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7  Zusammenfassung

Untersucht wurden an 901 Mutterkühen der Einfluss der Länge des Zeitintervalls zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen auf die Fruchtbarkeitsleistungen der Mutterkühe sowie die Fruchtbarkeit von Mutterkühen mit im Jahresverlauf unterschiedlichen Kalbe- und Belegungszeiträumen.

Mit dem Einschränken des Intervalls zwischen der Kalbung und der Zustellung des Zuchtbullen unter 22 Tage wird die maximale Zahl Kalbungen pro Kuh und Jahr ermöglicht. Gleichzeitig verschiebt sich die Kalbeperiode im Jahresverlauf und die Kalbezeit wird verlängert. Die Verlängerung dieses Zeitintervalls bewirkt eine konzentriertere Kalbeperiode, aber auch weniger Kalbungen pro Kuh und Jahr. Für durchschnittlich eine Kalbung pro Kuh und Jahr und gleichzeitig eine gedrängte und im Jahresverlauf konstante Kalbeperiode ist die Zustellung des Deckbullen 40 bis 50 Tage nach der Kalbung zu empfehlen.

Die Zeit unmittelbar vor Ende des Winters sowie während und kurz nach dem Weideaustrieb ist durch den Tiefststand der Körperkondition der Kühe für die Belegung ungünstig. Da in dieser Zeit nur wenige Tiere konzipieren, wird die Kalbeperiode verlängert. Während dieses Zeitabschnitts sollten keine Rinder belegt werden.

Defizite der Trächtigkeitsrate können in kurzer Zeit kompensiert werden und sind deshalb für die Wahl der geeigneten Kalbeperiode von geringer Bedeutung. Entscheidungen zu einer oder mehreren Kalbeperioden und zur Wahl der Kalbezeit müssen entsprechend der am Standort vorhandenen betriebsspezifischen Bedingungen gefällt werden.

Die Erfassung der Daten von je 30 Kälbern mit und ohne Konzentratzufütterung erbrachten auf das einzelne Tier bezogene Erkenntnisse zur Kraftfutteraufnahme von Mutterkuhkälbern aus der Winterkalbung während der Stallhaltungsperiode und dessen Einfluss auf die Körpermasseentwicklung der Kälber.

Vor dem 40. Lebenstag nehmen nur sehr wenige Mutterkuhkälber aus der Winterkalbung Kraftfutter auf. Ab 70 Tagen Lebensalter bringt die Zufütterung von Konzentraten bis zum Weideaustrieb Vorteile bei der Körpermasseentwicklung gegenüber Kälbern ohne Konzentratzufütterung. Nach der Einstellung der Konzentratfütterung mit Weideaustrieb haben die zugefütterten Kälber erhebliche Umstellungsprobleme und die Kälber ohne Konzentrataufnahme gleichen während der Weideperiode die Körpermasseunterschiede durch kompensatorisches Wachstum annähernd aus.

Wenn die Konzentratfütterung in der nachfolgenden Weidehaltungszeit nicht fortgesetzt werden soll, beeinflusst die Konzentratzufütterung an Kälber aus der Winterkalbung während der Stallhaltungsperiode das wirtschaftliche Ergebnis der Mutterkuhhaltung negativ.

40 Mutterkuhkälber aus der Sommerkalbung wurden nach Weideabtrieb im Stall mit Kraftfutter zugefüttert und tierindividuell der Einfluss der aufgenommenen Kraftfuttermenge auf die Körpermasseentwicklung der Kälber ermittelt.

Der Beginn der Kraftfutteraufnahme, die täglichen Verzehrsmengen und die gesamt aufgenommene Menge sind zwischen älteren Mutterkuhkälbern auf Grund unterschiedlicher Milchmengen der Mutterkühe sowie individueller Vorlieben der Tiere stark differenziert.

Da Kälber mit hoher Konzentrataufnahme weniger Grundfutter aufnehmen und Luxuskonsum betreiben, ist die Limitierung der Verzehrsmengen zu empfehlen.

Mittels Konzentratzufütterung an ältere Mutterkuhkälber können Defizite der Lebendmasse­entwicklung durch kompensatorisches Wachstum ausgeglichen und damit bei den über die Mütter schlechter versorgten Kälbern Qualitätsverbesserungen erreicht werden.

Entscheidend für die Effektivität der Konzentratzufütterung ist die Höhe der Kraftfutteraufnahme, da einerseits die Kosten der Futterbereitstellung mit steigendem Verbrauch sinken und andererseits mit erhöhter Verzehrsmenge der Kraftfutteraufwand je kg Körpermassezuwachs zunimmt.


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25.04.2005