5 Zusammenfassung

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Klinische Untersuchungen sind nur begrenzt in der Lage, spezifische Diagnosen des ID zu differenzieren. Zur Überprüfung der klinischen Daten hat sich insbesondere bei Verdacht auf eine Diskusverlagerung die MRT bewährt, da sowohl die Weichgewebsstrukturen als auch die knöchernen Strukturen beurteilt werden können. Zur Objektivierung der Befunde wurde eine Vielzahl von morphometrischen Parametern entwickelt, die im klinischen Alltag in unterschiedlichem Ausmaß Anwendung finden. Zur Untersuchung des Einflusses der ADV sowohl auf die knöchernen als auch auf die Weichteilstrukturen des Kiefergelenkes und der angrenzenden Strukturen wurden in der vorliegenden Arbeit 320 Kiefergelenke morphologisch untersucht und morphometrisch beurteilt.

Die Gesamtzahl der Kiefergelenke wurde anhand des Grades der Diskusvorverlagerung in drei Gruppen unterteilt. 70 Gelenke hatten eine „normale Diskusposition“ (NDP), bei 165 Gelenken war der Diskus „vorverlagert mit Reposition nach Mundöffnung“ (DVMR) und bei 85 Gelenken war der Diskus „vorverlagert ohne Reposition nach Mundöffnung“ (DVOR). Bei 7,1% des Patientenkollektivs zeigten beide Kiefergelenke eine NDP, bei 20,7% wies nur ein Kiefergelenk eine Fehllage auf und bei 56,5% lag bei beiden Kiefergelenken ein ID vor. Bei dem Rest war ein Seitenvergleich aufgrund fehlender Werte nicht möglich.

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Mit zunehmender ADV zeigte sich eine signifikante Formveränderung des Diskus von hantelförmig zu gedrungenen kugelig. Außerdem waren mit zunehmender Verlagerung auch morphologische Veränderungen des Condylus assoziiert, die in einer zunehmenden Entrundung sowie weiteren degenerativen Veränderungen bestanden. Als prädisponierender Faktor bei der Entstehung eines ID sind ein großes Tuberculum und ein großer Tuberneigungswinkel zu diskutieren. Die Lage des Condylusin der Fossa änderte sich mit zunehmendem Grad des ID von einer zentrischen Lage des Condylus- Mittelpunktes zu einer exzentrischen Position (dorsal und kranial).

Die MRT erlaubt eine präzisere Beurteilung der für die Therapie entscheidenden Strukturen und eine genauere Klassifikation von Kiefergelenksveränderungen als die klinische Untersuchung. Damit spielt sie eine große Rolle bei der Entscheidung, ob die Erkrankung eher konservativ oder chirurgisch behandelt werden soll.



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07.12.2005