5 Zusammenfassung

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Mittels klonspezifischer PCR ist ein spezifischer Nachweis kleiner DNA-Mengen möglich. Wir haben von 47 MF-Patienten Hautproben mittels TCR-γ- und –β-spezfischer Konsensusprimer untersucht. 50 TCR-γ- und 7 TCR- β-Sequenzen wurden sequenziert, von 15 bzw. 5 Patienten war die Entwicklung eines N-spezifischen Primers möglich. Damit konnten in 39/52 Blutproben im Gegensatz zu 6/52 mit den für TCR-γ spezifischen Konsensusprimern zirkulierende, klonale Zellen gezeigt werden. Dies bestätigt die höhere Sensitivität der klonspezifischen PCR gegenüber der Konsensusprimer-PCR. Um zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen Frequenz der zirkulierenden klonalen Zellen und klinischem Verlauf gibt, wurden für 4 Patienten mittels LightCycler die im Blut zirkulierenden klonalen Rearrangements quantifiziert. Ein Vergleich dieser Daten mit dem klinischen Verlauf ergab bei zwei Patienten eine Tendenz zu einem reziproken Verhältnis zwischen beiden Parametern. Nur bei einem Patienten im Tumorstadium konnte eine Zunahme der Frequenz zirkulierender klonaler Rearrangements mit Verschlechterung des Krankheitsbildes eruiert werden.

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Schwächen der Methode waren die Kürze der N-Sequenz der TCR-γ-Kette, weshalb nur für 15 von 50 TCR-γ-Sequenzen ein spezifischer Primer entworfen werden konnte. Eine Alternative war die aufwendigere Entwicklung von TCR-β-spezifischen Primern. Ausserdem beschränken die niedrige Patientenzahl und grosse Standardabweichungen während der quantitativen PCR mittels SYBR-Green im LightCycler die Aussagekraft der Daten.

Der Nachweis klonaler Rearrangements in Haut- und Blutproben von SPP-Patienten wäre ein Hinweis auf den Lymphomcharakter dieser Erkrankung. Bei 9 von 14 SPP-Patienten wurde in Blutproben mit Hilfe der für VγI-Jγ1/2 spezifischen Konsensusprimer ein monoklonales Rearrangement gefunden. Für 6 Patienten konnte ein klonspezifischer Primer entwickelt werden. Ein Nachweis der klonalen Sequenz aus dem Blut in der Haut war trotz einer geschachtelten PCR nicht möglich. Ein Grund dafür könnte sein, dass es sich dabei um monoklonale Rearrangements handelt, die bei bis zu 73% von Probanden mit einem Alter über 60 Jahren gefunden werden. Dass es sich bei den im Blut vorhandenen Rearrangements um reaktiv wachsende Klone handelt, die aufgrund einer in der Haut niedrigen Konzentration nicht nachweisbar waren, erscheint wegen ihrer CD4-Positivität wenig wahrscheinlich. Einen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen CTCL und SPP konnte also nicht gefunden werden.


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08.11.2006