Vorwort

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Das Neue Europa wird von Euroskeptikern als Feindbeschreibung für ein von Deutschland dominiertes Europas verwendet. Ironischerweise ist Das Neue Europa zugleich der Name des an der Humboldt-Universität zu Berlin ansässigen DFG-Graduiertenkollegs, das diese Untersuchung über euroskeptische Feindbeschreibungen finanziell, administrativ und ideell ermöglicht hat. Stellvertretend für die Professoren und Stipendiaten des Graduiertenkollegs möchte ich mich bei meinen Betreuern Prof. Dr. Bernd Henningsen und Prof. Dr. Klaus Eder sowie bei Prof. Dr. Gert-Joachim Glaeßner und Dr. Martin Nagelschmidt bedanken. Darüber hinaus gilt mein Dank Prof. Dr. Manfred Kerner und Prof. Dr. Walter Rothholz, die mich von Anfang des Promotionsvorhabens an unterstützt haben.

Intensiver fachlicher Austausch fand in der Forschungsgruppe Nordeuropäische Politik mit Carsten Schymik und Dr. Tom Schumacher sowie mit Mitgliedern des Ostseekollegs Berlin und des Nordeuropainstitutes statt. Bei dem ARENA (Advanced Research on the Europeanisation of the Nation State) Forschungsprogramm in Oslo möchte ich mich für die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes und weitere Unterstützung bedanken.

Mein Dank gilt auch den befragten Experten zu Norwegen, Prof. Dr. Øystein Sørensen, Botschaftsrat Sverre Jervell, Prof. Dr. Iver Neumann, Dr. Tor Bjørklund, Dr. Jo Saglie, Dr. Line Esborg, Prof. Dr. Henry Valen und zur Schweiz, Prof. Dr. Sieglinde Gstöhl, Dr. Stephan Kux, Prof. Dr. Sandra Lavenex, Prof. Dr. Wolf Linder, Prof. Dr. Dieter Ruloff, Prof. Dr. Kurt Spillmann sowie den norwegischen Aktivisten der Nein-Seite, Dr. Elisabeth Bakke, Dag Seierstad, Sindre Humberset, Sigbjørn Gjelsvik, Steinulf Tungesvik und der Ja-Seite, Sigurd Grytten, den Vertretern von AUNS/SVP in der Schweiz, Hans Fehr, Claudio Zanetti, Werner Gartenmann und Werner Schneider sowie für weitere Annmerkungen und das Korrekturlesen bei Matthias Gleim, Martin Wald, Marcus Meyer, Dieter Ahrnt und Dr. Claudia Attucci.

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Diese Untersuchung referiert, vergleicht und deutet fundamentaleuroskeptische Sichtweisen. Euroskeptiker müssen ihre Auffassungen mantrahaft mittels einfacher textlicher und bildlicher Darstellungen ständig wiederhohlen. Nur so können sie grundlegende nationale Selbst- und Fremdbilder reproduzieren, um die Bevölkerung in Abstimmungskampagnen gegen Integration zu mobilisieren. Folglich sind die meisten interpretierten Begriffe, Redewendungen und bildlichen Darstellungen innerhalb der nationalen Integrationsdiskurse Allgemeingut. Sofern erklärungsbedürftig, werden sie bei der Erstnennung erläutert. Belegt werden sie, wenn es sich um konkrete Text- oder Bildbeispiele handelt.

Bei der Interpretation euroskeptischer Glaubensätze und Ikonographie sprachliche Anschaulichkeit und Distanz zu verbinden ist eine Gratwanderung. So hätte der überwiegende Teil des Textes im Konjunktiv verfasst werden müssen. Aus stilistischen Gründen bin ich mit dem Konjunktiv äußerst sparsam umgegangen. Die Ausdruckweisen von NTEU und AUNS/SVP unterscheiden sich erheblich voneinander. Die Grundmuster euroskeptischer Sichtweisen und die Diversität im Sprachstil beider Bewegungen wird von mir im Deutschen mittels umgangssprachlicher, wertender Begriffe nachgezeichnet. Folglich spreche ich von ‚den Banken’ und vermeide den antiseptischen Begriff der ‚Kreditwirtschaft’.

Ich verwende die männliche Form aus Vereinfachungsgründen und weil in den untersuchten gängigen kollektiven Beschreibungen ebenfalls von den Europäern, Norwegern, Schweizern, Deutschen, Franzosen etc. die Rede ist.

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Sofern nichts anderes angegeben ist, sind alle Übersetzungen aus dem Norwegischen Übersetzungen des Autors. Nur bei norwegischen Begriffen, die keine klare Entsprechung im Deutschen haben, wird das Originalwort in Klammern hinzugefügt. Bei der Übersetzung wurde versucht, den polemischen Charakter und die sprachlichen Klangbilder und Metaphern ins Deutsche zu transportieren. Sofern hierdurch eine erhebliche Abweichung vom Wortlaut entstand, habe ich eine wörtliche Übersetzung und das norwegische Original in der Fußnote hinzugefügt.

Da die Ideologien von AUNS und SVP sich stark ähneln und durch Blocher in Personalunion stehen, werden sie im Singular als Vertreter eines Standpunktes als AUNS/SVP dargestellt. Lediglich, wenn es um die AUNS als Organisation oder die SVP als Partei geht, mussten sie korrekterweise begrifflich getrennt werden.


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12.04.2006