Einleitung

↓1

Der neuronale Zelltod wird aufgrund morphologischer Unterschiede, Zeitverlauf und Auftreten in Zusammenhang verschiedener physiologischer und pathophysiologischer Vorgänge in zwei Typen eingeteilt 1. Einerseits kann der Zelluntergang in Form einer schrittweisen progressiven Apoptose oder des programmierten Absterbens, als wesentliche Form des physiologischen Zelltodes, ablaufen. Diese Art spielt auch eine entscheidende Rolle bei langsam fortschreitenden neurodegenerativen Erkrankungen, wie beispielsweise bei der Alzheimer’schern Erkrankung, Morbus Parkinson oder Amyotropher Lateralsklerose. Andererseits kann der Zellverlust durch Nekrose erfolgen, als Produkt einer schnellen Schädigung hervorgerufen durch extremen physischen oder toxischen Stress, wie er zum Beispiel beim ischämischen Insult auftritt. Allerdings mehren sich die Hinweise, dass ein Nebeneinander dieser beiden Formen des Zelluntergangs bei neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen besteht 2-4.

Das antioxidative Enzyms NADPH-Quinonoxidoreduktase (NQO1) ist ein ubiquitär vorkommendes zytosolisches Flavoprotein, das die Zwei-Elektronenreduktion verschiedener Quinone katalysiert. Die Rolle dieses Enzyms wird kontrovers diskutiert und seine Wirkung auf Nervenzellen ist ungeklärt. Zum einen werden ihm protektive Eigenschaften zugesprochen. Es verhindert das Wiedereintreten von Verbindungen in den Redoxzyklus. So wird der Organismus beispielsweise vor der Entstehung von reaktiven Radikalen geschützt. Allerdings kann das Enzym neben seinem chemoprotektiven Potential unschädliche Quinone und Anteile von Aziridiniumverbindungen in reaktivere und somit zytotoxische Produkte überführen 5,6. Darüber hinaus ist gezeigt worden, dass die NQO1 eine bedeutende Rolle bei der Inhibition der Degradation des proapoptotischen Proteins p53 spielt 7.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Interesses galt dem Steroidhormon 17 β-Estradiol, welches bei Wachstum und Differenzierung eine bedeutende Rolle spielt. Auch im Zentralnervensystem werden Estrogenrezeptoren ubiquitär exprimiert. In epidemiologischen Studien wurde die Substitution von Estrogenen in der Menopause mit einem verminderten Auftreten des Morbus Alzheimer korreliert 8,9. Protektive Eigenschaften wurden auch in exzitotoxischen Schadensmodellen und beim Schlaganfall nachgewiesen 10.

↓2

Elemente des Zytoskeletts, wie Aktinfilamente, bilden ein submembranöses Netzwerk, welches mit Oberflächenrezeptoren und intrazellulären Effektoren interagiert und in den neuronalen Zelltod involviert ist11,12. Das zytoskelettmodulierende Protein Gelsolin ist an der Inaktivierung spannungsabhängiger Ca2 +-Kanäle beteiligt und kann so Zellen vor exzitotoxischen Zelltod schützen 12,13. Die Rolle beim apoptotischen Zelltod ist bisher noch ungeklärt.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
27.03.2006