3 Ergebnisse

3.1 Allgemein

3.1.1 Patientenkollektiv

↓29

Die Bildanalyse der 368 Gelenke umfasste die morphologische Beurteilung bei geschlossenem und geöffnetem Mund. Die morphometrische Beurteilung der Weichgewebsstrukturen (Discus articularis) und der Hartgewebsstrukturen (Condylus mandibularis, Fossa mandibularis, Tuberculum articulare und Processus postglenoidalis) konnte bei geschlossenem Mund an 320 Kiefergelenken durchgeführt werden. 48 Kiefergelenke wurden aufgrund von Artefakten oder fehlenden anatomischen Referenzstrukturen von der weiteren Auswertung ausgeschlossen. Insbesondere die Einzeichnung der FH bereitete in einigen Fällen Schwierigkeiten. Bei der überwiegenden Zahl der Kiefergelenke konnte der Orbitaboden jedoch aufgrund des Gesichtsfeldes von 12 cm am Bildrand identifiziert und für die Bestimmung der FH verwendet werden. Bei geöffnetem Mund war eine präzise morphometrische Analyse des Kiefergelenks wegen unterschiedlicher Schneidekantendistanzen und häufig aufgetretener Bewegungsartefakte nicht möglich.

3.1.2 Alter der Patienten

Das mediane Alter der Patienten lag bei 36 Jahren (Tab. 3.1). Auffällige Abweichungen beim Vergleich des medianen Alters gab es vor allem in der Gruppe der Männer. So lag das mediane Alter der männlichen Patienten mit einer DVOR 10 Jahre oberhalb des Gesamtdurchschnitts des Patientenkollektivs, wohingegen sowohl die männlichen Patienten mit einer DVMR als auch die mit einer NDP unterhalb des medianen Alters der allgemeinen Vergleichsgruppe lagen (Tab. 3.1).

↓30

Tab. 3.1: Altersverteilung in Abhängigkeit von der Diskuslage.

 

Medianes Alter in Jahren

Diskuslage

alle Patienten

Männer

Frauen

NDP

34,5

33

35

DVMR

36

34

36

DVOR

37

47

37

3.2 Speziell

3.2.1 Diskuslage

Neben der Altersverteilung wurden die MRT-Aufnahmen morphologisch auf die Verteilung der Diskuspositionen überprüft (Abb.3.1). Die Position des Diskus wurde in „normale Diskusposition“ (NDP) (n = 70 Gelenke), „vorverlagert mit Reposition nach Mundöffnung“ (DVMR) (n = 165 Gelenke) und „vorverlagert ohne Reposition nach Mundöffnung“ (DVOR) (n = 85 Gelenke) unterteilt, wobei 14 Fälle mit einer retralen Diskusposition (RDP) zu den physiologischen Positionen gerechnet wurden, da sie bei Mundöffnung eine regelrechte Beweglichkeit nach anterior aufwiesen. 7,1% des Patientenkollektivs wiesen in beiden Kiefergelenken eine normale Diskusposition auf, bei 20,7% lag nur in einem Kiefergelenk eine Fehllage vor, bei 56,5% in beiden Kiefergelenken. Bei 15,8% war ein Seitenvergleich aufgrund fehlender Werte nicht möglich.

↓31


Abb. 3.1: Verteilung der Diskuspositionen bei den vermessenen MRT-Aufnahmen (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Eine weitergehende differenzierte Einteilung der Diskusposition nach Taskaya [33;108] erbrachte bei 70 Kiefergelenken eine „normale Diskuslage“, bei 56 Kiefergelenken eine Diskuslage zwischen 10° und 30°, bei 28 Kiefergelenken eine solche zwischen 30° und 50°, bei 60 Kiefergelenken zwischen 50° und 80° und bei 118 Kiefergelenken >80° (Abb. 3.2). Somit war die Gruppe 5 mit 35% am häufigsten und die Gruppe 3 mit 9% am seltensten vertreten.

Abb. 3.2: Erweiterte Einteilung des Patientenkollektives in 5 Gruppen unter Verwendung der Klassifikation nach Taskaya [33;108] (Diskuswinkel der Gruppe 1 ≤ 10°, Gruppe 2 >10° bis ≤ 30°, Gruppe 3 >30° bis ≤ 50°, Gruppe 4 zwischen >50° bis ≤ 80°, Gruppe 5 >80°).

↓32

Dabei ist jedoch zu beachten, dass es in den Gruppen 3 - 5 Vermischungen gab (Abb. 3.3). So sind 100% der Gruppe 1 nach Taskaya in der Einteilung nach Drace und Enzmann der Gruppe mit NDP und 100% der Gruppe 2 der Gruppe DVMR zuzuordnen. In der Gruppe 3 weisen 89% der Fälle einer DVMR und der Rest eine DVOR auf. Innerhalb der Gruppe 4 gehören 78% der DVMR und 22% der DVOR an. In der 5. Gruppe zählen 62% zur DVOR und 38% zur DVMR.

Abb. 3.3: Darstellung der Gruppen 1-5 nach N. Taskaya [33;108] im Vergleich zur Gruppeneinteilung nach Drace und Enzman [107] (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Die sagittale Diskuslage (sdl) wurde bestimmt, um eine gelenkbezogene Position des Diskus zu ermitteln. Die Abbildung 3.4 (links) zeigt eine signifikante Zunahme der sdl im Vergleich zum Diskuswinkel. Dabei war bei der Gruppe mit NDP der kürzeste Abstand und bei der Gruppe mit DVOR der längste Abstand von der posterioren Diskusbegrenzung bis zur Senkrechten zur FH durch den tiefsten Punkt der Fossa festzustellen. Die Abbildung 3.4 (rechts) zeigt eine positive Korrelation mit der per Winkelmessung bestimmten Diskusposition (Korrelationskoeffizient nach Pearson 0,739, p<0,01). Eine Übersicht der morphometrischen Daten des Diskus beinhaltet Tabelle 3.2.

↓33

Abb. 3.4: Bestimmung der Veränderung der sagittalen Diskuslage bei geschlossener Mundposition in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition und DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition) in links: als Boxplot und rechts: als Korrelationsdiagramm in Abhängigkeit von der Diskuslage in Grad.

3.2.2 Veränderung der Weichgewebsstrukturen

Morphometrie des Discus articularis

3.2.2.1 Diskuslänge

Beim Vergleich der einzelnen Gruppen bezüglich der Diskuslänge (dl) zeigte sich, dass der Diskus bei den Patienten mit DVMR signifikant kleiner ist als bei NDP (p<0,0005) und bei DVOR signifikant kleiner als bei NDP (p<0,0005) und DVMR (p<0,0005) (Abb. 3.5 links). Beim Vergleich von dl und Diskuslage (Abb. 3.5 rechts) bestand eine negative Korrelation von -0,661 (Korrelationskoeffizient nach Pearson, p<0,01).

Abb. 3.5: Veränderung der Diskuslänge in Abhängigkeit von der Diskuslage(NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition) links: als Boxplot, rechts: als Korrelationdiagramm in Abhängigkeit von der Diskuslage in Grad.

3.2.2.2 Diskusbreite

↓34

Die Unterschiede in der Diskusbreite waren relativ gering (Abb. 3.6). So zeigte die Analyse der Breite des anterioren Bandes (bab) einen signifikanten Unterschied nur im Vergleich der Gruppen NDP und DVOR (p=0,048), wobei der Diskus bei NDP breiter war als bei DVOR. Bei der Gegenüberstellung der Breite der intermediären Zone (biz) war diese bei NDP kleiner als bei DVOR (p<0,0005) und bei DVMR kleiner als bei DVOR (p<0,0005), während zwischen NDP und DVMR kein signifikanter Unterschied nachzuweisen war. Die Breite des posterioren Bandes (bpb) war bei NDP signifikant größer als bei DVOR (p<0,0005), zwischen DVMR und DVOR bestand jedoch kein signifikanter Unterschied. Der Diskus verliert also mit zunehmendem ID seine bikonkave Form und wird kürzer und kugeliger.

Abb. 3.6: Veränderung der Diskusbreite in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Tab. 3.2: Ergebnisse zur Morphometrie des Diskus in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Parameter

NDP

DVMR

DVOR

Diskuswinkel in Grad

Mittelwert

-1,88

55,11

100,05

Standardabweichung

9,81

32,41

22,27

Median

0,0

52,9

103,5

Minimum

-35,9

10,3

45,0

Maximum

9,4

123,8

141,9

sagittale Diskuslage

in mm

Mittelwert

-0,3174

1,99

4,20

Standardabweichung

1,20

1,90

2,10

Median

0,00

1,82

3,92

Minimum

-4,10

-2,04

0,00

Maximum

4,79

9,73

8,74

Diskuslänge in mm

Mittelwert

11,31

9,50

8,33

Standardabweichung

1,16

1,82

1,65

Median

11,32

9,49

8,16

Minimum

8,53

4,31

4,69

Maximum

13,97

14,18

12,16

Diskusbreite anterior

in mm

Mittelwert

2,81

2,78

2,52

Standardabweichung

0,75

1,04

0,89

Median

2,80

2,69

2,52

Minimum

1,25

0,91

0,85

Maximum

5,42

7,63

4,82

Diskusbreite median

in mm

Mittelwert

1,78

1,96

2,29

Standardabweichung

0,88

1,00

0,85

Median

1,45

1,67

2,18

Minimum

0,64

0,71

0,45

Maximum

4,32

6,20

4,58

Diskusbreite posterior

in mm

Mittelwert

3,26

2,97

2,7

Standardabweichung

0,82

1,15

1,07

Median

3,24

2,78

2,52

Minimum

1,71

0,80

0,97

Maximum

5,34

7,68

5,85

3.2.3 Veränderungen des Condylus

3.2.3.1 Condylusform

↓35

Beim Vergleich der Condylusform war ein Überwiegen der runden Form bei NDP (58,6%) und DVMR (54,0%) zu beobachten. Dagegen lag diese Form bei DVOR nur in 24,7% der Fälle vor (Tabelle 3.3). Während der Anteil an abgeflachten Condylus-Formen bei allen drei Gruppen in einer ähnlichen Größenordnung lag (34,3%, 29,0% und 36,5%), war der Anteil an Formen mit osteophytären Veränderungen mit 30,6% bei DVOR am größten. Osteophytäre Veränderungen kamen somit signifikant häufiger bei DVOR als bei NDP und DVMR (p<0,0005) vor. Der Anteil an Condylus-Formen mit verdickter Kortikalis war bei DVOR und DVMR jeweils fast doppelt so häufig wie bei NDP (Chi2-Test nach Pearson, p<0,0005).

Tab. 3.3: Anzahl (prozentualer Anteil) der verschiedenen Condylus-Formen in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition) (Chi2-Test nach Pearson, p<0,0005).

Condylusform

NDP

DVMR

DVOR

rund

41 (58,6%)

89 (54,0%)

21 (24,7%)

flach

24 (34,3%)

49 (29,0%)

31 (36,5%)

osteophytär

2 (2,9%)

15 (9,1%)

26 (30,6%)

Kortikalis verdickt

3 (4,3%)

12 (7,3%)

7 (8,2%)

3.2.3.2 Condylusdurchmesser

Beim Vergleich des Condylusdurchmessers und der Condylusbreite wurde für die NDP ein signifikant höherer Wert als für DVMR (p<0,001) und DVOR (p<0,0005) ermittelt (Abb. 3.7). Die Differenzen zwischen DVMR und DVOR erwiesen sich als nicht statistisch gesichert (p<0,071). Morphometrische Daten des Condylus finden sich in Tabelle 3.4.

↓36

Abb. 3.7: Veränderung des Condylusdurchmessers in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.3.3 Gelenkspaltbreite

Die Analyse der Gelenkspalten (ags, sgs und pgs) (Abb. 3.8) erbrachte bezüglich des anterioren Gelenkspaltes (ags) bei Patienten mit NDP signifikant kleinere Werte als bei Personen mit DVMR (p<0,003) und DVOR (p<0,033), während zwischen DVMR und DVOR kein statistisch signifikanter Unterschied bestand. Der superiore Gelenkspalt (sgs) war bei NDP signifikant größer als bei DVMR (p<0,032) und DVOR (p<0,0005). Zwischen den Gruppen DVMR und DVOR war ebenfalls ein signifikanter Unterschied nachzuweisen. So war der sgs bei DVMR größer als bei DVOR (p<0,004). Der posteriore Gelenkspalt (pgs) war bei NDP signifikant größer als bei DVMR (p<0,0005) und bei DVMR signifikant kleiner als bei DVOR (p<0,0005). Daraus resultiert, dass der Condylus bei ADV eine eher superior - posteriore Lage einnimmt. Bei Übergang zur DVOR verlagert sich der Condylus weiter nach superior, während die Breite des pgs wieder zunimmt.

Abb. 3.8: Vergleich des Gelenkspaltes in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.4 Lagebeziehungen der Gelenkanteile

3.2.4.1 Sagittale Condyluslage

↓37

Bezüglich der sagittalen Condyluslage (scl) zeigte sich zwischen NDP und DVMR (p<0,0005) sowie zwischen DVMR und DVOR (p<0,0005) ein signifikanter Unterschied, wobei der Condylus bei der DVMR am weitesten anterior gelegen war (Abb. 3.9). Die scl bei NDP und DVOR unterschied sich nicht statistisch signifikant, was die Ergebnisse bezüglich der Größe der Gelenkspalten bestätigte.

Abb. 3.9: Bestimmung der sagittalen Condyluslage bei geschlossener Mundposition in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.4.2 Abstand vom höchsten Punkt des Condylus zur Fossa mandibularis (csgs) /
Abstand vom tiefsten Punkt der Fossa zum Condylus (fsgs)

Beim Vergleich der kranio-kaudalen Stellung des Condylus (Abb. 3.10) ergaben sich sowohl für den Parameter csgs als auch für fsgs signifikant höhere Werte für die Gruppe mit NDP im Vergleich zu DVMR (p<0,0005; p<0,011) und DVOR (p<0,0005; p<0,0005). Für den Parameter csgs bestand zwischen DVMR und DVOR kein signifikanter Unterschied, wohingegen für den Parameter fsgs der Wert bei DVMR signifikant größer war als bei DVOR (p<0,013).

↓38

Abb. 3.10: Vergleich des Abstandes links: vom höchsten Punkt des Condylus zur Fossa mandibularis (csgs) in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition) und rechts: vom tiefsten Punkt der Fossa zum Condylus (fsgs) in Abhängigkeit von der Diskuslage.

Tab. 3.4: Ergebnisse zur Morphometrie des Condylus in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Parameter

NDP

DVMR

DVOR

Durchmesser des

Condylus in mm

Mittelwert

7,64

6,89

6,53

Standardabweichung

1,60

1,58

1,76

Median

7,37

6,70

6,27

Minimum

4,71

3,30

3,67

Maximum

13,03

11,61

11,94

Breite des Condylus

in mm

Mittelwert

7,58

6,82

6,42

Standardabweichung

1,42

1,49

1,62

Median

7,29

6,67

6,10

Minimum

4,41

3,19

3,47

Maximum

12,26

10,78

10,94

anteriorer Gelenkspalt

in mm

Mittelwert

1,67

2,12

2,09

Standardabweichung

0,68

0,95

1,16

Median

1,70

1,95

1,93

Minimum

0,34

0,43

0,00

Maximum

3,68

5,25

7,32

superiorer Gelenkspalt

in mm

Mittelwert

3,07

2,78

2,42

Standardabweichung

0,96

0,98

0,97

Median

3,02

2,71

2,38

Minimum

1,10

0,00

0,33

Maximum

6,37

6,38

5,07

posteriorer Gelenkspalt

in mm

Mittelwert

1,83

1,34

1,75

Standardabweichung

0,90

0,68

0,92

Median

1,76

1,19

1,67

Minimum

0,44

0,00

0,16

Maximum

4,99

3,82

5,24

sagittale Condyluslage

in mm

Mittelwert

0,25

1,00

0,30

Standardabweichung

1,12

1,33

1,36

Median

0,46

0,99

0,24

Minimum

-2,79

-3,04

-2,49

Maximum

2,40

5,13

5,12

Gelenkspalt vom
Condylus-Scheitel
senkrecht zur
Frankfurter
Horizontalen in mm

Mittelwert

2,42

1,91

1,77

Standardabweichung

1,00

0,78

0,87

Median

2,38

1,89

1,72

Minimum

0,62

0,20

0,22

Maximum

6,35

4,42

4,40

Gelenkspalt vom Fossa-
Scheitel senkrecht zur
Frankfurter
Horizontalen in mm

Mittelwert

2,09

2,66

2,27

Standardabweichung

1,07

1,17

1,03

Median

2,94

2,42

2,17

Minimum

0,91

0,20

0,53

Maximum

6,35

7,09

5,13

3.2.5 Morphometrie der Fossa mandibularis

3.2.5.1 Tuberneigungswinkel

↓39

Bei der Analyse des Tuberneigungswinkels (tnw) in Abhängigkeit von den verschiedenen Diskuslagen (Abb. 3.11) war ein signifikanter Unterschied zwischen NDP und DVMR (p<0,004) nachzuweisen, wobei der tnw bei NDP kleiner als bei DVMR war. Beim Vergleich der Kiefergelenke mit NDP und DVOR wurden keine signifikanten Unterschiede ermittelt. Die statistischen Ergebnisse der Morphometrie der Fossa mandibularis sind in Tabelle 3.5 zusammengefasst.

Abb. 3.11: Zusammenhang zwischen dem Tuberneigungswinkel und der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.5.2 Breite und Tiefe der Fossa mandibularis

Hinsichtlich der ft und fb waren keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen nachweisbar, weshalb auf eine graphische Darstellung der Ergebnisse verzichtet wurde.

3.2.5.3 Höhe des Tuberculum articulare

↓40

Bei der Bestimmung der Tuberhöhe (th) traten signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen auf (Abb. 3.12). So war das Tuberculum bei NDP signifikant niedriger als bei DVMR (p<0,0005) und DVOR (p=0,001).

Abb. 3.12: Zusammenhang zwischen der Höhe des Tuberculum articulare und der Diskuslage(NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.5.4 Höhe des postglenoidalen Processus

Bei der Analyse der Höhe des postglenoidalen Procecessus (pgph) in den unterschiedlichen Gruppen war diese bei Patienten mit NDP signifikant höher als bei den Personen mit DVMR (p<0,002) und DVOR (p<0,002). Zwischen DVMR und DVOR bestand jedoch kein signifikanter Unterschied (Abb. 3.13).

↓41

Abb. 3.13: Zusammenhang zwischen der Höhe des postglenoidalen Processus und der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

3.2.5.5 Länge des Tuberculum articulare

Bei der Analyse der Länge des Tuberculum (ts-fs) stellte sich heraus, dass dieser Parameter sowohl bei NDP (p=0,05) als auch bei DVMR (p=0,059) tendenziell kürzer war als bei DVOR. Es bestanden jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Vergleichsgruppen (Abb. 3.14).

Abb. 3.14: Zusammenhang zwischen der Länge des Tuberculum articulare und der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition, DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition)

↓42

Tab. 3.5: Ergebnisse bezüglich der Morphometrie der Fossa mandibularis in Abhängigkeit von der Diskuslage (NDP - normale Diskusposition, DVMR - Diskusvorverlagerung mit Reposition und DVOR - Diskusvorverlagerung ohne Reposition).

Parameter

NDP

DVMR

DVOR

Tuberneigungswinkel

In Grad

Mittelwert

36,30

39,23

37,83

Standardabweichung

6,14

6,66

6,10

Median

36,55

39,00

37,40

Minimum

22,70

24,00

23,50

Maximum

52,30

58,10

52,10

Tiefe der Fossa in mm

Mittelwert

6,68

6,56

6,46

Standardabweichung

1,17

1,05

1,08

Median

6,64

6,56

6,41

Minimum

3,95

4,07

3,86

Maximum

9,71

9,20

8,79

Breite der Fossa in mm

Mittelwert

18,34

18,28

18,48

Standardabweichung

2,15

2,24

1,98

Median

18,09

18,37

18,28

Minimum

12,90

10,71

11,76

Maximum

23,79

29,98

22,95

Höhe des Tuberculum

in mm

Mittelwert

8,14

8,77

8,81

Standardabweichung

1,48

1,40

1,46

Median

8,04

8,75

8,86

Minimum

5,28

5,43

4,51

Maximum

12,87

16,76

14,02

Höhe des

postglenoidalen

Processus in mm

Mittelwert

5,76

5,13

4,97

Standardabweichung

1,40

1,52

1,70

Median

5,70

4,86

4,85

Minimum

2,92

1,69

1,34

Maximum

9,69

9,05

9,13

Länge des Tuberculum

in mm

Mittelwert

13,90

14,08

14,50

Standardabweichung

1,90

2,03

1,73

Median

13,74

14,00

14,37

Minimum

9,62

8,13

10,50

Maximum

17,51

26,07

18,48


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HTML-Version erstellt am:
07.12.2005