Herok, Claudia A: Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und EU-Integration Polens : Auswirkungen auf landwirtschaftliche Produktion und Handel

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Kapitel 3. Auswahl und Beschreibung des Modells

Der Ableitung der Szenarien in Kapitel 2.4 soll eine empirische Analyse folgen. Hierzu bedarf es eines geeigneten Modells, welches mittels einer gegebenen Datengrundlage relevante Parameter adäquat abbildet und somit als Entscheidungshilfe für den Vergleich unterschiedlicher Optionen genutzt werden kann. Der Auswahl und Vorstellung dieses Modells dient dieses Kapitel.

3.1. Auswahl des Modells

3.1.1. Marktmodelle: Allgemeine Annahmen

Als Instrument zur nachfolgenden Untersuchung der Szenarien wird ein einfaches Gleichgewichtsmodell genutzt, welches auf marktwirtschaftlichen Prinzipien basiert. Dem Modelltyp liegt neben anderen die Annahme der vollkommenen Marktes zugrunde. Diese bestimmt, daß alle Akteure nur über einen kleinen Marktanteil verfügen, der Zugang zum Markt frei ist, vollkommene Markttransparenz herrscht, Anpassungsprozesse nicht beachtet werden müssen und Transaktionskosten nicht auftreten (Stobbe 1983, S. 312ff.). In der Realität können jedoch die unterschiedlichsten Abweichungen vom Idealtypus des vollkommenen Marktes beobachtet werden: Beispielsweise müssen in Transformationsländern vielfältige Anpassungen an sich ändernde Rahmenbedingungen umgesetzt werden. Aus den Veränderungen der Institutionen, Rechtsgrundlagen und Informationssysteme sind eine größere Unsicherheit bezüglich der geltenden Rahmenbedingungen und höhere Kosten der Informationsgewinnung abzuleiten. Aber auch in etablierten Marktwirtschaften werden die oben genannten Restriktionen beispielsweise durch Monopole bei einzelnen Gütern, beschränkten Marktzugang oder asymmetrische Information verletzt.

Folglich stellt ein einfaches Gleichgewichtsmodell immer eine Vereinfachung der Realität dar, die es aber ermöglichen soll, im Rahmen einer zugrundeliegenden Theorie, komplexe Zusammenhänge so zu reduzieren, daß Aussagen über generelle Tendenzen und zukünftige Entwicklungen möglich werden.

Die Annahmen zur Existenz und Ausgestaltung von Märkten bilden nur einen Teil des theoretischen Gerüsts, auf dem ein marktwirtschaftlich orientiertes Gleichgewichtsmodell basiert. Weitere Hypothesen über das Verhalten von Konsumenten und Produzenten sind


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notwendig. Für die EU, in der das Konzept der Marktwirtschaft als theoretische Grundlage des bestehenden Wirtschaftssystems verstanden wird, werden diese Annahmen akzeptiert. Polen hingegen hat in der letzten Dekade einen grundlegenden politischen und wirtschaftlichen Wandel vom planwirtschaftlichen zum marktwirtschaftlichen System erfahren. Hier soll die generelle Ausrichtung und somit die Eignung eines Modells genauer untersucht werden.

In der Zeit der Zentralverwaltungswirtschaft wurden ökonomische Transaktionen von staatlichen Instanzen geplant und koordiniert. Diese Funktion wird im Zuge der Transformation des Wirtschaftssystems zunehmend von Marktkräften übernommen. Konsumenten und Produzenten werden mit neuen Entscheidungsstrukturen konfrontiert und entwickeln neue Verhaltensmuster.

Die Einführung von Märkten erhöht den Entscheidungsspielraum des einzelnen, wobei sich größere Wahlmöglichkeiten in Produktion und Verbrauch mit einem höheren Risiko, wie Konkurs oder Arbeitslosigkeit bei falschen Entscheidungen, verbinden. Im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ökonomie maximieren Produzenten ihren Gewinn und Konsumenten ihren Nutzen. Es ergibt sich die Frage, inwieweit sich diese Verhaltensmaximen auf Märkte in der Transformation übertragen lassen.

Das Streben der Konsumenten nach Maximierung ihres Nutzens kann als unabhängig vom politischen System angenommen werden. Bei einem egoistischen<14> Verhalten der Akteure, einer realistischen grundlegenden Verhaltensannahme, bleibt diese Optimierungsregel immer gleich. Die Lage des optimalen Konsumpunktes wird jedoch durch politische Rahmenbedingungen beeinflußt. Nutzen resultiert primär aus dem nach Präferenzen geordneten Erwerb von Gütern, wobei mit wachsender Menge der Nutzen kontinuierlich steigt. Neben dem Konsum hat aber auch die Freiheit der Güterwahl einen intrinsischen Nutzenwert (Weikard 1999, S. 135-142). Unter bestimmten Bedingungen kann Nutzen durch Verzicht auf Quantität oder Aufgabe der ursprünglichen Präferenzordnung zu Gunsten von Sicherheit gesteigert werden. So werden beispielsweise im Laden vorrätige Produkte mit wenig Rücksicht auf persönliche Vorlieben gekauft, wenn die Vorrätigkeit der tatsächlich präferierten Produkte als unsicher eingestuft wird. Die das Konsumentenverhalten bestimmenden Parameter können folglich neben Preis und Präferenzordnung


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auch andere Einflußgrößen wie Unsicherheit oder mangelnde Wahlfreiheit umfassen. Diese werden nicht zuletzt vom herrschenden politischen Regime bestimmt.

Den polnischen Konsumenten steht ein Angebot zur Verfügung, das inzwischen als vielfältig und sicher charakterisiert werden kann. Durch die Öffnung des Binnenmarktes erfolgte die Anbindung an den Weltmarkt und somit der Zugang zu jeglicher Art und Qualität von Waren. Die Stabilität des politischen und wirtschaftlichen Systems ist zudem ausreichend, um auch weiterhin die Verfügbarkeit der Güter zu garantieren (Europäische Kommission 1997d, S. 32).

Als wichtigste Parameter für die Kaufentscheidung dürften somit Preise und persönliche Präferenzen bei der Güterwahl angenommen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Modellierung des polnischen Konsumentenverhaltens, die sich auf diese Parameter konzentriert, als grundsätzlich geeignet.

Im Verhalten der Produzenten ergeben sich weitreichende Unterschiede zwischen Zentralverwaltungs- und Marktwirtschaft. Diese resultieren primär aus der andersartigen Zielsetzung der Unternehmer in den Systemen und führen zu voneinander abweichenden Produktionsergebnissen. Während in der Zentralverwaltungswirtschaft die Erfüllung von staatlich vorgegeben Plänen verfolgt wird, steht in der Marktwirtschaft die Maximierung des Gewinns im Vordergrund.<15> Darüber hinaus kann die Ausgestaltung der Eigentumsverfassung divergierende Verhaltensmuster verursachen.

Die polnische Landwirtschaft war bereits vor der Transformation untypisch für ein sozialistisches Land und in einigen Punkten besser vorbereitet auf die Etablierung eines marktwirtschaftlichen Systems als die Agrarwirtschaften anderer ehemals sozialistischer Länder: Bedingt durch massive politische Widerstände in der Vergangenheit konnte die in anderen ehemaligen RGW-Staaten erfolgte Kollektivierung des landwirtschaftlichen Bodens in Polen nie großflächig durchgesetzt werden.<16> Auch wenn der Aktionsspielraum


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des einzelnen Landwirtes durch staatliche Verkaufs- und Ankaufsmonopole stark eingeschränkt war, blieb im Unternehmen doch Raum für eigenständige Entscheidungen. Die Eigentumsverfassung erhöhte zusätzlich die Motivation zur Suche nach effizienten Lösungen. Es existierte eine ”aufgeweichte“ planwirtschaftliche Organisation der Landwirtschaft, in der auch vor 1989 unterschiedlichste Vermarktungskanäle, unter anderem auch marktwirtschaftlich orientierte (wolny handel) existierten. Diese Grundvoraussetzungen, verbunden mit einer von Anfang an klar marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftspolitik Polens, unterstützten eine schnelle Anpassung des Großteils der Produzenten an die ”neuen“ Gesetze des Marktes.

Polnische Landwirte unterstützten, im Gegensatz zu Landwirten in vielen anderen Transformationsländern, zu Beginn der politischen Umwälzungen auch eine von staatlichen Eingriffen befreite Organisation des landwirtschaftlichen Sektors. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war höher als das in die Politik (Wilkin 1996, S. 671). Erst nach dem wachsenden Konkurrenzdruck durch ausländische Anbieter wurde zunehmend politische Protektion gefordert; eine Verhaltensweise, die der Reaktion von Landwirten in marktwirtschaftlichen Systemen entspricht.

Bereits 1990 wurden alle landwirtschaftlichen Produkte zu freien Preisen gehandelt (Gomulka, 1993, S. 197). Zudem war eine rasche Expansion des privaten Sektors zu beobachten.<17> Ein andauernder systembedingter Unterschied im Produzentenverhalten ist folglich nicht zu erwarten; die Abbildung innerhalb der marktwirtschaftlichen Theorie erscheint somit möglich.

Abschließend sei jedoch nochmals erwähnt, daß ein Modell immer nur eine Abstraktion von der Realität darstellt und somit nicht alle Aspekte abzubilden vermag.

3.1.2. Weitere Faktoren

Neben der grundsätzlichen formalen Eignung haben weitere Kriterien zur Auswahl des Modells beigetragen: Zuerst fiel die Entscheidung zwischen einem Partiellen Gleichgewichtsmodell, welches einen Sektor relativ unabhängig von anderen Wirtschaftsbereichen untersucht und einem Allgemeinen Gleichgewichtsmodell, das die


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Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft abbildet. Den wichtigsten Vorteilen eines Allgemeinen Gleichgewichtsmodells, der umfassenden Abbildung der Interaktionen zwischen den Sektoren sowie den vielfältigen Resultaten, steht der Nachteil der hohen Ansprüche an Datenmenge und Datenqualität gegenüber. Weiterhin kommt dem polnischen Agrarsektor hinsichtlich seiner sozialen Funktion, insbesondere bezüglich der dort arbeitenden Menschen zwar eine hohe Bedeutung zu, sein Anteil an der Gesamtwirtschaft ist aber eher gering (siehe Tab. 6 ).

Tab. 6: Agrarsektor in der polnischen Gesamtwirtschaft

 

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

Anteil der ldw. Beschäftigten (%)

26,7

25,8

26,0

25,5

25,5

25,4

25,9

26,7

Anteil der Ldw. am BSP (%)

12,9

8,4

6,9

6,9

6,8

6,3

6,4

6,0

Quelle: Europäische Kommission (1998a, S. 20).

Auch in der EU zählt die Landwirtschaft mit 1,7% Anteil am BSP im Jahr 1996 (Europäische Kommission 1998c, T/25) nicht zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Eine Änderung der Agrarpolitik bewirkt somit zwar auch Änderungen in der gesamtwirtschaftlichen Situation, diese werden jedoch als eher schwach eingeschätzt Die Schwierigkeiten der reliablen Datenaufnahme im Transformationsprozeß und vor allem die geringe gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Agrarwirtschaft in Polen und der EU führten somit zur Entscheidung für ein Partielles Gleichgewichtsmodell. Die Analyse beschränkt sich somit auf den landwirtschaftlichen Sektor und umfaßt nicht mögliche Interaktionen mit anderen Wirtschaftsbereichen.

Auch die Wahl zwischen komparativ-statischem und dynamischem Modell wurde aufgrund der im Vergleich geringeren Anforderungen an die Datenmenge zugunsten des ersteren entschieden. Folglich wird nur die Ausgangs- und die Endsituation miteinander verglichen, die dazwischenliegende Anpassungsphase ist nicht Gegenstand der Untersuchung.


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3.2. Modellbeschreibung

Vor dem Hintergrund der in Kapitel 3.1 dargelegten Überlegungen wurde das MISS-Modell (Modèle International Simplifié de Simulation) ausgewählt.

3.2.1. Allgemeine Spezifikation

Das MISS-Modell wurde 1988 von Mahé, Travera und Trochet entwickelt (Mahé et al. 1988). Es diente der Untersuchung unterschiedlicher handelspolitischer Fragestellungen. Neben der Analyse der Wechselwirkungen zwischen den Politiken der EU und der USA (Mahé et al. 1988) sowie den GATT-Verhandlungen (Kennedy 1995; Kennedy et al. 1996) wurden auch mögliche Reformen der EU-Agrarpolitik (Guyomard & Mahé 1994) und EU-Beitrittsszenarien für Bulgarien und Rumänien (Katranidis & Nitsi 1998) untersucht.

Das MISS-Modell ist ein partielles, komparativ-statisches Gleichgewichtsmodell. Ausgehend von der Datengrundlage einer ausgewählten Basisperiode simuliert es die Auswirkungen unterschiedlicher Politiken auf Welthandel und nationale Wohlfahrt der betrachteten Nationen. Es können neun Nationen oder Ländergruppen sowie zwölf Produkte oder Produktgruppen in das Modell aufgenommen werden. In diesem Mehrmarkt-Modell stehen dem Angebot zwei Nachfragesektoren gegenüber: Zum einen die intermediäre Nachfrage, die die angebotenen Produkte als Input weiterverwertet (Verfütterung, verarbeitende Industrie) und zum anderen die Endnachfrage, welche die Produkte konsumiert. Die Struktur des Modells ermöglicht die flexible Abbildung unterschiedlicher politischer Eingriffe wie Zölle, Quoten, Subventionen und Steuern sowie Kombinationen der Politikinstrumente.

Dem Modellaufbau liegt die walrasianische Gleichgewichtsannahme zugrunde. Über einen Tatônnement-Prozeß führt eine Veränderung der Ausgangssituation (exogener Schock) zu einer Anpassung des Marktes und zu einem neuen Gleichgewicht.

Ausgehend vom Anfangsgleichgewicht (G. 1) ergibt sich durch Änderungen des Angebotes (G. 2), der Zwischennachfrage (G. 3) und der Endnachfrage (G. 4) sowie daraus folgend der Änderung der Weltmarktpreise (G. 5) eine neue Gleichgewichtssituation (G. 6) mit einer Anpassung der Handelsströme.


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(G. 1)

i = 1....I

(G. 2)

i = 1,....I ; k = 1,....K

(G. 3)

i = 1,....I ; k = 1,....K

(G. 4)

i = 1,....I ; k = 1,....K

(G. 5.1)

für N = (S, D ,Q)

(G. 5.2)

logarithmisch mit Wk = fix

(G. 6)

für alle i = 1,.....I

Notation: Großbuchstaben geben eine absolute Änderung des Niveaus an, während kleine Buchstaben für prozentuale Änderungen der jeweiligen Variable stehen. Ein Strich kennzeichnet den Wert der Variable im Basisjahr.

i,j = 1... I

Index der Produkte (maximal: I = 12)

k = 1.....K

Index der Länder (maximal: K = 9)

, , ,

Produktion, Zwischennachfrage, Endnachfrage und Lagerbestände des Gutes i im Land k in der Basisperiode

Inländische Preise für Produktion, Zwischennachfrage und Endnachfrage des Gutes i im Land k

Matrix der Elastizitäten des Angebotes in Abhängigkeit
von Outputpreisen (Inputpreisen)

Matrix der Elastizitäten der Zwischennachfrage in Abhängigkeit
von Outputpreisen (Inputpreisen)

Matrix der Elastizitäten der Endnachfrage in Abhängigkeit
von Konsumentenpreisen

Protektionskoeffizienten für Produktion, Zwischennachfrage und Endnachfrage unter der Bedingung: für N = S, D, Q

Weltmarktpreis des Gutes i

Länderspezifischer Grenzpreis des Gutes i im Land k

Marge für nicht politisch begründete Abweichungen zwischen
Weltmarktpreis und Inlandspreis (bspw. Transportkosten)

Wechselkurs, ausgedrückt in nationalen Währungseinheiten pro euro

Änderungsvariablen ("Shifts") der Produktion, Zwischennachfrage und Endnachfrage des Gutes i in Land k

Quelle: Mahé et al.. (1988, S. 2ff.)

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3.2.2. Abbildung politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

3.2.2.1. Politikeingriffe

Die positive oder negative wirtschafts- und handelspolitische Protektion eines Gutes oder Sektors resultiert aus dem Einsatz vielfältiger politischer Eingriffe. Auf sektoraler Ebene ansetzende Instrumente wie Stützungspreise, Quoten und Zölle unterscheiden sich dabei in ihrer Wirkungsweise nicht grundsätzlich von gesamtwirtschaftlichen Parametern wie beispielsweise einer politischen Festlegung des Wechselkurses. Beide führen mit Ausnahme des Falles eines Marktversagens zu einer verzerrten Allokation der Faktoren und Güter. Allokations-, Einkommens- und Handelseffekte sind die Folge.

Zur Messung der Protektion existieren vielfältige Ansätze und Konzepte (Tsakok 1990; Frohberg & Hartmann 1997), die sich im allgemeinen durch die Auswahl der berücksichtigten Einflüsse unterscheiden. Aufgrund der Vielzahl der möglichen politischen Instrumente und der entstehenden Interdependenzen kann jeder dieser Indikatoren nur einen Teil der gesamten Protektionswirkungen erfassen.

Bei der Analyse der Politikeinflüsse mittels des MISS-Modells stehen die Handelseffekte im Vordergrund. Hier wird die Protektion der Produzenten, der intermediären Nachfrage sowie der Konsumenten über eine nominale Protektionsrate abgebildet. Diese gibt das durch Politikeinflüsse veränderte Verhältnis zwischen inländischem Preis und Weltmarktpreis wieder:

Pk = Protektionsrate des Gutes k

pik = Inlandspreis des Gutes k

pwk = Weltmarktpreis des Gutes k

Der Weltmarktpreis sollte hierbei dem Preis entsprechen, zu dem ein Gut ohne tarifäre und nicht-tarifäre Hemmnisse eingeführt werden könnte. Bei der Berechnung des jeweiligen Protektionsniveaus für die einzelnen Güter werden nur die Maßnahmen berücksichtigt, die direkt zu Verzerrungen der Produktions- und Handelsstruktur führen. Die Auswahl dieser Instrumente erfolgt daher nach den Prinzipien der WTO (WTO 1999b, S. 18f.).<18>


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3.2.2.2. Margen

Bei Verwendung der nominalen Protektionsrate ergibt sich das Problem der direkten Vergleichbarkeit von Weltmarktpreisen und nationalen Preisstrukturen. Weltmarktpreise sollten die politisch unverfälschte Marktsituation für ein Gut einer definierten Qualität an einem definierten Ort widerspiegeln. Für die EU und für Polen werden dementsprechend die cif und fob Preise am Eintritts- bzw. Austrittsort Rotterdam als Weltmarktpreise definiert. Die räumliche Abweichung Polens von diesem Ort wird über die Transportkosten berücksichtigt. Unterschiede in der gehandelten Qualität hingegen können insbesondere bei größeren Produktaggregaten aufgrund methodischer wie datentechnischer Schwierigkeiten nur eingeschränkt abgebildet werden. Hierunter fallen auch politisch gesetzte Qualitätsvorgaben, die im allgemeinen mit der Gewährung von Subventionen verbunden sind. Die räumlichen wie qualitativen Abweichungen vom Weltmarktpreis werden innerhalb des MISS-Modells durch die Einführung einer Marge (mk) abgebildet:

= länderspezifischer Grenzpreis des Gutes k
= Marge des Gutes k
= Weltmarktpreis des Gutes k

Zusätzliche Probleme bei der Bestimmung der Protektion ergeben sich bei der Aggregation von mehreren Gütern zu einer Gütergruppe. Neben den Unterschieden zwischen den Produkten ergeben sich weitere Heterogenitäten in den Verarbeitungsstufen der Roherzeugnisse. Da ein Roherzeugnis auf unterschiedlichen Verarbeitungsstufen unterschiedlichen Marktgegebenheiten unterliegen kann, ist die Bestimmung einer ”aggregierten“ Protektionsrate nicht unproblematisch.

3.2.2.3. Shifts

Neben der Einführung neuer Politikoptionen können auch exogene Änderungen des Angebotes und der Nachfrage, beispielsweise durch technischen Fortschritt oder Bevölkerungswachstum, simuliert werden. Diese Prozesse werden im Modell mittels Shiftvariablen abgebildet (siehe auch G.1 - G.6). Die im Vorfeld der Simulationen der Politikszenarien zu ermittelnden Shifts werden in prozentualen Einheiten berechnet und in das Modell implementiert, somit bewirken sie eine Drehung der jeweils zugrunde liegenden Funktion (siehe Abb. 1 ).


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Abb. 1 : Neue Angebotskurve bei Einführung eines Shifts

3.2.3. Politische Präferenzfunktion

3.2.3.1. Theoretische Grundlagen der Public Choice-Theorie

Im Rahmen der neoklassischen Ökonomik ist der Staat ein einzelner, wohlmeinender und allwissender Akteur, der nur in den Wirtschaftsprozeß eingreift, wenn ein Versagen der Märkte vorliegt (Pigou, 1932). Mit den ihm zur Verfügung stehenden Instrumenten optimiert er die vom Marktversagen betroffenen ineffizienten Märkte mit dem Ziel der Maximierung der sozialen Wohlfahrt. Im Rahmen dieser Theorie werden dem Staat keine weiteren Aufgaben zugeschrieben und die optimale Politikoption ist vorgegeben: minimale politische Eingriffe und maximale Freiheit des Marktes. Durch diesen Ansatz läßt sich jedoch nicht erklären, weshalb die tatsächliche Ausgestaltung vieler Politiken hinsichtlich der Maximierung der sozialen Wohlfahrt ineffizient und ineffektiv ist. Einen Beitrag zur Erklärung leistet hier die Public Choice-Theorie oder auch Neue Politische Ökonomie.<19>

Die grundsätzlichen Annahmen der neoklassischen Ökonomik werden auch in der Neuen Politischen Ökonomie beibehalten: Die Wirtschaftssubjekte verhalten sich entsprechend ihrer Eigeninteressen rational und maximieren ihre Zielfunktion unter Berücksichtigung der existierenden Restriktionen. Die individuellen Präferenzen sind stabil. Weiterhin wird durch die Interaktionen zwischen den Akteuren ein Gleichgewichtszustand angestrebt.

Im Unterschied zur neoklassischen Ökonomik sind in der Public Choice-Theorie die Akteure jedoch nicht mehr allein auf den privaten Bereich beschränkt. Der Staat ist nicht mehr ein homogener Akteur, sondern besteht aus einer Aggregation unterschiedlicher Individuen, welche primär ihre persönlichen Interessen verfolgen. Zudem können weitere


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politische Akteure außerhalb der Regierung tätig sein. Der politökonomische Ansatz beschäftigt sich mit der Allokation und Distribution von öffentlichen Ressourcen auf dem politischen Markt. Die Politik ergibt sich hierbei nicht mehr aus der Korrektur von Marktversagen, sondern ist das Ergebnis des egoistischen Verhaltens von Politikern, Bürokraten, Wählern und Interessengruppen.

Die Neue Politische Ökonomie besteht aus unterschiedlichen Theorien: Den Ausgangspunkt der Public Choice-Theorie stellen unter anderem die Arbeiten von Black (1948), Downs (1957), Buchanan (1959), Tullock (1959) sowie Arrow (1963) dar. Sie bilden das Grundgerüst der Theorie der Wahlen und Abstimmungen.

Durch Olsen (1965) wurde die Theorie der Interessengruppen begründet. Er zeigte, daß sich Individuen in Gruppen zusammenschließen, um mittels Lobby-Aktivitäten politische Entscheidungsträger zu beeinflussen und so ihre Ziele effizienter zu erreichen. Schwerpunkte seiner Arbeiten bildeten die Entstehung und Organisation von Interessengruppen sowie die Frage nach möglichen Gründen für die relative Vorzüglichkeit unterschiedlicher Gruppen hinsichtlich ihrer Stabilität und Effizienz.

Vertiefungen und Erweiterungen der Public Choice-Theorie bilden weiterhin die Theorien des rent-seeking (Krueger 1974; Tullock 1993) und der directly unproductive profit-seeking activities (Baghwati 1980, 1982), sowie die Theorie der Bürokratie von Niskanen (1971), die Theorie der Regulierung von Stigler (1971) und Peltzman (1976) sowie die Theorie der Korruption von Rose-Ackerman (1978).

3.2.3.2. Theoretische Grundlagen der Politischen Präferenzfunktion

Becker (1983) formulierte mit seiner Arbeit zur Theorie des Wettbewerbs zwischen Interessengruppen um politischen Einfluß die theoretischen Grundlagen für politökonomische Modelle, die eine Einfluß-Funktion (influence function) beinhalten. Diese Funktion spiegelt die Nachfrage der Interessengruppen nach einer spezifischen Politik wider. Der realisierte Einfluß ist hierbei eine Funktion der getätigten Lobby-Aktivitäten. Der Nachfrage nach Politik steht eine Auswahl an politischen Instrumenten als Angebot gegenüber. Die Regierung ist das abwägende Organ, welches Angebot und Nachfrage zum politisch-ökonomischen Gleichgewicht führt (Becker, 1983).


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Gardener (1983, 1987) modellierte die Nachfrage nach Politik als einfache Politische Präferenzfunktion <20> (Political Preference Function PPF), eine spezielle Form der Einfluß-Funktion, der das durch ökonomische Restriktionen bestimmte Angebot an Politik gegenübersteht. Das Konzept der PPF wurde primär in Arbeiten genutzt und erweitert, die die Bestimmung der politischen Gewichtungsfaktoren zum Inhalt hatten (Sarris & Freebairn 1983; Paarlberg 1983; Burton 1985; Rausser & Freebairn 1986; Lianos & Rizopoulos 1988; Oehmke & Yao 1990; Oskam & von Witzke 1990). Des weiteren wurde es angewandt, um die politische Durchsetzbarkeit von Reformen zu analysieren (Johnson 1990; Tyers 1990; Johnson et al. 1993; Mahé & Roe 1993). Vor diesem Hintergrund wird das Instrument der Politischen Präferenzfunktion auch im Rahmen der vorliegenden Arbeit angewandt.

3.2.3.3. Politökonomische Analyse im MISS-Modell

Die Entscheidung für eine neue Politik bedingt neben veränderten Produktions- und Handelsstrukturen auch eine veränderte Wohlfahrtssituation. In der Mehrzahl der Fälle wird sich ein Politikwechsel jedoch nicht für alle Betroffenen gleich auswirken. Vielmehr werden einige von einer Politikänderung profitieren, während anderen ein Wechsel schadet. Im Rahmen der in Kapitel 3.2.3.1 vorgestellten Neuen Politischen Ökonomie agieren politische Entscheidungsträger nicht unabhängig von der Meinung der Wähler, sondern werden durch regelmäßig wiederkehrende demokratische Wahlprozesse legitimiert und beeinflußt. Es ergibt sich das Problem der Abwägung unterschiedlicher, möglicherweise sogar gegensätzlicher Interessen. Wenn die aktuelle Regierung eine Wiederwahl anstrebt, wird sie folglich bei der Auswahl einer Politikoption nicht nur die gesamtwirtschaftlichen Effekte berücksichtigen, sondern auch die Interessen einzelner Gruppen näher analysieren und mögliche Wählerstimmengewinne und -verluste einander gegenüberstellen. Die Berücksichtigung der Interessen einzelner Gruppen wird hierbei als im engen Zusammenhang mit den jeweiligen Lobby-Aktivitäten der einzelnen Gruppen stehend definiert.

Wenn bei der Modellierung unterschiedlicher Politikvarianten Aussagen zu einer möglichen Auswahl einer Option formuliert werden sollen, müssen folglich die Determinanten dieser politischen Entscheidungsprozesse ihre Berücksichtigung finden.


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Dabei sind zwei methodische Probleme zu lösen: Zum einen die Messung der Wohlfahrt an sich und zum anderen die Bestimmung des Einflusses unterschiedlicher Interessengruppen.

Die zur Ermittlung der Wohlfahrtswirkungen genutzten Indikatoren im MISS-Modell sind die Konsumenten- und Produzentenrente (KR bzw. PR<21>) sowie die Staatsausgaben bzw.
-einnahmen (SE):

(G. 7)

PR1.. PRi = Produzentenrenten

KR = Nutzengewinn des Konsumenten

SE = Staatseinnahmen

Gleichung (G. 7) basiert auf dem klassischen utilitaristischen Konzept, in dem Wohlfahrt als die Summe individuellen Wohlbefindens verstanden wird (Weikard 1999, S. 3). Mit diesem Ansatz verbindet sich auch die Vorstellung, daß Wohlfahrt eine meßbare Größe ist, mittels der es möglich ist, positive und negative Wirkungen einer politischen oder wirtschaftlichen Maßnahme zu erfassen und gegeneinander abzuwägen. Dieser Ansatz scheint das erstere der oben erwähnten methodischen Probleme zu lösen. Hierbei wird jedoch implizit auch ein Vergleich der Wohlfahrtssituationen unterschiedlicher Individuen durchgeführt. Dies wurde aber in verschiedenen Arbeiten kritisch diskutiert und abgelehnt.<22> Mangels funktionaler Alternativen werden in empirischen Analysen aber weiterhin quantitative Wohlfahrtsindikatoren verwendet und folglich auch das Konzept der interpersonellen Vergleichbarkeit genutzt.

Auch das zweite methodische Problem, die Ermittlung der politischen Bedeutung verschiedener Gruppen, ist eng mit der Diskussion um die Vergleichbarkeit der Wohlfahrt unterschiedlicher Personen oder Personengruppen verbunden. Mit der differenzierten Gewichtung der Auswirkungen einer Politikänderung auf unterschiedliche Gruppen wird nun angenommen, daß jeder Gruppe ein spezifisches "politisches Gewicht" zukommt. Bei


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der Abwägung positiver und negativer Effekte werden nun nicht mehr nur die absoluten Werte aufaddiert (G. 7), die Gleichung wird vielmehr um spezifische Gewichtungsfaktoren ergänzt (G. 8) und so in eine Politische Präferenzfunktion transformiert. Die PPF stellt die Präferenz der aktuellen nationalen Agrarpolitik dar und spiegelt somit auch die politische Bedeutung unterschiedlicher Gruppen wider.<23>

(G. 8)

PR1.. PRi = Produzentenrenten

KR = Nutzengewinn des Konsumenten

SE = Staatseinnahmen

a1..... an = politische Gewichtungsfaktoren

Zur Bestimmung der jeweiligen Gewichtungsfaktoren (alpha1.... alphan-1) wird die Methode der sichtbaren Präferenzen (revealed preference method) angewandt.<24> Diese Verfahrensweise basiert auf der Annahme, daß die politischen Gewichtungsfaktoren aus dem tatsächlich realisierten Politikergebnis abgeleitet werden können, da eine rational agierende Regierung die Maximierung der PPF anstrebt.

Zur Bestimmung der Koeffizienten werden n-1 marginale Änderungen (A1, A2...An-1) der bestehenden Politik simuliert und die Änderungen der Produzenten- sowie der Konsumentenrente und der Staatseinnahmen mittels des MISS-Modells berechnet. Anschließend wird das Gleichungssystem hinsichtlich des politischen Nutzens maximiert (G. 9). Der Gewichtungsfaktor für die Staatseinnahmen bzw. -ausgaben (alphan) wird hierbei gleich 1 gesetzt.<25> Durch Umformung (G. 10, G. 11) erhält man den Vektor der Gewichtungskoeffizienten [W] (G. 12). Unter der Annahme einer rational agierenden Regierung, welche die Politik auswählt, die den maximalen politischen Nutzen beinhaltet, können, basierend auf der Politik des Basisjahres, die notwendigen Koeffizienten alpha1.... alphan-1 modellendogen geschätzt werden.<26>

(G. 11)

0 =

[ A] *

[ W ] +

[ B ]

(G. 12)

-[ W ] =

[ B ] *

[ A ]-1

 


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PR1.. PRi = Produzentenrenten

KR = Nutzengewinn der Konsumenten

SE = Staatseinnahmen

a1..... an = politische Gewichtungsfaktoren

A1...An-1 = politische Aktionen

Quelle: verändert nach Johnson et al. (1993).

Bei der Betrachtung der sozialen Wohlfahrtseffekte wie auch der politökonomischen Resultate ist zu beachten, daß den Simulationen ein partielles Gleichgewichtsmodell zugrunde liegt. Demzufolge können ausschließlich die den Agrarsektor betreffenden Effekte erfaßt und berechnet werden. Auswirkungen auf andere Sektoren sowie externe Effekte bleiben unberücksichtigt.


Fußnoten:

<14>

Egoistisch wird hier als die eigenen Ziele verfolgend verstanden. Dies entspricht der Formulierung von Becker (1993, S. 386): “[...] individuals maximise welfare as they conceive it, whether they be selfish, altruistic, loyal, spiteful, or masochistic.“

<15>

Für eine Diskussion dieser Problematik siehe Noleppa (1994) und die dort zitierte Literatur.

<16>

Zwischen Juli 1948 und Oktober 1956 war die Kollektivierung, trotz starker inner- und außerparteilicher Kritik, die offizielle politische Richtung. Sie wurde anfangs auch unter Zuhilfenahme von Gewalt, später aber eher nachlässig durchgeführt. Nach Stalins Tod (5.3.1953) wurde die Maßnahme zwar nicht für gescheitert erklärt, jedoch zunehmend liberalisiert. Am 20.10.1956 forderte der Erste Sekretär Wladyslaw Gomulka einen Stop der Attacken gegen nicht kollektivierungswillige Bauern. Das Ende der Kollektivierung wurde zwar nicht öffentlich erklärt, es bestand jedoch die Möglichkeit, ineffiziente Kollektive aufzulösen. Bis zum März 1957 hatten sich 83% der 10150 Kollektive aufgelöst. Dies zeigt deutlich, daß die polnischen Bauern nie bereit waren, ihren Privatstatus aufzugeben. Selbst in der Hochphase der Kollektivierung wurden 77% des Landes von Privatbauern bewirtschaftet (Adams & Adams, 1971, S.99ff.).

<17>

Bereits unmittelbar vor dem Beginn der Transformation war rund ein Drittel aller Arbeitnehmer im privaten Sektor tätig und erwirtschaftete ein Viertel des BIP. Im Jahr 1997 waren annähernd 65% der Erwerbstätigen im privaten Sektor beschäftigt, der 60% des BIP erwirtschaftete (Europäische Kommission 1997d, S.20).

<18>

Der ”green box“ zugehörige Instrumente finden demzufolge keine Aufnahme in die Berechnungen. Dies bedeutet nicht, daß diese Instrumente keine Änderungen der Produktion, des Konsums und folglich auch des Handels bewirken. Wie bereits angemerkt kann jedoch, aufgrund der hohen Zahl der möglichen Politikeingriffe, die den Agrarsektor wie auch die gesamte Volkswirtschaft beeinflussen können, ein Modell nur ausgewählte Effekte abbilden.

<19>

Die Begriffe Public Choice-Theorie und Neue Politische Ökonomie werden hier synonym verwandt.

<20>

PPF = lambda PS + CS -T mit lambda = spezifische Gewichtung ; PS= Produzentenrente; CS = Konsumentenrente; T= Steuern

<21>

Im Rahmen des Rentenkonzeptes wird zwischen Produzentenrenten und ökonomischen Renten unterschieden, wobei erstere dem Anbieter von Gütern und letztere dem Anbieter von Faktoren zufallen (Currie et al., 1971); hier wird die dem Produzenten zukommende Rente berücksichtigt. Im Agrarsektor ist diese Unterscheidung besonders dort von Bedeutung wo die landwirtschaftliche Fläche nicht als Eigentum, sondern als Pachtfläche bewirtschaftet wird. In Polen beträgt der Pachtanteil ca. 16% der landwirtschaftlichen Fläche, mit regionalen Schwerpunkten im Norden und Westen des Landes (Europäische Kommission 1998a, S. 54). In der EU werden ca. 60% als Eigentum bewirtschaftet (EUROSTAT 1998, S. 122). Ein Großteil der Produzenten ist folglich mit den Faktoranbietern identisch. Grundsätzlich ist anzumerken, daß es sich hierbei um administrativ erzeugte und nicht marktlich bedingte Renten, wie beispielsweise Pioniergewinne oder Monopolrenten handelt.

<22>

Für eine Diskussion der interpersonellen Vergleichbarkeit von Wohlfahrt sowie des Wohlfahrtsbegriffes allgemein siehe Weikard (1999) sowie die dort zitierte Literatur.

<23>

Für eine ausführliche Darstellung des theoretischen Hintergrundes der Modellierung von politischen Präferenzen siehe Gardener (1983) sowie von Cramon-Taubadel (1992).

<24>

Weitere Möglichkeiten zur Ermittlung der Koeffizienten stellen Befragungen der politischen Entscheidungsträger oder die Ableitung der Präferenzen durch Sichtung und Auswertung von politischen Dokumenten dar (Van der Zee 1997, S. 105).

<25>

Dies impliziert die Annahme, daß Staatseinnahmen keinen zusätzlichen politischen Wert über den tatsächlichen Betrag hinaus besitzen. Der Staat stellt in diesem Zusammenhang keine Interessengruppe dar. Diese Herangehensweise erscheint für ein sektorales Modell, in dem primär die politischen Wechselwirkungen zwischen Produzenten und Konsumenten dargestellt werden sollen, als geeignet.

<26>

Für ergänzende Erläuterungen siehe Johnson et al. (1993).


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