Aus der Klinik für Geburtsmedizin
Campus-Virchow der Universitätsmedizin zu Berlin
Dissertation
Neuropsychologische, psychiatrische und metabolische
Konsequenzen des Gestationsdiabetes:
eine Verlaufsbeobachtung 5 Jahre post partum
Zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor medicinae (Dr.med.)
Universitätsmedizin Berlin / Klinik für Geburtshilfe
Dekan: Prof. Dr. med. Martin Paul
Gutachter:
1. Priv.-Doz. Dr. med. K.-J. Bühling
2. Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. U. Lehmkul
3. Prof. Dr. med. Dr. K. Diedrich
eingereicht: 17.07.2005
Datum der Promotion: 02.12.2005
Zusammenfassung
Worauf schon die Literatur hinweist, kann mit dieser Studie bestätigt werden: Eine langfristige metabolische Kontrolle stellt einen essentiellen Faktor in der adäquaten Betreuung von GDM Patientinnen dar. Dies wird nicht nur durch eine IGT bei einem Drittel der Probandinnen, sondern auch durch durchschnittlich höhere Insulin- und Kortisolspiegel 5,5 Jahre nach der Erkrankung bestätigt.
Die Objektivierung einer psychiatrischen Beeinträchtigung oder Einschränkung neuropsychologischer Funktionen aufgrund einer persistierenden Hyperglykämie konnte nicht eindeutig bestätigt werden. In Gedächtnistests sowie im subjektiven psychischen und somatischen Befinden konnten nur tendenzielle Unterschiede gemessen werden. Dies gilt auch in Abhängigkeit von der metabolischen Kontrolle unabhängig eines zu Grunde liegenden Gestationsdiabetes. Auch wenn die Studie keine kognitive Beeinträchtigung nachweisen konnte, sind Störungen durch langfristige metabolische Dysfunktionen nicht auszuschließen. Bei der Durchführung weiterer derartiger Studien sind unbedingt die von uns einbezogenen Stoffwechselparameter (Kortisol, Insulin und Glukose) mit Einfluss auf die Kognition einzubeziehen.
Ein regelmäßiges Follow-Up der Schwangeren mit Gestationsdiabetes sollte in jedem Fall erfolgen, um einen postpartalen Typ-2-Diabetes mellitus rechtzeitig zu erkennen und therapieren zu können.
Eigene Schlagworte: Gestationsdiabetes, Neuropsychologie, Hyperglykämie, IGT
Abstract
This study can confirm the importance of long term metabolic control in GDM Patients as the existing literature is already pointing out. It is an essential aspect in the adequate support of patients with gestational diabetes. It is shown not only by an impaired glucose tolerance in one third of GDM Patients but also by insuline and glucagon levels above average 5.5 Years after the concerning pregnancy. The objectification of psychiatric impairment or impairment in neuropsychological functions due to persistent hyperglycaemia could not be proved clearly.
In memory tests as in psychological or somatic findings we could only measure tendencies without significant differences. This counts also for the metabolic control itself without the existence of preceding gestational diabetes. Even though there were no cognitive impairments proven, we could not exclude any disturbances due to long term metabolic dysfunction. With the execution of future studies, metabolic parameter that we used (Insulin, Glucagone, Glucose) should be included as influencing parameter to cognitive functions. A Follow Up in GDM Patients should be performed regularly in any case, not only to exclude the development of a possible diabetes mellitus.
Keywords: Gestational diabetes, Neuropsychology, Hyperglycemia, IGT
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