[Seite 109↓]

5  Diskussion

5.1 Reproduktion und Kälberentwicklung

5.1.1 Auswertung entsprechend dem Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p.

Mit der Selektion der Gruppen unterscheidet das Intervall zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen (IKZ) beide Gruppen durch unterschiedliche Länge. Deshalb hatten die Kühe der Gruppen am Beginn der Belegungszeit auf den Stand der physiologischen Abläufe p.p. bezogen völlig unterschiedliche Bedingungen.

Für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. war das IKZ mindestens
22 und durchschnittlich 68,4 Tage lang. Da es möglich ist, dass Rinder ab dem 22. Tag p.p. konzipieren, konnten durch die gewollte Rastzeit die Kühe dieser Gruppe theoretisch ab dem Tag der Zustellung des Zuchtbullen belegt werden.

Für die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. war das IKZ höchstens
21 Tage lang. Da entsprechend der Literaturaussagen vor dem 21. Tag p.p. keine Konzeption möglich ist, konnten diese Kühe zum ersten biologisch möglichen Termin belegt werden.

Die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. standen durchschnittlich ab dem 13. April und damit in der ungünstigen Zeit ausgangs des Winters zur Belegung an. Dagegen konnten die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. im Mittel ab dem 7. Juni und damit in der günstigeren Zeit Mitte des Sommers belegt werden. Nach Balliet (1993), Golze (1995a), (1995b), (1997c), Warzecha (1995), Anonym IV (1996), Brehme et al. (1997) und Bauer et al. (1997) führen Belegungsperioden zum Ausgang des Winters auf Grund der geringeren Futterqualitäten und schlechteren Haltungsbedingungen gegenüber Belegungsperioden während der Weideperiode zu schlechteren Trächtigkeits­ergebnissen. Demnach waren die Bedingungen für die Belegung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. günstiger als für die Belegung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p.

Trotz dieser jahreszeitlich bedingt günstigeren Bedingungen für die Belegung hatten die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. ein im Mittel um 7,2 Tage längeres Intervall zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung (IZB) als die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem
22. Tag p.p.

Die verzögerte Trächtigkeit der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. spiegelt sich auch im Vergleich des Belegungsverlaufes der beiden Gruppen wider.

Während der ersten 21 Belegungstage wurde mit 33,7 % ein mehr als doppelt so hoher Anteil Kühe der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. trächtig wie mit 15,4 % von der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Nachdem in den folgenden drei Belegungswochen mit 34 % und 32,6 % die größten Anteile der Gruppen in annähernd gleicher Höhe belegt wurden, kehrte sich das Verhältnis der anteilig belegten Kühe zwischen den Gruppen in der Zeit von der siebenten bis zur zwölften Belegungswoche um. Hier wurden wesentlich mehr Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. trächtig als Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. Der in den ersten drei Belegungswochen entstandene Unterschied zwischen den Trächtigkeitsraten beider Gruppen wurde weitgehend abgebaut.

Nach sechswöchiger Belegungszeit waren 67,6 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. tragend und nur 48 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Nach zwölfwöchiger Belegungszeit waren die Trächtigkeitsraten mit 84,1 % in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. und 77,5 % in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. ausgeglichener.


[Seite 110↓]

Bis zum 30. Tag p.p. setzen nach Eulenberger (1993) bei 30 % der Kühe erste Ovulationen ein. Rieck & Zerobin (1985) geben an, dass zu diesem Zeitpunkt 50 % der Kühe, bis zum 45. Tag 80 % der Kühe und alle Kühe bis zum 120. Tag p.p. einen neuen Zyklus haben. Nach Platen (1997) läuft um den 20. Tag p.p. und nach Fürstenberg (1990) um die dritte
Woche p.p. bei den meisten Kühen ein Zyklus an. Bei Untersuchungen von Platen (1997) hatten 49 % der Kühe bis zum 40. Tag p.p. und 60 % der Kühe bis zum 50. Tag p.p. eine zweite Ovaraktivität.

Die Tatsache, dass in vorliegender Untersuchung 15,4 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. bis zum 42. Tag p.p. trächtig wurden und 48 % bis zum
63. Tag p.p., bestätigt die vorgenannten Literaturaussagen. Es ist davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der Kühe nicht mit der ersten Brunst, sondern erst mit der zweiten bzw. einer der darauffolgenden Zyklen trächtig wurde.

Bauer et al. (1997) sind der Meinung, dass durch die Anwesenheit eines Bullen eine höhere hormonale Aktivität in den Herden und eine deutlichere Ausprägung der Brunstsymtome besteht. Diese höhere hormonale Aktivität könnte bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zur Beschleunigung der physiologischen Abläufe p.p., zum früheren Einsetzen der ersten Ovulationen und damit auch zu einer früheren Konzeptionsbereitschaft führen. Vorliegende Untersuchungen können diese Aussagen nicht belegen. Allerdings wurden in der Zeit vom 22. bis 42. Tag p.p. 15,4 % der Kühe dieser Gruppe belegt, was zumindest für diesen Teil der Tiere von einer frühzeitigen Konzeptions­bereitschaft zeugt.

Mörchen (1996) gibt an, dass bei Mutterkühen die Konzeptionsbereitschaft zur erneuten Trächtigkeit spätestens mit der zweiten Brunst, also ab 40 Tage p.p., erreicht wird. Die eigenen Untersuchungen bestätigen dies nicht. Auch wenn Konzeptionsbereitschaft nicht mit erfolgreicher Belegung gleichgesetzt werden kann, wurden 42,3 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. erst nach dem 63. und 22,4 % erst nach dem 84. Tag p.p. trächtig. Somit kann davon ausgegangen werden, dass bei einem großen Teil der Mutterkühe zum 40. Tag p.p. noch keine Konzeptionsbereitschaft vorlag.

Andere Autoren sehen für Mutterkühe Probleme beim Brunsteintritt p.p. und der Wiederbelegung. Karg (1982), Randel, zitiert nach Karg (1982), Potikanond (1991), Eulenberger (1993), Brentrup (1994) und Bauer et al. (1997) berichten, dass Mutterkühe nicht in die Brunst kommen, solange sie säugen. Durch die mit dem Saugakt einhergehende Oxytocinausschüttung wird die Rückbildung der Gebärmutter nach dem Kalben begünstigt, gleichzeitig kommt es jedoch zu einer Beeinträchtigung der Eierstocksfunktion. Mit gleichzeitig anderen belastenden Faktoren kann die Brunst unter Umständen lange verzögert werden (Brentrup 1994, Bauer et al. 1997). Die eigenen Untersuchungen spiegeln diese Aussagen nur bedingt wider. Die Verzögerung der Eierstocksfunktion und des Brunsteintrittes kann nur bei einem Teil der untersuchten Kühe nachvollzogen werden. Große Teile beider Gruppen wurden in kurzem Abstand zum Zeitpunkt der theoretisch ersten möglichen Trächtigkeit oder zum Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen tragend. Allerdings wurde ein anderer Teil der Kühe erst nach längerer Zeit belegt. Hier kann die Verbindung der hormonell bedingten Brunstverzögerung mit gleichzeitig anderen belastenden Faktoren
(z. B. Krankheiten, schlechte Körperkondition) durchaus eine Rolle gespielt haben.

Bauer et al. (1997) sind der Meinung, dass Mutterkühe fünf bis acht Wochen nach der Geburt und damit später in die Brunst kommen als Milchkühe. Dieser Zyklus kommt nach ein bis zwei Brunsten meistens zum Stillstand. Randel, zitiert nach Karg (1982) gibt an, dass die erste Brunst nach der Kalbung bei Mutterkühen im Mittel 72 Tage p.p. auftritt. Diese Angaben haben die vorliegenden Untersuchungen nicht bestätigt. Ein beachtlicher Anteil der Kühe wurde bereits in der vierten bis sechsten Woche nach der Kalbung trächtig und anhand des Belegungsverlaufes ist kein Stillstand des Brunstgeschehens erkennbar.


[Seite 111↓]

Nach Busch (1998) können gesunde Kühe zwischen dem 20. und 30. Tag nach einer Geburt trächtig werden. Der überwiegende Teil ist ab dem 40. Tag nach der Geburt in zunehmendem Maße konzeptionsbereit. Diese Beschreibung gibt den in Tabelle 33 und Abbildung 2 dargestellten Belegungsablauf der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. am besten wieder.

Umfangreiche Untersuchungen von Kleiböhmer (1998) ergaben, dass 19,5 % der Mutterkühe eine Zwischenkalbezeit von mehr als 390 Tagen und 5,9 % sogar mehr als
450 Tagen, und somit wesentlich länger als der Rest der Mutterkühe, hatten. Ähnlich sind die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen. Bei der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. verlief die Belegung bis zum 63. Belegungstag und 78 % Trächtigkeitsrate schnell. Danach verlangsamte sich die Belegung der Gruppe merklich. Gleiches zeigte sich bei der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. Bis zum 84. Belegungs­tag und 77,5 % Trächtigkeitsrate wurden die Tiere der Gruppe zügig tragend, danach war dieser Prozess verlangsamt.

Nach Busch (1998) besagen Erfahrungen aus der Tierklinik der Freien Universität Berlin, dass es unter durchschnittlichen Haltungs- und Fütterungsbedingungen 30 % Tiere gibt, die auf Grund ihrer geringeren Anpassungsfähigkeit hoch signifikant schlechtere Fortpflanzungsleistungen zeigen, wobei Belastungen diesen Anteil vergrößern. Dies könnte eine der Ursachen für die Verlangsamung des Belegungsablaufes nach dem Erreichen der
ca. 80-prozentigen Trächtigkeitsrate sein.

In Konsequenz der Tatsache, dass der größte Anteil der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. in der Zeit der vierten, fünften und sechsten Belegungswoche, also im Abschnitt vom 42. bis 63. Tag p.p., trächtig wurde, kann der Meinung von Mörchen (1996), dass der Deckbulle 40 Tage p.p. in die Herde gelassen werden sollte, zugestimmt werden.

Golze (1995b), (1997c) gibt in Tabelle 2 Abschnitt 2.2.1 dieser Arbeit an, dass bei seinen Untersuchungen zur Fruchtbarkeit von Mutterkühen verschiedener Kalbe- und Belegungsperioden die Zuchtbullen 90 Tage nach der Kalbung zu den Kühen gestellt wurden. Die Ausdehnung des Intervalls von der Kalbung bis zur Zustellung des Zuchtbullen auf bis zu 90 Tage würde entsprechend den Ergebnissen der eigenen Untersuchungen zu hohen Trächtigkeitsraten innerhalb kurzer Deckzeit führen. Allerdings verschiebt sich in einem solchen Fall einerseits die Kalbezeit im Jahresverlauf nach hinten und andererseits würde das allseits erklärte Ziel der Mutterkuhhaltung, ein Kalb pro Kuh und Jahr zu erzeugen, nicht realisierbar sein.

Mit 97,4 % in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. und 90,2 % in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. wurden im Rahmen der eigenen Untersuchungen hohe Trächtigkeitsraten erreicht. Dies allerdings innerhalb einer bis zu 30-wöchigen Belegungsperiode.

Bei Untersuchungen von Golze (1995b), (1997c) zur Fruchtbarkeit von Mutterkühen verschiedener Kalbe- und Belegungsperioden, in denen die Zuchtbullen 90 Tage nach der Kalbung zu den Kühen gestellt wurden, konnte in acht Wochen Belegungszeit eine mittlere Trächtigkeitsrate von 83,1 % erreicht werden. Bei Kühen mit höherer Kalbenummer werden selbst in kurzen Belegungszeiträumen von sechs bis acht, maximal zehn Wochen Trächtigkeitsraten von über 90 % erzielt (Golze 1997c). Bei den Anfang des Jahres gekalbten Kühen kann nach Bauer et al. (1997) von einem 75-prozentigen Befruchtungserfolg ausgegangen werden. Die optimale Versorgung der Kühe in der Deckperiode ist nach Brehme et al. (1997) und Anonym IV (1996) unerlässlich, um zu diesem Zeitpunkt Ergebnisse von 85 bis 90 % tragende Kühe zu erhalten. Balliet (1993), Stiewe (1994), Stockinger et al. (1994), Hampel (1984b), (1995), Mörchen (1996), Anonym IV (1996), Brehme et al. (1997) und Golze (1995a), (1995b), (1996a), (1997c), (2001) empfehlen, die [Seite 112↓]Abkalbungen auf einen möglichst kurzen Zeitraum von acht bis zehn Wochen zusammenzudrängen.

Diese kurze Kalbeperiode wird nach Golze (1998) durch einen gedrängten Belegungszeitraum gesichert. Generell sollte die jeweilige Deckzeit nach Meinung von Wintersperger (1994), (1996) und Grauvogl et al. (1997) auf zwei Monate beschränkt sein. Bei Beachtung der physiologischen Schwankungen in der Trächtigkeitsdauer darf für eine Kalbeperiode von acht bis neun Wochen die Deckperiode nicht viel länger als sechs Wochen dauern (Küchenmeister 1995).

Nach den überwiegend geforderten neun Belegungswochen waren von der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. erst 78 % der Kühe und von der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. nur 67,9 % der Kühe trächtig. Die in der Literatur angegebene 90-prozentige Trächtigkeitsrate wurde in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. mit 89 % nach 15 Belegungswochen erreicht und in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. mit 86 % nach 18 Belegungs­wochen bzw. 88,7 % nach 21 Belegungswochen.

Bei der Bewertung dieser Trächtigkeitsergebnisse ist zu beachten, dass der Belegungszeitpunkt rechnerisch auf der Basis von 283 Trächtigkeitstagen ermittelt wurde. Bauer et al. (1997) geht beim Fleckvieh, bei Braunvieh und Pinzgauern von ca. 285 Tagen, Schuster (1994) bei Rindern von 278 bis 283 TagenTrächtigkeitsdauer aus. Fahr (1983) ermittelte an 7.078 Rindern eine mittlere Tragezeit von 283,6 Tagen mit einer Standard­abweichung von 5,9 Tagen. Er weist bei Fleischrinderrassen gegenüber Milchrind- bzw. Zweinutzungsrassen um eine drei bis sechs Tage längere Graviditätsdauer aus.

Die Einbeziehung der in der Literatur formulierten längeren Trächtigkeitsdauer für Fleischrinderrassen würde die angegebenen Belegungszeiten der eigenen Untersuchungen entsprechend verkürzen.

Außerdem wurden nur Trächtigkeiten von Tieren berechnet, die normal kalbten. Verkalbungen konnten nicht erfasst werden. Sie erscheinen in der Auswertung dieser Untersuchung als nicht trächtig oder bei zeitiger Verkalbung und Wiederbelegung als spät gedeckte Kühe. In diesem Zusammenhang geht Hampel (1995) von 98 % Abkalberate aus und Roffeis (1995) ermittelte 96 %.

Mit 78 % lag nach neun Belegungswochen die Trächtigkeitsrate der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. um bis zu 10 % unter den von der Literatur angegebenen Zielwerten. Das Ergebnis wurde von folgenden Faktoren negativ beeinflusst:

Hauptursache für die nach neun Belegungswochen bei der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. geringe 67,9-prozentige Trächtigkeitsrate war das zum Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Belegung bei den meisten Tieren noch nicht abgeschlossene klinische Puerperium und damit verbunden die noch ausbleibende Konzeptionbereitschaft.

Die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. hatten im Vergleich zu den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. mehr Geburten pro Jahr, da für diese Tiere durch die Zustellung des Zuchtbullen vor dem Termin der theoretisch ersten möglichen Wiederbelegung die Rast- und Zwischenkalbezeit minimiert wurde. Dagegen wurde zu den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. im Durchschnitt der Zuchtbulle erst 68,4 Tage p.p. gestellt und damit längere Rast- und Zwischenkalbezeiten [Seite 113↓]provoziert. Die ersten Brunstzyklen der Kühe verstrichen in Ermangelung eines Deckbullen ungenutzt. In der Konsequenz kalbten die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. durchschnittlich im kürzeren Abstand zur vorhergehenden Kalbung ab als die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p.

Die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. hatten im Durchschnitt
111 Tage Zwischentragezeit und die Kühe, zu denen der Zuchtbulle bis zum 21. Tag p.p. zugestellt wurde, 70,2 Tage. Dies entspricht etwa einer Zwischenkalbezeit von 394 bzw. 353,2 Tagen. Damit unterschieden sich die Gruppen mit 41,2 Tagen hoch signifikant+++.

Roffeis (1994) stellte bei Fleckvieh, Schwarzbunten Kühen und bei Hybridkühen eine Zwischenkalbezeit von über 400 Tagen fest. Bei extensiven Rassen war diese wesentlich kürzer. Buchholz (1999) erfasste rassespezifisch unterschiedliche Zwischenkalbezeiten von 343 bis 391 Tagen und Roffeis (1995) kalkuliert mit 386 Tagen.

Die Zwischentrage- bzw. Zwischenkalbezeit beider Gruppen der eigenen Untersuchung fällt in den in der Literatur angegebenen Rahmen. Sie wird stark vom Zeitpunkt der Zustellung des Zuchtbullen p.p. und damit vom jeweiligen Betriebsmanagement beeinflusst.

Durch die kürzere Zwischentragezeit kalben die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. innerhalb eines Jahres durchschnittlich 0,107 mal öfter ab als die Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p., was erhebliche ökonomische Vorteile bewirken kann. Dieser Wert variiert natürlich mit der Länge des IKZ der Vergleichsgruppe.

Allerdings würde sich bei einem solchen Verfahren die Kalbeperiode im Jahresverlauf verschieben, was die Probleme für den Betrieb ungünstiger Kalbezeiten zur Folge hätte.

Die Kalbung der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. erfolgte im Vergleich zu den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. in einem konzentrierteren Zeitraum.

Nach sechs Wochen Kalbezeit hatten 69,4 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p., aber nur 53 % der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. gekalbt. Nach neun Wochen Kalbezeit hatte sich diese Differenz auf 4,8 % verringert und erst nach zwölf Wochen Kalbezeit waren die Anteile der abgekalbten Kühe in beiden Gruppen etwa gleich hoch.

Also muss bei Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p., um im Vergleich zu den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. akzeptable Trächtigkeitsraten zu erreichen, die Kalbeperiode bis auf zwölf Wochen und damit länger ausgedehnt werden als bei einem späteren Termin der Zustellung des Zuchtbullen. Da nach Hampel (1984b), Anonym V (1990), Laiblin (1994), Golze (1995a), (1995b), (1995c), (1996a),
Warzecha (1995) und Brehme et al. (1997) nicht tragende Kühe vor dem Winter zu merzen sind, um nicht unnötig Stallplatz, Futter und Arbeitszeit in der Winterhaltungsperiode zu binden, würde bei kürzerer Deckperiode die Nutzungsdauer der Kühe drastisch sinken. Die Nutzungsdauer der Mutterkühe beeinflusst über die Kosten der Bestandsergänzung nach Steinwender (1989), Doluschitz & Zeddies (1990), Roffeis (1994), Hampel (1995) und Grauvogl et al. (1997) das Produktionsergebnis maßgeblich. Deshalb muss bei Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. die längere Kalbeperiode akzeptiert werden, was entsprechend den in Tabelle 7 dieser Arbeit aufgelisteten Autoren erhöhten Beobachtungs­aufwand, Probleme bei der Aufstallung, größere Herdenunruhe, geringere Lebendmasse­zunahmen der Kälber, geringere Absetzmassen, größere Schwankungen der Absetzmassen und höhere Kälberverluste bewirkt, also sowohl den Produktionsaufwand als auch die Aufzuchtleistung negativ beeinflusst.


[Seite 114↓]

5.1.2  Auswertung entsprechend den unterschiedlichen Belegungszeiten

Die Differenzen der Intervalle zwischen dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit und der erfolgreichen Belegung (IZB) waren zwischen den Gruppen der ver­schiedenen Kalbezeiten bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. und den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. unterschiedlich.

Bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. hatten die Winter­kalbungskühe im Durchschnitt ein 10 Tage kürzeres IZB als die Frühjahrskalbungskühe, benötigten also weniger Belegungszeit bis zur Trächtigkeit.

Dagegen hatten bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. die Winterkalbungskühe im Vergleich zu den Frühjahrskalbungskühen das längere IZB, benötigten also im Durchschnitt die längste Belegungszeit bis zur Trächtigkeit. Das kürzeste IZB hatte die Gruppe Sommerkalbung. Die Differenz des IZB zwischen den Gruppen Winter- und Frühjahrskalbung war mit 5,4 am geringsten und nicht signifikant. Der Unterschied zwischen Frühjahrs- und Sommerkalbung war mit 10,7 Tagen größer und signifikant++, der zwischen Winter- und Sommerkalbung mit 16,1 Tagen am größten und hoch signifikant+++.

Sowohl bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. als auch bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. unterschieden sich die Gruppen der verschiedenen Kalbezeiten bezüglich des Ablaufes der Belegung und der Trächtigkeitsraten nur während der ersten neun Belegungswochen.

Bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. entstand das unterschiedlich lange IZB während der ersten 21 Belegungstage. In dieser Zeit stieg die Trächtigkeitsrate der Gruppe Winterkalbung schneller an als die Trächtigkeitsrate der Gruppe Frühjahrskalbung. In den folgenden 42 Belegungstagen kehrte sich dieser Trend um. Es wurden mehr Kühe der Frühjahrskalbung trächtig als Kühe der Winterkalbung. Nach einer neunwöchigen Belegungsperiode waren die Trächtigkeitsraten der Gruppen beider Kalbeperioden mit 78,8 % bzw. 77 % annähernd ausgeglichen.

Anders war der Belegungsablauf bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum
21. Tag p.p. Hier wurden die Kühe der Winterkalbung zu einem späteren Zeitpunkt belegt als die Kühe der Frühjahrskalbung, welche wiederum später als die Kühe der Sommerkalbung trächtig wurden. Die Kühe der Winterkalbung hatten mit 6 % Trächtigkeitsrate in den ersten 21 Tagen nach dem Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit wesentlich schlechtere Ergebnisse als die Kühe der Frühjahrskalbung mit 14,7 % und die Kühe der Sommerkalbung mit 21,2 %. Auch im Zeitraum von der vierten bis sechsten Belegungswoche wurde mit 27 % der geringste Anteil der Winterkalbungskühe tragend. Die Kühe der Frühjahrskalbung wurden hier mit 36,1 % am erfolgreichsten belegt. Die Gruppe der Sommerkalbung hatte mit 30,1 % den mittleren Wert.

Die meisten Kühe der Winterkalbung wurden mit 34 % im Zeitraum von der siebenten bis zur neunten Belegungswoche trächtig. Mit 18,1 % war dieser Wert bei der Frühjahrskalbung geringer und mit 15,5 % bei der Sommerkalbung noch kleiner.

Anschließend, nach neun Belegungswochen, waren die Trächtigkeitsraten der drei Gruppen mit 67 %, 68,9 % und 66,8 % annähernd ausgeglichen.

Die Differenzen beim IZB, die verschieden hohen Anteile belegter Kühe in den einzelnen Belegungsintervallen und die zwischen den Gruppen der einzelnen Kalbeperioden unterschiedliche Entwicklung der Trächtigkeitsraten hatten ihre Ursachen in den im Jahresverlauf verschiedenen Belegungszeiten.

Die Winterkalbungskühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. konnten im Durchschnitt ab dem 24.03., also während der Stallhaltungsperiode, belegt werden. Die Tiere wurden innerhalb kurzer Zeit nach der Zustellung des Zuchtbullen trächtig. Die erfolgreiche [Seite 115↓]Belegung erfolgte im Durchschnitt am 30.04., also im Stall. Damit waren über 60 % dieser Tiere zum Zeitpunkt des Weideaustriebes tragend. In der Zeit um den Weideaustrieb war der Belegungserfolg geringer, aber nach der Zeit der Umstellung von Stall- auf die Weidehaltung, wurden wieder mehr Kühe trächtig. Der überwiegende Teil der Tiere kalbte im Januar bis Anfang Februar, in einer für Winterkalbungen günstigen Zeit.

Die Kühe der Frühjahrskalbung mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. konnten im Durchschnitt ab dem 07.05. belegt werden. Dieser Termin fiel unmittelbar in die Zeit des Weideaustriebes und war Ursache für die in den ersten Wochen der Belegungszeit schlechte Trächtigkeitsrate. Nur sehr wenige Kühe dieser Gruppe wurden in den ersten Tagen der Belegungszeit, unmittelbar zur Umstellung von der Stall- auf die Weidehaltung, belegt. Danach wurden große Teile der Gruppe innerhalb kurzer Zeit trächtig. Die erfolgreiche Belegung fand durchschnittlich am 24.06., in der fortgeschrittenen Weidehaltungsperiode, statt. Die meisten Kühe kalbten in den ersten Aprilwochen. Damit wurden die Bedingungen einer klassischen Frühjahrskalbung, nämlich Kalbung unmittelbar zum bzw. nach dem Weideaustrieb und Belegung am Anfang des Sommers, nicht erfüllt.

Die Winterkalbungskühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. konnten im Mittel ab dem 12.04. belegt werden. Das war etwa drei Wochen vor Weideaustrieb - eine für die Belegung ungünstige Zeit. Langsam begann in den ersten Wochen bis zum Weideaustrieb die Belegung. Erst danach stieg der Anteil der tragenden Kühe schnell an. Deshalb fand im Durchschnitt die erfolgreiche Belegung am 07.06., ca. vier Wochen nach Beginn der Weideperiode, statt. Im Mittel kalbten die Kühe erst im März, für die Winterkalbung zu spät, da diese Zeit auf Grund der oft feuchtwarmen Witterungsverhältnisse für die Kälbergesundheit bei Stallkalbungen ungünstig ist.

Die Kühe der Frühjahrskalbung mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. konnten durchschnittlich ab dem 25.05., kurz nach dem Weideaustrieb, belegt werden. Zu Beginn der Belegungs- und Weideperiode wurde nur ein geringer Teil der Kühe tragend. Danach stieg die Trächtigkeitsrate stetig an. Die Belegung erfolgte im Mittel am 15.07., etwa in der Mitte der Weideperiode. Im Durchschnitt kalbten die Kühe dann Ende April, zu einem für die Frühjahrskalbung zeitigen und günstigen Termin.

Die Sommerkalbungskühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. konnten ab dem 27.07. in der Mitte der Weideperiode belegt werden. Sie wurden in dieser Gruppe am zeitnahesten zum Tag der ersten theoretisch möglichen Konzeption tragend. Die erfolgreiche Belegung fand im Durchschnitt am 05.09. statt. Der Abbruch der Belegungszeit für einige Herden ist Ursache für die annähernde Stagnation der Trächtigkeitsrate ab Oktober. Im Durchschnitt kalbten die Kühe dann Mitte Juni. Dieser Termin ist für die Sommerkalbung günstig.

Balliet (1993), Golze (1995a), (1995b), (1997c), Anonym IV (1996), Brehme et al. (1997) und Bauer et al. (1997) berichten, dass Kühe der Winterkalbung geringere Trächtigkeitsraten haben als die Kühe anderer Kalbeperioden. Anonym IV (1996)und Brehme et al. (1997) geben hier Unterschiede von 30 % an. Warzecha (1995) ermittelte leicht über 80 % Trächtigkeitsrate in der Belegungsperiode der Winterkalbung und damit eine ungünstigere gegenüber der Frühjahrskalbung. Golze (1995b), (1997c) stellte eine wesentliche Benachteiligung der Tiere der Winterkalbung fest. Er ermittelte innerhalb einer achtwöchigen Belegungsperiode im März/April 51,6 %, in den Monaten Juni/Juli 90,8 % und im August/September 89,3 % Trächtigkeitsrate.

Im Rahmen der eigenen Untersuchungen widersprechen die Ergebnisse der Kühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. diesen Literaturangaben. Die Kühe der Winterkalbung wurden schneller belegt als die Kühe der Frühjahrskalbung. Ursache war der ungünstige und unübliche Zeitpunkt der Belegung der Frühjahrskalbungskühe.


[Seite 116↓]

Dagegen stehen bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. die Belegungsergebnisse der Gruppen der verschiedenen Kalbeperioden im gleichen Verhältnis zueinander, wie in der Literatur angegeben. Allerdings war der Unterschied zwischen Winter- zur Frühjahrskalbung nicht, wie in der Literatur angegeben, deutlich, sondern eher gering. Ursache war die Kalbung der Frühjahrskalbungskühe in der ungünstigen Zeit unmittelbar vor oder zum Weideaustrieb, wodurch die Konzeptionsbereitschaft eines größeren Teils der Kühe über den Zeitpunkt der ersten theoretisch möglichen Trächtigkeit hinaus verzögert wurde.

In Tabelle 9 sind die Literaturangaben zu Vor- und Nachteilen der verschiedenen Kalbezeitpunkte zusammengefasst. Übereinstimmung herrscht über die schlechteren Trächtigkeitsraten für die Kühe der Winterkalbung durch die meist schlechteren Winterfutterqualitäten in der entsprechenden Belegungszeit. Auch die günstigen Bedingungen für die erfolgreiche Wiederbelegung der Kühe der Frühjahrskalbung durch nährstoffreiches Weidefutter sind allgemein anerkannt. Balliet (1993), Golze (1995a), (1995b), (1997c), Anonym IV (1996), Brehme et al. (1997) und Bauer et al. (1997) geben als Ursache für die geringeren Trächtigkeitsraten der Kühe der Winterkalbung die zur Belegungszeit zum Ausgang des Winters schlechtere Futterqualität und die ungünstigeren Haltungsbedingungen an.

Im Rahmen der eigenen Untersuchungen waren die Belegungsergebnisse vorrangig in der Zeit unmittelbar vor, während und nach dem Weideaustrieb schlecht. Während dieser Zeit der Futter- und Haltungsumstellung sowie der Neuformierung der Tiergruppen wurden nur sehr wenig Tiere trächtig. Besonders drastisch wirkte sich dies bei den Frühjahrskalbungskühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. aus, aber auch für die Gruppe der Winterkalbungskühe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. war in dieser Zeit ein Belegungsrückgang zu verzeichnen. Der verzögerte Belegungsbeginn der Frühjahrskalbungskühe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zeigt auch, dass ein größerer Teil der Kühe, die in dieser ungünstigen Zeit kalben, eine verzögerte Konzeptionsbereitschaft hat, was bei Bestimmung der Belegungszeit beachtet werden muss.

Die im Rahmen der eigenen Untersuchungen zur Winterfütterung der Mutterkühe eingesetzte Grassilage enthielt 5,6 bis 5,2 MJ NEL und 83,1 bis 93,7 g RPR in der Trockensubstanz.
Im Gras der Weidefütterung waren 5,4 bis 7,1 MJ NEL und 96,4 bis 192,7 g RPR pro
kg Trockensubstanz enthalten.

Der Nährstoffbedarf der Mutterkühe ist nach Meinung von Golze (1994),Buchwald (1994), Hampel (1995),Balzer & Zens (1997), Bauer et al. (1997), Uhr (1999) undHühn (2000) nahezu vollständig über wirtschaftseigenes Grundfutter zu decken.

Averbeck (1994), Stockinger et al. (1994), Hampel (1995), Balzer & Zens (1997) und Hühn (2000) legen besonderen Wert auf optimale Grundfutterqualitäten in der Mutterkuh­haltung. Dagegen reicht nach Spann (1984) eine durchschnittliche Grundfutterqualität für die bedarfgerechte Nährstoffversorgung der Mutterkühe aus. Zube & Mörchen (1997) fordern für Mutterkühe ab vier Wochen p.p. 5,4 – 5,6 MJ NEL und 108 - 115 g Rohprotein je kg Trockensubstanz im Futter.

In den eigenen Untersuchungen wurden bei der Winterfütterung die in der Literatur geforderten, guten Grundfutterqualitäten nicht erreicht - die Qualität war allenfalls durchschnittlich. Der Energiegehalt konnte den Bedarf der Kühe decken, der Rohproteingehalt dagegen nicht. Auch das Gras der Weidefütterung hatte im Durchschnitt keine optimale Qualität, zur Versorgung der Mutterkühe war diese allerdings ausreichend.

Rosenberger (1984a), Doluschitz & Zeddies (1990), Stockinger et al. (1994), Buchwald (1994), Brehme et al. (1997) und Golze & Balzer (1997a) meinen, dass Mutterkuhhaltung unter anderem der Verwertung von Grünland und extensiven Standorten sowie der Landschaftspflege dient.


[Seite 117↓]

Die Möglichkeiten der Bereitstellung von hohen Grundfutterqualitäten für die Winterfütterung sind in vielen Fällen eingeschränkt, da die Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung oder frühe Grünlandschnittzeitpunkte oft mit Verzicht auf staatliche Prämien verbunden wären. Für die Mutterkuhhaltung sind die Erlöse aus staatlicher Förderung nach Wohlgschaft (1993), Stockinger et al. (1994), Buchwald (1994),Grauvogl et al. (1997), (Strümpfel (2000) und Stark (2001), (2002) wichtiger Einkommensbestandteil und nach Deblitz et al. (1994), Göbbel (1994),
Stockinger & Triphaus (1997), Zube & Mörchen (1997), Martin & Zupp (2000) und Piehl (2002) Voraussetzung für deren wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Nach Steinhöfel & Golze (1996) schwanken die Mittelwerte bei extensiven Grasaufwüchsen mit späten Schnitten zwischen 6 und weniger als 3 MJ NEL/kg TS und nach Sklenar (2000) liegt in Thüringen die Energiedichte des Futters von Extensivgrünland fast 0,6 MJ NEL/kg TS unter der von konventionell erzeugtem Grundfutter.

Der Anspruch an die Mutterkuhhaltung, der Verwertung von Grünland und extensiven Standorten sowie der Landschaftspflege zu dienen, führt zwangsläufig - so auch bei den eigenen Untersuchungen - zu Grundfutter mit geringeren Energie- und Eiweißgehalten.

Die mangelnde Grundfutterqualität der Winterfütterung bewirkte für die Kühe der Winter- und Frühjahrskalbung während der Winterperiode einen bis zum Weideaustrieb andauernden Körpersubstanzabbau und führte zu unterschiedlichen Körperkonditionen der Kühe der einzelnen Kalbeperioden vor allem in den ersten Wochen der Belegungszeit:

Die Kühe der Gruppen Winterkalbung und Frühjahrskalbung hatten zu Beginn der Belegungszeit mit durchschnittlich 2,64 und 2,59 niedrige und nicht signifikant unterschiedliche Bewertungsnoten. Die Gruppe Sommerkalbung befand sich zu dieser Zeit mit der Bewertungsnote 3,61 in einem guten Körperkonditionszustand und unterschied sich dadurch hoch signifikant+++ von den beiden anderen Gruppen.

Während der ersten zwei Monate der Belegungsperiode entwickelte sich die Körperkondition der Gruppen Winter- und Frühjahrskalbung verschieden, so dass hoch signifikante+++ Unterschiede entstanden. Die Kühe der Frühjahrskalbung legten auf der Weide zügig an Körpermasse zu und erreichten mittlere Bewertungsnoten von 3,42 und 3,22. Die Körperkondition der Kühe der Winterkalbung sank während der Stallhaltung auf die Bewertungsnoten 2,41 und 2,15 ab. Die Bewertung der Kühe der Sommerkalbung blieb mit 3,59 und 3,45 stabil.

Nach dem Weideaustrieb der Gruppe Winterkalbung stieg auch die Körpermasse dieser Kühe stark an. Dokumentiert wurde das durch die Bewertungsnoten 3,16 und 3,28. Die Körperkondition der Gruppe Frühjahrskalbung war in diesem Abschnitt der Belegungszeit mit 3,22 und 3,08 leicht rückläufig und die der Gruppe Sommerkalbung mit 3,45 konstant. Während dieser Phase waren keine großen Unterschiede zwischen der Gruppe Winterkalbung und den anderen Gruppen mehr erkennbar. Vorhandene Unterschiede zwischen den Körperkonditionsbewertungen der Frühjahrs- und Sommerkalbung waren, da sich beide Gruppen in gutem Körperkonditionszustand befanden, für die Belegungsergebnisse ohne Bedeutung.

Die Meinungen zur anzustrebenden Körperkondition von Mutterkühen im belegungsnahen Zeitraum sind in der Literatur verschieden:

Balliet (1995) und Golze (1996b), (1996c)bevorzugen für Kühe aus der Winterkalbung die Körperkonditionsnoten 2,5 zur Abkalbung, 2 zur Belegung sowie 2,5 zum Weideauftrieb. Für Kühe aus der Frühjahrskalbung geben sie die Körperkonditionsnoten 2 zur Abkalbung, 2 bis 2,5 zur Belegung und 2 zum Weideauftrieb an. Die Körperkondition der Gruppen Winter- und Frühjahrskalbung entsprach in den eigenen Untersuchungen annähernd diesen Angaben.

Gerhardy (1996) empfiehlt für Kühe aus der Frühjahrskalbung zur Abkalbung die Note 2,5, zur Belegung die 2 und zum Weideauftrieb die 3.


[Seite 118↓]

Die Körperkondition der Frühjahrskalbungskühe der vorliegenden Untersuchung war zum Beginn der Belegungszeit um eine halbe Note höher als von Gerhardy (1996) empfohlen und stieg danach noch an. Der Empfehlung zur höheren Körperkondition bei Weideauftrieb kann nicht gefolgt werden, da vom Weideauftrieb bis zur Belegung der Frühjahrskalbungskühe im Juni ein Rückgang der Körperkondition unwahrscheinlich scheint.

Nach Fischer & Engelhard (1996) sollte die Körperkondition der Kühe zur Belegung im Schnitt 3,5 sein. Eine Mutterkuh sollte zum Abkalben die Note 4,0 haben, im ersten Laktationsdrittel auf 3,5 zurückgehen, aber 3,0 sollte aber zu keinem Zeitpunkt unterschritten werden (Jilg 1998). Diesen Forderungen konnte in den eigenen Untersuchungen nur die Körperkondition der Kühe der Sommerkalbung folgen. Während der Stallhaltungs- und Winterfütterungsperiode wurden diese Körperkonditionen nicht erreicht.

Bauer et al. (1997) meinen, dass die Körperkondition in der Hochlaktation nicht unter 2 sinken und in der Trockenstehzeit nicht über 3 bis 3,5 ansteigen soll. Bei den eigenen Untersuchungen sank im Durchschnitt der Kühe keiner Gruppe die Körperkondition unter die Bewertungsnote 2 ab. Ein Problem stellt die tierindividuelle Streuung dar. Es gab Abweichungen nach oben und unten, so dass während der problematischen Belegungszeiten am Ende des Winters und zum Weideaustrieb einige Tiere mit der Körperkonditionsnote 1 bewertet wurden.

Nach Fürstenberg (1990), Bauer et al. (1997), Platen & Gross (1998) und Busch (1998) werden bei übermäßigem Körpersubstanzabbau, wenn die Kuh sich im energetischen Defizit befindet, die nicht lebensnotwendigen Körperfunktionen und damit auch die Fortpflanzungsfunktion zurückgestellt. Nährstoffunterversorgung zwischen der Kalbung und Konzeption bewirkten nach Gerhardy (1996) undBauer et al. (1997) eine Verschlechterung der Fruchtbarkeit.

Davon ausgehend und unter Beachtung der Tatsache, dass sich die Kühe der eigenen Untersuchungen zum Weideaustrieb Anfang Mai im schlechtesten Körperkonditionszustand befanden, konnten Kühe mit der Körperkonditionsnote 1 nicht trächtig werden, bevor sich mit dem Weideaustrieb die Fütterungs- und Haltungsbedingungen grundlegend geändert hatten. Durch den Belegungsablauf wurde dies bestätigt.

Spann (1984) befürwortet drei bis vier Wochen vor und während der Decksaison je nach Grundfutterqualität eine Kraftfutterzulage an die Mutterkühe. Bei mageren Kühen verkürzt nach Jilg (1998) ein hohes Fütterungsniveau nach der Kalbung über den Flushing-Effekt die Rastzeit. Die Frühlingsweide bringt den gleichen Effekt.

Da große Teile der Untersuchungsherde in kurzer Zeit belegt wurden, rechtfertigen die Ergebnisse eigener Untersuchungen beim Einsatz gleichwertiger Grobfuttermittel die Forderung nach Kraftfutterfütterung für zur Belegung anstehende Mutterkühe nicht. Allerdings könnte während der Stallhaltung der einzeltierbezogene Einsatz von Konzentratfutter an Kühe mit schlechter Körperkondition positive Effekte erbringen. Grundlage sollte die Körperkonditionsbewertung sein. Nach Weideaustrieb im Frühjahr entsteht der Flushing-Effekt durch die hohe Grundfutterqualität auch ohne Zufütterung. Die im Sommer bei nachlassendem Futterangebot zu belegenden Tiere befinden sich in der Regel in einer guten Köperkondition, so dass durch einen leichten Körpermasseabbau keine negativen Einflüsse auf die Trächtigkeitsergebnisse zu erwarten sind.

Nach Schuster (1994) beeinflussen Haltung, Fütterung, Klima und Hell-Dunkel- Verhältnisse die Produktion der an der neuroendokrinen Regulation der weiblichen Geschlechtsorgane beteiligten Hormone. Balliet (1993) und Heikens (1999) ermittelten, dass das Winterhaltungsverfahren - außen oder im Stall - keinen signifikanten Einfluss auf Fruchtbarkeitsparameter hat. Dies relativiert zumindest die Einflüsse durch Haltung und Klima, die auch, wie vornehmlich durch den Belegungsverlauf der Winterkalbungskühe mit [Seite 119↓]Zustellung des Zuchtbullen bis zum 22. Tag p.p. dokumentiert wurde, bei den hier vorliegenden Untersuchungen keine entscheidenden Wirkungen zeigten.

Nach dem Weideaustrieb und mit Beginn der Grünfutterperiode steigen nach Balliet (1993), Anonym IV (1996), Brehme et al. (1997), Bauer et al. (1997)undGolze (1997c)die Trächtigkeitsraten an. Auch bei den eigenen Untersuchungen war nach der Zeit der Umstellung von Stall- auf Weidehaltung ein starker Anstieg der Trächtigkeitsraten zu beobachten.

Je mehr sich die Deckperiode dem Sommer nähert, desto schwächer sind die Befruchtungsergebnisse (Bauer et al. 1997). Diese Aussage haben die eigenen Untersuchungen nicht bestätigt.

Im Rahmen der eigenen Untersuchungen sind innerhalb einer neunwöchigen Belegungsperiode sowohl bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. als auch bei den Kühen mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. identische Trächtigkeitsergebnisse in den Gruppen der einzelnen Kalbeperioden erzielt worden.

Unter den Bedingungen dieses Versuches wären demzufolge zur Wahl der jeweiligen Kalbeperiode bei gleichzeitig acht- bis neunwöchiger Belegungsperiode die unterschiedlichen Belegungserfolge der einzelnen Kalbeperioden von untergeordneter Bedeutung. Nur bei Verkürzung der Belegungsperiode würden höhere Trächtigkeitsraten zur Favorisierung der Frühjahrs- bzw. Sommerkalbung führen.

Nach Balliet (1993), Averbeck (1994) und Roffeis (1994) ist die jeweilige Abkalbesaison auf einzelbetrieblicher Ebene entsprechend Futterangebot und –bedarf, Gebäudeausstattung, verfügbarem Arbeitskräftepotential, Produktionsziel und Absatzmöglichkeiten auszuwählen. Wohlgschaft (1993) und Grauvogl et al. (1997) dagegen bevorzugen die Frühjahrs­kalbung, Seebach (1985), Steinwender (1989), Ostendorff (1994) und Roffeis (1994) die Winterkalbung.

Die sowohl in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen ab dem 22. Tag p.p. als auch in der Gruppe mit Zustellung des Zuchtbullen bis zum 21. Tag p.p. zwischen den Gruppen der einzelnen Kalbeperioden verschiedene Entwicklung der Trächtigkeitsraten zeigen, dass bei Einbeziehung von für die Belegung ungünstigen Zeiten in die Belegungsperiode die Möglichkeiten zur Begrenzung die Kalbeperiode eingeschränkt sind. Dies betrifft vornehmlich die Zeit zum Ende der Stallhaltungsperiode und unmittelbar zum bzw. nach dem Weideaustrieb. Die verlängerte Kalbeperiode beeinflusst, entsprechend der in der Literatur vorherrschenden Meinung, die Aufzuchtergebnisse und die Körpermasseentwicklung der Kälber negativ. Die Entscheidung zur Kalbeperiode Winterkalbung führt nicht zwangsläufig zu schlechteren Trächtigkeitsergebnissen. Vielmehr sollte bei der Gestaltung der Belegungszeiten die Zeit unmittelbar vor Ende des Winters sowie zum und nach dem Weideaustrieb vermieden werden, da in dieser Zeit nur wenige Kühe tragend werden.

Voraussetzung für kurze Kalbeperioden sind hohe Trächtigkeitsraten innerhalb kurzer Belegungszeit. Dafür ist laut Anonym IV (1996) und Brehme et al. (1997) die optimale Versorgung der Kühe in der Deckperiode unerlässlich.

Kann diese Versorgung in bestimmten Zeiten, z. B. im Winter, im Hochsommer oder auch bei Haltungsumstellungen, nicht gesichert werden, wäre die Empfehlung von Warzecha (1995), zwei Kalbeperioden im Frühjahr und Herbst einzurichten, eine Lösung. Mit einer zweiten Deckperiode könnte nicht belegten Kühen eine zweite Möglichkeit der Trächtigkeit gegeben werden. Verbunden wäre dies mit nachfolgender Herdentrennung und Integration der später belegten Kühe in eine andere Kalbesaison.

Auch der Vorschlag von Wintersperger (1996), bei großen Herden Gruppen über das Jahr hinweg kalben zulassen, würde dieses Problem nicht relevant werden lassen.


[Seite 120↓]

5.2  Ernährung und Kälberentwicklung

5.2.1 Kälber aus der Winterkalbung

5.2.1.1 Kraftfutteraufnahme

Beginn der Kraftfutteraufnahme

Die Kälber der Versuchsgruppen I/1 und I/2 begannen im Mittel um den 40. Lebenstag wesentliche Mengen Kraftfutter aufzunehmen.

Ab sieben Tagen Lebensalter nehmen Kälber bei der Aufzucht in der Milchproduktion nach Bothmer (1988), Kaphengst (1991) und Bothmer & Budde (1992) zunehmend Kraftfutter auf. In der dritten Lebenswoche fressen diese Tiere bei Restriktion der Milchgaben nach Raue (1980) und Keusenhoff & Piatkowski (1986) ca. 150 g Kraftfutter pro Tier und Tag und nach Guilhermet (1990) 0,2 kg Trockensubstanz vom Kraftfutter pro 100 kg Lebendmasse.

Die Mutterkuhkälber der eigenen Untersuchungen begannen zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt mit der Kraftfutteraufnahme als die mutterlos aufgezogenen Kälber aus der Milchproduktion.

Im Abschnitt 2.3.2 sind die Möglichkeiten zur Förderung einer frühzeitigen Kraftfutter­aufnahme durch die Kälber aufgelistet. Mit Ausnahme der Rationierung der Milchtränke wurden in den eigenen Untersuchungen alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft. Den Kälbern wurde pelletiertes Kraftfutter mit hohem Getreideanteil und beigemengter Melasse, mittels Kraftfutterautomaten ständig frisch und in einwandfreiem Zustand, vorgelegt. Damit, mit ständig bereit gestelltem Wasser, mit eingeschränkten Aufnahmemöglichkeiten für Heu und Grassilage und mit Gruppenhaltung wurde die frühzeitige Konzentrataufnahme für die Kälber begünstigt. Die Computer der Kraftfutterstationen registrierten Besuche ohne Futterverzehr durch alle Kälber innerhalb der ersten fünf Tage nach der Einstallung. Demnach nahmen die Kälber ohne Scheu die Kraftfutterstationen an, die technische Ausrüstung behinderte die Kraftfutteraufnahme nicht. Die Förderung der Kraftfutteraufnahme durch rationierte und zeitbegrenzte Tränkegabe ist unter den Bedingungen der Mutterkuhhaltung nicht möglich und wirtschaftlich nicht wünschenswert, da die maximale Ausnutzung der gesamten Milchleistung der Mutterkuh aus ökonomischen Gründen Produktionsziel sein muss.

Ursache für den im Vergleich zu den Kälbern des Produktionsverfahrens Milchproduktion späteren Zeitpunkt des Beginns der Kraftfutteraufnahme kann nur die bis zu diesem Zeitpunkt ausreichende Milchversorgung durch die Mutterkühe sein.

Rassespezifische Unterschiede der Milchleistung der Mutterkühe machen auch rassebedingte Unterschiede beim Zeitpunkt des Beginns der Kraftfutteraufnahme wahrscheinlich. Weiterführende Untersuchungen dazu sind notwendig.

Der Zeitpunkt des Beginns der Kraftfutteraufnahme variierte tierindividuell stark. Die ersten Kälber nahmen bereits in der zweiten Lebenswoche auf einem niedrigen Niveau Kraftfutter auf, während andere erst ab der zwölften Lebenswoche mit dem Kraftfutterverzehr begannen.

Anonym VII (1998), Ruckebusch (1990b), Deininger & Käck (1999) und Kunz (2000) berichten von erheblichen Schwankungen beim Kraftfutterverzehr zwischen den Kälbern bei der Kälberaufzucht in der Milchproduktion. Deininger & Käck (1999) ermittelten, dass erste Kälber bereits nach zwei Tagen mit der Aufnahme von Kraftfutter beginnen, während andere bis zum 16. Tag keinerlei Kraftfutteraufnahme aufweisen. Bei Untersuchungen von
Kunz (1999) gab es auch nach einer zehnwöchigen Tränkeperiode Kälber ohne Kraftfutter­aufnahme. Deshalb gibt es nach Meinung von Kunz (1999) Kälber, die kein oder nur sehr wenig Kraftfutter zufressen, solange sie mit Milch versorgt werden.

Die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen bestätigen die Literaturangaben bezüglich der Schwankungen beim Beginn der Kraftfutteraufnahme.


[Seite 121↓]

Für Kälber aus dem Produktionsverfahren Milchproduktion fordern Daenicke (1985), Frieling (1989), Raue (1989), Guilhermet (1990), Hartmann (1991), Weiss (1992), Krocker & Platen (1999) und Platen & Reiter (1999) zur günstigsten Stimulation der gesamten Pansenentwicklungeine kombinierte Futtervorlage aus Konzentraten und Heu. Schmoldt (1991a), Kaphengst (1991) und Gropp & Pirkelmann (1992) ab dem siebenten Lebenstag, Guilhermet (1990) im Alter von drei Wochen.Daenicke (1985) und Guilhermet (1990) legen Wert auf den möglichst frühzeitigen Zugang insbesondere zu Heu und Stroh, Schrag et al. (1987) fordern Kraftfutter erst ab der dritten Lebenswoche in limitierten Gaben und nur bei gleichzeitiger Heuaufnahme.

Wichtiger als die Volumenausdehnung des Pansens ist für Veauthier (2000), Jilg (2000), Steinhöfel & Lippmann (2000a), (2000b), Allers & Veauthier (2001)und
Heinrichs (2000) das schnelle Wachstum der Pansenzotten. Deshalb sollte man nach ihrer Meinung Kälbern in den ersten Lebenswochen kein Heu, sondern Kraftfutter füttern, so dass sie sich nach Ansicht dieser Autoren schneller zu Wiederkäuern entwickeln. Gerade dem Kraftfutterverzehr ist nach Deininger & Käck (1999) bei der Kälberaufzucht erhöhte Beachtung zu schenken.

Der in den eigenen Untersuchungen festgestellte, relativ späte Beginn der Kraftfutteraufnahme durch Mutterkuhkälber zeigt, dass diese Fütterungsempfehlungen nicht auf die Fütterung der Mutterkuhkälber übertragbar sind.

Mutterkuhkälbern aus der Winterkalbung sollte nach Stockinger et al. (1994),
Stiewe (1994) und Steinhöfel & Golze (1996) im Kälberschlupf Heu und Kraftfutter angeboten werden. Spann (1984), Bothmer (1988),Bothmer & Budde (1992),
Weiss (1992) und Hampel (1995) fordern dieses Zusatzfutter, zusätzlich zur Muttermilch,ab der zweiten Lebenswoche. Entsprechend der Meinung von Berlanger (1990) wird den im Herbst oder zu Winterbeginn geborenen Mutterkuhkälbern etwas Konzentrat zum Ende des Winters verabreicht. Bauer et al. (1997) sieht die Notwendigkeit der Kraftfuttergabe an Kälber aus der Winterkalbung nur bei schwacher Milchleistung und/oder schlechter Grundfutterqualität.

Aus den Ergebnissen der eigenen Untersuchung folgernd, nehmen die meisten Mutter­kuhkälber vor dem 40. Lebenstag das Konzentratfutterangebot nicht an. Vor diesem Termin beginnen lediglich Einzeltiere - in den eigenen Untersuchungen 16,6 % – auf einem niedrigen Niveau mit der Konzentrataufnahme. Ein Kraftfutterangebot erscheint deshalb im ersten Lebensmonat uneffektiv.

Daenicke (1985) und Steinhöfel & Lippmann (2000a), (2000b) stellten fest, dass Kälber Heu bevorzugt aufnehmen und der Kraftfutterverzehr damit zurückbleibt. Deshalb könnte die Anwendung der vorgenannten Fütterungsempfehlungen für Mutterkuhkälber aus der Winterkalbung den Beginn des Kraftfutterverzehrs durch verstärkte Heuaufnahme noch weiter als im vorliegenden Versuch verzögern. Der gleiche Effekt würde durch gute Anwelksilage erreicht, die nach Bothmer (1988) von den Kälbern oft noch besser angenommen wird als Heu.


[Seite 122↓]

Tägliche Kraftfutteraufnahme

Die Menge des täglich verzehrten Konzentratfutters blieb bis zum 70. Lebenstag der Kälber mit durchschnittlich 94 g pro Tag relativ gering. Die folgende Steigerung des Kraftfutter­verzehrs erbrachte zum Abschluss der Konzentratfütterungszeit bei 126 Tagen Lebensalter der Kälber 1.499 g durchschnittliche tägliche Kraftfutteraufnahme.

Kälber aus der Milchviehhaltung verzehren in der dritten Lebenswoche 150 g Kraftfutter
am Tag und in der siebten/achten Woche 800 bis 1000 g am Tag (Raue 1980,
Keusenhoff & Piatkowski 1986). In der zehnten Lebenswoche sollten Kälber etwa 2,2 kg Kraftfutter täglich fressen (Heinrichs 2000). Berlanger (1990) gibt hauptsächlich in Abhängigkeit von der Milch- und Grasmenge zwischen 0,5 und 2,0 kg Konzentrat an. Im Alter zwischen 1,5 und 3,5 Lebensmonaten nahmen die Kälber bei Gutbier (1985) im Mittel 2,31 kg TS je 100 kg LM auf.Guilhermet (1990) gibt 0,2 kg TS/100 kg Lebendmasse mit drei Wochen und 2,8 kg mit dreizehn Wochen an.

Die tägliche Kraftfutteraufnahme der Kälber der eigenen Untersuchungen blieb deutlich hinter den für Kälber aus der Milchproduktion angegebenen Größenordnungen zurück. Ursache war die höhere den Kälbern zur Verfügung stehende und auch aufgenommene Milchmenge. Golze (1994), Stockinger et al. (1994) und Hühn (2000) unterstellen den Mutterkühen für ihre Berechnungen zehn kg tägliche Milchleistung. Die Milchleistung der Mutterkühe zu Beginn der Laktation dürfte bei den meisten Rassen zwischen acht und
zehn kg liegen (Hampel 1995). Nach Meinung von Berlanger (1990) entspricht die Menge der vom Kalb aufgenommenen Milch außer am Beginn der Laktation nicht der Aufnahmekapazität und den Nährstoffbedürfnissen des Kalbes.

Die Konzentratfutteraufnahme durch alle Kälber zum Ausgang des Winters zeigt, dass zu diesem Zeitpunkt die Milchversorgung durch die Kühe nicht mehr ausreichte und die Kälber das Kraftfutter, wenn auch nicht in den Mengen wie die Kälber aus der Milchproduktion, benötigten.

Die Qualität und die ständig frische Vorlage der Grobfuttermittel sind von großer Bedeutung für dessen Aufnahme (Gutbier 1985, Bothmer 1988). Deshalb beeinflusst die Qualität vom Heu und der Silage die Höhe der Kraftfutteraufnahme der Kälber nicht nur über die Milchleistung der Mutterkühe. Auch mittels mehr oder minder hoher Heu- bzw. Silageaufnahme durch die Kälber wird der Kraftfutterverzehr der Kälber beschränkt oder gefördert.

Nach Berlanger (1990) können Mutterkuhkälber im Alter von drei Monaten 0,5 kg Kraftfutter pro Tag aufnehmen, wenn sie 5 bis 7 kg Milch pro Tag erhalten. Diese Angabe deckt sich annähernd mit den bei den eigenen Untersuchungen ermittelten Ergebnissen. Zwischen dem 85. und 98. Lebenstag nahmen die Kälber im Mittel 591 g Konzentrat täglich auf.

Nach Bauer et al. (1997) sollte an Kälber aus der Winterkalbung max. 1,5 kg Konzentrat pro Kalb und Tag verfüttert werden. Die angegebenen 1,5 kg Kraftfutter pro Tag entsprechen der mittleren Verzehrsmenge der Kälber des vorliegenden Versuches zum Ende der Fütterungszeit. Die hohen tierindividuellen Unterschiede, verbunden mit den technischen Aufwendungen für die Dosierung der Verzehrsmenge, lassen die empfohlene Limitierung problematisch erscheinen.

Bei Saugkälbern wird nach Spann (1984), Bothmer (1988), Bothmer & Budde (1992), Weiss (1992), Stiewe (1994), Hampel (1995) und Bauer et al. (1997) durch Kraftfutter- und Heufütterung eine frühzeitige Pansenfunktion und damit verminderte Krankheitsanfälligkeit erreicht. Im Rahmen der eigenen Untersuchungen traten bei allen Gruppen nur wenige Krank­heiten auf. Deshalb können die Ergebnissen dieses Versuches keine Angaben dazu liefern. [Seite 123↓]Allerdings ist das gesundheitliche Risiko für die Kälber bei Winterkalbungen im Stall nach Balliet (1993), Stockinger et al. (1994), Schrag (1994), Brentrup (1994),
Seemann (1996) und Platen & Gutbier (2001) durch höheren Infektionsdruck größer als bei Sommerkalbungen auf der Weide. Die Magen-Darm-Krankheiten überwiegen bei zwei bis drei Wochen alten Kälbern (Stockinger et al. 1994). Da die Kälber im Mittel erst ab der fünften bis sechsten Lebenswoche mit der Konzentratfutteraufnahme begannen, ist vor dieser Zeit ein Einfluss durch die Konzentratfütterung auszuschließen. Die Effekte der Kraftfutterfütterung für die Kälbergesundheit kommen also zu spät.

Krankheiten beeinträchtigen nach Schmoldt (1991b), Pirkelmann & Schlichting (1992), Kaphengst (1991) und Kunz (2000) die Entwicklung des Festfutterverzehrs über längere Zeiträume negativ. Die Ergebnisse des vorliegenden Versuches sind auf Grund der mangelnden Krankheitsfälle für Aussagen dazu nicht geeignet.

Die beschriebene Reaktion der Kälber auf Krankheiten könnte bei computergestützter Überwachung der Kraftfutteraufnahme zur Gesundheitsüberwachung genutzt werden. Allerdings ist für die Kälber der Winterkalbung mit Beendigung der vierten Lebenswoche die Zeit des größten Krankheitsrisikos vorbei. Da die Kälber im Mittel erst nach dieser Zeit mit der Kraftfutteraufnahme beginnen, wären die Effekte einer solchen Überwachung eingeschränkt.

Die tierindividuellen Unterschiede zwischen den Kälbern waren im Rahmen der eigenen Untersuchungen während der gesamten Konzentratfütterungszeit bezüglich der Kraftfutteraufnahme sehr hoch. Die Standardabweichung stieg über den gesamten Zeitraum an und ereichte am Ende im Durchschnitt 543 g.

Ruckebusch (1990b), Anonym VII (1998), Deininger & Käck (1999) und Kunz (2000) stellten zwischen den Kälbern des Produktionsverfahrens Milchproduktion erhebliche Schwankungen beim Kraftfutterverzehr fest. Nach zehnwöchiger Tränkeperiode ermittelte Kunz (1999) Unterschiede von null bis drei kg bezüglich der täglich pro Kalb aufgenommenen Kraftfuttermenge. Die Mutterkuhkälber der eigenen Untersuchungen zeigten ähnlich hohe tierindividuelle Unterschiede beim täglichen Kraftfutterverzehr wie die mutterlos aufgezogenen Kälber der Milchproduktion.

Gesamte Kraftfuttermenge

Mit durchschnittlich 86 g hatten die Kälber bis zum Ende der vierten Lebenswoche Kraftfutter nur in vernachlässigbarer Größe aufgenommen. Nach der sechsten Woche betrug dieser Wert erst 250 g. Nach zwölf Lebenswochen waren durchschnittlich 5 kg Konzentratfutter verzehrt. Der wesentliche Anstieg der verzehrten Menge begann nach dem 70. Lebenstag. Bis kurz vor dem Weideaustrieb mit 126. Lebenstagen nahmen die Kälber durchschnittlich 38 kg Kraftfutter auf, die maximale Aufnahmemenge durch ein Kalb betrug jedoch 59 kg. Die großen Differenzen zwischen den einzelnen Kälbern beim gesamt verzehrten Kraftfutter ergaben sich aus den Unterschieden der täglichen Kraftfutteraufnahme.

Schrag et al. (1987) beziffern die Gesamtmenge des von Kälbern aus der Milchproduktion aufgenommen Kraftfutters im Alter von vier bis sechs Wochen auf bis zu 6 kg und mit elf bis zwölf Wochen auf bis zu 30 kg pro Tier. Nach Stiewe (1994) kann der Kraftfutteraufwand für frühe Winterkälber der Mutterkuhhaltung bis zum Austrieb auf 50 kg steigen.

Die von Schrag et al. (1987) angegebenen Kraftfuttermengen der Kälber aus der Milchproduktion erreichten die Mutterkuhkälber aus den eigenen Untersuchungen nicht.

Da diese Kälber im Mittel am 10. Januar geboren wurden, scheint für im Dezember geborene Kälber, die bis zum Weideaustrieb längere Zeit Kraftfutter aufnehmen können, die Angabe von Stiewe (1994) realistisch.


[Seite 124↓]

5.2.1.2  Lebendmasseentwicklung

Tägliche Lebendmassezunahme

Die täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber aller Gruppen waren von über 1.000 g während der ersten 14 Lebenstage bis zum 70. Lebenstag rückläufig. Danach stagnierten die Tageszunahmen der Kälber mit Konzentratfütterung bei 683 g, um dann bis zum Weideaustrieb kontinuierlich bis auf 879 g anzusteigen. Gleichzeitig gingen die täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber ohne Konzentratfütterung weiter bis auf 406 g zurück.

Bis zum 84. Lebenstag unterschieden sich die täglichen Lebendmassezunahmen der Tiere der Gruppen mit und ohne Konzentratzufütterung nicht signifikant. Hoch signifikant+++ dagegen unterschieden sie sich vom 85. bis 112. Lebenstag, also in den letzten vier Wochen vor Weideaustrieb. In dieser Zeit hatten die Kälber mit Konzentratzufütterung doppelt so hohe Tageszunahmen wie die Kälber ohne Konzentratzufütterung.

Offensichtlich war in dieser Zeit zum Ausgang des Winters mit der Grobfutterfütterung nicht genügend Milchleistung bei den Mutterkühen zu erzielen, um den Bedarf der drei bis vier Monate alten Kälber zu decken. Die Nährstoffzufuhr über die Milch der Mutter und das zur Verfügung gestellte Grobfutter reichte für die Kälber ohne Konzentratzufütterung nicht aus, um auch nur annähernd Lebendmassezunahmen entsprechend denen der mit Kraftfutter gefütterten Kälber zu erreichen.

Die Zeitpunkte der Stagnation und des Anstieges der Lebendmassezunahme der Kälber mit Konzentratzufütterung deckten sich mit der Steigerung der Kraftfutteraufnahme.

Stiewe (1994) berichtet, dass durch den Einsatz von bis zu 50 kg Kraftfutter für frühe Winterkälber bis zum Weideaustrieb höhere Zuwachsleistungen erreicht werden. Die Ergebnisse dieses Versuches bestätigen die Aussage.

Während der nachfolgenden Weideperiode änderten sich im Vergleich der täglichen Lebendmassezunahmen die Verhältnisse zwischen den Gruppen mit und ohne Konzentratzufütterung. Die während der letzten Wochen vor Weideaustrieb für die Gruppen mit Kraftfutterzufütterung bestehende Leistungsüberlegenheit war nicht mehr vorhanden. Nach den bis zum 140. Lebenstag fast identischen durchschnittlichen Tageszunahmen waren in den folgenden acht Lebenswochen vom 141. bis 196. Lebenstag die täglichen Zunahmen der Kälber mit Kraftfutterzufütterung um 80 bis 90 g geringer als die der Kälber ohne Kraftfutterzufütterung. Für diese Differenz konnte keine Signifikanz nachgewiesen werden.

Mit der Auswertung der täglichen Lebendmassezunahmen der Kälber während der Weideperiode entsprechend dem Jahresverlauf konnten die Einflüsse durch wechselndes Wetter und Futterangebot einbezogen werden. Damit sind auch die Unterschiede zwischen den Gruppen mit und ohne vorheriger Konzentratzufütterung deutlicher geworden. In der siebentägigen Phase der Futter-, Haltungs- und Tiergruppenumstellung zum Weideaustrieb traten signifikante++ Unterschiede zwischen den mittleren Lebendmassezunahmen auf. Die Kälber mit vorheriger Kraftfutterzufütterung hatten 44 g am Tag und die Kälber ohne Kraftfutterfütterung 530 g zugenommen. Im Verhältnis zur Zeit vor dem Weideaustrieb sanken täglichen die Lebenmassezunahmen der Kälbergruppen mit vorheriger Kraftfutterzufütterung während der Umstellungszeit um 835 g, während die der Kälbergruppen ohne Kraftfutterzufütterung um 112 g stiegen. Das bedeutet, die Kälber mit Kraftfutterzufütterung hatten im Gegensatz zu den Kälbern ohne Kraftfutterzufütterung erhebliche Umstellungsprobleme. Offensichtlich führte das plötzliche Absetzen das Kraftfutters in Verbindung mit den anderen Stressfaktoren des Weideaustriebes zu keinen gesundheitlichen Problemen, aber zu erheblichen Leistungsdepressionen.

Die Kälber ohne vorherige Konzentratzufütterung hatten vor dem Weideaustrieb Leistungsdepressionen durch Unterversorgung, aber keine erkennbaren in der nachfolgenden Umstellungsphase.


[Seite 125↓]

In den ersten vier Wochen nach der Umstellungszeit nahmen die Kälber ohne Kraftfutterfütterung täglich ca. 100 g mehr Lebendmasse zu als die Kälber mit vorheriger Kraftfutterzufütterung. Bis zum Ende der Weideperiode Oktober/November blieb die nicht signifikant nachweisbare Leistungsüberlegenheit der Kälber ohne Kraftfutterfütterung erkennbar. Sie schwankte zwischen 6 und 92 g pro Tag.

Die Kälber ohne vorherige Konzentratfütterung glichen in dieser Zeit die Wachstumsrückstände aus den letzten Wochen der Stallhaltungszeit über kompensatorisches Wachstum aus.

Gemessen an der Körpermasse können nach Steinhöfel & Lippmann (2000b) die in der Kälberaufzucht häufig gravierenden Wachstumsdepressionen in späteren Entwicklungs­abschnitten über kompensatorisches Wachstum ausgeglichen werden. Jedoch nimmt die Chance, die qualitative Entwicklung aufzuholen, mit steigendem Alter der Jungtiere abund Entwicklungsrückstände sind auch durch das kompensatorische Wachstum nicht mehr aufzuholen (Platen & Krocker 1995, Krocker & Platen 1999,Degner & Platen 2000). Deshalb muss nach Losand et al. (1997) und Sommer (2000)das Ziel einer leistungsorientierten Aufzucht das kontinuierliche Wachstum der Tiere während der gesamten Aufzucht sein. Übermäßige Nährstoffangebote sind dabei ebenso zu vermeiden wie Perioden der Unterversorgung. Überangebote führen zu unerwünschten, problematischen Fetteinlagerungen, Mangelsituationen zu vielen Leistungsnachteilen.

Bei den eigenen Untersuchungen hatten sowohl die Kälber mit als auch ohne Konzentratzufütterung Lebensphasen mit unerwünschten Wachstumsdepressionen. Diesbezüglich ist kein Vorteil durch das eine oder andere Fütterungsregime erkennbar.

Nach dem Weideaustrieb, der Einstellung der Konzentratzufütterung und der Umstellungszeit erreichten die Kälber bis zum 140. Lebenstag Tageszunahmen von ca. 1.200 g. Danach erfolgte mit Fortschreiten der Vegetationszeit ein Rückgang der Leistung. Vor Abschluss der Weideperiode Ende Oktober nahmen die Kälber nur noch 400 bzw. 456 g täglich zu.

Golze (1997d) ermittelte bei Absetzern aus der Winterkalbung mit einem Absetzalter von 246 Tagen 1.051 g mittlere tägliche Zunahmen in der Säugeperiode. Bei Zupp et al. (1998) hatten männliche Absetzer aus der Winterkalbung mit Geburtszeitraum Januar/Februar/März bei einem Absetzalter von 192,3 Tagen 1.170,2 g mittlere tägliche Zunahmen in der Säugeperiode und weibliche bei einem Absetzalter von 212,9 Tagen 1.052,3 g mittlere tägliche Zunahmen in der Säugeperiode.

Auch die Lebensmassezunahmen der Kälber der eigenen Untersuchungen lagen in diesem Bereich. Allerdings wurden die eigenen Versuchskälber wesentlich später abgesetzt, als in der Literatur angegeben, und außerdem sind nach Stockinger (1994), Roffeis (1994),
Hampel (1995) und Bauer et al. (1997) die täglichen Zunahmen der Mutterkuhkälber in hohem Maße vom Leistungspotential der Rasse bestimmt. Ein direkter Vergleich kann also nicht gezogen werden.

Großen Einfluss auf die täglichen Lebendmassezunahmen von Mutterkuhkälbern hat nach Stöckling (1994), Stockinger (1994), Hampel (1995) und Bauer et al. (1997) die Milchmenge der Mutterkuh.Steinhöfel & Golze (1996) führen an, dass Mutterkühe auf Grund des begrenzten Futteraufnahmevermögens bei alleiniger Aufnahme von Grundfutter nur mit jungem Weidegras oder Mais- bzw. Getreideganzpflanzensilage mehr als zehn kg Milch produzieren können. Wenn höhere Leistungen angestrebt werden, ist eine Ergänzungsfütterung unumgänglich. Die Milchleistung hängt unter anderem von der Jahreszeit und dem hieraus resultierenden Fütterungsangebot ab.

Die während der Stallhaltungsperiode angebotene Anwelksilage enthielt 5,4 bis 5,9 MJ NEL und 95,7 bis 115,5 g Rohprotein pro kg Trockensubstanz. Dies reichte offenbar nur für die [Seite 126↓]Produktion einer Milchmenge durch die Mutterkühe zur bedarfsgerechten Versorgung der Kälber bis zum Lebensalter von ca. 2,5 Monaten aus. Bewiesen wird dies einerseits durch die ab diesem Lebensalter verstärkte Konzentrataufnahme durch jene Kälber, welche die Möglichkeit dazu hatten, und andererseits durch die hoch signifikant+++ unterschiedliche tägliche Lebendmassezunahme der Kälber mit und ohne Kraftfutteraufnahme.

Allgemein erhöht sich die Milchleistung zu Weidebeginn mit der besseren Ernährung der Mutterkuh (Berlanger 1990).

Zu Beginn der Weideperiode stand junges, nährstoffreiches Futter zur Verfügung und die Kälber hatten nach der Umstellungsphase die höchsten Tageszunahmen im gesamten Untersuchungszeitraum.

Hauptursache für die während der Weideperiode schwankenden Lebendmassezunahmen der Kälber war die im Jahresverlauf unterschiedliche Qualität des den Kühen und Kälbern angebotenen Weidefutters. Anfang Juli war ein Rückgang der Energiekonzentration zu beobachten, Anfang August mit dem zweiten Weideaufwuchs stieg diese wieder wesentlich an. Der starke Abfall der täglichen Lebendmassezunahmen zum Ende der Weideperiode ging mit dem Anfang November erreichten Tiefststand der Weidefutterqualität einher. Außerdem führten zu diesem Zeitpunkt die mit fortschreitender Laktation der Mütter sinkenden Milchleistungen, das in dieser Jahreszeit nasse und kalte Wetter und der mit steigender Körpermasse erhöhte Erhaltungsbedarf der Kälber zum Leistungsabfall. Statistisch konnte die Korrelation zwischen dem Energiegehalt des Weidefutters und den Lebendmassezunahmen der Kälber nachgewiesen werden.

Golze (1997d) stellte bei einem Vergleich der Säugedauer zur Wachstumsleistung den engen Zusammenhang zwischen nachlassender Milchleistung und Beeinflussung des Wachstums durch die Milch und die eigene Futteraufnahme fest. Acht Monate alte Kälber nahmen 20 % weniger täglich zu als fünf Monate alte.

Wie bei den gemolkenen Kühen bleibt die Leistung säugender Kühe konstant oder nimmt bis zur Laktationsmitte zu, bevor sie am Ende der Laktation wieder abnimmt. Dieser Prozess fällt allgemein mit der zweiten Hälfte der Weidezeit zusammen. Die Verringerung der Produktion hängt dann zu einem sehr großen Teil von der Menge und Qualität des Weidefutters ab (Berlanger 1990).

In der Kälberaufzucht der Milchviehhaltung zeigen die Tiere nach Ruckebusch (1990b), Deininger & Käck (1999) und Kunz (2000) große Unterschiede in den täglichen Zunahmen. Hohe Standardabweichungen konnte bei den Mutterkuhkälbern der Gruppen dieses Versuches vor allem in den ersten zwei Lebenswochen und zur Umstellungszeit am Beginn der Weideperiode nachgewiesen werden. Das bedeutet, vor allem die Fähigkeit, Phasen mit hoher Stressbelastung auszugleichen, unterscheidet die einzelnen Tiere stark.

Lebendmasse

Lediglich vor dem Weideaustrieb mit 112 Tagen Lebensalter differierten mit 13,5 kg die Lebendmassen der Kälbergruppen mit und ohne Kraftfutterzufütterung signifikant++. Ursache waren die während der letzten vier Wochen vor Weideaustrieb hoch signifikant+++ höheren Tageszunahmen der Kälber mit Konzentratzufütterung. Nach dem Weideaustrieb reduzierte sich dieser Unterschied bis zum 280. Lebenstag auf Grund der höheren Zunahmen der Kälber ohne vorherige Konzentratzufütterung auf 4,3 kg (kompensatorisches Wachstum). Reduziert um den Geburtsmasseunterschied hatten die Kälber mit Konzentratzufütterung während
280 Lebenstagen 3,1 kg mehr an Lebendmasse zugenommen als die Kälber ohne Konzentratzufütterung.

Die Auswertung der Lebendmasseentwicklung der Kälber während der Weideperiode entsprechend des Jahresverlaufes ergibt ein ähnliches Ergebnis. Zum Weideaustrieb am 10.05. waren die Kälber mit Kraftfutterfütterung 19,4 kg schwerer als die Kälber ohne [Seite 127↓]Kraftfutterfütterung. Nach der Umstellungswoche zur Weidehaltung ohne Konzentrat­fütterung betrug diese Differenz am 17.05. noch signifikante+ 16,1 kg. Sie sank bis zur letzten Wägung am 01.11. auf 5,3 kg. Reduziert um den Geburtsmasseunterschied verblieb zum Absetztermin ein Vorteil der Lebendmassezunahme in Höhe von 4,1 kg. Signifikante Unterschiede bei der Lebendmasse waren nur zum Zeitpunkt des Weideaustriebes und in den ersten Tagen danach nachweisbar.

Bei Frieling (1989) erreichten die frühzeitig mit Kraftfutter und Heu beigefütterten Kälber aus der Milchviehhaltung höhere Körpermassen sowie durchweg höhere Werte in den Körpermaßen.

Auch in den eigenen Untersuchungen erreichten die mit Konzentrat zugefütterten Kälber zwischenzeitlich höhere Körpermassen als die anderen Kälber. Ursache war die zum Ausgang des Winters auf 1,5 kg pro Tag angewachsene Kraftfutteraufnahme dieser Kälber.

Auf Grund der großen tierindividuellen Unterschiede bei den täglichen Lebendmasse­zunahmen erhöhte sich die Standardabweichung der Lebendmassedaten mit steigendem Lebensalter. Auch Stockinger (1994) stellte innerhalb der Rassen große Schwankungen der Absetzmassen durch Unterschiede der Milchleistung der Mutter, der Geburtsgewichte und der natürlichen Ertragslage fest.

Einfluss der Kraftfutteraufnahme auf die Kälberentwicklung

Nach Deininger & Käck (1999) und Heinrichs (2000) werden Zeitpunkt und Schnelligkeit der Ausbildung des Magensystems der Kälber und damit des Überganges vom Monogaster zum Wiederkäuer stark vom Ernährungsregime und hierbei insbesondere von der Art und Qualität der aufgenommenen Futtermittel bestimmt.

Die Aufnahme fester Futterstoffe, speziell von Heu, fördert mittels mechanischer Reize das Größenwachstum der Vormägen (Daenicke 1985, Frieling 1989, Raue 1989,
Guilhermet 1990, Ruckebusch 1990a,Hartmann 1991, Schmoldt 1991b, Weiss 1992,Krocker & Platen 1999, Platen & Reiter 1999, Deininger & Käck 1999,
Steinhöfel & Lippmann 2000a, 2000b).

Kraftfutter fördert mittels Propion- und Buttersäure durch chemische Reize die Entwicklung der Pansenschleimhaut und der Pansenzotten (Daenicke 1985, Raue 1989,
Guilhermet 1990, Hartmann 1991, Schmoldt 1991b, Weiss 1992,
Platen & Reiter 1999, Krocker & Platen 1999,Deininger & Käck 1999,
Veauthier 2000, Steinhöfel & Lippmann 2000a, 2000b, Heinrichs 2000,
Allers & Veauthier 2001, Sanftleben et al.2002).

Bei den im Rahmen des vorliegenden Versuches mit Konzentrat zugefütterten Kälbern können auf Grund der in den letzten Wochen vor Weideaustrieb nicht unerheblichen Kraftfutteraufnahme nach dieser Zeit im Vergleich zu den nicht zugefütterten Kälbern besser entwickelte Pansenzotten bzw. –schleimhäute vermutet werden.

Durch einen Futterwechsel nach 26 Lebenswochen auf kraftfutterreiche Ernährung konnte bei Versuchen von Frieling (1989) eine bis dahin mäßige Schleimhautentwicklung kompensiert werden.

Vermutlich wurde durch den bei den eigenen Untersuchungen vorgenommenen Futterwechsel bei Weideaustrieb das Gegenteil erreicht. Möglicherweise wurden die Pansenschleimhäute bzw. -papillen durch das Absetzen des Kraftfutters zurückgebildet. Die im Vergleich zu den Kälbern ohne Konzentratzufütterung schlechten Lebendmassezunahmen in der Umstellungszeit lassen darauf schließen. Offensichtlich hatten diese Tiere Probleme, ihre an Kraftfutter gewöhnte Pansenflora auf die durch höhere Leistungen der Kühe verstärkte Milchversorgung und den Grobfutterverzehr umzustellen. Die Verdauungssysteme der Kälber ohne Konzentratzufütterung waren besser auf Milchverdauung und durch vermutlich höhere vorherige Grobfutteraufnahme auch besser auf die Verdauung des Weidefutters eingestellt.


[Seite 128↓]

5.2.2  Kälber aus der Sommerkalbung

5.2.2.1 Kraftfutteraufnahme

Beginn der Kraftfutteraufnahme

Nach der Einstallung begannen einige Kälber schnell mit der Aufnahme von Kraftfutter. Andere dagegen verzehrten bis zum Ende der Fütterungszeit das Kraftfutter nur sporadisch und in geringsten Mengen, begannen also nie wirklich mit der Kraftfutteraufnahme. Damit waren in den eigenen Untersuchungen die sehr hohen tierindividuellen Unterschiede entscheidendes Merkmal bezüglich des Beginns der Kraftfutteraufnahme.

Nach Golze (1999) beginnt die Annahme von Zufutter durch Mutterkuhkälber sehr langsam.

Die in Kapitel 2.3.2 beschriebenen Möglichkeiten zur Förderung frühzeitiger Kraftfutter­aufnahme gelten vor allem für Kälber in den ersten Lebenswochen. Bei den eigenen Untersuchungen handelte sich um wesentlich ältere Kälber, doch wurden mit dem Einsatz von pelletiertem Kraftfutter mit hohem Getreideanteil und beigemengter Melasse, mit ständig frischer Vorlage mittels Kraftfutterautomaten in guter Qualität, mit freiem Zugang zur Wassertränke und mit Gruppenhaltung Voraussetzungen zur frühzeitigen Kraftfutteraufnahme durch die Kälber geschaffen. Die bei der Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung verbreitete rationierte und zeitbegrenzte Milchtränke ist unter den Bedingungen der Mutterkuhhaltung nicht möglich und nicht anzustreben.

Im Rahmen der eigenen Untersuchungen erhielten die Mutterkühe kein Kraftfutter. Das verfütterte Grobfutter hatte mit 5,0 bis 5,9 MJ NEL und 68,3 bis 115,5 g RPR in der Trockensubstanz nur mittlere Qualität. Nach Berlanger (1990) bleibt die Leistung säugender Kühe konstant oder nimmt bis zur Laktationsmitte zu, bevor sie am Ende der Laktation wieder abnimmt, wobei die Verringerung der Produktion dann zu einem großen Teil von der Menge und Qualität des Grundfutters abhängt. Steinhöfel & Golze (1996) sind der Meinung, dass Mutterkühe auf Grund des begrenzten Futteraufnahmevermögens, bei alleiniger Aufnahme von Grundfutter, nur mit jungem Weidegras bzw. mit Mais- oder Getreideganzpflanzensilage mehr als zehn kg Milch pro Tag produzieren können. Nach Berlanger (1990) entspricht die von Mutterkuhkälbern aufgenommene Milchmenge, außer kurz nach der Geburt, nicht deren Aufnahmekapazität und den Nährstoffbedürfnissen.

Da in den eigenen Untersuchungen die Grobfutterqualität keine außergewöhnlich hohen Milchleistungen zuließ, können die bei Beginn der Konzentratfütterung durchschnittlich
4,5 Monate alten Kälber durch die Milchleistung der Kuh nicht gesättigt und ausreichend mit Nährstoffen versorgt worden sein.

Der in den eigenen Untersuchungen verfütterten Grassilage wurden sehr gute sensorische Eigenschaften testiert. Die Qualität und die ständig frische Vorlage der Grobfuttermittel sind von großer Bedeutung für dessen Aufnahme (Gutbier 1985, Bothmer 1988). Gute Grassilage wird von den Kälbern bevorzugt gefressen Bothmer (1988) und kann Heu in Kälberrationen ersetzen Guilhermet (1990).

An die Aufnahme von Grobfuttermitteln waren die Kälber durch die Weidehaltung bereits gewöhnt, an die Aufnahme von Kraftfutter dagegen nicht. Da die Milchleistung der Mutterkühe für den Nährstoffbedarf und die Sättigung der Kälber nicht ausreichte, ist zu vermuten, dass einige Kälber auf Grund tierindividueller Vorlieben bis zum Beginn der Kraftfutteraufnahme größere Mengen an Festfutter in Form von Silage, Heu und Stroh verzehrten. Diese Futtermittel waren nicht limitiert, was ein Grund für die ausbleibende Kraftfutteraufnahme bei diesen Kälbern sein könnte.


[Seite 129↓]

Tägliche Kraftfutteraufnahme

Die beiden Kälbergruppen wurden entsprechend der Konzentratfutteraufnahme der Tiere während der ersten 52. Futtertage eingeteilt. Schon in dieser Zeit unterschieden die Mittelwerte der täglichen Kraftfutteraufnahme beide Gruppen signifikant+++ voneinander. Die vom Kraftfutterverzehr untere Hälfte (Gruppe 1) nahm im Mittel 84 g täglich auf und die vom Kraftfutterverzehr obere Hälfte (Gruppe 2) 569 g.

Ursache für den großen Unterschied könnte eine geringere Milchleistung der Mütter der Kälber der Gruppe 2 sein. Mit der schlechteren Nährstoffversorgung über die Muttermilch wäre die höhere Kraftfutteraufnahme der Kälber dieser Gruppe zu erklären.

Der tägliche Konzentratverzehr der Kälber der Gruppe 1 stieg nur langsam an. Erst nach dem 95. Futtertag bzw. dem 196. Lebenstag schöpften die ersten Kälber das Limit von täglich 1.500 g aus. Einige Kälber ließen bis zum letzten Fütterungstag keine wesentliche und kontinuierliche Kraftfutteraufnahme erkennen. Deshalb blieb die Höhe des täglichen Kraftfutterverzehrs durch die Kälber dieser Gruppe bis zum Absetztermin, dem
280. Lebenstag, im Durchschnitt unter einem kg. Während der gesamten Zeit vom 126. bis zum 280. Lebenstag nahmen die Kälber der Gruppe 1 im Mittel 538 g Kraftfutter täglich auf.

Die Kälber der Gruppe 2 dagegen steigerten den Kraftfutterverzehr, bis sie vor dem Absetztermin, dem 280. Lebenstag, durchschnittlich über drei kg Kraftfutter pro Tag aufnahmen. Im gesamten Zeitabschnitt vom 126. bis zum 280. Lebenstag verzehrten die Kälber der Gruppe 2 im Mittel 1.649 g Kraftfutter pro Tag.

Scholz et al. (2001) und Scholz & Fahr (2002) fütterten männlichen Mutterkuhkälbern aus der Winterkalbung ab einem Alter von 159 bzw. 137 Tagen während der Weideperiode gequetschte Gerste zu. Davon nahmen die Kälber während des Untersuchungszeitraumes bis zu einem Alter von ca. neun Monaten durchschnittlich 2,73 kg je Tier und Tag auf.

In den Fütterungsversuchen von Golze (1999) nahmen die Kälber von Limousinkühen im Mittel 900 g und die Kälber von Fleckviehkühen 650 g Kälberaufzuchtfutter täglich auf. Diesen Kälbern wurde das Futter bereits ab der sechsten bis achten Lebenswoche angeboten.

Die Kälber der Gruppe 1 erreichten nicht annähernd die von Scholz et al. (2001) und
Scholz & Fahr (2002) angegebene Kraftfutteraufnahme und blieben auch unter den bei Golze (1999) verzehrten Mengen. Auch die Kälber der Gruppe 2 nahmen mehr als ein kg Kraftfutter weniger pro Tag auf als die Kälber beim Versuch von Scholz et al. (2001) undScholz & Fahr (2002), aber wesentliche größere Mengen als die Kälber in den Fütterungsversuchen von (Golze 1999).

Die höchste Konzentrataufnahme hatten die Kälber der Gruppe 2 mit durchschnittlich 3.971 g am Tag in der Zeit 137. bis 150. Futtertag.

Bei den Versuchen von Scholz et al. (2001)und Scholz & Fahr (2002) wurde das Maximum der Zufutteraufnahme am Ende der Fütterungsperiode mit durchschnittlich 7,1 kg je Kalb und Tag erreicht. Die Kälber der eigenen Untersuchungen nahmen eine solche Konzentratmenge zu keinem Zeitpunkt der Fütterungsperiode auf.

Für beide Gruppen der eigenen Untersuchungen wurden mit bis zu 636 g bzw. 986 g hohe Standardabweichungen bei der täglichen Kraftfutteraufnahme berechnet. Auch bei den Versuchen von Scholz et al. (2001) und Scholz & Fahr (2002) variierte die mittlere tägliche Zufutteraufnahme zwischen den Tieren von 1,8 kg bis 7,7 kg erheblich.
Golze (1997f), (1999) ist der Meinung, dass die tierindividuell sehr unterschiedliche Milchmenge der Kühe eine Ursache für solche Unterschiede ist.


[Seite 130↓]

Nach Berlanger (1990) schwanken die aufgenommenen Konzentratmengen in Abhängigkeit von den Bedingungen des Betriebes. Sie hängen ab von der Milchmenge der Kühe, die je nach Rasse und Genotyp sehr unterschiedlich ist, sowie dem Grundfutterangebot, das die Milchleistung und das Angebot für die Kälber bestimmt (Golze 1997f, 1999).

Die Abweichung der in den eigenen Untersuchungen aufgenommenen Konzentratmengen von den in der Literatur angegebenen ist also nicht ungewöhnlich.

Averbeck (1994) empfiehlt bei der Konzentratzufütterung mit geringen Mengen zu beginnen, die zum Ende der Weidesaison auf 0,5 kg pro Tier und Tag gesteigert werden können. Nach Spann (1984), Stiewe (1994), Hampel (1995), Balzer & Zens (1997),
Bauer et al. (1997) und Golze (1997f) dürfen die Kälber mit zunehmendem Alter bis zu
1,5 kg Kraftfutter täglich aufnehmen.

Die Menge des anzubietenden Konzentrates hängt vom Bedarf der Kälber ab, welcher, wie die Literaturangaben und die eigenen Untersuchungen belegen, zwischen den Bedingungen der Betriebe und tierindividuell stark schwankt. Die Limitierung der Konzentratfuttermenge ist mit hohem technischen Aufwand verbunden, der die Kosten und damit die Effektivität der Zufütterung stark beeinflusst.

Gesamter Kraftfutterverzehr

Die zwischen beiden Gruppen unterschiedlich hohe tägliche Kraftfutteraufnahme führte auch zu großen Unterschieden bei den Mittelwerten des insgesamt verzehrten Kraftfutters. Die Kälber der Gruppe 1 hatten mit 280 Lebenstagen im Mittel 82 kg Kraftfutter aufgenommen, die Kälber der Gruppe 2 dagegen 248 kg. Diese unterschiedlichen Mengen entstanden trotz der durchschnittlich zehn Tage längeren Fütterungszeit für die Kälber der Gruppe 1.

Der immense Unterschied zwischen beiden Gruppen war nur zu einem geringen Teil Resultat der Verzehrsmengenbegrenzung für die Kälber der Gruppe 1. Dieses Ergebnis spiegelt durch die Sortierung der Gruppen entsprechend der Höhe der Konzentrataufnahme während der ersten 52 Futtertage und durch die Tatsache, dass ein großer Teil der Kälber der Gruppe 1 die limitierte Konzentratmenge nicht ausschöpfte, die erheblichen tierindividuellen Unterschiede bei der Konzentrataufnahme wider. Dies zeigt ebenso die in beiden Gruppen hohe Standardabweichung beim insgesamt aufgenommenen Kraftfutter. Auch bei den Versuchen von Scholz et al. (2001) und Scholz & Fahr (2002) variierte die Zufutteraufnahme der Kälber von insgesamt 165 kg bis zu 696 kg.

5.2.2.2 Lebendmasseentwicklung

Tägliche Lebendmassezunahme während der Weideperiode

Während dieser der Konzentratfütterungszeit im Stall vorhergehenden Weideperiode nahmen die Kälber der Gruppe 1 im Durchschnitt 1.131 g Lebendmasse pro Tag zu und die Kälber Gruppe 2 999 g. Die Kälber der Gruppe 1 hatten in dieser Zeit mit 132 g signifikant+ höhere Tageszunahmen aufzuweisen als die Kälber der Gruppe 2.

Somit begannen die Kälber mit den höheren Lebendmassezunahmen während der vorhergehenden Weideperiode im Stall zu einem späteren Termin und auf einem niedrigeren Niveau mit der Kraftfutteraufnahme.

Da nach Meinung von Stöckling (1994),Hampel (1995) undBauer et al. (1997) die Milchmenge der Mutterkuh entscheidend ist für den Wuchs der Kälber, lassen die niedrigeren Tageszunahmen der Kälber der Gruppe 2 auf eine schlechtere Milchversorgung durch deren Mutterkühe schließen. Diese schlechtere Versorgung könnte einerseits bereits während der Weideperiode zu höherer Grobfutteraufnahme und besserer Pansenentwicklung geführt haben, was die Kraftfutteraufnahme nach der Einstallung förderte, und andererseits durch [Seite 131↓]geringere Milchversorgung auch während der Konzentratfütterungsperiode mittels Nährstoffdefiziten die höheren Aufnahmemengen provoziert haben.

Allerdings konnten Korrelationen zwischen der täglichen Lebendmassezunahme während der Weideperiode und der täglichen Kraftfutteraufnahme bzw. der Lebendmassezunahme während der nachfolgenden Stallhaltung statistisch nicht nachgewiesen werden.

Tägliche Lebendmassezunahme während der Fütterungszeit

In den ersten 52 Futtertagen waren bezüglich der täglichen Lebendmassezunahmen keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen vorhanden. Im darauf folgenden Zeitabschnitt bis zum 178. Konzentratfütterungstag hatten die Kälber der Gruppe 2 eindeutig die höheren Lebendmassezunahmen. Die Leistungsüberlegenheit der Kälber mit der höheren Kraftfutteraufnahme betrug während dieser 125 Fütterungstage durchschnittlich 194 g Lebendmassezunahme pro Tag. Vom 53. bis 94. Futtertag konnten signifikante++;+ Unterschiede der täglichen Lebendmassezunahmen zwischen den beiden Gruppen nach­gewiesen werden. In dieser Zeit nahmen die Kälber der Gruppe 2 zwischen 255 und 332 g täglich mehr zu als die Kälber Gruppe 1.

Bei den Untersuchungen von Scholz et al. (2001) erreichten die zugefütterten Kälber erst höhere Zuwächse als andere, nachdem sie im Zeitraum zwischen zwei Wägungen (vierwöchentliches Intervall) mindestens ein kg Zufutter je Kalb und Tag aufgenommen hatten. Auch in den eigenen Untersuchungen wurden signifikant++ höhere Zunahmen der Kälber der Gruppe 2 erst nach dem 52. Futtertag, als diese Kälber eindeutig mehr als ein kg Konzentrat pro Tag aufnahmen, erzielt.

Wachstumsdepressionen können in der Kälberaufzucht gemessen an der Körpermasse über kompensatorisches Wachstum in späteren Entwicklungsabschnitten ausgeglichen werden (Steinhöfel & Lippmann 2000b). Offensichtlich wurden in den eigenen Untersuchungen von den Kälbern der Gruppe 2 vor allem während der Zeit vom 53. bis 94. Futtertag große Teile der Lebendmassedefizite, die aus den geringeren Zunahmen während der Weideperiode resultierten, durch dieses kompensatorische Wachstum ausgeglichen. Hierzu wurden die Nährstoffe aus den aufgenommenen Konzentraten genutzt.

Ähnlich sind die Ergebnisse bei Auswertung der Lebendmassezunahmen entsprechend dem Lebensalter. Die Kälber der Gruppe 2 nahmen vom 126. bis zum 280. Lebenstag im Durchschnitt 1.032 g täglich zu, die Kälber der Gruppe 1 dagegen nur 919 g. Dies bedeutet für die Gruppe 2 eine Mehrleistung von 113 g pro Lebenstag. Die größte Differenz zwischen beiden Gruppen trat im Alter vom 225. bis zum 238. Lebenstag auf, wo die Kälber der Gruppe 2 durchschnittlich 297 g pro Lebenstag mehr zunahmen als die Kälber der Gruppe 1. Hier fand das bereits bei Auswertung der Lebendmassezunahmen entsprechend der Fütterungszeit nachgewiesene kompensatorische Wachstum statt. Signifikante+ Unterschiede zwischen den Lebendmassezunahmen der Gruppen konnten nur für die Zeit vom 211. bis 252. Lebenstag nachgewiesen werden.

Die täglichen Zunahmen beider Gruppen stiegen mit Fortschreiten der Konzentrat­fütterungszeit ständig an. Lediglich in der Zeit vom 109. bis 122. Fütterungstag trat eine Leistungsdepression auf, bei der die Tageszunahmen um 229 g bei Gruppe 1 und 393 g bei Gruppe 2 zurückgingen. Zeitgleich trat vom 109. bis 136. Futtertag eine Degression der Konzentratfutteraufnahme der Gruppen auf. Das ist unüblich, denn bei den Versuchen von Scholz et al. (2001) und Scholz & Fahr (2002) stieg die Zufutteraufnahme während der gesamten Fütterungsperiode stetig an. Schmoldt (1991b), Kaphengst (1991),
Pirkelmann & Schlichting (1992) und Kunz (2000) berichten, dass Krankheiten die Entwicklung des Festfutterverzehrs beeinträchtigen.


[Seite 132↓]

Klinische Krankheitsverläufe traten in beiden Kälbergruppen des vorliegenden Versuches nicht auf. Somit konnte keine Beeinträchtigung des Kraftfutterverzehrs durch Krankheiten nachgewiesen werden. Allerdings könnte eine Krankheit mit subklinischem Verlauf die Ursache für den zeitweiligen Rückgang der Konzentrataufnahme und Lebendmassezunahme gewesen sein.

Lebendmasse

Ursache für die trotz niedrigerem Lebensalter um 10 kg schwerere Einstallmasse der Kälber der Gruppe 1 waren die höheren Lebendmassezunahmen während der Weideperiode und die durchschnittlich um 2 kg höheren Geburtsmassen.

Es konnte kein Einfluss der Lebendmasse zur Einstallung auf die Kraftfutteraufnahme oder die Lebendmasseentwicklung während der Stallhaltungsperiode nachgewiesen werden.

Die nach der Umstellungsphase und Gewöhnungszeit an die Konzentratfütterung höheren Lebenstagszunahmen der Kälber der Gruppe 2 stellten zum 80. Fütterungstag etwa ausgeglichene Mittelwerte der Lebendmassen beider Gruppen her. Am 136. Futtertag wogen die Kälber der Gruppe 2 durchschnittlich 10 kg mehr als die Kälber der Gruppe 1, waren aber zehn Tage älter. Zeitlich deckte sich dies mit dem Ende der Phase des kompensatorischen Wachstums bei den Kälbern der Gruppe 2.

Danach steigerte sich der Lebendmassevorteil der Gruppe 2 bis auf 60 kg am 178. Futtertag. Allerdings wurde die Zahl der auswertbaren Tiere nach dem 136. Futtertag ständig reduziert, so dass die Aussagekraft der Werte nach diesem Termin stark eingeschränkt war. Gleiches gilt für den Nachweis von signifikanten Unterschieden zwischen den Gruppen, der lediglich zum Ende der Fütterungszeit mit stark reduzierter Tierzahl gelang.

Die Auswertung der Lebendmasse entsprechend dem Lebensalter ergab für die Kälber der Gruppe 1 am 168. Lebenstag, zu Beginn der Stallhaltungsperiode, eine im Vergleich zu den Kälbern der Gruppe 2 um 18 kg höhere Masse.

Dieser Unterschied reduzierte sich, bis am 252. Lebenstag die Lebendmassen der Gruppen mit einem kg Differenz annähernd ausgeglichen waren. Auch dieser Termin deckte sich zeitlich mit dem Ende der mittels signifikanter Unterschiede bei den Lebendstagszunahmen nachgewiesen ca. sechs Wochen langen Phase des kompensatorischen Wachstums bei den Kälbern der Gruppe 2.

Zum Absetzen am 280. Lebenstag wogen die Kälber der Gruppe 1 mit 328 kg zwei kg mehr als die Kälber der Gruppe 2. Abzüglich der zwei kg Geburtsmassedifferenz ergab sich bis zum 280. Lebenstag eine gleich hohe absolute Lebendmassezunahme für die Kälber beider Gruppen.

Signifikante+ Lebendmasseunterschiede zwischen den Gruppen waren lediglich zum 154. und 168. Lebenstag, also in der Anfangszeit der Fütterung, nachweisbar.

Golze (1997d) ermittelte bei Absetzern aus der Sommerkalbung mit einem Alter von
212,6 Tagen eine mittlere Absetzmasse von 258,6 kg und Zupp et al. (1998) bei männlichen Absetzern aus der Sommerkalbung mit Geburtszeitraum Juli/August/September bei einem Alter von 248,1 Tagen eine mittlere Absetzmasse von 268,6 kg.

Die Kälber der eigenen Untersuchungen hatten im entsprechenden Lebensalter höhere Lebendmassen als die oben genannten.

Hohe Standardabweichungen der täglichen Lebendmassezunahme über den gesamten Fütterungszeitraum führten in beiden Gruppen zu hohen Standardabweichungen bei den Lebend- und damit auch Absetzmassen. Nach Stockinger (1994) treten diese Schwankungen durch Unterschiede der Milchleistung der Mutter, der Geburtsmassen und der natürlichen Ertragslage auf.


[Seite 133↓]

Konzentrataufwand für die Lebendmassezunahme

Die Kälber der Gruppe 2 nahmen während der Fütterungszeit mit 1.722 g fast die dreifache Menge Kraftfutter je kg Lebendmassezuwachs auf wie die im Konzentratverzehr begrenzten Kälber der Gruppe 1, die durchschnittlich 592 g Kraftfutter je kg Lebendmassezuwachs aufnahmen. Die Auswertung der Daten entsprechend dem Lebensalter ergab mit 556 g Konzentratverzehrsmenge je kg Lebendmassezuwachs für die Kälber der Gruppe 1 und mit 1.486 g für die Kälber der Gruppe 2 ein ähnliches Ergebnis. Folglich hatten die Kälber mit der höheren Konzentrataufnahme auch den höheren Konzentratverbrauch je kg Lebendmasse­zunahme. Die Kälber mit geringer Kraftfutteraufnahme (Gruppe 1) nutzten verstärkt andere Nährstoffquellen, wie Muttermilch und Grobfutter, für den Zuwachs. Den Kälbern mit hoher Kraftfutteraufnahme (Gruppe 2) kann hoher Luxuskonsum und geringere Grobfutteraufnahme unterstellt werden.

Scholz et al. (2001) fanden heraus, dass zugefütterte Kälber eine um etwa 40 % geringere Weidefutteraufnahme gegenüber nicht zugefütterten Kälbern haben. Bei Konzentratfütterung und gleichzeitig guter Grundfutterqualität nehmen die Kälber nach Berlanger (1990) mehr Konzentratfutter auf und fressen weniger Gras, was sich auf die Zunahmen nicht auswirkt.

Die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen zum Verhältnis von Kraftfutteraufnahme und Tageszunahmen stützen diese Meinung. Da oft, natürlich vor allem bei Weidehaltung, das Grundfutter preiswerter ist als das Konzentratfutter, besteht die Gefahr einer Kostensteigerung ohne adäquate Mehrzunahme. Besonders hoch ist diese Gefahr bei den Kälbern, die viel Kraftfutter aufnehmen und damit einen hohen Luxuskonsum betreiben, wie im Fall der eigenen Untersuchungen. Deshalb ist die Limitierung des Konzentratverzehrs auf jeden Fall wünschenswert – günstig wäre diese bezogen auf das einzelne Tier. Für die Produktionsbetriebe stehen dazu allerdings keine kostengünstigen technischen Lösungen zur Verfügung. Aufwendige Lösungen erhöhen durch saisonbedingt kurze Einsatzzeiten die Kosten der Konzentratzufütterung.

Aus den höheren Lebendmassezunahmen der Kälber während der Weideperiode kann eine höhere Milchleistung der Mutterkühe der Gruppe 1 abgeleitet werden. Dies lässt vermuten, dass die Kälber der Gruppe 1 auch während der Stallhaltungsperiode einen größeren Anteil ihres Nährstoffbedarfes durch die Milchmenge der Mutter decken konnten als die Kälber der Gruppe 2. Allerdings muss der Milchmengenvorteil durch die Kühe der Gruppe 1 mit zunehmendem Alter der Kälber und fortschreitender Laktation der Kühe an Bedeutung verloren haben.

Nach Meinung von Bauer et al. (1997) wird für 10 kg Mehrzunahme - im Vergleich zur Lebendmassezunahme der Kälber ohne Zufütterung - etwa 50 bis 60 kg Kraftfutter benötigt. Die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen lassen vermuten, dass der Konzentrataufwand
je kg Lebendmassezunahme hauptsächlich von der absoluten Höhe der Kraftfutteraufnahme abhängt. Je höher die Kraftfutteraufnahme, desto höher der Kraftfutteraufwand je kg Lebendmassezunahme.

Eine deutliche Korrelation zwischen Kraftfutterverzehrsmengen und Lebendmassezunahmen bestand bei Gruppe 1 ab dem 53. Futtertag, dagegen bei Gruppe 2 erst ab dem 151. Futtertag mit stark reduzierter Tierzahl. Die Auswertung der Daten entsprechend dem Lebensalter der Kälber offenbarte Korrelationen zwischen den Kraftfutterverzehrsmengen und den Lebendmassezunahmen für die Kälber beider Gruppen zwischen 169. und 182. Lebenstag und ab dem 211. Lebendstag. Dabei waren die Korrelationskoeffizienten bei der Gruppe 1 höher als bei der Gruppe 2.


[Seite 134↓]

Ursache für die bei den Kälbern der Gruppe 2 weniger ausgeprägte Korrelation war der im Vergleich zur Gruppe 1 wesentlich größere Konzentrataufwand im Verhältnis zur Lebendmassezunahme. Schwankungen der Konzentrataufnahme beeinflussten die Lebendmasseentwicklung nicht so stark. Eine weitere Ursache für die höheren Korrelations­koeffizienten bei den Kälbern der Gruppe 1 waren die sowohl bei der Konzentrataufnahme als auch bei der Lebendmassezunahme größeren tierindividuellen Unterschiede.

Die Auffassungen über die Konzentratzufütterung an ältere Mutterkuhkälber sind unterschiedlich. Sie beziehen sich meist auf die Zufütterung während der Weideperiode.

Nach Meinung von Berlanger (1990) benötigen Mutterkuhkälber nur eine geringe Menge Konzentrat, oft gar nichts. Nach Bach et al. (1990),Stockinger et al. (1994) und
Golze (1994) fressen Kälber auf guter Weide kaum Kraftfutter. Spann (1984) und
Hampel (1995) halten die Zufütterung von Kraftfutter während des Weidesommers nicht für notwendig, da die Jungtiere ihren Bedarf dann ausschließlich von der Mutterkuh und dem Weidefutter decken.Scholz et al. (2001) berichten von Einzelfütterungsversuchen an Deutsch Angus- und Fleischfleckviehkühen, die gezeigt haben, dass bei ausschließlicher Grobfutterversorgung das rassespezifisch hohe Milchleistungsvermögen der Mutterkühe für hohe Tageszunahmen der Kälber während der ersten drei Lebensmonate ohne Zufütterung von Kraftfutter ausreichend ist. Sie sind der Meinung, dass der Weidegang der Mutterkühe mit ihren Kälbern nach einer Winterkalbung bei richtiger Weideorganisation stabile Milchleistungen über einen langen Zeitraum der Weideperiode sichert. Vom vierten bis zum achten Lebensmonat steigt der tägliche Energiebedarf von intensiv wachsenden Fleckviehbullenkälbern um ca. 40 % von 66 auf 99 MJ ME an, jedoch erhöht sich gleichzeitig das Grobfutteraufnahmevermögen um mehr als 100 %, so dass der wachsende Nährstoffbedarf aus der Weidegrasaufnahme gedeckt werden kann, wenn entsprechende Erträge in Menge und Qualität bereitgestellt werden.

Golze (1998), (1999), (2001) ist im Gegenteil der Meinung, dass im Verlauf des Sommers der Futteraufwuchs und auch die Milchleistung der Kühe geringer wird. Da der Energiebedarf der wachsenden Kälber dagegen steigt, sollte man nach seiner Meinung den Kälbern Kraftfutter zufüttern. Grundsätzlich ist nach Berlanger (1990) die Verabreichung von Konzentraten notwendig, wenn die aufgenommene Milchmenge unter 4 bis 5 kg/Tag infolge der Leistungsfähigkeit der Mutter sinkt. Mit Zufütterung der Kälber auf der Weide im letzten Drittel der Säugeperiode können nach Martin & Rehbock (1997) bei nachlassendem Weideertrag höhere Absetzgewichte erzielt werden. Außerdem wirkt sich die Gewöhnung an das Zufutter in der Säugeperiode positiv auf die Futteraufnahme in der späteren Mast aus
(Steinhöfel & Golze 1996, Golze 1994,1997d,1998, 1999, 2001).Auch Stiewe (1994), Martin & Rehbock (1997) und Bauer et al. (1997) finden nur bei schlechter Weide oder längeren Schlechtwetterperioden im letzten Drittel der Säugeperiode den Kraftfuttereinsatz bei Kälbern sinnvoll. Kälber, die im Herbst eingestallt und auf Grund der zum Absetzen zu geringen Lebendmassen bei der Mutter gehalten werden, benötigen unbedingt Konzentratfutter. Die für die Fütterung im Stall zur Verfügung stehenden Graskonservate reichen für entsprechende Zunahmen nicht aus (Gutbier & Platen 2000). Buchholz (1999) siehtin der Zufütterung eine Möglichkeit zum besseren Ausschöpfen des genetischen Entwicklungspotentials der Kälber.

Verbreitete Befürchtungen, dass mit Konzentraten zugefütterte Mutterkuhkälber die zur Verfügung stehende Milch der Kühe nicht voll nutzen, sind unbegründet.
Steinhöfel & Golze (1996), Golze (1997d), (1999), Scholz et al. (2001) und
Scholz & Fahr (2002) berichten, dass gerade bei fortgeschrittenem Alter der Kälber zuerst die Milch der Kühe restlos verbraucht wird. Erst danach, besonders bei nachlassendem Futterangebot auf der Weide, nehmen die Kälber das Zufutter an.


[Seite 135↓]

Scholz et al. (2001) und Scholz & Fahr (2002) erzielten bei Charolaishybridkälbern mit Zufütterung von gequetschter Gerste während einer ca. viermonatigen Weideperiode 231 g höhere tägliche Lebendmassezunahmen und eine um 32 kg höhere mittlere Absetzmasse. Golze (1998), (1999), (2001) ist der Meinung, dass mit Konzentratzufütterung der Kälber etwa 100 g mehr Lebendmassezunahme je Kalb und Tag erzielt werden können.

Steinhöfel & Golze (1996) und Golze (1994), (1997d) erreichten mit der Zufütterung von Kälbern ab Ende August/Anfang September, im Vergleich zu den Tieren, die kein Kraftfutter erhielten, 85 g höhere tägliche Zunahmen in der Säugeperiode und im Mittel um 18 kg höhere Absetzmassen. Bei rund siebenmonatiger Säugedauer ermittelte Golze (1999) mittels Konzentratzufütterung 20-25 kg mehr Absetzmasse.

Die Höhe der Kraftfutteraufnahme der Kälber ist entscheidend für die Konzentratzufütterung an ältere Mutterkuhkälber. Die eigenen Untersuchungen zeigen, dass einerseits erst ab einer täglichen Aufnahmemenge von ca. einem kg ein wesentlicher Einfluss auf die Lebendmasseentwicklung nachweisbar ist und andererseits mit steigender Aufnahme der Lebendmassezuwachs im Verhältnis zur Kraftfuttermenge sinkt.

Die Menge der aufgenommenen Konzentrate ist von vielen Faktoren abhängig. Sie variiert tierindividuell stark und hängt von der Milchleistung der Kühe und dem Grundfutterangebot ab, ist also zwischen den Betrieben sehr unterschiedlich. Auch nach Berlanger (1990) schwankt der Einfluss der aufgenommenen Konzentratmengen auf die Zunahme der Kälber in Abhängigkeit von den Bedingungen des Betriebes.

5.3 Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Ernährung und Kälberentwicklung

Kälber aus der Winterkalbung

Die Konzentratzufütterung an Kälber aus der Winterkalbung während der Stallhaltungsperiode beeinflusst das wirtschaftliche Ergebnis in Abhängigkeit vom Vermarktungsalter der Kälber.

Mit 112 Lebenstagen der Kälber, also unmittelbar vor Weideaustrieb, war der Unterschied zwischen den Lebendmassen der Kälber der Gruppen mit und ohne Konzentratzufütterung am höchsten. Die höhere Lebendmasse der Kälber mit Konzentratzufütterung ergab einen um 31,19 € höheren Marktwert. Den Marktwert der Kälber mit Konzentratzufütterung, reduziert um die bis zu diesem Zeitpunkt entstanden Konzentratzufütterungskosten, ergab für die Kälber mit Konzentratzufütterung im Vergleich zu den Kälbern ohne Konzentratzufütterung einen um 21,32 € höheren Beitrag zum Unternehmensergebnis. Bei Vermarktung der Kälber mit 112 Tagen Lebensalter wäre folglich (im Fall der eigenen Untersuchungen) durch die Konzentratzufütterung eine Gewinnsteigerung in Höhe von 21,32 €/Kalb gegenüber der Produktion von Kälbern ohne Konzentratzufütterung möglich gewesen.

Allerdings ist die Vermarktung von Mutterkuhkälbern in diesem Lebensalter und am Beginn der Weideperiode unüblich und unökonomisch. Die Laktation der Mutterkühe und die kostengünstigere Weidehaltungsperiode mit den in der Regel besseren Grundfutterqualitäten würden nicht genutzt. Auch Roffeis (1994) und Hoffmann et al. (1997) finden zu kurze Säugezeiten in der Mutterkuhhaltung uneffektiv. Nach Ansicht vonGolze (1997d) bringt eine lange Säugedauer und Nutzung der Laktation hohe Absetzmassen, Vorteile beim Gesamtergebnis und außerdem entwickeln sich Kälber mit weniger als 220 kg Lebendmasse zum Absetzzeitpunkt in der anschließenden Mast schlecht.


[Seite 136↓]

Zum 196. Lebenstag, etwa in der Mitte der Weideperiode, waren die Kälber mit Kraftfutter 437,13 € und die Kälber ohne Kraftfutter 425,01 € wert. Den Marktwert der Kälber mit Konzentratzufütterung, reduziert um die durch die Konzentratzufütterung während der gesamten Stallhaltungsperiode entstandenen Kosten in Höhe von 12,59 €/Kalb, ergab mit
–0,47 € praktisch keine Differenz zwischen den Ergebnissen beider Gruppen. Zu diesem Lebensalter hatten sich die Lebendmassen und damit der Marktwert der Kälber beider Gruppen soweit angenähert, dass der Mehrerlös der Kälber mit Konzentratzufütterung lediglich die Kosten der Konzentratzufütterung decken konnte.

Allerdings ist auch mit 196 Lebenstagen und in der Mitte der Weideperiode die Vermarktung von Kälbern aus der Winterkalbung unüblich.

Üblich sind das Absetzen und die Vermarktung von Kälbern aus der Winterkalbung zum Ende der Weideperiode im Alter von acht bis elf Monten. So können die Laktation der Mutterkühe und das kostengünstigere Weidefutter optimal genutzt werden. Auch nach
Stockinger et al. (1994) und Hampel (1995) werden Kälber der Winterkalbung meist im Herbst beim Aufstallen nach Ende der Weidezeit im Alter von acht bis zehn Monaten von den Müttern getrennt. Nach Golze (1997d) haben Kälber aus einer Winterkalbung dadurch den Vorteil, die Säugezeit länger zu nutzen und damit älter und auch schwerer zu werden.

Bei den eigenen Untersuchungen hatten die Kälber mit Konzentratzufütterung zur Absetzzeit mit 280 Lebenstagen im Vergleich zu den Kälbern ohne Konzentratzufütterung einen lediglich um 7,95 € höheren Marktwert. Dieser Unterschied beruhte allerdings zu 28 % auf der höheren Geburtsmasse dieser Kälber. Die während der gesamten Stallhaltungsperiode entstandenen Kosten der Konzentratzufütterung überstiegen den Mehrerlös um 4,64 €/Kalb. Bei Einbeziehung der Geburtsmassedifferenz in die Auswertung war zum Absetzen der Kälber mit 280 Lebenstagen durch die Konzentratzufütterung ein wirtschaftlicher Verlust in Höhe von 6,87 € pro Kalb entstanden.

Die auf die Stallhaltungsperiode begrenzte Zufütterung von Kälbern aus der Winterkalbung führt somit bei Vermarktung der Kälber zum Ende der Weideperiode zur Verringerung des Gewinns im Produktionsverfahren Mutterkuhhaltung.

Unter den Bedingungen der ökologischen Produktion und Vermarktung würden sowohl größere Differenzen zwischen den durch die unterschiedlichen Lebendmassen zu erreichenden Verkaufserlösen als auch höhere Kosten der Konzentratzufütterung entstehen. Dies bedeutet bei Vermarktung zum Ende der Konzentratfütterungszeit kurz vor Weide­austrieb höhere Gewinne durch die Konzentratzufütterung, zur üblichen Vermarktungszeit am Ende der Weidezeit aber auch eine Verstärkung des negativen Einflusses der Konzentrat­zufütterung auf das wirtschaftliche Ergebnis.

Kälber aus der Sommerkalbung

Zum Anfang der Fütterungsperiode waren die Lebendmasse und damit der mögliche Verkaufserlös der Kälber zwischen den beiden Gruppen unterschiedlich. Mit 168 Lebens­tagen, kurz nach dem Weideabtrieb, hätte für die Kälber der Gruppe 1, deren Kraftfutter­verzehr später limitiert wurde, 436,32 €, für die Kälber der Gruppe 2, die ad libitum Kraftfutter aufnahmen, dagegen nur 399,96 € und damit ein um 36,36 € geringerer Verkaufserlös erzielt werden können.

Während der nachfolgenden Konzentratfütterungszeit hatten die Kälber der Gruppe 2 die höheren Lebendmassezunahmen, wodurch sich die Lebendmassen und die möglichen Verkaufserlöse der Kälber beider Gruppen anglichen. Zum Absetzzeitpunkt mit 280 Lebens­tagen hätte der Verkauf der Absetzer der Gruppe 1 606,80 € und der Verkauf der Absetzer der Gruppe 2 603,10 € erzielen können.


[Seite 137↓]

Ursache für die höheren Lebendmassezunahmen der Kälber der Gruppe 2 war der im Vergleich zu den Kälbern der Gruppe 1 höhere Kraftfutterverzehr. Damit entstanden für die Kälber der Gruppe 2 im Verlauf der Fütterungszeit auch wesentlich höhere Kosten der Konzentratzufütterung. Am Beginn der Fütterungsperiode bis zum 168. Lebenstag blieben diese Kosten in beiden Gruppen mit 6,57 € und 7,89 € gering und ergaben sich zum größeren Teil aus den Abschreibungen für die Fütterungstechnik. Bis zum 280. Lebenstag der Kälber stiegen die Konzentratzufütterungskosten bei der Gruppe 2 auf 51,00 € und waren damit um 30,35 € höher als bei der Gruppe 1.

Der Verkaufspreis der Kälber, reduziert um die Kosten der Konzentratzufütterung, ergab zwischen den Gruppen verschiedene Werte. Sie differierten am Beginn der Konzentratfütterungszeit um 37,68 € und am Ende der Konzentratfütterungszeit um 34,05 €. Das Verhältnis dieser Werte der beiden Gruppen wurde also durch die Zufütterung mit unterschiedlich großen Kraftfuttermengen und die damit verbundene unterschiedliche Lebendmasseentwicklung nicht entscheidend verändert.

Im Vergleich mit der Gruppe 1 wird deutlich, dass in der Gruppe 2 die durch die höhere Lebendmassezunahme zu erzielenden Verkaufserlöse in ihrer Höhe etwa den Kosten für den höheren Kraftfutterverzehr entsprachen. Damit ist nach dieser Berechnung durch die höhere Kraftfutteraufnahme und die damit verbundenen höheren Lebendmassezunahmen der Kälber der Gruppe 2 keine Beeinflussung der Verfahrenseffektivität erkennbar.

Die Kälber der Gruppe 2 hatten während der der Konzentratfütterungszeit vorhergehenden Weideperiode um 132 g geringere tägliche Lebendmassezunahmen als die Kälber der
Gruppe 1. Ohne die höhere Kraftfutteraufnahme durch die Kälber der Gruppe wäre dieser Unterschied der täglichen Lebendmassezunahmen wahrscheinlich bestehen geblieben und die Lebendmassen der Kälber der Gruppe 2 wären im Vergleich zu den Kälbern der Gruppe 1 immer mehr zurückgeblieben. Der höhere Kraftfutterverzehr diente also nicht nur der Angleichung der Lebendmassen zwischen den Kälbern beider Gruppen während der Fütterungszeit, sondern verhinderte auch die zu erwartende Vergrößerung der Lebendmassedifferenz zwischen beiden Gruppen.

Die Fütterung höherer Kraftfuttermengen an die Kälber mit geringerer Nährstoffversorgung durch die Mutterkühe und folglich auch höherem Kraftfutterbedarf ist also aus wirtschaftlicher Sicht zu befürworten.

In der Literatur wird der Einfluss der Absetzmassen auf das wirtschaftliche Ergebniss unterschiedlich bewertet. Für Doluschitz & Zeddies (1990), Göbbel (1994),
Hampel (1995) und Stark (2002) sind die täglichen Zunahmen und entsprechenden Massen der Verkaufsprodukte wesentliche Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung. Dagegen verändert eine zehnprozentige Schwankung der Absetzmasse nach Untersuchungen von Golze (1995a), (1995b) den Deckungsbeitrag nur um 7 %, dagegen die Veränderung der Abkalberate in gleicher Höhe den Deckungsbeitrag um 20 % und der Aufzuchtrate sogar um 23 %, womit die Absetzmasse im Vergleich zur Aufzucht- und Abkalberate einen geringen Einfluss auf den Deckungsbeitrag hat.

Mit steigender Körpermasse sinken die Verkaufserlöse pro kg Körpermasse. Diese Tatsache beeinflusst die Wirtschaftlichkeit der Konzentratzufütterung älterer Mutterkuhkälber. Die mit Konzentraten zusätzlich erfütterte Körpermasse ist in der Regel die am geringsten bezahlte Körpermasse.

Als weitere positive Effekte der höheren Kraftfutteraufnahme durch die Kälber der Gruppe 2 sind bessere Bemuskellung und höheres Futteraufnahmevermögen, also bessere Masteigenschaften, dieser Absetzer anzunehmen. Also eine wesentliche Qualitätssteigerung.


[Seite 138↓]

Nach Dissen (2000) ist die Qualität der Absetzer für die Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung von großer Bedeutung. Nach seinen Untersuchungen liegen zwischen den Betrieben mit Qualitätsabsetzern und denen mit Tieren geringerer Qualität bis zu 700 DM Unterschied im Deckungsbeitrag.

Allerdings wird die mit Hilfe der Konzentratzufütterung bei einigen Kälbern zu erreichende Qualitätsverbesserung von den Kunden der einzelnen Unternehmen oft nicht oder sehr unterschiedlich hoch honoriert.

Die eigenen Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz von ökologisch erzeugtem Kälberaufzuchtfutter und die Vermarktung der ökologisch erzeugten Absetzer sowohl die Kosten für die Konzentratzufütterung als auch die Erlöse für die durch die Konzentratzufütterung erzeugte und zusätzlich vermarktbare Lebendmasse erhöhen. Der Einfluss der höheren Kraftfutteraufnahme der Kälber der Gruppe 2 auf das wirtschaftliche Ergebnis unterscheidet sich dadurch nicht wesentlich vom Einfluss unter den Bedingungen der konventionellen Fütterung und Vermarktung.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
XDiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
25.04.2005