Ergebnisse

↓60

Zur Beschreibung der Patientinnen wurden zwei Gruppenaufteilungen vorgenommen. Die erste Aufteilung bezieht sich auf die Vorerkrankung GDM/ Gesund (Kontrollgruppe).

↓61

Um auch eine separate Beeinflussung des Glukosespiegels auf die neuropsychologische Testung und/oder die Blutwerte vorzunehmen, wurde die zweite Gruppierung in IGT/nicht IGT aufgeteilt. Die Definition IGT wurde anhand der DDG 2001 vorgenommen und besteht in einmaliger Überschreitung des dafür vorgesehenen Wertes (> 140 mg/dl im 2-Stundenwert). Die Definition dient zur Beschreibung des Ausmaßes der Hyperglykämie bzw. des Stadiums der Erkrankung. Weiterhin ist die IGT ein pathologisch einzustufendes Phänomen, da sie mit erhöhter Mortalität und kardiovaskulären Erkrankungen einhergeht [Balkau et al. 1993, Pyörälä et al 1987]. 127 128

3.1  Patientendaten

Getestet wurden insgesamt 66 Frauen zwischen April und August 2003. 32 Frauen (48,5%) gehören zur Kontrollgruppe und 34 Frauen (51,5%) gehören zur GDM Gruppe mit einem durchschnittlichen Alter von 33 Jahren in der gesunden Gruppe und 31 Jahren in der GDM Gruppe.

Die Abbildung 4 stellt die Paritätenverteilung beider Gruppen dar, die sich hinsichtlich dieser Variable nicht signifikant voneinander unterscheiden.

↓62

In beiden Untersuchungsgruppen zeigten sich unkomplizierte Geburten im Sinne einer kindlichen oder mütterlichen Geburtskomplikation.

Abbildung 3: Parität der Kontroll/GDM Gruppe

3.2 Bildung

Die Patientengruppen wurden aufgeteilt nach Abitur, Hauptschul- und Realschulabschluss.

↓63

Tabelle 4: Bildungsverteilung der Gruppen

Gesund

GDM

Gesamt

Hauptschule

25,0%

11,8%

18,2%

Realschule

34,4%

61,8%

48,5%

Abitur

40,6%

26,5%

33,3%

Die Bildung betreffend liegt ein leichter Unterschied der Gruppen vor, der jedoch keine Signifikanz zeigt ( p= 0,07). In der Kontrollgruppe hat der größte Anteil von 40,6 % Abitur, 25% haben einen Hauptschulabschluss und 34,4% den Realschulabschluss. In der GDM Gruppe haben zwei Drittel den Realschulabschluss und mit geringeren Anteilen den Hauptschulabschluss (11,8%) und Abitur (26,5%).

3.3 BMI

Der Body Mass Index vor der Schwangerschaft gilt als Parameter zur Bestimmung des Körperfettanteils. Die Mittelwerte von 25,37 kg/m2 in der gesunden Gruppe und 25,5 kg/m2 in der Fallgruppe zeigen keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen (p = 0.887).

↓64

(Gesund/ GDM Minimum 19/19, Maximum 48/49, Standardabweichung 5, 55/9, 42).

Damit liegt der BMI in beiden Gruppen im oberen Normbereich.

Beim Vergleich der IGT/NGT der Gesamtgruppe liegt dieser unsignifikant (p=0,1) größere Unterschied bei 25,2 kg/m2 (nicht IGT) zu 26,5 kg/m2 (IGT).

3.4 Aktuelles Alter und Zeit seit Entbindung

↓65

Zwischen den Gruppen liegt kein signifikanter Unterschied in der Altersstruktur vor. Bei Entbindung liegt in der Kontrollgruppe ein durchschnittliches Alter von 32,7 (+/-3,8) Jahren mit einem Median von 33 ( 27- 43) vor und in der GDM Gruppe von 30,7 (+/- 3,9) Jahren bei einem Median von 31( 23-39) vor.

Bei der aktuellen Nachuntersuchung im Jahr 2002 liegen diese Zahlen in der Kontrollgruppe bei durchschnittlich 38,4 (+/-3,7) Jahren, Median: 38 (33-47) und in der GDM Gruppe bei durchschnittlich 36,2 (+/- 4,1) Jahren, Median: 36 (28-43) vor.

Der Zeitraum zwischen der Testung im Rahmen der Studie und der letzten Entbindung in beiden Gruppen sind in der Studie gezielt als ähnlicher Parameter ausgewählt worden und liegen damit in einem ähnlichen Zeitraum. In der GDM Gruppe haben die Entbindungen der betroffenen Schwangerschaft aller Patienten zwischen dem 20.12.1994 und 15.11 1998 stattgefunden, bei der

↓66

Kontrollgruppe liegt dieser Zeitraum zwischen dem 13.11.1994 und 19.03.1999.

Der Zeitraum in Jahren entspricht damit in beiden Gruppen 5,6 Jahre seit der letzten stattgefundenen Geburt.

3.5 Gewicht

Das aus den Patientendaten erhobene Gewicht vor und nach der letzten Schwangerschaft unterscheidet sich in den Gruppen zwar nicht signifikant voneinander, aber die Mittelwerte sprechen gegen die bisher angenommene Hypothese, dass Gewicht/Gewichtzunahme und GDM- Prävalenz miteinander korrelieren. Die durchschnittliche Zunahme entspricht anhand dieser Werte in der Kontrollgruppe 12,7 Kg und in der GDM Gruppe 14 Kg. Dieser vorliegende Unterscheid ist jedoch nicht signifikant (p = 0,2).

↓67

Tabelle 5: Gewichtsvergleich der Kontroll-/GDM Gruppe

Mittelwert +/-SD

Median (min-max)

Kg vor SS

(p= 0,2)

Kg nach SS

(p = 0,2)

Kg vor SS

Kg nach SS

GDM

71,1 +/-17,3

83,8 +/-15,5

67 (47-133)

81 (61-124)

Gesund

73,3 +/-13,8

87,3+/- 13,8

70 (52-124)

82 (70-133)

3.6 Blutuntersuchungen

3.6.1  Glukose

Tabelle 6: oGTT Vergleich der GDM/Kontrollgruppe

Gesund

GDM

p

Mittelwert

Median

Mittelwert

Median

 

ogtt nü

93,57 +/-6,776

93 (80-115)

97,75 +/-8,584

97 (79-113)

0,52

ogtt 1'

126,33+/-21,775

122,50 ( 99-187)

158,88+/-37,920

150 (97-233)

0,00

ogtt 2'

112,37+/-19,590

107,50 (78-174)

132,06 +/-28,459

129 (77 -196)

0,01

Wie hier ersichtlich sind die Blutglukosespiegel im Ein-, sowie im Zweistundenwert in der Gruppe der Gestationsdiabetikerinnen signifikant höher sind als in der Kontrollgruppe.

3.6.1.1 Gruppierung der Patienten in normale/erhöhte Blutzuckerwerte in Anlehnung an die Grenzwerte der DDG 2001 (in Absolutwerten)

↓68

Tabelle 7: Normale/erhöhte Blutzuckerwerte in allen ogtt's in der gesunden- und GDM-Gruppe im Vergleich

Man sieht signifikante quantitative Unterschiede zwischen den Gruppen in jedem der OGTT- Untertests.

Die nächste Abbildung zeigt die unterschiedliche quantitative Verteilung der Blutzuckerwerte am Beispiel des oGTT 2' in der GDM- sowie der Kontrollgruppe.

↓69

Abbildung 4: Vergleich der Häufigkeitsverteilung der Blutzuckerwerte im oGTT 2' von gesunden Patientinnen und GDM-Gruppe

Über dem von der DDG festgelegten Grenzwerte der Blutglukosekonzentration liegen im oGTT nüchtern 10% der Kontrollgruppe und 31,3 % der GDM Gruppe, im oGTT 1' 0% der Kontrollgruppe und 18,8% der GDM Gruppe, im oGTT 2' 10% der Kontrollgruppe und 34,4% der GDM Gruppe. Bei dieser Häufigkeitsverteilung findet sich damit in jedem Testergebnis ein signifikanter Unterscheid zwischen den beiden Gruppen.

Tabelle 8: oGTT Ergebnisse oberhalb der Norm in der Kontroll/GDM Gruppe

↓70

In der GDM-Gruppe befinden sich 27% (9/34) , die in mehreren oGTT Werten erhöhte Ergebnisse zeigen; von diesen haben sechs Patientinnen zwei erhöhte Werte und bei weiteren drei Patientinnen finden sich in drei Tests pathologische Ergebnisse. In der Kontrollgruppe befindet sich lediglich eine Patientin, die mehrere erhöhte Werte aufweist.

Insgesamt sind 14 Patientinnen mit einem erhöhten oGTT 2' mit einer IGT zu klassifizieren.

Diese Patientinnen wurden wegen des dringenden Verdachts einer Glukosetoleranzstörung zur Nachuntersuchung einbestellt.

↓71

Im oGTT nüchtern konnte beobachtet werden, dass keine Patientin der GDM Gruppe oder der Kontrollgruppe einen Glukosewert von > 120 mg/dl hat und damit über den Grenzwert der Klassifizierung eines manifesten Diabetes mellitus hinausgeht.

Der nach der DDG 2001 festgelegte Wert für die Diagnose eines Typ-2-Diabetes mellitus im oGTT 2' von > 200 mg/dl trifft für keine Patientin der Studie zu.

Es ist somit in beiden Gruppen bei keiner Patientin von einem manifesten Diabetes mellitus auszugehen.

↓72

Des Weiteren sind die Werte, die über die Grenzwerte hinausgehen, lediglich leicht erhöht (im oGTT nüchtern bis maximal 115 mg/dl), und mit solchen Werten sollte keine Schlussfolgerung für eine Manifestation dieser Erkrankung gezogen werden (DDG 2001).

3.6.2 Insulin

Es bestehen lediglich tendenzielle Unterschiede der Insulinkonzentrationen in den Gruppen (GDM/Gesund):

↓73

Die Mittelwerte zeigen einen größeren Unterschied aufgrund der Berücksichtigung eines Ausreißers von 136, 5, der sich jedoch in der Signifikanzberechnung nicht auswirkt.

Der Unterschied in der Insulinkonzentration liegt lediglich bei 6,5% und ist nicht signifikant.

Abbildung 5: Insulinkonzentration der GDM und Kontrollgruppe

↓74

Abbildung 6: Insulinkonzentration bei normalen/erhöhten Blutglukosewerten im oGTT2'


Tabelle 9: Insulinkonzentrationen bei erhöhten oder normalen Blutglukosespiegeln (NGT)

↓75

Damit ist Insulin bei erhöhtem oGTT nü' um 14,7%, beim erhöhten oGTT1' um 8,6% und beim erhöhten oGTT 2' um 65 % erhöht.

Zwischen den Gruppen mit hohen Blutzuckerkonzentrationen (IGT) im oGTT 2'(> 140 mg/dl) und normalen Werten (NGT) (< 140 mg/dl) besteht ein signifikanter Unterschied der Insulinkonzentration (p=0,017). Damit steht ein erhöhter oGTT 2' am stärksten im Zusammenhang mit der Höhe der Insulinkonzentration

Abbildung 7: Insulinwerte in der IGT und NGT Gruppe

↓76

In der IGT Gruppe liegt der mittlere Insulinwert bei 24,1 (+/- 34,4) und in der NGT Gruppe bei 10,5 (+/- 5,22). Der Median liegt in der IGT Gruppe bei 13,9 (5,8-136) und bei 9 (2,6-25,1) in der NGT Gruppe.

Damit zeigt sich ein insgesamt höherer Insulinwert in der Gruppe mit erhöhten Blutglukosewerten. Dieser Unterschied zeigt eine Signifikanz bei einem p-Wert von p = 0,017

3.6.3 Kortisol (Normalwert: 3-20 µg/dl)

Zwischen den Gruppen findet sich kein signifikanter Unterschied in der Kortisolkonzentration.

↓77

Es bestehen keine linearen Korrelationen zwischen Kortisolwert und Blutzuckerkonzentration in den oGTT Ergebnissen.

Abbildung 8: Kortisolwertevergleich der GDM- und NGT-Gruppe in µg/d

Abbildung 9: Vergleich der GDM und Kontrollgruppe in µg/dl

↓78

Bei der Betrachtung der Kortisolwerte je nach Blutzuckerwerten können Konzentrationsunterschiede beobachtet werden:

Die Patientinnen mit erhöhten Blutzuckerwerten zeigen höhere Kortisolwerte:

Tabelle 10: Kortisolwertevergleich je nach oGTT Ergebnis in µg/dl

↓79

Prozentual sind die Kortisolwerte im oGTTnü um 27% erhöht, im oGTT 2' um 22,1% erhöht und im oGTT 1'um 32 % erniedrigt.

Im Durchschnitt liegen alle Patientinnen im Normbereich ( 13,7 µg/dl ).

Bei der Aufteilung in zwei Gruppen ( >20 µg/dl und < 20 µg/dl) nach der Kortisolkonzentration ergibt sich eine leicht unregelmäßige Verteilung der Gruppen: 2 Probanden aus Gruppe 2 stammen aus der GDM Gruppe und 4 Probandinnen stammen aus der Kontrollgruppe.

↓80

Bei Aufteilung der Kortisolwerte in hohe- und normal-Werte (Gruppe1: bis 20 µg/dl, Gruppe 2 > 20µg/dl ist die Insulinkonzentration in der Gruppe 2 erhöht.

3.7 Auswertung der neuropsychologischen und psychiatrischen Tests

3.7.1  Vergleich der Gruppen GDM/Gesund

Tabelle 11: Quantitativer Ergebnisvergleich der neuropsychologischen Tests GDM/Kontrollgruppe

Mittelwert +/- SD

Median (min-max)

p

GDM

N=34

Kontroll

N = 32

GDM

Kontroll

 

Stroop a (Wörter in einer min.)

138,3+/-19

141,8 +/-17

139 (97-176)

143 (91-173)

0,33

Stroop b (Wörter in einer min.)

64,2+/-9

61+/-12

63 (47-82)

63 (28-88)

0,39

TMT B ( Sekunden)

72,3+/-18

73,6+/-25

71,5 (42-110)

70 (30-165)

0,94

Missing Digit (richtig genannte Ziffern)

6,4+/-2

6,2+/-2

6 (3-10)

6 (1-10)

0,72

RAVLT(Wörter)

38,2+/-3,9

37,6+/-5,3

39 (30-47)

39 (23-45)

Statistischer Vergleich, siehe MANOVA mit Messwert-wieder-holungen

Words 1 (Wörter)

6,6+/-1,7

7,1+/-2

6,5 (3-10)

7 (3-12)

Words 2 (Wörter)

9,9+/-1,6

9,7+/-2,4

10 (6-14)

10 (3-14)

Words 3 (Wörter)

11,7+/-1,8

11,7+/-2,4

12 (8-15)

12 (5-15)

Words 4 (Wörter)

12+/-2,0

12,4+/-2,2

12 (9-15)

13(5-15)

Words 5 (Wörter)

12,7+/-1,9

13,0+/-1,8

13 (9-15)

13 (9-15)

Words 6 (Liste 2, Wörter)

5,7+/-1,7

5,3+/-1,7

6 (2-9)

5 (3-8)

Words 7 (Wörter)

10,7+/-2,2

11,4+/-2,8

10,5 (7-15)

12 (4-15)

0,1

Words 8 (Liste 1 mach 30 min, Wörter)

11,1+/-2,1

11,2+/-3,0

11 (8-15)

12 (3-15)

0,5

Verbal IQ (Quotient)

112+/-11,3

114,5+/-12,1

112 (92-145)

112 (91-143)

0,31

RNG Index

0,345+/-0,511

0,331+/-0,514

0,336(0,25-0,43)

0,31(0,22-0,46)

0,25

RNG Null score

46,7+/-4,7

45,5+/-4,9

46,5 (37-55)

45 (35-58)

0,33

RNG Coupon

16,9+/-8,0

18,0+/-7,2

14 (0-36)

17 (10-38)

0,41

RNG Cs1

26,8+/-47,0

27,7+/-23,4

12 (0-272)

22 (0-96)

0,22

RNG Cs2

28,2+/-25,4

19,2+/-16,0

24 (0-120)

16 (0-64)

0,14

RNG Cst

46,9+/-28,3

54,2+/-44,6

46 (8-269)

42 (0-108)

0,6

RNG Zeit

1232,3+/-1232,3

1149,7+/-208,2

1166 (479-2414)

1107 (496-1600)

0,18

↓81

Alle Tests wurden einzeln miteinander verglichen, die Tests Words 1- Words 5 werden im Zusammenhang interpretiert und mittels einer Lernzuwachskurve dargestellt.

Im Vergleich der Gruppen GDM/Gesund können numerische Unterschiede in den Tests festgestellt werden. Diese weisen jedoch keine Signifikanz auf.

Wie in der Tabelle 10 gezeigt, gab es keine signifikanten Unterschiede in den neuropsychologischen Testvariablen:

↓82

Stroop Test: In beiden Versionen (Teil A und B) zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen GDM und deren untersuchten Kontrollen.

Die Testergebnisse im TMTB fielen für beide untersuchten Gruppen sehr ähnlich aus, Hinweise für eine Beeinträchtigung im Bereich der visuomotorischen Leistungen zeigten sich somit in diesem Test nicht.

Der Missing Digit Test zeigte keine die beiden Gruppen betreffende Unterschiede.

↓83

Randomisiertes Generieren von Zahlenreihen: In keinem der Testergebnisse ist ein Unterschied zwischen den Gruppen messbar.

Ergebnisse des Rey’s Auditorial Verbal Learning Tests:

Da bei diesem Test in zeitlicher Abfolge der Lernzuwachs der erlernten Worte beurteilt wird, wird zum statistischen Vergleich eine univariate Varianzanalyse mit Messwiederholungen (MANOVA with repeated measurements) gerechnet. Als „Within-Subjects-Variablen“ wurden die Messwiederholungen der Lerndurchläufe 1 bis 8 eingesetzt und als „Between-Subjects-Faktor“ die Gruppen Frauen ohne GDM mit der Gruppe Frauen mit GDM verglichen. Diese Varianzanalyse vergleicht alle Ergebnisse dieses Tests mit Messwiederholungen in einem statistischen Modell, so dass multiples statistisches Testen und deren Korrekturverfahren umgangen werden.

↓84

In dieser Varianzanalyse ergibt sich als Haupteffekt kein signifikanter Unterschied bezüglich des „Between-Subject-Effects“ (F = 0,666) und keine signifikante Interaktion (Gruppe x Wortliste, F = 0,344). Erwartungsgemäß zeigt sich ein signifikanter Lerneffekt (F = 0,001), somit ein Lernzuwachs von Lauf zu Lauf, welcher in den beiden untersuchten Gruppen aber nicht signifikant unterschiedlich ist (F = 0,617). Dieser Lernzuwachs ist in der Abbildung 11. für die ersten 5 Durchläufe dargestellt.

Bezüglich der späteren Reproduktion der gelernten Wörter (Lauf 7 und 8) zeigen sich zudem keine signifikanten Unterschiede in den untersuchten Gruppen.

Abbildung 10: Lernzuwachs: Vergleich der GDM/Kontrollgruppe (dargestellt sind Maximum, Minimum und Mittelwert)

Die Darstellung des Lernzuwachses im Verbal Learning Test zeigt eine ähnliche Steigung in beiden Gruppen (min-Mittelwert-max).
Die Zuwachsrate zeigt einen angedeuteten Unterschied zwischen den Gruppen, der keine Signifikanz aufweist (F = 0,617).

↓85

Durch diesen Gruppenvergleich sieht man zwar in den meisten Tests Leistungsunterschiede, die jedoch in Ihrer Ausprägung keine signifikanten Unterschiede zeigen. Weiterhin zeigt sich kein tendenziell besseres Gesamtergebnis in einer der Gruppen.

Tabelle 12: Vergleich der Psychiatrischen Tests GDM /Kontrolle

Mittelwert +/- SD

Median (min-max)

P

GDM (N=34)

Kontroll (N=32)

GDM

Kontroll

 

SCL

35,2+/-28,9

28,2+/-25,6

29,5 (3-10)

19 (3-102)

0,17

Bdica

3,7+/-3,4

3,2+/-4,3

3,5 (0-12)

2 (0-19)

0,26

BDIsom

2,8+/-2,4

2,4+/-1,9

2 (0-9)

2 (0-8)

0,64

Aus Tabelle 12 ist ersichtlich, dass auch in den psychiatrischen Tests keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vorhanden sind. Man kann jedoch feststellen, dass der numerische Unterschied in jedem Ergebnis in der GDM-Gruppe auf einen besseren Testwert hindeutet.

3.7.2 Vergleich der Gruppen IGT/NGT

↓86

Tabelle 13: Quantitativer Ergebnisvergleich der neuropsychologischen Tests IGT/NGT- Gruppen

Mittelwert +/- SD

Median (min-max)

p

IGT

N=14

NGT

N = 48

IGT

NGT

 

Stroop A (Wörter in einer Minute)

143+/-22,3

140 +/-16,5

144,5 (97-176)

142 (91-173)

0,5

Stroop B (Wörter in einer Minute)

64,6+/-7,5

62,4+/-12

63,5 (50-79)

63 (28-88)

0,4

TMT B ( Sekunden)

80,1+/-33

70,7+/-16,8

71,5 (42-165)

70 (30-102)

0,4

Missing Digit (richtig genannte Ziffern)

7,2+/-2,1

6,2+/-1,8

7,5 (3-10)

6 (1-10)

0,09

RAVLT (Wörter)

36,8+/-5,7

38+/-4,2

39 (22-44)

39 (25-45)

Statis
tischer
Vergleich,
siehe MANOVA
mit Messwert
wieder
holungen

Words 1 (Wörter)

6,5+/-2,2

6,9+/-1,8

6,5 (3-10)

7 (3-12)

Words 2 (Wörter)

9,1+/-2,4

10+/-1,9

10 (3-11)

10 (5-14)

Words 3 (Wörter)

11,4+/-2,6

11,7+/-2,0

12,5 (5-14)

12 (6-15)

Words 4 (Wörter)

11,6+/-3,2

12,3+/-1,8

12,5 (5-15)

13 (8-15)

Words 5 (Wörter)

13,1+/-2,2

12,8+/-1,8

14 (9-15)

13 (9-15)

Words 6 (Liste 2/ Wörter)

5,4+/-1,5

5,5+/-1,7

5 (3-8)

6 (2-9)

Words 7 (Wörter)

10,7+/-3,6

11,1+/-2,3

11,5 (4-15)

11 (4-15)

0,9

Words 8 (Liste 1 nach 30 Minuten/ Wörter )

10,7+/-3,4

11,1+/-2,3

11 (3-15)

11 (6-15)

0,8

Verbal IQ (Quotient)

115,9+/-10,5

112,4+/-12,4

118 (95-130)

112 (91-145)

0,2

RNG Index

0,33+/-0,44

0,33+/-0,51

0,31(0,25-0,41)

0,33(0,22-0,46)

0,7

RNG Null Score

46,2+/-4,4

45,6+/-4,7

46 (37-55)

45 (35-57)

0,5

RNG Coupon

16,8+/-9,2

17,3+/-6,9

14,5 (0-33)

15 (10-38)

0,6

RNG Cs1

15,4+/-24,6

31,8+/-40,8

8 (0-96)

22 (4-272)

0,01

RNG Cs2

34,5+/-34,6

19,9+/-15,5

26 (0-120)

18 (0-64)

0,2

RNG Cst

50+/-38

51,1+/-39,6

44 (0-120)

46 (8-269)

0,8

RNG Zeit

1319,8+/-364,2

1150,41+/-222,3

1193 (1035-2414)

1138 (496-1935)

0,1

Im Vergleich der Gruppen IGT/NGT können numerische Unterschiede in den Tests festgestellt werden. Diese weisen jedoch keine Signifikanz auf.

Wie in Tabelle 13 gezeigt, gab es keine signifikanten Unterschiede in den neuropsychologischen Testvariablen:

↓87

Stroop Test: In beiden Versionen (Teil A und B) zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen IGT und NGT.

Die Testergebnisse im TMT B zeigen im Mittelwert ein etwas schlechteres Ergebnis in der IGT-Gruppe. Dieser Unterschied unterliegt jedoch keiner Signifikanz und somit gibt es keine Hinweise für eine Beeinträchtigung im Bereich der visomotorischen Leistungen in diesem Test.

Der Missing Digit Test zeigte keine beide Gruppen betreffende Unterschiede.

↓88

Randomisiertes Generieren von Zahlenreihen: In keinem der Testwerte findet sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Die Signifikanz im CS1 wird inklusive eines Wertes von 272 in der NGT-Gruppe gezeigt. Eine Probandin der Kontrollgruppe, die einen CS1 von über 200 erreicht, hat die Technik des Tests nicht verstanden. Bei Herausnahme dieses Wertes fällt der Unterschied unter die Signifikanzgrenze auf P=0,54 ab.

Eine univariate Varianzanalyse mit Messwiederholungen (MANOVA with repeated measurements) mit den „Within-Subjects-Variablen“ Lerndurchläufe 1 bis 8 und dem „Between-Subjects-Faktor“ Gruppe (IGT-Gruppe vs. NGT-Gruppe) zeigte einen hochsignifikanten „Within-Subjects-Effekt“ (F=135,7, p=0.000). Dieses Ergebnis zeigt, dass ein signifikanter Lerneffekt in den Gruppen nachweisbar ist. Da sich der „Between Subjects-Effekt“ zwischen den Gruppen nicht unterscheidet (F=0,72, p=0,4), gibt es keinen Unterschied im Lernverhalten zwischen diesen Gruppen.

Im Gruppenvergleich sieht man zwar in den meisten Tests Leistungsunterschiede, die jedoch in ihrer Ausprägung keine wissenschaftlich signifikant zeigen. Weiterhin zeigt sich kein tendenziell besseres Gesamtergebnis in einer der Gruppen.

↓89

Der signifikante p-Wert im BDIsom-Test kann aufgrund der ungleichen Gruppengröße als Artefakt beurteilt werden.

Abbildung 11: Lernzuwachs: Vergleich IGT/NGT (dargestellt sind Maximum, Minimum und Mittelwert)

Auch in diesem Gruppenvergleich zeigt die Darstellung des Lernzuwachses im Verbal Learning Test eine ähnliche Steigung in beiden Gruppen (min-Mittelwert-max).

↓90

Die Zuwachsrate zeigt hier ebenfalls keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen ( p = 0,67).

Im Vergleich der psychiatrischen Tests kann aufgrund der unterschiedlichen Gruppengröße keine Signifikanz festgestellt werden. Die Signifikanz im BDIsom muss aufgrund dessen als Artefakt betrachtet werden.

Tabelle 14: Vergleich der psychiatrischen Tests IGT/NGT

Mittelwert +/- SD

Median (min-max)

IGT (N 14)

NGT (N 48)

IGT

NGT

 

SCL

25,2+/-25,1

35,5+/-28,6

15,5 (3-87)

24 (4-110)

0,08

Bdica

2,4+/-3,1

3,7+/-4,1

1 (0-10)

3 (0-19)

0,2

BDIsom

1+/-1,2

3,1+/-2,3

1 (0-4)

3 (0-9)

0,02

↓91

Aus Tabelle 14 ist ersichtlich, dass auch in den psychiatrischen Tests keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vorhanden sind. Man kann jedoch feststellen, dass der numerische Unterschied in jedem Ergebnis in der GDM Gruppe einen besseren Testwert zeigt.

3.7.3 Vergleich der neuropsychologischen/psychiatrischen Tests bei hoher/normaler Kortisolkonzentration

Tabelle 15: Neuropsychologische Testergebnisse bei hohen/normalen Kortisolwerten

Im Vergleich dieser Gruppen können ebenfalls in einigen Tests Leistungsunterschiede festgestellt werden.

↓92

Im Vergleich der Gruppen „Kortisol normal“/ „Kortisol erhöht“ können numerische Unterschiede in den Tests festgestellt werden. Diese weisen jedoch keine Signifikanz auf.

Wie in Tabelle 15 gezeigt, gab es keine signifikanten Unterschiede in den neuropsychologischen Testvariablen:

Stroop Test: In beiden Versionen (Teil A und B) zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen.

↓93

Die Testergebnisse im TMT B fielen für beide untersuchten Gruppen sehr ähnlich aus. Hinweise für eine Beeinträchtigung im Bereich der visomotorischen Leistungen zeigten sich somit in diesem Test nicht.

Der Missing Digit Test zeigte keine beide Gruppen betreffende Unterschiede.

Randomisiertes Generieren von Zahlenreihen: In keinem der Testergebnisse ist ein Unterschied zwischen den Gruppen messbar.

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Eine univariate Varianzanalyse mit Messwiederholungen (MANOVA with repeated measurements) zeigt einen signifikanten Lernerfolg in den Gruppen („Within-Subjects-Variablen“ Läufe 1 – 8, F=71,6, p=0,000) aber keine Unterschiede in den Gruppen mit und ohne erhöhte Kortisolkonzentration („Between-Subjects-Effect“ F=0,33, p=0,57).

Tabelle 16: Psychiatrische Testergebnisse bei normalen/hohen Kortisolwerten

Aus Tabelle 16 ist ersichtlich, dass auch in den psychiatrischen Tests keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen vorhanden sind.

↓95

SCL: Die bessere, somatisch subjektive Einschätzung weist einen niedrigeren Wert in der Gruppe mit niedrigeren Kortisolwerten auf, es besteht jedoch keine Signifikanz in diesem Merkmal. Im BDIca und BDIsom sind keine Unterschiede zwischen den Gruppen und damit keine klare psychische Beeinträchtigung durch eine Kortisolspiegelveränderung zu beobachten.


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11.12.2006