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VI.  Zusammenfassung

Multimedia – Wort des Jahres 1995 – taucht als populärer Begriff in allen Bereichen unserer Gesellschaft auf. Auch in der universitären Ausbildung erhofft man sich durch die Einführung von computerunterstützten Lernformen eine Verbesserung der Qualität der Lehre sowie Kosteneinsparungen. Diese Idee ist nicht neu. Bereits in den 60er Jahren wurden erste Versuche unternommen, Computer für die Ausbildung einzusetzen. Das Neue in den 90ern ist die realitätsnahe, multimediale Simulation von Entscheidungssituationen. Auf dem Gebiet der Rheumatologie ist derzeit jedoch noch ein Mangel an deutschsprachigen Softwaretiteln zu erkennen.

Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erstellung eines multimedialen Kompendiums über die rheumatoide Arthritis für den Einsatz in der universitären und postgraduierten Lehre. Das System soll darüber hinaus als elektronisches Nachschlagewerk geeignet sein. Dozenten und Professoren erhalten die Möglichkeit, das Programm als Basis für interaktive Diashows in den Vorlesungen einzusetzen.

Mit Hilfe eines Apple Macintosh und der Autorensoftware Macromedia Director wurde eine CD-ROM entwickelt, die sowohl für Macintosh- als auch für Windows-Computer geeignet ist. Manuskripterstellung und Medienakquisition erforderten ein interdisziplinäres Vorgehen.

Die Beschreibung der Symptome der rheumatoiden Arthritis und der erforderlichen Untersuchungstechniken nimmt mit 31% der Bildschirmseiten den größten Teil des vorliegenden Multimedia-Kompendiums ein. Weitere Schwerpunkte wurden auf Pathogenese (19%), bildgebende Verfahren (14%), Differentialdiagnosen (11%), Therapie (10%) und Laboruntersuchungen (7%) gelegt. Videos und Animationen dienen der Illustration der beschriebenen Mechanismen und der Zusammenfassung klinischer Untersuchungstechniken. Die komfortable Benutzerführung wird durch Online-Hilfe, Hyperlinks, verschiedene Mauszeiger, Positionsanzeige, Index, erklärende Tonsequenzen und die angeleitete Rundtour sichergestellt.

Etablierte Kriterienkataloge für elektronische Medien dienten der Qualitätssicherung im Entwicklungsprozeß. Eine parallel durchgeführte formative Evaluation lieferte erste Erkenntnisse über Praxistauglichkeit und Stabilität des Programmes, ohne jedoch eine fundierte summative Evaluation ersetzen zu können.


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In der aktuellen Diskussion zur Reform des Medizinstudiums werden auf problemorientiertes Lernen und den Einsatz von neuen Medien große Hoffnungen gesetzt. Neben den derzeit zahlreich auf dem Markt erscheinenden interaktiven Fallsimulationen besteht ebenso ein Bedarf an systematischen Darstellungen von Krankheitsentitäten wie dem Modul „rheumatoide Arthritis“. Multimedia-Lehrbücher stellen für den konventionellen Unterricht eine ideale Ergänzung zum klassischen Lehrbuch dar und dienen für die problemorientierte Ausbildung als schnell zur Verfügung stehende Wissensbasis, wie sie für die Problemlösung erforderlich ist. Assoziative Denkprozesse und kritisches Auseinandersetzen mit dem Stoff werden durch das Programm „RHEUMA-CD-ROM“ gefördert.

An einigen deutschen medizinischen Fakultäten wurden bereits Lernzentren eröffnet, in denen Studenten interdisziplinär mit Hilfe von Multimedia-Programmen am Computer lernen. Bei der fakultativen Nutzung dieser Angebote blieben die Ergebnisse jedoch hinter den Erwartungen zurück. Andererseits zeigten Projekte in den USA eine gute Akzeptanz von computerunterstützter Ausbildung, wenn diese in das Curriculum integriert wird. Dabei konnte trotz der Einsparung von finanziellen Mitteln und Vorlesungsstunden ein gleichbleibend hohes Wissensniveau der Studenten erreicht werden. Es ist zu diskutieren, inwieweit durch gezielte Integration von Multimedia-Programmen in den Ausbildungsplan auch an deutschen Hochschulen die Vorteile dieser Technologie optimal genutzt werden können.


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18.10.2004