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Zusammenfassung

Ziel dieser Arbeit war die Einschätzung der Entzündungsaktivität einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung bei Patienten mit Hilfe des MRT. Weiterhin wurde untersucht, ob auf eine Auffüllung und Kontrastierung des Darmes zugunsten einer schnelleren und für den Patienten komfortableren Untersuchung verzichtet werden kann.

Dafür wurden insgesamt 66 Messungen mit dem MRT an Patienten mit gesicherter oder vermuteter chronisch entzündlicher Darmerkrankung im Alter von 18 bis 83 Jahren durchgeführt. 53 dieser Patienten wurden zeitnah einer Koloskopie unterzogen.

Während 35 Patienten keine Vorbereitung des Darmes erhielten, wurde 28 Patienten sowohl oral als auch rektal, 7 Patienten nur oral Endoskopielösung zugeführt. Nach Durchführen der MRT mit T1-gewichteten Sequenzen (T1-FLASH 2D cor, T1-TSE cor) vor und nach Gabe des intravenösen Kontrastmittels Gd-DTPA, erfolgte die Bearbeitung und Auswertung der Bilder.

Die sehr gute Verträglichkeit der Untersuchung zeigt, daß es gelungen ist, auch für schwerer erkrankte Patienten tolerable Untersuchungsbedingungen zu schaffen. Dabei konnten Bilder guter Qualität und mit hoher Auflösung erzeugt werden, die die typischen MR-Befunde einer Entzündung des Darmes wie Darmwandverdickung, erhöhtes Darmwand-Enhancement, Konglomerattumoren, Stenosen, Abszesse und Fisteln erkennen ließen.

Bei der Entdeckung von Komplikationen der chronisch entzündlichen Darmerkrankung, insbesondere bei der Fisteldiagnostik, war das MRT mit 6 erkannten Fällen der Endoskopie mit 2 Fällen deutlich überlegen.

Der aus mehreren visuellen Entzündungskriterien und Komplikationen neu entwickelte MR-Aktivitätsindex (MRAI) zeigte einen guten Zusammenhang (Eta = 0,43) mit den klinischen Aktivitätsindizes CAI und CDAI. Für an Colitis ulcerosa erkrankte Patienten konnte ein noch besserer Zusammenhang mit Eta = 0,64 hergestellt werden.

Für Patienten, die eine Kontrastierung des Darmes erhielten, konnte ein deutlicher Zusammenhang (Eta = 0,76) zwischen dem MRAI und CAI bzw. CDAI gezeigt werden, während dieser für Patienten ohne enterale Auffüllung fehlt (Eta = 0,01).

Auch bei der Bewertung der Kriterien für die Bildqualität ergeben sich insbesondere für die Distension und die Abgrenzbarkeit der Darmwand zu Lumen und Mesenterium deutliche Vorteile für den Einsatz eines enteralen Kontrastmittels. Die in unseren Untersuchungen verwendete Endoskopielösung erhöht somit die Sicherheit, Entzündungsmerkmale und Komplikationen korrekt zu erkennen und einzuschätzen und zeichnet sich außerdem durch sehr [Seite 84↓]gute pharmakokinetische Eigenschaften, eine gute Verträglichkeit sowie ihren günstigen Preis aus.

Im Vergleich mit dem Endoskopie-Aktivitätsindex (EAI) konnten statistisch signifikante Unterschiede für die Verteilung des Darmwand-Enhancement und der gemessenen Darmwanddicken nachgewiesen werden.

Schließlich hat die Gegenüberstellung der visuellen und der numerischen Ergebnisse gezeigt, daß auch ohne digitale Bearbeitung der Daten eine zuverlässige Einschätzung der wesentlichen Entzündungskriterien mit der Magnetresonanztomographie möglich ist.


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13.05.2005