Der Textkorpus

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2.1  Kontextanalyse und Nachweis des Diskurscharakters

Der in dieser Arbeit zusammengestellte Diskurs formiert sich um die Auseinandersetzung um Staats- und Gesellschaftsentwürfe im Vormärz. Aufgrund dieses thematischen Zusammenhanges kann man den in dieser Untersuchung analysierten Textkorpus im Sinne der Diskurstheorie als ein „Zeitgespräch“ betrachten. Nach Busse/Teubert80 müssen jedoch noch weitere Kriterien erfüllt werden, damit die Textauswahl als Diskurs definiert werden kann. Der situative, mediale, institutionelle und historische Kontext, in dem die untersuchten Texte verfasst wurden, macht deutlich, in welch hohem Maße der in dieser Arbeit zusammengestellte Textkorpus diesen Kriterien genügt. Im folgenden wird daher zunächst dieser Kontext näher vorgestellt und anschließend ausgeführt, wie sehr die Textauswahl vor diesem Hintergrund tatsächlich als Diskurs im Sinne aller von Busse/Teubert genannter Bedingungen verstanden werden kann.

2.1.1  Kontextanalyse

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Das diskursanalytisch untersuchte Textgeflecht entsteht in der Auseinandersetzung um die Bewältigung des umfassenden und grundlegenden Wandels der beginnenden Moderne, der alle zentralen Bereiche - Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – erfasste und den Grund für unsere heutige staatliche und gesellschaftliche Ordnung legte81. Dieser Wandel wird von Hardtwig folgendermaßen zusammengefasst: „Unterhalb der Ebene spektakulärer politischer Ereignisse vollzogen sich Veränderungen, welche die Geschichtswissenschaft längst als >Revolutionen<, als längerfristige, aber gleichwohl beschleunigte Prozesse mit weitreichenden Auswirkungen beschrieben hat: die >Agrarrevolution<, die den Grund legte für die moderne Herrschaft über die Natur, die >Industrielle Revolution<, die durch den Einsatz von Maschinen völlig neue Möglichkeiten der Güterproduktion erschloß und damit die gesamte Gesellschaftsverfassung umzugestalten begann; die >Verkehrsrevolution<, welche die Kommunikation und den Austausch von Gütern und Informationen erweiterte; selbst die >Leserevolution< im Zusammenhang mit dem Aufbau des modernen Bildungssystems, mit dem sich die bürgerliche Kultur und die spezifisch moderne Intellektualität entwickelte. [...] Im Widerstreit mit dem Herkömmlichen bereiteten sich dabei diejenigen rechtlichen und gesellschaftlichen Strukturen, politischen Ordnungen, kulturellen Erfahrungs- und Deutungsmuster vor, die noch die Gegenwart bestimmen[...]“82. In dieser sich verändernden Wirtschafts- und Gesellschaftsverfassung, in der der soziale Status zunehmend weniger von der Geburt, sondern mehr und mehr von Leistung und Beruf, von der Position „innerhalb der Produktionsverhältnisse“ und dem „Besitz an Produktionsmitteln“ abhing, gewann vor allem das Bildungs- und Wirtschaftsbürgertum zunehmend an Bedeutung, auch wenn der Adel lange weiterhin seine politische und gesellschaftliche Vormachtstellung behaupten konnte83.

Dieser fundamentale Wandel führte zu einem gravierendem Orientierungsverlust. Das Althergebrachte, das die Zeitgenossen bisher behauste, verlor zunehmend an Relevanz, und woran man sich für die Zukunft orientieren konnte, war während des Wandels schwer auszumachen. Alexis de Tocqueville, der zeitgenössische französische Gesellschaftsanalytiker, beschrieb diese Situation folgendermaßen: „Es geht nicht mehr bloß um eine Modifizierung, sondern um eine Transformation des Gesellschaftskörpers schlechthin. Um wohin zu gelangen? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, und ich meine, das geht über jeden menschlichen Verstand. Man kann spüren, daß die Alte Welt am Ende ist: Wie aber wird das neue aussehen?“84 Dass man in der Lage war, grundlegend neue politische und gesellschaftliche Ordnungen zu installieren und altehrwürdige politische und gesellschaftliche Ordnungen hinter sich zu lassen, hatte die französische Revolution ein für alle mal bewiesen85. Doch führte gerade dieses Bewusstsein - zusammen mit dem oft negativ bewerteten weiteren Verlauf der französischen Revolution – vielfach zu noch größerer Verunsicherung und zur intensiven Suche nach neuen Maßstäben der Gegenwartsgestaltung86.
Das Gefühl der Unsicherheit verschärfte sich zudem durch die immensen Kosten und schwerwiegenden Begleiterscheinungen des Modernisierungsprozesses erheblich87: Durch die zunehmende Auflösung der ständisch gegliederten Gesellschaft mit den Folgen massiver Existenzbedrohung, durch die Arbeitsteilung und die damit einhergehende Entfremdung sowie das Massenelend einer stetig anwachsenden Unterschicht. Vor allem die Massenverarmung, der „Pauperismus“, der zum Signum der Zeit wurde88, trug entscheidend zur krisenhaften Stimmung bei. Hervorgerufen wurde diese zum einen durch eine Bevölkerungsexplosion ungeheuren Ausmaßes89, die „die Fähigkeit der europäischen Agrargesellschaften, ausreichende Nahrungsquellen für den großen Zuwachs an Menschen zu schaffen“90, überstieg. Zum anderen waren für dieses Elend wirtschaftliche Krisen und der sich aus dem Bevölkerungswachstum ergebende zunehmende Arbeitskräfteüberschuss verantwortlich, der zwar noch nicht zum Phänomen der Massenarbeitslosigkeit, wohl aber zur katastrophalen Minderung des Lohns und zur Steigerung der Arbeitszeit führte. Vielerorts gerieten bis zu 60 Prozent der Bevölkerung an den Rand des Existenzminimums. 1847/48 verschärfte sich die Lage aufgrund von Missernten und Kartoffelfäule, es kam zu einer verbreiteten Hungersnot91. „Im ‚Pauperismus’ [...] offenbarte sich ein Gegensatz zwischen den von Adel und Bürgertum verkörperten ‚Eigenthümer’-Klassen einerseits und den aus der spätfeudalen Ständegesellschaft entwurzelten ‚Unterschichten’ andererseits, die jetzt aber ‚Pöbel- und arbeitende Classe’ hießen“92.
Friedrich Schlegel beschreibt die Atmosphäre dieser Zeit bereits 1823 folgendermaßen: „Es war überall eine gewisse unangenehme Spannung, eine heimliche Beklemmung und Spaltung, eine verborgene Unruhe sichtbar, welche mehr oder weniger alle Kreise des menschlichen Lebens bis in die innersten Familienverhältnisse durchdrang, ja auch jeden einzelnen in seiner Brust mit sich selbst in Zwiespalt und innern Unfrieden versetzte.“93

In dieser Situation begannen immer weitere Kreise einer sich zunehmend politisierenden Gesellschaft als Reaktion auf diese grundlegenden Veränderungen und Verunsicherungen, über Staats- und Gesellschaftsentwürfe zu diskutieren, mit deren Hilfe der Wandel und seine Begleiterscheinungen bewältigt und neue Orientierung gefunden werden konnte94. Die Presse, die sich im Vormärz geradezu boomartig entwickelte95, spielte in dieser entstehenden Diskussion eine zentrale Rolle. Sie „fungierte als Sprachrohr eines Publikums, das sich vom Zuschauer und Adressaten obrigkeitsstaatlicher Handlungen zu einer urteilsfähigen Bürgergesellschaft gewandelt hat, die jetzt eine Teilhabe am politischen Leben beanspruchte.“96 Zudem kam dem Vereinswesen, das sich im Vormärz zu einer Massenbewegung auswuchs97, für die Politisierung der Gesellschaft und der Ausdifferenzierung unterschiedlicher Standpunkte zu zukünftigen politischen Ordnungen große Bedeutung zu, auch wenn politische Vereine selbst verboten waren98. „Schon die einfachsten Grundforderungen des Vereinslebens übten bei den Mitgliedern eine neue Bereitschaft ein, ihre Angelegenheiten selbst zu verwalten und disponierten zur Übernahme öffentlicher Verantwortung. Das Reden in Versammlungen, das Finden von Mehrheitsbeschlüssen, die Vertretung der gemeinsamen Interessen nach außen, die Selbstfinanzierung, alle diese bürgerlichen Fähigkeiten mussten ja erst geübt werden. [...] Auf der kommunalen Ebene gingen die geselligen Vereinswesen fließend über in Stadtpolitik [...]. Griechen– und vor allem Polenvereine, gegründet zur Unterstützung des griechischen Unabhängigkeitskampfes 1821 und polnischer Aufständischer und Flüchtlinge 1830/31, verfolgten nach außen karitative Zwecke, vertraten aber in der Identifikation mit außerdeutschen Freiheitsbewegungen besonders nach 1830 eine kaum mehr verborgene politische Stellungnahme.“99 Wesentlich für die Politisierung weiter Kreise und der Klärung eigener politischer Ordnungsvorstellungen waren außerdem die Landtage der süddeutschen Staaten, „die sich bald zu Zentren des politischen Lebens“100 entwickelten. „Die Debatten der neueingerichteten Kammern, das Wirken der liberalen Opposition, die Frühformen der Wahlkämpfe wurden von Teilen der Bevölkerung lebhaft verfolgt. Sie fanden ihren Niederschlag in den Zeitungen und Zeitschriften, die – ebenso wie der Buchmarkt – eine Hausse erlebten und ein wachsendes Lesepublikum bedienten.“101

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Die zunehmende Politisierung der Bevölkerung und öffentliche Auseinandersetzungen um neue Formen von Staat und Gesellschaft mündeten schließlich ab den 1840er Jahren – angestoßen durch sich zunehmend verschärfende soziale und politische Spannungen102 - in die Entstehung verschiedener Zusammenschlüsse politisch Gleichgesinnter, den Vorläufern der modernen Parteien103. Die Organisationsform dieser Zusammenschlüsse sah sehr unterschiedlich aus: „Nach dem Grad der Formalisierung geordnet, reichte das Organisationsgeflecht von lockeren Gesinnungsgemeinschaften, die sich um Personen oder Zeitungen und Zeitschriften bildeten, über die Gruppenbildung in den Mitwirkungsgremien auf kommunaler und vor allem staatlicher Ebene bis zu den Vereinen mit fester Organisationsstruktur. [...] Beziehungsnetze, geknüpft aus festeren Bekanntschaften oder auch nur aus gelegentlichen Besuchen und Briefen schufen meist die unterste, noch informelle Ebene von Kommunikation zwischen Gesinnungsverwandten.“104
Ziel dieser dauerhaft angelegten politischen Zusammenschlüsse war es, die gesellschaftliche und staatliche Ordnung im jeweils eigenen Sinn zu gestalten und die dafür nötige Anhängerschaft zu gewinnen105. Damit erfüllen sie alle wesentlichen Kriterien um als „Bewegungen“106 im Sinne Raschkes gelten zu können: „[...] Bewegung ist ein mobilisierender kollektiver Akteur, der mit einer gewissen Kontinuität auf der Grundlage hoher symbolischer Integration und geringer Rollenspezifikation mittels variabler Organisations- und Aktionsformen das Ziel verfolgt, grundlegenderen sozialen Wandel herbeizuführen, zu verhindern oder rückgängig zu machen.“107 Ein einheitlicher Sprachgebrauch für die Bezeichnung dieser politischen Zusammenschlüsse ist in der Forschungsliteratur noch nicht gefunden108. Weitgehend unumstritten ist inzwischen, dass man die Organisationsformen noch nicht als „Parteien“ im heutigen Sinn verstehen kann, die erst nach 1848 entstanden: „Im vollen Wortsinn kann man von Parteien nur dort sprechen, wo es Parlamente gibt; hier wollen und müssen sie ihre Vorstellungen oder Programme gegen andere Gruppen durchsetzen. Mit diesen Merkmalen unterscheiden sie sich von den älteren Formen politischer Lagerbildung: von Familienbindungen, Klientelen, Hofcliquen, Koterien. Geht man von dieser Definition aus, so stellt der Vormärz die eigentliche Vorbereitungs- und Entstehungsphase der Parteien in Deutschland dar – ohne daß sie sich schon wirklich hätten organisieren können.“109 Partei als Begriff war zwar in dieser Zeit nicht ungeläufig, meinte damals aber eher Gesinnungen als Vereinigungen110.

Diese Bewegungen begannen nun nach und nach, ihre spezifischen Ziele, ihre gesellschaftspolitischen Vorstellungen zu systematisieren und zusammenfassend niederzulegen, um sich des eigenen Standpunkts zu vergewissern und weitere Anhänger mobilisieren zu können111. Diese Schriften sind Gegenstand dieser Diskursanalyse. Sie sind Explikationen und Begründungen eines politischen Willens, der seine jeweiligen Ziele und Grundsätze hat. Sie entwickeln Programme, die das Prinzipielle enthalten und neue Ordnungsentwürfe von Staat und Gesellschaft formulieren. Sie wollen auf die öffentliche Meinung wirken und haben eine Aktualität, die mit den Verhältnissen verloren geht, auf die sie sich beziehen. Die Schriften erfüllen damit alle Kriterien, um als politische Philosophien im Sinne Lübbes gelten zu können112. Der Begriff der politischen Philosophie überschneidet sich dabei weitgehend mit dem Begriff der politischen Theorie113 und der Ideologie114.
Die Möglichkeiten der Publikation der in dieser Arbeit analysierten politischen Philosophien war dabei für die verschiedenen Bewegungen sehr ungleich. Der Deutsche Bund, zu dem sich 1815 auf dem „Wiener Kongress“ 37 erbliche feudal-absolutistische Monarchien und vier freie Städte zusammengeschlossen hatten115, versuchte nämlich, „einen gesamteuropäischen Damm gegen weiteren unkontrollierten politischen Wandel zu errichten“116. Die im Deutschen Bund zusammengeschlossenen Regierungen intendierten „die Zeit der großen politischen Umwälzungen abzuschließen, indem sie das Prinzip der Revolution als Legitimationsbasis für politische Herrschaft verwarfen zugunsten des Prinzips monarchisch-dynastischer Legitimität.“117 Wurden daher die konservativen und die staatsnahen politischen Philosophien in ihrer Entstehung und Verbreitung vielfach unterstützt, behinderten die Regierungen des Vormärz118 die oppositionellen politischen Bewegungen in ihrem Kampf um Anhängerschaft und der Verbreitung ihrer Vorstellungen massiv. Besonders, als es in Reaktion auf die Julirevolution von 1830 zu starken Unruhen kam, „die sich gegen die Restriktion des öffentlichen politischen Lebens“119 richteten, antwortete der Deutsche Bund mit harten Gegenmaßnahmen. Todesurteile und langjährige Haftstrafen wurden verhängt120, Oppositionelle ins Exil getrieben121. „Das System staatlicher Repression schaltete sich dort ein, wo sich eine autonome politische Öffentlichkeit als Opposition formierte und bediente sich dabei sämtlicher legislativen, administrativen und polizeilichen Mittel. Marksteine bildeten die Bundesbeschlüsse von Karlsbad (1819) und deren Verschärfung nach der Julirevolution von 1830 (Beschlüsse von 1832 und 1834). Sie knebelten die Presse, verboten uneingeschränkt die politische Vereinsbildung (5. Juli 1832) und disziplinierten Landtage und Universitäten. Die Einzelstaaten übernahmen die Rahmengesetze teilweise noch rigoroser.“122
Die Bildung oppositioneller politischer Bewegungen und die Diskussion und Verbreitung der neuen Staats- und Gesellschaftsentwürfe konnte trotz aller Härte des Vorgehens jedoch nicht verhindert werden123.Möglich wurde die Mobilisierung der Anhängerschaft und der Kampf um öffentliche Meinung trotz staatlicher Zensur124 und Überwachung zum einen dadurch, dass die Zensur von den deutschen Einzelstaaten ausgeübt wurde und damit regional sehr unterschiedlich ausfiel. In strengeren Staaten konnte man so z.B. auf Presseerzeugnisse aus den liberaleren Nachbarstaaten zurückgreifen125. Zum anderen wurden verschiedene Schriftsorten unterschiedlich streng zensiert. Zeitschriften für das breite Publikum überwachte man in der Regel sehr genau. Umfänglicheren, 20 Bogen überschreitenden, oft akademischen Schriften gelehrter Kreise hingegen gestand man mehr Freiheit zu. Dabei erwies sich die Annahme der Regierungen als falsch, aufgrund des Umfanges und des hohen Preises würden die Veröffentlichungen keine weite Verbreitung finden126. Eine weitere wichtige Quelle oppositioneller politischer Schriften war das Ausland, aus dem viele dort erschienenen Bücher und Zeitschriften illegal nach Deutschland eingeführt wurden127. Ab den 40er Jahren sahen sich die Regierungen zudem gezwungen, die rigiden Überwachungsbestimmungen zu lockern, die die Durchsetzung der freien Öffentlichkeit unterbinden sollten, was die Organisation der politischen Bewegungen und die Publizierung ihrer Ziele und Vorstellungen erleichterte128. „Die gesellschaftlichen Grundlagen der Opposition hatten sich aufgrund der sozialökonomischen Entwicklung inzwischen so stark erweitert, daß die staatlichen Organe keine politische Ruhelage mehr erzwingen konnten.“129

2.1.2 Nachweis des Diskurscharakters

Busse und Teubert stellen folgende Bedingungen für „Diskurse“ auf:
„Zu einem Diskurs gehören alle Texte, die
- sich mit einem als Forschungsgegenstand gewählten Gegenstand, Thema, Wissenskomplex oder Konzept befassen, untereinander semantische Beziehungen aufweisen und/oder in einem gemeinsamen Aussage- Kommunikations-, Funktions- oder Zweckzusammenhang stehen,
- den als Forschungsprogramm vorgegebenen Eingrenzungen in Hinblick auf Zeitraum/Zeitschnitte, Areal, Gesellschaftsausschnitt, Kommunikationsbereich, Texttypik und anderer Parameter genügen,
- und durch explizite oder implizite (text- oder kontextsemantisch erschließbare) Verweisungen aufeinander Bezug nehmen bzw. einen intertextuellen Zusammenhang bilden.“130

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Diesen Kriterien von Busse/Teubert für einen Diskurs entsprechend, konstituieren sich die in dieser Arbeit untersuchten politischen Philosophien in der Auseinandersetzung um ein Thema, den Entwurf gesellschaftlicher und staatlicher Ordnungen, die dem fulminanten gesellschaftlichen Wandel gerecht werden und ihn meistern sollen.
Ihr Funktionszusammenhang besteht darin, umfassende Grundsatzprogramme131 der sich im Vormärz konstituierenden politischen Bewegungen zu sein und deren Ziele zu systematisieren. Für eine Diskursanalyse, die nach grundlegenden Mentalitäten sucht, sind diese kollektiv akzeptierten Formulierungen von Gesellschafts- und Staatsentwürfen besonders geeignet.
Der von Busse/Teubert geforderten zeitlichen Eingrenzung wird genüge geleistet, da die untersuchten Texte aus der Zeit ab ca. 1830 bis kurz vor dem Ausbruch der Revolution von 1847 stammen, dem entscheidenden Zeitraum der Entstehung und Ausbildung der politischen Bewegungen im Vormärz.
Ihr enger – expliziter sowie oft auch impliziter - Bezug aufeinander liegt in ihrer Zielsetzung begründet, in der Öffentlichkeit Unterstützung für die Umsetzung der jeweils eigenen Vorstellung von Staat und Gesellschaft in Konkurrenz zu Entwürfen der anderen politischen Bewegungen gewinnen zu wollen.

Wie Busse/Teubert hervorheben, legitimiert sich die Entscheidung, die politischen Philosophien als Diskurs zu untersuchen, jedoch eigentlich erst über das erzielte Ergebnis: „Ebenso wie eine literaturwissenschaftliche Werkinterpretation samt den ihr innewohnenden Hypothesen erst durch ihr Ergebnis ihre Akzeptabilität erweist, kann eine Diskursanalyse und die Rechtfertigung ihrer konstitutiven und interpretativen Zugriffe nicht schon im vorhinein objektivierbar sein. Erst wenn die Ergebnisse, d.h. die aufgewiesenen Beziehungen, Strukturen, Gruppierungen von Aussagen, Aussagenelementen, Aussageverknüpfungen usw. durch das vorgewiesene Korpusmaterial und seine diskurssemantische Analyse als plausibel erscheinen, wenn sie durch die vorgefundene bzw. vorgeführte Materialität eine These ergeben, die [...] am Material objektivierbar ist, dann ist die Existenz des fraglichen Diskurses als sinnvolles Untersuchungsobjekt vollends erwiesen.“132
Die entscheidende Berechtigung, dieses rekonstruierte „Zeitgespräch“ als Diskurs zu behandeln, steht und fällt also damit, ob es von ähnlichen Wirklichkeitskonstruktionen geprägt wird, die – wie die Ausgangshypothese war - ihren Ausdruck in der seriell vorkommenden Organologiemetapher finden. Wie in Kapitel III zu zeigen sein wird, ist auch dies eindeutig der Fall.

2.2 Die Textauswahl

In der Auswahl der Bewegungen wurde zunächst der Einschätzung Hubers gefolgt, der von fünf großen politischen Bewegungen im Vormärz ausgeht133, dem Konservatismus, dem Katholizismus, dem Liberalismus, der Demokratie134 und den Anfängen des Kommunismus.
Eine Modifizierung erfuhr dieser Ansatz Hubers jedoch, indem als sechste Bewegung die Frauenbewegung in die Untersuchungen mit einbezogen wurde. Dies erschien unabdingbar, gehört sie doch – wie die neuere Forschung zeigt - zu den bedeutsamsten, wirkungsmächtigsten und langfristigsten politischen Bewegungen unserer Geschichte, die bereits im Vormärz ihren Ursprung hatte135: „Studien im Vormärz und zur Revolution von 1848 und 1849 haben Frauen als Handelnde sichtbar gemacht und so die Wahrnehmung für die Politisierungsprozesse vor und während der Revolution geschärft.“136 Um ein umfassendes Verständnis der Bedeutung der Organologiemetapher in dieser Umbruchszeit erhalten zu können, müssen daher auch die Schriften dieser wichtigen Bewegung untersucht werden.

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Für die Auswahl der politischen Philosophien war ihre Repräsentativität für die jeweilige politische Bewegung oberstes Gebot. „Bei der Zusammenstellung des Korpus ist es sinnvoll, [...] vornehmlich solche Texte aufzunehmen, die die Struktur und den Verlauf des Diskurses maßgeblich beeinflußt haben [...] [es] stellt sich vor allem die Frage nach der Repräsentativität eines zusammengestellten Korpus.“137 Um sie zu gewährleisten wurden zwei Kriterien angelegt: Zum einen sollten die Texte die grundlegenden Positionen der jeweiligen Bewegung formulieren und Eingang in das Selbstverständnis der Bewegung gefunden haben. In dieser Arbeit wurden daher Werke analysiert, die weitgehend einhellig als „kanonisch“ bewertet werden. Zum anderen wurden die Texte nach Möglichkeit so ausgewählt, dass sie auch verschiedene Strömungen innerhalb einer Bewegung repräsentieren, d.h. sowohl „linke“ wie „rechte“ oder auch regional sich unterscheidende Flügel.

Im folgenden sollen kurz die Erkenntnisse der ideen-, sozial- und gesellschaftsgeschichtlichen Forschung zu Entstehung, Programmatik und Organisationsform der sechs Bewegungen umrissen und vor diesem Hintergrund die ausgewählten politischen Philosophien vorgestellt werden. Dabei ist es im Rahmen dieser Arbeit nur möglich, einen kursorischen Überblick zu leisten, der jedoch notwendig ist, um sowohl die vorgenommene Textauswahl als auch die spezifische Verwendung der Organologiemetaphorik der den unterschiedlichen Bewegungen angehörenden Autorinnen und Autoren verstehen und nachvollziehen zu können.

2.2.1  Die Texte des Kommunismus

Mit „Kommunismus“138werden ab den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts all jene politischen Bestrebungen bezeichnet, die – angestoßen von dem Problem des Massenpauperismus - über die Abschaffung des Privateigentums soziale Gleichheit und eine egalitäre Gesellschaftsordnung herbeiführen wollen, also einen grundlegenden Umsturz der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse intendieren139. Aufgrund der rigiden Verfolgungspolitik des Deutschen Bundes fand die Organisierung zur Bewegung im Exil, vorwiegend in Frankreich und England statt140, wo man auf eine bereits entwickelte Arbeiterbewegung samt ausgearbeiteter politischer Theorien stieß141. In Deutschland konnte sich die kommunistische Bewegung im Vormärz kaum organisieren142. Angehörige dieser Bewegung waren vor allem wandernde Handwerkergesellen, die – auch wenn sich in Deutschland die industrielle Entwicklung mit ihren Folgen erst nach 1840 ausbildete – dennoch auf massive Ausbeutung durch Heim- und Manufakturarbeit in ihrer Heimat zurückblicken konnten143. „Die Anfänge der Arbeiterbewegung wurden nicht von den Ärmsten und Gedrücktesten getragen, sondern von handwerklich gut ausgebildeten, bildungs- und aufstiegswilligen, sorgfältig auf ihre an bürgerlichen Werten orientierte Respektabilität achtenden Angehörigen der Unterschicht.“144
Die Auswahl der analysierten programmatischen politischen Philosophien berücksichtigt die spezifische Genese des Kommunismus im Ausland, der „sich aus der eigentümlichen Verbindung radikaler Intellektueller mit wandernden Handwerkergesellen, dem mobilsten und bewußtesten Teil der arbeitenden Klasse“145 herausbildete. So fiel die Wahl zum einen auf die 1842 erschienene Schrift „Garantien der Harmonie und Freiheit“146 des Schneiders Wilhelm Weitling147, die nach Einschätzung der Zeitgenossen und der Sekundärliteratur unumstritten zu den Hauptwerken des vormarxistischen ‚Handwerks-Kommunismus’ zu rechnen ist148. Ihre Wirkung war so durchschlagend, dass Heinrich Heine sie als „Katechismus des deutschen Kommunismus“ bezeichnete149. Zum anderen werden mit den „Pariser Manuskripten“150 von Karl Marx151 und der „Lage der arbeitenden Klasse in England“152 von Friedrich Engels153 zwei Hauptschriften der radikalen Intellektuellen herangezogen, denen es zunehmend gelang, ihre politischen Vorstellungen gegenüber anderen konkurrierenden Auffassungen – auch denen Weitlings - innerhalb der kommunistischen Bewegung durchzusetzen154. Die Pariser Manuskripte von 1844 gelten dabei heute einhellig als eines der bemerkenswertesten und wichtigsten Werke Marx‘, da in ihnen bereits dessen grundlegende Überlegungen zusammenfließen155. Auch Engels 1845 erschienene „Lage der arbeitenden Klasse in England“ wird uneingeschränkt als „Klassiker“ der kommunistischen Literatur bewertet156. Seine spezielle Bedeutung liegt darin, zum ersten Mal den Zusammenhang „von sozialer Lage des Proletariats, seiner Empörung und seiner ökonomisch-politischen Organisation und Aktion mit empirischen Material zusammenfassend“157 dargestellt zu haben. Es handelt sich daher eigentlich um eine empirische Studie ohne ausführlich dargestellte Grundsatzphilosophie. „Aber wie jede kritische Auseinandersetzung enthält sie Elemente einer eigenen Konzeption, wenn auch verstreut und nicht in ihrer architektonischen Ordnung. Sie können herausgearbeitet werden.“158

2.2.2  Die Texte der demokratischen Bewegung

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Lange Zeit war man darüber uneins, ob und inwiefern es sich bei den Demokraten159 überhaupt um eine eigene, von den Liberalen zu unterscheidende Strömung handele und in welcher Form sie sich organisatorisch abgespalten habe160. Da die Programmatik dieser Richtung jedoch sehr spezifische, sie deutlich von den Liberalen trennende Inhalte aufweist und sie von den Zeitgenossen des Vormärz selbst als eigene Strömung aufgefasst wurde161, ist man sich in der Forschung inzwischen über die Bewertung der Demokraten als eigenständige Bewegung auch schon im Vormärz weitgehend einig162.
Ihre spezifischen, sie von den Liberalen trennenden politischen Forderungen laufen darauf hinaus, das Prinzip der Volkssouveränität in der Politik konsequent umzusetzen, die politische Macht ganz in die Hand des Volkes zu legen und daher auch die monarchische Souveränität, die Monarchie als Staatsform, abzuschaffen. Sie entwerfen eine Republik, in der das Parlament, das für die Gesetzgebung zuständig ist, die Staatsgewalt verkörpert. Für die Leitung dieser Republik sah man einen vom Volk gewählten Präsidenten und eine Regierung vor, die von der parlamentarischen Mehrheit bestimmt wird und der gegenüber sie verantwortlich bleibt163. In der Regel setzen sich die Demokraten, konfrontiert mit den immensen sozialen Problemen der Zeit, außerdem für die völlige Beseitigung aller Privilegien ein. Dabei lehnen sie – hier unterscheiden sie sich grundlegend von den kommunistischen Forderungen – die völlige Vereinheitlichung der Lebensverhältnisse ab, fordern jedoch, dass der Staat die Verantwortung dafür tragen müsse, dem Einzelnen die Erfüllung seiner Bedürfnisse zu ermöglichen164.
Zentral ist für die Demokraten zudem, dass sie in der Regel Revolutionen akzeptieren165, um die Republik verwirklichen zu können, die sie als Endpunkt der Geschichte verstehen, und auf die die historische Tendenz ihrer Ansicht nach seit Jahrhunderten hinarbeite166. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Forderung der Demokraten nach einem deutschen Einheitsstaat167.

Die Demokraten waren lange Zeit keine straff organisierte Gruppe, sondern bestanden aus eher lockeren Gesinnungsgemeinschaften, die sich über publizistische Arbeiten verständigten und um Anhängerschaft warben168. Nachdem die Demokratie im Hambacher Fest am 27. Mai 1832, organisiert durch Siebenpfeiffer und Wirth, ihren ersten Höhepunkt erreichte169, reagierten die Regierungen mit Festnahmen und Freiheitsstrafen und brachten die Bewegung damit vorläufig fast zum Erliegen. Viele Aktivisten flohen ins Exil170, bauten aber dort, v.a. in der Schweiz und in Frankreich, zahlreiche Vereine auf, „die der demokratischen Bewegung ein verlässliches Kommunikationssystem schufen“171. Regen Kontakt hatte man zu den Lichtfreunden und zum Deutsch-Katholizismus, der sich als weitere wichtige Organisationsform der Demokraten erwies172. In den vierziger Jahren intensivierten sich die Kontakte untereinander173. In Baden hatte die Demokratie sich 1847 als Ausdruck ihres Selbstverständnisses als eigenständig organisierte Bewegung das sogenannte „Offenburger Programm“ gegeben174.
Basis der Bewegung, die zunehmend mobilisiert werden konnte, waren auf der einen Seite die „kleinen Leute“, Kleinbauern, die die Bauernbefreiung schmerzlich getroffen hatte, Kleinhandwerker, Krämer und Kleinfabrikanten aber auch Arbeiter-Handwerker. Auf der anderen Seite zählte die nichtverbeamtete, in unsicheren Verhältnissen lebende Intelligenz, wie Journalisten, Schriftsteller und Juristen, ebenfalls zur Anhängerschaft175.

Als für die Demokraten repräsentative politische Philosophie wurde zum einen Julius Fröbels „System der socialen Politik“176 ausgewählt. Von Zeitgenossen und Forschungsliteratur wird dieses Werk einhellig als zentrale und vielgelesene Grundlage für die sich organisatorisch verfestigende demokratische Strömung in Deutschland eingestuft177. Fröbel repräsentiert dabei zum einen die Theoretiker der sogenannten „zweiten Generation“, die zunehmend ab den 40er Jahren die Führung innerhalb der Bewegung übernahmen178. Zum anderen steht er für den Teil der Bewegung, der sich weniger an der „Geschichte als objektivistische[r] Richtschnur“179, sondern stark an der Tradition des deutschen Idealismus orientierte180.
Johann Georg August Wirth181 steht in beiden Punkten für den anderen Teil der demokratischen Bewegung. So repräsentiert er eindeutig die frühe Phase der vormärzlichen Opposition, die im Hambacher Fest gipfelte182. Als Mitorganisator dieser Veranstaltung saß er jahrelang in Haft183. Außerdem gehört er – anders als Fröbel – zu der Gruppe innerhalb der Strömung, die sich als Anhänger des historischen Denkens verstanden184. Wirths zentrales Werk „Die politisch-reformatorische Richtung der Deutschen im XVI. und XIX. Jahrhundert“185 wurde daher als zweite politische Philosophie der Diskursanalyse unterzogen186.

2.2.3 Die Texte des Liberalismus

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Langewiesche definiert den politischen Liberalismus187 der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Bewegung, deren Bestrebung vor allem der Durchsetzung des Rechts- und Verfassungsstaats gilt, in dem der Einzelne gegenüber dem Staat abgesichert, zugleich aber zur Partizipation an ihm befähigt werden soll188. Ein Katalog von Grund- und Menschenrechten soll die Bürger dabei vor staatlichen Eingriffen schützen189 und ihnen umfassende individuelle Freiheit, ein Hauptziel der Bewegung, garantieren190. Wesentlich für den Liberalismus ist zudem die Forderung nach einem Nationalstaat, in dessen Rahmen man die eigenen Reformbestrebungen hoffte umsetzen zu können191. Diese „größte und zweifellos auch wichtigste der entstehenden Parteien“192 unterscheidet sich dabei von der demokratischen Bewegung in erster Linie dadurch, dass sie eine konstitutionelle Monarchie forderte, in der die demokratische Mitbestimmung des Volkes klar begrenzt werden sollte193, um der „Pöbelherrschaft“ vorzubeugen194. Dem Monarchen werden in der Regel umfassende Rechte zugebilligt, wie z.B. die Verfügung über den Staatsapparat, der Erlass von Verordnungen, die Vertretung des Staates nach außen und die Entscheidung über Krieg und Frieden195. Die Monarchie denkt man sich jedoch nicht unbeschränkt. Man fordert parlamentarische Körperschaften, denen die Aufgabe der Steuerbewilligung, die Teilhabe an der Gesetzgebung und das Recht auf Gesetzesinitiative zugesprochen wird196. Das Prinzip der Volkssouveränität betrachtet man mit Skepsis und lehnt es oft explizit ab197. Mit Hilfe eines mäßigen Zensus intendiert man, die Besitzlosen vom Wahlrecht auszuschließen, kleinere und mittlere Besitzer hingegen zuzulassen198. Zwar eint Demokraten und Liberale der Gedanke der Gleichheit aller Bürger199, jedoch neigen die Liberalen weniger als die Demokraten zur „Ausdehnung der Gleichheitsforderung auf den sozialen und ökonomischen Bereich [...]“200. Anders als die meisten Demokraten lehnen die Liberalen zudem Revolutionen weitgehend ab und plädieren statt dessen für institutionalisierte Reformen201.

Die Liberalen wuchsen erst in den 40er Jahren zu einer festen Gruppe zusammen202. Dem Liberalismus, der ebenfalls massiv unter staatlicher Verfolgungspolitik zu leiden hatte, boten v.a. Vereine, die deklariertermaßen nach außen unverdächtige Ziele verfolgten, wie die Griechen203-, die Turn- und Gesangsvereine204, die Möglichkeit, ein breites Organisationsnetz aufzubauen. Auf diesem Weg und über den Weg persönlicher Kontakte205, der Sammlung um Zeitungen und Zeitschriften206 und „über die Gruppenbildung in Mitwirkungsgremien auf kommunaler und vor allem staatlicher Ebene“207 gelang es trotz strenger staatlicher Überwachung und Kontrolle, ein enges Beziehungsnetz zu knüpfen, „das die Führer der liberalen Bewegung über die deutschen Länder hinweg verband.“208 Das im Oktober 1847 von süddeutschen und rheinisch-preußischen Liberalen verabschiedete sogenannte „Heppenheimer Programm“ ist Ausdruck der fortgeschrittenen Formation der Bewegung vor Ausbruch der Revolution209.

Entgegen aller Klischees setzte sich die Anhängerschaft der liberalen Bewegung in Deutschland nicht nur aus dem aufstrebenden akademischen Bürgertum sowie dem zahlenmäßig noch sehr schwachen modernen industriellen Wirtschaftsbürgertum zusammen, wenn auch der Anteil gerade von Staatsbeamten im europäischen Vergleich außergewöhnlich hoch war210. Auch Angehörige aller anderen gesellschaftlichen Schichten, vom Landadel bis hin zu besitzlosen Massen sympathisierten mit dieser Bewegung. Sie einte, sich zum einen der bestehenden Ordnung verbunden zu fühlen, zum anderen aber darauf zu hoffen, die Chancen einer vielversprechenden Zukunft nutzen zu können211.

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Als zentrale Schrift für den Liberalismus wurde in dieser Arbeit das Staatslexikon von Rotteck und Welcker212 analysiert. Seine herausragende Bedeutung als programmatisches Werk des Frühliberalismus ist in der Forschung unumstritten213. Innerhalb des umfänglichen Staatslexikons musste abermals eine Auswahl der Artikel für die Analyse getroffen werden. Die Wahl viel dabei auf die wichtigsten Artikel der Herausgeber Karl Wenzeslaus von Rotteck214 und Karl Theodor Welcker215, da beide das Lexikon inhaltlich am deutlichsten prägten. Ein Drittel der 870 Artikel wurden von ihnen verfasst216. Zusätzlich wurde der Artikel „Liberalismus“ von Paul Achatius Pfizer217 untersucht, der für den Nachvollzug des Selbstverständnisses der Strömung unabdingbar ist. Das Staatslexikon spiegelt aufgrund der Herkunft der Autoren vorwiegend die süddeutsch-konsitutionelle Richtung des Liberalismus wieder218. Rotteck und Welcker als politisch aktive Professoren im badischen Landtag und Pfizer als Jurist und Abgeordneter des württembergischen Landtags repräsentieren dabei die Gruppe der „beamteten staatsnahen Intelligenz“, die „in Deutschland nicht nur die Theorie des Liberalismus geformt“, sondern „auch prozentual weitaus den größten Anteil der Oppositionellen in den Landtagen gestellt“219 haben, also selbst politisch aktiv waren.
Zu dieser für den Liberalismus besonders typischen Personengruppe gehört ebenfalls der Autor des zweiten in dieser Arbeit analysierten Werks: Friedrich Christoph Dahlmann220. Auch er war Professor und politisch aktiv221. Zusammen mit Welcker wird er von der Sekundärliteratur vielfach als Repräsentant des organischen Staatsdenkens, bzw. des historischen Entwicklungsgedankens eingestuft222, während Rotteck als Anhänger der Liberalismusrichtung gilt, die sich auf das Vernunft- und Naturrecht stützt223. Dahlmanns für diese Untersuchung ausgewählte Hauptwerk „Die Politik auf den Grund und das Maß der gegebenen Zustände zurückgeführt“224, gilt als zweiter Standardklassiker des frühen Liberalismus225 und ergänzt die Auswahl um die Position eines norddeutschen Vertreters dieser Strömung226.

2.2.4 Die Texte der Frauenbewegung

Auch die Frauenbewegung227, deren Existenz vor der Revolution von 1848/49 inzwischen in der Forschung allgemein als gesichert gilt228, weist alle Kriterien dafür auf, als politische Bewegung eingestuft werden zu können. Sie ist in Ansätzen zur losen Gesinnungsgemeinschaft mit eindeutigem „Wir-Gefühl“ formiert, sie will als kollektive Akteurin aktiv relevante Strukturen der Gesellschaft verändern und formuliert und systematisiert ihre Ziele in theoretischen Abhandlungen229.
Voraussetzung für die Ausbildung der Frauenbewegung war die allgemeine politische Aufbruchstimmung, die Politisierung der Bevölkerung im Vormärz, die auch zu zunehmend aktiver Partizipation der Frauen am politischen Leben führte230. Luise Otto – eine der führenden Vertreterinnen der Frauenbewegung - beschreibt diesen Zusammenhang 1847 folgendermaßen: „Es ist Thatsache, daß die deutschen Frauen jetzt mehr Theilnahme an öffentlichen, nationalen und politischen Dingen bekunden. Einzelne Erscheinungen zeigen, daß man ihnen die Gelegenheit dazu nicht mehr verweigert hat und daß sie dieselbe nicht mehr unbenutzt gelassen haben wie früher. – Das zahlreiche Erscheinen der Frauen bei den Kammerverhandlungen, wie in Sachsen, - die zahlreichen Frauenvereine zur Unterstützung der Deutschkatholiken, wie besonders in Breslau, Berlin und Leipzig, - die weiblichen Unterschriften bei der Adresse an Schleswig-Holstein aus Baden, - die Gegenwart der Frauen bei politischen Festmahlen, wie in Leipzig und in einigen kleineren sächsischen Städten bei den Abgeordnetenfesten, - das Hereinziehen mindestens der religiösen und gesellschaftlichen Fragen in den Kreis ihrer Erzeugnisse seitens der Schriftstellerinnen, - dies Alles und Aehnliches sind Dinge, welche noch vor Jahren nie oder wenigstens nur ganz vereinzelt vorkommen konnten. Woher auf einmal Alles? [...] aufgewacht ist überall der Geist, und der Geist ist’s, der uns frei macht! – Es ist ein Leben und Streben in unserer Zeit, wie es nie vorher gewesen [...] Dies neue Leben hat auch die Frauen mit in seinen bewegten Bann gezogen.“231
Dieses vielfältige politische Engagement erscheint erstaunlich, entspricht es doch auf den ersten Blick nicht dem entstehenden machtvollen gesellschaftspolitischen Diskurs über die Rolle der Frau, der zwar zu dieser Zeit noch nicht die Realitäten widerspiegelte, aber zunehmend auf Veränderung der Realität drängte und sich als Norm zu etablieren begann232. Über alle politischen Lager hinweg hatte sich etwa Ende des 18. Jahrhunderts, verwoben mit dem Ausdifferenzierungsprozess der für die bürgerliche Gesellschaft charakteristischen Kategorien des „Öffentlichen“ und „Privaten“, das Bild der natürlichen Bestimmung von Mann und Frau durchgesetzt233: Der „Mann“ erschien aufgrund seiner in ihm vermuteten natürlichen Charakteranlagen der größeren Individualität und Schaffenskraft als von der Natur für den öffentlichen Bereich, den Bereich von Politik und Berufstätigkeit, vorgesehen, die „Frau“ hingegen auf Emotionalität, Liebe und Unterwürfigkeit im rein privaten Bereich angelegt234. Die „Privatheit“ wurde damit als Sphäre der Frau entworfen. Während man den Mann zunehmend als alleinigen Gehaltsempfänger dachte, verlor die gebrauchswertschaffende Arbeit der Frau allmählich an Bedeutung235.
Diese Festlegung schloss aktives politisches Engagement der Frauen im Vormärz jedoch aus verschiedenen Gründen nicht aus. Aufgrund der tragenden Rolle der Frau für die Familie, die man als Basis von Staat und Gesellschaft empfand236, „gewann die Aufgabe der Mutterschaft eine politische Dimension, die über die reproduktive Funktion der Frau als Gebärerin hinausging, die sie in der alten hausväterlichen Gesellschaft inne hatte.“237 Die Frau sollte als „Gefährtin“ den Gatten in seiner politischen Arbeit unterstützen und stärken und die Kinder zu Patrioten und Patriotinnen sowie zu guten Bürgern und Bürgerinnen erziehen238. Diese Vorstellung wies der Frau einen wichtigen Platz im politischen Kampf zu, führte aber keinesfalls zur Gleichberechtigung und darf in seiner Verbreitung nicht überschätzt werden239. Entsprechend der Charakterisierung von Frauen als Pflegende und Sorgende spielte zudem ihr öffentliches Engagement in der Wohlfahrtspflege eine zunehmend größere Rolle240. „Frauen kamen so über ihre scheinbar traditionellen Rollen als Mütter und Bräute zu neuen Organisationsformen, bildeten über familiäre Bindungen und private Zusammenkünfte hinaus neue formalstrukturierte Vereinigungen.“241 Die Kategorien „Öffentlich“ und „Privat“ verlieren daher bei genauer Betrachtung ihre klaren Konturen242.

Ab den 40er Jahren entwickelte sich vor dem Hintergrund der zunehmenden Politisierung ein analytischer Diskurs von Frauen, „der mit seinem Anspruch auf weibliche Selbstbestimmung Ausdruck eines neuen Frauenbewußteins war.“243 Die Politisierung der Frauen schlug in eine Emanzipationsbewegung um, die gegen die strukturelle Benachteiligung von Frauen protestierte244. Die Protagonistinnen der frühen Anfänge der Frauenbewegung hielten dabei jedoch weitgehend an einem spezifisch weiblichen Wirkungsbereich fest. Ihre Forderungen richteten sich in der Regel auf die Durchsetzung der gleichen Achtung der ihrer Auffassung nach unterschiedlichen weiblichen und männlichen „Bestimmung“ und auf die Förderung der freien Entwicklung von Frauen, um dieser Bestimmung tatsächlich gerecht werden zu können. Dazu klagte man in erster Linie folgende Reformen ein: Mädchen sollten eine verbesserte Schulbildung erhalten und in die Lage versetzt werden, sich selbst zu ernähren, höhere Löhne zu beziehen und – dank dieser Maßnahmen – nicht auf eine Heirat angewiesen zu sein. Anspruch auf gleiche politische Rechte wurde in der Regel nicht erhoben245. „[…]the general impression of the first generation of German women’s rights advocates remains that of a wary and careful group completely under the thumb of an immensely powerful patriarchy.“246

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Diese beginnende, allerdings nur informell verbundene Frauenbewegung wurde von mehreren Säulen getragen. Neben den publizistischen Arbeiten verschiedener Frauen, die sich explizit theoretisch zu einer veränderten, emanzipierteren Rolle der Frauen in Staat und Gesellschaft äußerten, spielten Romane und Zeitschriftenfortsetzungen, die sich dieses Themas annahmen, eine besondere Rolle247. Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung kam zudem den freisinnigen Frauenvereinen zu, die im religiösen Umfeld entstanden248 und sich explizit die Förderung der Selbständigkeit der Frauen zum Ziel setzten249. Diese „[...] Frauenvereine stellten den Hauptstützpfeiler der frühen Deutschen Frauenbewegung dar.“250

Die in dieser Arbeit analysierten Schriftstellerinnen Louise Dittmar, Lousie Aston und Louise Otto sind aufgrund ihrer Nähe zur freireligiösen Gemeinde typisch für die beginnende Frauenbewegung251. Darüber hinaus – und das ist das entscheidende Kriterium für deren Auswahl – formulierten sie theoretische Positionen, die innerhalb der „Bewegung“ viel diskutiert wurden und auch heute in der Sekundärliteratur als grundlegend betrachtet werden252. Mit diesen Repräsentantinnen werden zudem sehr unterschiedliche Konzepte und Forderungen, ja unterschiedliche Radikalitäten untersucht, so dass mit ihnen ein weites Spektrum der Bewegung abgedeckt wird253.
Die Schriftstellerin Louise Dittmar254, deren zentrale Schriften „Skizzen und Briefe aus der Gegenwart“255 und „Vier Zeitfragen“256 Gegenstand der Diskursanalyse sind, ist innerhalb der beginnenden Frauenbewegung eine große Ausnahme. „[...] the writings she left behind provide an entirely different perspective on the early German women’s movement that makes us realize that radical thinking – thinking we would today label feminist – was in evidence.”257 Ihre Schriften fallen dabei nicht nur aufgrund ihrer Radikalität, sondern auch wegen ihres akademisch-philosophischen Charakters aus dem Rahmen der üblichen Frauenliteratur258.
Die zweifellos prominenteste Protagonistin der gemäßigten „unter dem Daumen gehaltenen“ frühen Frauenbewegung ist Louise Otto259. Ihre in dieser Arbeit analysierte Artikelserie in den „Sächsischen Vaterlandsblättern“ der Jahre 1843 und 1844260 gilt als Startschuss für die öffentliche Auseinandersetzung um die politische Rolle der Frau in der Gesellschaft261. In die Diskursanalyse wurde neben dieser Artikelserie ebenfalls Ottos Rückblick auf die Entwicklung der zunehmenden „Theilnahme der weiblichen Welt am Staatsleben“262 von 1847 mit einbezogen.
Von Zeitgenossen und Forschungsliteratur stark beachtet, gehört Louise Aston263 neben Dittmar und Otto zu den bekanntesten Vormärz-Emanzipationsschriftstellerinnen. Die für diese Arbeit ausgewählte Schrift, die unter dem Titel „Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung“264 erschien, war eine Reaktion Astons auf ihre Ausweisung aus Berlin, die man mit ihrem angeblich unsittlichen Lebenswandel und ihren offenen Bekenntnissen zur Religionslosigkeit begründete. In dieser Verteidigungsschrift thematisiert Aston auch die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

2.2.5 Der Text des Konsverativismus

Konservative bewusste politische Haltung265 entwickelte sich in Deutschland in Auseinandersetzung mit der französischer Revolution und der Aufklärung266. Hauptgegner des Konservativismus war dabei der Liberalismus, dessen rationalistische Grundhaltung für die Auflösung der alten Welt verantwortlich gemacht wurde267. In der Abgrenzung zu ihm gewann der Konservativismus sein Selbstverständnis, wobei er in seinem Denken gegen die Rationalität selbst der Rationalität und Reflexion nicht entkam268.
Unumstritten gelten Edmund Burkes (1729-1797) Überzeugungen, niedergelegt in dem auch im deutschen Sprachraum äußerst einflussreichen Buch „Reflections on the Revolution in France“ (1790), als Grundelemente des Konservativismus269: Die Religion wird als Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft angesehen. Die althergebrachte soziale und politische Ordnung gilt als gottgewollt und als natürliches „organisches“ Produkt allmählichen geschichtlichen Wachstums. Bestehende Institutionen erscheinen als geronnene Weisheiten vorangegangener Generationen. Die Gesellschaft betrachtet man als dem Einzelnen übergeordnet. Sie hat aufgrund der Unterschiedlichkeit der Menschen notwendig hierarchisch aufgebaut zu sein. Der Mensch wird sowohl als gut als auch als böse eingestuft. Jedes willkürliche Machen, um das rein Gute in der Welt zu verwirklichen, erscheint daher von vorneherein zum Scheitern verurteilt270.
Der Konservativismus propagierte vor dem Hintergrund seiner Überzeugungen ein monarchisches Verfassungsideal und einen hierarchischen Staats- und Gesellschaftsaufbau. Diese Ordnung leitete er aus dem sog. „monarchischen Prinzip“ ab, das Herrschaft als von Gott gegeben und getragen betrachtete271. Unter der Bezeichnung Konservativismus wird insgesamt ein sehr breites Meinungsspektrum zusammengefasst, das vielfach noch zumindest in „Alt- bzw. ständischen Konservatismus und Staatskonservativismus“ unterteilt wird, hinter dem der „alte Gegensatz von feudalem Adel und zentralisierendem Anstaltsstaat“ steht272.

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Der politische Konservativismus wurde bis 1848 vorwiegend von einem Teil des Staatsbeamtentums sowie weiten Teilen des Adels getragen273. „Eine Massenbasis erhielt er erst seit 1848, als die Mehrheit der traditionalistischen Landbevölkerung und Teile des städtischen Gewerbebürgertums sich in ihrer herkömmlichen Loyalität zur Monarchie und zur gewachsenen Ordnung, in ihren religiösen Gefühlen und in ihrer kirchlichen Loyalität bedroht fühlten.“274
Vor 1830 kam es nicht zu einer systematischen Organisation, da man sich bis dahin als Vertreter der natürlichen Ordnung betrachtete und eine Parteibildung für unnötig erachtete275. Um 1830 jedoch wurde den Sympathisanten der konservativen Anschauung zunehmend bewusst, dass der die soziale und politische Wirklichkeit betreffende Wandel nicht aufzuhalten ist. Angeregt von der politisierten Stimmung der Zeit, die zur eigenen Parteinahme herausforderte, reflektierte man nun, welche Veränderungen man vor dem Hintergrund der eigenen Überzeugungen für notwendig und zulässig erachtete und was unbedingt bewahrt werden müsse276. Zu diesem Zeitpunkt erhielt die Bezeichnung „konservativ“ ihre politische Bedeutung277.
Erste organisatorische Ansätze bildeten sich v.a. um das „Berliner Politische Wochenblatt (1831-1849) und die Evangelische Kirchenzeitung (seit 1821)278. Vor allem im Zusammenhang mit Militärvereinen kam es ab dem zweiten Drittel der 40er Jahre zur Organisation konservativer Überzeugungen279.
Großen Einfluss erhielt der Konservativismus zudem informell durch einflussreiche Beraterstellen, wie die von Friedrich Gentz bei Metternich oder die des Beraterkreises um König Friedrich Wilhelm IV.280. Diesem Beraterkreis gehörte auch Friedrich Julius Stahl281 an, der politisches Engagement und theoretische Arbeit als aktiver Politiker und Professor verband282. In der Forschungsliteratur gilt er ab 1840 unbestritten als einer der wichtigsten Vordenker des Konservativismus283. Seine umfängliche zweibändige politische Philosophie „Die Philosophie des Rechts“284, die sich dadurch besonders auszeichnet, dass sie die „konservative Lehre [...] kurz vor der Revolution [...] auf ein zeitgemäßes Niveau“285 hob, wird in dieser Arbeit daher stellvertretend für den politischen Konservativismus analysiert.

2.2.6 Die Texte des politischen Katholizismus

Historischer Hintergrund für die Entstehung der politischen Strömung des Katholizismus286 war die Situation der katholischen Kirche, in die sie aufgrund der territorialen Neuordnung im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses und durch die Säkularisation gekommen war. Im Zuge dieser Neuordnung hatte man alle geistlichen Territorien samt Landeshoheit und großen Teilen des kirchlichen Besitzes auf weltliche Fürsten verteilt287. Eine der Folgen dieser Entmachtung war, dass viele katholische Gebiete in „durch Herrscherdynastie und Tradition protestantisch geprägten Staaten, so das Rheinland [...] an Preußen, oder die katholischen Gebiete am Oberrhein [...] an das Großherzogtum Baden gefallen waren“288, was häufig zu tiefgreifenden Spannungen führte.
Zentrales Ziel des politischen Katholizismus im Vormärz war es, in dieser neuen Situation für die Kirche eine unabhängige Stellung im Staat zu erreichen und die Kirchenhoheit des Staates abzubauen289. Darüber hinaus kämpfte man – wie die politischen Konservativen - gegen die individualistische Auffassung der Moderne und für eine Besinnung auf göttliches Recht, auf die göttlich vorgegebene Herrschaftsordnung der Monarchie und gegen die freie Gestaltung politischer Verhältnisse290. Die in diesem Zusammenhang eingesetzte Organologiemetaphorik des politischen Katholizismus fand in der Forschung als „Organologiedenken“ größere Beachtung291. Auch mit den sozialen Schattenseiten der Moderne und der Industrialisierung setzte man sich in dieser politischen Bewegung auseinander292. „Im ganzen blieb die politische Theorie des Katholizismus [...] auf die ständische Gesellschaftsordnung, auf die korporativ - zünftische Einbindung und Absicherung des Individuums festgelegt, auf das Leben in der Über- und Unterordnung, mit starken Reminiszenzen eines feudalen Patriarchalismus, der zu seiner historischen Begründung gern auf das Vorbild des Mittelalters zurückgriff – gegen die Kompetenzfülle und den Zentralismus des modernen Staates, seinen >revolutionären< Egalitarismus, seine Tendenz zur >Atomisierung< der Gesellschaft.“293
Entscheidender Anstoß für die Entwicklung der politischen Bewegung des politischen Katholizismus waren die Kölner Wirren von 1837, in denen der preußische Staat den Kölner Erzbischof Droste-Vischering verhaftete, was zu einem Sturm der Entrüstung bei den Katholiken und zu deren aktiver Auseinandersetzung mit dem Staat führte294. Von zentraler Bedeutung für Programmdiskussion und für die Sammlung Gleichgesinnter war in diesem Zusammenhang der 1838 erschienene „Athanasius“ von Joseph Görres295, der daher für die Diskursanalyse auswählt wurde. Er beschäftigt sich zentral mit den Kölner Wirren und wurde – wie Zeitgenossen und Forschungsliteratur einhellig feststellen - zum weit verbreiteten „Politischen Manifest“ des politischen Katholizismus296.
Auch die „Historisch-politischen Blätter für das katholische Deutschland“297, die ab 1838 in München erschienen, waren für die Formierung des politischen Katholizismus von entscheidender Bedeutung. Die Zeitschrift war „das meistgelesene und am weitesten verbreitete katholische Presseorgan. Sein Einfluß ist nicht nur an seiner Verbreitung abzulesen, sondern auch am weiten Spektrum der Mitarbeiter, unter denen sich viele große Namen aus Politik und Geistesleben der Zeit befanden.“298
Für die Analyse wurden die Artikel ausgewählt, die sich grundlegend mit Staat und Gesellschaft beschäftigen, wobei zudem darauf geachtet wurde, dass sich die Artikel weitgehend gleichmäßig über den Zeitraum zwischen 1838 und 1847 verteilen. Die Autoren verfassten ihre Artikel anonym299, dennoch gelang es der Forschung, einige Artikel ihren Verfassern zuzuordnen300. 16 der insgesamt 27 in dieser Arbeit analysierten Artikel301 stammen von dem maßgeblichen Initiator und Autor der Zeitschrift, Karl Ernst Jarcke302. Sieben Autoren konnten nicht ermittelt werden303, zwei stammen von Arndts304 und je einer von Konstantin v. Höfler305 und Ignaz Döllinger306.
Obwohl die anspruchsvollen Publikationen in der Regel nur die Intelligenz erreichten, handelte es sich beim politischen Katholizismus um eine Massenbewegung. Sein Rückgrat bildeten „Millionen von Menschen bäuerlichen und kleinbürgerlichen Standes“307, die nach wie vor fest in die konfessionelle Tradition eingebunden waren und sich von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen bedroht sahen, die ihre Identität gefährdeten. Dies war der entscheidende Hintergrund für die Mächtigkeit der katholischen Bewegung308. Der politische Katholizismus konnte im Vormärz noch keine gefestigten Organisationsstrukturen ausbilden. Er war zunächst „stark von Einzelpersönlichkeiten geprägt, die sich allenfalls in gesellig-politischen Kreisen mit Gleichgesinnten zusammenfanden: Erst in den 1840er Jahren entstanden protoparteiliche Strukturen.“309


Fußnoten und Endnoten

80 Vgl. hierzu Busse/Teubert 1994.

81 Dieser historische Kontext kann hier nur knapp umrissen werden. Einen Überblick über den Forschungsstand bieten z.B. Hardtwig 1998; Langewiesche 1993; Hachtmann 2002. Als Überblicksdarstellungen vgl. zusätzlich z.B. Aubin/Zorn 1976; Faber 1979; Rürup 1984; Wehler 1987; Nipperdey 1994. Zur Modernisierungsforschung vgl. z.B. Wehler 1975; Loo/Reijen 1992.

82 Hardtwig 1998, S. 8. Zu Ursachen und Folgen der Agrarrevolution vgl. z.B. Abel 1964. Zur Industriellen Revolution bzw. Frühindustrialisierung in Deutschland vgl. z.B. Borchardt 1972; Henning 1973; Kiesewetter 1989; Pierenkemper 1994. Zur Verkehrs- und Kommunikationsrevolution vgl. z.B. Zorn 1977. Zur Leserevolution vgl. z.B. Engelsing 1973; Dann 1981.

83 Vgl. hierzu Walter 1995, S. 23.

84 Alexis de Tocqueville 1850, zitiert nach Langewiesche 1993, S. 2.

85 Vgl. hierzu z.B. Schulin 1994, S. 338.

86 Vgl. hierzu z.B. Walter 1995, S. 22.

87 Vgl. hierzu z.B. Klinger 1990, S.77f.

88 Langewiesche 1993, S. 23. Zum Phänomen des Pauperismus vgl. z.B. Jantke/Hilger 1965; Conze 1968 und Abel 1974.

89 Langewiesche 1993, S. 22: Trotz enormer Auswanderungszahlen „erhöhte sich die Bevölkerungszahl Europas in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts um ca. 43% von 187 auf 266 Millionen“.

90 Langewiesche 1993, S. 22.

91 Hardtwig 1998, S. 71.

92 Bock 1996, S. 47.

93 Schlegel 1966, S. 484f.

94 Zu den Entstehungsvoraussetzungen der öffentlichen Meinung und der Politisierung breiter Schichten vergleiche z.B. Hiller 1966; Knoche 1986; Habermas 1990; Klug 1995, S. 115; Hoffmann 1996, S. 142ff.

95 Vgl. dazu z.B. Backes 2000, S. 58: „In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts expandierte parallel zur Alphabetisierung der Buch-, Zeitschriften- und Zeitungsmarkt. Die Zahl der Neuerscheinungen stieg von 4181 Titeln im Jahre 1805 auf 14039 1843 [...]. Der Absatz politischer Zeitungen in Preußen stieg von 35516 Exemplaren im Jahre 1823 auf 76417 im Jahre 1847. Die Zahlen dokumentieren den starken Anstieg des politisch interessierten Publikums, zugleich aber auch (denkt man an die heutigen Auflagen großer Zeitungen) die Begrenzung politischer Öffentlichkeit auf eine zwar größer werdende, jedoch immer noch schmale Schicht der Bevölkerung.“ Vgl. hierzu auch Henning 1996; Wittmann 1982; Groth 1928.

96 Foerster 1982, S. 8.

97 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 120. Vgl. hierzu vertiefend Hardtwig 1984; Düding 1984; Hauser 1990.

98 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 120.

99 Hardtwig 1998, S. 122f.

100 Backes 2000. S. 56. Vgl. hierzu auch Kramer 1968.

101 Backes 2000, S. 60.

102 Vgl. hierzu z.B. Langewiesche 1993, S.66f.

103 Vgl. hierzu z.B. Langewiesche 1993, S. 68f.

104 Langewiesche 1997, S. 94.

105 Vgl. hierzu Kapitel II.2, in dem die einzelnen Bewegungen und ihre Ziele vorgestellt werden.

106 Zur „Bewegungsforschung“ vgl. z.B. Bock 1988; Hillmann 1994; Reinhold 2000.

107 Raschke 1987, S. 21.

108 Vgl. hierzu z.B. Boldt 1975, S. 287: „politische Richtungen“; Brandt 1968, S. 47: „politisch-geistige Bewegungen“; Schnabel 1949, S. 90 und Kröger 1988, S. 64: „Bewegung“; Rosenberg 1972, S. 8: „politisch-geistige Strömungen und Gesinnungsgruppierungen“; Lieber 1993, S.279: „politische und soziale Bewegungen“; Langewiesche 1993, S. 130 und Nipperdey 1994, S. 377: „politische Bewegungen“; Wehler 1987, S. 413: „Strömung“.

109 Hardtwig 1998, S. 139. Einen Überblick über die Forschung zur Parteiengeschichte bietet Fehrenbach 1992, S. 85ff. Vgl. zu diesem Thema grundlegend auch Langewiesche 1978; Huber 1988; Nipperdey 1973; Nipperdey 1994; Fenske 1994.

110 Vgl. hierzu Grimm 1988, S. 169.

111 Vgl. hierzu Raschke 1987, S. 22. Er sieht in der schriftlichen Fixierung von grundlegenden Überzeugungen einer Gruppe ein weiteres typisches Charakteristikum von Bewegungen.

112 Vgl. hierzu Lübbe 1963, S. 9.

113 Vgl. hierzu z.B. Schmidt 1995, S. 758, Stichwort „Politische Theorie“: „Fachbezeichnung für die einzelnen Theorien der Politischen Ideengeschichte“.

114 Vgl. hierzu Drechsler 1995, S. 192, Stichwort „Ideologie“: „Für den Begriff I. fehlt es an einer allgemein anerkannten Definition. Eine politikwissenschaftlich brauchbare Begriffsbestimmung gibt Kurt Salamun (1988:53, Ideologie und Aufklärung. Weltanschauungstheorie und Politik, Wien): ‚Unter Ideologien werden Gedankengebilde verstanden, die gesellschaftlichen Gruppen als allgemeine Orientierungsraster bei der Interpretation der sozialen Wirklichkeit dienen, Machtansprüche dieser Gruppen im politischen Rahmen legitimieren und neben echten wissenschaftlichen Einsichten, offenen Wertungen, Normen und Handlungsappellen auch krypto-normative und falsche Vorstellungen enthalten und deren ungerechtfertigte Wahrheitsansprüche und Unwahrheiten auf eine interessenbedingte Befangenheit ihrer Produzenten und Verfechter zurückzuführen sind.’“

115 Vgl. hierzu Kanda 2003, S. 33.

116 Langewiesche 1993, S. 3.

117 Ebenda

118 Zu den einzelnen politischen Systemen vgl. z.B. als Überblick: Hachtmann 2002, S. 36f.

119 Hardtwig 1998, S. 46.

120 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 47f.

121 Zur den Unterdrückungsmaßnahmen vgl. z.B. Siemann 1985b; Hoefer 1982.

122 Siemann 1985a S. 39.

123 Vgl. hierzu Langewiesche 1997, S. 96.

124 Zu den Zensurmaßnahmen vgl. z.B. Schneider 1965; Fischer 1981; Deuchert 1983.

125 Vgl. hierzu Klug 1995, S. 118; Lempfried 1912.

126 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 59.

127 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 59.

128 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 50.

129 Langewiesche 1993, S. 66.

130 Busse/Teubert 1994, S. 14.

131 Zur Problematik der Verwendung der Begriffe „Programm, Ideologie, Grundsatzprogramm“ vgl. z.B. Wende 1975, S. 18ff.

132 Busse/Teubert 1994, S. 17.

133 Vgl. hierzu Huber 1988. Diese Ansicht wird auch in der Forschungsliteratur weithin geteilt, vgl. z.B. Grimm 1988; Hardtwig 1998; Fenske 1994; Fehrenbach 1992. Anderer Auffassung ist z.B. Bergsträsser 1921: Er unterscheidet bis 1848 nur drei Strömungen, den Konservativismus, den Liberalismus und den politischen Katholizismus.

134 Huber 1988 nennt diese Bewegung „Radikalismus“. Ich folge mit der Bezeichnung „Demokratie“ Backes 2000, S. 16: „Stärker als die Benennung der liberalen Strömung ist jene der >demokratischen< schwankend und umstritten. Vielfach wird den – ebenfalls aus der zeitgenössischen Diskussion stammenden – Bezeichnungen >Radikalismus< und >Radikale< der Vorzug gegeben, weil der Name >Demokraten< aus heutiger Sicht auf den modernen Verfassungsstaat verweist. [...] Geht man vom heutigen Wortgebrauch aus, sprechen die gravierenderen Argumente gegen die Verwendung des Radikalismusbegriffs. Im Gegensatz zu dem der >Demokratie< scheint >Radikalismus< eine grundsätzliche und tiefgreifende Gegnerschaft zum demokratischen Verfassungsstaat in toto nahezulegen und leistet daher in größerem Maße Mißverständnis Vorschub.“

135 Zum Charakter der Frauenbewegung als Bewegung vgl. grundlegend Bock 1988.

136 Kessel/Signori 2000, S. 126.

137 Busse/Teubert 1994, S. 14.

138 Einen Überblick über die Forschungsliteratur zu den Frühformen der Arbeiterbewegung im Vormärz bietet Langewiesche 1991, S. 366ff. Vgl. zu dem Thema als umfassende neuere Untersuchung auch Welskopp 2000. Zur frühsozialistischen Theoriebildung vgl. z.B. Ramm 1955; Kool/Krause 1967; Meyer 1977. Zu den organisatorischen Anfängen vgl. z.B. Kowalski 1962; Schieder 1963; Dowe 1970; Schraepler 1972; Hundt 1993.

139 Zur konzisen Definition und Darstellung der theoretischen Position vgl. z.B. Nohlen 1995, S. 248f.; Kernig 1976, S. 899; Schieder 1982, S. 477ff.

140 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 155ff.

141 Vgl. hierzu Mocek 2002, S. 149 und 111ff.

142 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 157.

143 Vgl. hierzu Mocek 2002, S. 114f.

144 Hardtwig 1998, S. 155.

145 Nipperdey 1994, S. 391f.

146 Weitling, W., Garantien der Harmonie und Freiheit, Vivis 1842, ungekürzt nachgedruckt Stuttgart 1974, Meyer, A. (Hg.), [zitiert als „Garantien“].

147 Zu Weitlings Biographie vgl. z.B. Göhler/Klein 1993, S.599f.

148 Einen Überblick über die Forschungsliteratur bis 1984 bietet Knatz 1984, S.10ff. Vgl. zu Weitling und seiner Bedeutung auch: Seidel-Höppner 1961; Meyer 1974, S. 294ff.; Mariske 1986; Mader 1989; Hüttner 1994.

149 Hierzu Meyer 1977, S. 157ff.

150 Marx, K., Zur Kritik der Nationalökonomie – Ökonomisch-Philosophische Manuskripte, In: Karl Marx, Frühe Schriften, 1. Band, Lieber, H.-J./Furth, P. (Hg), Darmstadt 1962, [zitiert als „Pariser Manuskripte“].

151 Zur Biographie von Marx vgl. z.B.: Göhler/ Klein 1993, S. 509f. Zur Metaphorik in den Frühschriften Marx‘ vgl. besonders: Euchner 1993; Rogozinski 1996, S. 364ff.; Demandt 1978, S. 76ff.; Lukács 1965, S. 92 ff.

152 Engels, F., Die Lage der arbeitenden Klasse in England, Leipzig 1845, In: Unveränderter Nachdruck aus der Marx-Engels historisch-kritischen Gesamtausgabe, Erste Abt., Bd.4, Marx-Engels-Verlag Berlin 1947, [zitiert als „Lage“].

153 Zur Biographie von Engels vgl. z.B. Göhler/Klein S. 511 und S. 542. Zu dessen Organologiemetaphorik vgl. z.B. Bolnow 1954, S. 96ff.

154 Hierzu z.B. Schieder 1982, S. 496ff.

155 Zu Inhalt und Schicksal der Schrift, für die man sich erst lange nach Marx‘ Tod zu interessieren begann und die erst 1932 vollständig editiert wurde, vgl. z.B. Popitz 1953; Thier 1957; Landshut 1964; Lukács 1965; Holz 1991; Heinrich 1996. Zur Editionsgeschichte vgl. besonders Hillermann 1966.

156 Zur großen Bedeutung der Schrift vgl. z.B. Goldschmidt 1991, S. 129; Fenske 1994, S. 50f.; Hardtwig 1998, S. 160.

157 Goldschmidt 1991, S. 130.

158 Holz 1991, S. 98.

159 Zur Entstehung und Programmatik der Bewegung grundlegend: Backes 2000; Wende 1975; Mayer 1969. Zu verschiedenen Aspekten der Entstehung der Bewegung vgl. z.B. besonders Reinalter 1988; Valjavec 1978 und Grab 1984. Zu einzelnen Persönlichkeiten der Bewegung vgl. z.B. Koch 1978 (zu Fröbel); Schmidt 1971 (zu Blum); Peiser 1973 (zu Struve).

160 Vgl. hierzu z.B. die Übersicht bei Walter 1995, S. 32ff.

161 Belege bei Wende 1975, S. 12.

162 Hierzu grundlegend Backes 2000; Wende 1975, S. 12. Einen Überblick über die Forschung zu dem Trennungsprozess der beiden Strömungen bietet z.B. Langewiesche 1997, S. 93ff.

163 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 152.

164 Vgl. hierzu Fenske 1994, S. 45.

165 Zu diesem Punkt Wende 1975, S. 196ff.

166 Vgl. hierzu Maier 1972, S. 869.

167 Vgl. hierzu z.B. Hardtwig 1998, S. 152; Grab 1996, S. 14.

168 Vgl. hierzu Wende 1975, S. 16.

169 Vgl. hierzu Fenske 1994, S. 46.

170 Vgl. hierzu Fenske 1994, S. 47.

171 Hardtwig 1998, S. 151.

172 Vgl. hierzu Koch 1978, S. 82ff.

173 Vgl. hierzu Backes 2000. S. 68 .

174 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 151. Zur Bedeutung des Offenburger Programms z.B. Backes 2000, S. 75f.

175 Vgl. hierzu Siemann 1985a, S. 28f.; Hardtwig 1998, S. 153.

176 Fröbel, J., System der socialen Politik, In 2 Teilen, Neudruck der Ausgabe Mannheim 1847, mit einer Einleitung von Rainer Koch, Aalen 1975, [zitiert als „Politik 1“ und „Politik 2“].

177 Vgl. hierzu Backes 2000. S. 97. Zur Bedeutung der Schrift vgl. auch Wende 1975, S. 40f.; Koch 1978, S. 86. Zu Fröbel allgemein vgl. neben diesen Schriften auch Feuz 1932 und Lülfing 1931.

178 Vgl. hierzu Wende 1975, S. 41.

179 Klug 1995, S. 65.

180 Vgl. hierzu Wende 1975, S. 59.

181 Zu Person, Programm und Wirken Wirths vgl. z.B. Müller 1925; Doll 1982; Schröter 1985; Krausnick 1997 und Backes 2000.

182 Vgl. hierzu Wende 1975, S. 41.

183 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 104.

184 Vgl. hierzu Wende 1975, S. 133; Klug 1995 S. 65f.

185 Wirth, J.G.A., Die politisch-reformatorische Richtung der Deutschen im XVI. und XIX. Jahrhundert, Ein Beitrag zur Zeitgeschichte, Belle-Vue 1841, [zitiert als „Richtung“].

186 Auch Backes 2000 und Wende 1975 beziehen diese Schrift in ihre Untersuchung mit ein. Da Wirth dieses Werk, in dem er seine politische Anschauung systematisierte, erst relativ spät - 1841 – abfasste, fand seine deutschnationale Wende Eingang in diese Schrift. Zu diesem Aspekt vgl. Deuchert 1983, S. 107ff.; Krausnick 1997, S. 205ff.; Backes 2000, S. 104.

187 Einen Forschungsüberblick über die umfängliche Literatur zum Liberalismus im Vormärz bieten z.B. Zunhammer 1995; Langewiesche 1997; Hardtwig 1998. Zur weitgehend unumstrittenen Bezeichnung der Strömung als „Liberalismus“ vgl. die Ausführungen Backes 2000, S. 15f.

188 Vgl. hierzu Langewiesche 1995, S. 12.

189 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 143.

190 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 142.

191 Vgl. hierzu Gall 1989, S. 259.

192 Hardtwig 1998, S. 140.

193 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 143.

194 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 153.

195 Vgl. hierzu Langewiesche 1995, S. 24.

196 Vgl. hierzu Langewiesche 1995, S. 24f.

197 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 237ff.

198 Vgl. hierzu Langewiesche 1995, S.23; Backes 2000, S. 152.

199 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 203.

200 Backes 2000, S. 205.

201 Vgl. hierzu Backes 2000, S. 441.

202 Vgl. hierzu Langewiesche 1995, S. 37; Neumüller 1973; Zuckermann 1989.

203 Vgl. hierzu Langewiesche 1997, S. 98ff.; Hauser 1990.

204 Vgl. hierzu Fenske 1994, S. 40.

205 Vgl. hierzu Langewiesche 1997, S. 94ff.

206 Vgl. hierzu z.B. Hirschhausen 1998.

207 Langewiesche 1997, S. 94.

208 Mommsen 1998, S. 90.

209 Zu dem „Heppenheimer Programm“ vgl. z.B. Backes 2000, S. 75f.

210 Vgl. hierzu z.B. Hardtwig 1998, S. 141f.

211 Vgl. hierzu Seehan 1985, S. 213f.

212 Rotteck, K.W.v./Welcker, K.Th., Staatslexikon oder Enzyklopädie der Wissenschaften, Altona 1834-1843; zusätzlich drei Ergänzungsbände ebd. 1846-1848 [zitiert als „Staatslexikon“]; Zitiert z.T. auch nach dem Nachdruck in: Rechtsphilosophie bei Rotteck/Welcker, Texte aus dem Staats-Lexikon 1834-1847, Klenner, H. (Hg.), Freiburg u.a. [zitiert als „Klenner“]; Zu verschiedenen Aspekten des Staatslexikons vgl. z.B. Zehnter 1929; Schumacher 1955; Igelmund 1987; Puchta 1972; Nägler 1990; Dippel 1990; Grawert 1992; Schöttle 1992; Schöttle 1994; Zunhammer 1995.

213 Vgl. hierzu z.B. Backes 2000 S. 49, ausführlich auch bei Zunhammer 1995, S. 9ff.

214 Rotteck: „Monarchie“, Staatslexikon Band 10/S. 658-677; „Bewegungspartei“ Staatslexikon Band 2/S. 558-565; „Eigenthum“ Staatslexikon Band 4/S. 628-636; „Bildung“ Staatslexikon Band 2/S. 567-587; „Gemeingeist“ Staatslexikon Band 6/ S. 448-459; „Historisches Recht“, Klenner 1994, S. 148-180; „Vorwort“, Staatslexikon Band 1/S. III-XXXII; „Freiheit“ Staatslexikon Band 6/S. 60-75; „Gesellschaft“ Staatslexikon Band 6/S. 703-726; „Konstitutionelles Prinzip“, Klenner 1994, S. 324-384 und sein sogenanntes politische Testament (vgl. hierzu z.B. Dippel 1990): „Naturrecht“, Klenner 1994, S. 62-147. Zu Rotteck vgl. z.B. Backes 2000, S. 80 mit zahlreichen Litaraturangaben, auch Ehmke 1964, Herdt 1967 und Becher 1988.

215 Welcker: „Übersicht“ , Staatslexikon Band1/S. 1-42; „Geschlechterverhältnisse“, Staatslexikon Band 6/S. 629-665; „Centralisation“, Staatslexikon Band 3/S. 388-389; „Gesammtwohl“, Staatslexikon Band 6/S. 579-584; „Recht“, Klenner 1994, S. 42-61, „Staatsverfassung“, Staatslexikon Band 15/S. 21-82. Zu Welcker vgl. Backes 2000 (S. 82ff.), Schöttle 1994, Schöttle 1985, Müller-Dietz 1968, Böhringer 1952 und Kraemer 1909.

216 Vgl. hierzu Klenner 1994, S. 392.

217 Pfizer „Liberalismus“, Klenner 1994, S. 276-305. Vgl. zu Pfizer z.B. Kennert 1986.

218 Vgl. hierzu Grawert 1992, S. 115. Zu Sinn und Unsinn der Strömungseinteilung innerhalb des Liberalismus vgl. z.B. Wende 1975, S. 49, der aufgrund der Vielschichtigkeit der Strömung keine strenge Systematik für möglich hält.

219 Hardtwig 1998, S. 141.

220 Einen biographischen Überblick über das Leben Dahlmanns mit Literaturhinweisen bietet Backes 2000, S. 90ff. Vgl. zu Dahlmann z.B. auch Huber 1937; Heimpel 1957.

221 Vgl. hierzu Bermbach 1986, S. 351.

222 Zu dieser Einordnung Welckers z.B. Böhringer 1952; Schöttle 1985, S. 53. Zur Einordnung Dahlmanns z.B. Hardtwig 1998, S. 144.

223 Vgl. hierzu Nipperdey 1994, S. 298.

224 Dahlmann, F.C. Die Politik auf den Grund und das Maß der gegebenen Zustände zurückgeführt, mit einer Einführung von Dr. Otto Westphal, Berlin 1924, Nachdruck der zweiten Auflage 1837, [zitiert als „Politik“].

225 Zur großen Bedeutung des Werkes vgl. z.B. Riedel 1975, S. 307ff.

226 Dies ist auch ein Auswahlkriterium für Backes 2000, S. 49.

227 Zur wichtigsten Literatur über die Frühphase der Frauenbewegung vgl. z.B. Paletschek 1990, S. 235; Langewiesche 1991, S. 396ff.; Langewiesche 1997, S. 109ff.; Asche 1998, S. 10f. Zum Gang der Forschungs-geschichte speziell: Paletschek 1991.

228 Vgl. hierzu z.B. Twellmann 1972, S. 1-5; Möhrmann 1989, S. 3; Paletschek 1991, S. 47-53; Paletschek 1999, S. 77.

229 Vgl. hierzu Wischermann 1998a), S.118: „Wenn Frauenbewegung als eine soziale Bewegung begriffen wird und versucht wird, sie mit Hilfe von innerhalb der Sozialen Bewegungs-Forschung entwickelten Merkmalen und Kategorien zu beschreiben, ergibt sich im Hinblick auf ihre Entstehung in den 40er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts folgendes Bild: In einer Zeit struktureller gesellschaftlicher Veränderungen und sich verändernder normativer Erwartungen machten Frauen Unrechtserfahrungen, die sie als geschlechtsspezifische Benachteiligungen und Diskriminierungen einordneten. Die Möglichkeit, sich in literarischer und publizistischer Form, aber auch in neu entstehenden Frauenzusammenhängen darüber auszutauschen, war eine unabdingbare Voraussetzung für die Herausbildung eines neuen ‚Wir-Bewußtseins’. Erst so wurde eine Emanzipationsbewegung von Frauen möglich, die zu ihrer Ausbreitung und Verstärkung bereits existierende Netzwerke und Frauenzusammenhänge nutzte, eigene Organisationen gründete, sich in eigenen Medien artikulierte usf.“

230 Vgl. z.B. Paletschek 1999, S. 77 und Paletschek 1991, S. 54. Zu den unterschiedlichen Aktionsformen vgl. z.B. Lipp 1985; Hauch 1985; Lipp 1986.

231 Otto, L., Die Theilnahme der weiblichen Welt am Staatsleben, Aus: Vorwärts, Volkstaschenbuch, Blum, R. (Hg.), 1847 [zitiert als „Otto, Theilnahme“], In: Wischermann 1998a), S. 187ff.

232 Vgl. hierzu z.B. Duden 1977; Frevert 1988a); Hauch 1990; Hauch 1999.

233 Vgl. hierzu Haarbusch 1985, S. 251; Bennent 1985, S. 28); Hausen 1989.

234 Vgl. hierzu z.B. Honegger 1996, S. 189ff.

235 Vgl. hierzu Duden 1977, S. 133. Vgl. hierzu auch den vielfach missverstandenen Aufsatz von Hausen 1976. Zu Auseinandersetzung um Hausens Thesen vgl. z.B. Mittendorfer 1995, S. 28.

236 Vgl. hierzu Lipp 1985, S. 85.

237 Lipp 1985, S. 84.

238 Vgl. hierzu Lipp 1985, S. 85 und Lipp 1989, S. 44.

239 Vgl. hierzu Lipp 1989, S. 44ff.. Zur Kritik an einem zu weit gefassten „Gefährtinnen“ - Begriff Lipps vgl. Langewiesche 1991, S. 398.

240 Vgl. hierzu Lipp 1985, S. 85f.

241 Lipp 1985, S. 86.

242 Vgl. hierzu Hausen 1989, S. 16; Rang 1986; Paletschek 1991, S. 49ff.; Mittendorfer 1995, S. 28; Mettele 1996.

243 Wischermann 1998a), S. 116.

244 Wischermann 1998b), S. 62.

245 Vgl. hierzu z.B. Wischermann 1998a), S. 41; Möhrmann 1989, S. 8ff.; Frevert 1995, S. 89f.

246 Boetcher Joeres 1989, S. 281. Vgl. hierzu z.B. auch Möhrmann 1989; Frevert 1995, S. 89f.; Euster-schulte/Heipcke/Wagner 1998; Wischermann 1998a).

247 Vgl. hierzu Möhrmann 1989; Wischermann 1998a).

248 Vgl. hierzu Paletschek 1999, S. 77.

249 Vgl. hierzu Paletschek 1990 S. 235 mit einschlägiger Literatur zu Entstehung, Bedeutung und Zielsetzung der „freisinnigen Frauenvereine“.

250 Paletschek 1998, S. 23.

251 Vgl. hierzu Paletschek 1998, S. 23.

252 Zu dieser unumstrittenen Bewertung vgl. z.B. Wischermann 1998a), S. 119.

253 Zu dieser Einschätzung z.B. auch Eusterschulte/Heipcke/Wagner 1998, S. 102f.

254 Zu Louise Dittmers Biographie und Werk vgl. z.B. Boetcher Joeres 1983; Boetcher Joeres 1989; Klaus-mann 1989; Herzog 1990; Käfer-Dittmar 1992; Wischermann 1998a); Eusterschulte/Heipcke/Wagner 1998.

255 Dittmar, L., Skizzen und Briefe der Gegenwart, Darmstadt 1845, [zitiert als „Skizzen“].

256 Dittmar, L., Vier Zeitfragen, beantwortet in einer Versammlung des Mannheimer Montag-Vereins, Heraus-gegeben 1847, Verlags-Buchhandlung von Gustav André, Offenbach a/M., In: Wischermann, U., Frauenpublizistik und Journalismus, Vom Vormärz bis zur Revolution von 1848, Weinheim 1998, [zitiert als „Vier Zeitfragen“].

257 Boetcher Joeres 1989, S. 287.

258 Vgl. hierzu Klausmann 1989, S. 18.

259 Zu Biographie, Werk und Bedeutung Ottos vgl. z.B. Boetcher Joeres 1979; Otto 1995; Wischermann 1996; Paletschek 1991, S. 51; Nagelschmidt/Ludwig 1996; Wischermann 1998a).

260 Im Einzelnen wurden in dieser Arbeit analysiert: Otto, L., „Das Verhältnis der Frauen zum Staate“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Dritter Jahrgang, Nr. 142, 5.9.1843, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr. 142]; Otto, L., Ueber Weiblichkeit“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Dritter Jahrgang, Nr. 172, 28.10.1843, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr. 172“]; Otto, L., Frauen und Politik, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Dritter Jahrgang, Nr. 187, 23.11.1843, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr.187“]; Otto, L., „Frauen und Politik (Schluß)“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Dritter Jahrgang, Nr. 188, 25.11.1843 [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr.188“]; Otto, L., „Ueber das erwachende Interesse der Frauen an der Politik“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Vierter Jahrgang, Nr. 26, 15. 2. 1844, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr. 26“]; Otto, L., „Politik und Frauen“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Vierter Jahrgang, Nr. 71, 4.5.1844, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr.71“]; Otto, L., „Ueber weibliche Erziehung“, In: Sächsische Vaterlands-Blätter, Vierter Jahrgang, Nr. 174, 31.10.1844, [zitiert als „Sächsische Vaterlandsblätter Nr.174“].

261 Vgl. hierzu z.B. Gerhard 1992, S. 37ff.; Wischermann 1998a), S. 96ff.

262 Otto, L., Die Theilnahme der weiblichen Welt am Staatsleben, Aus: Vorwärts, Volkstaschenbuch, Blum, R. (Hg.), 1847, In: Wischermann, U. 1998b): Frauenpublizistik und Journalismus vom Vormärz bis zur Revolution von 1848, Weinheim, [zitiert als Otto, „Theilnahme“].

263 Zu Biographie, Werk und Wirkung Astons vgl. z.B. Goetzinger 1983; Wimmer 1993; Freund 1997.

264 Aston, L., Meine Emancipation, Verweisung und Rechtfertigung, Brüssel 1846, [zitiert als „Meine Emancipation“]. Laut eigener Aussagen Astons war die Emanzipationsschrift im März 1847 mit 1900 Exemplaren so gut wie vergriffen. Damit erreichte sie schätzungsweise immerhin 9500 Leserinnen und Leser. Vgl. hierzu Wimmer 1993, S. 143.

265 Einen Forschungsüberblick bietet Schildt 1998; Hardtwig 1998, S. 241f.; Schwentker 1988, S. 33ff. Zur zusammenfassenden Darstellung der Theorie des Konservativismus vgl. z.B. Greiffenhagen 1971. Zu Entstehung und Programm vgl. z.B. Schumann 1984. Speziell zur Entstehung der Bewegung vgl. Valjavec 1984 und Epstein 1973. Zur Klärung des Begriffs „Konservativismus“ vgl. Mannheim 1927.

266 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 161.

267 Vgl. hierzu Greiffenhagen 1984, S. 171.

268 Vgl. hierzu Greiffenhagen 1984, S. 157f.

269 Vgl. hierzu Huntington 1984, S. 89.

270 Vgl. die Darstellung der Positionen z.B. bei Huntington 1984, S. 91.

271 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 164. Zu dem „monarchischen Prinzip“ vgl. z.B. Mayer 1997, S. 129ff.

272 Hardtwig 1998, S. 164.

273 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 161 und Dittmer 1992.

274 Hardtwig 1998, S. 161.

275 Vgl. hierzu Vierhaus 1982, S. 541.

276 Vgl. hierzu Vierhaus 1982, S. 542.

277 Vgl. hierzu Vierhaus 1982, S. 537.

278 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 162.

279 Vgl. hierzu Trox 1990. Zu Vereinswesen und Konservativismus vgl. auch Schwentker 1988.

280 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 162.

281 Zu Biographie und Werk von F.J. Stahl vgl. z.B. Grosser 1963; Marcuse 1982; Füßl 1988; Füßl 2002.

282 Füßl, W. 1988, S. 10 und Füßl, W. 2002, S. 183.

283 Vgl. hierzu Schildt 1998, S.58.

284 Stahl, F.J., Die Philosophie des Rechts, Zweiter Band, Rechts- und Staatslehre auf der Grundlage christlicher Weltanschauung, Erste Abtheilung, [zitiert als „Rechts- und Staatslehre II, 1“], Heidelberg 1845 und Zweite Abtheilung [zitiert als „Rechts- und Staatslehre II, 2“], Heidelberg 1846.

285 Hardtwig 1998, S. 165.

286 Einen knappen Forschungsüberblick über den politischen Katholizismus im Vormärz bietet Hardtwig 1998, S. 241f.; Klug 1995, S. 21ff. Zur Frühgeschichte des politischen Katholizismus vgl. auch Franz 1954; Langner 1975; Huber 1988; Maier 1988; Morsey 1988. Zur Frage der weithin unumstrittenen Benennung der Strömung vgl. Klug 1995, S. 21.

287 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S. 166f.

288 Klug 1995, S. 42.

289 Vgl. hierzu Fenske 1994, S. 58.

290 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S.171.

291 Vgl. z.B. zu Adam Müllers „Organismusdenken“: Matala de Mazza 1999 und Busse 1928.

292 Vgl. hierzu Hardtwig 1998, S.171f.

293 Hardtwig 1998, S.171.

294 Vgl. hierzu z.B. Schnabel 1955 und Lill 1962.

295 Görres, Joseph, Athanasius, In: Joseph Görres, Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Frühwald, W. (Hg.), Band 2, Freiburg u.a. 1978 [zitiert als „Athanasius“].

296 Vgl. zur Bedeutung dieser Schrift z.B. Bauer 2002; Hürten 1999; Klug 1995, S. 242ff.; Wacker 1990.

297 Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland, München 1838-1847, Phillips, G./Görres, G. (Hg.), [zitiert als HPBl]. Vgl. zu der Zeitschrift z.B. Weber 1983; Obenaus 1986, S. 82f. mit Literaturüberblick; Albrecht/Weber 1990, S. 7ff.; Klug 1995, S. 274ff.

298 Klug 1995, S. 277.

299 Zu den Autoren vgl. Albrecht/Weber 1990 und Klug 1993, S. 274ff.

300 Hierzu Albrecht/Weber 1990.

301 „Sittliche Freiheit, Gewissensfreiheit, politische Freiheit“, (Jarcke) HPBl 1 (1838/1), Art. 24; „Studien und Skizzen zur Schilderung der politischen Seite der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts“, (Jarcke) HPBl 4 (1839/2), Art. 24; „Naturlehre des Staates“, (Jarcke) HPBl 4 (1839/2), Art. 54; „Über die Gefahr einer sozialen Revolution durch die unteren Volksklassen und über deren Stellung in älterer und neuester Zeit“, (Jarcke) HPBl 5 (1840/1), Art. 44; „Fortsetzung: Über die Gefahr einer sozialen Revolution durch die unteren Volksklassen und über deren Stellung in älterer und neuerer Zeit“, (Jarcke) HPBl 5 (1840/1), Art. 51;„Schluß: Über die Gefahr einer sozialen Revolution durch die unteren Volksklassen und über deren Stellung in älterer und neuerer Zeit, (Jarcke) HPBl 5 (1840/1), Art. 56; „Über die vorherrschenden Tendenzen der Gegenwart“, (Jarcke) HPBl 12 (1843/2), Art. 39; „Blicke auf den gegenwärtigen Standpunkt der staatswissenschaftlichen Theorie“, (Jarcke) HPBl 12 (1843/2) Art. 61; „Blicke auf den gegenwärtigen Standpunkt der staatswissenschaftlichen Theorie“, (Jarcke) HPBl 13 (1844/1), Art. 32; „Zeitläufte. Stellung der Zensur zum protestantischen Fortschritt“, (Jarcke), HPBl 14 (1844/2), Art. 44; „Zeitläufte: Schluß“, (Jarcke), HPBl 17 (1846/1), Art. 46; „Zeitläufte“, (Jarcke), HPBl 19 (1847/1), Art. 13; „Zeitläufte“, (Jarcke), HPBl 19 (1847/1), Art. 23; „Glossen zur Zeitgeschichte“, (Jarcke) HPBl 19 (1847/1), Art.43; „Zeitläufte“, (Jarcke) HPBl 20 (1847/2), Art. 23; „Zeitläufte“, (Jarcke) HPBl 20 (1847/2), Art. 29.; „Sittliche Freiheit, Gewissensfreiheit, politische Freiheit (Jarcke), HPBl 1 (1838/1), Art. 24.

302 Zu Biographie und Werk von K.E. Jarcke vgl. z.B. Kraus 1990; Klug 1995, S. 274ff.

303 „Das göttliche Recht der Könige“ (anonym) HPBl 1 (1838/1), Art.18; „Was bezeugt die Geschichte?“ (anonym) HPBl 3 (1839/1), Art. 47; „Aphorismen über die Ursprünge der englischen Verfassung“ (anonym) HPBl 3 (1839/1), Art. 51; „Die alten rheinischen Fürsten“ (anonym), HPBl 3 (1839/1), Art. 67; „Die conservative Parthei in Deutschland“, (anonym) HPBl 8 (1841/2), Art. 64; „Die Geschichte der Physik, besonders im Mittelalter“, (anonym) HPBl 10 (1842/2) Art. 8; „Zur Charakteristik des gesellschaftlichen Zustands des neunzehnten Jahrhunderts“, (anonym) HPBl 14 (1844/2), Art. 10.

304 „Die deutsche Salon-Poesie der Frauen“, (Arndts), HPBl 19 (1847/1), Art. 39; „Aphorismen zur Signatur des Radikalismus oder falschen Liberalismus“, (Arndts) HPBl 13, (1844/1), Art. 8.

305 „Über katholische und protestantische Geschichtsschreibung“, (Höfler) HPBl 16 (1845/2), Art. 18.

306 „Über das Verhältnis der katholischen Kirche zur Demokratie in Nordamerika und Europa“ (Döllinger) HPBl 2 (1838/2), Art. 5.

307 Gollwitzer 1993, S. 63.

308 Vgl. hierzu Gollwitzer 1993, S. 63f.

309 Klug 1995, S. 43.



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04.07.2007