[Seite 48↓]

V.  Diskussion

A. Bedienung und Programmdesign

1. Interaktivität

Das Konzept von „RHEUMA-CD-ROM“ entspricht dem eines Multimedia-Lehrbuches. Diese Medienform zeichnet sich, wie bereits auf Seite 9 ausgeführt, durch mit Hyperlinks verbundene Dokumente aus. Der Anfänger kann sich mit der Hilfe der Kapitelstruktur systematisch über die Erkrankung „rheumatoide Arthritis“ informieren, bei Bedarf zusätzlich das Wichtigste durch eine guided tour vermittelt bekommen. Dem Fortgeschrittenen steht durch den Index ein multimediales Nachschlagewerk zur Verfügung.

Das Programm verfolgt den Ansatz, ein konventionelles Lehrbuch unter Einbeziehung der Gliederung in einzelne Kapitel auf dem Computerbildschirm abzubilden und dabei die Vorzüge moderner Hypermedien zu integrieren. Ein Buch kann man von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen. Diese Funktion wird durch die Links- und Rechts-Pfeile im Navigationsbereich ermöglicht. Anders als beispielsweise bei den heute üblichen Internet-Browsern ist die Taste für die nächste Bildschirmseite immer aktiviert*), daß heißt, es ist ein eingespeicherter Pfad vom Anfang bis zum Ende vorgesehen. Zusätzlich bestehen Verzweigungsmöglichkeiten mittels Hyperlinks, die durch speziell markierte Begriffe und spezielle Funktionstasten dargestellt sind. Das Programm ist somit ein Hybrid aus Lehrbuch und Hypermedium.

Beim Testen des Prototyps fiel auf, daß durch die Navigation per Hyperlinks auch Verwirrung entstehen kann. So war die Rückwärts-Taste immer mit der jeweils vorher eingespeichertenSeite verbunden. Der Computer hatte also vergessen, welche Seite die zuvor angezeigte war. Dieses Problem wurde durch die Generierung einer sogenannten History-Liste behoben, in der die letzten zehn angezeigten Bildschirmseiten gespeichert werden. Beim Rücksprung wird dann die in diese Liste zuletzt aufgenommene Seite angesteuert. Dadurch wurde ein wesentlich flüssigeres Arbeiten mit dem Programm möglich.


[Seite 49↓]

Bei der Konzeption des Programmes wurde es als vorteilhaft angesehen, die Steuerung allein mit der Maus ohne Zuhilfenahme der Tastatur zu ermöglichen. Dadurch sollte eine einfache Bedienung gewährleistet werden, die sich auch für Computerneulinge leicht erschließt. Interaktionsformen wie Freitexteingabe, Volltextsuche oder Kommentierung waren so jedoch von vorn herein ausgeschlossen.

Die Volltextsuche wurde durch eine möglichst umfassende Indizierung des zugrundeliegenden Textes ersetzt. So enthalten die Wortlisten im Modul „Index“ nicht nur die Begriffe, die im Glossar erklärt werden, sondern die Mehrzahl der Wörter sind direkt mit den entsprechenden Bildschirmseiten im Modul „rheumatoide Arthritis“ verknüpft.

Die Interaktion mit dem Programm wird durch verschiedene aktive Bildschirmelemente gefördert. Interaktive Grafiken ermöglichen es, mehr Details darzustellen und doch ein harmonisches Bildschirmlayout beizubehalten. Dadurch wird auch das störende Jonglieren mit mehreren gleichzeitig geöffneten Fenstern vermieden. „Hot-Spots“ auf dem Bildschirm laden ein, diese mit der Maus zu erkunden. So erscheinen Zusammenfassungen zu einzelnen Themen im Kapitel „Pathogenese“ oder die ACR-Kriterien im Kapitel „Diagnose“ werden näher erläutert, wenn mit der Maus auf diese Begriffe gezeigt wird. Interaktive Gelenkschemata wie im Kapitel „RA – Differentialdiagnosen – Polyarthrose“ regen dazu an, spielerisch den unterschiedlich lokalisierten Gelenkbefall bei den verschiedenen Arthroseformen zu verinnerlichen. Informationen, die normalerweise in Tabellen gepresst werden, wurden im vorliegenden Programm interaktiv gestaltet und tragen zur Auflockerung bei. (Beispiel: Kapitel „RA – Verlauf – Verlaufsbeobachtungen“) Eine weitere Interaktionsform stellt der Prognose- und Therapie-Rechner dar. (Kapitel „RA – Prognose – Prognose-Rechner“) Dieser Programmteil basiert auf einem Index zur Aktivitäts- und Prognoseabschätzung bei rheumatoider Arthritis [44, 105]. Durch Anklicken der verschiedenen Parameter kann der Score geändert werden. Das wird auch visuell verdeutlicht. Zu den verschiedenen Prognosestufen können dann individuelle Therapievorschläge abgerufen werden. Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Prognosefaktoren kann so einfach erlernt werden und die Wertigkeit der verschiedenen Medikamente im komplexen Therapiekonzept der RA wird verdeutlicht.


[Seite 50↓]

2.  Bildschirmgestaltung

Eine ansprechende Gestaltung der Bildschirmoberfläche stellt die Basis für die Akzeptanz und den Erfolg jedes Computersystems dar [99]. Durch ein intuitives Screen-Design kann die Auseinandersetzung mit dem Computer gefördert und die Arbeit angenehm gestaltet werden. Berührungsängste werden abgebaut [94].

Ein Grundprinzip ist, daß Tasten mit gleichen Funktionen auch jeweils an gleicher Position auf dem Bildschirm erscheinen. Durch die Trennung in Informations- und Navigationsbereich und die dadurch vorgegebene starre Maske ist diese Forderung umgesetzt.

Nach den Vorschlägen der GMDS [92] sollen wichtige Funktionen wie Anzeigen der Themenübersicht, Beenden des Programmes etc. ständig zur Verfügung stehen. Weiterhin sollen Tasten, die momentan keine Funktion ausführen, als inaktiv gekennzeichnet werden und nicht etwa spurlos von der Oberfläche verschwinden. Diese Forderungen des Screendesigns werden vom Programm „RHEUMA-CD-ROM“ erfüllt.

Die Positionsanzeige am oberen Bildschirmrand unterstützt den Anwender bei der Navigation durch das Programm mittels Hyperlinks. Beispielsweise finden sich Informationen zu Rheumaknoten in den Kapiteln Pathogenese, Histologie und Klinik. Trotzdem sind diese Informationen durch Hyperlinks mit nur einem Mausklick erreichbar. Mit Hilfe des Positionsindikators kann der Leser Sprünge von einem Kapitel zum nächsten nachvollziehen. Dieser Programmbaustein wurde in Textform umgesetzt. Besser hätte sich unumstritten eine Grafik geeignet, wie sie im Programm „Das Herz“ verwendet wird [83]. Möglich wäre auch die farbige Gestaltung der einzelnen Hierarchien wie im Programm „Laennec“ gewesen [14]. Aufgrund technischer Limitationen von Macromedia Director wurden diese Varianten wieder verworfen.

Sollen umfangreichere Informationen auf Bildschirmen dargestellt werden, ist heute die Verwendung von Rollbalken üblich, da oft nicht alle Informationen auf eine Bildschirmseite passen. Diese Methode wurde bei der Projektplanung für die Präsentation von Wissen als unvorteilhaft eingeschätzt. Dieses Konzept wird auch gestützt durch die Untersuchungen von Elsner et. al., der bei der Evaluation von Prototypen eines Multimediaprogrammes ein schlechteres Abschneiden in der Rubrik Übersichtlichkeit beim Einsatz von Rollbalken zu verzeichnen hatte [34]. Diese verleiten oft dazu, nur den abgebildeten Text zu [Seite 51↓]lesen. Außerdem zerstören sie oft das Bildschirmlayout und belegen zusätzlichen Platz. Weiterhin ist beim Einsatz des Programmes in Seminaren und Vorlesungen das Verschieben des Textes sehr unhandlich. Aus diesen Gründen wurde im Modul „rheumatoide Arthritis“ – abgesehen vom Index – auf die Verwendung von Rollbalken verzichtet und die Information stattdessen auf mehrere Bildschirmseiten aufgeteilt. Dies geht konform mit den Vorschlägen der GMDS. Hier heißt es: „Die Regel Ein Thema - ein Textfenster ist weitgehend realisiert.“ [92]

3.  Implementation und technische Aspekte

Das Computerprogramm „RHEUMA-CD-ROM“ wurde mit Hilfe der Multimedia-Entwicklungsumgebung Macromedia Director erstellt. Dadurch ergeben sich einige Vorteile:

1) Das Director-Grafiksystem arbeitet extrem schnell. Diese Geschwindigkeit kommt „RHEUMA-CD-ROM“ direkt zu gute. Wird eine neue Seite aufgerufen, so erscheint diese in einem Zeitraum von maximal einer Sekunde auf dem Bildschirm. Durch ausgefeilte Kommandos kann diese zeitliche Verzögerung noch reduziert werden, indem während der Betrachtung einer Bildschirmseite im Hintergrund schon die Seite vom Datenträger (CD-ROM, Festplatte) geladen wird, die wahrscheinlich als nächste angeklickt wird. Diese Technik wird beispielsweise bei der Anzeige der großformatigen Röntgenbilder der Hände verwendet.

2) Animationen lassen sich direkt in Director mit Hilfe der intuitiv zu bedienenden Zeitstrahlmetapher erstellen und bearbeiten. Dadurch können diese in komplexer Form auf die Mausbedienung reagieren und die Synchronisation zur Tonspur gestaltet sich einfacher. Eine Alternative stellt das externe Erstellen von Animationen mit nachfolgendem Import als Quicktime-Datei dar. Dies setzt jedoch die Installation der Systemerweiterung Quicktime voraus. Dies ist für die Benutzung der „RHEUMA-CD-ROM“ nur dann erforderlich, wenn auch die Videos betrachtet werden sollen. Animationen und Ton können auch ohne diese Erweiterung genutzt werden.

3) Text wird durch das Director-Grafiksystem geglättet. Diese Funktion erlaubt die Formatierung von Text in druckähnlicher Form ohne störende Stufenbildung an den Rändern. So passen sich Schriften harmonisch in das Gesamtbild ein.


[Seite 52↓]

Die Textinformationen werden so gespeichert, daß sie auf dem Computer des Endanwenders angezeigt werden können ohne die erforderliche Schriftart in dessen Betriebssystem installieren zu müssen. So wird einerseits die nach den Anforderungen der GMDS [92] unerwünschte Installation von Komponenten in das System des Anwenders vermieden, andererseits entstehen keine lizenzrechtlichen Komplikationen durch die Weitergabe von unter Umständen lizenzpflichtigen Schriftarten. Komplikationen durch unterschiedliches Erscheinungsbild von Schriften gleichen Namens auf verschiedenen Betriebssystemen entstehen ebenfalls nicht (zum Beispiel Macintosh- und Windows-Times).

4) Das System Director ist in der Multimediabranche extrem weit verbreitet. Es existiert eine beträchtliche Menge an Literatur zu dieser Entwicklungsumgebung und im Internet bestehen Diskussionsforen, in denen Probleme diskutiert werden und Lösungsbeispiele angeboten werden [61, 100, 101]. Dadurch ist der Einstieg in die Entwicklung sehr einfach.

5) Director verfügt über die integrierte Programmiersprache „Lingo“. Erst dadurch können komplexe Interaktionsformen realisiert werden, beispielsweise der Prognose-Rechner im Kapitel „RA – Prognose“. Auch Funktionen wie das Anzeigen der Literaturquelle und die harmonische Eingliederung der angeleiteten Rundtour sind ohne den Einsatz kleiner Prozeduren nicht möglich. Die Programmiersprache ähnelt der weit verbreiteten Sprache „BASIC“ und ist dadurch leicht zu erlernen.

Bei der Entwicklung des Programms „RHEUMA-CD-ROM“ bestanden im wesentlichen zwei Alternativen: Zum einen wurde das Autorensystem Macromedia Authorware Professional in Betracht gezogen, zum anderen bestand die Möglichkeit der Implementation des Projektes in HTML (Hypertext Mark-up Language).

Die erste Lösung erscheint auf den ersten Blick ideal. Authorware ist eine Software, die speziell für computergestütztes Lernen entwickelt wurde und die ebenfalls für Windows und Macintosh verfügbar ist. Bildschirmelemente lassen sich ebenso einfach anordnen wie mit Director. Verzweigungen und andere Interaktionsformen werden mit Hilfe von Flußdiagrammen konstruiert. Das Autorensystem bietet eine Reihe von Funktionen, die im Hintergrund den Lernerfolg protokollieren und eine Reihe von Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Das System kann jedoch keine Animationen erstellen, sondern diese müssen in Director erzeugt und dann nach Authorware importiert [Seite 53↓]werden. Des weiteren steht keine Programmiersprache in dem Umfang wie „Lingo“ zur Verfügung. Dadurch wären Funktionen wie die Online-Hilfe und die guided tour nicht möglich gewesen. Die Wahl fiel letzten Endes auf Director da die Metapher des Zeitstrahls sehr intuitiv zu bedienen ist und die umfangreiche Programmiersprache als vorteilhaft empfunden wurde. Weiterhin hätte Director ohnehin zur Erstellung von Animationen angeschafft werden müssen. Mechanismen zur Kontrolle des Lernerfolges müssen bei dieser Variante jedoch von Hand implementiert werden.

Die zweite Alternative bestand in der Generierung zahlreicher sogenannter HTML-Dokumente. Mit Hilfe dieser „Seitenbeschreibungssprache“ lassen sich Dokumente erstellen, die Textinformationen, Tabellen und Bilder nebeneinander enthalten. Zum Betrachten dieser Dateien sind dann sogenannte Browser (Betrachtungsprogramme) erforderlich, zum Beispiel Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer. Diese Browser interpretieren das HTML-Dokument und zeigen es entsprechend an. Über spezielle Plug-Ins lassen sich auch Sound- und Videoelemente sowie Interaktivität hinzufügen. Browser sind für fast alle Betriebssysteme verfügbar, darunter auch UNIX. Es lassen sich also noch mehr Computerbenutzer mit dieser Technik erreichen. HTML ist ein Standardprotokoll im Internet. Dadurch ergibt sich ein weiterer Vorteil: Zur Erstellung einer Internetversion ist kein Mehraufwand erforderlich. Es spielt keine Rolle, ob die Daten von CD-ROM oder aus dem Netz kommen. Warum wurde diese Variante nicht gewählt? Ein prinzipieller Nachteil ist der Umstand, daß HTML von der Browser-Software erst interpretiert und dann sukzessive angezeigt wird. Dadurch entsteht, insbesondere beim Laden von Bildern und Videos, eine Verzögerung, die als störend empfunden werden kann. Außerdem ist das Erscheinungsbild auf dem Computer des Anwenders von mehreren Faktoren abhängig, so von der verwendeten Browser-Software, den Browser-Einstellungen, den im System installierten Schriften, der Bildschirmauflösung etc. Diese Limitationen bestehen bei Director nicht. Hier hat der Entwickler immer die volle Kontrolle über das Bildschirmlayout.


[Seite 54↓]

B.  Wissensvermittlung

1. Umfang des Lerninhaltes

Das vorliegende Computerprogramm enthält 142 Bildschirmseiten sowie zusätzlich 48 Seiten im Modul „Index“. Legt man eine geschätzte durchschnittliche Dauer von 60 Sekunden zugrunde, um eine Bildschirmseite vollständig zu erfassen so ergibt sich ein Zeitbedarf von mehr als zwei Stunden für die komplette Bearbeitung des Programmes selbst ohne Zugriff auf den „Index“. Diese Fülle an Informationen übersteigt den Rahmen dessen, was in den in das Curriculum integrierten Vorlesungen üblicherweise über die rheumatoide Arthritis vermittelt wird.

Anders ist das bei Studenten im Praktischen Jahr. Defizite auf dem Gebiet der Rheumatologie sind regelmäßig zu bemerken. Gerade hier kann das Programm gute Dienste bei der Vermittlung der klinischen Symptome leisten. Durch die große Zahl an Bildbeispielen und anderen Methoden der Faktenvisualisierung kann der Student sich schnell mit der Erkrankung vertraut machen und dann beim Kontakt mit dem Patienten auf diese Symptome achten.

Nach der Anamneseerhebung und der klinischen Untersuchung gilt es, die Verdachtsdiagnose durch apparative Diagnostik zu bestätigen oder zu widerlegen. Auch hier kann das vorliegende Multimediaprogramm hilfreich sein bei der Einschätzung der Wertigkeit der diagnostischen Maßnahme und der Interpretation der Befunde.

Steht die Diagnose, gilt es, die Therapie festzulegen. Hier soll das Modul „rheumatoide Arthritis“ nur einen kurzen Überblick geben. Die Therapie der Autoimmun­erkrankungen ist derzeit starken Veränderungen unterworfen. Deshalb wurden lediglich die therapeutischen Basiskonzepte und einige etablierte Medikamente in den Lerninhalt integriert.

Insgesamt dient das Programm als multimediale Wissensbasis über die rheumatoide Arthritis. Auf diese Informationen kann nun in Folgeprojekten – beispielsweise fallbasierte Programme – zugegriffen werden.

2. Pädagogische Prinzipien

Multimedia-Programme sollen Medien sein, die Vorteile gegenüber konventionellen Unterrichtsformen bieten. Lernpsychologische Aspekte und Prinzipien sind deshalb zu berücksichtigen [38].


[Seite 55↓]

Der Nachteil konventioneller Vorlesungen, Seminare oder Lehrvideos ist die starre Aufeinanderfolge von Fakten, die vom Einzelnen nicht beeinflußt werden kann. Diese feste Beziehung zwischen Lerninhalt und Zeit besteht, ähnlich wie bei Lehrbüchern, bei Multimedia-Programmen nicht. Vielmehr kann der Benutzer durch die Verwendung der Hypertextstruktur Gedankensprünge schnell vollziehen und bei Bedarf auch rückwärts verfolgen. Assoziatives Denken wird so gefördert und der Lernende kann die Geschwindigkeit des Wissenserwerbs selbst bestimmen. Das Medium ist so für Lernende mit geringem Wissensstand gleichermaßen geeignet, wie für solche mit hohem.

Untersuchungen haben gezeigt, daß Studenten häufig sehr wohl die eigenen Defizite kennen [93]. Durch ein interaktives Medium besteht die Möglichkeit, diese Defizite gezielt anzusprechen. Querverweise zu schon bekannten Themen werden übersprungen, solche zu neuem Wissen werden angeklickt. Die Option, das Lernen selbst zu steuern, kann als motivierender Faktor angesehen werden [51].

Die medizinische Diagnose hängt stark von der Interpretation visueller Daten ab [1]. Es wurde deshalb großer Wert auf die reiche Illustration der Lerninhalte gelegt. Es ist bekannt, daß Informationen in Textform durch die Verwendung von Bildmaterial oder Grafiken noch einprägsamer sind. Durch Bilder, die komplexen Text konkretisieren und komplexe Sachverhalte veranschaulichen, ist eine Steigerung des Lernerfolges um durchschnittlich 50% zu beobachten [31].

Auf jeder Bildschirmseite kann über die Literatur-Taste die bibliographische Quelle angezeigt werden. Dadurch kann das Wissen bei Bedarf weiter vertieft werden oder bei differenter Meinung eine Überprüfung der Fakten erfolgen. So ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Lernstoff möglich [51].

Die Lerntexte wurden in einer klaren und verständlichen, orthographisch und grammatikalisch exakten Sprache verfaßt, was als Regel für gutes Programmieren von CBT-Programmen angesehen wird [75].

3. Problemorientiertes Lernen

Seit Mitte der 60er Jahre ist in der medizinischen Ausbildung ein zunehmender Trend hin zum problemorientierten Lernen (auch: problem-based learning, PBL) zu verzeichnen [81]. Es wird postuliert, daß durch diese Form des Lernens einige Faktoren verbessert werden können, wie zum Beispiel eine höhere Lernmotivation, ein besseres Problemlösungsvermögen und bessere Fähigkeiten beim Selbststudium. Diese Hypothesen sind auch Basis für der[Seite 56↓]zeitige Reformbestrebungen des Medizinstudiums an einer Vielzahl deutscher Universitäten, darunter der Charité [6].

Zahlreiche Software-Autoren sind der Ansicht, fallbasierte medizinische Lernsoftware habe prinzipiell Vorzüge gegenüber nicht problemorientierten Ansätzen aufzuweisen [33, 40, 62, 82]. Dem steht entgegen, daß es trotz der derzeitigen Tendenz hin zum problemorientierten Lernen noch keine fundierten Daten darüber gibt, ob PBL für jeden Anwendungsfall die beste Lehrform darstellt [81]. Im Gegenteil, beim Aneignen von Fakten kommt es initial sogar zu einer geringeren Wissensanhäufung. Das Wissen wird durch problemorientiertes Lernen jedoch länger behalten [32, 66]. Beachtenswert ist außerdem, daß sich nicht alle Studenten für problemorientierten Unterricht gleichermaßen begeistern können.

Trotz der Tatsache, daß Browsingsysteme wie die „RHEUMA-CD-ROM“ per se problemorientiertes Lernen nicht ermöglichen, ist ein Bedarf an systematisch gegliederten Darstellungen von Krankheitsentitäten zu erkennen. Sie können beispielsweise dazu dienen, das für die Lösung von Problemen erforderliche Faktenwissen zu vermitteln oder vor Prüfungen multimedial aufbereitete Fakten schnell zur Verfügung zu stellen. Fallbasierte Software ist häufig in zwei Teile gegliedert: den Fall und einen Lexikonbereich. Auf der Basis der „RHEUMA-CD-ROM“ lassen sich nun Folgeprojekte erstellen, die fallbasiert sein können und bei denen auf die Generierung eines separaten Lexikonteils verzichtet werden kann, denn diese Informationen können auf Hyperlink-Basis aus dem vorliegenden Projekt integriert werden.

C. Einsatzmöglichkeiten

1. Nutzer

Das vorliegende Programm wurde für den Einsatz in der Medizinerausbildung im Fach Rheumatologie an der Charité entwickelt. Durch die Kooperation mit den entsprechenden Fachexperten ist die hier geltende Lehrmeinung integriert.

Die Konzeption des Programmes sieht den Einsatz besonders bei Studenten im Praktischen Jahr sowie Ärzten im Praktikum vor. Der Lerninhalt ist darüber hinaus auch für Studenten des ersten und zweiten klinischen Ausbildungsabschnittes verwendbar. Spezielle rheumatologische Unter[Seite 57↓]suchungstechniken werden erläutert und Fakten zur Klinik und Pathogenese werden vermittelt. Diese Themen sind unter anderem Gegenstand des I. und II. Staatsexamens.

Vorstellbar ist ebenfalls die Verwendung des Programmes als Repetitorium für in Klinik und Praxis tätige Ärzte. Spielt rheumatologisches Patientengut in der täglichen Sprechstunde nur eine untergeordnete Rolle, gerät das Wissen über diesen Spezialbereich der Inneren Medizin leicht in Vergessenheit. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, ein Nachschlagewerk zur Hand zu haben, das ausführlich ist und zugleich eine Fülle an Fotografien und anderen Multimedia-Elementen enthält.

Ein weiteres sehr attraktives Anwendungsgebiet ist der Einsatz des Moduls „rheumatoide Arthritis“ in Vorlesungen. In modern ausgestatteten Hörsälen besteht die Möglichkeit, den Bildschirminhalt mittels Videoprojektor (Beamer) an die Leinwand zu projizieren. Dadurch können die interaktiven Grafiken, Animationen, Videos und anderen multimedialen Elemente auch in der Vorlesung eingesetzt werden. Diese Möglichkeit besteht mit herkömmlichen Diapositiven nicht. Diese Funktionalität läßt sich noch weiter ausbauen. Durch den Mechanismus der guided tour ist die „RHEUMA-CD-ROM“ programmierbar. Die Bildschirmseiten können in beliebiger Reihenfolge aneinandergereiht werden. Diese Funktion müßte noch durch ein interaktives Dialogfeld komplettiert werden, um das Editieren und Speichern dieser individuellen Präsentationen zu ermöglichen.

2. Vertrieb

Ein Computerlernprogramm bringt wenig Nutzen, wenn keine adäquaten Distributionsmöglichkeiten bestehen. Das ist vergleichbar mit dem Manuskript eines Lehrbuches, daß in der Schublade eines Professors langsam vergilbt. Bei Computerprogrammen verstärkt sich die Problematik weiter durch das schnelle Voranschreiten der Computertechnik. In drei bis vier Jahren bereits wird das vorliegende Programm ohne konsequente Weiterentwicklung durch die dann bestehenden neuen technischen Möglichkeiten für den Einsatz in der Lehre nicht mehr attraktiv sein. Deshalb ist es wünschenswert, wenn möglichst viele Interessenten Zugriff auf das Programm haben.

In erster Linie bietet sich der Buchhandel an, um die Distribution in die Hand zu nehmen. Durch die Vergabe einer ISBN könnte die CD-ROM bei jedem Buchhändler bestellt werden. Außerdem sorgen Verlage für eine entsprechende [Seite 58↓]Werbung. Ein weiterer Vorteil dieser Variante besteht darin, daß öffentliche Bibliotheken Zugriff auf die CD-ROM haben und diese in ihr Programm integrieren können.

Eine Alternative zu dem geschilderten Szenario ist der Eigenvertrieb des Programmes. „Public Domain“ bezeichnet Software, die kostenlos genutzt und frei verteilt werden kann. „Shareware“ hingegen erlaubt das Testen und die uneingeschränkte Verbreitung der Software. Bei längerer Benutzung ist dann eine kleine Gebühr zu zahlen. Der Nachteil dieser Vertriebsmöglichkeit ist der hohe Aufwand, der für Werbung und Versand entsteht.

3. Lernzentren

Eine Reihe medizinischer Fakultäten in Deutschland betreiben sogenannte Lernzentren [3, 48, 60, 95]. In diesen Zentren sind Lernprogramme für alle Fachgebiete installiert, die Studenten in der Regel fakultativ nutzen können. Es existieren jedoch auch erste Ansätze, die Benutzung der Programme in den obligatorischen Teil des Curriculums einzuschließen. So ist die Teilnahme an einem reformierten urologischen Praktikum der Universität Tübingen mit Kleingruppenunterricht an die Benutzung multimedialer Lernprogramme gekoppelt [102]. An der Charité gibt es Ansätze, ähnliche Strukturen zu schaffen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum existiert im Lehrgebäude eine Mediothek, die neben einer Vielzahl medizinischer Lehrvideos eine limitierte Zahl medizinischer Computerlernprogramme enthält [71]. Diese Mediothek müßte jedoch zu einem Multimedia-Lernzentrum ausgebaut werden. Engagiertes Personal sollte zur Verfügung stehen, das kurze Einführungen in die Programme geben kann und neue Programme in Kooperation mit Lernzentren anderer Universitäten für den Einsatz an der Charité testet. Zusammen mit den Lehrbeauftragten der Fachbereiche könnte der Einsatz der Software im Rahmen von Reformpraktika erfolgen. Für die Fachdisziplinen könnten sich dadurch finanzielle Einsparungen bei der Hardwarebeschaffung und den Personalkosten ergeben.

4. Internetversion

Die Probleme der Distribution und der universellen Verfügbarkeit des Programmes lösen sich durch die Konvertierung der Lerninhalte in HTML-Dokumente. Dadurch könnte das vorliegende Lehrmedium mit jedem Computer mit Internetanschluß verwendet werden. Die Konvertierung in das HTML-[Seite 59↓]Format hat aber auch Nachteile zur Folge. So ist prinzipiell nicht gewährleistet, daß „RHEUMA-CD-ROM“ auf jedem Bildschirm gleich aussieht. Ebenso geht eine Vielzahl der Interaktionsmöglichkeiten und der Animationen verloren. Durch Installation sogenannter Plug-Ins in den Internet-Browser besteht zwar die Möglichkeit, diese Animationsfähigkeit nachzurüsten, jedoch scheuen viele Anwender diesen Aufwand. Ebenfalls ist das Laden von Videosequenzen aus dem Internet derzeit noch zu langsam.

Die Verfügbarkeit von „RHEUMA-CD-ROM“ im Intra- oder Internet muß trotz der beschriebenen Nachteile als vorteilhaft angesehen werden. Die Informationen könnten so campusweit unmittelbar zur Verfügung stehen ohne daß die entsprechende CD–ROM in das Laufwerk eingelegt werden muß oder Speicherplatz auf der Festplatte belegt wird. Erst die landes- oder weltweite Breitbandvernetzung ermöglicht die Nutzung dieser Vorteile mit jedem beliebigen Computer. So kann das Projekt im Rahmen der globalen Vernetzung zu einer virtuellen Universität (zum Beispiel virtuelle Fernuniversität Hagen [103]) eingebunden werden. Das Informationssystem der Rheumatologie „RheumaNet“ [86] stellt eine weitere Plattform dar, das Programm „RHEUMA-CD-ROM“ im Rahmen des Telelearnings zu verwenden [58].

D.  Evaluation

In enger Verknüpfung zu Entwicklung und Produktion multimedialer Lernprogramme erfolgt die Überprüfung, ob das Produkt die festgelegten Lernziele erreicht und ob die Bedienung praktikabel ist. Dieser Prozeß – die Evaluation – wird in formative Evaluation und summative Evaluation unterteilt [49].

Die formative Evaluation ist das interaktive Überprüfen und Revidieren des Programmes während der Entwicklungsphase durch ein Testkollektiv. Nach der Aufdeckung von Unstimmigkeiten werden die kritisierte Punkte im Programm geändert und das Ergebnis wiederum einer formativen Evaluation unterzogen. Dadurch wird eine schrittweise Optimierung des Programmes erreicht. (s. auch S. 26)

Die summative Evaluation erfolgt nach der Fertigstellung des Produkts. Sie soll die Effektivität des Lernprogramms unter Einsatzbedingungen erfassen und wird in der Regel parallel zum ersten Einsatz im Feld durchgeführt. Dadurch entstehen ein erheblicher Zeitbedarf und nicht zu unterschätzende Kosten.


[Seite 60↓]

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten der summativen Evaluation: Eine Form ist die Vergleichsgruppen-Untersuchung [9]. Der Lernerfolg eines CBT-Programmes wird beispielsweise mit dem eines Lehrbuches oder einer Vorlesung verglichen. Dabei werden randomisierte Studentengruppen mit dem jeweiligen Lernmedium konfrontiert und durch einen Test der jeweilige Wissenszuwachs dokumentiert. Fragebögen können zusätzlich Daten zur Akzeptanz und zur Benutzerfreundlichkeit der Lernmedien erheben. Derartige Studien wurden in der Vergangenheit mehrfach durchgeführt. So analysierten Santer et al. mittels einer sorgfältig geplanten Studie die Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit eines Multimedia-Lehrbuches der Pädiatrie mit einer herkömmlichen Vorlesung und einem konventionellen Lehrbuch [87]. Im Ergebnis zeigte sich, daß die Wirksamkeit – also der Wissenszuwachs – von konventionellem Lehrbuch und Multimedia-Lehrbuch gleich war und das beiden Lernformen eine bessere Wirksamkeit als die herkömmliche Vorlesung zu bescheinigen war. Alle drei Formen erforderten den gleichen Zeitbedarf für die Aneignung des Wissens. Eine ähnliche Studie wurde von der Gruppe um Lyon durchgeführt. Sie entwickelten das fallbasierte Programm „PlanAlyzer“ und überprüften prospektiv über drei Jahre seine Wirksamkeit mittels einer papierbasierten Form dieser Patientenfälle [62]. Wie schon auf Seite 6 ausgeführt, konnte bei einer Ersparnis von 96 Semesterstunden ein konstant hohes Wissensniveau gewährleistet werden. Auch diese Studie hatte zum Ergebnis, daß die Textversion und die multimediale Version keinen Unterschied hinsichtlich des Wissenszuwachses zeigten.

Derartige Studien sind nicht unumstritten, da selbst bei hoher Vergleichbarkeit der Gruppen hinsichtlich Alter, Geschlecht und Vorwissen zu viele situative Zufälligkeiten bestehen. Außerdem sind neue Medien didaktisch oft besser aufbereitet und wecken – wie jede Novität – oft größeres Interesse [9, 39].

Eine alternative Form der summativen Evaluation, die heute favorisiert wird, ist die Vor-/Nachtest-Methode. Dabei wird zuerst das Vorwissen der Probanden mit Hilfe eines Vortestes ermittelt. Anschließend wird dann der Unterricht mit dem neuen Lernmedium durchgeführt. Abschließend wird durch einen Nachtest der Wissenszuwachs ermittelt [9]. Für die Durchführung dieser Evaluationsform ist keine Vergleichsgruppe erforderlich. Eine Erweiterung dieses Konzeptes kann in Entwicklung und Evaluation von auf verschiedenen lerntheoretischen Prinzipien beruhenden Programmversionen zu dem selben Thema gesehen werden.


[Seite 61↓]

Aufgrund mehrerer Vorteile ist als weitere Evaluationsform die Bewertung der Qualität von Lernsoftware anhand von Prüf- oder Checklisten weit verbreitet. Dieses Verfahren ist kostengünstig, kann einfach organisiert werden und ist durch definierte Kriterien objektiv [9]. Diese Vorgangsweise weist jedoch auch einige Mängel auf. Kriterienkataloge unterscheiden sich hinsichtlich Vollständigkeit und Detailierungsgrad. Eine umfassende Behandlung aller Merkmale wird selten erreicht. Allgemein gültige Bewertungs- und Gewichtungsverfahren fehlen oder sind strittig. Die zugrundeliegende Lerntheorie wird oft vernachlässigt. Schließlich existieren kaum Prüflisten, die empirisch validiert wurden [9, 37].

Trotz all dieser Hindernisse sollte Evaluation kein einmaliger Prozeß sein, sondern den Unterricht ständig begleiten [37].

Auf die Schwierigkeit des guten Designs von Evaluationsstudien weisen Glowalla und Häfele hin [43]. Zum einen fehlt eine Taxonomie der Aufgaben, die im Umgang mit Hypermediasystemen relevant sind, zum anderen besteht derzeit noch kein Konsens, welche Kriterien für die Beurteilung der Effektivität interaktiver Multimediasysteme überhaupt zutreffend sind.

Im Rahmen von Evaluationsstudien sollten Daten zur Akzeptanz, zur Behaltensleistung, zur Studierzeit und zum Studierverlauf erhoben werden und – wenn möglich – sollte ein Vergleich mit plausiblen Alternativen erfolgen [43].

Das Modul „rheumatoide Arthritis“ wurde bisher nur einer formativen Evaluation sowie einer Selbstkontrolle mittels Checkliste unterzogen (s. Seiten 26 und 38). Es gilt nun, im Rahmen einer Folgestudie, eine sorgfältig geplante summative Evaluation des Programmes durchzuführen. Dabei muß vor allen Dingen folgenden Fragen nachgegangen werden: Sind die enthaltenen Informationen für Studenten im praktischen Jahr relevant? Welche Einsatzmöglichkeiten bestehen für Studenten im klinischen Studienabschnitt? Kann durch das Selbststudium mit Hilfe des Programmes Vorlesungs- oder Seminarzeit reduziert werden und so eine Kostenersparnis erreicht werden? Ist das Programm gleichermaßen für Neulinge und fortgeschrittene Studenten der Rheumatologie geeignet? Welche Vorteile ergeben sich für Vortragende beim Einsatz des Programmes in Seminaren und Vorlesungen?


[Seite 62↓]

E.  Schlußfolgerungen und Ausblick

Multimediaprogramme stellen ein neues Medium in der Lehre dar und können dazu beitragen, Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen in der medizinischen Ausbildung zu bewirken. In der deutschen Universitätslandschaft sind einige Tendenzen zu erkennen, neue Lehrmethoden im Medizinstudium einzusetzen. Ein Beispiel dafür ist der Reformstudiengang an der Berliner Charité, der die konventionellen Vorlesungen vollständig durch Kleingruppendiskussionen und Zeit für das Selbststudium ersetzt [6]. Für das Selbststudium bietet das vorliegende Programm eine interessante Bereicherung.

Mit der zunehmenden Verbreitung und Erschwinglichkeit transportabler Computer (Laptops) besteht für viele die Möglichkeit, die Vorzüge moderner Multimedia-CD-ROMs auch unterwegs zu nutzen. Dadurch wird Lernen unabhängig von Ort und Zeit für immer mehr Personen Realität. Dies wird motivierender Faktor angesehen [26, 84].

Die nächste Aufgabe ist es, das vorliegende Programm einer systematischen summativen Fremdevaluation zu unterziehen. Bei erfolgreichem Ergebnis der Evaluationsstudie ergibt sich die Konsequenz, „RHEUMA-CD-ROM“ in das Curriculum zu integrieren. Multimedia-Lernsysteme können nur dann langfristig mit Erfolg eingesetzt werden, wenn sie in bestehende Curricula eingebunden werden [43, 63].

Parallel zur Evaluationsstudie könnten prägnante Fallbeispiele zur Selbstkontrolle erstellt und weitere Krankheitsbilder aufgearbeitet werden. Teile des Programmes oder der gesamte Inhalt sollte im Internet verfügbar sein, um so eine größere Zahl von Ärzten und Studenten auf die CD-ROM aufmerksam zu machen.

Das Programm selbst bietet ebenfalls Raum für Ergänzungen. Dazu gehören elektronische Lesezeichen, die Markierung der schon gelesenen Bildschirmseiten, eine Volltextsuche sowie ein interaktiver Dialog zur Erstellung von Diavorträgen. Im Rahmen der erwähnten Evaluationsstudie könnten auch Daten erhoben werden, ob solche aufwendig zu implementierenden Funktionen vom Nutzer auch gewünscht werden.


Fußnoten und Endnoten

* ) Ein Internet-Browser wie der Netscape Navigator oder der Microsoft Internet Explorer zeigt die HTML-Dokumente aus dem Internet nur an, ohne jedoch Kenntnis über den Inhalt der Dokumente zu haben. Deshalb können Browser auch keine nächste Seite zur Verfügung stellen. Ist allerdings schon ein Rücksprung erfolgt, so wurde die vorherige Seite gespeichert und die „Vorwärts-Taste“ desBrowsers wird aktiviert.



© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
18.10.2004