Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ansätze der Adhäsionsprophylaxe kann diese Arbeit nicht geben, denn diese sind so zahlreich wie phantasievoll. So reichen sie von intraperitonealer Honig-Applikation über die Einbringung von Metallfolien bis hin zur stündlichen Umlagerung der Patienten für die ersten Tage nach der Operation.[54,52]Jedoch verdeutlicht die Beschäftigung mit diesem Thema, wie vielschichtig die Probleme bei der Vermeidung von Verwachsungen sind, und sie lässt vermuten, dass es die eine Lösung nicht gibt. Nur wenn eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden, kann dies zum Erfolg führen.
Die Maßnahmen der Primärprophylaxe sind von herausragender Bedeutung. Ihr Einsatz ist nicht nur billig sondern auch nachweislich wirksam. Zur Primärprophylaxe gehören die geübte chirurgische Hand (also die Vermeidung von unnötigen Traumata, Ischämien und langen Operationszeiten) genauso wie der Verzicht auf pudertragende Operationshandschuhe, der Schutz des Peritoneums vor Austrocknung und Fremdkörperkontamination jeglicher Art sowie natürlich das Einhalten steriler Arbeitsbedingungen. Auch das Vernähen der Laparotomiewunde ohne die Anfertigung eine Peritonealnaht scheint unter dem Gesichtspunkt der Adhäsionsprophylaxe einen [Seite 16↓]positiven Effekt zu haben.[53] Die Erwartungen die man an die Minimalinvasive Chirurgie bezüglich der Minimierung von Adhäsionen gestellt hat, konnten bisher nicht erfüllt werden. Jedoch verspricht man sich von der Einführung feuchter, angewärmter Gase diesbezüglich Besserung.
Wie folgende Übersicht zeigt, ist die Zahl der Ansätze außergewöhnlich vielfältig. Sie im Einzelnen zu bewerten, würde den Rahmen diese Arbeit sprengen. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sich bisher keiner der hier genannten Ansätze als Standard in der Klinik durchgesetzt hat.
Einer Umfrage aus dem Jahr 1994 zufolge setzten lediglich 6% der deutschen Kliniken eine Routineprophylaxe ein. Hierbei werden vorwiegend Ringer- oder NaCl-Lösung verwendet. Bei der Behandlung des Adhäsionsileus sind es immerhin schon 17 % der deutschen Kliniken, die eine Rezidivprophylaxe durchführen. Hierbei werden in 33% der Fälle Taurolidin, in 23% Elektrolytlösungen, in 14 % Dextran, in 13 % Aprotinin und in 8% der Fälle Peristaltika verwendet.[47]
In der Gynäkologie ist momentan neben oxidierterregenerierter Zellulose (Interceed®) vermehrt resorbierbares Gewebe aus Hyaluronsäure und Carboxymethylcellulose (Seprafilm®) im Einsatz. Während Seprafilm® auch klinisch als wirksam gelten kann, ist die Datenlage zu Interceed® noch nicht eindeutig. Der Nachteil dieser recht teuren Gewebe ist, dass sie nur kleine Regionen abdecken können. Das seit einiger Zeit eingesetzte Intergel ®, ein Eisenhyaluronat-Gel, scheint sich ebenfalls in tierexperimentellen wie in klinischen Studien behaupten zu können.[52]
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über Prinzipien der Adhäsionsprophylaxe und einige
dazugehörige Beispiele.
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Tabelle 2: Ansätze zur Adhäsionsprophylaxe nach K.-H. Treutner und B. Risberg [52,55]
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Pharmaka Anticoagulation
Fibrinolyse
Reduktion der Fibrosierung
Motilitätssteigerer
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Ileus-Prophylaxe
Oberflächentrennung Insufflation
Instillation
Autologe Gewebe
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Exogene Gewebe
Weitere Verfahren/Substanzen
Weitere Methoden
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