6 ZUSAMMENFASSUNG

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Für die Behandlung der idiopathischen Adoleszentenskoliose stehen nicht nur unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung, vielmehr können für die Spondylodese auch verschiedene Knochenmaterialien verwendet werden. In der Literatur wird das autologe Knochenmaterial als der „Goldstandard“ bezeichnet. Da größere Mengen von Knochenmaterial für die Spondylodese nötig sind, erfolgt die Entnahme des autologen Knochens oft nicht nur lokal, sondern auch vom Beckenkamm. Dies kann zu zum Teil erheblichen Komplikationen führen.

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Bei der Verwendung von allogenem Material besteht immer die Gefahr der viralen und bakteriellen Kontamination.

Aufgrund dieser Probleme besteht ein wachsendes Interesse an kompatiblen und osteokonduktiven Knochenersatzmaterialien.

In dieser Studie sollte untersucht werden, inwieweit mit dem osteokonduktiven Knochenersatzmaterial β-Tricalciumphosphat in Granulatform ähnliche Ergebnisse wie bei der Verwendung von autologem Knochenmaterial erzielt werden können.

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Im Zeitraum von Oktober 1998 bis April 1999 wurden 28 Patienten mit idiopathischer Adoleszentenskoliose operiert. Darunter waren 22 Mädchen und 6 Jungen mit einem Durchschnittsalter von 14,5 Jahren.

Bei allen wurde die Operationsmethode nach Cotrel-Dubousset mit USS Titan Instrumentarium durchgeführt. Für die dorsale Spondylodese wurde bei 19 Patienten eine Mischung aus autologem Knochen, der lokal gewonnen wurde, und allogenem Knochen verwendet. Die anderen 9 Patienten erhielten eine Mischung aus autologem Knochen und 25 g β-Tricalciumphosphat in Granulatform.

Als Verlaufskontrolle wurden unmittelbar präoperativ und postoperativ zu verschiedenen Zeitpunkten Röntgenbilder im posterior-anterior und lateralem Strahlengang angefertigt.

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Aus diesen wurden der Cobb Winkel der Haupt- und Nebenkrümmung, das Sagittalprofil der Wirbelsäule sowie die Rotation des Scheitelwirbels nach Perdriolle ermittelt.

Um die Knochendichte beurteilen zu können, wurden bei allen Patienten durchschnittlich nach 11 Monaten eine Computertomographie durchgeführt.

Eine signifikante Korrektur der Wirbelsäule konnte sowohl bei der Knochengruppe als auch bei der TCP Gruppe erreicht werden.

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Zwischen den Korrekturergebnissen beider Patientengruppen konnte statistisch kein signifikanter Unterschied bei der thorakalen Hauptkrümmung, der lumbalen Nebenkrümmung, der Brustkyphose, der Lendenlordose sowie der thorakalen Rotation nachgewiesen werden.

Auch bei der Knochendichtemessung mit Hilfe der Computertomographie zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen.

Nach den Ergebnissen zu urteilen, ist β-Tricalciumphosphat in Granulatform ein Knochenersatzmaterial, das mit Erfolg für die dorsale Spondylodese bei der operativen Behandlung der idiopathischen Adoleszentenskoliose eingesetzt werden kann.

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Die klinischen und radiologischen Parameter sowie die Ergebnisse der Knochendichtemessung belegen, daß mit β-Tricalciumphosphat in Granulatform gemischt mit autologem Knochen eine ähnliche Fusionsrate wie mit autologem/allogenem Knochen erreicht werden kann.


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27.09.2006