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4  Ergebnisse

4.1 Reproduktion und Kälberentwicklung

4.1.1 Auswertung entsprechend dem Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

An der Länge des Zeitintervalls zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen (IKZ) ist erkennbar, ob die Rastzeit der Kühe ausschließlich von den physiologischen Abläufen bei den Kühen p.p. und den Leistungen der Zuchtbullen bestimmt wurde oder ob und inwieweit die Rastzeit über den Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen beeinflusst wurde. Die Kennzahl IKZ wurde auf 0 bis 100 Tage limitiert.

Das IKZ war für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. mindestens
22 Tage und durchschnittlich 68,4 Tage und für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. im Mittel vier Tage aber höchstens 21 Tage lang (Tabelle 31). Der hoch signifikante+++ Unterschied zwischen den Mittelwerten war Ergebnis der Gruppen­zusammenstellung.

Das Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung (IZB) stellt für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. die Zeit zwischen dem 21. Tag p.p. und dem Belegungstag und für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. die Zeit zwischen dem Tag der Zustellung des Zuchtbullen und dem Belegungstag dar.

Durchschnittlich war es für die Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. 42 Tage und für die Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. 49,2 Tage lang (Tabelle 31). Das IZB war damit zwischen den beiden Gruppen hoch signifikant unterschiedlich+++.

Bei beiden Gruppen waren keine Korrelationen zwischen IKZ und IZB nachweisbar.

Tabelle 31 : Fruchtbarkeitskennziffern der Mutterkühe in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

   

ab dem 22. Tag p.p.
(n = 309)

bis zum 21. Tag p.p.
(n = 592)

IKZ (Intervall Kalbung - Zustellung Zuchtbulle)

Tage

Minimum

22

0

Maximum

>100

21

Mittelwert

68,4

4

S

32,8

6,2

%

S%

48

153

IZB (Intervall Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit – erfolgreiche Belegung)

Tage

Minimum

-3

-7

Maximum

194

190

Mittelwert

42

49,2

S

39,4

34

%

S%

94

69


[Seite 56↓]

Die Mittelwerte der Zeitpunkte der theoretisch ersten Belegung und der Zeitpunkte der erfolgreichen Belegung im Jahresverlauf waren zwischen beiden Gruppen unterschiedlich (Tabelle 32).

Im Durchschnitt standen die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. ab dem 13.04. zur Belegung an, die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. dagegen erst 55 Tage später, am 07.06. Die erfolgreiche Belegung fand bei der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. am 25.05. und bei der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. erst 60 Tage später, am 24.07., statt. Damit entfiel ein großer Teil der Belegungszeit der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. in die Periode der Stallhaltung, während die Belegung der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zum überwiegenden Teil während der Zeit der Weidehaltung stattfand.

Tabelle 32 : Zeitangaben zur Belegung im Jahresverlauf

  

ab dem 22. Tag p.p.
(n = 309)

bis zum 21. Tag p.p.
(n = 592)

Zeitpunkt der theoretisch ersten möglichen Belegung

Minimum

08.03.

08.03.

Maximum

16.05.

25.09.

Mittelwert

13.04.

07.06.

S (Tage)

26,2

42,2

Zeitpunkt der erfolgreichen Belegung

Minimum

05.03.

06.04.

Maximum

20.11.

23.11.

Mittelwert

25.05.

24.07.

S (Tage)

51,7

48,0

In der Darstellung der Menge der in verschiedenen Zeitintervallen nach dem Zeitpunkt der theoretisch ersten möglichen Trächtigkeit folgenden Belegungsperiode belegten Kühe (Tabelle 33 und Abbildung 2) wird der unterschiedliche Belegungsverlauf bei den beiden Gruppen deutlich.

Während der ersten drei Belegungswochen wurde mit 33,7 % ein mehr als doppelt so hoher Anteil Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. erfolgreich belegt als Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Von letzterer Gruppe wurden in dieser Zeit nur 15,4 % der Kühe trächtig.

Mit 34 % und 32,6 % sind in den Belegungswochen vier, fünf und sechs etwa gleich große Teile beider Mutterkuhgruppen trächtig geworden.

In der Zeit von der siebenten bis zur neunten Belegungswoche wurden mit 10,4 % nur halb so viel der Kühe mit Zustellung des Bullen ab dem 22. Tag p.p. belegt wie mit 19,9 % Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Auch während der folgenden drei Wochen wurde anteilig über ein Drittel mehr Kühe der Gruppe mit Zustellung des Bullen bis zum 21. Tag p.p. trächtig als Tiere der anderen Gruppe. Im weiteren Verlauf der Belegungsperiode näherte sich der Belegungsverlauf beider Gruppen an.


[Seite innerhalb Tabelle 57↓]

Tabelle 33 : Belegungsergebnisse im Belegungsintervall in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

 

Belegungszeit

Tage

1-

21

22-42

43-63

64-84

85-105

106-126

127-147

148-168

169-189

190-210

ab dem 22. Tag p.p.

n = 309

belegte Kühe im Belegungs­intervall

Stück

104

105

32

19

15

9

7

4

5

1

Trächtigkeitsrate im Belegungs­intervall

%

33,7

34,0

10,4

6,1

4,9

2,9

2,3

1,3

1,6

0,3

             

bis zum 21. Tag p.p.

n = 592

belegte Kühe im Belegungs­intervall

Stück

91

193

118

57

36

14

16

4

4

1

Trächtigkeitsrate im Belegungs­intervall

%

15,4

32,6

19,9

9,6

6,1

2,4

2,7

0,7

0,7

0,2

Abbildung 2 : Belegungsergebnisse im Belegungsintervall in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

In Tabelle 34 und Abbildung 3 wird die unterschiedliche Entwicklung der Trächtigkeitsraten beider Gruppen ab dem Tag der theoretisch ersten möglichen Trächtigkeit deutlich. Die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. wurden mit wesentlich kürzerem Zeitabstand zum Tag der theoretisch ersten möglichen Trächtigkeit belegt als die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p.

Von der Kuhgruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. waren nach den ersten 21 Belegungstagen 33,7 % der Tiere trächtig, dagegen von der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. nur 15,4 %.


[Seite 58↓]

67,6 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p. p. und 48 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. waren nach 42 Belegungstagen tragend.

Nach 63 Belegungstagen zählte die Trächtigkeitsrate der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. 78 % und die der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. 67,9 %.

Trächtig waren nach 84 Belegungstagen 84,1 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. und 77,5 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Die hier bestehende Differenz zwischen den Trächtigkeitsraten in Höhe von 6,6 % änderte sich im weiteren Verlauf der Belegungszeit nur noch unwesentlich. Sie variierte zwischen
5,4 und 7,2 %.

Tabelle 34 : Trächtigkeitsraten zum jeweiligen Belegungstag in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

 

Belegungszeit

Tage

21.

42.

63.

84.

105.

126.

147.

168.

189.

210.

ab dem 22. Tag p.p.

n = 309

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

104

209

241

260

275

284

291

295

300

301

Trächtigkeitsrate zum Belegungstag

%

33,7

67,6

78,0

84,1

89,0

91,9

94,2

95,5

97,1

97,4

             

bis zum 21. Tag p.p.

n = 592

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

91

284

402

459

495

509

525

529

533

534

Trächtigkeitsrate zum Belegungstag

%

15,4

48,0

67,9

77,5

83,6

86,0

88,7

89,4

90,0

90,2

Abbildung 3 : Trächtigkeitsraten zum jeweiligen Belegungstag in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.


[Seite 59↓]

Die in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p. darstellten Zwischentrage- und Zwischenkalbezeiten der Kühe sowie die Zahl der Geburten pro Kuh und Jahr (Tabelle 35) offenbaren die im Vergleich zu den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. höhere Kalbungsfrequenz der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p.

Auf Grund der für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. durchschnittlich 394 Tage andauernden Zwischenkalbezeit fanden im Durchschnitt dieser Gruppe lediglich 0,926 Kalbungen je Kuh und Jahr statt. Die mit 353,2 Tagen wesentlich kürzere mittlere Zwischenkalbezeit der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. ermöglichte durchschnittlich 1,033 Kalbungen pro Kuh und Jahr.

Die Mittelwerte der Zwischentragezeit und Zwischenkalbezeit waren zwischen den beiden Gruppen hoch signifikant+++ unterschiedlich.

In der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. wurde 97,4 % und in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. 90,2 % Trächtigkeitsrate erreicht (Tabelle 35).

Tabelle 35 : Fruchtbarkeitsergebnisse der Mutterkühe in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

  

ab dem 22. Tag p.p.
(n = 309)

bis zum 21. Tag p.p.
(n = 592)

ZTZ (Zwischentragezeit)

Tage

111

70,2

ZKZ (Zwischenkalbezeit)

Tage

394

353,2

Kalbungen je Kuh und Jahr

(der tragenden Kühe)

Stück

0,926

1,033

Trächtigkeitsrate

%

97,4

90,2

Die Kalbung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. erfolgte in einem konzentrierteren Zeitraum als die Kalbung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. (Tabelle 36).

Innerhalb einer sechswöchigen Kalbeperiode kalbten 69,4 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. Von den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. kalbten in dieser Zeit nur 53 %.

Nach neunwöchiger Kalbezeit hatten mit 80,1 %, 4,8 % mehr Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. als Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. gekalbt.

Innerhalb von zwölf Wochen Kalbezeit waren in beiden Gruppen die Anteile abgekalbter Kühe mit 86,4 bzw. 86,0 % etwa gleich hoch.


[Seite innerhalb Tabelle 60↓]

Tabelle 36 : Anteil der innerhalb einer begrenzten Kalbeperiode gekalbten Kühe in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

 

Anteil der gekalbten Kühe in %

Länge der Kalbezeit

ab dem 22. Tag p.p.
(n = 309)

bis zum 21. Tag p.p.
(n = 592)

nach 6 Wochen Kalbezeit

69,4

53,2

nach 9 Wochen Kalbezeit

80,1

75,3

nach 12 Wochen Kalbezeit

86,4

86,0

4.1.2 Auswertung entsprechend den unterschiedlichen Belegungszeiten

Kühe, denen der Bulle ab dem 22. Tag p.p. zugestellt wurde

Die Auswertung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. erbrachte für die Gruppen Winterkalbung und Frühjahrskalbung mit im Durchschnitt 68,6 bzw. 68,2 Tagen etwa gleich lange Zeitintervalle zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen (IKZ) (Tabelle 37). Damit hat das IKZ dieser Kühe für die Bewertung der Fruchtbarkeitsergebnisse der Gruppen der einzelnen Kalbeperioden keine Bedeutung.

Das Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung (IZB) unterschied dagegen beide Gruppen signifikant+. Es dauerte durchschnittlich für die Kühe der Winterkalbung 37,4 Tage und für die Kühe der Frühjahrskalbung 47,4 Tage an (Tabelle 37). Die Kühe der Winterkalbung wurden demnach zehn Tage schneller belegt als die Kühe der Frühjahrskalbung.

Tabelle 37 : Fruchtbarkeitsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. in Abhängigkeit vom Belegungszeitraum

Belegung ab:

Winterkalbung

März / April

Frühjahrskalbung

Mai / Juni

 

n

170

139

IKZ (Intervall Kalbung - Zustellung Zuchtbulle)

Minimum

22

22,00

Maximum

100

100,00

Mittelwert

68,6

68,2

S

32

33,9

S%

47

50

IZB (Intervall Zeit­punkt der ersten theoretisch mög­lichen Trächtigkeit – erfolgreiche Belegung)

Minimum

-3

3

Maximum

182

194

Mittelwert

37,4

47,4

S

37,3

41,2

S%

100

87


[Seite 61↓]

In Tabelle 38 und Abbildung 4 wird die unterschiedliche Entwicklung der Trächtigkeitsraten nach dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit in den Gruppen Winterkalbung und Frühjahrskalbung deutlich.

Tabelle 38 : Trächtigkeitsrate der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. zum Belegungstag, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Belegungszeit

Tage

21.

42.

63.

84.

105.

126.

147.

168.

189.

210.

Winter­kalbung

n = 170

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

69

119

134

145

153

156

160

162

164

164

Trächtigkeits­rate zum Belegungstag

%

40,6

70,0

78,8

85,3

90,0

91,8

94,1

95,3

96,5

96,5

             

Frühjahrs­kalbung

n = 139

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

35

90

107

115

122

128

131

133

136

137

Trächtigkeits­rate zum Belegungstag

%

25,2

64,7

77,0

82,7

87,8

92,1

94,2

95,7

97,8

98,6

Abbildung 4 : Trächtigkeitsrate der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. zum Belegungstag, in Abhängigkeit von der Belegungszeit


[Seite 62↓]

Innerhalb der ersten 21 Tage der Belegung stieg die Trächtigkeitsrate der Gruppe Winterkalbung schneller an als die der Gruppe Frühjahrskalbung. Nach diesen drei Wochen waren 40,6 % der Kühe der Winterkalbung belegt, dagegen nur 25,2 % der Kühe der Frühjahrskalbung.

Danach wurden mehr Kühe der Frühjahrskalbung trächtig als Kühe der Winterkalbung.
70 % der Winterkalbungskühe und 64,7 % der Frühjahrskalbungskühe waren nach
42 Belegungstagen tragend.

Nach 63 Belegungstagen war mit 78,8 % in der Gruppe Winterkalbung und 77 % in der Gruppe Frühjahrskalbung eine Annäherung der Trächtigkeitsraten erreicht.

Im weiteren Verlauf der Belegungszeit stiegen die Trächtigkeitsraten verlangsamt weiter an, differierten aber zwischen den Gruppen um nicht mehr als 3 %.

Die unterschiedlich großen Anteile belegter Kühe der Gruppen Winter- und Frühjahrskalbung in den verschiedenen Belegungsabschnitten verdeutlichen, dass die Kühe der Winterkalbung in den ersten drei, dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit folgenden Belegungswochen, zu einem wesentlich größeren Anteil belegt wurden als die Kühe der Frühjahrskalbung und dass sich dieser Trend in den folgenden sechs Wochen der Belegung umkehrte (Tabelle 39 und Abbildung 5).

Während der ersten drei Belegungswochen wurden 40,6 % der Kühe der Winterkalbung, aber nur 25,2 % der Kühe der Frühjahrskalbung trächtig.

Im Intervall von der vierten bis zur sechsten Belegungswoche dagegen sind 29,4 % der Gruppe Winterkalbung und 39,6 % der Gruppe Frühjahrskalbung und im Abschnitt von der siebenten bis zur neunten Belegungswoche 8,8 % der Kühe der Winterkalbung und 12,2 % der Kühe der Frühjahrskalbung belegt worden.

Die Anteile der Kühe, die während der folgenden Intervalle der Belegungsperiode trächtig wurden, nahmen immer mehr ab und unterschieden sich zwischen beiden Gruppen nicht wesentlich.

Tabelle 39 : Belegungsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. im Belegungsintervall, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Belegungszeit

Tage

1-

21

22-42

43-63

64-84

85-105

106-126

127-147

148-168

169-189

190-210

Winter­kalbung

n = 170

belegte Kühe im Beleg­ungsintervall

Stück

69

50

15

11

8

3

4

2

2

0

Trächtigkeits­rate im Bele­gungsintervall

%

40,6

29,4

8,8

6,5

4,7

1,8

2,4

1,2

1,2

0,0

             

Frühjahrs­kalbung

n = 139

belegte Kühe im Beleg­ungsintervall

Stück

35

55

17

8

7

6

3

2

3

1

Trächtigkeits­rate im Bele­gungsintervall

%

25,2

39,6

12,2

5,8

5,0

4,3

2,2

1,4

2,2

0,7


[Seite 63↓]

Abbildung 5 : Belegungsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem
22. Tag p.p. im Belegungsintervall, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Der Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit im Jahresverlauf unterscheidet die Gruppen, da er das Selektionskriterium der Gruppenbildung darstellt. Für die Kühe der Gruppe Winterkalbung fiel mit dem 24.03. der Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit durchschnittlich in die Stallhaltungsperiode (Tabelle 40). Dagegen für die Kühe der Frühjahrskalbung 44 Tage später mit dem 07.05. unmittelbar in die Zeit des Weideaustriebes.

Auch der Zeitpunkt der erfolgreichen Belegung im Jahresverlauf war zwischen beiden Gruppen unterschiedlich (Tabelle 40). Die erfolgreiche Belegung fand im Mittel für die Kühe der Winterkalbung am 30.04. und damit noch während der Stallhaltungsperiode statt.
Die Kühe der Frühjahrskalbung dagegen wurden 54 Tage später, am 24.06., also in der fortgeschrittenen Weidehaltungsperiode trächtig.

Tabelle 40 : Zeitangaben zur Belegung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. im Jahresverlauf entsprechend den Belegungsperioden

Belegung ab:

Winterkalbung

März / April

Frühjahrskalbung

Mai / Juni

 

n

170

139

Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit

Minimum

08.03.

02.05.

Maximum

28.04.

16.05.

Mittelwert

24.03.

07.05.

S (Tage)

18,6

3,2

Zeitpunkt der erfolgreichen Belegung

Minimum

05.03.

12.05.

Maximum

24.10.

20.11.

Mittelwert

30.04.

24.06.

S (Tage)

45,9

41,2


[Seite 64↓]

Während die Belegungszeit für die Gruppe Winterkalbung in den Monaten März/April und damit in der Stallhaltungsperiode begann, standen die Kühe der Frühjahrskalbung ab dem Monat Mai, also dem Zeitpunkt des Weideaustriebes, zur Belegung zur Verfügung
(Tabelle 41 und Abbildung 6).

Tabelle 41 : Belegungsablauf der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. im jahreszeitlichen Verlauf und entsprechend der Belegungszeit

Winterkalbungn = 170

Frühjahrskalbungn = 139

Monat

Kalender­woche

zu belegende Kühe

%

belegte

Kühe

%

Monat

Kalender­

Woche

zu belegende Kühe

%

belegte

Kühe

%

März

10

29,4

5,9

Mai

18

39,6

 

11

68,8

12,9

19

93,5

1,4

12

68,8

22,9

20

100

9,4

13

68,8

34,7

21

 

23,7

 

14

82,4

45,3

22

 

39,6

 

15

82,4

50,6

Juni

23

 

53,2

 

16

82,4

54,1

24

 

62,6

 

17

100

60,9

25

 

70,5

 

18

 

61,8

26

 

74,1

 

19

 

65,9

Juli

27

 

75,5

 

20

 

68,2

28

 

79,0

 

21

 

74,1

29

 

81,3

 

22

 

77,6

30

 

82,0

Juni

23

 

80,0

August

31

 

84,2

24

 

82,4

32

 

86,3

25

 

85,9

33

 

87,1

26

 

87,1

34

 

89,2

 

27

 

88,2

35

 

89,9

 

28

 

89,4

Sept.

36

 

91,4

 

29

 

89,4

37

 

92,8

 

30

 

90,0

38

 

94,2

 

31

 

92,4

39

 

94,2

 

32

 

92,9

Oktober

40

 

94,2

 

33

 

93,5

41

 

94,2

 

34

 

94,7

42

 

96,4

 

35

 

95,3

43

 

97,1

Sept.

36

 

95,3

Nov.

44

 

97,1

37

 

95,3

45

 

97,8

38

 

95,3

46

 

97,8

39

 

95,9

47

 

98,6

Oktober

40

 

95,9

    

41

 

95,9

  

Stallhaltung

 

42

 

95,9

    

43

 

96,5

  

Weidehaltung

 


[Seite 65↓]

Über 60 % der Kühe der Winterkalbung waren zum Zeitpunkt des Weideaustriebes tragend. In der Zeit unmittelbar vor und nach dem Weideaustrieb ließ der Belegungserfolg etwas nach, nahm aber ab der 21. Kalenderwoche wieder zu. Nach Ende der 25. Kalenderwoche waren 85,9 % aller Kühe trächtig. Danach stieg die Trächtigkeitsrate der Gruppe Winterkalbung nur noch langsam an.

Sehr wenige Kühe der Gruppe Frühjahrskalbung wurden in den ersten zwei Wochen der Belegungsphase trächtig. Es war die Zeit unmittelbar zum und nach dem Weideaustrieb. Dann stieg die Trächtigkeitsrate dieser Gruppe schnell bis auf 70,5 % nach der 25. Kalenderwoche. In der darauf folgenden Belegungszeit ging die Zahl der erfolgreich belegten Kühe zurück,
so dass nach der 29. Woche 81,3 % der Kühe trächtig waren.

Der wesentliche Unterschied zwischen den Gruppen Frühjahrs- und Winterkalbung war die anfangs der Belegungsperiode verzögert stattfindende Belegung der Frühjahrskalbungskühe, welche die Verlängerung des Zeitintervalls zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung bewirkte.

Abbildung 6 : Belegungsverlauf und Körperkondition der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. im jahreszeitlichen Verlauf und in Abhängigkeit vom Belegungszeitraum


[Seite 66↓]

Kühe, denen der Bulle bis zum 21. Tag p.p. zugestellt wurde

Für alle Tiere der Gruppen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. war das Zeitintervall zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen (IKZ) kürzer als
22 Tage (Tabelle 42). Entsprechend der in der Literatur vorherrschenden Meinung ist vor dem 22. Tag p.p. biologisch keine erneute Trächtigkeit der Kühe möglich. Deshalb hatten die hoch signifikanten+++ Unterschiede zwischen den IKZ der Kühe der Winter-, Frühjahrs- und Sommerkalbung keinen Einfluss auf die Belegungsergebnisse und sind damit bedeutungslos.

Auch das Zeitintervall zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung (IZB) war zwischen den Gruppen der drei Belegungszeiten unterschiedlich (Tabelle 42).

Die Kühe der Winterkalbung hatten mit 56,8 Tagen das längste IZB, das der Kühe der Frühjahrskalbung war mit 51,4 Tagen um 5,4 Tage kürzer. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Das IZB der Kühe der Sommerkalbung war nur 40,7 Tage lang und somit weitere 10,7 Tage kürzer als das der Kühe der Frühjahrskalbung. Die Unterschiede des IZB sowohl zwischen Frühjahrs- und Sommerkalbung und auch zwischen Winter- und Sommerkalbung waren signifikant++; +++.

Tabelle 42 : Fruchtbarkeitsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. in Abhängigkeit vom Belegungszeitraum

Belegung ab:

Winterkalbung

März / April

Frühjahrskalbung

Mai / Juni

Sommerkalbung

Juli / August

 

n

100

299

193

IKZ (Intervall Kalbung - Zustellung Zuchtbulle)

Minimum

0

0

0

Maximum

21

21

0

Mittelwert

9,7

4,7

0

S

7,6

5,9

0

S%

79

123

0

IZB (Intervall Zeit­punkt der ersten theoretisch mög­lichen Trächtigkeit – erfolgreiche Belegung)

Minimum

7

-3

-7

Maximum

182

190

126

Mittelwert

56,8

51,4

40,7

S

31,9

36,7

28,3

S%

56

71

70

In den ersten 42 Tagen nach dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit erreichten die Kühe der Winterkalbung eine wesentlich schlechtere Trächtigkeitsrate als die Kühe der Frühjahrs- und Sommerkalbung (Tabelle 43 und Abbildung 7). Danach wurden die Trächtigkeitsraten bis zum 63. Belegungstag ausgeglichen.

Nach 21 Belegungstagen waren lediglich 6 % der Kühe der Winterkalbung belegt, von den Kühen der Frühjahrskalbung dagegen 14,7 % und von den Kühen der Sommerkalbung sogar 21,2 %.

Die Trächtigkeitsrate der Gruppe Winterkalbung lag nach 42 Belegungstagen bei 33 %, die der Gruppe Frühjahrskalbung bei 50,8 % und die der Gruppe Sommerkalbung bei 51,3 %. Eine ausgeglichene Trächtigkeitsrate wurde erst nach 63 Belegungstagen erreicht. Zu diesem Zeitpunkt waren 67 % der Kühe der Winterkalbung, 68,9 % der Kühe der Frühjahrskalbung und 66,8 % der Kühe der Sommerkalbung trächtig.


[Seite 67↓]

Während der restlichen Belegungszeit blieben die Trächtigkeitsraten der Kühe mit Winterkalbung und der Kühe mit Frühjahrskalbung annähernd gleich hoch. Im Vergleich dazu blieb die Trächtigkeitsrate der Kühe mit Sommerkalbung zurück, da in dieser Zeit für die ersten Tiergruppen die Belegungszeit bereits beendet wurde.

Tabelle 43 : Trächtigkeitsraten der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zum Belegungstag, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Belegungszeit

Tage

21.

42.

63.

84.

105.

126.

147.

168.

189.

210.

Winter­kalbung

n = 100

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

6

33

67

81

87

89

93

94

95

-

Trächtigkeits­rate zum Belegungstag

%

6,0

33,0

67,0

81,0

87,0

89,0

93,0

94,0

95,0

-

             

Frühjahrs­kalbung

n = 299

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

44

152

206

238

256

263

274

277

280

281

Trächtigkeits­rate zum Belegungstag

%

14,7

50,8

68,9

79,6

85,6

88,0

91,6

92,6

93,6

94,0

             

Sommer­kalbung

n = 193

belegte Kühe zum Belegungstag

Stück

41

99

129

140

152

158

-

-

-

-

Trächtigkeits­rate zum Belegungstag

%

21,2

51,3

66,8

72,5

78,8

81,9

-

-

-

-

Abbildung 7 : Trächtigkeitsraten der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zum Belegungstag, in Abhängigkeit von der Belegungszeit


[Seite 68↓]

Wie in Tabelle 44 und Abbildung 8, in denen die Anteile der in einzelnen Belegungs­intervallen nach dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit belegten Kühe dargestellt werden, ersichtlich ist, wurden die Kühe der Gruppe der Winterkalbung zu einem späteren Zeitpunkt trächtig als die Kühe der Gruppen Frühjahrs- und Sommerkalbung.

In den ersten drei Belegungswochen wurde mit 6 % nur ein sehr geringer Anteil der Kühe der Winterkalbung belegt. Dagegen wurden 14,7 % der Kühe der Frühjahrskalbung und 21,2 % der Kühe der Sommerkalbung trächtig.

Auch im Zeitraum von der vierten bis sechsten Belegungswoche wurden mit 27 % von den Kühen der Winterkalbung der geringste Anteil der Kühe tragend. In diesem Zeitintervall wurden mit 36,1 % die Kühe der Frühjahrskalbung am erfolgreichsten belegt. Die Gruppe der Sommerkalbung hatte mit 30,1 % den mittleren Wert.

Mit 34 % wurde der größte Anteil der Winterkalbungskühe im Zeitraum von der siebenten bis zur neunten Belegungswoche trächtig, in dem mit 18,1 % und 15,5 % die Anteile der belegten Frühjahrs- und Sommerkalbungskühe geringer waren.

Im Abschnitt von der zehnten bis zwölften Belegungswoche wurden 14 % der Kühe der Winterkalbung, 10,7 % der Kühe der Frühjahrskalbung und 5,7 % der Kühe der Sommerkalbung trächtig.

In der darauf folgenden Belegungszeit erfolgte die Belegung der Kühe auf einem ausgeglichenen und niedrigen Niveau.

Tabelle 44 : Belegungsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. im Belegungsintervall, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Belegungszeit

Tage

1-

21

22-42

43-63

64-84

85-105

106-126

127-147

148-168

169-189

190-210

Winter­kalbung

n = 100

belegte Kühe im Bele­gungsintervall

Stück

6

27

34

14

6

2

4

1

1

-

Trächtigkeits­rate im Bele­gungsintervall

%

6

27

34

14

6

2

4

1

1

-

             

Frühjahrs­kalbung

n = 299

belegte Kühe im Bele­gungsintervall

Stück

44

108

54

32

18

7

11

3

3

1

Trächtigkeits­rate im Bele­gungsintervall

%

14,7

36,1

18,1

10,7

6,0

2,3

3,7

1,0

1,0

0,3

             

Sommer-kalbung

n = 193

belegte Kühe im Bele­gungsintervall

Stück

41

58

30

11

12

6

-

-

-

-

Trächtigkeits­rate im Bele­gungsintervall

%

21,2

30,1

15,5

5,7

6,2

3,1

-

-

-

-


[Seite 69↓]

Abbildung 8 : Belegungsergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. im Belegungsintervall, in Abhängigkeit von der Belegungszeit

Die Gruppen Winter-, Frühjahrs- und Sommerkalbung wurden entsprechend dem zu erwartenden Kalbetermin und somit dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit im Jahresverlauf zusammengestellt. Deshalb war der Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit zwischen den drei Gruppen unterschiedlich (Tabelle 45).

Die Kühe der Gruppe Winterkalbung konnten im Mittel ab dem 12.04., also wenige Wochen vor dem Ende der Stallhaltung, tragend werden, die Kühe der Gruppe Frühjahrskalbung
43 Tage später, ab dem 25.05., also wenige Wochen nach Weideaustrieb. Für die Kühe der Gruppe Sommerkalbung begann die Belegungszeit weitere 63 Tage später, am 27.07., in der Mitte der Weideperiode.

Auch der Zeitpunkt der erfolgreichen Belegung im Jahresverlauf unterscheidet die drei Gruppen Winter-, Frühjahrs- und Sommerkalbung (Tabelle 45). Die Belegung der Kühe der Winterkalbung fand im Mittel, am 07.06., also ca. vier Wochen nach Weideaustrieb, statt. Die Kühe der Frühjahrskalbung wurden durchschnittlich 38 Tage später, am 15.07., also etwa in der Mitte der Weideperiode, trächtig und die Kühe der Sommerkalbung weitere 52 Tage später, am 05.09.


[Seite innerhalb Tabelle 70↓]

Tabelle 45 : Zeitangaben zur Belegung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. im Jahresverlauf, entsprechend der Belegungszeit

Belegung ab:

Winterkalbung

März / April

Frühjahrskalbung

Mai / Juni

Sommerkalbung

Juli / August

 

n

100

299

193

Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit

Minimum

08.03.

01.05.

01.07.

Maximum

30.04.

30.06.

25.09.

Mittelwert

12.04.

25.05.

27.07.

S (Tage)

14,2

18,4

20,6

Zeitpunkt der erfolgreichen Belegung

Minimum

06.04.

04.05.

10.07.

Maximum

24.10.

18.11.

23.11.

Mittelwert

07.06.

15.07.

05.09.

S (Tage)

33,3

39,5

32,1

Auch in Tabelle 46 und Abbildung 9 ist ersichtlich, dass die Belegungszeit für die Kühe der Gruppe Winterkalbung in den Monaten März/April und damit zum Ende der Stallhaltungsperiode, für die Kühe der Gruppe Frühjahrskalbung im ersten Teil der Weideperiode im Mai/Juni und für die Kühe der Gruppe Sommerkalbung im Juli/August, also in der Mitte der Weideperiode, begann.

Am zeitnahesten zum Termin der theoretisch ersten möglichen Trächtigkeit wurden die Kühe der Gruppe Sommerkalbung tragend. Etwas länger ist die Zeit zwischen den beiden Terminen bei der Gruppe Frühjahrskalbung und am längsten bei der Gruppe Winterkalbung
(Tabelle 46, Abbildung 9).

Während der Stallhaltung, in den ersten Wochen der Belegungszeit zur Winterkalbung, wurde nur ein sehr geringer Teil der Kühe trächtig. Nach Weideaustrieb in der 18. und 19. Kalender-woche stieg der Anteil der belegten Kühe bis zur 22. Kalenderwoche gleichmäßig an. Die meisten Kühe wurden in der 23. und 24. Kalenderwoche tragend, aber auch während der Kalenderwochen 25, 26 und 27 wurde ein hoher Anteil an Kühen belegt. Nach dieser Zeit waren 84 % der Winterkalbungskühe tragend. Die Belegung der restlichen Kühe erfolgte dann verlangsamt.

Nur wenige Kühe der Frühjahrskalbung wurden in den ersten Wochen der Belegungs- und damit Weideperiode belegt. Von der 23. bis zur 31. Kalenderwoche stieg die Trächtigkeitsrate dann stetig an, so dass am Ende der 31. Kalenderwoche 72,3 % der Tiere trächtig waren. Danach wurden nur noch vereinzelte Tiere der Frühjahrskalbung tragend.

Durch die schnelle Belegung der Kühe der Sommerkalbung waren am Ende der 41. Kalender­woche bereits 71,5 % dieser Tiere trächtig. Da nach diesem Termin für die ersten Kuhgruppen die Belegungszeit beendet wurde, konnten nur noch einzelne Kühe gedeckt werden.


[Seite innerhalb Tabelle 71↓]

Tabelle 46 : Belegungsablauf der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. im jahreszeitlichen Verlauf und entsprechend der Belegungszeit

Winterkalbungn = 100

Frühjahrskalbung n = 299

Sommerkalbungn = 193

Monat

Ka­lender­woche

zu belegen­de Kühe

%

belegte Kühe

%

Monat

Ka­lender­woche

zu belegen­de Kühe

%

belegte Kühe

%

Monat

Ka­lender­woche

zu belegen­de Kühe

%

belegte Kühe

%

März

10

3

 

Mai

18

16,7

0,3

Juli

26

4,1

 

11

6

 

19

40,1

0,3

27

24,9

 

12

18

 

20

53,5

1,7

28

40,9

2,1

13

26

 

21

62,2

4,3

29

50,8

4,1

 

14

34

1

22

69,6

8,7

30

60,6

6,7

 

15

55

2

Juni

23

76,9

18,7

August

31

69,6

13,0

 

16

73

2

24

83,3

27,8

32

76,7

23,3

 

17

100

9

25

90,6

35,5

33

86,0

29,5

 

18

 

16

26

100

41,1

34

91,7

38,3

 

19

 

24

 

27

 

49,2

35

94,8

42,0

 

20

 

30

 

28

 

54,8

Sept.

36

95,9

47,7

 

21

 

37

 

29

 

60,5

37

99,0

53,9

 

22

 

43

 

30

 

64,2

38

100

59,1

 

23

 

57

 

31

 

72,2

39

 

64,2

 

24

 

68

 

32

 

75,3

Oktober

40

 

67,9

 

25

 

74

 

33

 

79,3

41

 

71,5

 

26

 

79

 

34

 

81,3

42

 

74,1

 

27

 

84

 

35

 

82,6

43

 

75,6

 

28

 

86

Sept.

36

 

84,3

Nov.

44

 

77,2

 

29

 

87

37

 

85,3

45

 

78,8

 

30

 

87

38

 

86,3

46

 

80,3

 

31

 

91

39

 

88,6

47

 

81,9

 

32

 

91

Oktober

40

 

90,3

    
 

33

 

92

41

 

91,0

    
 

34

 

92

42

 

91,6

    
 

35

 

93

43

 

92,0

  

Stallhaltung

Sept.

36

 

93

Nov.

44

 

92,0

    

37

 

94

45

 

93,0

  

Weidehaltung

38

 

95

46

 

94,0

    


[Seite 72↓]

Abbildung 9 : Belegungsablauf und Körperkondition der Kühe, denen der Bulle bis zum 22. Tag p.p. zugestellt wurde, im jahreszeitlichen Verlauf und in Abhängigkeit vom Belegungszeitraum


[Seite 73↓]

Futterqualität

Einen Monat vor dem Zeitpunkt der theoretisch möglichen Trächtigkeit der ersten Kühe und ca. sieben bis acht Wochen vor dem durchschnittlichen Zeitpunkt der theoretisch möglichen Trächtigkeit begann die Beprobung der Grobfuttermittel bei den Gruppen der drei Kalbezeiten (Tabelle 47).

Die der Gruppe Winterkalbung während der Stallhaltung gefütterte Grassilage hatte nur mittlere Qualität. Der Energiegehalt in der Trockensubstanz variierte zwischen 5,2 und
5,6 MJ NEL, der Proteingehalt zwischen 83,1 und 93,7 g RPR. Die Grasproben der folgenden Weideperiode vom 12.05., 01.06 und 01.07. hatten mit 5,9, 5,8 und 6,0 MJ NEL wesentlich höhere Energie- und mit 192,7, 110,1 und 134,6 g RPR auch höhere Eiweißgehalte.

Auch den Tieren der Gruppe Frühjahrskalbung wurde während der Stallhaltung nur Grassilage mittlerer Qualität gefüttert. Die beiden am 01.04. und 01.05 entnommenen Proben enthielten 5,3 bzw. 5,2 MJ NEL und 89 bzw. 83,1 g RPR in der Trockensubstanz. Die folgenden Proben des Weidegrases vom 12.05., 01.06., 01.07., 01.08. und 01.09. hatten mit 5,9 bis 7,1 MJ NEL einen wesentlich höheren Energiegehalt. Der Rohproteingehalt schwankte zwischen 192,7 und 110,6 g.

Die Kühe der Gruppe Sommerkalbung ernährten sich im belegungsnahen Zeitraum ausschließlich von Weidegras. Dieses wurde während des Zeitraumes vom 01.06. bis zum 01.10. im monatlichen Abstand beprobt. Der Energiegehalt der ersten Proben war mit
6,2 MJ NEL hoch, sank aber zum Ende des Sommers auf bis zu 5,4 und 5,6 MJ NEL ab. Der Eiweißgehalt schwankte zwischen 96,4 und 131,3 g RPR.

Tabelle 47 : Analyseergebnisse des den Kühen der verschiedenen Kalbezeiten im belegungsnahen Zeitraum gefütterten Grundfutters

Datum der Probenahme

01.02.

01.03.

01.04.

01.05.

12.05.

01.06.

01.07.

Winter­kalbung

Futtermittel

AWS

AWS

AWS

AWS

Gras

Gras

Gras

MJ NEL/kg TS

5,6

5,4

5,2

5,2

5,9

5,8

6

g RPR/kg TS

88,2

85,2

93,7

83,1

192,7

110,1

134,6

        

Datum der Probenahme

01.04.

01.05.

12.05.

01.06.

01.07.

01.08.

01.09.

Frühjahrs­kalbung

Futtermittel

AWS

AWS

Gras

Gras

Gras

Gras

Gras

MJ NEL/kg TS

5,3

5,2

5,9

6,7

7,1

6,2

6

g RPR/kg TS

89

83,1

192,7

129,7

174,2

160,4

110,6

        

Datum der Probenahme

01.06.

01.07.

01.08.

01.09.

01.10.

-

-

Sommer­kalbung

Futtermittel

Gras

Gras

Gras

Gras

Gras

-

-

 

MJ NEL/kg TS

6,2

6,2

5,9

5,4

5,6

-

-

 

g RPR/kg TS

123,2

111,9

107,9

96,4

131,3

-

-

 

Körperkondition

Die Ergebnisse der Körperkonditionsbewertungen zeigen starke Schwankungen im jahreszeitlichen Verlauf (Tabelle 48, Abbildung 6 und 9).

Zu Beginn der Belegungszeit am 01.03. wurde die Körperkondition der Kühe der Gruppe Winterkalbung im Mittel mit der Note 2,64 bewertet. Dann sank sie, mit den Bewertungsnoten 2,41 am 01.04. und 2,15 am 01.05., bis zum Weideaustrieb ab. In den ersten [Seite 74↓]Wochen nach Weideaustrieb stieg die Körperkondition schnell auf die Note 3,16 am 01.06. und steigerte sich danach bis zum 01.07. auf 3,28.

Die Kühe der Frühjahrskalbung wurden am Beginn der Belegungszeit, dem 01.05., im Durchschnitt mit der Körperkonditionsnote 2,59 bewertet. Auch in dieser Kuhgruppe stieg die Körperkondition während der ersten Wochen der Weideperiode bis auf 3,42 am 01.06., um dann mit 3,22 am 01.07. und 3,08 am 01.08. leicht zurückzugehen.

Die Kühe der Sommerkalbung befanden sich schon zu Anfang der Belegungsperiode am 01.07. mit der Bewertungsnote 3,61 in der besten Körperkondition. Diese ließ mit den Bewertungen 3,59 am 01.08. sowie 3,45 am 01.09. und am 01.10. nur geringfügig nach.

Die Körperkondition der Kühe der Winterkalbung und der Kühe der Frühjahrskalbung unterschieden sich am Beginn der Belegungszeit nicht signifikant (Tabelle 48). Sie hatte in beiden Gruppen ein niedriges Niveau.

In den folgenden zwei Monaten der Belegungszeit stieg die Körperkondition der Gruppe Frühjahrskalbung stark an, während die der Gruppe Winterkalbung abnahm. Dadurch entstanden zwischen beiden Gruppen hoch signifikante+++ Unterschiede. Danach glich sich die Körperkondition der beiden Gruppen an und es waren keine bzw. nur weniger signifikante+ Unterschiede vorhanden.

Nach anfänglich hoch signifikanten+++ Unterschieden zwischen der Frühjahrs- und Sommer­kalbung unterschieden sich die Körperkonditionen zu den folgenden zwei Bewertungszeit­punkten nicht bzw. nur gering+. Zur vierten Bewertung war die Körperkondition dann wieder hoch signifikant+++ verschieden.

Die Gruppen der Winter und Sommerkalbung unterschieden sich im Ergebnis der ersten drei Körperkonditionsbewertungen hoch signifikant+++, bei der vierten Bewertung jedoch nur noch wenig+.

Tabelle 48 : Darstellung der Ergebnisse der Körperkonditionsbewertung von repräsentativen Mutterkuhgruppen der verschiedenen Kalbeperioden im belegungsnahen Zeitraum

Körperkonditionsbewertung

 

Bewertungsdatum

01.03.

01.04.

01.05.

01.06.

01.07.

Winterkalbung

n = 37

Kalenderwoche

9

13

18

22

26

Mittelwert

2,64

2,41

2,15

3,16

3,28

 

Bewertungszeitpunkt

01.05.

01.06.

01.07.

01.08.

01.09.

Frühjahrskalbung

n = 38

Kalenderwoche

18

22

26

31

35

Mittelwert

2,59

3,42

3,22

3,08

3,09

 

Bewertungszeitpunkt

01.07.

01.08.

01.09.

01.10.

-

Sommerkalbung

n = 32

Kalenderwoche

26

31

35

39

-

Mittelwert

3,61

3,59

3,45

3,45

-

Signifikanz

Winterkalbung : Frühjahrskalbung

-

+++

+++

-

+

Frühjahrskalbung : Sommerkalbung

+++

-

+

+++

 

Winterkalbung : Sommerkalbung

+++

+++

+++

+

 


[Seite 75↓]

4.2  Ernährung und Kälberentwicklung

4.2.1 Kälber aus der Winterkalbung

4.2.1.1 Kraftfutteraufnahme

Beginn der Kraftfutteraufnahme

Die Kälber begannen im Mittel um den 40. Lebenstag wesentliche Mengen Kraftfutter aufzunehmen (Tabelle 49 und Abbildung 10 und 11). Zwischen den weiblichen Tieren der Gruppe I/1 und den männlichen Tieren der Gruppe I/2 bestand beim Beginn der Kraftfutteraufnahme kein signifikanter Unterschied.

Tierindividuell war der Zeitpunkt des Beginns der Kraftfutteraufnahme sehr unterschiedlich. Die ersten Kälber nahmen auf niedrigem Niveau bereits in der zweiten Lebenswoche Kraftfutter auf, während andere erst ab der zwölften Lebenswoche mit der Kraftfutter­aufnahme begannen (Tabelle A 5).

Tägliche Kraftfutteraufnahme

Nach Beginn der Kraftfutteraufnahme stieg die Menge des täglichen Verzehrs ständig an (Tabelle 49 und Abbildung 11). Bis zum 70. Lebenstag blieb sie mit durchschnittlich 94 g pro Tier und Tag relativ gering. Danach ist eine deutliche Steigerung der Kraftfutteraufnahme zu erkennen. Zum Abschluss der Fütterungszeit mit 126 Lebenstagen nahmen die Kälber im Mittel 1.499 g Konzentrat täglich auf.

Es war bei der täglichen Kraftfutteraufnahme kein signifikanter Unterschied zwischen den weiblichen Tieren der Gruppe I/1 und den männlichen Tieren der Gruppe I/2 nachweisbar.

Tabelle 49 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme

 

Gruppe I/1 (weiblich)

Gruppe I/2 (männlich)

Gruppe I/1 und I/2

Lebensalter

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Tage

Stück

g

Stück

g

Stück

g

5,3 - 14

15

1

15

1

30

1

15 - 28

15

3

15

8

30

6

29 - 42

15

7

15

17

30

12

43 - 56

15

20

15

49

30

34

57 - 70

15

70

15

117

30

94

71 - 84

15

180

15

268

30

224

85 - 98

15

518

15

664

30

591

99 - 112

13

864

12

1.148

25

1.006

113 - 126

12

1.336

10

1.662

22

1.499


[Seite 76↓]

Tabelle A 5 und Abbildung 10 belegen, dass die einzelnen Kälber während der gesamten Konzentratfütterungszeit sehr unterschiedliche Mengen Kraftfutter aufnahmen. Die Standardabweichung stieg über den gesamten Zeitraum an und erreichte zum Ende im Durchschnitt 543 g. Die prozentuale Standardabweichung jedoch nahm auf Grund des steigenden Mittelwertes stetig ab.

Abbildung 10 : Einzeltierbezogene Verteilung der täglichen Kraftfutteraufnahme in den Gruppen I/1 und I/2 mit Trendlinie


[Seite 77↓]

Abbildung 11 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme

Gesamte Kraftfuttermenge

In Tabelle 50 und Abbildung 12 sind die durch die Kälber bis zum jeweiligen Lebenstag gesamt aufgenommenen Kraftfuttermengen dargestellt. Die durchschnittlich verzehrten Konzentratmengen betrugen am 42. Lebenstag 250 g und am 70. Lebenstag 2.041 g. Danach führten größere tägliche Aufnahmemengen zu einem starken Anstieg der gesamt verzehrten Mengen. Insgesamt nahmen die Kälber während der durchschnittlich 110 Tage langen und bis zum 115. Lebenstag andauernden Konzentratfütterungszeit im Mittel 38 kg Kraftfutter auf.

Mit 36 kg Kraftfutterverzehr unterschieden sich die weiblichen Kälber von den männlichen Kälbern, die 40,5 kg aufgenommen hatten, nicht signifikant.

Tabelle 50 : Mittelwerte der bis zum Lebenstag aufgenommenen Kraftfuttermengen

 

Gruppe I/1 (weiblich)

Gruppe I/2 (männlich)

Gruppe I/1 und I/2

Lebensalter

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Tage

Stück

g

Stück

g

Stück

g

14

15

8

15

13

30

11

28

15

44

15

128

30

86

42

15

139

15

360

30

250

56

15

413

15

1.047

30

730

70

15

1.394

15

2.687

30

2.041

84

15

3.911

15

6.434

30

5.173

98

15

10.975

15

14.722

30

12.849

112

13

22.028

12

25.078

25

23.553

126

12

36.140

10

40.517

22

38.329


[Seite 78↓]

Aus den tierindividuellen Unterschieden bei der täglichen Kraftfutteraufnahme ergaben sich große Differenzen beim gesamt verzehrten Kraftfutter (Tabelle A 6). Das Kalb mit der geringsten Konzentrataufnahme hatte während der gesamten Fütterungszeit 17 kg, das mit der höchsten Aufnahme dagegen 59 kg Kraftfutter aufgenommen.

Abbildung 12 : Mittelwerte der bis zum Lebenstag aufgenommenen Kraftfuttermengen

4.2.1.2 Lebendmasseentwicklung

Tägliche Lebendmassezunahme

Im Zeitraum zwischen der Geburt und dem 42. Lebenstag waren die täglichen Lebendmasse­zunahmen der Kälber aller Gruppen rückläufig (Tabelle 51 und Abbildung 13). Sie sanken von über 1.000 g in den ersten zwei Wochen bis zu wenig über 750 g in der fünften und sechsten Lebenswoche. Während dieser Zeit waren die Tageszunahmen der Kälber mit und ohne Kraftfutterfütterung etwa gleich hoch.

In der nächsten, bis zum 70. Lebenstag dauernden Phase nahmen die Kälber mit Konzentratfütterung täglich ca. 20 g mehr zu als die Kälber ohne Kraftfutterfütterung. Die Werte gingen aber für beide Gruppen bis auf 669 bzw. 691 g in der neunten und zehnten Lebenswoche weiter zurück.

Danach prägte sich eine deutliche Leistungsüberlegenheit der Kälber mit Kraftfutterfütterung gegenüber den Kälbern ohne Kraftfutterfütterung aus. Die Tageszunahmen der Kälber mit Kraftfutterfütterung stagnierten nach dem 70. Lebenstag, um dann bis zum Weideaustrieb kontinuierlich anzusteigen, während die der Kälber ohne Kraftfutterfütterung weiter rückläufig waren. In der dreizehnten und vierzehnten Lebenswoche nahmen die Kälber mit Konzentratzufütterung 805 g täglich zu und die Kälber ohne Konzentratzufütterung 473 g. Unmittelbar vor Weideaustrieb in der fünfzehnten und sechzehnten Lebenswoche erhöhte sich die Körpermasse der Tiere der Gruppen I/1 und I/2 täglich um 879 g und die der Tiere der Gruppen II/1 und II/2 um 406 g.


[Seite 79↓]

Von der Geburt bis zum 84. Lebenstag unterschieden sich die täglichen Lebendmasse­zunahmen der Tiere der Gruppen mit und ohne Kraftfutterzufütterung nicht signifikant. Hoch signifikant+++ dagegen unterschieden sie sich vom 85. bis 112. Lebenstag, also in den letzten vier Wochen vor Weideaustrieb.

Korrelationen zwischen der täglichen Kraftfutteraufnahme und der täglichen Lebendmasse­zunahme waren bei den Tieren der Gruppen I/1 und I/2 während der gesamten Konzentratfütterungsperiode nicht nachweisbar.

Nach dem Weideaustrieb und der Einstellung der Konzentratzufütterung erreichten die Kälber mit und ohne Konzentratzufütterung bis zum 140. Lebenstag auf identischem Niveau durchschnittliche Tageszunahmen von ca. 1.200 g. Es war kein Leistungsunterschied zwischen den Kälbergruppen mit und ohne Konzentratzufütterung mehr vorhanden.

Zwischen dem 141. und 196. Lebenstag waren die täglichen Zunahmen aller Kälbergruppen rückläufig, wobei die Zunahmen der Kälber mit Konzentratzufütterung stärker zurückgingen als die der Kälber ohne Konzentratzufütterung. Die Kälber mit vorheriger Kraftfutteraufnahme hatten hier mit 1.108 und 1.061 g um 80 bis 90 g geringere Tageszuwächse als die Kälber ohne Kraftfutteraufnahme.

Vom 197. bis zum 280. Lebenstag reduzierten sich die Tageszunahmen der Kälber weiter bis auf 638 bzw. 646 g.

Für die gesamte Zeit nach Weideaustrieb konnten keine signifikanten Unterschiede bei den täglichen Lebendmassezunahmen entsprechend dem Lebensalter zwischen den Gruppen mit und ohne Kraftfutterzufütterung errechnet werden.

Tabelle 51 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen entsprechend dem Lebensalter

  

mit Kraftfutterzufütterung

Gruppe I/1 und I/2

ohne Kraftfutterzufütterung

Gruppe II/1 und II/2

Signifikanz

 

Lebensalter

n

Mittelwert

n

Mittelwert

 

Tage

Stück

kg

Stück

kg

Stallhaltung

1 - 14

30

1,093

30

1,020

-

15 - 28

30

0,864

30

0,862

-

29 - 42

30

0,767

30

0,776

-

43 - 56

30

0,707

30

0,688

-

57 - 70

30

0,691

30

0,669

-

71 - 84

30

0,683

30

0,593

-

85 - 98

29

0,805

26

0,473

+++

99 - 112

24

0,879

22

0,406

+++

Weidehaltung

113 - 140

22

1,200

24

1,203

-

141 - 168

30

1,108

30

1,190

-

169 - 196

30

1,061

30

1,151

-

197 - 224

30

1,095

30

1,100

-

225 - 252

30

0,899

30

0,950

-

253 - 280

30

0,638

30

0,646

-


[Seite 80↓]

Abbildung 13 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen entsprechend dem Lebensalter

In der siebentägigen Phase der Futter-, Haltungs- und Tiergruppenumstellung zum Weideaustrieb hatten die Kälber mit vorheriger Kraftfutterzufütterung 44 g und die Kälber ohne Kraftfutterfütterung 530 g am Tag zugenommen.

Im Verhältnis zur Zeit vor dem Weideaustrieb sanken die Lebenstagzunahmen der Kälbergruppen I/1 und I/2 während der Umstellungszeit um 835 g ab, während die Kälber der Gruppen II/1 und II/2 ihre Tageszunahmen um 112 g steigerten (Tabelle 52).

Tabelle 52 : Tägliche Lebendmassezunahmen der Kälbergruppen mit und ohne Konzentratzufütterung vor und nach dem Weideaustrieb

 

Mittelwert kg

 

mit Kraftfutterzufütterung

Gruppe I/1 und I/2

ohne Kraftfutterzufütterung

Gruppe II/1 und II/2

20.04. - 10.05. (vor Weideaustrieb)

0,879

0,418

11.05. - 17.05. (nach Weideaustrieb

/Umstellung)

0,044

0,530

Differenz:(nach Weideaustrieb/ Umstellung - vor Weideaustrieb)

-0,835

0,112


[Seite 81↓]

Um die Einflüsse durch wechselndes Wetter und Futterangebot zu dokumentieren, sind in Tabelle 53 und Abbildung 14 die Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf dargestellt.

In den ersten vier Wochen nach der Umstellung erreichten die Kälber mit vorheriger Konzentratzufütterung mit 1.149 g hohe Tageszunahmen. Die Kälber ohne Konzentrat­zufütterung hatten 1.254 g tägliche Lebendmassezunahmen und damit eine ca. 100 g höhere Leistung als die Kälber mit Kraftfutterfütterung.

Danach ging mit Fortschreiten der Vegetationszeit die Zuwachsleistung der Tiere zurück. Die Leistungsüberlegenheit der Kälber ohne Kraftfutterfütterung war während der gesamten verbleibenden Weidehaltungszeit erkennbar und schwankte zwischen 6 und 92 g. Signifikante Unterschiede konnten allerdings nicht nachgewiesen werden.

Im Oktober, während der letzten vier Wochen vor Abschluss der Weideperiode, nahmen die Kälber nur noch 400 bzw. 456 g Lebendmasse täglich zu.

Nachweisbare Korrelationen zwischen der gesamt durch die Kälber der Gruppen I/1 und I/2 während der Stallhaltung aufgenommenen Kraftfuttermenge und den täglichen Lebendmassezunahmen während der Weideperiode waren nicht vorhanden.

Tabelle 53 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf

 

mit Kraftfutterzufütterung

Gruppe I/1 und I/2

ohne Kraftfutterzufütterung

Gruppe II/1 und II/2

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

 

Stück

kg

Stück

kg

Umstellung

11.05. - 17.05.

30

0,044

30

0,530

++

18.05. - 15.06.

30

1,149

30

1,254

-

16.06. - 12.07.

30

0,996

30

1,088

-

13.07. - 09.08.

30

1,200

30

1,206

-

10.08. - 06.09.

30

1,021

30

1,072

-

07.09. - 04.10.

30

0,822

30

0,892

-

05.10. - 01.11.

30

0,400

30

0,456

-


[Seite 82↓]

Abbildung 14 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf

Die Standardabweichung der täglichen Lebendmassezunahmen innerhalb der Gruppen war während den ersten zwei Lebenswochen (Tabelle A 7) und zur Umstellungszeit am Beginn der Weideperiode (Tabelle A 8) am höchsten. Sonst blieb sie konstant.

Tabelle 54 stellt die Qualität des den Kühen und Kälbern gefütterten Grundfutters dar.

Die während der Stallhaltungsperiode angebotene Anwelksilage hatte einen Gehalt von
5,4 bis 5,9 MJ NEL und 95,7 bis 115,5 g Rohprotein.

Die Qualität des Weidegrases schwankte im Verlauf des Sommers stark. Es enthielt zwischen 5,45 und 5,6 MJ NEL und 83,75 und 173,2 g RPR in der Trockensubstanz. Am Beginn der Weideperiode stand junges, energiereiches Futter zur Verfügung. Anfang Juli ist ein Rückgang der Energiekonzentration zu beobachten, die mit dem zweiten Aufwuchs, Anfang August, wieder wesentlich stieg. Zum Ende Weideperiode, Anfang November, erreichte die Weidefutterqualität den Tiefststand.

Es konnte mit den Korrelationskoeffizienten 0,630 bei den Kälbern mit Konzentrat­zufütterung und 0,581 bei den Kälbern ohne Kraftfutter eine Korrelation zwischen der täglichen Lebendmassezunahme der Kälber und dem Energiegehalt des Weidegrases während der Weideperiode nachgewiesen werden.

Ein Zusammenhang zwischen der täglichen Lebendmassezunahme der Kälber und dem Rohproteingehalt des Weidegrases während der Weideperiode war nicht festzustellen.


[Seite innerhalb Tabelle 83↓]

Tabelle 54 : Qualität des zur Fütterung der Kälber aus der Winterkalbung und deren Mütter eingesetzten Grundfutters

Probenahme­Zeitpunkt

Futtermittel

 

Inhaltsstoffe je kg TS

TS in %

MJ NEL

g RPR

Rfa g

01.01.

Anwelksilage

28,0

5,4

95,7

362,6

01.02.

Anwelksilage

37,8

5,9

115,5

303,2

01.03.

Anwelksilage

27,4

5,5

98,5

333,5

01.04.

Anwelksilage

39,5

5,5

115,4

323,8

01.05.

Anwelksilage

27,2

5,6

104,4

314,7

01.06.*

Weidegras

28,35

6,05

85,75

275,3

01.07.*

Weidegras

19,1

5,8

135,2

287,0

01.08.*

Weidegras

16,65

6,45

173,2

224,4

01.09.*

Weidegras

23,4

5,9

107,6

265,7

01.10.*

Weidegras

20,8

6,05

150,6

258,0

01.11.*

Weidegras

19,6

5,6

121,4

316,4

*Mittelwert aus zwei Proben, entnommen von den beiden Herden mit männlichen und weiblichen Kälbern

Lebendmasse

In Tabelle 55 und Abbildung 15, welche die Lebendmasseentwicklung der Kälber entsprechend ihrem Lebensalter darstellen, ist erkennbar, dass die Kälber ohne Konzentratzufütterung eine im Durchschnitt um 1,2 kg geringere Geburtsmasse hatten als die Kälber mit Konzentratzufütterung.

Entsprechend den bis zum 42. Lebenstag nur geringen Unterschieden bei den Tageszunahmen war auch die Lebendmasseentwicklung der Kälber mit und ohne Konzentratfütterung bis zu diesem Zeitpunkt ähnlich. Die Kälber ohne Kraftfutter wogen am 42. Lebenstag 2,1 kg weniger als die Kälber mit Kraftfutter. Am 70. Lebenstag differierte die Lebendmasse um
2,7 kg.

Durch die dann höheren täglichen Lebendmassezunahmen wogen die Kälber mit Konzentratfütterung zum Weideaustrieb mit 112 Tagen Lebensalter 13,5 kg mehr als die Kälber ohne Kraftfutter. Diese Differenz war signifikant++ unterschiedlich.

Während der ersten Umstellungsphase ging der Lebendmassevorsprung auf 11,9 kg zurück.

Vom 140. bis 196. Lebenstag reduzierte sich diese Differenz weiter bis auf 6 kg. Am Ende des Untersuchungszeitraumes mit 280 Lebenstagen wogen die Kälber ohne Kraftfutterzufütterung 4,3 kg weniger als die Kälber mit Kraftfutterzufütterung. Reduziert um den Geburtsmasseunterschied verbleibt eine Differenz von 3,1 kg.


[Seite innerhalb Tabelle 84↓]

Tabelle 55 : Mittelwerte der Lebendmasse zum Lebenstag

  

mit Kraftfutterzufütterung

Gruppe I/1 und I/2

ohne Kraftfutterzufütterung

Gruppe II/1 und II/2

Signifikanz

 

Lebensalter

n

Mittelwert

n

Mittelwert

 

Tage

Stück

kg

Stück

kg

 

0

30

40,8

30

39,6

-

Stallhaltung

14

30

56,1

30

53,9

-

28

30

68,2

30

65,9

-

42

30

78,9

30

76,8

-

56

30

88,8

30

86,4

-

70

30

98,5

30

95,8

-

84

30

108,0

30

104,1

-

98

29

119,8

26

112,9

-

112

24

131,5

22

118,0

++

Weidehaltung

140

22

158,0

24

146,1

-

168

30

186,7

30

178,1

-

196

30

216,4

30

210,4

-

224

30

247,1

30

241,1

-

252

30

272,2

30

267,8

-

280

30

290,1

30

285,8

-

Abbildung 15 : Mittelwerte der Lebendmasse zum Lebenstag


[Seite 85↓]

Die Lebendmasseentwicklung der Kälber während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf stellen Tabelle 56 und Abbildung 16 dar.

Zum Weideaustrieb am 10.05. waren die Kälber mit Konzentratfütterung 19,4 kg schwerer als die Kälber ohne Konzentratfütterung. Nach der Umstellungswoche zur Weidehaltung ohne Konzentratfütterung am 17.05. betrug diese Differenz noch 16,1 kg.

Sie reduzierte sich bis zur letzten Wägung am 01.11. auf 5,3 kg. Da die Kälber mit Kraftfutterfütterung eine um 1,2 kg höhere Geburtsmasse hatten, verbleibt am 01.11. ein Vorteil der Lebendmassezunahme in Höhe von 4,1 kg.

Signifikante Unterschiede bei der Lebendmasse waren nur zum Zeitpunkt des Weideaustriebes++ und in den ersten Tagen danach+ nachweisbar.

Auf Grund der großen tierindividuellen Unterschiede bei den täglichen Lebendmassezunahmen erhöhte sich mit steigendem Lebensalter die Standardabweichung der Lebendmasse innerhalb der Gruppen (Tabelle A 9 und A 10). Die prozentuale Standardabweichung dagegen war durch die steigenden Mittelwerte leicht rückläufig.

Tabelle 56 : Mittelwerte der Lebendmasse während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf

 

mit Kraftfutterzufütterung

Gruppe I/1 und I/2

ohne Kraftfutterzufütterung

Gruppe II/1 und II/2

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

 

Stück

kg

Stück

kg

Umstellung 10.05.

30

139,7

30

120,3

++

17.05.

30

140,1

30

124,0

+

15.06.

30

173,4

30

160,4

-

12.07.

30

200,3

30

189,8

-

09.08.

30

233,9

30

223,5

-

06.09.

30

262,5

30

253,5

-

04.10.

30

285,5

30

278,5

-

01.11.

30

296,7

30

291,3

-


[Seite 86↓]

Abbildung 16 : Mittelwerte der Lebendmasse während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf

4.2.2 Kälber aus der Sommerkalbung

4.2.2.1 Kraftfutteraufnahme

Beginn der Kraftfutteraufnahme

Einige Kälber begannen innerhalb kurzer Zeit nach der Einstallung mit der Aufnahme von Konzentratfutter (Tabelle 57, Abbildung 17). Allerdings waren die tierindividuellen Unterschiede dabei sehr hoch (Tabelle A 11). Das erste Kalb hatte während der ersten zehn Futtertage bereits 2.705 g Kraftfutter aufgenommen. Dagegen verzehrte das letzte Kalb erst nach dem 108. Futtertag etwas Kraftfutter.

Bis zum Absetzen der Kälber wurden immer Tiere verzeichnet, die innerhalb des zweiwöchigen Auswertungsintervalls kein Kraftfutter verzehrten. Einige Kälber nahmen bis zum Ende der Fütterungszeit das Kraftfutter nur sporadisch und in geringsten Mengen auf. Diese Tiere begannen während der gesamten Fütterungszeit bis zum Absetzen nie wirklich mit der Kraftfutteraufnahme.

Tägliche Kraftfutteraufnahme

Die Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme unterschieden die spätere Gruppe 1 (vom Kraftfutterverzehr die untere Hälfte) und die spätere Gruppe 2 (vom Kraftfutterverzehr die oberen Hälfte) bereits in den ersten 52 Futtertagen stark (Tabelle 57, Abbildung 17).

Während dieser Zeit nahmen die Kälber der Gruppe 1 durchschnittlich nur 84 g, die Kälber der Gruppe 2 dagegen 569 g Kraftfutter pro Tag auf.

Während die Kälber der Gruppe 2 ihren Kraftfutterverzehr kontinuierlich steigerten, so dass sie im Mittel vom 39. bis 52. Futtertag bereits 1.298 g täglich aufnahmen, verzehrten die Kälber der Gruppe 1 in diesem Zeitabschnitt nur 157 g, ließen also bis zum 52. Futtertag noch keine wesentliche und kontinuierliche Kraftfutteraufnahme erkennen.


[Seite innerhalb Tabelle 87↓]

Tabelle 57 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme während der Fütterungszeit bis zum Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

Gruppe 2

Sig­

nifikanz

Gruppe 1 und 2

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertage

Stück

g

Stück

g

Stück

g

1.-10.

20

23

20

84

++

40

54

23.-24.

20

106

20

313

++

40

209

25.-38.

20

50

20

582

+++

40

316

39.-52.

20

157

20

1.298

+++

40

728

Mittelwert

-

84

-

569

+++

-

327

Im Zeitraum vom 53. bis 178. Futtertag nahmen die Kälber der Gruppe 1 im Mittel 848 g und die Kälber der Gruppe 2 2.762 g Konzentrat täglich auf (Tabelle 58, Abbildung 17).

Der tägliche Kraftfutterverzehr der Gruppe 1 stieg nach dem 52. Futtertag nur langsam an. Der Maximalwert von 1.500 g am Tag wurde bis zum Ende der Konzentratfütterungszeit im Durchschnitt der Kälber nicht erreicht.

Die Kälber der Gruppe 2 dagegen steigerten den Kraftfutterverzehr bis zum 150. Futtertag auf durchschnittlich 3.971 g pro Tag. In der folgenden Zeit ging die tägliche Aufnahmemenge geringfügig zurück.

In der Zeit vom 109. bis 136. Futtertag war bei beiden Gruppen eine Degression der täglichen Konzentrataufnahme zu beobachten.

Die großen Unterschiede zwischen den Einzeltieren waren Ursache für die mangelnde Ausschöpfung der Maximalfuttermenge durch die Kälber der Gruppe 1. Einige Tiere hatten bis zum Ende der Fütterungszeit lediglich vom Konzentratfutter „probiert“, während andere Kälber die zur Verfügung gestellten 1.500 g etwa ab dem 95. Futtertag verzehrten
(Tabelle A 13).

Auf Grund der Sortierung der Gruppen entsprechend der Höhe der täglichen Kraftfutteraufnahme in den ersten 52 Fütterungstagen war die Kraftfutteraufnahme der beiden Gruppen bereits in dieser ersten Phase der Fütterungsperiode hoch signifikant+++ unterschiedlich.

In beiden Gruppen war die Standardabweichung mit bis zu 636 g bzw. 986 g hoch
(Tabelle A 13). Diese Abweichung im Verhältnis zum Mittelwert war innerhalb der Gruppe 1, trotz der eingeschränkten Kraftfutteraufnahmemöglichkeit, größer als innerhalb der Gruppe.


[Seite innerhalb Tabelle 88↓]

Tabelle 58 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme während der Fütterungszeit ab dem Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertage

Stück

g

Stück

g

53.-66.

20

341

20

1.707

+++

67.-80.

20

637

20

2.158

+++

81.-94.

20

726

20

2.222

+++

95.-108.

20

875

20

2.850

+++

109.-122.

20

863

20

2.386

+++

123.-136.

20

849

20

2.291

+++

137.-150.

14

1.090

12

3.971

+++

151.-164.

5

1.125

4

3.671

+++

165.-178.

5

1.123

4

3.602

+++

Mittelwert

-

848

-

2.762

+++

Abbildung 17 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme während der Fütterungszeit


[Seite 89↓]

Auch die Auswertung der täglichen Kraftfutteraufnahme entsprechend dem Lebensalter der Tiere bewies die großen Unterschiede zwischen beiden Gruppen (Tabelle 59, Abbildung 18). Die Kälber der Gruppe 1 verzehrten im Durchschnitt erst nach dem 196. Lebenstag mehr als 500 g Kraftfutter täglich. Die Kälber der Gruppe 2 überschritten diesen Wert bereits 42 Lebenstage eher.

Der Obergrenze von täglich von 1.500 g näherten sich die ersten Kälber der Gruppe 1 nach dem 196. Lebenstag an (Tabelle A 19). Das Kalb mit dem höchsten Kraftfutterverzehr in der Gruppe 2 nahm in diesem Lebensalter bereits 3.396 g Kraftfutter täglich auf.

Bis zum Absetztermin, dem 280. Lebenstag, blieb der tägliche Kraftfutterverzehr der Kälber der Gruppe 1 im Mittel unter einem kg. Die Kälber der Gruppe 2 nahmen dagegen in diesem Lebensalter über drei kg täglich auf.

Während der gesamten Zeit vom 126. bis zum 280. Lebenstag verzehrten die Kälber der Gruppe 1 durchschnittlich 538 g täglich, die Kälber der Gruppe 2 dagegen 1.649 g. Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde innerhalb der ersten sechs Lebenswochen nach Fütterungsbeginn hoch signifikant+++.

Tabelle 59 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme entsprechend dem Lebensalter

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Lebenstage

Stück

g

Stück

g

126.-140.

14

88

11

53

-

141.-154.

18

177

16

393

+

155.-168.

20

178

18

619

++

169.-182.

20

283

20

970

+++

183.-196.

20

338

20

1.309

+++

197.-210.

20

636

20

1.787

+++

211.-224.

20

654

20

2.200

+++

225.-238.

20

820

20

2.473

+++

239.-252.

20

890

20

2.631

+++

253.-266.

20

939

20

2.651

+++

267.-280.

20

910

20

3.051

+++

Mittelwert

-

538

-

1.649

+++


[Seite 90↓]

Abbildung 18 : Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme entsprechend dem Lebensalter

Grundfutterqualität

Das während der Konzentratfütterungszeit zur Versorgung der Kälber aus der Sommerkalbung und deren Mütter eingesetzte Grundfutter enthielt zwischen 5,0 und
5,9 MJ NEL und 68,3 bis 115,5 g RPR (Tabelle 60). Damit hatte es nur mittlere Qualität.

Tabelle 60 : Qualität des während der Konzentratfütterungszeit zur Versorgung der Kälber aus der Sommerkalbung und deren Mütter eingesetzten Grundfutters

Probenahme-

zeitpunkt

Futtermittel

 

Inhaltsstoffe je kg TS

TS in %

MJ NEL

g RPR

Rfa g

01.12.

Anwelksilage

21,6

5,0

68,3

435,7

01.01.

Anwelksilage

28,0

5,4

95,7

362,6

01.02.

Anwelksilage

37,8

5,9

115,5

303,2

01.03.

Anwelksilage

27,4

5,5

98,5

333,5

01.04.

Anwelksilage

39,5

5,5

115,4

323,8

01.05.

Anwelksilage

27,2

5,6

104,4

314,7


[Seite 91↓]

Gesamter Kraftfutterverzehr

Bis zum 52. Futtertag, dem Zeitpunkt der Verzehrsmengenbegrenzung für die Gruppe 1, hatten die Kälber im Mittel ca. 18 kg Kraftfutter gefressen (Tabelle 61, Abbildung 19). Die Kälber der späteren Gruppe 1 lediglich ca. 4,6 kg, dagegen die Kälber der späteren Gruppe 2 ca. 31,5 kg.

Tabelle 61 : Mittelwerte der während der Fütterungszeit bis zum Futtertag aufgenommenen Kraftfuttermengen bis zum Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 1 und 2

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertage

Stück

kg

Stück

kg

Stück

kg

10.

20

0,24

20

0,84

40

0,54

24.

20

1,72

20

5,22

40

3,47

38.

20

2,42

20

13,37

40

7,89

52.

20

4,62

20

31,54

40

18,08

Auf Grund der unterschiedlichen täglichen Aufnahmemengen vergrößerte sich auch die Differenz des gesamt verzehrten Kraftfuttermengen ständig (Tabelle 62, Abbildung 19).

Nach 178. Futtertagen hatten die Kälber der Gruppe 1, deren tägliche Aufnahmemenge begrenzt war, im Mittel ca. 115 kg Kraftfutter verzehrt, dagegen die ad libitum gefütterten Kälber der Gruppe 2 ca. 329 kg.

Tabelle 62 : Mittelwerte der während der Fütterungszeit bis zum Futtertag aufgenommenen Kraftfuttermengen ab dem Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertag

Stück

kg

Stück

kg

66.

20

9,40

20

55,45

80.

20

18,31

20

85,66

94.

20

28,48

20

116,76

108.

20

40,73

20

156,66

122.

20

52,82

20

190,07

136.

20

64,71

20

222,14

150.

14

82,40

12

266,88

164.

5

99,16

4

278,12

178.

5

114,88

4

328,54


[Seite 92↓]

Abbildung 19 : Mittelwerte der während der Fütterungszeit bis zum Futtertag aufgenommenen Kraftfuttermengen

Auch die Auswertung der gesamt aufgenommenen Konzentratfuttermengen entsprechend dem Lebensalter der Kälber zeigt die großen Differenzen zwischen den Gruppen (Tabelle 63, Abbildung 20).

Mit dem 154. Lebenstag hatten die Kälber der Gruppe 2 im Mittel mehr als 10 kg Kraftfutter aufgenommen. Diese Menge erreichten die Kälber der Gruppe 1 erst nach dem
182. Lebenstag, also mit vier Wochen höherem Alter. Und dies, obwohl die Konzentratfütterung für die Kälber der Gruppe 1 zehn Lebenstage eher begann.

Auch danach stieg die Menge des aufgenommenen Kraftfutters in der Gruppe 2 schneller als in der Gruppe 1. Zum Absetzen mit 280 Lebenstagen hatten die Kälber der Gruppe 1 durchschnittlich ca. 82 kg Kraftfutter aufgenommen, die Kälber der Gruppe 2 dagegen
ca. 248 kg.

Auch beim gesamt aufgenommenen Kraftfutter war die Standardabweichung in beiden Gruppen hoch (Tabelle A 14 und A 20).


[Seite innerhalb Tabelle 93↓]

Tabelle 63 : Mittelwerte der bis zum Lebenstag aufgenommenen Kraftfuttermenge

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Lebenstag

Stück

kg

Stück

kg

140.

14

2,36

11

0,75

154.

18

3,83

16

5,84

168.

20

5,47

18

12,69

182.

20

8,88

20

24,87

196.

20

13,62

20

40,71

210.

20

22,51

20

65,73

224.

20

31,66

20

96,54

238.

20

43,15

20

131,16

252.

20

55,61

20

167,99

266.

20

68,76

20

205,10

280.

20

82,26

20

247,81

Abbildung 20 : Mittelwerte der bis zum Lebenstag aufgenommenen Kraftfuttermenge


[Seite 94↓]

4.2.2.2  Lebendmasseentwicklung

Tägliche Lebendmassezunahme während der Weideperiode

Während dieser der Konzentratfütterungszeit im Stall vorhergehenden Weideperiode nahmen die Kälber der Gruppe 1 durchschnittlich 1.131 g und die Kälber Gruppe 2 999 g Lebendmasse pro Tag zu (Tabelle 64). Die Kälber der Gruppe 1 hatten in dieser Zeit mit
132 g signifikant+ höhere Tageszunahmen aufzuweisen als die Kälber der Gruppe 2.

Korrelationen zwischen der täglichen Lebendmassezunahme während der Weideperiode und der täglichen Kraftfutteraufnahme während der nachfolgenden Stallhaltung konnten nicht nachgewiesen werden.

Tabelle 64 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Weideperiode

tägliche Lebendmassezunahme kg

Gruppe 1 + 2

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

1,065

1,131

0,999

+

Tägliche Lebendmassezunahme während der Fütterungszeit

Die Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber waren in den ersten Tagen nach der Einstallung umstellungsbedingt gering, nahmen aber bis zum 52. Futtertag stetig zu (Tabelle 65 und Abbildung 21). In den ersten 38 Futtertagen ist eine Leistungsüberlegenheit der Kälber der späteren Gruppe 2 zu erkennen und in den darauf folgenden zwei Wochen hatten die Kälber der Gruppe 1 höhere Lebendmassezunahmen. Während der gesamten Zeit bis zum 52. Futtertag unterschieden sich die Lebendmassezunahmen der beiden Gruppen mit täglich 781 g bzw. 820 g nicht signifikant.

Tabelle 65 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Konzentratfütterungszeit entsprechend der Fütterungszeit bis zum Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

Gruppe 2

Sig­nifikanz

Gruppe 1 und 2

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertage

Stück

kg

Stück

kg

Stück

kg

0.-10.

20

0,427

20

0,402

-

40

0,424

23.-24.

20

0,564

20

0,730

-

40

0,647

25.-38.

20

0,770

20

0,875

-

40

0,822

39.-52.

20

1,364

20

1,273

-

40

1,318

Mittelwert

-

0,781

-

0,820

-

-

0,803


[Seite 95↓]

Im darauf folgenden gesamten Zeitabschnitt vom 53. bis zum 178. Konzentratfütterungstag hatten die Kälber der Gruppe 2 eindeutig die höheren Lebendmassezunahmen zu verzeichnen (Tabelle 66, Abbildung 21).

Sie nahmen während dieser Zeit durchschnittlich 1.230 g pro Tag zu, die Kälber der Gruppe 1 dagegen nur 1.036 g. Die Leistungsüberlegenheit der Kälber der Gruppe 2 betrug also während dieser 125 Tage 194 g Lebendmassezunahme pro Tag.

In dieser Fütterungsphase waren signifikante++;+ Unterschiede der täglichen Lebendmasse­zunahmen vorhanden. Danach konnte keine Signifikanz mehr nachgewiesen werden.

Die Lebendmassezunahmen beider Gruppen stiegen mit Fortschreiten der Konzentratfütterungszeit immer mehr an. Lediglich in der Zeit vom 109. bis 122. Fütterungstag trat eine Leistungsdepression auf, in deren Folge die Tageszunahmen um 229 g bei Gruppe 1 und 393 g bei Gruppe 2 zurückgingen.

Tabelle 66 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Konzentratfütterungszeit entsprechend der Fütterungszeit ab dem Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Kraftfuttertage

Stück

kg

Stück

kg

53.-66.

20

0,775

20

1,082

++

67.-80.

20

0,855

20

1,187

++

81.-94.

20

1,002

20

1,257

+

95.-108.

20

1,050

20

1,261

-

109.-122.

20

0,821

20

0,868

-

123.-136.

20

0,968

20

1,121

-

137.-150.

14

1,214

12

1,423

-

151.-164.

5

1,300

4

1,429

-

165.-178.

5

1,343

4

1,446

-

Mittelwert

-

1,036

-

1,230

-


[Seite 96↓]

Abbildung 21 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Fütterungszeit

Auch die Auswertung der Lebendmassezunahmen entsprechend dem Lebensalter der Kälber offenbarte die während der Konzentratfütterungszeit bestehende Leistungsüberlegenheit der Tiere der Gruppe 2 (Tabelle 67, Abbildung 22).

Vom 126. bis zum 280. Lebenstag nahmen diese Kälber im Durchschnitt 1.032 g täglich zu, die der Gruppe 1 dagegen nur 919 g.

Die Werte beider Gruppen stiegen bis zum 210. Lebenstag an. Dabei waren die Lebenstagzunahmen der Kälber der Gruppe 2 etwas, aber nicht signifikant, höher als die der Kälber der Gruppe 1. In der Zeit vom 197. bis 210 Lebenstag betrug diese Differenz 120 g.

Vom 211. bis zum 238. Lebenstag waren die täglichen Zunahmen der Kälber der Gruppe 1 rückläufig, während die der Gruppe 2 anstiegen. Vom 225. bis zum 238. Lebenstag unterschieden sich die Mittelwerte der Gruppen mit 297 g am höchsten.

Mit weiter fortschreitendem Lebensalter schwankten die täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber beider Gruppen. Tendenziell waren dabei die Mittelwerte der Gruppe 1 steigend und die der Gruppe 2 leicht rückläufig, so dass in den letzten Wochen vor dem Absetzen der Kälber mit dem 280. Lebenstag die Kälber beider Gruppen annähernd gleich hohe Tageszunahmen hatten.

Signifikante+ Unterschiede zwischen den Gruppen waren nur für die Zeit vom 211. bis 252. Lebenstag nachweisbar.

In beiden Gruppen war die Standardabweichung der täglichen Lebendmassezunahme über den gesamten Fütterungszeitraum hoch (Tabelle A 15 und A 21). Wie bei der täglichen Kraftfutteraufnahme waren die tierindividuellen Unterschiede in der Gruppe 1 höher als in der Gruppe 2.

Es konnten keine Korrelationen zwischen den Lebendmassezunahmen während der Weideperiode und den Lebendmassezunahmen während der nachfolgenden Konzentratfütterungsperiode im Stall nachgewiesen werden.


[Seite innerhalb Tabelle 97↓]

Tabelle 67 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Konzentratfütterungszeit entsprechend dem Lebensalter

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Lebenstage

Stück

kg

Stück

kg

126.-140.

14

0,644

11

0,712

-

141.-154.

18

0,688

16

0,624

-

155.-168.

20

0,803

18

0,888

-

169.-182.

20

0,962

20

1,095

-

183.-196.

20

0,996

20

1,096

-

197.-210.

20

1,048

20

1,168

-

211.-224.

20

0,964

20

1,202

+

225.-238.

20

0,914

20

1,211

+

239.-252.

20

0,908

20

1,146

+

253.-266.

20

1,044

20

1,090

-

267.-280.

20

1,135

20

1,117

-

Mittelwert

-

0,919

-

1,032

-

Abbildung 22 : Mittelwerte der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Konzentratfütterungszeit entsprechend dem Lebensalter


[Seite 98↓]

Lebendmasse

Obwohl die Kälber der Gruppe 1 zum Zeitpunkt der Einstallung durchschnittlich zehn Tage jünger waren als die Kälber der Gruppe 2, hatten sie im Mittel die um 10 kg höhere Lebendmasse (Tabelle 68, Abbildung 23).

Am 52. Futtertag, dem Zeitpunkt der Begrenzung der Kraftfutteraufnahme für die Kälber der Gruppe 1, betrug diese Lebendmassedifferenz 8 kg.

Tabelle 68 : Mittelwerte der Lebendmasse der Kälber während und entsprechend der Fütterungszeit bis zum Zeitpunkt der Limitierung des Kraftfutterverzehrs für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

Gruppe 2

Gruppe 1 und 2

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Futtertag

Stück

kg

Stück

kg

Stück

kg

0.

20

189

20

179

40

184

-

10.

20

193

20

184

40

188

-

24.

20

201

20

193

40

197

-

38.

20

212

20

206

40

209

-

52.

20

231

20

223

40

227

-

Die darauf folgend höheren Lebendmassezunahmen der Gruppe 2 stellten zum
80. Fütterungstag etwa ausgeglichene Mittelwerte der Lebendmasse beider Gruppen her (Tabelle 69, Abbildung 23). Am 136. Futtertag wogen die Kälber der Gruppe 2 10 kg und am 178. Futtertag sogar 60 kg mehr als die Kälber der Gruppe 1.

Signifikante++ Unterschiede der Lebendmasse zwischen den Gruppen konnten lediglich zum Ende der Fütterungszeit mit stark reduzierter Tierzahl nachgewiesen werden.

Tabelle 69 : Mittelwerte der Lebendmasse der Kälber während und entsprechend der Fütterungszeit ab dem Zeitpunkt der Limitierung der Kraftfuttermenge für die Kälber der Gruppe 1

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Futtertag

Stück

kg

Stück

kg

66.

20

242

20

239

-

80.

20

254

200

255

-

94.

20

268

20

273

-

108.

20

283

20

290,5

-

122.

20

294

20

303

-

136.

20

308

20

318

-

150.

14

312

12

333

-

164.

5

307

4

364,5

++

178.

5

325

4

385

++


[Seite 99↓]

Abbildung 23 : Mittelwerte der Lebendmasse der Kälber während und entsprechend der Fütterungszeit

Auch die Auswertung der Lebendmasse der Kälber entsprechend deren Lebensalter zeigt die zum Beginn der Stallhaltungsperiode höheren Lebendmassen der Kälber der Gruppe 1 (Tabelle 70, Abbildung 24).

Am 168. Lebenstag wogen die Kälber der Gruppe 1 18 kg mehr als die Kälber der Gruppe 2. Danach reduzierte sich dieser Differenz stetig. Am 252. Lebenstag war die Lebendmasse der Gruppen mit einem kg Unterschied etwa ausgeglichen. Zum Absetzen am 280. Lebenstag wogen die Kälber der Gruppe 1 zwei kg mehr als die Kälber der Gruppe 2.

Abzüglich der zwei kg Geburtsmassedifferenz ergab sich bis zum 280. Lebenstag eine gleich hohe absolute Lebendmassezunahme für die Kälber beider Gruppen.

Signifikante+ Lebendmasseunterschiede zwischen den Gruppen waren lediglich zum 154. und 168. Lebenstag, also in der Anfangszeit der Fütterung, nachweisbar.

Für beide Gruppen konnten keine Korrelationen zwischen der Lebendmasse der Kälber zur Einstallung und der Höhe der folgenden Kraftfutteraufnahme oder den Lebendmassezunahmen während der Stallhaltungsperiode festgestellt werden.


[Seite innerhalb Tabelle 100↓]

Tabelle 70 : Mittelwerte der Lebendmasse der Kälber während der Konzentratfütterungszeit entsprechend dem Lebensalter

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

Signifikanz

 

n

Mittelwert

n

Mittelwert

Lebenstag

Stück

kg

Stück

kg

126.

8

178

5

184

-

140.

14

189

11

183

-

154.

18

202

16

185

+

168.

20

216

18

198

+

182.

20

229

20

214

-

196.

20

243

20

229

-

210.

20

258

20

246

-

224.

20

271

20

263

-

238.

20

284

20

280

-

252.

20

297

20

296

-

266.

20

312

20

311

-

280.

20

328

20

326

-

Abbildung 24 : Mittelwerte der Lebendmasse der Kälber während der Konzentrat-fütterungszeit entsprechend dem Lebensalter


[Seite 101↓]

Konzentrataufwand für die Lebendmassezunahme

Der Kraftfutterverbrauch je kg Lebendmassezuwachs unterschied während der Konzentratfütterungszeit beide Gruppen (Tabelle 71, Abbildung 25).

Die im Kraftfutterverzehr begrenzten Kälber der Gruppe 1 nahmen im Durchschnitt 592 g Kraftfutter je kg Lebendmassezuwachs auf, dagegen die Kälber der Gruppe 2 mit 1.722 g fast die dreifache Menge.

Ab dem 53. Futtertag bestand bei den Kälbern der Gruppe 1 eine deutliche Korrelation zwischen Konzentratfutterverzehr und Lebendmassezunahmen. Bei den Kälbern der Gruppe 2 ist eine solche Korrelation erst ab dem 151. Futtertag mit stark reduzierter Tierzahl erkennbar.

Tabelle 71 : Mittelwerte des Kraftfutteraufwandes je kg Lebendmassezuwachs der Kälber während und entsprechend der Fütterungszeit

 

Gruppe 1

Gruppe 2

 

n

Mittelwert

Korrelations­koeffizient

n

Mittelwert

Korrelations­koeffizient

Futtertage

Stück

g/kg

Stück

g/kg

0.-10.

20

54

-0,13

20

209

0,095

23.-24.

20

188

-0,10

20

429

-0,047

25.-38.

20

65

-0,12

20

66,5

0,016

39.-52.

20

115

0,34

20

1.020

0,19

53.-66.

20

440

0,72

20

1.578

-0,24

67.-80.

20

745

0,41

20

1.818

-0,26

81.-94.

20

725

0,87

20

1.768

0,19

95.-108.

20

833

0,73

20

2.260

0,19

109.-122.

20

1.051

0,66

20

2.749

0,24

123.-136.

20

877

0,70

20

2.044

0,33

137.-150.

14

898

0,68

12

2.791

0,095

151.-164.

5

865

0,98

4

2.569

0,69

165.-178.

5

836

0,98

4

2.491

0,71

Mittelwert

-

592

0,850

-

1.676

0,101


[Seite 102↓]

Abbildung 25 : Mittelwerte des Kraftfutteraufwandes je kg Lebendmassezuwachs der Kälber während und entsprechend der Fütterungszeit

Die Auswertung der Daten entsprechend dem Lebensalter der Tiere ergab durchschnittlich für die Kälber der Gruppe 1 556 g Kraftfutterverzehr je kg Lebendmassezuwachs und für die Kälber der Gruppe 2 1.486 g (Tabelle 72, Abbildung 26).

Tabelle 72 : Mittelwerte des Kraftfutteraufwandes je kg Lebendmassezuwachs während der Konzentratfütterungszeit und entsprechend dem Lebensalter

 

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter ad libitum)

 

n

Mittelwert

Korrelations­koeffizient

n

Mittelwert

Korrelations­koeffizient

Lebenstage

Stück

g/kg

Stück

g/kg

126.-140.

14

137

0,73

11

74

0,039

141.-154.

18

257

0,34

16

630

0,12

155.-168.

20

222

0,27

18

697

0,37

169.-182.

20

294

0,66

20

886

0,52

183.-196.

20

339

0,28

20

1.194

0,35

197.-210.

20

607

0,18

20

1.530

0,12

211.-224.

20

678

0,84

20

1.830

0,57

225.-238.

20

897

0,82

20

2.042

0,33

239.-252.

20

980

0,73

20

2.296

0,50

253.-266.

20

899

0,71

20

2.432

0,60

267.-280.

20

802

0,84

20

2.731

0,61

Mittelwert

-

556

0,882

-

1.486

0,202


[Seite 103↓]

Korrelationen zwischen Konzentratfutterverzehr und Lebendmassezunahme konnten bei den Kälbern beider Gruppen zwischen 169. und 182. Lebenstag und vom 211. bis zum
280. Lebenstag ermittelt werden. Dabei waren die Korrelationskoeffizienten bei der Gruppe 1 höher als bei der Gruppe 2.

Abbildung 26 : Mittelwerte des Kraftfutteraufwandes je kg Lebendmassezuwachs während der Konzentratfütterungszeit und entsprechend dem Lebensalter

4.3 Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Ernährung und Kälberentwicklung

Kälber aus der Winterkalbung

Die Kälber mit Konzentratzufütterung hatten von der Zeit unmittelbar vor Weideaustrieb mit 112 Tagen Lebensalter bis zum Absetzen mit 280 Lebenstagen stets höhere Lebendmassen und dadurch auch höhere Markwerte als die Kälber ohne Konzentratzufütterung (Tabelle 73).

Bei Verkauf mit 112 Lebenstagen hätte für die Kälber mit Kraftfutterverzehr 303,77 € erzielt werden können und für die Kälber ohne Konzentratzufütterung 272,58 €.

Zum 196. Lebenstag waren die Kälber mit Kraftfutter 437,13 € und die Kälber ohne Kraftfutter 425,01 € wert.

Nach dem Absetzen mit 280 Lebenstagen hatten die Kälber mit Konzentratzufütterung
536,68 € Markwert und die Kälber ohne Konzentratzufütterung 528,73 €.

Würden die Tiere als ökologisch erzeugte Kälber vermarktet, wären entsprechend der verbreitet angesetzten Preiszuschläge 20 % mehr erlösbar gewesen.


[Seite innerhalb Tabelle 104↓]

Tabelle 73 : Berechnung der für die Kälber aus der Winterkalbung mit und ohne Konzentratzufütterung in unterschiedlichem Lebensalter zu erzielenden Verkaufserlöse

  

vor Weideaustrieb

112 Lebenstage

(3,7 Monate)

196 Lebenstage

(6,5 Monate)

zum Absetzen

280 Lebenstage

(9,3 Monate)

  

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

Lebendmasse

kg

131,5

118,0

216,4

210,4

290,1

285,8

Erlös

konventionell

€/kg *

2,31

2,02

1,85

€/Kalb

303,77

272,58

437,13

425,01

536,68

528,73

Erlös

ökologisch

€/kg **

2,77

2,42

2,22

€/Kalb

364,26

326,86

523,69

509,17

644,02

634,48

* Die angenommen Preise entsprechen den Angaben von Dissen (2002) zu den Mittelwerten der bei den Absetzerauktionen des Fleischrinderherdbuches Bonn (1997-2001) erzielten Verkaufspreise, wobei für
112 Lebenstage der Preis <200 kg, für 196 Lebenstage der Preis zwischen >200 kg und <300 kg und für
280 Lebenstage der Preis >300 kg verwendet wurde.

** Preis konventionell + 20 %

 

Die durch die Konzentratzufütterung während der Stallhaltungsperiode bei den Kälbern der Gruppen I/1 und I/2 bis zum 112. Lebenstag entstandenen Kosten betrugen beim Einsatz von konventionell erzeugtem Kraftfutter 9,87 € pro Kalb und beim Einsatz von ökologisch erzeugtem Kraftfutter 11,87 € pro Kalb (Tabelle 74).

Über die gesamte Stallhaltungsperiode verursachte die Konzentratfütterung beim Einsatz von konventionellem Kraftfutter Kosten in Höhe von 12,59 €/Kalb und beim Einsatz von ökologischem Kraftfutter in Höhe von 15,85 €/Kalb.

Der Vergleich der Verkaufserlöse der Kälber reduziert um die Kosten der Konzentratzufütterung macht den wirtschaftlichen Effekt der Konzentratzufütterung deutlich (Tabelle 75).

Für die Kälber mit Konzentratzufütterung war im Alter von 112 Tagen, unmittelbar vor Weideaustrieb und Beendigung der Konzentratzufütterung, dieser Wert mit 293,90 €
um 21,32 € höher als für die Kälber ohne Konzentratzufütterung. Der Einsatz von ökologisch erzeugtem Kraftfutter und ökologischer Kälbervermarktung würden diesen Unterschied auf 25,53 € erhöhen.

In der Mitte der Weideperiode mit 196 Lebenstagen gab es mit –0,47 € unter den Bedingungen konventioneller Produktion und –1,33 € unter den Bedingungen ökologischer Produktion praktisch keine Differenz zwischen den Ergebnissen beider Gruppen.

Die Berechnung zum Absetztermin mit 280 Tagen Lebensalter ergab für die Kälber ohne Konzentratzufütterung bei konventioneller Erzeugung einen um 4,64 € höheren Wert als für die Kälber mit Konzentratzufütterung. Ökologisch erzeugtes Kraftfutter und ökologische Kälbervermarktung würden diesen Unterschied auf 6,31 € erhöhen.


[Seite innerhalb Tabelle 105↓]

Tabelle 74 : Berechnung der Kosten für die Konzentratzufütterung derKälber aus der Winterkalbung

Konzentratfütterungskosten

 

Konventionell

Ökologisch

Kraftfutterkosten durch Fütterung bis zum 112. Lebenstag * (Kraftfutterverbrauch 23,5 kg/Kalb)

€/Kalb

3,52

5,52

Befüllung des Kraftfutterautomaten bei Fütterung im Ad-libitum-Automaten **

€/Kalb

0,78

Kraftfutterkosten durch Fütterung bis zum Weideaustrieb * (Kraftfutterverbrauch 38,3 kg/Kalb)

€/Kalb

5,74

9,00

Befüllung des Kraftfutterautomaten bei Fütterung im

Ad-libitum-Automaten **

€/Kalb

1,28

Festkosten:

Kraftfutterautomat ***

€/Kalb

3,70

Stallfläche für den Fütterungsautomaten ****

€/Kalb

1,87

Gesamtkosten:

     

bis zum 112. Lebenstag

€/Kalb

9,87

11,87

bis zum Weideaustrieb

€/Kalb

12,59

15,85

* Preis pro dt pelletiertem Kälberaufzuchtfutter: - konventionell: 15,00 € / - ökologisch: 23,50 €

** 0,25 Maschinenstunden zur Befüllung von 150 kg Kraftfutter / 20,00 €/Maschinenstunde

(Stallarbeitsmaschine)

*** Anschaffungskosten (Ad-libitum-Automat): 740 € pro Automat für 25 Kälber, 8 Jahre Abschreibung

**** 5,5 m² Stallfläche/Fütterungsautomat für 25 Kälber, 170 € Anschaffungskosten/m² Stallfläche,
20 Jahre Abschreibung

 

Tabelle 75 : Verkaufserlöse der Kälber aus der Winterkalbung mit und ohne Konzentrat­zufütterung bei unterschiedlichem Lebensalter reduziert um die Kosten der Konzentratzufütterung

  

vor Weideaustrieb

112 Lebenstage

(3,7 Monate)

196 Lebenstage

(6,5 Monate)

zum Absetzen

280 Lebenstage

(9,3 Monate)

  

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

mit Kraftfutter

ohne Kraftfutter

Konventionell

€/Kalb

293,90

272,58

424,54

425,01

524,09

528,73

Differenz

€/Kalb

21,32

-0,47

-4,64

Ökologisch

€/Kalb

352,39

326,86

507,84

509,17

628,17

634,48

Differenz

€/Kalb

25,53

-1,33

-6,31


[Seite 106↓]

Kälber aus der Sommerkalbung

Zu Beginn der Konzentratfütterungszeit hatten die Kälber der Gruppe 1 auf Grund der höheren Körpermassen einen wesentlich höheren Marktwert als die Kälber der Gruppe 2.
Am Ende dieser Fütterungsperiode waren die Werte beider Gruppen etwa gleich hoch (Tabelle 76).

Kurz nach dem Weideabtrieb mit 168 Lebenstagen hätten die Kälber der Gruppe 1 436,32 € und die Kälber der Gruppe 2 399,96 € Verkauerlös erzielt. Beim Absetzen mit 280 Lebens­tagen waren die Absetzer der Gruppe 1 606,80 € und die Absetzer der Gruppe 2 603,10 € wert.

Die Erzeugung und Vermarktung der Kälber auf Grundlage der Öko-Verordnung könnte entsprechend der allgemein üblichen Preiszuschläge 20 % höhere Verkaufserlöse erbringen.

Tabelle 76 : Berechnung der für die Kälber aus der Sommerkalbung in unterschiedlichem Lebensalter zu erzielenden Verkaufserlöse

  

zum Beginn der Konzentratfütterungszeit

168 Lebenstage

(5,6 Monate)

zum Absetzen

280 Lebenstage

(9,3 Monate)

  

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter

ad libitum)

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter

ad libitum)

Lebendmasse

kg

216

198

328

326

Erlös

konventionell

€/kg *

2,02

1,85

€/Kalb

436,32

399,96

606,80

603,10

Erlös

ökologisch

€/kg **

2,42

2,22

€/Kalb

522,72

479,16

728,16

723,72

* Die angenommen Preise entsprechen den Angaben von Dissen (2002) zu den Mittelwerten der bei den Absetzerauktionen des Fleischrinderherdbuch Bonn (1997-2001) erzielten Verkaufspreise, wobei für
210 Lebenstage der Preis zwischen >200 kg und <300 kg und für 280 Lebenstage der Preis >300 kg verwendet wurde.

** Preis konventionell + 20 %

 

Die Kosten der Konzentratzufütterung waren auf Grund des höheren Kraftfutterverzehrs für die Kälber der Gruppe 2 höher als für die Kälber der Gruppe 1 (Tabelle 77).

Kurz nach dem Weideeintrieb bis zum 168. Lebenstag entstanden in der Gruppe 1 beim Einsatz von konventionell erzeugtem, pelletiertem Kälberaufzuchtfutter durch die Konzentratzufütterung Kosten in Höhe von 6,57 € pro Kalb. Im gleichen Alter waren für die Kälber der Gruppe 2 Aufwändungen in Höhe von 7,89 € entstanden. Der Aufwand für die Konzentratzufütterung stieg bis zum 280. Lebenstag für die Kälber der Gruppe 1 auf 20,65 € und für die Kälber der Gruppe 2 auf 51,00 €.

Der Einsatz von gleichwertigem, ökologisch erzeugtem Kraftfutter würde höhere Kosten verursachen. Mit 168 Lebenstagen wären das 7,04 € für die Kälber der Gruppe 1 sowie 8,97 € für die Kälber der Gruppe 2 und mit 280 Lebenstagen 27,75 € je Kalb der Gruppe 1 sowie 72,06 € je Kalb der Gruppe 2.


[Seite innerhalb Tabelle 107↓]

Tabelle 77 : Berechnung der Kosten der Konzentratzufütterung an die Kälber aus der Sommerkalbung bei unterschiedlichem Lebensalter

  

Gruppe 1

(Kraftfutter

limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter

ad libitum)

Konzentratfütterungskosten:

 

Konven­tionell

Öko­logisch

Konven­tionell

Öko-­ogisch

168 Lebenstage (5,6 Monate)

Kraftfutterverbrauch

kg/Kalb

5,47

12,69

Kraftfutterkosten *

€/Kalb

0,82

1,29

1,90

2,98

Befüllung des Kraftfutterautomaten bei Fütterung im Ad-libitum-Automaten **

€/Kalb

0,18

0,42

280 Lebenstage (9,3 Monate)

Kraftfutterverbrauch

kg/Kalb

82,3

247,8

Kraftfutterkosten *

€/Kalb

12,34

19,34

37,17

58,23

Befüllung des Kraftfutterautomaten bei Fütterung im Ad-libitum-Automaten **

€/Kalb

2,74

8,26

Festkosten:

Kraftfutterautomat ***

€/Kalb

3,70

Stallfläche für den Fütterungsautomaten ****

€/Kalb

1,87

Gesamtkosten:

     

168 Lebenstage (5,6 Monate)

€/Kalb

6,57

7,04

7,89

8,97

280 Lebenstage (9,3 Monate)

€/Kalb

20,65

27,65

51,00

72,06

*Preis pro dt pelletiertem Kälberaufzuchtfutter: - konventionell: 15,00 € / - ökologisch: 23,50 €

** 0,25 Maschinenstunden zur Befüllung von 150 kg Kraftfutter / 20,00 €/Maschinenstunde (Stallarbeitsmaschine)

*** Anschaffungskosten (Ad-libitum-Automat): 740 € pro Automat für 25 Kälber, 8 Jahre Abschreibung

**** 5,5 m² Stallfläche/Fütterungsautomat für 25 Kälber, 170 € Anschaffungskosten/m² Stallfläche,
20 Jahre Abschreibung

 

Die möglichen Verkaufserlöse der Kälber reduziert um die Kosten der Konzentratzufütterung machen den wirtschaftlichen Effekt der Konzentratzufütterung deutlich (Tabelle 78).

Kurz nach Weideabtrieb waren nur geringe Kosten der Konzentratzufütterung entstanden. Dadurch war am 168. Lebenstag der Marktwert der Tiere der Gruppe 1 abzüglich der Konzentratfütterungskosten um 37,68 € höher als der Wert der Kälber der Gruppe 2. Bei ökologischer Konzentratfütterung und ökologischem Vermarktungspreis würde diese Differenz 45,49 € betragen.

Zum Absetztermin am 280. Lebenstag würde für die Kälber der Gruppe 1 bei Abzug der Konzentratfütterungskosten 34,05 € mehr erzielt werden können als für die Kälber der Gruppe 2. Die Zufütterung von ökologisch erzeugtem Kraftfutter bei ökologischer Absetzervermarktung würde den Unterschied zwischen den Gruppen in diesem Alter auf 48,85 € pro Tier erhöhen.


[Seite innerhalb Tabelle 108↓]

Tabelle 78 : Verkaufserlöse der Kälber aus der Sommerkalbung bei unterschiedlichem Lebensalter reduziert um die Kosten der Konzentratzufütterung

  

zum Beginn der Konzentratfütterungszeit

168 Lebenstage

(5,6 Monate)

zum Absetzen

280 Lebenstage

(9,3 Monate)

  

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter

ad libitum)

Gruppe 1

(Kraftfutter limitiert)

Gruppe 2

(Kraftfutter

ad libitum)

Konventionell

€/Kalb

429,75

392,07

586,15

552,10

Differenz

€/Kalb

37,68

34,05

Ökologisch

€/Kalb

515,68

470,19

700,51

651,66

Differenz

€/Kalb

45,49

48,85


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HTML-Version erstellt am:
25.04.2005