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3  Material und Methode

3.1 Material

Beschreibung des Untersuchungsbetriebes

Der Betrieb, in dem die Untersuchungen vorgenommen wurden, befindet sich im Mittelgebirge und betreibt ausschließlich Mutterkuhhaltung. Zur Nutzung von ca. 1.600 ha Grünland werden über 1.000 Mutterkühe mit ihrer Nachzucht gehalten. Das Unternehmen wirtschaftet nach den Richtlinien des ökologischen Landbaues, EWG Verordnung 2092/91. Alle landwirtschaftlichen Nutzflächen des Betriebes sind in das Thüringer Kultur- und Landschaftspflegeprogramm integriert worden. Das Grobfutter für den Winter wird im Juni und Juli ausschließlich von betriebseigenen Flächen in Form von Grassilage und Heu gewonnen.

Im Sommer werden die Rinder auf der Weide und im Winter im Stall gehalten. Der Tierbestand wird im Sommer entsprechend der natürlichen Gliederung der Weiden und in Abhängigkeit vom örtlichen Futterangebot in ca. 50 Einzelherden mit maximal 60 Mutterkühen aufgeteilt. In der Regel erfolgt Umtriebsweide. Im Winterhalbjahr wird den Rindern Grassilage ad libitum gefüttert und Heu zur Ergänzung. Die Mutterkühe erhalten kein Kraftfutter, eine betriebsspezifische Mineralstoffmischung wird zugefüttert.

Reproduktion und Kälberentwicklung

Untersuchungsgegenstand waren 901 Mutterkühe der Rassen Charolais, Limousin und Fleckvieh sowie deren Kreuzungen. Erstkalbinnen, die bekannt schlechtere Wiederbelegungs­ergebnisse aufweisen als andere Kühe, wurden nicht in die Untersuchungen einbezogen. Zur Belegung mittels natürlichem Deckakt kamen Zuchtbullen der Rassen Charolais und Limousin zum Einsatz.

Ernährung und Kälberentwicklung

Die Lebendmasseentwicklung und die Kraftfutteraufnahme von 60 Kälbern aus dem Geburtszeitraum Dezember bis Februar Winterkalbung und 40 Kälbern aus dem Geburtszeitraum Juni bis September Sommerkalbung wurden untersucht.

Um möglichst einheitliche Voraussetzungen zu schaffen, wurden Kälber ausgewählt, die von einem reinrassigen Limousinbullen abstammen und die einen leichten Geburtsverlauf hatten. Kälber von Erstkalbinnen sind in ihrer Lebendmasseentwicklung gegenüber den Kälbern anderer Kühe benachteiligt. Deshalb wurden nur Kälber von Kühen, die mindestens einmal gekalbt hatten, untersucht.

Um geschlechtsspezifische Abweichungen zu vermeiden, wurden 50 % weibliche und 50 % männliche Kälber aus der Winterkalbung und ausschließlich männliche Kälber aus der Sommerkalbung in die Untersuchungen einbezogen.

Während des Untersuchungszeitraumes kam es bei den Kälbern aus der Winterkalbung zu krankheitsbedingten Ausfällen (Tabelle 21). Die Kälber wurden ersetzt.

Tabelle 21 : Beschreibung der bei den Kälbern der Winterkalbung im Untersuchungszeitraum aufgetretenen krankheitsbedingten Ausfälle

lfd. Nr.

Versuchsgruppe

Ausfallursache

Alter zum Ausfall

1

I/1

Pneumonie –schwerer Krankheitsverlauf mit Umstellung in eine andere Stallanlage

57 Tage

2

I/1

Durchfallerkrankung - verendet

17 Tage

3

II/2

Mutterkuh des Kalbes verendet

15 Tage


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Die an die Kälber verfütterten Konzentrate waren pelletiert (fünf mm Durchmesser) und hatten die in Tabelle 22 dargestellte Zusammensetzung.

Tabelle 22 : Zusammensetzung der eingesetzten Konzentratfuttermittel

 

Kälber aus der Winterkalbung

Kälber aus der Sommerkalbung

Bestandteile

Trockensubstanz

86,5 %

86,4 %

Mischgetreide (Weizen, Tritikale)

16 %

16 %

Mischgetreide (Roggen, Hafer, Weizen, Tritikale)

55 %

60 %

Leinkuchen

12,5 %

19 %

Natriumkarbon

0,5 %

-

Zuckerrübenmelasse

5 %

5 %

Malzkeime

6 %

-

Weizenkleie

5 %

-

Inhaltsstoffe in der Originalsubstanz

Rohprotein

151,55 g

158,5 g

vRPr

118,42 g

123,24 g

Rohfaser

50,4 g

44,1 g

Rohasche

37,41 g

37,17 g

MJ NEL

7,51

7,66

StE

694

724

Stärke

401,01 g

422,43 g

Zucker

70,4 g

64,66 g

3.2 Methode

3.2.1 Versuchsaufbau

Reproduktion und Kälberentwicklung

Untersucht wurden die Belegungs- und Kalbedaten der Mutterkühe, die Körperkondition der Tiere sowie die Futterqualität der Grundfutters. Der Ablaufplan der Datenerfassung und Probenentnahme sind in Tabelle 23 dargestellt.


[Seite innerhalb Tabelle 46↓]

Tabelle 23 : Datenerfassung und Probenentnahme für die Untersuchungen zur Reproduktion

 

Zeitraum

Datenerfassung - Probennahme

Periodizität

 

Ermittlung der Reproduktionsdaten

 

1.

Dezember 1999 bis August 2000

Kalbedatum der Kühe

Ständig

 

2.

März 2000 bis Oktober 2000

Zeitpunkt der Zustellung der Zuchtbullen

Ständig

 

3.

Dezember 2000 bis August 2001

Kalbedatum der Kühe

Ständig

 

Fortsetzung nächste Seite

  

Fortsetzung Tabelle 23:

  
 

Zeitraum

Datenerfassung - Probennahme

Periodizität

 

Futterproben

 

1.

Februar bis Mai 2000

Proben der den Kühen der Winter­

kalbung gefütterten Grassilage

im monatlichen Rhythmus

 

2.

Mai bis Juli 2000

Proben des den Kühen der Winter­

kalbung gefütterten Weidegrases

im monatlichen Rhythmus

 

3.

April bis Mai 2000

Proben der den Kühen der Frühjahrs­kalbung gefütterten Grassilage

im monatlichen Rhythmus

 

4.

Mai bis September 2000

Proben des den Kühen der Frühjahrs­kalbung gefütterten Weidegrases

im monatlichen Rhythmus

 

5.

Juni bis Oktober 2000

Proben des den Kühen der Sommer­kalbung gefütterten Weidegrases

im monatlichen Rhythmus

 

Körperkonditionsbewertungen bei je 30 Mutterkühen mit unterschiedlichen Abkalbezeitpunkten im Zeitraum der Belegung

 

1.

März bis Juli 2000

Kühe der Winterkalbung

im monatlichen Rhythmus

 

2.

Mai bis September 2000

Kühe der Frühjahrskalbung

im monatlichen Rhythmus

 

3.

Juli bis Oktober 2000

Kühe der Sommerkalbung

im monatlichen Rhythmus

 

Abbildung 1 : Teilung der Herde in Gruppen entsprechend dem Deckzeitraum p.p. und dem Kalbezeitraum

Zur Auswertung der Tierdaten wurde die Grundgesamtheit der Kühe erst entsprechend dem Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen im Verhältnis zur Kalbung und dann entsprechend dem Belegungs- bzw. Kalbezeitraum geteilt. Abbildung 1 stellt das System dar.


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DieAuswertung der Fruchtbarkeitsergebnisse der Herde entsprechend dem Belegungszeitraum erfolgte in Abhängigkeit von den zu erwartendenden Kalbeterminen nach dem Zeitpunkt des Einsatzes der Zuchtbullen:

Kalbezeit

 

Zeitpunkt des Zuchtbulleneinsatzes

Winterkalbung

-

März/April

Frühjahrskalbung

-

Mai/Juni

Sommerkalbung

-

Juli/August

Ernährung und Kälberentwicklung

Die Kälber aus der Winterkalbung wurden vier Gruppen zugeordnet, wobei sich die Gruppen I/1 und II/1 aus je 15 weiblichen und die Gruppen I/2 und II/2 aus je 15 männlichen Kälbern zusammensetzten. Die Kälber der Gruppen I/1 und I/2 sowie Gruppen II/1 und II/2 wurden im Alter von drei bis zehn Lebenstagen jeweils gemeinsam mit ihren Müttern in Buchten aufgestallt (Tabelle 24).

Den Kühen standen in diesen Buchten Liegeboxen und je ein Fressplatz am Futtertisch zur Verfügung. Ein separates Abteil bot den Kälbern in jeder Bucht die notwendige Rückzugsmöglichkeit. Alle Tiere hatten jederzeit Zugang zur Wassertränke.

Tabelle 24 : Geburtsdaten der Kälber aus der Winterkalbung und Zeitangaben zur Konzentratfütterung

   

Geburts­datum

Geburts­masse

Beginn der Kraftfutter­fütterung mit dem

Kraftutter­fütterung bis zum

Weideaustrieb am

   

Datum/Tag

kg

Lebenstag

Lebenstag

Datum

Lebenstag

Mit Kraftfutter

Gruppe I/1

(weiblich)

n = 15

Minimum

18.12.

32

2

96

10.05.

95

Maximum

06.02.

43

10

126

10.05.

143

Mittelwert

06.01.

38,1

5,3

117,6

10.05.

123,3

S

14,3

3,7

2,3

9,2

-

14,3

S%

11

10

43

8

-

12

Gruppe I/2

(männlich)

n = 15

Minimum

22.12.

35

2

90

10.05.

89

Maximum

10.02.

56

12

122

10.05.

139

Mittelwert

13.01.

43,5

5,3

112,5

10.05.

117

S

16,7

6,1

2,5

11,6

-

16,7

S%

14

14

48

10

-

14

Mittelwert

10.01.

40,8

5,3

115

-

121,5

Ohne Kraftfutter

Gruppe II/1

(weiblich)

n = 15

Minimum

18.12.

28

-

-

10.05.

91

Maximum

08.02.

47

-

-

10.05.

143

Mittelwert

10.01.

38,7

-

-

10.05.

119,7

S

16,0

5

-

-

-

16,0

S%

13

13

-

-

-

13

Gruppe II/2

(männlich)

n = 15

Minimum

23.12.

30

-

-

10.05.

82

Maximum

17.02.

46

-

-

10.05.

143

Mittelwert

18.01.

40,5

-

-

10.05.

111,8

S

19,1

5

-

-

-

19,1

S%

17

11

-

-

-

17

Mittelwert

14.01.

39,6

-

-

-

117


[Seite 48↓]

In den Kälberbuchten wurde den Kälbern der Gruppen I/1 und I/2 Kraftfutter zugefüttert. Zur tierindividuellen und computergestützten Kraftfutterversorgung waren in den Kälberabteilen dieser Versuchsgruppen je eine Kraftfutterstation der Firma Förster-Technik installiert. Diese Kraftfutterstationen bestanden aus Kraftfutterautomaten mit Standbegrenzung, zentral genutztem Bedienteil und Personalcomputer mit Kalbmanagerprogramm. Um die Einzeltiererkennung zu gewährleisten, erhielten die Kälber Ohrtransponder.

Vom ersten Tag der Einstallung bis kurz vor dem Weideaustrieb stand den Kälbern der Gruppen I/1 und I/2 Kraftfutter in beliebiger Menge jederzeit zur Verfügung. Mit diesem
Ad libitum-Angebot wurde die technisch kostengünstige Variante der Fütterung aus dem Trog simuliert. Die Kälber konnten über Muttermilch und Kraftfutter hinaus Stroheinstreu sowie am Futtertisch mit den Kühen Grassilage und Heu aufnehmen. Um die Kraftfutteraufnahme zu fördern, wurde im Kälberabteil kein zusätzliches Heu angeboten. Nach Weideaustrieb wurde kein Kraftfutter gefüttert (Tabelle 25).

Die Kälber der Gruppen II/1 und II/2 erhielten kein Kraftfutter (Tabelle 25). Sie bekamen außer dem Stroheinstreu sowie der Grassilage und Heu am Futtertisch, zusätzlich Heu im Kälberabteil.

Tabelle 25 : Darstellung der Versuchsgruppen und der Konzentratfütterung der Kälber aus der Winterkalbung

 

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

 

Gruppe I/1

Gruppe I/2

Gruppe II/1

Gruppe II/2

n

15

15

15

15

Geschlecht

weiblich

männlich

weiblich

männlich

Kraftfutterangebot Stall

ad libitum

ad libitum

-

-

Kraftfutterangebot Weide

-

-

-

-

Nach Weideaustrieb wurden die Tiere der Gruppen I/1 und II/1 in einer Herde mit ausschließlich weiblichen Kälbern und die Tiere der Gruppen I/2 und II/2 in einer anderen Herde mit ausschließlich männlichen Kälbern gehalten. Standortbedingte Wachstumsunterschiede zwischen den Kälbern mit und ohne Kraftfutterzufütterung konnten dadurch vermieden werden.

Entsprechend dem in Tabelle 26 dargestellten Plan zur Datenerfassung und Probennahme sind während der Stallhaltungsperiode die Silagequalität, die Lebendmasseentwicklung und die Kraftfutteraufnahme sowie nach Weideaustrieb die Weidefutterqualität und die Lebendmasse­entwicklung der Kälber erfasst worden.


[Seite innerhalb Tabelle 49↓]

Tabelle 26 : Datenerfassung und Probennahme bei Kälbern aus der Winterkalbung

 

Zeitraum

Datenerfassung - Probenahme

Periodizität

Erfassung der Geburtsdaten

1.

Dezember 2000 bis Februar 2001

von Kälbern aus der Winterkalbung

ständig bei jeder Geburt

Futterproben

1.

Januar 2001 bis Mai 2001

Proben der den Kühen und Kälbern gefütterten Grassilage

im monatlichen Rhythmus

2.

Mai 2001 bis November 2001

Proben des den Kühen und Kälbern ange­botenen Weidefutters bei beiden Herden

im monatlichen Rhythmus

Dokumentation der von den Kälbern aufgenommenen Kraftfuttermenge

1.

Dezember 2001 bis Mai 2001

Kälber der Versuchsgruppen I/1 und I/2

ständig bei jedem Besuch der Kraftfutterstationen

Ermittlung der Lebendmasse

1.

Januar 2001 bis Mai 2001

Kälber der vier Versuchsgruppen

im 14-tägigen Rhythmus

2.

Mai 2001 bis Oktober 2001

Kälber der vier Versuchsgruppen

im 28-tägigen Rhythmus

Die Einstallung der 40 Kälber aus der Sommerkalbung mit ihren Müttern erfolgte mit Weideabtrieb, am 22.11., in eine Bucht im Boxenlaufstall (Tabelle 27). Grassilage und Heu konnten Kälber und Kühe am Futtertisch aufnehmen. Ein separates Abteil bot den Kälbern die notwendigen Rückzugsmöglichkeiten. Zur tierindividuellen und computergestützten Kraftfutterversorgung der Kälber befanden sich in diesem Kälberabteil zwei Kraftfutterstationen der Firma DeLaval. Diese Kraftfutterstationen bestanden aus je einem Kraftfutterautomaten inklusive Standbegrenzung, einem gemeinsamen Bedienteil sowie einem Personalcomputer mit Kalbmanagerprogramm. Die Einzeltiererkennung wurde mit Halsbandrespondern gesichert.

Allen 40 Kälbern stand ab dem Tag der Einstallung Kraftfutter ständig in beliebiger Menge zur Verfügung. Nach 52 Futtertagen hatte sich die Kraftfutteraufnahme der Tiere gesteigert und die 40 Kälber wurden in zwei Gruppen geteilt.

Die bis zu diesem Zeitpunkt bezüglich der Kraftfutteraufnahme untere Hälfte ist der Gruppe 1 und die obere Hälfte der Gruppe 2 zugeordnet worden. Die Kraftfuttermenge für die Gruppe 1 wurde auf maximal 1,5 kg/Tier/Tag begrenzt.

Das heißt, den 20 Kälbern mit der bis zum 52. Versuchstag höchsten Kraftfutteraufnahme (Gruppe 2) stand bis zum Ende der Konzentratfütterungszeit weiterhin Konzentratfutter
ad libitum zur Verfügung. Für die restlichen 20 Kälber wurde ab dem 53. Konzentrat­fütterungstag die tägliche Kraftfuttermenge bis zum Absetzen auf täglich 1,5 kg begrenzt.


[Seite innerhalb Tabelle 50↓]

Tabelle 27 : Geburtsdaten der Kälber aus der Sommerkalbung und Angaben zur Fütterungszeit

  

Geburtsdatum

Geburtsmasse

Weideeintrieb / Beginn der Konzentrat­fütterung mit dem

Konzentrat­fütterung bis zum

  

Datum/Tage

kg

Lebenstag

Lebenstag

Gruppe 1

n = 20

Minimum

17.06.

30

75

280

Maximum

08.09.

54

158

280

Mittelwert

14.07.

43

130

280

S

22

5

22

-

S%

-

13

17

-

Gruppe 2

n = 20

Minimum

02.06.

30

110

280

Maximum

04.08.

50

173

280

Mittelwert

05.07.

41

140

280

S

19

5

19

-

S%

-

13

13

-

Gruppe 1 und 2

n = 40

Minimum

02.06.

30

75

280

Maximum

08.09.

54

173

280

Mittelwert

09.07.

42

135

280

S

21

5

21

-

S%

-

13

15

-

In Tabelle 28 sind die Gruppenstruktur und die Kraftfutterfütterung der Kälber aus der Sommerkalbung dargestellt.

Tabelle 28 : Gruppenstruktur und Kraftfutterangebot bei den Kälbern aus der Sommerkalbung

 

Bis zum 52. Futtertag

n

40

Geschlecht

männlich

Kraftfutterangebot

ad libitum

 
 

Ab dem 53. Futtertag

 

Gruppe 1

Gruppe 2

n

20

20

Geschlecht

männlich

männlich

Kraftfutterangebot

bis max. 1,5 kg/Tier/Tag

ad libitum


[Seite 51↓]

Entsprechend dem in Tabelle 29 dargestellten Ablaufplan für Datenerfassung und Probenahme sind während der Konzentratfütterungsperiode Lebendmasseentwicklung und Kraftfutteraufnahme der Kälber sowie die Grassilagequalität ermittelt worden.

Tabelle 29 : Datenerfassung und Probennahme bei Kälbern aus der Sommerkalbung

Zeitraum

Datenerfassung - Probenahme

Periodizität

Erfassung der Geburtsdaten

Juni 2000 bis September 2000

von Kälbern aus der Sommerkalbung

ständig bei jeder Geburt

Futterproben

November 2000 bis Mai 2001

Proben der den Kühen und Kälbern gefütterten Grassilage

im monatlichen Rhythmus

Dokumentation der von den Kälbern aufgenommenen Kraftfuttermenge

November 2000 bis Mai 2001

Kälber der Versuchsgruppen

ständig bei jedem Besuch der Kraftfutterstationen

Ermittlung der Lebendmasse

November 2000 bis Mai 2001

Kälber der Versuchsgruppen

im 14-tägigen Rhythmus

3.2.2 Datenerfassung und Analyse

Reproduktionsdaten der Mutterkühe

Die Recherche des

erfolgte laufend aus der Dokumentation des Untersuchungsbetriebes.

Futtermittelprobenahme

Die Beprobung der Grobfuttermittel erfolgte während der Stallhaltung nach der Futtervorlage aus dem Futtertrog der untersuchten Tiergruppe. Während der Weideperiode wurde auf der eingezäunten Weidefläche der untersuchten Tiergruppe Grünfutter gemäht.

Futtermittelanalyse

Die Bestimmung der Futtermittelinhaltsstoffe Trockensubstanz, Rohfaser, Energie und verdauliches Rohprotein führte das Labor der Firma REKASAN GmbH Kaulsdorf nach der Methode Wehner durch.


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Körperkonditionsbewertung

Die Bewertung der Körperkondition nahm der für den Versuchsbetrieb zuständige Tierarzt nach dem von Jilg (1998) dargestellten System (Tabelle 30) vor.

Tabelle 30 : Körperkonditionsbewertung bei Mutterkühen ( Jilg 1998)

Note
Gesamtbild

Dornfortsätze

Übergang zur Hungergrube

Bereich zwischen
den Hüfthöckern

Beckenausgangs­grube und Schwanzansatz

1

hochgradig abgemagert

treten stark sägezahnartig hervor

tief

eingezogen

extrem stark eingesunken

Knochen scharf hervortretend,
v-förmig ein-
geschnittene Höhle

2

abgemagert

einzeln sichtbar

deutlich

eingezogen

stark einge-

sunken

Knochen hervortretend, eingeschnittene Höhle

3

knapp im Futter

noch leicht abgesetzt

leicht

eingezogen

einge-

sunken

glatte flache Grube

3,5

Optimum

glatte Rückenlinie

kaum

eingezogen

leicht

eingesunken

ausgefüllt

4

gut im Futter

nicht erkennbar ebene Fläche

nicht

eingezogen

ebene

Fläche

Beckenausgang leicht hervorgewölbt,
leicht gefüllte Schwanzfalte

5

hochgradig verfettet

im Fett eingebettet

hervorgewölbt

aufgewölbt

stark aufgewölbt,
Fettwülste am Schwanzansatz

Die Note 1 (hochgradig abgemagert) ist sehr selten. Es handelt sich um ein Tier ohne fühl­bare Fettauf­lage mit enormen Problemen.


Bei Note 2 (abgemagert) sind die Dornfortsätze einzeln sichtbar. Der Übergang zur Hungergrube ist deutlich einge­zogen, der Bereich zwischen den Hüfthöckern stark eingesunken. Die Knochen um die eingeschnittene Höhle der Becken­anfangsgrube treten hervor.

Bei Note 3,5 (Optimum) verschwinden die Dornfortsätze in einer glatten Rückenlinie. Der Übergang zur Hungergrube ist kaum eingezogen. Der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist kaum eingesunken. Die Beckenaus­gangsgrube ist mit Fett ausgefüllt.

Bei Note 4 (gut im Futter) sind die Dorn-fortsätze nicht erkenn­bar. Sie verschwinden in einer ebenen Fläche. Der Übergang zur Hungergrube ist nicht eingezogen. Der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist ebenfalls eben. Der Beckenausgang ist leicht hervorgewölbt. Eine leicht gefüllte Schwanzspalte ist zu erkennen.

Bei Note 5 (hochgradig verfettet) verschwinden die Dornfortsätze im Rückenfett. Der Übergang zur Hungergrube ist hervorgewölbt, der Bereich zwischen den Hüfthöckern ist aufgewölbt. Am Schwanzansatz sind Fettwülste deutlich zu erkennen.


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Geburtsdatenerfassung

Dokumentiert wurden Ohrmarkennummer, Geburtsdatum, Geschlecht, eventuelle Mehrlingsgeburten, Geburtsverlauf und Geburtsmasse der Kälber durch geschultes Personal des Untersuchungsbetriebes. Die Geburtsmasse der Kälber wurde mit einer Schnellwaage ermittelt und der Geburtsverlauf nach folgendem System registriert:

  • Leicht

-

ohne Hilfe

  • Mittel

-

mit leichter Zughilfe

  • Schwer

-

schwere Zughilfe, tierärztlicher Eingriff

Lebendmasse

Mit einer elektronischen Einzeltierwaage Typ EziWeigh 2 der Firma TRU-Test, die eine Messtoleranz von einem Prozent hat, erfolgte die Lebendmasseermittlung.

Kraftfutteraufnahme

Das System Kraftfutterstand - Bedienteil – Kalbmanagerprogramm registrierte bei jedem Besuch der Kälber an der Kraftfutterstation Datum, Uhrzeit, Ohrmarkennummer des Kalbes und die verzehrte Kraftfuttermenge.

3.3 Statistische Auswertung

Aus den Reproduktionsdaten der Kühe und den empirisch ermittelten Daten der Lebendmasseentwicklung und Kraftfutteraufnahme wurden folgende Werte rechnerisch ermittelt:

IKZ (Zeitintervall zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen)

Datum des Zuchtbulleneinsatzes – Kalbedatum

(Dieser Wert wurde auf 0 bis 100 Tage begrenzt.)

Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Belegung

  • für Kühe mit einem IKZ < 22 Tage das Kalbedatum + 21 Tage (Zeitraum bis zur ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit)
  • für Kühe mit IKZ >= 22 Tage das Datum des Zuchtbulleneinsatzes

Zeitpunkt der Belegung

Kalbedatum - 283 Tage (angenommenemittlere Graviditätsdauer)

IZB (Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen und der erfolgreichen Belegung)

Zeitpunkt der Belegung - Zeitpunkt der theoretisch ersten möglichen Belegung

ZTZ (Zwischentragezeit)

Kalbedatum -Zeitpunkt der Belegung

(begrenzt auf maximal 100 Tage)

ZKZ (Zwischenkalbezeit)

ZTZ + 283 Tage Graviditätsdauer (angenommenemittlere Graviditätsdauer)

TR (Trächtigkeitsrate)

Zahl der erfolgreich belegten Kühe x 100

Gesamtzahl der Kühe


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Lebendmasse entsprechend dem Lebensalter der Kälber

  1. Zuordnung derim ca. zwei- bzw. vierwöchigem Abstand ermittelten Lebendmassedaten zum entsprechenden Lebenstag der Einzeltieres,
  2. Berechnung der Lebendmasse an den Lebenstagen zwischen den Wägungen:
    Lebendmasse des Vortages + tägliche Lebendmasse­zunahme im Erfassungsintervall

Lebendmasse der Winter-kälber zum Weideaustrieb

tägliche Lebendmassezunahme im letzten Erfassungs-intervall vorm Weideaustrieb x 6 verbliebene Stallhaltungs­tage + Lebendmasse der letzten Wägung vor Weideaustrieb

tägliche Lebendmasse-zunahme im Erfassungs-intervall

Lebendmasse am Wägetag - Lebendmasse am vorherigen

Wägetag

Anzahl der Tage im Erfassungsintervall

tägliche Kraftfutteraufnahme im Auswertungsintervall

Summe der von den Kraftfutterstationen im Auswertungs­intervall täglich erfassten Kraftfutterverzehrsmenge

Anzahl der Tage im Auswertungsintervall

gesamte Kraftfutternahme

Summe der bis zum Auswertungstag aufgenommenen Kraftfuttermenge

Zur statistischen Auswertung der Ergebnisse wurden die Signifikanzen mit dem F-Test und zur Auswertung der Zusammenhänge Korrelationskoeffizienten berechnet.


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25.04.2005