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2.  Aufgabenstellung

Die exakte Diagnostik und Klassifikation von Fehlbildungen und pathologischen Befunden ist die Hauptaufgabe in der Fetalpathologie. Betroffene Familien werden gemeinsam von Genetikern und Pränatalmedizinern hinsichtlich einer erneuten Schwangerschaft beraten. Die sehr große Anzahl von Fehlbildungsmustern erschwert die genaue Einordnung der Befunde. Hinzu kommt die geringe Anzahl von Experten sowohl in Deutschland als auch weltweit, so dass die Frage nach einer Zweiten Meinung immer mit einem hohen Aufwand für die Versendung des Materials und einem längeren Diagnosezeitraum verbunden ist.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Einsatzmöglichkeiten der Telepathologie in der Praxis zu testen und dabei zu evaluieren, welchen Beitrag die Telepathologie zur Lösung der oben genannten Probleme beisteuern kann. Folgende Fragen stehen im Zentrum der Arbeit:

  1. Sind telepathologische Techniken zur Bewältigung der steigenden Anforderungen an die Fetalpathologie anwendbar?
    Hierfür wird das kommerzielle System TPS am Institut für Pathologie der Charité im praktischen Einsatz untersucht.
  2. Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Telepathologie im Vergleich zur konventionellen Konsultation in der Fetalpathologie?
    Im Rahmen einer Fallstudie wird das TPS in die fetalpathologischen Arbeitsabläufe integriert und es werden die Vor- und Nachteile gegenüber konventionellen Methoden bewertet.
    Anhand mehrerer Sektionsfälle erfolgt eine Evaluation des Einsatzes der Telepathologie während der Sektion.
  3. Welche Anforderungen sind an die Qualität der übertragenen Bilder zu stellen, um eine exakte Diagnostik zu gewährleisten? Wie hängt dies von den optischen Bedingungen (Vergrößerung, Beleuchtung etc.) und den untersuchten Strukturen (verschiedene Gewebe) und deren Zustand (unfixiert, fixiert) ab?
    Hierfür wird eine Studie zur Bildqualität durchgeführt. Deren Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Bewertung der Einflussfaktoren auf die Qualität von statischen makroskopischen Bildern.
    Die Einflussmöglichkeiten des Pathologen auf die Bildqualität sollen systematisch untersucht und aufgezeigt werden.
    Das Ziel besteht im Erreichen einer höchstmöglichen Datenreduktion bei minimalen Qualitätsverlusten, um die sichere Diagnosestellung zu gewährleisten.
  4. Welche Anforderungen sind an telepathologische Lösungen zu stellen, um diese in der Routine einsetzen zu können?


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02.02.2004