[Seite 4↓]

2  Literaturübersicht

2.1 Grundlagen der Mutterkuhhaltung

2.1.1 Rahmenbedingungen und Entwicklung der Mutterkuhhaltung

Rosenberger (1984a), Stockinger et al. (1994), Hampel (1995), Warzecha (1995) und Brehme et al. (1997) definieren Mutterkuhhaltung als Rinderhaltung mit Kühen zur Kälbererzeugung ohne Milchgewinnung, bei der die Mutterkuh das eigene Kalb bis zum Ende der Laktation säugt. Mutterkuhhaltung dient ausschließlich der Fleischerzeugung
(Golze & Balzer 1997a, Brehme et al. 1997).

Werden den Kühen bei dieser Form der Kälberaufzucht neben dem eigenen Kalb noch fremde Kälber zugeteilt, versteht man darunter Ammenkuhhaltung (Stockinger et al. 1994).

Entsprechend den Förderrichtlinien der Europäischen Union und der deutschen Bundesländer müssen Mutterkühe einer Fleischrasse angehören oder aus einer Kreuzung mit einer dieser Rassen hervorgegangen sein (Uhr 1999).

Mutterhaltung ist gekennzeichnet durch extensive, naturnahe Haltungsformen, Möglichkeiten der Landschaftspflege mit Fleischrinderrassen und Naturschutz (Golze & Balzer 1997a, Brehme et al. 1997). Mit Mutterkuhhaltung werden die Produktionsmittel Boden, Arbeit und Kapital extensiv genutzt (Rosenberger 1984a, Stockinger et al. 1994, Buchwald 1994, Doluschitz & Zeddies 1990, Brehme et al. 1997). Dem auch beim heutigen Hausrind erhaltenen artspezifischem Bedürfnis nach möglichst großer Bewegungsfreiheit wird, da in Mitteleuropa von Anfang Mai bis Ende Oktober die Kühe mit ihren Kälbern auf der Weide gehalten werden, in der Fleischrinderhaltung in besonderem Maße Rechnung getragen (Hampel 1995, Uhr 1999).

Die Mutterkuhhaltung mit Fleischrassen oder deren Kreuzungen mit Milch- und Zweinutzungsrassen zur Kälberaufzucht und Rindfleischproduktion ist im Weltmaßstab die am weitesten verbreitete Form der Rinderhaltung und übertrifft zahlenmäßig die Rinder­haltung zur reinen Milcherzeigung (Rosenberger 1984a, Hampel 1995, Brehme et al. 1997, Golze & Balzer 1997a).

Da für extensive Tierhaltungssysteme aus betriebsorganisatorischen und wirtschaftlichen Gründen nur die Weidehaltung auf relativ großen, zusammenhängenden Flächen in Betracht kommt Wohlgschaft (1993), ist eine reine Fleischrinderhaltung vor allem in solchen Ländern verbreitet, in denen unter anderem ausreichend Grasland- bzw. Weideflächen verfügbar sind und die Mutterkuhhaltung nicht als Konkurrent der Milchviehhaltung auftritt (Golze & Balzer 1997a). Traditionell wird die Weidewirtschaft mit Fleischrindern nicht nur auf den ausgedehnten Weideflächen im Westen der USA, in Kanada und weiten Teilen Südamerikas betrieben. Klassische Zentren der Rindfleischproduktion liegen auch in Australien, Südafrika, Südamerika sowie einigen westeuropäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich (Hampel 1995, Uhr 1999).

Für die Landwirtschaft Deutschlands war die Mutterkuhhaltung in den letzten Jahrzehnten von nur geringer Bedeutung. Das sehr hohe Agrarpreisniveau in der Europäischen Union bot nur an wenigen Standorten die ökonomischen Voraussetzungen für eine extensive Grünlandnutzung, die sich im Vergleich zu den verbreiteten landwirtschaftlichen Produktionsverfahren durch eine geringe Flächenentlohnung auszeichnet. Änderungen der Agrarpreispolitik der Europäischen Union, die Einführung und Verschärfung der Referenzmengenregelung in der Milchviehhaltung sowie eine auf Grund veränderter gesellschaftlicher Ansprüche an die Flächennutzung verstärkte Berücksichtigung von Natur- und Landschaftsschutz haben in den letzten Jahren zur Zunahme der Viehbestände extensiver, tiergebundener Grünlandnutzungsverfahren geführt. So ist seit der Einführung der [Seite 5↓]Milchquotenregelung im Jahr 1984 eine kontinuierliche Ausweitung der Mutterkuhbestände zu beobachten (Buchwald 1994, Achler 1994, Golze & Balzer 1997a).

Nach Brehme et al. (1997) sind Ursachen für den Aufschwung der Mutterkuhhaltung speziell in den neuen Bundesländern die dramatischen Rückgänge der Milchviehbestände, das Vorhandensein ausgedehnter Grünland- und Weidegebiete, die große Anpassungsfähigkeit des Verfahrens an unterschiedlichste Standortbedingungen, ein breites Rassenspektrum und die umfassend gestalteten Förderprogramme und Stützungen.

Im Jahr 1989 waren 2 % des Gesamtkuhbestandes Deutschlands Mutterkühe und im
Jahr 2000 machen die Mutterkühe im Bundesdurchschnitt 13,3 % des Gesamtkuhbestandes aus (Peper 2000). Nach Golze et al. (2002) hat in Deutschland der Anteil der Mutterkühe am Gesamtkuhbestand im Jahr 2002 16 % erreicht.

2.1.2 Ziele der Mutterkuhhaltung

Mutterkuhhaltung ist ein an viele Betriebssituationen anpassungsfähiger Produktionszweig, dessen Vielzahl von Organisationsformen sich im Wesentlichen hinsichtlich der Vermarktung der Endprodukte unterscheiden (Doluschitz & Zeddies 1990).

Die Anwendung eines bestimmten Produktionsverfahrens und die Wahl einer der folgenden Produktionsmöglichkeiten, einschließlich der Auswahl der geeigneten Rasse, werden von der Futtergrundlage, dem Betriebstyp und -standort und damit von den Produktions- und Absatzmöglichkeiten bestimmt:

  1. Absetzerproduktion: Produktion von Absetzern bzw. Fressern, die im Alter von ca. neun Monaten an Rindermastbetriebe verkauft werden
  2. Ausmast aller nicht zur Bestandsergänzung benötigten Absetzer
  3. Selbstvermarktung: Produktion von zehn Monate alten Milchmastrindern (Babybeef)
  4. Zuchtviehproduktion
  5. Kombinationen der Verfahren 1. bis 4.

(Rosenberger 1984a, Doluschitz & Zeddies 1990, Stockinger et al.1994, Achler 1994, Hampel1984a, 1995, Warzecha 1995,Bauer et al. 1997, Golze 1998).

Absetzer sind männliche und weibliche Kälber aus der Mutterkuhhaltung, die am Ende der Laktationsperiode mit einem Mindestgewicht von 175 kg von der Mutter getrennt werden (Warzecha 1995).

Unter Babybeef ist die Produktion und Vermarktung von Hälften bzw. Teilstücken von acht bis zehn Monate alten, etwa 250 bis 350 kg schweren Rindern zu verstehen, die vornehmlich auf der Weide mit Muttermilch und Gras aufgezogen und nach dem Absetzen geschlachtet werden (Doluschitz & Zeddies 1990, Stöckling 1994, Warzecha 1995,
Golze et al. 2002). Es ist eine Möglichkeit zur besseren Nutzung der weiblichen Kälber Stöckling (1994), da Fleisch aus der Mutterkuhhaltung auch den Wünschen einer zunehmenden Zahl von Verbrauchern entgegenkommt, die Erzeugnisse aus naturnaher bzw. alternativer Produktion bevorzugen (Stockinger et al. 1994).

Neben der Produktion dient Mutterkuhhaltung auch der Verwertung von Grünland und extensiven Standorten, der Auslastung von Arbeitsstunden, der Nutzung vorhandener Stallungen und der Landschaftspflege (Stockinger et al. 1994). Sie hilft, durch die Erhaltung von landwirtschaftlichen Nutzflächen für Krisenzeiten bei der Nahrungsmittelversorgung vorzusorgen Steinwender (1989), und stellt durch die hier übliche extensive Grünlandnutzung eine betont umweltschonende Form der Landbewirtschaftung dar (Doluschitz & Zeddies 1990, Hampel 1995). Bevorzugte Standorte der Mutterkuhhaltung sind vor allem weniger ertragreiche Grünlandflächen, überschwemmungsgefährdete Auwiesen sowie steile Hanglagen, die maschinell nicht oder nur schwer zu bearbeiten sind [Seite 6↓](Rosenberger 1984b, Hampel 1995). Hier stellt die Beweidung durch Rinder im Vergleich zur Mahd einen natürlichen, kostengünstigen und schonenden Weg dar, die jeweilige Flora und Fauna dieser Flächen zu erhalten und damit auch bedrohten Pflanzen- und Tierarten einen entsprechenden Lebensraum zu bewahren (Schulze Pals 1994, Hampel 1995,
Golze & Balzer 1997b). Auch die Förderwürdigkeit der Mutterkuhhaltung und ihre steigende Akzeptanz in der Bevölkerung wird damit begründet, dass sie auf Grund ihres naturnahen, tiergerechten und flächenextensiven Charakters zur Aufbesserung des Images der landwirtschaftlichen Produktion führt und einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft leisten kann (Rosenberger 1984b,Steinwender 1989, Roffeis 1994, Zube & Mörchen 1997, Uhr 1999).

In Thüringen ist in einer Reihe von Gebieten und Gemarkungen die Mutterkuhhaltung das einzige praktizierte Verfahren der Grünlandnutzung, weshalb die Weiterführung der Grünlandnutzung von der Existenz der Mutterkühe abhängt (Strümpfel 2000).

2.1.3 Haltungsverfahren und Rassen

Haltungsverfahren

Man unterscheidet nach dem Winterhaltungsverfahren in Mutterkuhhaltung mit Winterstallhaltung und Mutterkuhhaltung mit Winterdraußenhaltung (Buchwald 1994).

Die Winterdraußenhaltung von Mutterkühen ist eine Kapital-sparende und kostengünstige Alternative zur Winterstallhaltung (Anonym I 1997).

Die Vorteile der ganzjährigen Freilandhaltung sind nachDeblitz et al. (1994) und Buchwald (1994):

Die Nachteile der ganzjährigen Freilandhaltung sind:

Zur Minderung der Umweltbelastung fordern Averbeck (1994) und Hampel (1995) eine befestigte Futterstelle an einem trockenen, höher gelegenen Punkt und aus dem gleichen Grund ist nach Meinung von Averbeck (1994), Hampel (1995), Anonym I (1997), Wassmuth (2000) und Hühn (2000) in der winterlichen Freilandhaltung die Beweidung von Dauergrünland bei unzureichender Trittfestigkeit der Narbe zu vermeiden.


[Seite 7↓]

Heikens (1999) beobachtete im Gegensatz zur Meinung anderer Autoren durch Winterweidehaltung ohne Unterstand im Vergleich zur Winterstallhaltung weder einen Mehrbedarf an Futter und Energie, noch eine Beeinflussung der Körpermasse der Mutterkühe.

Buchwald (1994), Wallbaum (1996), Golze (1996c), Richter & Egle (1997),
Anonym I (1997), Brehme et al. (1997)und Wassmuth (2000) sind sich einig, dass alle in Deutschland gehaltenen Fleischrinderrassen eine genügend hohe Kältetoleranz für die ganzjährige Weidehaltung besitzen.

Allerdings sind die Meinungen zur Ausstattung der Winterweiden unterschiedlich. Für Averbeck (1994), Hampel (1995)und Richter & Egle (1997) muss ein Unterstand unbedingt vorhanden sein. Nach Anonym I (1997), Heikens (1999) und Wassmuth (2000) können durch Erkenntnisse aus Verhaltensbeobachtungen Forderungen nach Unterständen nicht gestüzt werden. Menning (1996), Golze (1996c) und Hühn (2000) erwarten zumindest einen natürlichen Witterungsschutz für die Rinder und Wallbaum (1996), Hühn (2000) und Wassmuth (2000), rasseunabhängig, die Bereitstellung einer trockenen, möglichst eingestreuten und windgeschützten Liegefläche.

Die Untersuchungen von Heikens (1999) zeigten, dass Kälber während der Winterfreilandhaltung ohne Unterstand ca. 200 g/Tag weniger zunehmen als mit Unterstand. Waßmuth (2000) fordert aus diesem Grund einen überdachten Kälberschlupf für Saugkälber.

Die Produktion von Absetzern erfolgt weitgehend in Winterstallhaltung (Buchwald 1994).

Ställe für Mutterkuhherden sollten geringe Baukosten und einen minimalen Bewirtschaftungsaufwand aufweisen (Daenecke 1994, Menning 1996, Dänzer 1996). Für eine Mutterkuh sind ca. 6 m² Stallfläche zuzüglich 1,5 m² je Kalb Stockinger et al. (1994), Hampel (1984a), (1995), ein 30 m³ großer Luftraum, Stockinger et al. (1994) und ein Fressplatz Küfner (1996) zu veranschlagen. Winterstallhaltung auf zu geringer Fläche kann Störungen des Saugaktes begünstigen und Fremdsaugen anregen (Thielscher et al. 1996).

Nach Meinung von Stockinger et al. (1994) und Hampel (1995) entsprechen Laufställe mit eingestreuter Liegefläche am besten den Bedürfnissen von Mutterkühen mit Kälbern. Der Anbindestall ist für Mutterkühe nicht optimal. Die Haltung von Mutterkühen auf Vollspaltenböden ist kritisch zu beurteilen, da durch verschmutzte Euter die Gefahr von Euterentzündungen und Kälbererkrankungen besteht (Stockinger et al. 1994).

Feukert (1991), Balliet (1993), Averbeck (1994), Hampel (1995) und Seemann (1996) fordern spezielle Abkalbebuchten oder –boxen, in denen Kühe und Kälber etwa eine Woche lang zur Sicherung einer frühzeitigen und ausreichenden Biestmilchaufnahme, dem Aufbau der gewünschten Mutter-Kind-Beziehung sowie zur Beobachtung und Behandlung von Problemtieren verbleiben. Damit der Stress für die Mutterkuh geringer wird, sollte in diesen Abkalbebuchten der visuelle und akustische Herdenkontakt aufrechterhalten werden
(Balliet 1993).

Dagegen stellt Küfner (1996) fest, dass das Abkalben sowie die Förderung der Mutter-Kind­Bindung möglichst in der Herde und nicht in einem separaten Abkalbeberreich stattfinden sollten, da der oft geforderte Abkalbebereich einen gesteigerten Arbeitszeitbedarf durch die Umstallungsarbeiten und höhere Investitionskosten pro Mutterkuhplatz bewirkt.

Im Stall gehört ein Kälberschlupf, in dem die Kälber trocken und ungestört liegen können und ihnen schon frühzeitig Beifutter gereicht werden kann, für Averbeck (1994), Küfner (1996), Menning (1996) und Mörchen (1996) zur artgerechten Kälberhaltung mit Mutterkühen. Entscheidend für die Tiergesundheit ist das Stallklima, wobei Kälte, im Gegensatz zu Zugluft und hoher Luftfeuchtigkeit, nie problematisch ist (Stockinger et al. 1994, Menning 1996, Richter & Egle 1997).


[Seite 8↓]

Rassen

Nach Achler (1994), Hampel (1995) und Ostendorff (1996) gibt es eine Vielzahl von europäischen und einheimischen Fleischrinderrassen.

Diese Rassevielfalt ergibt sich aus der Notwendigkeit bei steigendem Leistungsvermögen die Anpassungsfähigkeit an ungünstige klimatische Bedingungen, an Fütterungsbedingungen in extensiven Grasland- und Steppegebieten sowie Widerstandsfähigkeit gegen Ekto- und Endoparasiten herauszubilden (Golze & Balzer 1997a).

Nach Mast- und Schlachtleistung, Rahmigkeit und Standortansprüchen werden die drei Rassegruppen intensive Rassen, mittelintensive Rassen und extensive Rassen unterschieden (Achler 1994, Hampel 1995, Warzecha 1995, Anonym II 1996, Uhr 1999).

Diese Einteilung wird dem Fleischleistungsvermögen der Rassen und den Ansprüchen an Haltung und Fütterung gerecht, da sich mit der Fleisch- und Mastleistung meist der Rahmen der Tiere verändert und somit fast alle großrahmigen Rassen unter den intensiven Rassen zu finden sind (Anonym II 1996, Uhr 1999).

Für die Mutterkuhhaltung ist die Rasse zu verwenden, welche auf Dauer die beste Verwertung des zuerst begrenzend wirkenden Produktionsfaktors erwarten lässt. Futtergrundlage, Stall­kapazität und verfügbare Arbeitszeit sind ebenso zu berücksichtigen wie das Produktionsziel (Achler 1994, Hampel 1995, Kögel 1996, Anonym II 1996, Golze 1995c, 1997b).

Fleischrinderbestände intensiver Rassen sind nach Meinung von Roffeis (1994) den Beständen aus extensiven Rassen sowohl in der Produktionsleistung als auch in den ökonomischen Ergebnissen überlegen. Deshalb sind für Absetzer, die für die Mast vorgesehen sind, groß- und mittelrahmige Genotypen, wie Charolais, Fleckvieh und Limousin, gefordert (Buchwald 1994, Anonym II 1996, Golze 1997b). Sollen die Mutterkuhnachkommen direkt als Babybeef vermarktet werden, sind mittelintensive Rassen mit höherer Wachstums­intensität, aber entsprechender Frühreife zu nutzen (Stockinger et al. 1994, Golze 1997b).

Da die Futteransprüche der Mutterkühe entscheidend von deren genetischer Veranlagung abhängen, ist die Rasse auf die Futterwüchsigkeit des Standortes abzustimmen (Golze 1994, Balzer & Zens 1997). Die genetisch ausgeprägte Ansatzleistung für Fleisch erfordert einen hohen Anteil konzentrierter Futtermittel in der Ration, da einerseits zwischen Fleischansatz und Futteraufnahmevermögen ein genetischer Antagonismus besteht und andererseits mit steigendem Fleischansatz die Futteransprüche der Tiere wachsen (Brehme et al. 1997).

International besteht der größte Anteil von Mutterkühen aus Kreuzungstieren (Kögel 1996, Golze 1997a, Uhr 1999). Die Kreuzungszucht wird von Roffeis (1994), Kögel (1996), Golze & Balzer (1997c), Golze (1997a) und Uhr (1999) vor allem bei der Erzeugung von Absetzern, Weidekälbern oder Babybeef-Kälbern empfohlen.

Über Kreuzungen ist eine weitergehende Anpassung an die jeweiligen Produktions- und Absatzbedingungen möglich und es können Heterosiseffekte erschlossen werden
(Roffeis 1994, Golze 1997a, Uhr 1999, Warzecha 2000).

Bei Verwendung einheimischer Zweinutzungsrassen bzw. Milchrassen zur Gebrauchskreuzung entstehen durch die höhere Milchleistung der Mütter Kälber mit sehr guten Masteigenschaften (Müsch 1994, Roffeis 1994, Anonym II 1996). Kreuzungstiere sind infolge von Heterosiseffekten fruchtbarer und allgemein bessere Mutterkühe als reinrassige Tiere (Kögel 1996, Golze 1997a).

Derenbach (1981) stellte bei Kreuzungsmutterkühen mehr Brutpflegehandlungen im ersten Saugakt fest als bei Reinzuchtmutterkühen. Kögel (1996) ermittelte bei Kreuzungstieren eine nahezu zwei Jahre längere Nutzungsdauer. Neben der Senkung der Kosten für die Bestandsergänzung bestehen nach Golze (1997a) weitere Vorteile der Kreuzungszucht in der Senkung der Haltungs- und Produktionskosten.


[Seite 9↓]

2.2  Reproduktion und Kälberentwicklung

Ein konsequenter Produktionsrhythmus sollte in der Mutterkuhhaltung angestrebt werden (Hühn 2000). Deck- und Kalbeperiode, Säugeperiode, Trennen der Herde und Absetzen der Kälber ergeben den jährlichen Produktionsrhythmus (Stockinger et al. 1994, Hühn 2000).

2.2.1 Deckperiode

Zwischenkalbezeit und biologische Grundlagen der Fortpflanzung

Über die Fortpflanzungsphysiologie der Fleischrinder ist unvergleichlich weniger bekannt als über die der Rinder der milchbetonten Rassen, obwohl dies das Tierbestandsverhältnis nicht begründet. Die Produktionsart ist einfacher, da sie nicht so sehr von der Milchproduktion abhängt und die Leistungsbeanspruchung unverhältnismäßig niedriger ist. Dennoch sind die Vermehrungsraten nicht höher als bei den Milchrassen (Bauer et al. 1997). Dabei ist die zeitgerechte und problemlose Trächtigkeit der Kühe Voraussetzung zum Erhalt des saisonalen Abkalbezyklus (Steinwender 1989). Eine der wichtigsten Voraussetzungen für kurze Kalbeperioden ist die Konzeption der Kühe im ersten oder zweiten Östrus während der Deckperiode (Brehme et al. 1997).

Nach der Kalbung müssen die postpueralen Prozesse des Follikelwachstums, der Oozystenreifung bis zur Ovulation neu anlaufen. Die Wiederaufnahme der zyklischen Ovarfunktion beginnt mit dem Follikelwachstum ca. fünf bis acht Tage post partum. Beim Rind dauert der Brunstzyklus ca. 21 Tage, die Brunst selbst am Ende des Zyklus nur
ca. 18 Stunden. Wiederum 12 bis18 Stunden später erfolgt die Ovulation (Schuster 1994).

Erste Ovulationen setzen bei 15 % der Kühe bereits bis zum 15. Tag und bei 30 % der Kühe bis zum 30. Tag p.p. ein (Eulenberger 1993). Im Durchschnitt beginnt bei 50 % der Kühe bereits bis zum 30. Tag nach der Geburt, bei 80 % bis zum 45. Tag und bei allen Kühen bis zum 120. Tag ein neuer Zyklus (Rieck & Zerobin 1985). Die Ovulationen setzen etwa
20 Tage nach der Geburt ein (Platen 1997). Um die dritte Woche p.p. läuft gewöhnlich bei den meisten Kühen ein Zyklus an (Fürstenberg 1990). Platen (1997) ermittelte bei 49 % der Kühe bis zum 40. Tag und bei 60 % der Kühe bis zum 50. Tag nach der Geburt eine zweite Ovaraktivität.

Als bewiesen gilt der Einfluss von Haltung, Fütterung, Klima und Hell-Dunkel-Verhältnissen auf die Hormonproduktion der an der neuroendokrinen Regulation des weiblichen Geschlechtsapparates beteiligten Organe (Schuster 1994). Die einzig nachweisbare und direkte Beziehung der Leistung zur Fruchtbarkeit äußert sich im postpuerperalen Zeitraum. Der Stoffwechsel der Kuh geht mit der Kalbung von einer Ansatz- in eine Umsatzphase über. Die Kuh hat die Kalbefolgen zu überwinden. Erste Ovarfunktionen zur Unterstützung der Uterusreinigung und –rückbildung setzen ein. Die Milchleistung geht einem Maximum entgegen. Ab einer bestimmten Leistungshöhe und in Abhängigkeit von Fütterungs- und anderen Umweltfaktoren muss in unterschiedlichem Maße Körpersubstanz abgebaut werden, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden. In diesem Bereich befindet sich die Kuh im energetischen Defizit. Die nicht lebensnotwendigen Körperfunktionen werden reduziert. Dazu gehört auch die Fortpflanzungsfunktion. Die Selbsterhaltung tritt vor die Arterhaltung (Fürstenberg 1990,Bauer et al. 1997, Platen & Gross 1998, Busch 1998).

Eine gesunde Kuh kann bereits zwischen dem 20. und 30. Tag nach einer Geburt erneut trächtig werden. Es handelt sich jedoch nur um Einzeltiere. Fortpflanzungsbiologisch betrachtet sind die Kühe ab dem 40. Tag nach der Geburt in zunehmendem Maße konzeptionsbereit (Busch 1998).


[Seite 10↓]

Auf gleiche Umweltbedingungen reagieren nicht alle Tiere gleich. Grund ist die unter­schiedliche, das heißt individuell geprägte Anpassungsfähigkeit des Tieres, was bedeutet, dass es ein unterschiedliches Reagieren auf Umwelteinflüsse gibt (Platen & Münnich 1996, Busch 1998). Erfahrungen aus der Tierklinik der Freien Universität Berlin besagen, dass unter durchschnittlichen Haltungs- und Fütterungsbedingungen 30 % der Tiere auf Grund ihrer geringen Anpassungsfähigkeit hochsignifikant schlechtere Fortpflanzungsleistungen zeigen. Bei Belastungen nimmt dieser Anteil noch zu (Busch 1998).

Bei säugenden Kühen tritt die erste Brunst nach der Kalbung im Mittel 72 Tage nach der Geburt auf (Randel, zitiert nach Karg 1982). Nach Meinung von Bauer et al. (1997) tritt die erste Brunst bei Milchkühen nach etwa drei Wochen, bei Mutterkühen dagegen erst nach fünf bis acht Wochen auf.

Mutterkühe sind auf Grund der geringeren Milchleistung in der Regel wesentlich früher aus der Phase der negativen Energiebilanz p.p. heraus als Milchkühe. Die Konzeptionsbereitschaft zur erneuten Trächtigkeit wird deshalb spätestens mit der zweiten Brunst - also ab 40 Tage p.p., erreicht. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Deckbulle in die Herde gelassen werden (Mörchen 1996).

Fruchtbarkeitsstörungen treten in Mutterkuhherden, bedingt durch die geringe Stoffwechsel­belastung und in der Regel ganzjährige freie Bewegungsmöglichkeit der Tiere durch Weide und Laufstall, relativ selten auf. Bei Mutterkühen tritt allerdings “Laktations-Anöstrie” auf, das heißt, die Kühe kommen nicht in die Brunst, solange sie säugen. Dieses Phänomen wird mit der durch den Saugakt einhergehenden Oxytocinausschüttung in Verbindung gebracht. Dadurch wird die Rückbildung der Gebärmutter nach dem Kalben begünstigt, gleichzeitig kommt es jedoch zu einer Beeinträchtigung der Eierstockfunktion (Karg 1982, Eulenberger 1993, Brentrup 1994, Bauer et al.1997). Wenn gleichzeitig andere belastende Faktoren wie Sommerhitze oder schlechte Futterversorgung hinzutreten, kann die Brunst unter Umständen lange verzögert werden (Brentrup 1994, Bauer et al. 1997). Auch nach Meinung von Eulenberger (1993) verhindert, auf Grund der engen hormonellen Verbindung zwischen Fortpflanzung und Nachkommenfürsorge (Laktation), Mütterlichkeit die erneute Konzeptionsbereitschaft. Randel, zitiert nach Karg (1982) und
Potikanond (1991) ermittelten eine geringere Fruchtbarkeit bei Kühen, die Kälber säugen, als bei Kühen, die gemolken werden.

Während die hormonelle Pulsfrequenz nach der Kalbung bei Milchkühen in kleinen, schnellen Wellenschlägen erfolgt, ist sie bei den Mutterkühen langsamer, dafür aber mit größeren Schüben verbunden, was mit der Rückbildung der dominanten Follikel gekoppelt ist. Dadurch kommen Mutterkühe später in die Brunst als Milchkühe.Der spät einsetzende Zyklus kommt nach ein bis zwei Brunsten meistens zum Stillstand. Die entstandene Brunstlosigkeit bleibt im Verlauf des Sommers bestehen und oft wird die Kuh erst in der nächsten Saison wieder zyklisch (Bauer et al.1997).

Gerade bei extensiven Fleischrassen besteht durch die Anwesenheit eines Bullen eine höhere hormonale Aktivität in den Herden und eine deutlichere Ausprägung der Brunstsymptome (Bauer et al. 1997). Signifikant werden die Fruchtbarkeitsleistungen nach Balliet (1993) von der Betriebsleitererfahrung, der Mutterkuhrasse und der Beobachtungsintensität während der Bedeckungszeit beeinflusst. Das Winterhaltungsverfahren, außen oder im Stall, hat dagegen keinen signifikanten Einfluss auf Fruchtbarkeitsparameter (Balliet 1993,
Heikens 1999). Extreme Fleischleistung ist mit der Fruchtbarkeit negativ korreliert
(Bauer et al. 1997).

Ältere Kühe haben günstigere Rast- und Zwischentragezeiten. Ursache ist die „Selbstselektion“ der fruchtbarkeitsgestörten Tiere (Fürstenberg 1990). Nach Meinung von Golze (1997c) gibt es in Mutterhuhherden oft Zusammenhänge zwischen Kalbenummer, [Seite 11↓]Form der Bestandsergänzung und Fruchtbarkeitsergebnissen (Tabelle 1). Differenzen zwischen den Tieren werden durch Unterschiede beim Entwicklungsstand der Färsen zur ersten Zuchtbenutzung, der Kondition der Kühe bei der Belegung und zum Teil durch den Verlauf der vorangegangenen Geburt hervorgerufen. Haltung und Fütterung sind dafür verantwortlich. Bei Kühen mit höherer Kalbenummer ist die Kondition festgelegt und das Tier dem Verfahren angepasst. Selbst in kurzen Belegungszeiträumen von sechs bis acht, maximal zehn Wochen werden Trächtigkeitsraten von über 90 % erzielt.

Tabelle 1 : Einfluss der Kalbenummer auf die Fruchtbarkeit in Mutterkuhherden
(
Golze 1997c)

Zuchtbenutzung

zur Bedeckung/Besamung

aufgestellte Kühe/Färsen

davon tragend

 

Anzahl

Anzahl

%

1

2.642

2.433

92,1

2

2.664

1.662

62,4

3

1.308

1.197

91,5

4

863

800

92,7

 

7.477

6.092

81,5

Belegungsperioden zum Ausgang des Winters, die für die oft gewünschten Abkalbungen im Winter notwendig sind, führen auf Grund der in dieser Zeit oftmals nachlassenden Futterqualität und Haltungsbedingungen zu geringeren Trächtigkeitsraten(Tabelle 2) (Balliet 1993, Golze 1995a,1995b, 1997c, Anonym IV 1996, Brehme et al. 1997,
Bauer et al. 1997). Sehr schnell können Unterschiede in der Trächtigkeit von 30 % auftreten. Die optimale Versorgung der Kühe in der Deckperiode ist unerlässlich, um zu diesem Zeitpunkt Ergebnisse von 85 bis 90 % tragende Kühe zu erhalten (Anonym IV 1996,
Brehme et al. 1997). Auch Warzecha (1995) ermittelte im Februar/März, der Belegungs­periode der Winterkalbung, mit etwas über 80 % eine gegenüber der Frühjahrskalbung, ungünstigere Trächtigkeitsrate. Nach Weideaustrieb, Weidekalbung und Grünfutterperiode steigen die Trächtigkeitsraten dann wieder an (Balliet 1993, Anonym IV 1996,
Golze 1997c, Bauer et al. 1997, Brehme et al. 1997). Je mehr sich die Deckperiode dem Sommer nähert, desto schwächer werden die Befruchtungsergebnisse. 90 % der Kühe, die in der sechsmonatigen Deckperiode früher gekalbt haben, zeigen binnen 60 Tagen Zyklen, dagegen nur 50 % der später abgekalbten Kühe.Bei Anfang des Jahres gekalbten Kühen kann von 75 % Befruchtungserfolg ausgegangen werden (Bauer et al. 1997).

Tabelle 2 : Die Fruchtbarkeit von Mutterkühen verschiedener Kalbe- und Belegungsperioden
(
Golze 1995b, 1997c)

Kalbe­periode

Belegungs­periode

zur Bedeckung/Besamung aufgestellte Kühe/Färsen

Aufgestellte

Kühe und Färsen

davon tragend

Monate

Monate

Tage nach der Kalbung

Belegung: Wochen

n

n

%

Dez./Jan.

März/April

90

8

273

141

51,6

März/April

Juni/Juli

90

8

228

207

90,8

Mai/Juni

Aug./Sept.

90

8

1191

1064

89,3

Sept./Okt.

Dez./Jan.

90

8

288

238

82,6

  

90

8

1986

1650

83,1


[Seite 12↓]

Für hohe Trächtigkeitsraten finden Balliet (1993) und Golze (1997c) eine überschaubare Herdengröße günstig. Roffeis (1994) ermittelte sehr gute Zwischenkalbezeiten bei extensiven Rassen, aber mit über 400 Tagen ungünstigere bei Fleckvieh, Schwarzbunten - und Hybridkühen. Umfangreiche Untersuchungen von Kleiböhmer (1998) ergaben, dass 19,5 % der erfassten Mutterkühe eine Zwischenkalbezeit von mehr als 390 Tagen und 5,9 % sogar mehr als 450 Tage hatten. Eine mögliche Ursache für zu lange Zwischenkalbezeiten sei die Überforderung der Deckbullen. Buchholz (1999) ermittelte in Betrieben des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg bei verschiedenen Fleischrinderrassen 343 bis 391 Tage Zwischenkalbezeit. Die Untersuchungen von Roffeis (1995) ergaben 386 Tage.

Nicht tragende Kühe sind vor dem Winter zu merzen, um in der Winterhaltungsperiode nicht unnötig Stallplatz, Winterfutter und Arbeitszeit zu binden (Hampel 1984b, Anonym V 1990, Laiblin 1994, Ostendorff 1994, Warzecha 1995, Golze 1995a,1995b,1995c,1996a, Brehme et al. 1997).

Bei Rindern beträgt die Trächtigkeitsdauer zwischen 278 und 283 Tagen (Schuster 1994). Fahr (1983) ermittelte an 7.078 untersuchten Rindern eine mittlere Trächtigkeitsdauer von 283,6 Tagen mit einer Standardabweichung von 5,9 Tagen. Die Dauer des Zeitabschnittes unterliegt einer Reihe von Einflüssen, von denen die genetische Herkunft am bedeutendsten ist. So haben Fleischrinderrassen gegenüber Milchrind- bzw. Zweinutzungsrassen eine um drei bis sechs Tage längere Tragezeit. Auch das Geschlecht des Kalbes, Kalbenummer, Kalbesaison und Erstkalbealter können auf die Variation der Graviditätslänge im Bereich von ein bis zwei Tagen Einfluss nehmen.

Die normale Trächtigkeit dauert beim Fleckvieh, Braunvieh und Pinzgauer ca. 285 Tage (Bauer et al. 1997).

Körperkondition der Kühe

Die Fettreserven schwanken beim Rind naturgegeben im Verlauf der Laktation. Der Organismus des Rindes ist genetisch darauf programmiert, im Verlauf der Trächtigkeit Energiereserven in Form von Fett anzulegen und diese in Zeiten mit erhöhtem Bedarf wieder zu mobilisieren. Im natürlichen Reproduktionszyklus mit Abkalbung im Frühjahr wird dieses Fettdepot in der zweiten Laktationshälfte im Herbst angelegt und bildet gewissermaßen eine Energiereserve für den Winter (Schrag et al. 1987, Fischer & Engelhard 1996,
Trilk 1997, Jilg 1998). Dieser Sachverhalt ist bei den Fleischrinderrassen besonders ausgeprägt (Jilg 1998). Der Umfang der Körperreserven und deren Mobilisation beeinflussen Futteraufnahme, Gesundheit und Milchleistung der Kuh vor allem in der Frühlaktation (Fischer & Engelhard 1996).

Mit dem Bewertungssystem Body Condition Scoring (BCS) wird die Körperkondition der Kühe eingestuft. Dabei werden die Körperreserven der Tiere auf Grund der Fettauflage auf den Dornfortsätzen der Wirbelsäule, auf den Rippen und am Schwanzansatz bewertet. Die Bewertung des Konditionszustandes erfolgt auf einer Scala von 0, für sehr mager, bis 5, für sehr fett. Da die Bewertung der Fettabdeckung in enger Beziehung zum Gesamtfettgehalt des Körpers steht, kann auf den Ernährungszustand des Tieres geschlussfolgert werden
(Balliet 1995, Gerhardy 1996, Fischer & Engelhard 1996, Trilk 1997, Kalayci 2000).

Die Körperkondition soll in der Hochlaktation nicht unter 2 sinken und in der Trockenstehzeit nicht über 3 bis 3,5 ansteigen (Bauer et al. 1997). Ist der Konditionszustand der Tiere bei der Kalbung 3,5 oder höher, steigt der Anteil der Schwergeburten (Gerhardy 1996). Für Mutterkühe ist eine höhere Kondition anzustreben als für stark umsatzbetonte Milchkühe. Die Idealnote für die Körperkondition ist die 3,5. Eine Mutterkuh sollte zum Abkalben die
[Seite 13↓]Note 4,0 haben, damit sie genügend Energiereserven für das erste Laktationsdrittel hat, in dem Körperreserven in Milch umgesetzt werden. Ein Rückgang der Kondition auf 3,5 ist dabei normal, 3,0 sollte bei der Mutterkuh aber nicht unterschritten werden. Am Ende des zweiten Laktationsdrittels sollte die Körperkondition im Idealfall immer noch bei 3,5 liegen, damit die Kühe während der Trockenstehzeit kein Fett ansetzen müssen. Nur stark abgesäugte Kühe müssen in der Trockenstehzeit Reserven bilden. Die Kondition bei frühjahrskalbenden Kühen sollte auch im Winter nicht unter 3,0 abfallen (Jilg 1998).

Die Körperkondition der Kühe müsste zur Belegung durchschnittlich 3,5 sein und bis zum Tiefpunkt ca. zwölf Wochen nach der Kalbung im Mittel der Kühe maximal eine Note abnehmen (Fischer & Engelhard 1996).

Im Winter zur Abkalbung anstehende Mutterkühe sollten bis zur Wiederbelegung ausgangs des Winters maximal 10 % ihrer Körpermasse verlieren und in ihrer Körperkonditionsnote nicht unter 2,0 absinken (Tabelle 3). Bei im Frühjahr zur Abkalbung anstehenden Mutter­kühen können erheblich höhere Mengen an Körperfett zum Einschmelzen und damit zur Energiedeckung genutzt werden. Bei dieser Abkalbesaison findet die erneute Belegung auf der Weide statt und die Mutterkuh kann von dem hohen Futterwert des Grasaufwuchses profitieren (Balliet 1995).

Tabelle 3 : Zielnoten der Körperkondition verschiedener Kalbeperioden

 

Balliet (1995), Golze (1996c), (1996b),

Gerhardy (1996)

 

Winterkalbung

Frühjahrskalbung

Herbstkalbung

Frühjahrskalbung

 

Note

Note

Note

Note

Abkalbung

2,5

2,0

3,0

2,5

Belegung

2,0

2,0-2,5

2,5

2,0

Weideauftrieb

2,5

2,0

-

3,0

Absetzen

3,0

3,0

2

-

Bei der Fütterung sollte die erblich sehr stark manifestierte Strategie Futter- und somit Nährstoffmangelzeiten durch beachtliche Körperreserven auszugleichen und zu überbrücken, genutzt werden, um Futter im Winter zu sparen (Balliet 1993,1995, Gerhardy 1996, Bauer et al. 1997). Größere Körpersubstanzmengen können im Winter zur Energiebedarfs­deckung genutzt werden, wenn während der Herbstweide ein ausreichendes Fettpolster geschaffen wurde (Jilg 1998). Dieser Körpersubstanzabbau hat keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeitsleistungen der Kühe und die Absetzmassen der Kälber, wenn die Kühe in den Sommermonaten an Gewicht zulegen können (Balliet 1995,
Bauer et al. 1997, Jilg 1998).

Fütterung der Mutterkühe

Das Fütterungsregime sollte unter Beachtung des Konditionszustandes der Tiere und des Kalbezeitpunktes gestaltet werden, da somit die Kühe nicht zu fett und nicht zu mager zum Kalben kommen (Gerhardy 1996).Die Berücksichtigung der Körperkondition ist vor allem in der Hochträchtigkeit und Trockenstehperiode sowie in der Früh- und Hochlaktation wichtig, wo das Risiko energetischer Über- bzw. Unterversorgung besonders hoch ist
(Trilk 1997). Konditionsdefizite sollten überwiegend im letzten Laktationsdrittel ausgeglichen werden (Fischer & Engelhard 1996).


[Seite 14↓]

Das Futteraufnahmevermögen von Fleischrindkühen ist geringer als das von Milchkühen. Es ist zur kostengünstigen und bedarfsgerechten Fütterung voll auszuschöpfen (Golze 1994, Hühn 2000).

Mutterkühe im Mastrassetyp nehmen mehr als 0,45 kg Rohfaser aus strukturiertem Halmfutter je 100 kg Körpermasse auf. Im geburtsnahen Zeitraum allerdings nur 0,38 kg (Steinhöfel & Golze 1996). Eine Mutterkuh mit 650 kg Lebendmasse nimmt trocken­stehend 10-11 kg und laktierend 10-14 kg Trockensubstanz täglich auf (Hampel 1995). Mutterkühe nehmen bei 10 kg Milchleistung 2,0 bis 2,2 kg Trockensubstanz je 100 kg Lebendmasse auf (Golze 1994, Hühn 2000).

Der Nährstoffbedarf der Mutterkühe setzt sich zusammen aus dem körpermasseabhängigen Erhaltungsbedarf sowie dem Bedarf für acht bis zehn kg Milch und die erneute Trächtigkeit (Tabelle 4). Die Milchleistung der Mutterkühe zu Beginn der Laktation dürfte bei den meisten Rassen zwischen acht und zehn kg liegen (Hampel 1995).

Tabelle 4 : Literaturangaben zum Nährstoffbedarf der Mutterkühe

Trockenstehend

Laktierend

Autoren

Energie/Tag

Rohprotein/Tag

Energie/Tag

Rohprotein/Tag

 
  

10 kg Milch täglich

Stockinger et al. (1994).

50 MJ NEL

1100 g

70 MJ NEL

1400 g

  

8-10 kg Milch täglich

Hampel (1995).

54 MJ NEL

1100 g

50-65 MJ NEL

850-1350 g

Der Nährstoffbedarf von Mutterkühen sollte nahezu vollständig über wirtschaftseigenes Grundfutter gedeckt werden (Golze 1994, Hühn 2000, Balzer & Zens 1997). Um dies zu gewährleisten, ist aus ökonomischer Sicht auf optimale Grundfutterqualitäten in der Mutterkuhhaltung besonderer Wert zu legen (Averbeck 1994, Stockinger et al. 1994). Deshalb sind qualitativ schlechte oder gar verdorbene Futtermittel für Mutterkühe nicht geeignet (Stockinger et al. 1994, Hampel 1995, Hühn 2000). Für eine bedarfgerechte Nährstoffversorgung der Mutterkühe reicht eine durchschnittliche Grundfutterqualität aus (Spann1984).

Eine Mutterkuh kann bei alleiniger Aufnahme von Grundfutter nur mit jungem Weidegras und mit Mais- oder Getreideganzpflanzensilage die geforderten zehn kg Milchleistung überschreiten. Wenn höhere Leistungen angestrebt werden, ist eine Ergänzungsfütterung unumgänglich (Steinhöfel & Golze 1996).

Im Sommer soll die Mutterkuh ihren Energie- und Nährstoffbedarf ausschließlich über die Weide decken (Spann 1984, Stockinger et al. 1994, Hampel 1995, Balzer & Zens 1997, Zube & Mörchen 1997, Uhr 1999, Hühn 2000). Der Kraftfuttereinsatz ist auf die direkte Verfütterung an die Jungtiere zu beschränken (Buchwald 1994, Hampel 1995,
Bauer et al. 1997, Uhr 1999).

Bei maximaler Ausnutzung von Weidefutter sind vegetationsbedingte Schwankungen im Strukturangebot unvermeidlich. Der Mittelwert bei extensiven Grasaufwüchsen mit späten Schnitten schwankt zwischen sechs und weniger als drei MJ NEL je kg Trockenmasse. Das Futtermittel ist sehr inhomogen und die Futterselektion der Tiere schwer kalkulierbar (Steinhöfel & Golze 1996).


[Seite 15↓]

Die extensivierungsbedingten Futterwertminderungen infolge reduzierter Nährstoffzufuhr, vor allem bei später Nutzung, betreffen die Energiedichte wie auch die Verdaulichkeit und selbst die Konservierbarkeit des Erntegutes. In Thüringen liegt die Energiedichte des Futters von Extensivgrünland fast 0,6 MJ NEL/kg TS unter der von konventionell erzeugtem Grundfutter (Sklenar 2000). Ein Zusammenhang zwischen Grünlandertrag und Fruchtbarkeitsleistungen besteht in der Mutterkuhhaltung allerdings nicht (Balliet 1993).

Ziel der Winterfütterung muss eine leistungsgerechte Fütterung, hauptsächlich mit wirtschaftseigenem Grundfutter, sein (Stockinger et al. 1994). Im Winter wird der Nährstoffbedarf am einfachsten mit guter Grassilage und Heu gedeckt (Spann 1984,
Uhr 1999). Während der Hochträchtigkeit ist die Nährstoffversorgung der Mutterkühe ausschließlich über Grobfutter mit geringeren Gehaltswerten (bis ca. 4,97 MJ NEL je kg TS) möglich. Gute Anwelksilage kann den Nährstoffbedarf bis acht Wochen nach der Kalbung decken (Tabelle 5) (Mörchen 1996).

Tabelle 5 : Zur Bedarfsdeckung für Mutterkühe erforderliche Energie- bzw. Nährstoff­konzentration im Futter ( Zube & Mörchen 1997)

ab vier Wochen a. p.

ab vier Wochen p. p.

5,1 – 5,4 MJ NEL

5,4 – 5,6 MJ NEL

90 – 96 g Rohprotein

108-115 g Rohprotein

Wenn die Kühe zum Zeitpunkt der Geburt sehr mager sind, verkürzt eine energiereiche Fütterung nach der Kalbung die Rastzeit. Das reiche Futterangebot auf der Frühlingsweide kann bei frühjahrskalbenden Kühen über den Flushing-Effekt den Reproduktionszyklus intensiv in Gang bringen, so dass ab Mai mit hohen Trächtigkeitsergebnissen zu rechnen ist (Jilg 1998).

Deshalb empfiehlt Spann (1984) drei bis vier Wochen vor und während der Decksaison je nach Grundfutterqualität eine Kraftfutterzulage an die Mutterkühe. Steinwender (1989) dagegen hält in den ersten Wochen nach der Abkalbung eine knappe Fütterung der Kühe oder die Beimengung von Stroh für notwendig, da vor allem Mutterkühe von Zweinutzungsrassen zu Laktationsbeginn oft zu viel Milch haben, das junge Kalb die Menge nicht aufnehmen kann und Eutererkrankungen die Folge sind.

Die Fütterung der Erstkalbinnen muss besonders beachtet werden. Sie haben das Kalb getragen, müssen die Milch für die Aufzucht liefern und dabei noch selbst weiterwachsen. Wegen des geringeren Gewichtes ist das Futteraufnahmevermögen nicht so hoch und beim Weidegang ist die Futteraufnahme wegen Zahnwechsel möglicherweise, zumindest zeitweilig, noch behindert. Verlieren solche Tiere zu viel an Substanz, leidet die Fruchtbarkeit (Stiewe 1994).

Vor dem Kalben sollten die Kühe etwas knapper gefüttert werden (Balliet 1993,
Stiewe 1994, Averbeck 1994). Auch bei teilweiser Unterversorgung des Muttertieres während der Trächtigkeit ist die organische Entwicklung des Kalbes immer sichergestellt.
Die ca. 60-prozentige Gewichtssteigerung des Kalbes in den letzten Wochen vor der Geburt wird von der Kuh bei richtiger Fütterung mühelos geleistet (Schrag et al. 1987).
Kühe, die zum Zeitpunkt der Geburt zu fett sind, verursachen höhere Futterkosten Jilg (1998) und haben einen hohen Anteil an Schwer- und Totgeburten (Balliet 1993, Sommer 1994, Stiewe 1994, Groppel 1995, Hampel 1995, Fischer & Engelhard 1996, Gerhardy 1996, Löhnert & Eckermann 1998, Jilg 1998, Elze 2001). Diese Tiere haben nach dem
[Seite 16↓]Abkalben eine schlechte Futteraufnahme und magern ab (Schrag et al. 1987, Balliet 1993, Hampel 1995,Groppel 1995, Lotthammer 1995, Fischer & Engelhard 1996, Jilg 1998,Löhnert & Eckermann 1998). Sie haben viele Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsprobleme (Balliet 1993, Hampel 1995, Groppel 1995, Fischer & Engelhard 1996,
Lotthammer 1995, Löhnert & Eckermann 1998, Jilg 1998, Elze 2001). Durch die geringe Futteraufnahme p.p. liefern sie anfänglich für Kälber zu fette Milch (Stiewe 1994).

Untersuchungen an Färsen, die zu fett zur Kalbung kamen, erwiesen eine um 15-20 % erhöhte Zwischentragezeit (Fischer & Engelhard 1996).

Zu hohe Nährstoffversorgung a.p. ist Ausgangspunkt energiemangelbedingter Fruchtbarkeits­störungen p.p. (Groppel 1995, Löhnert & Eckermann 1998). Starke Verfettung verursacht nach dem Abkalben bei steigender Leistung einen intensiven Fettabbau, der zu Stoffwechselstörungen (Azetonämie) und extremer Leberbelastung führt. Es kommt zum Leistungsabfall und zu negativen Einflüssen auf die Fruchtbarkeit (Schrag et al. 1987, Groppel 1995, Löhnert & Eckermann 1998). Die Intensität der Körpermasseabnahme nach dem Kalben wird durch hohe Zunahmen vor dem Kalben verstärkt. Die Ursachen für sehr hohe Zunahmen vor dem Kalben liegen u. a. in fehlender Reservebildung während der Laktation (Fürstenberg 1990).

Das Zusammenwirken einer Überversorgung wie auch eines Mangels in der Hochträchtigkeit bzw. Trockenstehzeit mit einem Energiemangel zu Beginn der Laktation führen zu einem Syndrom von Fruchtbarkeits- und Gesundheitsstörungen (Balliet 1993, Schuster 1994, Löhnert & Eckermann 1998). Deshalb sollten hochtragende Kühe, die bei Weidebeginn noch länger als vier Wochen vor der Kalbung stehen, nach Meinung von Mörchen (1996) in der Weidezuteilung kurz gehalten und mit Stroh satt gefüttert werden.

Ein Energie- bzw. Proteindefizit in der Hochträchtigkeit ist ebenso schädlich. Da bereits vor der Kalbung Körperfett abgebaut wird, kommt es zu unterschwelligen Stoffwechselstörungen, zur Fetteinlagerung in die Leber, Nachgeburtsverhaltungen und anderen puerperalen Erkrankungen (Groppel 1995, Lotthammer 1995, Fischer & Engelhard 1996). Nach Laiblin (1994), Bauer et al. (1997) und Golze (1997c) führt ein Nährstoffmangel a.p. zu unterentwickelten Kälbern, Milchmangel bei den Müttern, verzögertem Brunsteintritt und schlechteren Konzeptionsergebnissen.

Auch das nachgeburtliche Fütterungsregime in der Mutterkuhhaltung beeinflusst die perinatalen Kälberverluste, die Aufzuchtverluste und die Aufzuchtleistung (Balliet 1993). Nach Gerhardy (1996) und Bauer et al. (1997) bewirkt Nährstoffunterversorgung zwischen der Kalbung und Konzeption eine Verschlechterung der Fruchtbarkeit.

Die Lebendmasseabnahme p.p. beeinflusst durch ihre Intensität, vor allem aber durch ihre Dauer, den Zeitpunkt des Zyklusanlaufes. Das Trächtigkeitsergebnis hängt in starkem Maße von der Stoffwechsellage im Belegungszeitraum ab, wobei die Parameter des Energiestoff­wechsels in geringerer Beziehung zur Fruchtbarkeit stehen als Lebendmasseveränderungen (Fürstenberg 1990).

Die Ergänzung der Futterration mit standortspezifischen Mineralstoffmischungen ist unbedingt erforderlich (Spann 1984, Stockinger et al. 1994, Laiblin 1994, Hampel 1995, Steinhöfel & Golze 1996, Balzer & Zens 1997, Brehme et al. 1997, Bauer et al. 1997, Männer & Laiblin 1997, Blöcker 1998, Männer & Laiblin 1999, Priebe 2000,
Hühn 2000, Sieber et al. 2001). Mangelerscheinungen machen sich zuerst in der Fruchtbarkeit, später in der allgemeinen Herdengesundheit und in den Zunahmen bemerkbar (Steinhöfel & Golze 1996).


[Seite 17↓]

Eine ausreichende Wasserversorgung ist für die Futteraufnahme und Säugeleistung der Muttertiere von elementarer Bedeutung. Tränkwasser muss ständig und zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Weite Wege sind ungünstig, da Kühe innerhalb eines Tages bis zu elfmal die Tränke aufsuchen (Stockinger et al. 1994, Hühn 2000).

Belegung - Deckbullen

Im Weltmaßstab gesehen werden etwa 95 % aller Fleischrinder mit Bullen bedeckt und nur etwa 5 % künstlich besamt (Küchenmeister 1995, Wintersperger 1996, Golze 1997c). Die künstliche Besamung in der Mutterkuhhaltung ist aufwändig und eignet sich nur für kleine Betriebe (Stockinger et al. 1994, Golze 1997c).

Über die Deckzeit wird der Produktionsrhythmus der Mutterkuhherden gesteuert (Wintersperger 1996). Sie sollte nach Meinung von Wintersperger (1994), (1996) und Grauvogl et al. (1997) auf zwei Monate beschränkt sein, da der gedrängte Belegungszeitraum eine kurze Kalbeperiode sichert (Golze 1998). Bei Beachtung der physiologischen Schwankungen in der Trächtigkeitsdauer darf, bei einer vorgesehenen Kalbeperiode von acht bis neun Wochen, die Deckperiode nicht viel länger als sechs Wochen dauern (Küchenmeister 1995).

Beim freien Sprung wird jede Kuh während der Brunst mehrmals gedeckt. Somit ist der Bulle stärker beansprucht als beim Sprung aus der Hand (Stockinger et al. 1994). Dem Bullen steht bei häufigem Decken innerhalb einer kurzen Zeitspanne kein zeugungsfähiges Sperma mehr zur Verfügung. Außerdem zeigen die Bullen bei Synchronbrunsten immer nur Interesse für eine Kuh und ignorieren andere ebenfalls brünstige Tiere. Bei mehreren Bullen in einer Herde besteht die Gefahr von Rivalenkämpfen mit einem erheblichen Libidoverlust der Unterlegenen im Gefolge (Grauvogl et al. 1997, Trost & Hörning 2002).

Deshalb ist, um eine möglichst kurze Kalbezeit zu erreichen, der Bulle nicht zu überlasten (Tabelle 6) (Bach et al. 1990, Anonym V 1990, Stockinger et al. 1994,
Wintersperger 1994,Hampel 1984b, 1995, Warzecha 1995).Dies gilt vor allem für Jungbullen im ersten Jahr (Brehme et al. 1997).

Entscheidend für das Deckverhalten sind das Alter und damit die Routine der Bullen sowie der Futterzustand. Überfütterte Bullen sind träge und decken deshalb nicht konsequent. Auch der Einfluss der Witterung ist erheblich. So lässt bei hohen Temperaturen die Libido der Bullen oftmals nach, was zu beachten ist, wenn die Deckperiode im Sommer liegt (Wintersperger 1996).

Tabelle 6 : Literaturangaben zur Höchstzahl an weiblichen Tieren pro Deckbulle

Autoren

Kühe pro Jungbulle

Kühe pro Altbulle

 

Stück

Stück

Ostendorff (1994)

10

40

Laiblin (1994)

10

50

Hampel (1984b), (1995), Bach et al. (1990), AnonymV (1990), Stockinger et al. (1994)

10

zweijährig 20

> zwei Jahre 35

Wintersperger (1994), Warzecha (1995)

10 bis 20

30 bis 40

40 bis 50 Färsen

Wintersperger (1996)

10 (max. 20)

30 bis 40 (max. 50)

Bauer et al. (1997)

20

35

Golze (1995a), (1995b), (1997c)

ca. 15

40

Brehme et al. (1997)

20-25

40

Grauvogl et al. (1997)

30


[Seite 18↓]

Neben dem einwandfreien Decken und Befruchten soll der Bulle leichte Geburten sowie vitale, gesunde, frohwüchsige und gut bemuskelte Kälber zeugen. Es ist zwingend notwendig, dass sich der Tierhalter jederzeit zu Kontroll- und Behandlungsmaßnahmen in der Herde aufhalten und frei bewegen kann, ohne dass vorher der Bulle entfernt werden muss. Deswegen sind Charakter, Friedfertigkeit und Umgang des Bullen ein wichtiges Selektionskriterium (Ostendorff 1994, Wintersperger 1996).

Um schwerwiegende Ausfälle im Reproduktionsgeschehen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Bullen vor der Decksaison spermatologisch zu überprüfen (Balliet 1993, Laiblin 1994).

Deckzeitpunkt und Erstbelegung

Kontinuierliches Wachstum mittlerer Intensität ohne Minderzunahmen und ohne intensive kompensatorische Wachstumsphasen ist sowohl aus Sicht der qualitativen Organentwicklung als auch aus Sicht der Körperzusammensetzung anzustreben. Schon im zweiten Lebens­halbjahr sind hohe tägliche Körpermassezunahmen auf Grund stärkerer Fetteinlagen kritisch zu beurteilen. Ein sehr hohes Erstkalbealter ist nur in Herden empfehlenswert, in denen es gelingt, einen intensiven Wachstumsstart zu realisieren (Lippmann & Steinhöfel 2001). Hohe tägliche Zunahmen bei der Aufzucht wirken sich nicht nachteilig auf die Fruchtbarkeits- und Milchleistungsparameter aus, wenn eine entwicklungsgerechte Erstbelegung erfolgt. Frühzeitig belegte Färsen haben eine gute, problemlose Konzeption, da die Konzeptionsbereitschaft der Tiere mit der Anzahl nicht genutzter Ovulationen abnimmt (Krocker & Platen 1999). Geringe Wachstumsintensität führt zu geringen Konzeptionsgewichten und damit zu schlechten Konzeptionsraten bei der Erstbelegung (Golze 1995a,1995b,1996a,1996b, 2000a, 2000c). Nach Angaben von Golze (1997c) sollten weibliche Reproduktionsrinder in der Mutterkuhhaltung bis zum Absetzen mit acht bis neun Monaten je nach Rasse 750 bis 900 g täglich zunehmen.

Nicht das Alter, sondern das erreichte Körpergewicht ist entscheidend für die Möglichkeit der ersten Belegung der Färsen (Van Amburgh 2000). Die meisten Mutterkuhbetriebe haben eine Kalbeperiode. Sollen die Färsen aus dem eigenen Bestand in diese integriert werden, dann müssen sie im Mittel mit 24 Monaten das erste Mal kalben. Sie sollten dann 60 bis 65 % ihres Endgewichtes erreicht haben (Steinwender 1989, Stockinger et al. 1994, Stiewe 1994, Warzecha 1995, Hampel 1995, Küchenmeister 1995, Balliet 1995,Anonym IV 1996, Brehme et al. 1997, Martin & Rehbock 1997, Bauer et al. 1997, Golze 1994,1995a,1995b,1996a,1996b, 1997c,2000a,2000b,2000c,Platen & Gutbier 2001).

Färsen, die zu jung, mit zu geringem Gewicht oder nach ungenügender Aufzuchtqualität zur ersten Zuchtbenutzung verwendet werden, haben später eine geringere Milchleistung, was geringere Zunahmen und Absetzgewichte der Kälber zur Folge hat (Golze 1995a,1995b,1996a,1996b, 1997c, 2000a, 2000c). Zu leichte Färsen beim ersten Belegen sind auch bei der ersten Kalbung zu leicht. Schwergeburten sind besonders dann zu erwarten, wenn zu leichte, tragende Färsen am Ende der Trächtigkeit gut gefüttert werden, um aufzuholen. In diesem Zeitraum wachsen jedoch hauptsächlich die Kälber. Somit steigen die Anzahl der Schwergeburten und infolgedessen die Kälberverluste (Laiblin 1994, Hampel 1995,
Platen & Krocker 1995, Anonym IV 1996, Brehme et al. 1997, Golze1995a,1995b,1996a,1996b, 1997c, 2000a,2000c). Ein weiteres Problem besteht darin, dass diese jungen, zu leichten Kühe ihr Kalb säugen, selbst noch wachsen und dann wieder tragend werden sollen. Diese physiologische Belastung ist zu groß. Aus diesem Grund ist besonders die Trächtigkeitsrate nach der ersten Kalbung oft unbefriedigend (Roffeis 1994, Laiblin 1994, Warzecha 1995, Anonym IV 1996, Brehme et al. 1997, Golze 1997c). Deshalb sind die Erstkalbinnen von Altkühen zu trennen und die Belegung mit einer Flushing-Fütterung zu unterstützen (Laiblin 1994, Warzecha 1995, Golze 1995a,1995b,1996a).


[Seite 19↓]

2.2.2  Kalbeperiode

Da die Nachteile der kontinuierlichen Abkalbung die Vorteile überwiegen (Tabelle 7), rät Roffeis (1994) davon ab.

Tabelle 7 : Literaturangaben zu Vor- und Nachteilen der kontinuierlichen und saisonalen Abkalbung

Vorteile der kontinuierlichen Abkalbung

  • günstigere Absatzbedingungen für die Kälber, durch die Möglichkeit des kontinuierlichen Absetzerverkaufes über das ganze Jahr
  • geringere Bestandsergänzung, da Kühe mit verlängerter Zwischentragezeit nicht gemerzt werden müssen
  • eine bessere Eingliederung der Färsen wird durch die fehlende Bindung des Erstkalbealters an
    24 bzw. 36 Monate ermöglicht
  • Verteilung der Arbeitsspitzen im Jahresverlauf

Nachteile der kontinuierlichen Abkalbung

  • erhöhter Beobachtungsaufwand
  • Probleme bei der Aufstallung
  • vermehrte Unruhe in der Herde bei der sich länger hinziehenden Kalbeperiode
  • ältere Kälber drängen jüngere oft ab, diese erhalten dadurch zu wenig Milch und haben geringe Lebendmassezunahmen
  • erhebliche Schwankungen der Absetzmassen
  • ungleiche und vielfach unzureichende Gewichte der weiblichen Nachzucht
  • es werden noch nicht gekalbte Kühe von älteren Kälbern angesaugt, denen dann das Kollostrum für das eigene Kalb fehlt, wodurch die Kälbergesundheit leidet

Vorteile saisonalen Abkalbung

  • weniger Kälbererkrankungen
  • leichtere Herdentrennung mit sechs Monaten Lebensalter der Kälber
  • geringere Gefahr des Milchdiebstahls durch ältere Kälber – dadurch eine gleichmäßigere Kälberentwicklung
  • einheitliche Verkaufsgewichte und -alter der Kälber.
  • eine bedarfsgerechte Fütterung von Kühen und Kälbern ist möglich
  • da die Kühe nur in der Deckzeit brünstig sind, ist weniger Unruhe in der Herde, was eine bessere Entwicklung der Bullenkälber bewirkt
  • geringerer Arbeitsaufwand außerhalb der Weideperiode
  • einfachere, weil gleichgeschaltete Betreuung sowie bessere Übersicht bei der Herdenführung
  • besseren Arbeitswirtschaftlichkeit und Herdenproduktivität

Nachteile der saisonalen Abkalbung

  • Bindung des Erstkalbealters der Färsen an 24 bzw. 36 Monate zur Eingliederung in das Kalberegime
  • koninuierliche Belieferung der Abnehmer ist unmöglich

Anonym V (1990), Balliet (1993), Stockinger et al. (1994), Stiewe (1994), Laiblin (1994), Hampel (1984b), (1995), Warzecha (1995), Anonym IV (1996), Wintersperger (1996), Mörchen (1996), Brehme et al. (1997), Bauer et al. (1997), Golze (1995a), (1995b), (1996a), (1997c), (1998), (2001)


[Seite 20↓]

Die Abkalbungen sollten auf einen möglichst kurzen Zeitraum von acht bis zehn Wochen zusammengedrängt werden, da dies das Produktionsergebnis positiv beeinflusst (Tabelle 8) (Balliet 1993, Stockinger et al. 1994, Stiewe 1994, Hampel 1984b, 1995,
Mörchen 1996, Anonym IV 1996, Brehme et al. 1997, Golze 1995a,1996a, 1997c, 2001).Die zweimonatige Kalbeperiode ermöglichte im Vergleich zu einer fünfmonatigen Periode
48 kg mehr Absetzgewicht pro Kuh (Lowmann 1982 zitiert nach Brehme et al. 1997).

Tabelle 8 : Einfluss der Dauer der Kalbeperiode auf die Absetzgewichte in der Mutterkuhhaltung bei einheitlichem Absetztermin
(
Anonym IV 1996, Golze 1995a, 1995b, 1996a, 1997c, Brehm e et al. 1997)

Kalbe­periode

Herden

Herden­größe

Absetz­alter

Absetzgewicht

Absetz­rate

Wochen

n

n

Tag

kg

%

von

bis

%

4

22

85,2

213

278,4

100

248

322

95,2

6

30

79,5

207

264,3

94,9

239

329

95,0

8

20

83,6

199

260,0

93,4

181

316

94,1

10

12

70,8

184

244,1

87,7

156

329

92,9

12

10

69,5

170

216,9

77,7

121

348

88,1

Die jeweilige Kalbesaison ist auf einzelbetrieblicher Ebene entsprechend Futterangebot und
–nachfrage, Gebäudeausstattung, verfügbarem Arbeitskräftepotential, Produktionsziel und Absatzmöglichkeiten auszuwählen (Balliet 1993, Averbeck 1994, Roffeis 1994).

Es bestehen Zusammenhänge zwischen Fruchtbarkeit, Aufzuchtleistung, Säugedauer und Kalbezeitraum. Der Kalbezeitraum ist der Taktgeber für den Jahreszeitablauf in der Mutterkuhhaltung. Er hängt von vielen Gründen ab und ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Im Wesentlichen bestehen Unterschiede zwischen Stall- und Weidekalbung (Golze 1997c).

Warzecha (1995) empfiehlt für große Betriebe zwei kalbeperioden im Frühjahr und Herbst und Wintersperger (1996) möchte Gruppen über das Jahr hinweg kalben lassen. Wohlgschaft (1993) bevorzugt die Frühjahrsabkalbung, wobei Abweichungen von diesem Zeitpunkt unter bestimmten Standort- und Marktbedingungen sinnvoll seien. Dagegen gilt für Seebach (1985), Steinwender (1989), Roffeis (1994) und Ostendorff (1994) als günstigste Abkalbzeit die Winterkalbung. Vom Standpunkt der Verhaltensforschung ziehen Grauvogl et al. (1997) die Frühsommerkalbung vor.

Buchwald (1994) ermittelte zwischen den verschiedenen Kalbeperioden unterschiedliche Fütterungskosten, bei Herbstabkalbung die höchsten und bei Frühjahrskalbung die geringsten. Er führt diese Differenzen auf die unterschiedlichen quantitativen und qualitativen Anforderungen an die Winterfütterung zurück.

Tabelle 9 fasst die Angaben von Seebach (1985), Wohlgschaft (1993), Buchwald (1994), Stiewe (1994), Roffeis (1994), Stockinger et al. (1994), Preisinger (1994a),
Ostenhoff (1994), Hampel (1984b), (1995), Warzecha (1995), Anonym IV (1996), Steinhöfel & Golze (1996), Seemann (1996), Bauer et al. (1997),
Grauvogl et al. (1997), Golze (1997c), Jilg (1998) und Platen & Gutbier (2001) zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Kalbezeiträume zusammen.


[Seite innerhalb Tabelle 21↓]

Tabelle 9 : Literaturangaben zu Vor- und Nachteilen der verschiedenen Kalbezeitpunkte

Kalbe-zeiträume

Vorteile

Nachteile

Winter-kalbung

  • günstige Geburtenüberwachung und
    -kontrolle
  • effektive Verwendung der erhöhten Milchmenge bei Weidebeginn durch ältere Kälber
  • maximale Ausnutzung der Säugezeit
  • dadurch Absetzen schwerer Kälber
  • stressärmere Trennung zwischen Muttertieren und Nachkommen
  • künstliche Besamung kann im Stall erfolgen
  • Kalbungen fallen in eine arbeitsarme Zeit
  • weniger Umstellungsprobleme zur Mast durch höheres Absetzalter und
    –gewicht

  • erhöhte Gefahr für Kälberverluste durch stallbedingte Coli- und Pneumonieerkrankungen
  • hochwertige Ställe sind notwendig
  • es sind besseres Winterfutter für die Mutterkühe und Zufutter für die Kälber erforderlich
  • um Frühträchtigkeiten zu vermeiden müssen die Herden im Juni/Juli in Mutterkühe mit weiblichen und männlichen Kälbern getrennt werden
  • schlechtere Trächtigkeitsraten in den Belegungsmonaten März/April durch die meist schlechteren Winterfutterqualitäten
  • keine hohen mittleren Lebenstagszunahmen der Kälber

Frühjahrs-kalbung

  • problemloses Abkalben aus hygienischer Sicht
  • einfachere Geburten durch die Bewegung der Mütter und den meist geringeren Ernährungszustand
  • geringste Infektions- und Kälberverlustgefahr
  • günstige Kälbervitalität
  • nährstoffreiches Weidefutter fördert die Wiederbelegung der Mutterkühe
  • weniger und einfacher Stallraum wird für die tragenden Mutterkühe benötigt
  • geringerer Einstreubedarf
  • geringe Abforderungen an Menge und Qualität des Winterfutters
  • geringere Futterkosten
  • Anpassung des Kalbezeitpunktes an den natürlichen Lebensrhythmus des Rindes
  • gut ist im Stall die Kraftfutter­zufütterung an Kälber vor dem Absetzen möglich

  • uneffektive Ausnutzung der relativ hohen Milchmenge bei Weidebeginn durch das zu junge Kalb
  • kurze Säugedauer bei Absetzen mit Weideabtrieb
  • geringere Lebendmasse der Kälber zum Weideabtrieb
  • ungünstige Geburtenüberwachung und Kontrolle

Herbst-kalbung

  • Vorzüge des Abkalbegeschehens aus hygienischer Sicht
  • geringste Durchfallerkrankungsgefahr bei Kälbern durch mageres Weidefutter für Mutterkühe
  • geringe Infektions- und Verlustgefahr in den ersten Wochen vor Weideabtrieb
  • hohe Absetzgewichte

  • erhöhter und qualitativ guter Stallraum­bedarf mit separater Kälberzufütterung
  • es wird hochwertiges Winterfutter für die Mutterkühe und Kälber benötigt
  • hohe Futterkosten
  • hoher Bedarf an Einstreumaterial
  • zeitlich kürzeste Nutzung der, gegenüber der teuren Stallhaltung, billigeren Weide
  • ungünstige Geburtenüberwachung


[Seite 22↓]

Geburtsverlauf

Eine Schädigung des Kalbes bei der Geburt kommt beim Rind häufig vor
(Schrag et al. 1987). Deshalb sterben zwei Drittel der Verlustkälber vor und während der Geburt. Vom Rest verenden 80-90 % in der ersten Woche danach (Sommer 1994).

Hampel (1984b) rechnet in der Mutterkuhhaltung mit 5 % Kälberverlusten bei der Kalbung und Golze (1997c) ermittelte bei Mutterkühen unterschiedlicher Fleischrassen und
–kreuzungen 90-95 % Normalgeburten.

Nach Meinung von Hampel (1995) ist Geburtshilfe bei Mutterkühen nur in Ausnahmefällen notwendig, da sie meist problemlos kalben. Dennoch ist die Überwachung der Geburts- und Nachgeburtsphase notwendig.

Die Schwergeburtsprobleme liegen in den meisten Fällen an einer falschen Fütterungsstrategie (Wintersperger 1996). Fütterungsfehler bei den Kühen während der Trächtigkeit können die Geburtsgewichte bis zu 40 % über die Normalwerten der Rassen erhöhen (Golze 1997d). Platen & Krocker (1995) und Seemann (1996) sind der Meinung, dass die erhöhten Schwergeburtenraten vorwiegend von der eingesetzten Rasse abhängten. Roffeis (1994) ermittelte, dass 45 % des Einflusses auf den Geburtsverlauf durch den Betrieb bestimmt wird, 29 % durch die Rasse, 2 % durch die Kalbesaison und 5 % durch die Kalbenummer.

Insbesondere fleischbetonte Rassen haben ohnehin eine längere Trächtigkeitsdauer. Verlängerte Trächtigkeiten ermöglichen höhere Geburtsgewichte, mit denen die Kalbe­schwierigkeiten steigen (Kögel 1996, Münnich 2000).

Nach Kleiböhmer (1998) nimmt das mittlere Geburtsgewicht der Kälber mit zunehmender Laktationsnummer zu.Andererseits nehmen Schwer- und Totgeburten ab (Roffeis 1995).

In erster Linie auf den schlechteren Ernährungszustand der Mutterkühe ist der deutlich höhere Anteil leichter Geburten bei Frühjahrskalbungen im Vergleich zu Herbst- und Winter­kalbungen zurückzuführen (Roffeis 1994). Auch die Untersuchungen von Golze (1997c) erbrachten bei Winterstallkalbung im Vergleich zur Frühjahrsabkalbung auf der Weide eine um 5 % geringere Normalgeburtenrate.

Buchholz (1999) registrierte in Brandenburger Beständen über alle Rassen weit mehr Tot- als Schwergeburten, da auf der Weide in großen Herden Geburtshilfe mit zunehmender Verwilderung kaum realisierbar ist.

Färsenkalbungen haben im Vergleich zu den nachfolgenden Abkalbungen einen höheren Anteil an Schwergeburten (Roffeis 1994, Mörchen 1996, Kleiböhmer 1998). Deshalb müssen Färsen zur ersten Zuchtbenutzung gut entwickelt, aber nicht zu fett sein
(Schrag et al. 1987, Hampel 1995, Golze 1997c, Münnich 2000). Durch zunehmende Verfettung der Geburtswege steigt die Schwergeburtenrate mit steigendem Erstkalbealter tendenziell an (Platen et al. 1999).

2.2.3 Säugeperiode

Kälberentwicklung

Die täglichen Zunahmen der Kälber werden in hohem Maße vom Leistungspotential der Rasse bestimmt, wobei innerhalb der Rassen große Schwankungen durch Unterschiede der Milchleistung der Mütter, der Geburtsgewichte und der natürlichen Ertragslagen auftreten (Stockinger 1994).Voraussetzungen für ein hohes Absetzgewicht sind gute genetische Veranlagung, hohe Milchleistung der Kuh und positive Muttereigenschaften, beste Nutzung einer gut geführten Weide sowie Herdentrennung (Hampel 1995, Bauer et al.1997). Größte Bedeutung für den Wuchs der Kälber hat die Milchmenge der Mutterkuh (Stöckling 1994).


[Seite 23↓]

Höhere Laktationsnummern der Kühe erhöhen das Absetzgewicht der Kälber durch größeres Geburtsgewicht, problemlosere Abkalbung und ergiebigere Nahrungsquelle
(Preisinger 1994c, Thielscher et al. 1996). Im Vergleich zu Kälbern aus Färsenhaltungen sind die Nachkommen von Kühen in der dritten und vierten Laktation mit 200 Lebenstagen um ca. 30 kg schwerer (Preisinger 1994c). Auf eine Säugedauer von sieben Monaten korrigiert, steigert sich die Absetzleistung je Kuh durch höhere tägliche Zunahmen und bessere Aufzuchtrate von 196,6 kg im ersten Nutzungsjahr auf 248,3 kg im vierten Nutzungsjahr (Golze 1997d).

Die extensive Bewirtschaftung des Grünlandes hat trotz deutlich nachlassender Ertragsfähigkeit der Flächen keine negativen Auswirkungen auf die Lebendmasseentwicklung der Kälber (Priebe 2000).

Die Entwicklung der Absetzer wird erheblich vom Betrieb und der Rasse beeinflusst. Während bei der Absetzmasse und dem Absetzalter der Betrieb einen höheren Einfluss hat, ist der Rasseeinfluss auf die Geburtsmasse und die Lebenstagzunahme dominierend. Geburtsverlauf und die Kalbenummer haben einen geringeren Einfluss auf die Merkmale der Körpermasseentwicklung der Absetzer. Die Kalbesaison hingegen zeigt einen Einfluss auf die Absetzmasse und das Absetzalter, die wiederum im Zusammenhang mit dem Betriebsmanagement stehen (Roffeis 1994).

Kälber mit fünf Lebensmonaten erreichen 1.250 g tägliche Zunahmen, Kälber mit acht Lebensmonaten dagegen nur ca. 1.000 g (Golze 1997d). Mit der Verlängerung der Säugezeit geht die mittlere Lebenstagszunahme zurück. Das intensivste Wachstumsstadium liegt zu Beginn der Säugezeit und sollte gut genutzt werden (Roffeis 1994).

Eine lange Säugedauer und Nutzung der Laktation bringt hohe Absetzgewichte und Vorteile beim Gesamtergebnis. Sie ist oftmals vom Kalbezeitpunkt abhängig, so dass Kälber aus der Winterkalbung die Säugezeit länger nutzen können, älter und auch schwerer werden
(Tabelle 10) (Golze 1997d).

Zu kurze Säugezeiten sind in der Mutterkuhhaltung uneffektiv (Roffeis 1994,
Hoffmann et al. 1997). Deshalb haben Kälber aus Kalbungen im Frühjahr und danach in der Regel geringere Absetzgewichte oder bei Verlängerung der Säugeperiode einen hohen Futtereinsatz (Tabelle 11) (Zupp et al.1998). Auch nach Preisinger (1994b) sind Tiere aus Frühjahrsabkalbungen in ihrer Gewichtsentwicklung benachteiligt und belasten das wirtschaftliche Ergebnis.

Tabelle 10 : Einfluss des Kalbezeitpunktes auf die Wachstumsleistung (in g) der Kälber aus der Mutterkuhhaltung ( Golze 1997d)

Kalbe­periode

 

Geburtsgewicht

Absetzalter

Absetzgewicht

tägliche Zunahme in der Säugeperiode

  

kg

Tage

kg

g

 

n

Mittel

Min.

Max.

Mittel

Min.

Max.

Mittel

Min.

Max.

Mittel

Min.

Max.

Winter

761

37,2

33,0

45,0

246,0

210

296

295,9

240

420

1.051

866

1.348

Frühjahr

211

37,6

33,0

40,0

182,2

154

266

250,6

211

296

1.192

928

1.401

Sommer

320

36,4

33,0

40,0

212,6

139

268

258,6

215

307

1.065

853

1.273


[Seite innerhalb Tabelle 24↓]

Tabelle 11 : Leistungen männlicher und weiblicher Absetzer in Abhängigkeit vom Kalbezeitraum ( Zupp et al. 1998)

Kalbezeitraum

 

Absetzen

Lebenstags­zunahme

(Monate)

n

Gewicht

Alter

 

männliche Absetzer

Januar, Februar, März

245

265,6

192,3

1.170,2

April, Mai, Juni

91

259,9

219,0

1.042,3

Juli, August, September

47

268,6

248,1

984,2

Oktober, November, Dezember

130

268,2

221,1

1.049,0

weibliche Absetzer

Januar, Februar, März

310

263,8

212,9

1.052,3

April, Mai, Juni

143

265,7

239,5

983,6

Juli, August, September

78

266,8

257,6

894,9

Oktober, November, Dezember

147

268,5

227,7

1.030,3

Die Kälber in den Untersuchungen von Roffeis (1995) erreichten innerhalb von 204 Tagen Säugezeit 1.015 g mittlere tägliche Lebendmassezunahme. Die von Buchholz (1999) in der Feldprüfung des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg ermittelten und in Tabelle 12 dargestellten Lebenstagszunahmen von Mutterkuhkälbern entsprechen ihrer Meinung nach nicht dem genetischen Wachstumspotential der Tiere. Dieses wäre durch eine höhere Aufzuchtsintensität mittels besserem Herdenmanagement - konzentrierte Abkalbung, Zufutter für Kälber, Gesundheitsprophylaxe - besser ausschöpfbar.

Tabelle 12 : Wiegedaten der Feldprüfung Absetzer (01.08.98-30.09.99) vom Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg ( Buchholz 1999)

Tageszunahmen in g

Fleckvieh

Ucker­märker

Hereford

Charolais

Deutsche Angus

Aberdeen Angus

Salers

männlich

1.214

1.170

855

1.100

933

931

1.138

weiblich

995

1.087

784

1.003

825

798

1.087

Kuhkälber nehmen nach Daenicke (1985) bei gleicher Nährstoffaufnahme 50 g je Tag weniger zu als Bullenkälber.Untersuchungen von Steinwender (1989) erbrachten für Kuhkälber etwa 15 % geringere Tageszunahmen als für Bullenkälber und Balliet (1993) ermittelte im Mittel um 13 % geringere Lebendgewichte.

Mit dem 200. Lebenstag haben männliche Mutterkuhkälber eine um 32 kg höhere Lebendmasse (Preisinger 1994b). Bei Untersuchungen von Golze (1997d) wogen männliche Kälber bei der Geburt rund drei kg mehr als weibliche, erreichten mit 226 Tagen ein Absetzgewicht von 292 kg und waren damit um 27 kg schwerer. Dies entspricht einer täglichen Mehrzunahme von etwas über 100 g.


[Seite 25↓]

Tiergesundheit

Bei zwei bis drei Wochen alten Kälbern überwiegen Magen-Darm-Krankheiten und bei älteren Kälbern Infektionskrankheiten der Atmungsorgane (Stockinger et al. 1994). Es handelt sich um Faktorenerkrankungen, die erst dann zum Ausbruch kommen, wenn Ansteckung und herabgesetzte Widerstandskraft zusammentreffen. Die körpereigene Abwehr wird unter anderem durch Stress sowie ungünstige Fütterungs- und Haltungsbedingungen geschwächt (Brentrup 1994, Hampel 1995, Seemann 1996). Hohe Luftfeuchtigkeit während der Stallperiode ist ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von Lungenentzündungen (Brentrup 1994).

Bei der Winterkalbung ist das gesundheitliche Risiko für die Kälber größer als bei der Sommerkalbung auf der Weide. Die Geburten konzentrieren sich auf engem Raum, wodurch der Infektionsdruck verstärkt wird. Außerdem können Krankheitserreger ihre krank machenden Eigenschaften steigern (Virulenzsteigerung), wenn sie rasch von Kalb zu Kalb wechseln, was bei der Mutterkuhhaltung häufig der Fall ist, wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Kälber nacheinander geboren werden (Balliet 1993, Stockinger et al. 1994, Schrag 1994, Brentrup 1994, Seemann 1996, Platen & Gutbier 2001).

Die Durchfallgefahr steigt normalerweise mit der Herdengröße. Um den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten über den Darm auszugleichen, ist beim ersten Auftreten von Durchfall zusätzlich zum Säugen an der Mutter Elektrolyttränke anzubieten (Seemann 1996).

Das Kalb bei Durchfall von der Mutter zu trennen, ist problematisch, da die Kuh dann gemolken werden und das Kalb eine Elektrolytlösung erhalten müsste
(Stockinger et al.1994). Bei Untersuchungen vonSchleyer (1998) beeinflusste die Anwesenheit der Mütter das Gesundheitsgeschehen von Saugkälbern im Vergleich zu Tränkkälbern positiv und bei Feukert (1991) reagierten Kälber auf die Trennung vom Muttertier am sechsten Lebenstag mit mehrtägigen Depressionen.

Wichtigste Vorbeugemaßnahme gegen Kälbererkrankungen ist die Aktivierung des Immunsystems durch die erste Biestmilchgabe innerhalb der ersten drei Lebensstunden. Danach ändert sich zum einen die Zusammensetzung des Kollostrums durch einen deutlichen Rückgang wichtiger Inhaltsstoffe, der Immunoglobuline, Mineralstoffe und Vitamine und zum anderen geht die Resorptionsfähigkeit beim Kalb stark zurück (Ruckebusch 1990a, Thivend & Toullec 1990, Stiewe 1994, Brentrup 1994,Löhnert 1998, Kunz 1999).

Kleiböhmer (1998) fand heraus, dass im Gegensatz zur Kolostrumversorgung von Milchkuhkälbern eine mangelhafte Kolostrumqualität im Mutterkuhbetrieb so gut wie keine Rolle spielt. Der Immunoglobulingehalt im Kollostrum erhöht sich mit der Laktationsnummer der Kuh und der Dauer der Stallhaltung vor der Abkalbung.

Impfungen als vorbeugende Maßnahme gegen Durchfall, Rindergrippe und IBR sind bei Kälbern zu empfehlen (Stockinger et al. 1994, Brentrup 1994, Seemann 1996). Sie sind kein Ersatz für andere Vorbeugemaßnahmen und können schlechte Umweltbedingungen nicht ausgleichen, sondern sind nur gute Hilfsmittel, um bei hohem Infektionsdruck in Verbindung mit anderen Vorbeugemaßnahmen Verluste zu vermeiden (Lotthammer 1989).

Weiderinder sind häufig von Ekto- und Endoparasiten befallen, wobei Kälber und Jungrinder besonders gefährdet sind (Kraneburg 1994, Hampel 1995, Anonym III 1996).Über eine entsprechende Weide- und Stallhygiene kann die Gefahr einer Neuansteckung minimiert werden (Averbeck 1994, Anonym III 1996).

Effiziente Parasitenbekämpfung bringt bessere tägliche Gewichtszunahmen, beeinflusst die Herdenfruchtbarkeit günstig und verhindert wirtschaftliche Schäden (Kraneburg 1994, Hampel 1995, Anonym III 1996). Antiparasitäre Maßnahmen müssen vorbeugenden Charakter tragen (Averbeck 1994, Stockinger et al. 1994, Brentrup 1994,
Anonym III 1996, Brehme et al. 1997, Hühn 2000).


[Seite 26↓]

Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Kanals treten bei Mutterkühen zwar verhältnismäßig selten auf, Infektionskrankheiten wie Rindergrippe, IBR, Salmonellose oder Paratuberkulose können jedoch auch in Mutterkuhbetrieben beachtliche wirtschaftliche Schäden hervorrufen. Milchfieber oder Acetonämie sind wegen der geringen Stoffwechselleistung bei bedarfsgerechter Fütterung und Versorgung im Vergleich zu Milchkühen sehr selten. Wichtig ist die Kontrolle des rechtzeitigen und vollständigen Abgangs der Nachgeburt (Brentrup 1994).

Regelmäßige Klauenpflege zählt zu den Routinemaßnahmen in der Mutterkuhhaltung und hilft, Lahmheiten und Klauenerkrankungen wirksam vorzubeugen (Brentrup 1994,
Hühn 2000).

2.2.4 Herdentrennung und Absetzzeit

Herdentrennung

Sind die Kälber fünf bis sechs Monate alt, müssen die Kühe mit männlichen Kälbern von den Kühen mit weiblichen Kälbern getrennt werden, da dann die weiblichen Jungtiere zu rindern beginnen (Hampel 1984b, Stockinger et al. 1994, Warzecha 1995, Küchenmeister 1995, Bauer et al. 1997, Hühn 2000, Wassmuth 2000).

Andererseits sind im Rahmen der Untersuchungen von Trost & Hörning (2002) bei Jungrindern zwar mehrmals Brünstigkeiten und auch Deckakte beobachtet worden, eine Trächtigkeit kam aber so gut wie nicht zustande. Demnach ist das Auftreten von ersten Brunsten nicht mit Erstbelegung gleichzusetzen.

Absetzzeit

Es sollte ein fließender Übergang von der Säugezeit zur Mast ermöglicht werden
(Hoffmann et al. 1997). Bei Winterkalbung werden die Kälber meist im Herbst zum Aufstallen nach Ende der Weidezeit von den Müttern getrennt. Die starke Beunruhigung der Herde und der Stress für die Tiere durch das Aufstallen und Absetzen erfolgen dann nur einmal. Die Kälber sind zu dieser Zeit acht bis zehn Monate, im Durchschnitt also 270 Tage alt (Stockinger et al. 1994, Hampel 1995). Früher sind die Winterkälber bei schlechtem Futteraufwuchs abzusetzen, da sie sonst nicht mehr zunehmen (Stockinger et al. 1994, Hampel 1984b, 1995).

Werden Kälber mit weniger als 220 kg Lebendmasse abgesetzt, entwickeln sie sich in der anschließenden Mast schlecht. Sie haben sich bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich von Muttermilch ernährt, wodurch die Umgewöhnung auf andere Futtermittel in den ersten drei bis vier Monaten zu Minderzunahmen führt (Golze 1997d, 1998).Stockinger et al. (1994) ist der Meinung, dass Absetzer für die Weitermast im Alter von neun bis zehn Monaten und Milchmastrinder (Babybeef) mit ca. zehn Lebensmonaten und 270 bis 350 kg Lebendmasse abgesetzt werden sollten.

In 27 Brandenburger Betrieben mit 5.689 Mutterkühen und 1.646 Absetzern ergab die Auswertung von Roffeis (1994) eine durchschnittliche Absetzermasse von 242 kg.
Roffeis (1994) hält einerseits Absetzermassen ab 220 kg für notwendig, um ein ausreichendes Einkommen zu sichern, bewertet aber andererseits Absetzermassen über 300 kg kritisch, da sie oft mit längeren Säugezeiten einhergehen und diese eventuell negative Auswirkungen auf die Reproduktionsleistung der Mutterkuh haben können.


[Seite 27↓]

2.3  Ernährung und Kälberentwicklung

2.3.1 Ziele und Grundlagen der Kälberentwicklung

Für die spätere Leistungsfähigkeit des Rindes kommt den ersten Lebensmonaten entscheidende Bedeutung zu. Gelingt es in dieser Zeit nicht, das Wachstumspotential des Tieres voll auszuschöpfen, sind Wachstumsrückstände nicht mehr aufzuholen
(Losand et al.1997). Deshalb muss das Ziel einer leistungsorientierten Aufzucht das kontinuierliche Wachstum der Tiere während der gesamten Aufzucht sein. Übermäßige Nährstoffangebote sind dabei ebenso zu vermeiden wie Perioden der Unterversorgung. Überangebote führen zu problematischen Fetteinlagerungen, Mangelsituationen zu vielen Leistungsnachteilen (Sommer 2000). Wachstumsdepressionen sind, gemessen an der Körpermasse, über kompensatorisches Wachstum in späteren Entwicklungsabschnitten auszugleichen. Ist jedoch die Zellvermehrung abgeschlossen, nehmen nur noch die vorhandenen Zellen an Größe zu. Die Chance, die qualitative Entwicklung aufzuholen, nimmt mit steigendem Alter der Jungtiere ab (Steinhöfel & Lippmann 2000b).

Die ersten zwölf Lebensmonate sind die Hauptentwicklungsphase, d. h. zu diesem Zeitpunkt findet das Organwachstum statt. Anschließend treten die Reifung und weitere Ausbildung der gewachsenen Organe und Organfunktionen in den Vordergrund. Entwicklungsrückstände, die in den ersten zwölf Monaten verursacht wurden, sind auch durch das so genannte kompensatorische Wachstum nicht mehr aufzuholen (Platen & Krocker 1995,
Krocker & Platen 1999, Degner & Platen 2000).

Die Produktion des Zuchtkalbes zielt darauf ab, die Entwicklungszeit vom Säugetier zum Wiederkäuer zu verkürzen, um das Kalb möglichst schnell an die Fütterung erwachsener Tiere zu gewöhnen (Ruckebusch 1990b). Die ernährungsphysiologischen Anforderungen von Kälbern zu berücksichtigen heißt insbesondere, den Übergang vom monogastrischen Kalb zum Wiederkäuer zu harmonisieren (Steinhöfel & Lippmann 2000b). Wesentlicher Schwerpunkt in der Fütterung stellt die gezielte Beeinflussung der Vormagenentwicklung und die Erhöhung der Grobfutteraufnahme dar (Schrag et al. 1987, Löhnert 1998). Deshalb sind das Pansenvolumen und die Pansenmuskulatur auszubilden, die Pansenflora sowie das Wachstum der Pansenzotten zu fördern (Platen & Reiter 1999). Im Alter von zwölf Wochen sollte die angestrebte Vormagenfunktion erreicht werden (Schrag et al. 1987).

Zeitpunkt und Schnelligkeit der Ausbildung des Magensystems und damit des Überganges vom Monogaster zum Wiederkäuer werden stark vom Ernährungsregime und hierbei insbesondere von der Art und Qualität der aufgenommenen Futtermittel bestimmt
(Deininger & Käck 1999, Heinrichs 2000).

Die Aufnahme fester Futterstoffe, speziell von Heu, fördert durch mechanische Reize das Größenwachstum der Vormägen (Daenicke 1985, Frieling 1989, Raue 1989,
Guilhermet 1990, Schmoldt 1991b, Hartmann 1991, Weiss 1992,
Krocker & Platen 1999, Platen & Reiter 1999, Deininger & Käck 1999,
Steinhöfel & Lippmann 2000a, 2000b). Die Entwicklung der Magenmuskulatur steht in Zusammenhang mit der mechanischen Stimulierung der Reizzonen für die Motorik (Guilhermet 1990, Ruckebusch 1990a).

Heufütterung begünstigt auch die Reifung der Pansenzotten, das Längenwachstum der Pansenzotten, die Entwicklung der Vormagenmuskulatur und damit den Beginn der aktiven Eigenbewegung sowie den Aufbau der lebenswichtigen bakteriellen Keimflora und der Infusorienfauna, welche für die Umsetzung der Nährstoffe, den Rohfaserabbau und die gesamte Vergärung erforderlich sind (Schrag et al. 1987).


[Seite 28↓]

Kraftfutter fördert durch chemische Reize mittels der flüchtigen Fettsäuren Propion- und Buttersäuredie Entwicklung der Pansenschleimhaut und der Pansenzotten (Daenicke 1985, Raue 1989, Guilhermet 1990, Hartmann 1991, Schmoldt 1991b, Weiss 1992,
Krocker & Platen 1999, Platen & Reiter 1999, Deininger & Käck 1999,
Veauthier 2000, Steinhöfel & Lippmann 2000a, 2000b, Sanftleben et al.2002).

Die Entwicklung der Pansenzotten ist notwendig, um die Adsorption der Endprodukte der Verdauung zu ermöglichen (Guilhermet 1990). Kraftfutter liefert auch die energiehaltigen Futterbestandteile, welche die Mikroorganismen für ihr Wachstum und ihre Vermehrung benötigen (Schrag et al. 1987).

Kraftfutter mit hohen Stärkeanteilen oder Getreide fördern das Zottenwachstum am meisten, da Stärke und Zucker im Pansen zu Propion- und Buttersäure abgebaut wird
(Guilhermet 1990, Heinrichs 2000, Allers & Veauthier 2001).

Bei Untersuchungen von Frieling (1989) konnte durch einen Futterwechsel nach 26 Lebens­wochen auf kraftfutterreiche Ernährung eine bis dahin mäßige Schleimhautentwicklung kompensiert werden.

2.3.2 Nahrungsaufnahme

Die Mutter ist in wenigen Minuten nach der Geburt auf ihr Junges geprägt, dagegen ist die Kind-Mutter-Prägung erst nach Wochen wirklich stabil (Grauvogl et al. 1997). Für die Entwicklung der Kuh-Kalb-Beziehung sind die ersten Stunden nach der Geburt entscheidend. Sie wird durch das Saugen am mütterlichen Euter vertieft (Feukert 1991).Die Kuh erkennt ihr Kalb zunächst am unverwechselbaren Geruch, später an Lautäußerungen und schließlich am Aussehen. Kälber saugen bis zu zehnmal am Tag, wobei die so genannte verkehrt parallele Stellung von Kuh und Kalb charakteristisch ist. Stehlen fremde Kälber die Milch, umgehen sie die Geruchskontrolle dadurch, dass sie sich quer zur Kuh oder von hinten anstellen (Hampel 1995).

Aus Untersuchungen von Feukert (1991) geht hervor, dass Kälber nicht, wie oft beschrieben, bereits innerhalb der ersten Lebensstunde am Euter saugen, sondern im Durch­schnitt erst 188 Minuten nach der Geburt.

Kälber primiparer Muttertiere beginnen später zu saugen als Kälber pluriparer Muttertiere. Bei extrem leichten (<31 kg) und extrem schweren (>45,9 kg) Kälbern treten Verzögerungen im Zeitpunkt des ersten Saugens auf (Derenbach 1981).

Nach Berlanger (1990) verbrauchen die Kälber während der Säugzeit von sechs bis acht Monaten durchschnittlich vier bis zehn kg Milch je Tag. Diese Menge täglich getrunkener Milch variiert wenig im Verlaufe der Periode. Die Milchleistung der Mutter ist für die Menge der vom Kalb aufgenommenen Milch der limitierende Faktor.

Förderung der Kraftfutteraufnahme

Nach Schönmuth et al. (1986) spielen bei den landwirtschaftlichen Nutztieren vor allem der Geruchs, Geschmacks- und Tastsinn eine wichtige Rolle für die unmittelbare Futterauswahl. Deshalb kann die frühzeitige Kraftfutteraufnahme durch die Kälber gefördert werden:

Grobfutterverzehrsmengen von mutterlos aufgezogenen Kälbern der Milchproduktion

Wenn die Kälber ab einem Lebensalter von etwa sieben Tagen zunehmend Kraftfutter verzehren, ist die Höhe der Kraftfutteraufnahme akzeptabel (Bothmer 1988,
Bothmer & Budde 1992).

In den ersten beiden Lebenswochen ist der Kraftfutterverzehr relativ gering, er steigt aber bei Restriktion der Milchgaben bereits in der dritten Lebenswoche auf ca. 150 g/Tier und Tag an und erhöht sich dann bis zur siebten/achten Woche auf 800 bis 1000 g/Tier und Tag
(Raue 1980, Keusenhoff & Piatkowski 1986). Werden Konzentrat und Heu ad libitum angeboten, erhöht sich deren Aufnahme bei einer festgelegten Milchmenge von 0,2 kg Tsrockensubstanz je100 kg Lebendmasse mit drei Wochen auf 2,8 kg mit dreizehn Wochen und bleibt danach zunächst konstant (Guilhermet 1990).

Wenn das Kalb über Aufzuchtkonzentrate oder Heu frei verfügen kann, ist die Menge der aufgenommenen Trockensubstanz bei einem Alter von vier Wochen unterschiedlich (Ruckebusch 1990b). Die Schwankungen beim Kraftfutterverzehr zwischen den Kälbern sind erheblich (Anonym VII 1998, Deininger & Käck 1999, Kunz 2000). Sich rasch entwickelnde Kälber beginnen bereits nach zwei Tagen mit der Aufnahme von Kraftfutter und steigern dessen Verzehr kontinuierlich, während Kälber mit verzögerter Entwicklung bis zum sechzehnten Tag keinerlei Kraftfutteraufnahme aufweisen und deren Kraftfutterverzehr auch danach lange auf einem niedrigen Niveau bleibt (Deininger & Käck 1999).

Es gibt Kälber, die kein oder nur sehr wenig Kraftfutter zufressen, solange sie mit Milch versorgt werden. Auch am Ende einer zehnwöchigen Tränkeperiode schwankt die täglich aufgenommene Kraftfuttermenge zwischen den Kälbern noch von null bis drei kg. Es gibt also immer wieder Kälber, die erst nach der erzwungenen Milchentwöhnung mit dem Kraftfutterverzehr beginnen. Größere Schwankungen im Kraftfutterverzehr eines Kalbes [Seite 30↓]kommen oberhalb einer Menge von einem kg nur noch in Ausnahmefällen vor. Erreichen Kälber einen Kraftfutterverzehr von einem Kilogramm pro Tag, benötigen sie für die Steigerung auf täglich zwei sowie von zwei auf drei Kilogramm jeweils nur noch ca. zehn Tage (Kunz 1999).

Die Kälber nehmen je nach der von ihnen aufgenommenen Milchmenge, der gefressenen Grasmenge und der Zeit, die sie zur Gewöhnung an den Konzentratverzehr brauchten, zwischen 0,5 und 2,0 kg Konzentrat auf (Tabelle 13) (Berlanger 1990).

Tabelle 13 : Gesamtmenge des von Kälbern aufgenommen Kraftfutters ( Schrag et al. 1987)

Lebenswoche

3.

4. – 6.

6.-8.

8. – 11.

11. – 12.

Kraftfuttermenge

bis 2 kg

bis 6 kg

bis 10 kg

bis 20 kg

bis 30 kg

Nach Heinrichs (2000) sollten Kälber in der zehnten Lebenswoche etwa 2,2 kg Kraftfutter täglich fressen. Bei Untersuchungen von Gutbier (1985) nahmen die Kälber zwischen 1,5 und 3,5 Lebensmonaten im Mittel 2,31 kg Trockensubstanz je 100 kg Lebendmasse auf. Der Anteil der Energieaufnahme aus Grobfutter lag bei 12 %.

Krankheiten beeinträchtigen die Entwicklung des Festfutterverzehrs. Die Aufnahme von Festfutter wird bereits vor dem Auftreten der ersten klinischen Erscheinungen reduziert oder völlig eingestellt. Die Erscheinung ist bei Durchfällen weniger ausgeprägt als bei Pneumonien (Kaphengst 1991, Schmoldt 1991b, Pirkelmann & Schlichting 1992, Kunz 2000). Auch nach Abschluss der Behandlung dauert es in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung mehrere Tage bis Wochen, bis das vor der Erkrankung vorhandene Niveau des Verzehrs wieder erreicht wird (Schmoldt 1991b).

Grobfutterverzehrsmengen von Mutterkuhkälbern

Die Annahme des Zufutters beginnt sehr langsam (Golze 1999). Die aufgenommenen Konzentratmengen schwanken in Abhängigkeit von den Bedingungen des Betriebes (Berlanger 1990).

Die Menge des Zufutters ist abhängig von der Milchmenge der Kühe, die je nach Rasse, Genotyp und auch tierindividuell sehr unterschiedlich ist und dem Aufwuchs auf der Weide, der die Milchleistung und das Grasangebot für die Kälber bestimmt (Golze 1997f, 1999).

Kälber von drei Monaten können 0,5 kg/Tag aufnehmen, wenn sie 5 bis 7 kg Milch/Tag erhalten (Berlanger 1990).

Bei Untersuchungen von Golze (1999) nahmen Kälber von Limousinkühen im Mittel 900 g und Kälber von Fleckviehkühen 650 g Kälberaufzuchtfutter täglich auf. Das Futter wurde ab der sechsten bis achten Lebenswoche angeboten (Golze 1999).

Männliche Mutterkuhkälber aus der Winterkalbung, die während der Weideperiode im Durchschnitt ab einem Alter von 159 bzw. 137 Tagen mit gequetschter Gerste zugefüttert wurden, nahmen während der Fütterungszeit bis zu einem Alter von ca. neun Monaten durchschnittlich 2,73 kg Zufutter je Tier und Tag auf. Das Maximum der Zufutteraufnahme wurde am Ende der Weideperiode mit durchschnittlich 7,1 kg je Kalb und Tag erreicht (Wochenmittelwert) (Scholz et al. 2001, Scholz & Fahr 2002).

Die Zufutteraufnahme der Kälber variiert zwischen den Tieren erheblich. Von insgesamt
165 kg bis zu 696 kg, was einer mittleren täglichen Aufnahme von 1,8 kg bzw. 7,7 kg entspricht. Der Verlauf der Zufutteraufnahme während der Weideperiode ist gekennzeichnet durch einen stetigen Anstieg über die einzelnen Monate der Weideperiode hinweg
(Scholz et al. 2001, Scholz & Fahr 2002).


[Seite 31↓]

Zuerst wird gerade bei fortgeschrittenem Alter der Kälber die Milch der Kühe restlos verbraucht. Erst danach, besonders bei nachlassendem Futterangebot auf der Weide, nehmen die Kälber das Zufutter an (Steinhöfel & Golze 1996, Golze 1994, 1997d, 1999,
Scholz et al. 2001, Scholz & Fahr 2002).

Kälber mit Kraftfutterzufütterung grasen signifikant weniger als Kälber ohne Kraftfutter­zufütterung. Auch die Gesamtzeit der Futteraufnahme für Kraftfutter und Weidegras ist signifikant geringer als die Zeit für die Futteraufnahme der Kälber ohne Kraftfutter. Zwischen der aufgenommenen Zufuttermenge der Kälber und der beobachteten Zeit der Weidefutter­aufnahme bestehen hohe negative Beziehungen. Die Zufutteraufnahme der Kälber führt zu einer geringeren Zeitdauer für die Aufnahme von Weidefutter gegenüber den nicht zugefütterten Kälbern. Aus der Futteraufnahmeschätzung der Kälber lässt sich für zugefütterte Kälber eine um etwa 40 % geringere Weidefutteraufnahme gegenüber nicht zugefütterten Kälbern ableiten (Scholz et al. 2001).

Körpermasseentwicklung von mutterlos aufgezogenen Kälbern der Milchproduktion in Abhängigkeit von der Futteraufnahme

In der Aufzucht zeigen die Tiere große Unterschiede beim Wachstum (Ruckebusch 1990b) und den täglichen Zunahmen (Kunz 2000). Frühzeitig mit Kraftfutter und Heu beigefütterte Tiere erreichen höhere Körpergewichte und Körpermaße (Frieling 1989).

Untersuchungen von Deininger & Käck (1999) machen den mit dem Konzentratfutterverzehr in Zusammenhang stehenden, tierindividuell unterschiedlichen Entwicklungsverlauf deutlich.Bis zum 40. Tränketag hatte das hinsichtlich des Kraftfutterverzehrs obere Fünftel der Kälber mit 823 g Zunahmen pro Tier und Tag um 123 g höhere Zunahmen als der Durchschnitt der Gruppe, während das hinsichtlich des Kraftfutterverzehrs untere Fünftel der Kälber lediglich 556 Gramm pro Tier und Tag zunahm.

Körpermasseentwicklung von Mutterkuhkälbern in Abhängigkeit von der Futteraufnahme

Der Einfluss der aufgenommenen Konzentratmengen auf die Zunahme der Kälber schwankt in Abhängigkeit von den Bedingungen des Betriebes (Berlanger 1990).

Zugefütterte Kälber erreichten erst höhere Zuwächse als andere, nachdem sie im Zeitraum zwischen zwei Wägungen (vierwöchentliches Intervall) mindestens ein kg Zufutter je Kalb und Tag aufgenommen hatten (Scholz et al. 2001).

Durch die Kraftfutterzufütterung der Kälber können etwa 100 g mehr Zunahmen je Kalb und Tag erzielt werden (Golze 1998, 1999, 2001).

Bei Untersuchungen von Scholz et al. (2001) hatten Charolaishybridkälber mit Zufütterung von gequetschter Gerste während einer viermonatigen Weideperiode, unter den Bedingungen einer optimalen Weideführung, im Vergleich zu Kälbern ohne Zufütterung, 231 g höhere tägliche Lebendmassezunahmen sowie ein um 32 kg höheres mittleres Absetzgewicht. Durch die Zufütterung von Winterkalbungskälbern während der Weideperiode erhöhte sich die mittlere Lebendmassezunahme in der gesamten Säugeperiode um 100 g gegenüber den Tieren ohne Zufütterung (Scholz & Fahr 2002).

Steinhöfel & Golze (1996) und Golze (1994), (1997d) erreichten mit Zufütterung von Kälbern ab Ende August/Anfang September im Vergleich zu den Tieren, die kein Kraftfutter erhielten, 85 g höhere tägliche Zunahmen in der Säugeperiode und ein im Mittel um 18 kg höheres Absetzgewicht.

In siebenmonatiger Säugezeit konnten durch die Zufütterung mit Kälberfutter 100-120 g höhere Tageszunahmen und 20-25 kg mehr Absetzgewicht erzielt werden (Golze 1999).

Für 10 kg Mehrzunahme wird etwa 50 bis 60 kg Kraftfutter benötigt (Bauer et al. 1997).


[Seite 32↓]

2.3.3  Nahrungsangebot

In der Mutterkuhhaltung ist die Milch der Mutter Futtergrundlage für die Kälber
(Spann 1984, Stockinger et al. 1994, Steinhöfel & Golze 1996). Sie stellt aus ernährungsphysiologischer Sicht zweifellos das optimale Futtermittel für Kälber dar (Löhnert 1998).

Die Höhe der zur Verfügung stehenden Milchmenge hängt ab von der genetischen Veranlagung der Mutter, von der Zahl ihrer Laktationen, von der Jahreszeit und dem hieraus resultierenden Fütterungsangebot. Wie bei den gemolkenen Kühen bleibt die Leistung säugender Kühe konstant oder nimmt bis zur Laktationsmitte zu, bevor sie am Ende der Laktation wieder abnimmt, was allgemein mit der zweiten Hälfte der Weidezeit zusammenfällt. Dann hängt die Verringerung der Produktion zu einem sehr großen Teil von der Menge und Qualität des Weidefutters ab. Die Menge der vom Kalb aufgenommenen Milch entspricht außer zu Beginn nicht der Aufnahmekapazität und den Nährstoffbedürfnissen des Kalbes (Berlanger 1990).

Wasser muss den Kälbern immer ad libitum zur Verfügung stehen (Daenicke 1985,Keusenhoff & Piatkowski 1986, Schrag et al. 1987, Raue 1980, 1989, Guilhermet 1990, Stiewe 1994, Stockinger et al. 1994, Hampel 1995).

Die Literaturangaben zur Konzentrat- und Heufütterung an Kälber unterscheiden sich:

Durch eine kombinierte Futtervorlage aus Konzentraten und Heu kann die günstigste Stimulation der gesamten Pansenentwicklung erzielt werden (Daenicke 1985, Raue 1989, Hartmann 1991, Weiss 1992, Krocker & Platen 1999, Platen & Reiter 1999). Die frühzeitige Beifütterung von Kraftfutter und Heu bewirkt eine hoch signifikant bessere Ausbildung der Pansenzotten und einen höheren Oberflächenvergrößerungsfaktor
(Frieling 1989). Es ist sehr wichtig, dass den Kälbern sowohl Grobfutter als auch Konzentrate zugefüttert werden, da eine ausschließlich aus Konzentrat bestehende Ration, auf Grund der erhöhten Milchsäurebildung, einen niedrigen pH-Wert bewirkt, der zur Schäden an der Pansenschleimhaut führen kann (Guilhermet 1990, Hartmann 1991).

Nach Frieling (1989) können sich hohe Kraftfutteranteile nachteilig auf die Anzahl der Zotten pro Quadratzentimeter auswirken.

Die bei der Fermentation von Kraftfutter vornehmlich gebildete Propionsäure hat eine erheblich höhere stimulierende Wirkung auf die Ausbildung der Pansenmukosa als die bei der Heuverdauung überwiegend entstehende Essigsäure. Deshalb ist gerade dem Kraftfutterverzehr bei der Kälberaufzucht erhöhte Beachtung zu schenken
(Deininger & Käck 1999, Jilg 2000). Anfangs ist für ist die Entwicklung des Vormagensystems die chemische Stimulation der Zottenentwicklung des Pansens durch Propion- und Buttersäure wichtiger als das Größenwachstum. Aus diesem Grund muss Kraftfutter möglichst frühzeitig und bis zur Verzehrsmenge von mindestens einem kg pro Tag auch als alleiniges Zufutter zur Tränke angeboten werden. Der mechanische Reiz, der durch grob strukturiertes Getreide erzeugt wird, ist für die quantitative Entwicklung des Vormagensystems ausreichend (Steinhöfel & Lippmann 2000a, 2000b, Heinrichs 2000, Allers & Veauthier 2001).

Wird Kälbern neben der Milchtränke nur Kraftfutter zugefüttert, dann ist der Pansen im Alter von acht Wochen wesentlich besser entwickelt als bei alleiniger Heu-Zufütterung. Kälber, denen sowohl Heu als auch ein Kälberstarter zur freien Aufnahme angeboten wird, nehmen zu viel Heu und zu wenig Kraftfutter auf. Deshalb sollte man nach Ansicht von
Veauthier (2000), Jilg (2000) und Heinrichs (2000) in dieser Zeit auf Heu verzichten.


[Seite 33↓]

Grobfutterfütterung bei mutterlos aufgezogenen Kälbern der Milchproduktion

Vor allem bei der Kälberaufzucht in der Milchproduktion wird auf die schnelle Entwicklung der Kälber zu Wiederkäuern mit voll funktionsfähigen Vormägen großer Wert gelegt. Damit sich der Pansen schnell entwickelt, muss das Kalb frühzeitig zu festen Futterstoffen Zugang haben (Daenicke 1985, Bothmer 1988, Averbeck 1994, Balzer & Zens 1997,
Steinhöfel & Lippmann 2000a). Dazu empfehlen Schmoldt (1991a) und
Kaphengst (1991), ab dem siebenten Lebenstag Festfutter in Form von bestem Wiesenheu, gequetschtem Getreide oder Kälberpellets anzubieten. Gleichzeitig mit der Milch werden ab der zweiten Lebenswoche gutes Heu und Kraftfutter angeboten, um durch chemische und mechanische Reize das Pansenwachstum zu fördern (Kaphengst 1991,
Gropp & Pirkelmann 1992). Daenicke (1985) und Guilhermet (1990) legen Wert auf den möglichst frühzeitigen Zugang insbesondere zu Heu und Stroh, um so dessen Rohfaserwirkung zu nutzen.

Dem Kalb sollte schon ab dem zehnten Lebenstag Heu aufzunehmen können. Mit der Verfütterung von etwas Kraftfutter kann erst ab der dritten Lebenswoche begonnen werden, wenn das Kalb täglich 70-80 g Heu aufnimmt. Dabei dürfen die Gaben nicht zu schnell gesteigert werden. Wird das Kraftfutter zu früh vorgelegt, kann es zu Fäulnis im Pansen und zu Schädigungen der Vormagenschleimhaut kommen. Niemals darf Kraftfutter allein an junge Kälber verfüttert werden (Schrag et al. 1987).

Mindestens 10 % der Ration ist als Heu oder Grobfutter zu verabreichen. Heu ist für eine wiederkäuergerechte Ernährung notwendig, selbst wenn es bis zu drei Monaten vom Kalb erst in geringen Mengen aufgenommen wird. Zum frühen Absetzen müssen die Kälber im Alter von drei Wochen Heu und Konzentrate ad libitum bekommen. In diesem Falle besteht die Trockensubstanz der Ration zu 80 bis 90 % aus Konzentraten und nur zu 10 bis 20 % aus Heu (Guilhermet 1990).

Gras- und Maissilagen sollten erst ab der achten Lebenswoche in langsam steigenden Gaben vorgelegt werden. Silagen weisen einen pH-Wert von etwa 4,5 auf und sind damit ziemlich sauer. Andererseits liegt der optimale pH-Wert für die Pansenfermentation bei 6,5-6,8, also im nur schwach sauren, fast alkalischen Bereich. Die Silage muss im Pansen zunächst neutralisiert werden, was mit Hilfe des alkalischen Speichels erfolgt. Das Kalb kann aber nur genügende Mengen Speichel produzieren, wenn es Heu aufnimmt und dieses wiederkäut. Der Ablauf Heu-Kraftfutter-Silage ist also ernährungsphysiologisch fest vorgegeben
(Schrag et al. 1987).

Entscheidend für den Grobfutterverzehr ist die Qualität der Grobfuttermittel (Gutbier 1985). Gute Anwelksilage und/oder gut vergorene Maissilage mit möglichst hohem Trockenmassegehalt wird von den Kälbern aber oft noch besser aufgenommen als Heu und kann ab dritter Lebenswoche eingesetzt werden (Bothmer 1988). Grassilage von aus­gezeichneter Qualität kann Heu in Rationen für Aufzuchtkälber ersetzen (Guilhermet 1990).

Grobfutterzufütterung an junge Mutterkuhkälber aus der Winterkalbung

Mutterkuhkälbern aus der Winterkalbung sollten während der Stallhaltung im Kälberschlupf hochwertiges Heu und Kraftfutter angeboten werden (Spann 1984, Bach et al. 1990,
Stiewe 1994, Stockinger et al. 1994, Golze 1994, Steinhöfel & Golze 1996,
Balzer & Zens 1997).

Sind bei der Winterkalbung die Milchmenge der Mutterkuh und die Grundfutterqualität sehr gut, ist die Kraftfuttergabe an die Kälber nicht unbedingt notwendig. Bei schwacher Milch­leistung und/oder schlechter Grundfutterqualität erbringt die zusätzliche Kraftfuttergabe an die Kälber eine bessere Pansenentwicklung und höhere Widerstandskraft gegen Krankheiten. Dabei sollen max. 1,5 kg pro Kalb und Tag gegeben werden (Bauer et al.1997).


[Seite 34↓]

Die Kälber benötigen allgemein nur eine geringe Menge Konzentrat, oft gar keine, außer wenn sie im Herbst oder zu Winterbeginn geboren werden. Man verabreicht etwas gegen Ende des Winters den in der Saison früh geborenen Kälbern (Berlanger 1990).

Der Kraftfutteraufwand für frühe Winterkälber kann bis zum Austrieb auf 50 kg steigen, wodurch eine bessere Pansenentwicklung, frühere Aufnahme von Grundfutter, verminderte Krankheitsanfälligkeit und höhere Zuwachsleistung erreicht werden (Stiewe 1994).

Saugkälber, die ausschließlich Milchnahrung erhalten, sind empfindlich gegenüber Verdauungsstörungen bzw. Darminfektionen. Dies gilt vor allem für die Zeit, in der die passive Immunisierung durch die Biestmilch nachlässt und das Kalb erst allmählich ein eigenes, aktives Immunsystem aufbaut. Sobald der Pansen in Funktion tritt, sind die Kälber diesbezüglich wesentlich robuster. Deshalb erhalten die Kälber ab der zweiten Lebenswoche, zusätzlich zur Muttermilch, Kraftfutter und gutes Heu. Damit wird die Entwicklung zum Wiederkäuer beschleunigt (Spann 1984, Bothmer 1988, Bothmer & Budde 1992,
Weiss 1992, Hampel 1995).

Mit zunehmendem Alter dürfen die Kälber bis zu 1,5 kg Kraftfutter täglich aufnehmen (Spann 1984, Stiewe 1994, Hampel 1995, Balzer & Zens 1997, Bauer et al. 1997,
Golze 1997f). Man sollte mit geringen Mengen anfangen, die dann auf 0,5 kg pro Tier und Tag gesteigert werden können (Averbeck 1994).

Grobfutterzufütterung an ältere Mutterkuhkälber

Die Meinungen über die Zufütterung von älteren Mutterkuhkälbern sind unterschiedlich:

Die Zufütterung von Kraftfutter und Heu ist während des Weidesommers nicht notwendig. Die Jungtiere decken ihren Bedarf dann ausschließlich von der Mutterkuh und dem Weideaufwuchs (Spann 1984, Hampel 1995). Einzelfütterungsversuche an Deutsch Angus- und Fleischfleckviehkühen haben bei ausschließlicher Grobfutterversorgung das rassespezifisch hohe Milchleistungsvermögen der Mutterkühe gezeigt, welches für hohe Tageszunahmen der Kälber während der ersten drei Lebensmonate ohne Zufütterung von Kraftfutter ausreichend ist. Der Weidegang der Mutterkühe mit ihren Kälbern nach einer Winterkalbung sichert bei richtiger Weideorganisation stabile Milchleistungen über einen langen Zeitraum der Weideperiode. Vom vierten bis zum achten Lebensmonat steigt der tägliche Energiebedarf von intensiv wachsenden Fleckviehbullenkälbern um ca. 40 % von 66 auf 99 MJ ME an. Gleichzeitig erhöht sich das Grobfutteraufnahmevermögen um mehr als 100 %, so dass der wachsende Nährstoffbedarf aus der Weidegrasaufnahme gedeckt werden kann, wenn entsprechende Erträge in Menge und Qualität bereitgestellt werden
(Scholz et al. 2001).

Kraftfuttergaben an Kälber auf der Weide sind nur bei schlechter Weide oder längeren Schlechtwetterperioden erforderlich (Bauer et al.1997). Zusätzliche Kraftfuttergaben für die Kälber im Spätsommer und Herbst sind nur auf schlechter Weide sinnvoll (Stiewe 1994). Eine Zufütterung der Kälber auf der Weide ist nur im letzten Drittel der Säugeperiode richtig, da bei nachlassendem Weideertrag höhere Absetzgewichte erzielt werden können
(Martin & Rehbock 1997). Auf guter Weide fressen die Kälber kaum Kraftfutter
(Bach et al. 1990, Stockinger et al. 1994, Golze 1994).

Bleibt die aufgenommene Milchmenge hoch (über 5 bis 6 kg/Tag nach dem 5. Monat) und können die Kälber Gras guter Qualität ad libitum aufnehmen, ist eine Konzentratgabe nicht notwendig. Die Kälber nehmen sonst mehr Konzentratfutter auf und fressen weniger Gras, was sich auf die Zunahmen nicht auswirkt. Grundsätzlich ist die Verabreichung von Konzentraten notwendig, wenn die aufgenommene Milchmenge unter 4 bis 5 kg/Tag infolge der Leistungsfähigkeit der Mutter sinkt (Berlanger 1990).


[Seite 35↓]

Das zusätzliche Kraftfutter ist dann sinnvoll aufgewendet, wenn das Wachstumsvermögen der Jungtiere besser ausgeschöpft und das höhere Gewicht der Absetzer entsprechend honoriert wird (Stiewe 1994, Hampel 1995). Bei Bedarf ist der Kraftfuttereinsatz bei den Kälbern anzustreben (Bauer et al. 1997). Vor allem die Zufütterung der Kälber von Erst- und Zweitkalbinnen sollte konsequent gesichert werden (Martin & Rehbock 1997).

Im Verlauf des Sommers werden der Aufwuchs und auch die Milchleistung der Kühe geringer. Da der Energiebedarf der wachsenden Kälber dagegen steigt, sollte man Kälber zufüttern können (Golze 1998, 1999, 2001). Die Gewöhnung an das Zufutter in der Säugeperiode wirkt sich positiv auf die Futteraufnahme in der späteren Mast aus
(Steinhöfel & Golze 1996, Golze 1994,1997d,1998, 1999, 2001).

Es ist wirtschaftlicher, den Kälbern die Nährstoffe direkt über das Kraftfutter anzubieten, als über erhöhte Kraftfutterzugaben die Milchmenge der Mutterkühe zu steigern (Stiewe 1994, Averbeck 1994, Hampel 1995, Gerhardy 1996, Bauer et al. 1997, Dissen 2000).

Kälber, die im Herbst eingestallt und auf Grund des für ein Absetzen zu geringen Gewichtes bei der Mutter gehalten werden, benötigen unbedingt Konzentratfutter. Die für die Fütterung im Stall zur Verfügung stehenden Graskonservate reichen für entsprechende Zunahmen nicht aus (Gutbier & Platen 2000).

Wurde mit dem Zufutter begonnen, dann sollte immer Futter zur Verfügung stehen, so dass alle Kälber ihren Teil erhalten und die Aufnahme kontinuierlich erfolgt (Golze 1999).

Eine kurzzeitige Zufütterung bei Kälbern während der Weideperiode scheint zur Kompensation zeitweise aufgetretener Defizite in den Weideaufwüchsen nicht geeignet zu sein (Scholz & Fahr 2002).

Konzentratfutterzusammensetzung

Spann (1984), Bothmer (1988), Bach et al. (1990), Bothmer & Budde (1992),
Weiss (1992), Stiewe (1994), Stockinger et al. (1994), Golze (1994) sowie
Steinhöfel & Golze (1996) beziffern den Rohproteingehalt im Kälberkraftfutter mit 18 %, Heinrichs (2000) dagegen mit 19 bis 20 %.

Hoffman (2000) und Allers & Veauthier (2001) empfehlen 19-20 % Stickstoff, Daenicke (2001) 18-20 % und Guilhermet (1990) 16-17 %. Ein Drittel des Rohproteins sollte pansenstabil sein (Hoffman 2000).

Der Energiegehalt im Kälberkraftfutter sollte 6,4 bis 6,9 MJ NEL/kg betragen
(Bothmer 1988, Weiss 1992, Bothmer & Budde 1992, Hampel 1995,
Balzer & Zens 1997).

Heinrichs (2000) und Allers & Veauthier (2001) geben 6,9 MJ NEL je kg Trocken­substanz an. Spann (1984), Bach et al. (1990),Stockinger et al. (1994), Golze (1994) und Steinhöfel & Golze (1996) bestimmen den Energiegehalt auf 6,5 MJ NEL je kg,
Daenicke (1985) mit 650 Stärkeeinheiten oder 6,7 MJ NEL je kg und Daenicke (2001) etwa 10,8 MJ ME.

Es muss das optimale Verhältnis von siebzehn Teilen Protein zu einem Teil Energie eingehalten werden (Hoffman 2000).

Nach Bothmer (1988), Weiss (1992) und Bothmer & Budde (1992) sollte Kraftfutter für Kälber max. 10 % Rohfaser und max. 10 % Rohasche enthalten.

Stiewe (1994), Hampel (1995), Balzer & Zens (1997) und Jilg (2000) empfehlen pelletiertes Kälberaufzuchtfutter, Spann (1984), Bach et al. (1990), Guilhermet (1990), Stiewe (1994), Stockinger et al. (1994), Golze (1994) und Steinhöfel & Golze (1996) getreidereiche Mischungen. Mit pelletiertem Kraftfutter können gegenüber Getreide­mischungen um 30 bis 40 g höhere Tageszunahmen erzielt werden (Golze 2001).


[Seite 36↓]

2.4  Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Grundfutterkosten

Die wichtigste Kostenposition ist mit einem Anteil von ca. 40 % an den gesamten proportionalen Spezialkosten das Grundfutter (Geißler1984, Seebach 1985,
Doluschitz & Zeddies 1990, Bauer et al. 1997). Deshalb ist kostenseitig der Haupteinflussfaktor auf die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung der Einsatz maximaler Mengen kostengünstig erzeugten Grundfutters (Averbeck 1994, Hampel 1995,
Stark 2002).

In der Literatur differieren die Angaben über die Höhe des Nährstoffbedarfes aus Grundfutter in der Mutterkuhhaltung stark (Tabelle 14).

Tabelle 14 : Literaturangaben zum Nährstoffbedarf aus Grundfutter in der Mutterkuhhaltung

Autoren

Bedarf/Jahr

einbezogene Faktoren

Junghülsing & Streyl (1983)

2.250 kStE

Mutterkuh und Nachzucht

Spann (1984)

24.000 MJ NEL

Mutterkuh mit 2.500 kg jährlicher Milchleistung und 600 kg Lebendmasse

Geißler (1984)

27.000 MJ NEL

Mutterkuh mit Kalb und anteiliger Bestandsergänzung

Pfingster (1989)

2.580-2.597 kStE

Mutterkuh und Nachzucht

Stockinger et al. (1994)

2.500 bis 3.000 MJ NEL

Kalb bis zum Absetzen im Alter von acht Monaten

Göbbel (1994)

2.400 kStE

Mutterkuh und Nachzucht

Stockinger et al. (1994), Hampel (1995)

25.000 MJ NEL

Mutterkuh mit 2.500 kg jährlicher Milchleistung und 650 kg Lebendmasse

Hampel (1995)

3.000 bis 4.000 MJ NEL

Kalb bis zum Absetzen im Alter von neun bis zehn Monaten

Steinhöfel & Golze (1996)

23.000 MJ NEL

Mutterkuh mit 2.500 kg jährlicher Milchleistung (ca. 10 kg/Tag) und 600 kg Lebendmasse

Stockinger & Triphaus (1997)

2.700 kStE

Mutterkuh

Steinhöfel (2000)

23.000 MJ NEL

Mutterkuh mit 2.500 kg jährlicher Milchleistung und 600 kg Lebendmasse, ein Kalb/Jahr

Stark (2002)

64.154 MJ/ME

Mutterkuheinheit


[Seite 37↓]

Geißler (1984) und Göbbel (1994) fordern jährliche Grundfutterkosten von maximal 350 bis 400 DM/Mutterkuh, Steinhöfel & Golze (1996) und Steinhöfel (2000) weniger als
500 DM/Kuh.

Da die Energie im Winter mindestens doppelt so teuer ist wie im Sommer, fallen in der Winterperiode bis zu 70 Prozent der gesamten Futterkosten an (Gerhardy 1996).

Geringe Futterkosten sind nur mit einem hohen Weideanteil zu realisieren (Tabelle 15), deshalb sind Konserven möglichst sparsam einzusetzen (Steinhöfel & Golze 1996, Steinhöfel 2000).

Tabelle 15 : Literaturangaben zu den Grundfutterkosten in der Mutterkuhhaltung

Autoren

Energiekosten Grundfutter

Kosten pro Einheit und Jahr

Tempelmann (1989)

0,25 DM je kStE

 

Göbbel (1994)

0,15 bis 0,20 DM je kStE

360 - 480 DM je Mutterkuh und Nachzucht

Hampel (1995)

0,20 DM/10 MJ NEL bzw. je kStE

440 bis 560 DM je Mutterkuh

Anonym VI (1999)

Weide 0,10 DM/10 MJ NEL

Grassilage 0,51 DM/10 MJ NEL

914 DM/Mutterkuh

Steinhöfel & Sacher (2000)

Weidefutter 0,16 DM/10 MJ NEL

Wiesengrassilage 0,41 DM/10 MJ NEL

Kleegrassilage 0,38 DM/10 MJ NEL

 

Hofmann (2000)

Weide <10 Pf je 10 MJ NEL

Grassilage ca. 29 Pf je 10 MJ NEL

 

Nach Buchwald (1994) sinken die Grundfutterkosten mit steigender Herdengröße.
10 % höhere Futterkosten senken den Deckungsbeitrag in gleicher Höhe wie 21 Tage längere Zwischentragezeit, 100 g geringere tägliche Kälberzunahmen oder 5 % höhere Kälberverluste (Zube & Mörchen 1997).

Vernachlässigte Grundfutterqualitäten erhöhen die Futterkosten und verschlechtern die Verkaufsgewichte der Absetzer (Bauer et al. 1997, Steinhöfel 2000).

Kosten der Bestandsergänzung

Die Kosten der Bestandsergänzung beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung erheblich (Doluschitz & Zeddies 1990).

Dabei sind die Nutzungsdauer der Mutterkühe und die Kosten der tragenden Färsenausschlaggebend (Hampel 1995).

Nach Geißler (1984),Hampel (1984a),(1995), Stockinger & Triphaus (1997),
Anonym VI (1999) und Stark (2002)haben Mutterkühe schwerer und mittelschwerer Rassen eine sechsjährige Nutzungsdauer. Balliet (1993) ermittelte über alle Rassen 15,5 % Remontierungsrate und Roffeis (1995) 20 %.


[Seite 38↓]

Kosten für die Flächenpacht

Da sich die Höhe der Flächenpacht nach Buchwald (1994) an der Ertragsfähigkeit der Böden orientiert (Tabelle 16), sind bei den Festkosten des Grundfutters die örtlichen Gegebenheiten entscheidend (Göbbel 1994).

Tabelle 16 : Literaturangaben zu Flächenbedarf und –erträgen in der Mutterkuhhaltung

Autoren

Flächenbedarf

Flächenerträge

Tempelmann (1989)

0,73 ha Hauptfutterfläche

je Mutterkuh

3.400 kStE/ha Grünland

Doluschitz & Zeddies (1990)

1,35 ha je Mutterkuh

 

Göbbel (1994)

 

2.400 und 5.000 kStE je ha und Jahr

Stockinger et al. (1994)

0,94 ha je Mutterkuh

Weide - 2.400 kStE/ha

Grassilage - 3.200 kStE/ha

Heugewinnung - 2.500 kStE/ha

Hampel (1995)

1,4 Mutterkühe/ha Futter­fläche ohne Nachzucht

 

Stockinger & Triphaus (1997)

1 ha je Mutterkuh / 1,45 ha je Mutterkuheinheit

 

Grauvogl et al. (1997)

0,7 - 1 ha/Mutterkuh und Kalb; extensiv bis 1,5 ha

 

Anonym VI (1999)

1,41 ha je Mutterkuh

Weide - 21.970 MJ NEL/ha

Silageproduktion - 26.812 MJ NEL/ha Heuproduktion - 14.173 MJ NEL/ha

Piehl (2000b)

1,10 ha je Mutterkuh

 

Stark (2001)

0,97 ha je Mutterkuh

 

Stark (2002)

0,95 – 1,25 je Mutterkuheinheit

 

Arbeitskosten

In der Mutterkuhhaltung beanspruchen die Arbeitskosten 25 % der Gesamtkosten
(Geißler1984). Sie sinken nach Buchwald (1994) mit steigender Herdengröße und variieren stark (Tabelle 17).


[Seite innerhalb Tabelle 39↓]

Tabelle 17 : Literaturangaben zum Arbeitszeitbedarf und zu den Arbeitskosten in der Mutterkuhhaltung

Autoren

Arbeitszeitbedarf pro Mutterkuh und Jahr

Kosten pro Akh

Arbeitsmaß je AK

Geißler (1984)

20 – 50 Akh

  

Jungehülsing & Streyl (1983), Stockinger et al. (1994)

25 Akh

20,00 DM

 

Tempelmann (1989)

39,5 AKh

  

Doluschitz & Zeddies (1990)

25 bis 40 Akh

  

Buchwald (1994)

28 Akh

  

Hampel (1995)

25 bis 38 Akh

  

Diener et al. (1996)

20,73 Akh

von 13,57 - 30,62

  

Stockinger & Triphaus (1997)

30 AKh

20,00 DM

 

Roffeis & Münch (1997) ganzjährige Freilandhaltung

22 Akh

 

100 Mutterkühe

Anonym VI (1999)

24,3 Akh

21,70 DM

120 Mutterkühe und Nachzucht

Stark (2002)

25 – 35 Akh

  

Gebäude- und Maschinenkosten

Mutterkuhhaltung ist bezüglich ihres Arbeitszeitanspruches und der Flächennutzung ein extensiver Betriebszweig. Dennoch werden viel Kapital in Form von Tier- und Umlaufvermögen sowie viel Stallfläche beansprucht, weshalb die Festkostenbelastung aus Gebäude- und Maschinenkapital für die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen mit Mutterkuhhaltung von entscheidender Bedeutung ist (Göbbel 1994, Stockinger et al. 1994, Stockinger & Triphaus 1997, Grauvogl et al. 1997, Stark 2002). Die Gebäude und Maschinenkosten beanspruchen ca. 20 % der Gesamtkosten (Geißler 1984).

Durch die ganzjährige Freilandhaltung von Mutterkühen können die Festkostenbelastungen erheblich reduziert werden (Roffeis & Münch 1997). Nach Angaben von Deblitz, Buchwald, Katwath zitiert nach Roffeis & Münch (1997), kann dabei mit Kosteneinsparungen von 300 bis 600 DM je Kuh gerechnet werden.


[Seite 40↓]

Produktionsergebnisse und -leistungen

Maßgeblich wird das Produktionsergebnis der Mutterkuhhaltung von der Reproduktions- und Aufzuchtleistung der Mutterkühe sowie den Produktpreisen beeinflusst (Steinwender 1989, Doluschitz & Zeddies 1990,Roffeis 1994, Göbbel 1994, Hampel 1995,
Grauvogl et al. 1997, Stark 2002).

Entscheidend sind nach Meinung von Doluschitz & Zeddies (1990), Göbbel (1994), Stockinger et al. (1994), Hampel (1995), Dissen (2000) und Stark (2002) die Kälberverluste. Sie liegen im Durchschnitt bei etwa 5 % (Doluschitz& Zeddies 1990, Stockinger et al. 1994, Warzecha 1995, Golze 1995a,1995b,1995c,1996a,
Hampel 1995, Grauvogl et al. 1997). Es werden aber auch 10 % und mehr erreicht (Doluschitz & Zeddies 1990). Die Kälberverluste betragen nach Roffeis (1995) 10 % und Brehme et al. (1997) 3 bis 25 %.

Von 100 zur Belegung vorhandenen Kühen sind im Durchschnitt 90 bis 95 Geburten zu erwarten, aus denen etwa 85 bis 90 Kälber aufgezogen werden (Hampel 1984b).
Stockinger et al. (1994)und Küchenmeister (1995) erwarteten 95 Geburten und 90 aufgezogene Kälber. Buchwald (1994) ermittelte im Durchschnitt 88,7 aufgezogene Kälber von 100 belegten Kühen. Roffeis (1995) kalkuliert 96 % Abkalberate.

Der Deckungsbeitrag steigt mit 0,1 mehr abgesetzten Kälbern pro Kuh im Jahr um
ca. 175 DM/Kuh und Jahr an (Stockinger & Triphaus 1997). Nach Hampel (1995) verändern Differenzen von 5 % bei den Kälberverlusten den Deckungsbeitrag um 68 DM. Golze (1995a), (1995b), (1995c), (1996a) ist der Meinung, dass die Zahl der produzierten Kälber einen hohen Einfluss auf den Deckungsbeitrag hat (Tabelle 18).

Tabelle 18 : Auswirkungen der Abkalberate, Aufzuchtrate und Absetzgewichte auf den Deckungsbeitrag in der Mutterkuhhaltung ( Golze 1995a, 1995b)

Merkmal

Differenz (%)

Deckungsbeitrag (%)

Abkalberate

-5

-10

%

-10

-20

Aufzuchtrate

-5

-12

%

-10

-23

Absetzgewicht

-10

-7

%

-20

-15

Entscheidende Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung hat die Qualität der Absetzer. Da bei den Auktionen des Fleischrinder-Herdbuches Bonn e. V. in den vergangenen Jahren der Durchschnittspreis von 260 bis 280 kg schweren Absetzern für männliche zwischen 4,50 und 4,80 DM und für weibliche zwischen 3,10 und 3,30 DM je kg Lebendgewicht schwankt, liegen zwischen den Betrieben mit Qualitätsabsetzern und denen mit schlechteren Tieren bis zu 700 DM Unterschied im Deckungsbeitrag (Dissen 2000).


[Seite 41↓]

Die Marktpreise für Mutterkuhbsetzer schwanken zwischen den Jahren stark (Tabelle 19) (Dissen 2002).

Tabelle 19 : Mittelwerte der bei den Absetzerauktionen des Fleischrinderherdbuch Bonn erzielten Verkaufspreise ( Dissen 2002)

Durchschnittspreise der 5 Jahre 1997 bis 2001 in DM/kg Lebendmasse

 

Lebendmasse männliche Absetzer

 
 

< 200 kg

200-300 kg

> 300 kg

Mittelwert

1997

5,09

4,61

4,30

4,56

1998

5,34

4,93

4,59

4,84

1999

5,31

4,73

4,40

4,65

2000

5,90

5,13

4,75

5,04

2001

4,59

4,01

3,70

3,96

Mittelwert

5,25

4,68

4,35

4,61

     
 

Lebendmasse weibliche Absetzer

 
 

< 200 kg

200-300 kg

> 300 kg

Mittelwert

1997

3,59

3,18

2,86

3,12

1998

4,02

3,35

3,05

3,30

1999

3,95

3,30

2,94

3,27

2000

4,24

3,50

3,08

3,44

2001

3,11

2,78

2,45

2,73

Mittelwert

3,78

3,22

2,88

3,17

Die kostenminimalen Unternehmen mit Mutterkuhhaltung weisen deutlich unterdurchschnittliche Verkaufserlöse auf, welche jedoch durch Kostenvorteile kompensiert werden (Buchwald 1994).

Erlöse aus staatlichen Förderungungen

Für die Mutterkuhhaltung sind die Erlöse aus staatlicher Förderung für die Tierhaltung und die Flächenbewirtschaftung wichtiger Einkommensbestandteil (Wohlgschaft 1993, Stockinger et al. 1994, Buchwald 1994,Grauvogl et al. 1997, Strümpfel 2000,
Stark 2001,2002). Deblitz et al. (1994), Göbbel (1994), Zube & Mörchen (1997), Stockinger & Triphaus (1997), Martin & Zupp (2000) und Piel (2002) sind der Meinung, dass die Mutterkuhhaltung erst mit tier- und flächengebundenen Prämien wirtschaftlich tragfähig wird. Nach Göbbel (1994) und Stockinger & Triphaus (1997) machen die Prämien ca. 40 % des Gesamteinkommens aus. Strümpfel (2000) ermittelte in den Mutterkuhbetrieben Thüringens ca. 60 % der Leistung durch staatliche ZuschüsseDeshalb rechnen sich extensive Verfahren mit geringer Besatzdichte in der Mutterkuhhaltung besser (Göbbel 1994). Auch mit staatlichen Zuwendungen in Form von Tier- und Flächenprämien konnte in den Mutterkuhbetrieben Thüringens eine angemessene Entlohnung der eingesetzten Produktionsfaktoren bisher nicht erreicht werden (Strümpfel 2000).

Tabelle 20 gibt einen Überblick über die Angaben verschiedener Autoren zur Höhe von Kosten, Erlösen und Leistungen der Mutterkuhhaltung.


[Seite 42↓]

Tabelle 20 : Literaturangaben zu den Kosten, Erlösen und Leistungen der Mutterkuhhaltung
(Mutterkuhhaltung mit dem Produktionsziel Absetzerproduktion unter Verwendung intensiver oder mittelintensiver Fleischrinderrassen oder –kreuzungen)

 

Einheit

Lit. 1

Lit. 2

Lit. 3

Lit. 4

Lit. 5

Lit. 6

Lit. 7

Lit 8

Lit. 9

Lit. 10

Min.

Max.

Bestandsergänzung + Verlustausgleich

DM/MK

350

450

354

378

202

88

354

412

534

420

354

88

534

Kaftfutter

DM/MK

40

40

 

54

40

56

 

13

28

57

50

23

93

Mineralfutter

DM/MK

 

15

23

24

37

23

11

36

Tierarzt+Medikamente+Klauenpflege

DM/MK

80

30

37

49

35

30

20

47

40

50

418

20

80

Versicherung / Zuchtverband u. ä.

DM/MK

 

20

10

16

 

10

10

36

11

 

23

10

59

Versicherung + Herdbuch

DM/MK

      

48

 

Wasser + Energie ( Strom und Brennstoffe)

DM/MK

30

25

40

30

 

30

40

16

102

 

39

11

102

Einstreu

DM/MK

 

40

28

  

30

28

29

104

 

43

28

104

Besamung, Deckbulle

DM/MK

 

20

   

50

37

31

 

40

36

20

50

Zinsansatz

DM/MK

212

85

31

336

173

 

31

  

40

130

31

336

Sonstiges (Material, Geräte usw.)

DM/MK

    

110

   

2

50

54

2

110

Variable Maschinen- und Gebäudekosten

DM/MK

 

25

 

94

68

25

 

25

155

75

67

25

155

Grundfutter inklusive Pacht und Personal

DM/MK

550

400

517

315

434

500

517

301

1217

445

520

301

1217

Arbeitskosten

DM/MK

        

522

300

411

300

522

Leitung und Verwaltung

DM/MK

        

78

 

78

78

78

allgemeiner Betriebsaufwand + Dokumentation

DM/MK

        

73

 

73

73

73

Vermarktung

DM/MK

  

40

  

51

40

31

30

 

38

30

51

Abschreibung

DM/MK

    

215

   

254

63

177

63

254

Literatur 1 = Tempelmann (1989)

Literatur 2 = Göbbel (1994)

Literatur 3 = Stockinger et al. (1994)

Literatur 4 = Buchwald (1994) untersuchte Mittelwerte

Literatur 5 = Buchwald (1994) optimierte Modelldaten für Bestände ab 100 Mutterkühen

Literatur 6 = Hampel (1995)

Literatur 7 = Grauvogl et al. (1997)

Literatur 8 = Stockinger & Triphaus (1997)

Literatur 9 = Anonym VI (1999)

Literatur 10 = Hoffmann (2000)


[Seite innerhalb Tabelle 43↓]

Fortsetzung Tabelle 20:

  
 

Einheit

Lit. 1

Lit. 2

Lit. 3

Lit. 4

Lit. 5

Lit. 6

Lit. 7

Lit. 8

Lit. 9

Lit. 10

Lit. 11

Lit. 12

Min.

Max.

Viehverkäufe (Kälber weibl.)

DM/MK

1150

510

1202

1644

512

799

1348

512

805

167

  

1150

529

1644

Viehverkäufe (Kälber männl.)

DM/MK

730

669

360

669

425

  

Anteil Alttiere (Mutterkuh)

DM/MK

320

270

205

221

193

231

263

193

198

182

  

228

182

320

Anteil Alttiere (Altbulle)

DM/MK

        

6

   

6

6

6

Marktleistung

DM/MK

1470

1510

  

1374

1390

1611

1374

 

774

1355

783

1293

774

1611

Innenumsatz Färse

DM/MK

        

400

420

  

410

400

420

Mutterkuhprämie

DM/MK

  

204

154

    

281

472

541

387

401

154

667

Ergänzungszulage extensive Tierhaltung

DM/MK

  

71

    

100

195

KULAP – Flächenprämien

DM/MK

        

508

 

364

498

681

364

903

Ausgl.-zulage benacht. Gebiete

DM/MK

        

267

 

405

Dungwert

DM/MK

        

65

   

65

65

65

Geldrohertrag inklusive verfahrensgeb. Prämien

DM/MK

  

1702

2003

     

1767

2290

2233

1999

1767

2290

Proportionale Spezialkosten ohne Grundfutterkosten

DM/MK

713

770

628

981

583

407

651

583

 

707

  

669

407

981

Deckungsbeitrag I

DM/MK

 

740

 

1022

791

983

960

791

 

1060

  

907

740

1060

Grundfutterkosten (proportionale Spezialkosten)

DM/MK

550

400

220

315

517

500

301

517

 

445

  

418

301

550

Deckungsbeitrag II

DM/MK

207

340

 

707

275

483

659

275

 

615

  

445

207

659

Disproportionale Spezialkosten

DM/MK

120

 

429

         

274

120

429

Spezialkostenfreie Leistung

DM/MK

  

425

         

425

425

425

Summe Leistungen

DM/MK

        

2630

1767

  

2198

1767

2630

Gesamtsumme Kosten

DM/MK

        

2927

1540

2149

2262

2220

1540

2927

Saldo Leistung (Beitrag zum Betriebsergebnis)

DM/MK

87

       

-297

227

41

-29

6

-297

227

Literatur 1 = Tempelmann (1989)

Literatur 2 = Göbbel (1994)

Literatur 3 = Buchwald (1994) optimierte Modelldaten

Literatur 4 = Buchwald (1994) untersuchte Mittelwerte

für Bestände ab 100 Mutterkühen

Literatur 5 = Stockinger et al. (1994)

Literatur 6 = Hampel (1995)

Literatur 7 = Stockinger & Triphaus (1997)

Literatur 8 = Grauvogl et al. (1997)

Literatur 9 = Anonym VI (1999)

Literatur 10 = Hoffmann (2000)

Literatur 11 = Piehl (2000a) Mutterkuhbetriebe

1996-1999 in Mecklenburg-Vorpommern

Literatur 12 = Strümpfel (2000) Referenzbetriebe

1996-1999


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
XDiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
25.04.2005