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5.  Ergebnisse

5.1. Ergebnisse des Geburtenprotokolls

5.1.1. Fall- und Kontrollkollektiv: Alter, Parität und Schwangerschaftswoche

Es wurden die ersten 104 Wassergeburten in der Frauenklinik Pulsstraße in die Studie aufgenommen. Das Klientel der Klinik wird vor allem durch das Einzugsgebiet Charlottenburg bestimmt, die Klinik ist verpflichtet, Frauen dieses Bezirkes zur Entbindung aufzunehmen, auch wenn die Kapazitäten durch vorab angemeldete Geburten erschöpft sind. Ob eine Entbindung im Wasser stattfindet, liegt allein in der Entscheidung der werdenden Eltern. Es steht ein Kreißsaal mit Geburtswanne zur Verfügung, der sofern nicht besetzt, allen Eltern offen steht, wenn keines der vorab erwähnten Geburtsrisiken besteht.

Als Kontrollgruppe für die Studie werden die Frauen gewählt, die nach dem Geburtenbuch die nächste auf eine Wassergeburt folgende Spontangeburt haben.

Obwohl auf eine Randomisierung bezüglich des Alters der Frauen, der Parität und der Schwangerschaftswoche verzichtet wird, ergeben sich hier keine signifikanten Unterschiede zwischen Fall- und Kontrollgruppe.

Es folgt die tabellarische Darstellung der Altersgruppen in beiden Kollektiven.

Tabelle 1: Altersgruppen (Chi2-Test):

Alter

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

bis 27 Jahre

33 (31,7%)

38 (36,5%)

28-34 Jahre

60 (57,7%)

53 (51,0%)

35 Jahre und älter

11 (10,6%)

13 (12,5%)

Chi2=0,95; 2 df (Freiheitsgrade); p=0,6211


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Die am stärksten vertretene Altersgruppe in beiden Kollektiven ist die mittlere von 28 bis 34 Jahren mit 57,7% bei den Wassergeburten versus 51% in der Kontrollgruppe. Auffallend ist, dass die umrahmenden Altersgruppen im Kontrollkollektiv etwas stärker vertreten sind als im Fallkollektiv. Die Unterschiede sind jedoch nicht signifikant. Bei der Berechnung des Alters ohne Einteilung in drei Gruppen mittels T-Test ergibt sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied zwischen Fall-und Kontrollgruppe: p=0,602. Der Mittelwert liegt für die Fallgruppe bei 29,3 Jahren, für die Kontrollgruppe bei 29,0 Jahren.

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Verteilung der Parität in den Kollektiven tabellarisch dargestellt.

Tabelle 2: Parität (Chi2-Test):

Parität

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

I Parae

64 (61,5%)

69 (66,3%)

II Parae

33 (31,7%)

25 (24,0%)

III und >III Parae

7 (6,7%)

10 (9,6%)

Chi2=1,82; 2 df; p=0,4023

In beiden Gruppen sind Primiparae am häufigsten vertreten mit 61,5% in der Fallgruppe und 66,3% in der Kontrollgruppe. Während in der Fallgruppe die Zweitparae stärker vertreten sind als in der Kontrollgruppe, sind in dieser mehr Dritt- und Mehrgebärende beteiligt. Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Unterschiede.


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Die Ergebnisse des Gestationsalters sollen zunächst tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 3: Gestationsalter (Chi2-Test):

Schwangerschaftswoche

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

<37. SSW

entfällt

5 (4,8%)

37. - 40. SSW

60 (57,7%)

53 (51,0%)

>40. SSW

44 (42,3%)

46 (44,2%)

Chi2=5,48 2df; p=0,0646

Auch bezüglich der Schwangerschaftswoche ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. In der Fallgruppe kommt keine Frühgeburt (<37.SSW) vor, da es sich um ein Ausschlusskriterium für Wassergeburten handelt, in der Kontrollgruppe sind es fünf (4,8%). Zwischen der 37. und der 40. Schwangerschaftswoche ereignen sich die meisten Geburten mit 57,7% (n=60) in der Fallgruppe versus 51% (n=53) in der Kontrollgruppe. Über dem Geburtstermin ereignen sich in der Wassergeburtsgruppe 42,3% (n=44) der Geburten, in der Kontrollgruppe 44,2% (n=46).

5.1.2. Geburtsdauer und Oxytocingebrauch

In der Gesamtgeburtsdauer ergibt sich ein geringer Unterschied zwischen den Kollektiven. Der Mittelwert der Geburtsdauer im Wassergeburtskollektiv beträgt 363 Minuten bei einer Standartabweichung von 180,74, im Kontrollkollektiv 437 Minuten bei einer Standartabweichung von 253,61.

In der Wassergeburtsgruppe erhalten 21,2% der Frauen (n=22) unter der Geburt Oxytocin, in der Kontrollgruppe sind es 40,4% (n=42). Der Unterschied ist mit p=0,0027 signifikant. (Chi2-Test: Chi2=9,03; 1df).


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5.1.3.  Blutverlust

Zur Berechnung des geschätzten Blutverlustes werden drei Gruppen gebildet: Blutverlust <200 ml, 200-400 ml und Blutverlust >400 ml.

Tabelle 4: Blutverlust (Chi2-Test):

Blutverlust

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

<200 ml

2 (1,9%)

1 (1,0%)

200-400 ml

96 (92,3%)

81 (84,6%)

400 ml

6 (5,8%)

15 (14,4%)

Chi2=4,54; 2df; p=0,1034

Blutverluste <200 ml kommen insgesamt nur in drei Fällen vor. 92,3% der Frauen in der Fallgruppe und 84,6% in der Kontrollgruppe haben Blutverluste zwischen 200 und 400 ml. Wenn auch die Ergebnisse zeigen, dass in der Kontrollgruppe mehr als doppelt so viele Frauen Blutverluste >400 ml haben wie in der Fallgruppe (14,4% versus 5,8%), sind die Unterschiede nicht signifikant.

An dieser Stelle sollen auch die Ergebnisse des Studienprotokolls zum Blutverlust, gemessen am Hämoglobinwert am ersten Tag postpartum dargestellt werden, da sie thematisch zusammengehören.

Bei der Untersuchung der Hämoglobinwerte am 24 Stunden postpartum kommt es zu einer hohen Anzahl fehlender Ergebnisse, da dieser Wert nur bei den Frauen ermittelt werden konnte, die nach der Entbindung stationär blieben. Es wurden zur Auswertung fünf Gruppen gebildet, die im Folgenden tabellarisch dargestellt werden sollen.


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Tabelle 5: Hämoglobinwerte am ersten Tag postpartum (Chi2-Test):

Hämoglobinwert

Wassergeburt

(n=70)

Kontrolle

(n=77)

<8g/dl

2 (2,9%)

1 (1,3%)

8-10g/dl

10 (14,3%)

7 (9,1%)

10-12g/dl

33 (47,1%)

33 (42,9%)

12-14g/dl

22 (31,4%)

31 (40,3%)

>14g/dl

3 (4,3%)

5 (6,5%)

Chi2=2,67; 4df; p=0,6149

Die Hämoglobinwerte am ersten Tag postpartum unterscheiden sich nicht signifikant zwischen den Kollektiven. Es fällt jedoch auf, dass Werte unter 12 g/dl in der Fallgruppe häufiger vorkommen als in der Kontrollgruppe, während Werte über 12 g/dl in der Kontrollgruppe häufiger sind.

5.1.4. Episiotomien

Für die Wassergeburtsgruppe ist eine Episiotomierate von 33,7% zu verzeichnen (n=35), für die Kontrollgruppe eine Rate von 43,3% (n=45). Der Unterschied erweist sich jedoch in der Berechnung mittels Chi2-Test als nicht signifikant (p=0,154; Chi2-Test: 2,03; 1df).

5.1.5. Rissverletzungen

Rissverletzungen treten in unserer Studie häufiger im Wassergeburtskollektiv auf als in der Kontrollgruppe. So hatten 55,8% (n=58) der im Wasser entbundenen Frauen eine Rissverletzung versus 46,2% (n=48) der Frauen der Kontrollgruppe. Die aufgetretenen Rissverletzungen sollen zunächst in ihrer Quantität tabellarisch dargestellt werden.


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Tabelle 6a: Rissverletzungen (Chi2-Test):

Rissverletzung

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

DR I

6 (10,3%)

6 (12,5%)

DR II

12 (20,7%)

11 (22,9%)

DR III

1 (1,7%)

2 (4,2%)

Scheidenriss

16 (27,6%)

14 (29,2%)

Labienriss

13 (22,4%)

8 (16,7%)

kombinierte Rissverletzungen

10 (17,2%)

7 (14,6%)

Chi2=1,30; 5df; p=0,9351

Dammrisse I. Grades finden sich in beiden Kollektiven gleich häufig mit n=6 (10,3% bzw.12,5%). Insgesamt kommen Dammrisse III. Grades dreimal vor, einer davon im Wassergeburtskollektiv (1,7% versus 4,2%). Dammrisse II. Grades, Scheiden- und Labienrisse sowie kombinierte Rissverletzungen ereigneten sich häufiger im Wassergeburtskollektiv: Dammrisse II. Grades mit 20,7% (n=12) bei Wassergeburten versus 22,9% (n=11) in der Kontrolle; Scheidenrisse mit 27,6% (n=16) bei Wassergeburten versus 29,2% (n=14) in der Kontrolle; Labienrisse mit 22,4% (n=13) versus 16,7% (n=8) und kombinierte Rissverletzungen mit 17,2% (n=10) versus 14,6% (n=7). Bei diesen Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass insgesamt in der Fallgruppe mehr Rissverletzungen auftraten als in der Kontrollgruppe (n=58 versus n=48), weswegen einzelne Prozentzahlen in dieser Gruppe niedriger sind als in der Kontrollgruppe, obwohl die absoluten Häufigkeiten größer sind.

Werden die kombinierten Rissverletzungen aufgeteilt in ihre Einzelverletzungen und als solche in die Berechnung einbezogen, resultieren folgende Ergebnisse.


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Tabelle 6b: Rissverletzungen absolut (Chi2-Test):

Rissverletzung

Wassergeburten

(n=68)

Kontrolle

(n=55)

DR I

9 (13,2%)

7 (12,7%)

DR II

13 (19,1%)

13 (23,6%)

DR III

1 (1,5%)

2 (3,6%)

Scheidenriss

22 (32,4%)

18 (32,7%)

Labienriss

23 (33,8%)

15 (27,3%)

Chi2=1,31, 4df; p=0,8599

Auch hier ist bei der Betrachtung der Prozentzahlen die größere Summe der Verletzungen in der Fallgruppe zu berücksichtigen. Des weiteren muss berücksichtigt werden, dass in die Berechnung der Gesamtzahl der einzelnen Rissverletzungen in die Fallgruppe n=10 kombinierte Verletzungen eingehen und in die Kontrollgruppe n=7 Verletzungen. So haben 32,4% (n=22) der Frauen des Fallkollektivs versus 32,7% (n=18) der Frauen des Kontrollkollektivs einen Scheidenriss, Labienrisse treten bei 33,8% (n=23) im Fallkollektiv versus 27,3% (n=15) im Kontrollkollektiv auf. Die Unterschiede sind nicht signifikant. Bei den Dammrissen ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen.

Rissverletzungen und Episiotomien zusammen betrachtet kommen wir zu dem Ergebnis, dass in beiden Kollektiven jeweils genau 10,5% der Frauen nach der Geburt einen intakten Damm hatten, also weder eine Episiotomie durchgeführt wurde noch eine Rissverletzung entstand.


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5.1.6.  Fetal Outcome

Hinsichtlich des Fetal Outcome betrachten wir zunächst Lage und Geburtsgewicht des Kindes und dann vor allem die APGAR-Scores und den Nabelarterien-pH-Wert.

Bezüglich der Lage finden sich jeweils 99% (n=103) der Kinder beider Kollektive in vorderer Hinterhauptslage, ein Kind in jeder Gruppe stellt sich in hinterer Hinterhauptslage ein.

Das Geburtsgewicht wird unterteilt in Normgewicht (das Normgewicht wurde festgelegt auf den Bereich zwischen 5. und 95. Perzentile), Geburtsgewicht <5. Perzentile und Geburtsgewicht >95. Perzentile. In der Wassergeburtsgruppe liegen 93,3% (n=97) der Kinder im Bereich des Normgewichts, in der Kontrollgruppe sind es 94,2% (n=98). Jeweils zwei Kinder in beiden Gruppen liegen mit ihrem Gewicht unter der 5. Perzentile (1,9%). Über der 95. Perzentile liegen in der Fallgruppe fünf Kinder (4,8%), in der Kontrollgruppe vier Kinder (3,8%). Signifikant sind diese Unterschiede nicht.

Für die Auswertung der APGAR-Scores werden vier Gruppen gebildet: APGAR 9+10, APGAR 8, APGAR 7 und APGAR <7. Es folgt die tabellarische Auflistung der Ergebnisse.

Tabelle 7: APGAR nach 1 Minute (Chi2-Test):

APGAR-Wert

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

9+10

76 (73,1%)

70 (67,3%)

8

16 (15,4%)

31 (29,8%)

7

10 (9,6%)

2 (1,9%)

<7

2 (1,9%)

1 (1,0%)

Chi2=10,70; 3df; p=0,0135


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In beiden Kollektiven dominieren die 1 Minuten APGAR-Werte 9 und 10 mit 73,1% in der Fallgruppe versus 67,3% in der Kontrollgruppe. APGAR 8 wird häufiger bei den Kindern des Kontrollkollektivs vergeben (29,8% versus 15,4%). APGAR 7 bekommen mehr Kinder des Fallkollektivs (9,6% versus 1,9%) und APGAR-Werte <7 kommen insgesamt nur in drei Fällen vor, zwei davon im Fallkollektiv. Insgesamt erreichen die Unterschiede das Signifikanzniveau.

Tabelle 8: APGAR nach 5 Minuten (Chi2-Test):

APGAR-Wert

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

9+10

92 (88,5%)

91 (87,5%)

8

10 (9,6%)

11 (10,6%)

7

1 (1,0%)

1 (1,0%)

<7

1 (1,0%)

1 (1,0%)

Chi2=0,05; 3df; p=0,9968

Die 5 Minuten-APGAR-Werte unterscheiden sich kaum zwischen den Kollektiven. 88,5% der Kinder des Fallkollektivs und 87,5% der Kinder des Kontrollkollektivs bekommen die Werte 9 und 10. APGAR 8 wird in 9,6% versus 10,6% vergeben und APGAR 7 und <7 kommen jeweils nur einmal vor.

Tabelle 9: APGAR nach 10 Minuten (Chi2-Test):

APGAR-Wert

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=103)

9+10

102 (98,1%)

96 (93,2%)

8

1 (1,0%)

5 (4,9%)

7

1 (1,0%)

2 (1,9%)

Chi2=3,18; 2df; p=0,2042


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Beim 10 Minuten-APGAR haben 98,1% der Kinder des Fallkollektivs die Werte 9 und 10 versus 93,2% im Kontrollkollektiv. APGAR-Werte von 8 und 7 kommen häufiger im Kontrollkollektiv vor mit n=5 und n=2. Im Fallkollektiv finden sich diese Werte jeweils einmal.

Die aus einer Nabelarterie entnommenen Nabelarterien-pH-Werte werden zur statistischen Auswertung in drei Gruppen unterteilt. Eine vierte Gruppe, unter der pH-Werte <7,0 subsummiert werden sollten, kam in unseren Studienkollektiven nicht vor. Es folgt die tabellarische Darstellung der Ergebnisse.

Tabelle 10: Nabelarterien-pH-Werte (Chi2-Test):

Nabelarterien-pH

Werte

Wassergeburten

(n=104)

Kontrolle

(n=104)

>7,2

96 (92,3%)

87 (83,7%)

7,1-7,199

7 (6,7%)

16 (15,4%)

7,0-7,099

1 (1,0%)

1 (1,0%)

Chi2=3,96; 2df; p=0,1377

Bei den Nabelarterien-pH-Werten zeigen die Ergebnisse, dass die Normalwerte >7,2 in der Fallgruppe häufiger vorkommen als in der Kontrollgruppe: 92,3% (n=96) versus 83,7% (n=87). Werte zwischen 7,1 und 7,199 finden sich häufiger in der Kontrollgruppe: 15,4% (n=16) in der Kontrollgruppe und 6,7% (n=7) in der Fallgruppe. Werte zwischen 7,0 und 7,099 treten in beiden Gruppen nur jeweils einmal auf. Die beschriebenen Unterschiede erreichen nicht das Signifikanzniveau.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass hinsichtlich des Fetal Outcome, gemessen an den APGAR-Werten und den Nabelarterien-pH-Werten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kindern des Wassergeburts- und des Kontrollkollektivs zu verzeichnen sind.


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5.2.  Ergebnisse des Studienprotokolls

5.2.1. Schmerzmittel

Bei der Applikation von Schmerzmitteln wird unterschieden zwischen Spasmolytika, Morphinderivaten, Akupunktur und Homöopathie. Die Ergebnisse sollen tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 11: Schmerzmittelgebrauch (Chi2-Test):

Schmerzmittel

Wassergeburt

(n=102)

Kontrolle

(n=101)

Signifikanz

(p)

Spasmolytika

27 (27,5%)

31 (30,7%)

0,61099 (n.s.)

Morphinderivate

2 (2,0%)

7 (6,9%)

0,08543 (n.s.)

Akupunktur

3 (2,9%)

5 (5,0%)

0,46192 (n.s.)

Homöopathie

13 (12,7%)

14 (13,9%)

0,81485 (n.s.)

keine Schmerzmittel

56 (54,9%)

44 (43,5%)

 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Schmerzmittelverbrauch in beiden Kollektiven nicht signifikant unterschiedlich ist. Dennoch fällt auf, dass alle Schmerzmittel in der Kontrollgruppe etwas häufiger angewandt werden. Dies gilt besonders für die Morphinderivate mit 2,0% in der Fallgruppe und 6,9% in der Kontrollgruppe. Insgesamt werden im Fallkollektiv bei 54,9% der Frauen keine Schmerzmittel gebraucht versus 43,5% in der Kontrollgruppe.


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5.2.2.  Ergebnisse der U2

Für die Auswertung der Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchung U2 werden vier Gruppen gebildet: ohne Befund, Infektion, Ikterus und sonstiges. Da die Untersuchungsergebnisse bei ambulant entbundenen Frauen telefonisch erfragt werden mussten, kam es zu einer relativ hohen Zahl fehlender Ergebnisse bei nicht Erreichbarkeit der Mütter. Im Folgenden sollen die Ergebnisse tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 12: Ergebnisse der U2 (Chi2-Test):

Untersuchungsergebnisse

Wassergeburt

(n=85)

Kontrolle

(n=85)

eutrophes Neugeborenes

80 (94,1%)

79 (92,9%)

Infektion

2 (2,4%)

0

Ikterus

2 (2,4%)

3 (3,5%)

sonstiges

1 (1,2%)

3 (3,5%)

Chi2=3,21; 3df; p=0,3609

Die Ergebnisse der U2 zeigen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kollektiven. 94,1% der Vorsorgeuntersuchung in der Fallgruppe versus 92,9% in der Kontrollgruppe ergeben "eutrophes Neugeborenes". Zwei Infektionen treten bei Kindern der Wassergeburtsgruppe auf. Zwei Kinder der Fallgruppe haben einen Ikterus versus drei Kinder in der Kontrollgruppe.


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Verlegungen auf die neonatologische Abteilung sollen separat betrachtet werden. Aus beiden Kollektiven werden vier Neugeborene mit folgenden Diagnosen verlegt.

Die Verlegungen wegen Frühgeburtlichkeit von Kindern der Kontrollgruppe werden aus der Betrachtung ausgeschlossen, da der Vergleich mit der Fallgruppe fehlt (Ausschlusskriterium).

Auf drei Neugeborene (von denen zwei noch nicht erwähnt sind, da sie nach dem ersten Lebenstag verlegt wurden), die nach einer Wassergeburt unter dem Verdacht einer Infektion beziehungsweise einer Infektion auf die Neonatologie verlegt wurden, soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Das Neugeborene der Wassergeburt Nr.72 fiel zwei Stunden postpartum durch persistierende Tachypnoe und stöhnende Atmung auf. Unter dem Verdacht einer neonatalen Infektion erfolgte auf der Neonatologie eine dreitägige antibiotische Therapie. Das Neugeborene stabilisierte sich rasch. Die entnommenen Abstriche sowie die Blutkultur ergaben keinen Keimnachweis. Bei dieser Geburt wurden im Badewasser folgende Keime gefunden: koagulasenegative Staphylokokken, Pseudomonas stutzeri, Pseudomonas aeruginosa und Pseudomonas pickettii nach Anreicherung.

Das Neugeborene der Wassergeburt Nr.78 wurde am dritten Lebenstag durch Blässe und persistierende Tachypnoe auffällig. Nach Verlegung in die Kinderklinik wurde es antibiotisch therapiert, wodurch eine klinische Stabilisierung eintrat. Blut- und Liquorkultur dieses Kindes ergaben keinen Nachweis von Keimen. Bei der Geburt wurden im Badewasser folgende Keime nachgewiesen: Enterokokken, koagulasenegative [Seite 54↓]Staphylokokken und Pseudomonas pseudoalcaligenes in Konzentrationen von <1KBE/ml.

Das Neugeborene der Wassergeburt Nr. 25 soll auch erwähnt werden, welches am siebten Lebenstag erstmals Fieber um 39°C entwickelte. Es erfolgte die Verlegung auf die Neonatologie, wo eine Pneumonie diagnostiziert wurde. Diese heilte unter Antibiotikatherapie komplikationslos aus. Im Rachenabstrich wurde Staphylococcus aureus nachgewiesen, die Blutkultur war unauffällig. An Keimen im Badewasser wurde bei dieser Geburt Pseudomonas stutzeri in einer Konzentration von 105 KBE/ml gefunden.

5.2.3. Aufenthaltsdauer

Zur Auswertung der Aufenthaltsdauer im Krankenhaus wird unterschieden nach ambulanter Entbindung, ein bis drei Tage stationären Aufenthalts und mehr als drei Tage stationären Aufenthalts. Die Ergebnisse werden tabellarisch dargestellt:

Tabelle 13: Dauer des stationären Aufenthalts (Chi2-Test):

stationärer Aufenthalt

Wassergeburt

(n=103)

Kontrolle

(n=101)

ambulante Entbindung

39 (37,9%)

31 (30,7%)

1 Tag

0

2 (2,0%)

2 Tage

9 (8,7%)

5 (5,0%)

3 Tage

13 (12,6%)

8 (7,9%)

>3 Tage

42 (40,8%)

55 (54,5%)

Chi2=6,97; 4df; p=0,1374

Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Unterschiede in der Aufenthaltsdauer. Tendenziell gibt es im Fallkollektiv mehr ambulante Entbindungen, 37,9% versus 30,7% in der Kontrollgruppe. Zwei und drei Tage bleiben mehr Frauen des Fallkollektivs im

Krankenhaus und über drei Tage ist der Prozentsatz der Frauen des Kontrollkollektivs größer: 54,5% versus 40,8% in der Fallgruppe.


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5.3.  Ergebnisse der Fragebögen

Insgesamt wurden 208 Fragebögen verteilt, von denen 184 zur Auswertung kamen. Einige Fragebögen wurden per Post versandt, wenn die Aushändigung in der Klinik nicht erfolgte. Hierbei wurden nicht alle Fragebögen zurückgesandt. Insgesamt ergab sich eine Rücklaufquote von 88,8%. In bezug auf die untersuchten Gruppen konnten 98 Fragebögen der Fallgruppe (94,2%) und 86 Fragebögen der Kontrollgruppe (82,7%) ausgewertet werden.

5.3.1. Geburtsvorbereitung und Information

Zu diesem Thema wurden zwei Fragen gestellt. Beide Fragen boten jeweils 6 Items als Antwortmöglichkeiten. Die Antworten waren durch einfaches oder mehrfaches Ankreuzen zu nennen. Aus folgender Tabelle sind die Ergebnisse bezüglich der Information zur Geburt ersichtlich.

Tabelle 14: Frage 1 der Fragebögen: Information über die Geburt (Chi2-Test):

Item

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

Signifikanz

Freunde/Verwandte

17 (17,3%)

49 (57,0%)

p=<0,0001

Bücher/Zeitschriften

51 (52%)

53 (61,6%)

p=0,1906 (n.s.)

Frauenarzt/-ärztin

6 (6,1%)

31 (36,0%)

p=<0,0001

andere Medien, z. B. Fernsehen

20 (20,4%)

11 (12,8%)

p=0,1684 (n.s.)

Infoabend

33 (33,7%)

44 (50,6%)

p=0,0199

sonstiges

18 (18,4%)

19 (22,1%)

p=0,5293 (n.s.)

Die Ergebnisse zeigen, dass die Informationsquellen "Bücher/Zeitschriften", "andere Medien, z.B. Fernsehen" und "sonstiges" von beiden Kollektiven mit geringen Unterschieden gebraucht werden. Signifikante Unterschiede hingegen ergeben sich bei den Quellen "Freunde/Verwandte", "Frauenarzt/-ärztin" und "Infoabend" der Klinik. Diese [Seite 56↓]werden häufiger von den Frauen des Kontrollkollektivs angegeben. Wird die Quantität der in der Beantwortung angegebenen Items insgesamt betrachtet, fällt auf, dass von den Frauen des Kontrollkollektivs mehr Items angekreuzt werden als von den Frauen des Fallkollektivs. Die durchschnittliche Anzahl angegebener Items pro Studienteilnehmerin beträgt in der Fallgruppe 1,5 und in der Kontrollgruppe 2,4.

Die Antworten zur Geburtsvorbereitung sollen in der folgenden Tabelle dargestellt werden.

Tabelle 15: Frage 2 der Fragebögen: Geburtsvorbereitung (Chi2-Test):

Item

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

Signifikanz

Geburtsvorbereitungskurs

20 (20.4%)

35 (40,7%)

p=0,00270

Freunde/Verwandte

16 (16.3%)

52 (60,5%)

p=<0,0001

Bücher/Zeitschriften

32 (32,7%)

53 (61.6%)

p=<0,0001

Frauenarzt/-ärztin

6 (6.1%)

25 (29.1%)

p=<0,0001

andere Medien, z.B. Fernsehen

7 (7,1%)

11 (12,8%)

p= 0,1982 (n.s.)

Infoabend

9 (9,2%)

33 (38,4%)

p=<0,0001

sonstiges

41 ( 42,3%)

7 (8,1%)

p=<0,0001

Bei dieser Frage ergibt sich nur für das Item "andere Medien, z.B. Fernsehen" kein signifikanter Unterschied in der Beantwortung. Alle anderen Items werden signifikant häufiger von den Frauen des Kontrollkollektivs angegeben. Wie bei der vorangehenden Frage zeigen die Ergebnisse anhand der Quantität der insgesamt angekreuzten Items, dass von den Frauen der Kontrollgruppe mehr Angaben gemacht werden (durchschnittlich 1,3 Items pro Teilnehmerin der Fallgruppe versus 2,5 Items pro Teilnehmerin der Kontrollgruppe). Die Prozentzahlen der einzelnen Items spiegeln dies ebenso wider mit Ausnahme des Items "sonstiges". 42,3% der Frauen der Fallgruppe geben dieses Item an versus 8,1% der Frauen der Kontrollgruppe. Relativ häufig findet sich unter "sonstiges" in der Fallgruppe die schriftliche Angabe "keine Vorbereitung".


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An der durchschnittlichen Häufigkeit der angegebenen Informations- und Vorbereitungsquellen "Freunde/Verwandte", "Bücher/Zeitschriften", "Frauenarzt/Frauenärztin", "Infoabend" und "Geburtsvorbereitungskurs" wird deutlich, dass sich die Kollektive hinsichtlich der Gewichtung der einzelnen Items unterscheiden. An dieser Stelle sollen die Rangfolgen der angegebenen Items tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 16: Rangfolgen der Items zur Geburtsinformation und Geburtsvorbereitung

Geburtsinformation

Item

Geburtsvorbereitung

Fallgruppe

Kontrollgruppe

Fallgruppe

Kontrollgruppe

5.

2.

Freunde/Verwandte

4.

2.

1.

1.

Bücher /Zeitschriften

2.

1.

6.

4.

Frauenarzt/-ärztin

7.

5.

3.

6.

andere Medien, z.B. Fernsehen

6.

6.

2.

3.

Infoabend

5.

4.

4.

5.

sonstiges

1.

7.

/

/

Geburtsvorbereitungskurs

3.

3.


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5.3.2.  Zeitpunkt des Entschlusses zur Wassergeburt

Diese Frage ist nur in den Fragebögen des Wassergeburtskollektivs vorhanden. Eine Teilnehmerin der Wassergeburtsgruppe erhielt versehentlich einen Fragebogen der Kontrollgruppe, weswegen die Frage in dem Fall nicht beantwortet werden konnte. Die Ergebnisse sollen tabellarisch aufgeführt werden.

Tabelle 17: Entschluss zur Wassergeburt (Häufigkeitsverteilung):

Item

absolute Häufigkeit

(n=97)

Prozent

keine Angabe

1

1,0%

vor der Schwangerschaft

11

11,3%

1. Trimenon

7

7,2%

2. Trimenon

8

8,2%

3. Trimenon

11

11,3%

im Kreißsaal

58

58,8%

sonstiges

2

2,1%

Es wird deutlich, dass sich der Großteil der Frauen (58,8%) erst im Kreißsaal entschließt, in der Geburtswanne zu entbinden.

5.3.3. Offene Frage zum Entschluss zur Wassergeburt

Im Fallkollektiv wurde eine offene Frage gestellt: "Warum haben Sie sich zur Wassergeburt entschlossen?". Die Antworten auf diese Frage wurden in sieben Gruppen zusammengefasst. Im Folgenden soll dargestellt werden, wie häufig die einzelnen Antworten gegeben wurden.


[Seite 59↓]

  • spontaner Entschluss:

29x

  • Angebot der Hebamme:

7x

  • weniger Schmerzen:

27x

  • Entspannung:

34x

  • Wohlfühlen/Geborgenheit:

25x

  • schonend für das Kind:

17x

  • sonstiges

27x

Unter "sonstiges" wurden Antworten wie Neugier, bessere Beweglichkeit im Wasser, geringeres Geburtsverletzungsrisiko unter anderem subsummiert.

5.3.4. Geburtserlebnis

Bei dieser Frage stand eine Skala mit fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Mehrfachnennungen wurden hierbei nicht berücksichtigt und von der statistischen Auswertung ausgeschlossen. Es folgt die tabellarische Darstellung der Ergebnisse.

Tabelle 18: Geburtserlebnis (Chi2-Test):

Item

Wassergeburt

(n=92)

Kontrolle

(n=77)

keine Angabe

1 (1,1%)

0

"sehr schön"

41 (44,6%)

11 (14,3%)

"schön"

19 (20,7%)

22 (28,6%)

"erträglich"

30 (32,6%)

17 (22,1%)

"unangenehm"

1 (1,1%)

17 (22,1%)

"schrecklich"

0

10 (13,0%)

Chi2=45,37; 5df; p=<0,00001


[Seite 60↓]

Die Ergebnisse zeigen, dass das Geburtserlebnis von den Frauen der Wassergeburtsgruppe insgesamt signifikant besser beurteilt wird. 66% der Frauen der Wassergeburtsgruppe beurteilen ihr Geburtserlebnis als "sehr schön" oder "schön" im Vergleich zu 42,9% der Frauen der Kontrollgruppe. "Erträglich" wird das Geburtserlebnis von 33,0% der Frauen der Wassergeburtsgruppe beurteilt im Vergleich zu 22,1% in der Kontrollgruppe. Die Bewertungen "unangenehm" und schrecklich werden von 1,1% der Frauen des Wassergeburtskollektivs versus 13,0% der Frauen des Kontrollkollektivs vergeben.

Im Fallkollektiv wird zusätzlich die Frage gestellt, ob die Frauen wieder im Wasser entbinden würden. Diese Frage wurde in 93 von 97 Fällen (95,9%) bejahend beantwortet. Zwei Frauen antworteten mit "vielleicht" und zwei Frauen machten keine Angabe.

5.3.5. Assoziation mit dem Stichwort "Wassergeburt"

Für diese Frage standen 20 beziehungsweise 21 Items möglicher Assoziationen mit dem Thema Wassergeburt zur Verfügung. Die Antworten waren durch Einfach- oder Mehrfachnennungen zu geben. Die Antworten werden im Folgenden tabellarisch dargestellt.


[Seite 61↓]

Tabelle 19: Assoziation "Wassergeburt" (Chi2-Test):

Item

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

Signifikanz

alternative Geburtshilfe

38 (38,8%)

38 (44,2%)

p=0,4571 (n.s.)

Entspannung

91 (92,9%)

56 (65,1%)

p=<0,0001

Natürlichkeit

42 (42,9%)

26 (30,2%)

p=0,0767 (n.s.)

Unsicherheit, weil zu wenig verbreitet

1 (1,0%)

8 (9,3%)

p=0,0094

Gefahr für das Kind

0

4 (4,7%)

p=0,0309

besonders schonend für das Kind

59 (60,2%)

21 (24,4%)

p=<0,0001

besonders schonend für mich

69 (70,4%)

23 (26,7%)

p=<0,0001

Förderung der Mutter-Kind-Beziehung

8 (8,2%)

3 (3,5%)

p=0,1820 (n.s.)

Modeerscheinung

1 (1,0%)

3 (3,5%)

p=0,2521 (n.s.)

Außergewöhnlichkeit/Exotik

5 (5,1%)

6 (7,0%)

p=0,5925 (n.s.)

Infektionsgefahr durch das Wasser

1 (1,0%)

6 (7,0%)

p=0,0351

größeres Geburtsrisiko

0

3 (3,5%)

p=0,0623 (n.s.)

Gefahr, viel Blut zu verlieren

1 (1,0%)

2 (2,3%)

p=0,4855 (n.s.)

erschwerte Eingriffsmöglichkeiten für Ärzte und Hebammen

6 (6,1%)

22 (25,6%)

p=0,0003

geringeres Geburtsrisiko

5 (5,1%)

2 (2,3%)

p=0,3260 (n.s.)

weniger Schmerzen

77 (78,6%)

45 (51,7%)

p=0,00012

weniger Angst

31 (31,6%)

10 (11,6%)

p=0,0011

weniger Komplikationen

14 (14,3%)

3 (3,5%)

p=0,0116

Wasser einatmen (Kind)

3 (3,1%)

9 (10,5%)

p=0,0424

sonstiges

4 (4,1%)

6 (7,0%)

p=0,3874 (n.s.)

ich habe mich mit dem Thema noch nicht befasst

entfällt

5 (5,8%)

p=0,0155


[Seite 62↓]

Folgende Items werden von den Frauen des Fallkollektivs signifikant häufiger angegeben:

Von den Frauen des Kontrollkollektivs werden folgende Items signifikant häufiger angegeben:

Die Items "alternative Geburtshilfe", "Natürlichkeit", "Förderung der Mutter-Kind- Beziehung", "Modeerscheinung", "Außergewöhnlichkeit/Exotik", "größeres/geringeres Geburtsrisiko" und "Gefahr, viel Blut zu verlieren" unterscheiden sich nicht in der Beantwortung durch beide Gruppen, wobei hier die Fallzahl mit Ausnahme der ersten zwei Items sehr klein ist.

Die Fragebögen der Kontrollgruppe enthielten das zusätzliche Item: "ich habe mich mit dem Thema noch nicht befasst". Dieses wurde von fünf Frauen der Kontrollgruppe angegeben (=5,8%).


[Seite 63↓]

5.3.6.  Soziodemographische Parameter

Geringe Unterschiede ergeben sich in der Zusammensetzung der Gruppen bezüglich der Staatsangehörigkeit. Sie sollen mit folgender Tabelle dargestellt werden.

Tabelle 20: Staatsangehörigkeit (Chi2-Test):

Staatsangehörigkeit

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

keine Angabe

5 (5,1%)

0

deutsch

86 (87,8%)

78 (90,7%)

türkisch

0

4 (4,7%)

andere

7 (7,1%)

4 (4,7%)

Chi2=9,47; 3df; p=0,0237

Wie zu erwarten war, ist der Großteil der Frauen in beiden Gruppen deutscher Staatsangehörigkeit. Fünf Frauen des Fallkollektivs machen keine Angabe zur Staatsangehörigkeit, sieben Frauen dieser Gruppe sind anderer Nationalität. In der Kontrollgruppe sind vier türkische Frauen und vier Frauen anderer Nationalität beteiligt.


[Seite 64↓]

Der Ausbildungsstatus wurde anhand von sechs Items erfragt, die in der Auswertung zu drei Gruppen zusammengefasst wurden. Die Ergebnisse werden tabellarisch dargestellt:

Tabelle 21: Ausbildungsstatus (Chi2-Test):

Ausbildungsstatus

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

keine Angabe

3 (3,1%)

0

kein Abschluss

2 (2,0%)

1 (1,2%)

Hauptschulabschluss, Realschulabschluss

35 (35,7%)

39 (45,3%)

Abitur/Fachabitur, abgeschlossenes Fachhochschul-oder Hochschulstudium

58 (59,2%)

46 (53,5%)

Chi2=4,17; 3df; p=0,2438

Es wird deutlich, dass der Großteil der Frauen beider Kollektiven einen hohen Ausbildungsstatus hat (59,2% und 53,5%). Nur insgesamt drei Frauen ohne Schulabschluss sind in beiden Gruppen vertreten. Zwischen den Kollektiven ergeben sich keine signifikanten Unterschiede in der Beantwortung dieser Frage.


[Seite 65↓]

Zur Beantwortung der Frage nach der Berufsgruppe des gegenwärtig ausgeübten Berufs standen neun Items zur Verfügung. Bei der Auswertung ergibt sich das im Folgenden tabellarisch dargestellte Ergebnis:

Tabelle 22: Berufsgruppe (Chi2-Test):

Berufsgruppe

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

keine Angabe

3 (3,1%)

0

Arbeiterin

2 (2,0%)

2 (2,3%)

Angestellte

31 (31,6%)

32 (37,2%)

Beamtin

4 (4,1%)

4 (4,7%)

Freier, nicht akademischer Beruf

2 (2,0%)

7 (8,1%)

Akademikerin

20 (20,4%)

12 (14,0%)

Hausfrau

14 (14,3%)

15 (17,4%)

Auszubildende

0

2 (2,3%)

Studentin

17 (17,3%)

7 (8,1%)

arbeitslos

5 (5,1%)

5 (5,8%)

Chi2=13,27; 9df; p=0,1508

In beiden Gruppen ordnen sich die meisten Frauen unter “Angestellte" ein. In der Wassergeburtsgruppe folgt hiernach die Angabe Akademikerin", “Studentin" und an vierter Stelle “Hausfrau". In der Kontrollgruppe wird als zweithäufigstes Item “Hausfrau" angegeben und an dritter Stelle “Akademikerin". Signifikante Unterschiede ergeben sich nicht.


[Seite 66↓]

Für die Frage nach der Religionszugehörigkeit gibt es drei Antwortmöglichkeiten: ”christlich”, ”muslimisch” und ”andere Religionsgemeinschaft”. Es folgt die tabellarische Darstellung der Ergebnisse.

Tabelle 23: Religionszugehörigkeit (Chi2-Test):

Religionszugehörigkeit

Wassergeburt

(n=98)

Kontrolle

(n=86)

keine Angabe

36 (36,7%)

29 (33,7%)

christlich

56 (57,1%)

50 (58,1%)

muslimisch

4 (4,1%)

6 (7,0%)

andere Religionsgemeinschaft

2 (2,0%)

1 (1,2%)

Chi2=1,05; 3df; p=0,7895

36,7% der Frauen des Fallkollektivs und 33,7% der Frauen des Kontrollkollektivs machen zu dieser Frage keine Angabe. Mit 57,1% beziehungsweise 58,1% wird die Religionszugehörigkeit "christlich" am häufigsten angegeben. Signifikante Unterschiede ergeben sich nicht.


[Seite 67↓]

5.4.  Mikrobiologische Ergebnisse der Badewasseruntersuchungen

Im Folgenden werden die Ergebnisse der mikrobiologischen Badewasseruntersuchungen aufgeführt, wobei die einzelnen Bakterien nach der "Nomenclature for Aerobic and Facultative Bacteria" (Bruckner & Colonna 1993) unter den verschiedenen Gruppen subsummiert werden. Die Ergebnisse werden in tabellarischer Form dargestellt.

Vorab soll angemerkt werden, dass ein Keim, der in den Proben nach Anreicherung (n. A.) nachgewiesen wurde, einer Quantität von < 1 KBE / ml entspricht.


[Seite 68↓]

5.4.1.  Grampositive Kokken


[Seite 69↓]

Tabelle 23: grampositive Kokken:

Wassergeb.Nr.

Proben Nr.

Konzentr. in KBE/ml

Keim

W5 /1996

6885/86

n. A

Staphylococcus aureus

koagulasenegative Staphylokokken

vergrünende Streptokkoken

W8

7342/43

n. A.

Enterokokken

koagulasenegative Staphylokokken

W11

7848

n. A.

Enterokokken

W17

10126/27

102

Enterokokken

koagulasenegative Staphylokokken

W17

10726/27

106

Enterokokken

W21

11562/63

104

koagulasenegative Staphylokokken

W26

13420

102

koagulasenegative Staphylokokken

W27

13829

103

Enterokokken

W31

15069

n. A.

koagulasenegative Staphylokokken

W37 /1997

700

102

koagulasenegative Staphylokokken

W42

1832

102

koagulasenegative Staphylokokken

W44

3458

105

koagulasenegative Staphylokokken

W47

3894

n. A.

Enterokokken

W48

3896/97

n. A

koagulasenegative Staphylokokken

W49

4370/71

n. A.

Gruppe B-Streptokokken

anhämolysierende Streptokokken

W52

5080

n. A

koagulasenegative Staphylokokken vergrünende Streptokokken

W53

5471/72

≥106

β-haemolysierende Streptokokken der Gruppe G

W56

6613/14

102

koagulasenegative Staphylokokken

Enterokokken

W57

8364/65

103

Enterokokken

W61

10530

102

Staphylococcus aureus

W68

13122

101

Staphylococcus aureus

W70

13673/74

105

koagulasenegative Staphylokokken

W71

13575/76

102

koagulasenegative Staphylokokken

vergrünende Streptokokken

W72

14147/48

n. A.

koagulasenegative Staphylokokken

W78

15411

n. A.

Enterokokken

koagulasenegative Staphylokokken

W80

15479/80

n. A.

koagulasenegative Staphylokokken

vergrünende Streptokokken

W92 /1998

1156/57

102

n. A.

koagulasenegative Staphylokokken

Staphylococcus aureus

W94

1977/78

103

Staphylococcus aureus

Enterokokken

W95

1979/80

103

102

vergrünende Streptokokken

koagulasenegative Staphylokokken

W97

2631/32

102

koagulasenegative Staphylokokken

W98

2629

102

koagulasenegative Staphylokokken

W99

2883

102

koagulasenegative Staphylokokken

W101

3360

n. A.

koagulasenegative Staphylokokken

W102

3423

n. A.

Enterokokken

W104 /1997

16807/08

n. A.

vergrünende Streptokokken

koagulasenegative Staphylokokken


[Seite 70↓]

Zusammenfassend sollen die Ergebnisse tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 24: Ergebnisdarstellung grampositive Kokken:

Keimart

Wasseruntersuchung

 

Anzahl (n)

Konzentration in den untersuchten Proben

Staphylococcus aureus

2

<1 KBE/ml

 

1

101 KBE/ml

 

1

102 KBE/ml

 

1

103 KBE/ml

koagulasenegative Staphylokokken

10

<1 KBE/ml

 

13

102 KBE/ml

 

1

104 KBE/ml

 

2

105 KBE/ml

Enterokokken

5

<1 KBE/ml

 

2

102 KBE/ml

 

3

103 KBE/ml

 

1

106 KBE/ml

Gruppe

B-Streptokokken

1

<1 KBE/ml

Gruppe

G-Streptokokken

1

≥106 KBE/ml

vergrünende Streptokokken

4

<1 KBE/ml

 

1

102 KBE/ml

 

1

103 KBE/ml


[Seite 71↓]

5.4.2.  Gramnegative Kokken

Tabelle 25: gramnegative Kokken:

Wassergeb.Nr.

Proben Nr.

Konzentr. in KBE/ml

Keim

W73 /1997

13344/45

104

Branhamella catarrhalis

In einer Wasserprobe wurde Branhamella catarrhalis in einer Konzentration von 104 KBE/ml nachgewiesen. Neisserien wurden in keiner Probe gefunden.

5.4.3. Grampositive Bazilli

Tabelle 26:grampositive Bazilli:

Wassergeb.Nr.

Proben Nr.

Konzentr. in KBE/ml

Keim

W33 /1996

16283

105

Corynebakterium spp.

W49 /1997

4370/71

102

Corynebakterium spp.

W57

8363

103

Gardnerella vaginalis

W92 /1998

1155/56

102

Corynebakterium spp.


[Seite 72↓]

Zusammenfassend sollen die Ergebnisse dieser Familie tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 27: Ergebnisdarstellung grampositive Bazilli:

Keimart

Wasseruntersuchung

 

Anzahl (n)

Konzentration in den untersuchten Proben

Corynebakterium spp.

2

102 KBE/ml

 

1

105 KBE/ml

Gardnerella vaginalis

1

103 KBE/ml

5.4.4. Gramnegative Bakterien der Enterobakteriazeengruppe

Tabelle 28: gramnegative Bakterien der Enterobakteriazeengruppe:

Wassergeburt Nr.

Proben

Nr.

Konzentr.

in KBE/ml

Keim

W7 /1996

6924/25

105

Enterobacter cloacae

W11

7848

n. A.

Escherichia coli

W26

13420

102

Escherichia coli

W27

13829/30

103

Escherichia coli

W49

4370/71

n. A.

Escherichia coli

W56 /1997

6614

103

Enterobacter agglomrerans*

W57

8364/65

103

Escherichia coli

W59

8661/62

103

Escherichia coli

W71

13675

102

Escherichia coli

* neuer Name: Pantoea agglomerans


[Seite 73↓]

Zusammenfassend sollen die Ergebnisse der gramnegativen Bakterien der Enterobakteriazeengruppe tabellarisch dargestellt werden:

Tabelle 29: Ergebnisdarstellunggramnegative Bakterien der Enterobakteriazeengruppe:

Keimart

Wasseruntersuchung

 

Anzahl (n)

Konzentration in den untersuchten Proben

E. coli

2

<1KBE/ml

 

2

102 KBE/ml

 

3

103 KBE/ml

Enterobacter cloacae

1

105 KBE/ml

Enterobacter agglomerans

1

103 KBE/ml


[Seite 74↓]

5.4.5.  Nichtfermentierende gramnegative Bazilli - Nichtenterobakterien

Tabelle 30: nichtfermentierende Bazilli - Nichtenterobakterien:

Wassergeburt

Nr.

Proben Nr.

Konzentr. in KBE/ml

Keim

W8 /1996

7343

105

Comamonas acidovorans

W17

10126/27

102

Pseudomonas Spezies

Acinetobacter Spezies

W19

10726/27

106

Acinetobacter junii

W24

11891

105

Pseudomonas stutzeri

W25

13012/13

105

Pseudomonas stutzeri

W28

13946

104

Comamonas acidovorns

W29

14833

102

Pseudomonas vesicularis-Gruppe

W31

15069

n. A.

Stenotrophomonas maltophilia*

W34

16382

103

Pseudomonas stutzeri

Comamonas testosteroni

W62 /1997

10860/61

105

Pseudomonas stutzeri

W68

13121/22

101

Flavobacterium indologenes

W69

13386/87

102

Pseudomonas stutzeri

W72

14148

n. A.

Pseudomonas stutzeri

Pseudomonas aeruginosa, Picketti-Gruppe

W73

13344/45

104

Pseudomonas mesophilia

Sphingomonas paucimobilis

W78 /1998

15411

n. A.

Pseudomonas pseudoalcaligenes

W90

1226/27

104

Acinetobacter lwoffii

W93

1228/29

104

Acinetobacter lwoffii

W96

2571

105

Stenotrophomonas maltophilia*

*alter Name: Xanthomonas maltophilia


[Seite 75↓]

Zusammenfassend werden die Ergebnisse dernichtfermentierenden Bazilli Nichtenterobakterien tabellarisch dargestellt.

Tabelle 31: Ergebnisdarstellungnichtfermentierende gramnegative Bazilli - Nichtenterobakterien:

Keimart

Wasseruntersuchung

 

Anzahl (n)

Konzentration in den untersuchten Proben

Acinetobacter spp.

1

102 KBE/ml

Acinetobacter junii

1

106 KBE/ml

Acinetobacter lwoffii

2

104 KBE/ml

Comamonas acidovorans

1

104 KBE/ml

 

1

105 KBE/ml

Comamonas testosteroni

1

103 KBE/ml

Flavobacterium indologenes

1

101 KBE/ml

Pseudomonas spp.

1

102 KBE/ml

Pseudomonas aeruginosa

1

<1 KBE/ml

Pseudomonas mesopholia

1

104 KBE/ml

Sphingomonas paucimobilis

1

104 KBE/ml

Pseudomonas pseudoalcaligenes

1

<1 KBE/ml

Pseudomonas stutzeri

1

<1 KBE/ml

 

1

102 KBE/ml

 

1

103 KBE/ml

 

3

105 KBE/ml

Pseudomonas vesicularis Grp.

1

102 KBE/ml

Stenotrophomonas maltophilia

1

<1 KBE/ml

 

1

105 KBE/ml


[Seite 76↓]

5.4.6.  Endosporenbildende grampositive Bazilli

Tabelle 32:endosporenbildende grampositive Bazilli:

Wasser-

geburt Nr.

Labor Nr.

Konzentr.

in KBE/ml

Keim

W 15 /1996

9816

102

Clostridium spp.

W 16

9986

102

aerobe Sporenbildner

W 21

11562/63

104

aerobe Sporenbildner

W 46 /1997

3752

n. A.

aerobe Sporenbildner

W 56

6614

102

aerobe Sporenbildner

W 57

8364/65

103

aerobe Sporenbildner

W 58

8450

102

aerobe Sporenbildner

W 59

8661

103

aerobe Sporenbildner

W 97 /1998

2631/32

103

aerobe Sporenbildner

Es folgt zusammenfassend die tabellarische Darstellung derendosporenbildenden grampositiven Bazilli.

Tabelle 33: Ergebnisdarstellungendosporenbildende grampositive Bazilli:

Keimart

Wasseruntersuchung

 

Anzahl (n)

Konzentration in den untersuchten Proben

aerobe Sporenbildner

1

< 1KBE/ml

 

3

102 KBE/ml

 

3

103 KBE/ml

 

1

104 KBE/ml

Clostridium spp.

1

102 KBE/ml


[Seite 77↓]

5.4.7.  Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchung von Trinkwasser und Geburtswanne

In drei Serien wurden Abstriche aus der Geburtswanne entnommen und das Trinkwasser auf seine mikrobiologische Qualität hin untersucht. Die Ergebnisse sollen tabellarisch dargestellt werden.

Tabelle 34: Ergebnisse der Abstrichuntersuchungen aus der Geburtswanne:

Abstrichort

Labornummer

Keim

Konzentration

Abfluss

408/1998

Pseudomonas mesophilia

n. A.

Stopfen

407/1998

koagulasenegative Staphylokokken

n. A.

Überlauf

409/1998

kein Wachstum nach 7 Tagen

 
 

Abfluss

1115/1998

Xanthomonas maltophilia

Acinetobacter lwoffii

+

+

Stopfen

1117/1998

Sphingomonas paucimobilis

Moraxella catarrhalis

+

+

Überlauf

1116/1998

kein Wachstum nach 7 Tagen

 
 

Abfluss

3689/1998

Stenotrophomonas maltophilia

Erwinia herbicola-Gruppe

Flavimonas indologenes

++

+

+

Stopfen

3688/1998

Erwinia herbicola-Gruppe

Flavimonas indologenes

++

++

Überlauf

3687/1998

Erwinia herbicola-Gruppe

Flavimonas indologenes

+

+

+ = vereinzelte Kolonien (nach optischer Einschätzung, semiquantitative Methode)


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Die Untersuchungen des Badewassers auf Trinkwasserqualität entsprachen in zwei Fällen den Anforderungen an Trinkwasserqualität (Probe Nr. 6378/1998 und Probe Nr. 3687/1998). In der dritten Wasserprobe wurde Bacteroides lichiniformis in einer Konzentration von 106 KBE/ml pro 100ml filtriertem Trinkwasser nachgewiesen (Probe Nr. 417/1998). Auf diesen Befund soll im Diskussionsteil eingegangen werden.


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11.03.2005