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2.  AUFGABENSTELLUNG

Die Grundlage dieser Arbeit bildete die vorangegangene Entwicklung eines externen szintigraphischen Verfahrens, welches die Effizienz des durch Adenoviren vermittelten LDL-R-Gentransfers beim WHHL-Kaninchen in vivo darstellen kann. Umfangreiche Experimente hatten belegt, dass sich das Verfahren eignet, um LDL-Rezeptoren in vivo nachzuweisen und semiquantitative Aussagen über ihre Aktivität zu treffen, hierdurch kann ein Monitoring des LDL-Metabolismus bei Applikation radioaktiv markierter LDL gewährleistet werden [6].

Ziel dieser Arbeit war es nun, den Einfluß einer Virusdosiseskalation auf Cholesterinsenkung und Langzeitexpression bei adenoviral vermittelten LDL-Rezeptorgentransferversuchen im Kaninchenmodell zu untersuchen. Begleitend sollten Aussagen über den Zeitpunkt des maximalen Therapieeffekts und seine Dauer sowie über den günstigsten Untersuchungszeitpunkt getroffen werden.

Zur Etablierung der Dosis-Wirkungs-Beziehung wurden LDL-Rezeptor defiziente Watanabe Heritable Hyperlipidemic (WHHL)-Kaninchen mit unterschiedlichen Dosierungen eines Adenovirus therapiert, der die Gensequenz für den humanen LDL-Rezeptor enthielt. In jeweils 2 Kaninchen wurden 0,23 x 1012 pfu (plaque forming units) (1/10 Dosis), 1,175 x 1012 pfu (1/2 Dosis), 2,35 x 1012 pfu (1fache Dosis) und in ein Tier 4,7 x 1012 pfu (2fache Dosis) injiziert. Vor und nach Gentransfer erfolgten über einen Zeitraum von sechs Wochen kontinuierlich Bestimmungen der Serumcholesterinkonzentrationen der Kaninchen sowie mehrfache LDL-Stoffwechselkinetiken. Hierfür wurden humane LDL aus Serum isoliert und nach Radioiodierung in die Kaninchen injiziert, um den LDL-Katabolismus aufzuzeichnen.

Zusätzlich wurde die Zeitabhängigkeit des Therapieeffekts untersucht und der günstigste Untersuchungszeitpunkt determiniert. Dazu wurde der Therapieerfolg über einen Zeitraum von bis zu 120 Tagen durch 111In-Scanaufnahmen 20 Tage vor sowie 4, 30, 58 und 113 Tage nach Gentransfer dokumentiert. Hierbei wurden maximaler Therapieeffekt und Dauer der Wirkung begutachtet. Dazu wurden 0, 4 und 24 Stunden nach der Injektion von 111In-markierten LDL Scanaufnahmen angefertigt und zur quantitativen Ermittlung der Gentransfereffizienz der Leber/Herz-Quotient ermittelt, welcher als Maß der spezifischen Traceranreicherung diente.


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03.08.2005