Diabetes mellitus ist bereits jetzt eine der häufigsten chronischen Erkrankungen mit weiter stetig steigender Prävalenz, v.a. in den westlichen industrialisierten Ländern. Die Erkrankung bedeutet daher nicht nur Belastungen für die einzelnen Betroffenen, sondern in erheblichem Maße auch für die Budgets der jeweiligen Versorgungssysteme.
Ungeachtet eines mittlerweile ausgesprochen guten Wissens, sowohl über die pathophysiologischen Grundlagen der Erkrankung, wie auch über deren Therapieoptionen, bleibt die epidemiologische Situation weiter unbefriedigend. Die bei der Behandlung im Vordergrund stehende selbsttherapeutische Komponente mit den erforderlichen Einschnitten in das alltägliche Leben erschweren eine zufriedenstellende Blutzuckerkontrolle und damit die Vermeidung schwerer Folgeerkrankungen und werden von den PatientInnen zudem oft als massive Einschränkungen der individuellen Lebensqualität erlebt.
Während eine wachsende Zahl von Veröffentlichungen viele, insbesondere auch psychosoziale, Determinanten zunehmend besser fokussieren konnte, liegen bislang nur wenige Arbeiten vor, die die Bedeutung verschiedener Komponenten der therapeutischen Beziehung für gesundheitsbezogene Lebensqualität und Blutzuckereinstellung bei DiabetikerInnen untersucht haben. Darüber hinaus finden sich bislang noch keine Ergebnisse die einen direkten Einfluss der therapeutischen Beziehung auf die Blutzuckereinstellung belegen.
Da einer tragfähigen Allianz zwischen Arzt/Ärztin und Patient/Patientin während einer lebenslangen Therapie jedoch entscheidende Bedeutung für die Therapieadhärenz zuzukommen scheint und diese als letztlich grundlegend für das Erreichen der beiden vorrangigen Behandlungsziele der Diabetes-Therapie eingestuft werden muss, soll in der vorliegenden Dissertation der Einfluss der therapeutischen Beziehung auf Lebensqualität und Blutzuckerkontrolle untersucht werden.
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