöse

 

    

Quotenszenario

B

17,48

25,11

3,34

1,73

Reformszenario

A

-17,66

-15,78

1,42

0,58

Liberalisierung

A

-34,34

-31,32

3,36

1,34

Liberalisierung

B

-31,69

-28,96

2,45

0,82

Quelle: Eigene Berechnungen

Gleichzeitig fällt der durch die Luxemburger Beschlüsse oder eine vollständige Liberalisierung ausgelöste Preis- und Erlösrückgang bei stärker ausgeprägten Herkunftspräferenzen entsprechend geringer aus. Insgesamt verursacht eine Variation der Substitutionselastizitäten aber nur moderate Abweichungen in den Mittelwertänderungen von Erzeugerpreis und Erlösen am EU-Milchmarkt in diesen Szenarien. Deutlicher ist dagegen der verstärkte Preis- und [Seite 176↓]Erlösanstieg nach einer Quotenkürzung, wenn ein hohes Ausmaß an Produktdifferenzierung im Konsum eine intensivere Substitution heimischer Milchprodukte durch Importe verhindert.

Alternative Substitutionselastizitäten führen auch im „Rest der Welt“ zu leicht verstärkten oder etwas abgeschwächten Niveaueffekten, wobei die Richtung der Veränderungen unbeeinflusst bleibt. Allerdings wäre der Erlösanstieg in Drittländern im Fall hoher Substitutionselastizitäten entgegen den ursprünglich simulierten Ergebnissen bei einer Liberalisierung gegenüber dem Basisszenario A am höchsten. Die in der Ausgangssituation den höchsten mittleren Preis- und Erlösanstieg auf den internationalen Märkten auslösende Quotenkürzung bleibt aber im Vergleich zu einer Liberalisierung, die sich - wie das Quotenszenario selbst - auf das Basisszenario B bezieht, die für die internationalen Wettbewerber auf dem Milchmarkt zu bevorzugende Politikvariante. Insgesamt sind die Auswirkungen einer veränderten EU-Milchmarktpolitik auf das Preis- und Erlösniveau im „Rest der Welt“ auch bei alternativen Annahmen zu den Substitutionselastizitäten vergleichsweise gering.

Für die sich aus Politikänderungen ergebenden Streuungseffekte ist die Annahme bezüglich des Ausmaßes der Produktdifferenzierung von größerer Bedeutung, wie aus Tabelle 6.13 hervorgeht. So verstärkt sich etwa die Zunahme des Variationskoeffizienten von Erzeugerpreis und Erlösen am EU-Milchmarkt infolge einer Quotenkürzung bei hohen Substitutionselastizitäten und einer verringerten Mittelwertzunahme von ursprünglich 40% auf 44%, reduziert sich dagegen aber bei niedrigen Elastizitäten und einem höheren Mittelwertanstieg fast vollständig. Die Relevanz möglicher negativer Streuungseffekte einer Quotenkürzung ist also eng mit dem Ausmaß der herkunftsspezifischen Produktdifferenzierung der Konsumenten verbunden. Der Zuwachs der Preis- und Erlösstreuung am EU-Milchmarkt im Reformszenario verändert sich dagegen nur unwesentlich und liegt bei erhöhten oder verringerten Substitutionselastizitäten jeweils leicht über den in der Ausgangsvariante simulierten 9%. Die Verringerung der relativen Preis- und Erlösschwankungen durch eine vollständige Öffnung des europäischen Milchmarkts fällt gegenüber dem Basisszenario A markanter aus, wenn von einem hohen Maß an Produktdifferenzierung ausgegangen wird.

Soweit sind bei alternierenden Annahmen bezüglich der Substitutionselastizitäten zwar intensivere oder abgeschwächte, in ihrem Vorzeichen jedoch unveränderte Streuungseffekte der verschiedenen Politikszenarien am EU-Milchmarkt zu beobachten. Etwas anders sieht die Situation bei einer Liberalisierung gegenüber einer Referenzsituation mit variablen Exportsubventionen aus. Liegen niedrige Substitutionselastizitäten vor, so kommt es zu einer stärkeren Reduktion der Preisstreuung und damit - entgegen den ursprünglichen Ergebnissen - auch zu einer Verringerung der Erlösschwankungen am EU-Milchmarkt. Bei hohen Substitutions[Seite 177↓]elastizitäten ist - anders als in der Ausgangssituation - ein Anstieg der Preisstreuung und in der Folge eine deutlichere Zunahme der Erlösschwankungen zu verzeichnen. Bei der Beantwortung der Frage, ob eine Liberalisierung im Fall variabler Exportsubventionen in der Ausgangssituation potenziell zu einer Preis- und Erlösstabilisierung oder zu einer Destabilisierung dieser Zielgrößen führt, können die zu Grunde gelegten Substitutionselastizitäten also eine entscheidende Rolle spielen.

Tabelle 6.13: Änderung der Variationskoeffizienten von Preis und Erlösen auf dem Rohmilchmarkt in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Substitutionselastizitäten in %

 

Änderung gegenüber Basisszenario

EU

„Rest der Welt“

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

Marktpreis

     

Quotenszenario

B

44,35

2,98

-5,08

-2,70

Reformszenario

A

12,55

10,88

-1,55

0,61

Liberalisierung

A

-50,57

-70,00

-12,66

-2,28

Liberalisierung

B

8,79

-56,60

-15,92

-6,20

Erlöse

 

    

Quotenszenario

B

44,35

2,98

-5,95

-3,12

Reformszenario

A

12,55

10,88

-2,47

0,96

Liberalisierung

A

-18,25

-50,59

-17,55

-3,04

Liberalisierung

B

79,92

-28,51

-21,61

-7,98

Quelle: Eigene Berechnungen

Mit Ausnahme des Reformszenarios besitzen die Streuungseffekte der verschiedenen Politikszenarien im „Rest der Welt“ bei veränderten Substitutionselastizitäten die selbe Wirkungsrichtung wie bei den Ausgangswerten dieser Modellparameter. Liegt ein geringeres Ausmaß von Produktdifferenzierung vor, so verstärkt sich im Zuge einer Quotenkürzung oder einer Liberalisierung des EU-Milchmarkts tendenziell die bereits unter Verwendung der Ausgangselastizitäten festgestellte Abnahme der Preis- und Erlösschwankungen auf den internationalen Märkten. Im Reformszenario reduziert sich der ohnehin unbedeutende Rückgang der relativen Preis- und Erlösstreuung bei hohen Substitutionselastizitäten und verkehrt sich bei niedrigen Elastizitäten in einen sehr geringen Zuwachs. Abgesehen von einer Liberalisierung, für die bei einer geringen Ausprägung von Herkunftspräferenzen immerhin eine nennenswerte Abnahme der relativen Erlösstreuung im Vergleich zum Basisszenario B um knapp 22% simuliert wurde, halten sich die Effekte einer veränderten EU-Milchmarktpolitik auf die Preis- [Seite 178↓]und Erlösschwankungen im „Rest der Welt“ auch bei einer Annahme veränderter Substitutionselastizitäten in Grenzen.

Abbildung 6.8 demonstriert am Beispiel der Liberalisierung gegenüber einer Referenzsituation mit variablen Exportsubventionen, dass das Ausmaß der Produktdifferenzierung auch die Verteilung der Weltmarktpreisentwicklung nach einer Politikänderung in der EU beeinflussen kann. Eine geringe Ausprägung von Herkunftspräferenzen im Bewusstsein der Konsumenten führt im Vergleich zur Situation mit niedrigen Substitutionselastizitäten als Ergebnis einer vollständigen Öffnung des europäischen Milchmarkts einerseits zu einem höheren mittleren Anstieg des Weltmarktpreises. Andererseits ist eine elastischere herkunftsspezifische Substitution aber auch mit einer höheren Streuung der Weltmarktpreisänderung verbunden. Die Vorhersage der Weltmarktpreisentwicklung wird damit unsicherer. Allerdings nimmt die Häufigkeit eines zurückgehenden Weltmarktpreises infolge einer Liberalisierung des EU-Milchmarkts gegenüber einer Referenzsituation mit variablen Erstattungen nur unwesentlich von 14,4% bei niedrigen auf 15,8% bei hohen Substitutionselastizitäten zu.

Abbildung 6.8: Verteilung der prozentualen Änderung des Marktpreises für Rohmilch im „Rest der Welt“ im Liberalisierungsszenario gegenüber dem Basisszenario B bei alternativen Substitutionselastizitäten

Quelle: Eigene Berechnungen

Über die Außenhandelswirkung beeinflusst die Existenz von Herkunftspräferenzen ebenso Niveau und Streuung der Zolleinnahmen und Exportsubventionen. Die sich daraus für die Basis- und Politikszenarien ergebenden Budgeteffekte fasst Tabelle 6.14 zusammen. Im Basisszenario A steigen die EU-Milchmarktausgaben in erster Linie durch zunehmende Exporte bei höheren Substitutionselastizitäten an. Im Basisszenario B beruht der Budgetanstieg bei [Seite 179↓]hohen Substitutionselastizitäten ebenfalls - infolge einer größeren Preisdifferenz zwischen EU- und Weltmarktpreisniveau - auf einer Zunahme der Ausgaben für Exporterstattungen sowie zusätzlich auf abnehmenden Zolleinnahmen bei geringeren Importen. Im Reformszenario können die veränderten Anpassungen im Außenhandel bei einem geringeren Ausmaß an Produktdifferenzierung den ursprünglich festgestellten knappen Einnahmeüberschuss in einen negativen Saldo umkehren. Nach einer Quotenkürzung fallen die mittleren Milchmarktausgaben dagegen bei niedrigen Substitutionselastizitäten vor allem wegen der verminderten Zunahme an Importen und dem damit verbundenen verringerten Zuwachs an Zolleinnahmen höher aus.

Tabelle 6.14: Ergebnisse der Basis- und Politikszenarien für das EU-Milchmarktbudget bei alternativen Substitutionselastizitäten

 

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

%

%

Basisszenario A

-1.027

-1.028

0,10

-11,77

-970

-969

-0,10

-7,96

Basisszenario B

-762

-708

-7,09

-28,60

-670

-598

-10,75

-48,22

Quotenszenario

-932

-904

-3,00

-4,42

-1.050

-1.035

-1,43

-5,03

Reformszenario

-18

-18

0,00

-295,40

87

87

0,00

44,22

Quelle: Eigene Berechnungen

Die Budgetschwankungen in den Szenarien mit fixen Erstattungssätzen verringern sich korrespondierend zur Unsicherheit im Außenhandel mit abnehmenden Substitutionselastizitäten. Im Basisszenario B und im Quotenszenario erhöht sich dagegen die absolute wie relative Budgetstreuung bei einem unelastischeren Substitutionsverhalten der Konsumenten aufgrund einer zunehmenden Streuung der Exporterstattungen, die infolge der variablen Ausgestaltung nicht nur aus den Exportschwankungen, sondern auch aus der Streuung der EU- und Weltmarktpreise resultiert.

Die Veränderungen in den simulierten Budgetverteilungen sind bei einer Änderung der Annahmen zum Ausmaß der Produktdifferenzierung insgesamt nicht gravierend. Allerdings zeigte sich, dass veränderte Substitutionselastizitäten unterschiedliche Effekte auf Niveau und Streuung der Budgetverteilungen in den verschiedenen Politikszenarien entfalten können. Beispielsweise vergrößert sich die Differenz zwischen den mittleren Marktordnungskosten im Quotenszenario und dem zugehörigen Basisszenario B bei abnehmenden Substitutionselasti[Seite 180↓]zitäten. Darüber hinaus beeinflusst die Ausgestaltung der Exportsubventionen offensichtlich die Wirkung alternativer Substitutionselastizitäten auf die Budgetstreuung. Leichte Veränderungen in den Abweichungen zwischen deterministischem Wert und stochastisch simuliertem Mittelwert des EU-Milchmarktbudgets ergeben sich bei wechselnden Annahmen zum Ausmaß der Produktdifferenzierung in den Szenarien mit variablen Exporterstattungen je nach Entwicklung in Streuung und Schiefe.

Abschließend ist nun noch der Einfluss der Substitutionselastizitäten auf Niveau und Streuung der Wohlfahrtseffekte der untersuchten Politikszenarien zu klären. Tabelle 6.15 präsentiert die Wohlfahrtsänderungen im Vergleich zu den jeweiligen Basisszenarien wiederum bei erhöhten und verringerten Substitutionselastizitäten. Zunächst fällt auf, dass der Mittelwert des Wohlfahrtseffekts einer Liberalisierung gegenüber einer Ausgangssituation mit fixen Erstattungen nur wenig von einer alternativen Annahme zur Produktdifferenzierung berührt wird. Der mittlere Wohlfahrtsgewinn der Luxemburger Reform vergrößert sich dagegen mit zunehmender Produktdifferenzierung im Konsumverhalten. Die Differenz zwischen diesen beiden Politikoptionen wird demnach auch durch die verwendeten Substitutionselastizitäten entscheidend mitbestimmt. Bei einer Existenz ausgeprägter Herkunftspräferenzen im Konsum von Milchprodukten wäre der wohlfahrtsökonomische Vorteil einer vollständigen Liberalisierung des EU-Milchmarkts gegenüber den Luxemburger Beschlüssen somit sehr gering. Diese Aussage gewinnt in einer solchen Situation angesichts des mehr als doppelt so hohen Variationskoeffizienten des Wohlfahrtseffekts einer Liberalisierung zusätzlich an Gewicht.

Tabelle 6.15: Wohlfahrtsänderung in den Politikszenarien gegenüber den Basisszenarien bei alternativen Substitutionselastizitäten

 

Hohe Elastizitäten

Niedrige Elastizitäten

 

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

Deterministischer Wert

Mittelwert

Abweichg. vom Determ. Wert

VK

 

Mio. €

Mio. €

%

%

Mio. €

Mio. €

%

%

Änderung gegenüber Basisszenario A

Reformszenario

524

522

-0,38

7,06

627

627

0,00

3,91

Liberalisierung

697

696

-0,14

11,76

675

672

-0,44

8,57

Änderung gegenüber Basisszenario B

Quotenszenario

-308

-326

5,84

-39,13

-294

-337

14,63

-53,11

Liberalisierung

552

530

-3,99

39,84

474

426

-10,13

60,36

Quelle: Eigene Berechnungen


[Seite 181↓]

Während sich die Streuungen der Wohlfahrtseffekte in den zum Basisszenario A in Beziehung gesetzten Politikszenarien entsprechend der Unsicherheit im Außenhandel bei geringeren Substitutionselastizitäten reduzieren, tritt - wie zuvor schon bei der Streuung des EU-Milchmarktbudgets - im Rahmen der von variablen Exporterstattungen beeinflussten Politikvarianten der gegenteilige Effekt auf. Dabei nimmt der Variationskoeffizient der Wohlfahrtsänderung bei geringeren Substitutionselastizitäten im Liberalisierungsszenario etwas stärker zu als im Quotenszenario. Die mittleren Wohlfahrtseffekte dieser beiden Politikoptionen gegenüber dem Basisszenario B verändern sich bei alternativen Substitutionselastizitäten in die gleiche Richtung, sodass die ursprüngliche wohlfahrtsökonomische Einordnung Bestand hat.

Uneingeschränkt gültig bleibt bei modifizierten Annahmen zum Ausmaß der Produktdifferenzierung auch die Aussage, dass eine Liberalisierung gegenüber einer Referenzsituation mit variablen Exporterstattungen mit einem geringeren mittleren und zudem unsichereren Wohlfahrtsgewinn verbunden ist als gegenüber einer Ausgangssituation mit festen Erstattungssätzen. Bei niedrigen Substitutionselastizitäten nehmen diese Unterschiede in Niveau und Streuung des Wohlfahrtsgewinns einer Liberalisierung zwischen den beiden Basisszenarien allerdings tendenziell zu. Niedrige Substitutionselastizitäten lassen darüber hinaus auch die Abweichungen zwischen dem hypothetischen Wert bei Sicherheit und dem stochastisch simulierten Mittelwert der Wohlfahrtsänderung im Quotenszenario und bei einer Liberalisierung gegenüber Basisszenario B anwachsen. Zurückzuführen ist dieser Effekt jeweils sowohl auf eine steigende Streuung als auch auf eine zunehmende Schiefe.

6.4 Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?

Die Höhe des Kostenniveaus in der europäischen Milcherzeugung sowie die verwendeten Angebots-, Nachfrage- und Substitutionselastizitäten beeinflussen Niveau und Streuung der für den Fall veränderter politischer Rahmenbedingungen am EU-Milchmarkt simulierten Zielgrößen. Die tatsächlichen Kosten in der Milcherzeugung bestimmen beispielweise, inwieweit die Quote nach Umsetzung der Luxemburger Agrarreform wirksam bleibt und damit auch, wie sich die Marktunsicherheiten im weiteren Verlauf entwickeln werden. Mit der Ausprägung von Herkunftspräferenzen ist über die Wirkung auf den Außenhandel das Ausmaß der Übertragung von Unsicherheit vom Weltmarkt auf den EU-Milchmarkt eng verknüpft. Von den Angebots-, Nachfrage- und Substitutionselastizitäten hängt darüber hinaus ab, in welchem Maße sich Politikänderungen in veränderten Mengen-, Preis-, Budget- oder Wohlfahrtsniveaus und letztlich auch in den Streuungen dieser Größen widerspiegeln. Angesichts dieses Einflusses von Daten und Modellparametern stellt sich somit abschließend die Frage [Seite 182↓]nach der Aussagekraft der für die formulierten Politikszenarien im Kapitel 5.3 präsentierten Ergebnisse.

Alternative Preis- und Substitutionselastizitäten lassen die Effekte der untersuchten Politikszenarien auf Niveau und Streuung von Erzeugerpreis und Erlösen am EU-Milchmarkt zwar in intensiverer oder abgeschwächter Form auftreten, die grundlegenden Wirkungsrichtungen bleiben jedoch weitest gehend erhalten. Nennenswerte Einflüsse der zu Grunde gelegten Elastizitäten sind etwa auf die Preis- und Erlösverteilungen im Quotenszenario zu verzeichnen. Während eine Variation der Preiselastizitäten die Mittelwert- und Streuungsänderung von Erzeugerpreis und Erlösen stets in die gleiche Richtung verstärkt oder abmildert, übt die Ausprägung von Herkunftspräferenzen einen differenzierteren Einfluss aus. Eine Quotenkürzung bei hohen Substitutionselastizitäten führt beispielsweise im Vergleich zu den ursprünglichen Ergebnissen zu einem verringerten Anstieg des Mittelwerts von Erzeugerpreis und Erlösen, gleichzeitig aber zu einer deutlicheren Zunahme der Preis- und Erlösstreuung. Die in den Modellergebnissen bei der Basisausprägung der Modellparameter konstatierten ambivalenten Effekte einer Quotenkürzung auf Niveau und Streuung von Erzeugerpreis und Erlösen sind somit generell auch bei alternativen Elastizitäten festzustellen. Allerdings steigt die Relevanz der unerwünschten Streuungswirkung mit einer abnehmenden Preiselastizität von Angebot und Nachfrage sowie insbesondere mit einem zurückgehenden Ausmaß von Produktdifferenzierung. Bei hohen Preis- und niedrigen Substitutionselastizitäten verliert dieser Effekt hingegen an Bedeutung.

Ein gravierenderer Einfluss auf die Marktsituation geht im Reform- und im Liberalisierungsszenario von der Annahme zu den Milcherzeugungskosten in der EU aus. So wäre die Milchquote bei einem höheren als dem zunächst angenommenen Kostenniveau im Reformszenario nicht mehr in allen Fällen bindend. In den Situationen mit einer nicht limitierend wirkenden Garantiemenge käme es somit durch die ermöglichten Angebotsreaktionen zu einer Abfederung der Preisschwankungen. Statt des ursprünglich prognostizierten leichten Anstiegs der Preis- und Erlösschwankungen würde sich bei einem erhöhten Kostenniveau in der Milcherzeugung nach Umsetzung der Luxemburger Agrarreform demnach eine Abnahme der relativen Preis- und Erlösstreuungen ergeben. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung der Wirksamkeit von Mengeneingriffen bei einer Politikanalyse unter dem Einfluss von Unsicherheit.

Höhere Produktionskosten hätten ebenso Konsequenzen für die zu erwartenden Folgen einer Liberalisierung. So wäre im Zuge einer vollständigen Öffnung des EU-Milchmarkts nicht - wie beim Ausgangskostenniveau vorhergesagt - mit einer Ausdehnung, sondern mit [Seite 183↓]einer leichten Einschränkung der europäischen Milcherzeugung zu rechnen. Dies wäre dann mit einem verminderten Rückgang des Preis- und Erlösniveaus verbunden, während sich die tendenziell preisstabilisierende Wirkung einer Liberalisierung am EU-Milchmarkt verstärkt.

Gegenüber einer Ausgangssituation mit fixen Exporterstattungen ergibt sich bei allen Parametervariationen ein preis- und erlösstabilisierender Effekt einer Liberalisierung am EU-Milchmarkt. Im Vergleich zu einer Referenzsituation mit variablen Exporterstattungen könnte es dagegen infolge einer Liberalisierung auch zu einer Destabilisierung des Erzeugerpreises kommen, wenn eine geringe Preiselastizität in Angebot und Nachfrage oder eine hohe Substitutionselastizität vorliegt. Bei ausgeprägten Herkunftspräferenzen wäre - anders als bei den ursprünglichen Ergebnissen - außerdem eine erlösstabilisierende Wirkung einer Liberalisierung gegenüber dem Basisszenario B möglich. In allen anderen Fällen bestätigt sich aber der potenziell destabilisierende Effekt einer Liberalisierung im Vergleich zur Ausgangssituation mit variablen Exporterstattungen auf die Milcherzeugererlöse in der EU und damit die Bedeutung der konkreten Ausgestaltung der Exportsubventionen für die Beurteilung dieser Politikoption.

Auf die Konsequenzen einer veränderten EU-Milchmarktpolitik für die internationalen Märkte haben die Modellparameter nur einen begrenzten Einfluss. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang einerseits der erwartungsgemäß verstärkte Preis- und Erlösanstieg im „Rest der Welt“ nach einer Liberalisierung samt Quotenabschaffung bei höheren Produktionskosten in der EU und einer damit verbundenen Einschränkung der europäischen Milcherzeugung. Im Gegensatz zum Basiskostenniveau würde eine Liberalisierung in dieser Situation auch einen stärkeren Weltmarktpreisanstieg mit sich bringen als eine Quotenkürzung. Andererseits erhöht sich beispielsweise die Abnahme der relativen Erlösstreuung im „Rest der Welt“ als Folge eines liberalisierten EU-Markts bei vorherigem Einsatz variabler Erstattungen unter der Annahme einer geringen Preiselastizität von Angebot und Nachfrage oder schwach ausgeprägter Herkunftspräferenzen von ursprünglich 13% auf jeweils rund 22%. Insgesamt haben die Politikänderungen in der EU aber auch bei alternativen Parameterannahmen einen zumeist eher moderaten Einfluss auf Niveau und Streuung von Angebot, Erzeugerpreis sowie Erlösen auf den internationalen Milchmärkten.

Für das Milchmarktbudget ergeben sich aus den Sensitivitätsanalysen hinsichtlich Milcherzeugungskosten und Produktdifferenzierung keine grundlegend veränderten Ergebnisse. Auch zu den Wohlfahrtswirkungen der untersuchten Politikoptionen ist keine generelle Revision der im Kapitel 5.3 getroffenen Aussagen notwendig. Allerdings würde sich bei einem erhöhten Kostenniveau in der europäischen Milcherzeugung der zusätzliche Wohlfahrtsge[Seite 184↓]winn aus einer Liberalisierung gegenüber der Luxemburger Agrarreform deutlich erhöhen. Anders als beim Basiskostenniveau weist der Wohlfahrtseffekt einer Liberalisierung zudem eine geringere relative Streuung im Vergleich zum Wohlfahrtseffekt des Reformszenarios auf. Die Existenz ausgeprägter Herkunftspräferenzen im Konsum lässt andererseits den Vorteil einer Liberalisierung gegenüber dem Reformszenario sehr gering ausfallen, zumal der Wohlfahrtseffekt der Liberalisierung in dieser Situation einen mehr als doppelt so hohen Variationskoeffizient besitzt. Inwieweit mit den Luxemburger Reformbeschlüssen Fortschritte bezüglich der Wohlfahrt - insbesondere im direkten Vergleich zur theoretisch erstbesten Lösung einer Liberalisierung - zu erreichen sind, hängt demnach wesentlich von der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Milcherzeugung und dem Ausmaß der Produktdifferenzierung im Bewusstsein der Konsumenten ab. Bei allen Parametervariationen bestätigte sich dagegen die Aussage, dass eine Liberalisierung des EU-Milchmarkts mit einem geringeren mittleren und zudem unsichereren Wohlfahrtsgewinn verbunden ist, wenn in der Ausgangssituation statt fixer Exporterstattungen eine variable Ausgestaltung dieses Instruments zum Einsatz kommt.

Die präsentierten Sensitivitätsrechnungen offenbaren einen vielfältigen Einfluss der verschiedenen Modellannahmen auf die Verteilungen wesentlicher Markt-, Budget- und Wohlfahrtsgrößen und schärfen damit das Verständnis für die vergleichsweise komplexen Politikeffekte bei Unsicherheit. Die konkreten Wirkungen veränderter Parameterausprägungen auf Niveau und Streuung der verschiedenen Zielgrößen entstehen oft im Wechselspiel mit der spezifischen Formulierung der eingesetzten Politikinstrumente. Die Effekte der untersuchten Parametervariationen werden insbesondere von der Ausgestaltung der Exportsubventionen wesentlich mitbestimmt. Die Sensitivitätsanalysen tragen zu einer Akzentuierung und auch zu einer Eingrenzung der Gültigkeit der Simulationsergebnisse bei. Aber nur in einzelnen Fällen sind die prinzipiellen Politikeffekte auf Niveau und Streuung bestimmter Zielgrößen von den konkreten Modellannahmen abhängig. Insgesamt erweisen sich die mit Hilfe des Milchmarktmodells simulierten Ergebnisse somit als recht aussagekräftig und sollten einige Schlüsse für die zukünftige Politikgestaltung und -bewertung am EU-Milchmarkt erlauben.


Fußnoten und Endnoten

1 Zur Anwendung systematischer Sensitivitätsanalysen bei Parameterunsicherheit siehe auch Abschnitt 3.3.3.

2 Auf die im Abschnitt 4.4.2 beschriebene mikroökonomische Anpassung der Nachfrageelastizitäten wird an dieser Stelle zu Gunsten einer transparenten einheitlichen Änderungsrate aller Elastizitäten verzichtet.



© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
17.03.2004