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Die wichtigste genetische Ursache von rheumatoider Arthritis (RA) wird in den humanen Leukozyten-Antigenen (HLA) gesehen. Die RA ist vor allem mit dem Haplotypen HLA-DRB1*04 (DR4) assoziiert. Es wurden bisher mehrere Mechanismen beschrieben, wie diese HLA-DR-Moleküle die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde die differentielle Expression von HLA-DRB-Genen in unterschiedlichen Antigen-präsentierenden Zellen als möglicher Mechanismus untersucht. Dabei wurden strukturelle Unterschiede zwischen den Promotoren des krankheitsassoziierten DR4-Haplotyps und den neutralen Haplotypen DR7 und DR9 eingehender betrachtet. Allen drei Haplotypen ist gemein, daß sie das DRB4-Gen als zweites funktionelles, gering-polymorphes DRB-Gen tragen, wobei das DRB4-Gen entweder den DRB4A oder den –B-Promotor besitzt. Über die Bestimmung der Luziferaseaktivität wurden die transkriptionellen Aktivitäten der fünf verschiedenen Promotoren DR4, DR7, DR9, DRB4A und DRB4B in der humanen Monozytenzellinie THP-1 und in der humanen B-Lymphom-Zellinie BJAB ermittelt. Es zeigte sich, daß in beiden Zellinien die Promotoraktivität von DRB4B höher war als die von DRB4A. Um den Einfluß der einzelnen Promotorelemente auf die unterschiedlichen Transkriptionsaktivitäten näher zu untersuchen, wurde mit Hilfe der surface plasmon resonance (SPR) die Bindung der Transkriptionsfaktoren aus den Zellkernlysaten von THP-1 und BJAB an die unterschiedlichen S-, X-, Y-, CCAAT- und TATA-Boxen analysiert. Als unerwartetes Ergebnis konnte gezeigt werden, daß die unterschiedliche Expression von DRB4A und DRB4B durch die ubiquitäre TATA-Box vermittelt wird. Erwartungsgemäß hingegen wurde die INF-γ-Stimulation der HLA-DR-Expression von THP-1- aber auch von BJAB-Zellen durch die für die HLA-II-Promotoren spezifische X-Box vermittelt. Weiterhin konnte gezeigt werden, daß der Haplotyp DR7 bevorzugt mit dem DRB4B-Promotor, der eine höhere transkriptionelle Aktivität als der DRB4A-Promotor besitzt, und mit der DRB4-Spleißvariante, die eine DRB4-Expression verhindert, assoziiert ist. Da die beiden Häufigkeiten unter den RA-Patienten und den Kontrollen gleich waren, kann ein Einfluß der HLA-DR-Expression auf die Empfänglichkeit gegenüber der RA ausgeschlossen werden. Bei der Analyse einer bereits gut charakterisierten RA-Kohorte stellte sich allerdings heraus, daß der DRB4B-Promotor mit einem schweren und die DRB4-Spleißvariante mit einem milden Krankheitsverlauf assoziiert ist, so daß eine erhöhte HLA-DR-Expression den Krankheitsverlauf negativ zu beeinflussen scheint. Möglicherweise spielt der Polymorphismus der regulierenden Gensequenzen neben dem Polymorphismus der kodierenden Gensequenzen auch für andere Gene eine wichtigere Rolle als bisher angenommen.
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