5. Ergebnisse

5.1. Stichprobenbeschreibung

Da die Durchführung der Insulintherapie eine grundsätzlich andere Behandlungsform darstellt und eine stärkere Motivation erforderlich macht, wird im folgenden die erstellte Stichprobe aufgeteilt nach Insulinabhängigkeit beschrieben. Eine Darstellung der Gesamtstichprobe (n = 650), sowie getrennt für die beiden Diabetestypen (Typ 1: n = 224; Typ 2: n = 401; für 25 PatientInnen fehlen eindeutige Angaben über den Diabetes-Typ), befindet sich tabellarisch im Anhang (A.1 bis A.3).

475 (73.5 %) der befragten PatientInnen wurden mit Insulin behandelt, 171 (26.5 %) durch Diät und/oder mit Tabletten. Von vier Befragten fehlen diese Angaben, so dass den weiteren statistischen Berechnungen die Zahl von 646 DiabetikerInnen zu Grunde liegt (Tabelle 5.1.1).

Tabelle 5.1.1
Häufigkeitsverteilung nach Insulinabhängigkeit.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Insulinabhängigkeit

  
 

nein

ja

171

475

26,5

73,5

gesamt (n)

646

100,0

keine Angabe

4

 

Tabelle 5.1.2a zeigt, dass 26.1 % der insulinabhängigen DiabetikerInnen ein bis zwei mal täglich Insulin spritzen, 44.0 % mindestens drei mal. 29.9 % verwendeten die Insulin-Pumpe.

[Seite 35↓]Tabelle 5.1.2a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung der Therapiearten.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Therapieart

  

Insulin 1-2 mal tgl.
Insulin ≥ 3 mal tgl.
Insulin-Pumpe

124

209

142

26.1

44.0

29.9

gesamt (n)

475

100.0

keine Angabe

0

 

Die nicht Insulin benötigenden Diabetes-PatientInnen wurden zu 20,5 % mit Diät allein und zu 79.5 % zusätzlich mit Tabletten behandelt (Tabelle 5.1.2b).

Tabelle 5.1.2b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung der Therapiearten.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Therapieart

  
 

Diät

Tabletten

35

136

20.5

79.5

gesamt (n)

171

100.0

keine Angabe

0

 

Die Verteilung auf die beiden Diabetes-Typen ist in der Gruppe der mit Insulin Behandelten mit 47.1 % (Typ-1) bzw. 52.9 % (Typ-2) nahezu ausgeglichen (Tabelle 5.1.3).

Tabelle 5.1.3
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung der Diabetes-Typen.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Diabetes-Typ

  
 

Typ-1

Typ-2

219

246

47.1

52.9

gesamt (n)

465

100,0

keine Angabe

10

 


[Seite 36↓]

Das durchschnittliche Alter der insulinabhängigen DiabetikerInnen lag in der vorliegenden Stichprobe bei 53.79 Jahren, die mittlere Erkrankungsdauer bei 16.34 Jahren (Tabelle 5.1.4a). Aus Tabelle 5.1.4b ist zu entnehmen, dass demgegenüber die Gruppe der nicht Insulinabhängigen mit durchschnittlich 62.77 Jahren älter und zum Zeitpunkt der Erhebung mit 8.69 Jahren im Mittel auch kürzer erkrankt war. In beiden Subkollektiven lag die kürzeste Erkrankungsdauer bei 0 Jahren, d.h. die Diagnosestellung erfolgte erst kurz zuvor.

Tabelle 5.1.4a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Lageparameter und Standardabweichungen von Alter und Erkrankungsdauer.

Variable

M

SD

Min

Max

Median

Alter (n = 400)

53.79

15.401

16

84

58.00

Erkrankungsdauer (n = 398 )

16.34

10.901

0

50.20

14.99

Alle Angaben in Jahren.

Tabelle 5.1.4b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Lageparameter und Standardabweichungen von Alter und Erkrankungsdauer.

Variable

M

SD

Min

Max

Median

Alter (n = 133)

62.77

10.89

34

89

63

Erkrankungsdauer (n = 127)

8.69

8.58

0

38.66

6.14

Alle Angaben in Jahren.

Bei der Geschlechterverteilung (Tabellen 5.1.5a und 5.1.5b) sind keine größeren Unterschiede zu verzeichnen; in beiden Gruppen sind Männer mit 51.3 % (Insulinabhängige) bzw. 53.6 % (nicht Insulinabhängige) kaum häufiger vertreten als Frauen.

[Seite 37↓]Tabelle 5.1.5a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung nach Geschlecht.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Geschlecht

  
 

weiblich

männlich

195

205

48.8

51.3

gesamt (n)

400

100.0

keine Angabe

75

 

Tabelle 5.1.5b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung nach Geschlecht.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Geschlecht

  
 

weiblich

männlich

64

74

46.4

53.6

gesamt (n)

138

100.0

keine Angabe

33

 

Keine wesentlichen Unterschiede lassen sich auch, wie aus den Tabellen 5.1.6a und 5.1.6b zu entnehmen, hinsichtlich des erworbenen Bildungsstandes feststellen. Jeweils relativ am häufigsten wurde ein Hauptschulabschluss mit 31.1 % bei den insulinabhängigen und 34.6 % bei den nicht insulinabhängigen DiabetikerInnen erreicht. Selten waren mit 6.0 % bzw. 4.7 % PatientInnen ohne Schulabschluss. Ein abgeschlossenes Universitätsstudium gaben 15.7 % bzw. 14.2 % an.

Tabelle 5.1.6a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung der erworbenen Schul- bzw. weiterführenden Bildung.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Bildungsstand

  

kein Abschluss

Hauptschule

Realschule

Abitur

Fachhochschule

Universität

23

119

86

39

56

60

6.0

31.1

22.5

10.2

14.6

15.7

gesamt (n)

383

100.0

keine Angabe

92

 


[Seite 38↓]

Tabelle 5.1.6b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung der erworbenen Schul- bzw. weiterführenden Bildung.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Bildungsstand

  

kein Abschluss

Hauptschule

Realschule

Abitur

Fachhochschule

Universität

6

44

36

4

19

18

4.7

34.6

28.3

3.1

15.0

14.2

gesamt (n)

127

100.0

keine Angabe

44

 

Die Aufteilung der beiden untersuchten Gruppen auf die verschiedenen Behandlungsinstitutionen ist in den Tabellen 5.1.7a und 5.1.7b dargestellt. Wie zu erwarten, lässt sich hier eine sehr eindeutige Tendenz aufzeigen, denn zu 67.8 % wurden nicht insulinabhängige PatientInnen in hausärztlichen Einrichtungen behandelt, während mit 35.6 % bzw. 46.7 % (insgesamt 82.3 %) die weitaus meisten insulinabhängigen DiabetikerInnen in der Poliklinik bzw. in einer der drei Schwerpunktpraxen versorgt wurden.

Tabelle 5.1.7a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung auf die verschiedenen Behandlungsinstitutionen.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Behandlungsinstitution

  

Poliklinik

Schwerpunktpraxis

HausärztInnen

169

222

84

35.6

46.7

17.7

gesamt (n)

475

100.0

keine Angabe

0

 

[Seite 39↓]Tabelle 5.1.7b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung auf die verschiedenen Behandlungsinstitutionen.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Behandlungsinstitution

  

Poliklinik

Schwerpunktpraxis

HausärztInnen

9

46

116

5.3

26.9

67.8

gesamt (n)

171

100.0

keine Angabe

0

 

Ein ähnliches Resultat ist aus den Tabellen 5.1.8a und 5.1.8b für die Frage, ob eine oder mehrere Diabetesschulungen absolviert wurden, abzulesen. Eine große Mehrheit von 72.4 % der insulinabhängigen DiabetikerInnen beantwortete diese Frage mit „ja“, wohingegen dies bei den nicht insulinabhängigen nur zu 47.2 % der Fall war.

Tabelle 5.1.8a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung nach absolvierter Diabetesschulung.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Diabetesschulung

  
 

nein

ja

115

301

27.6

72.4

gesamt (n)

416

100.0

keine Angabe

59

 

Tabelle 5.1.8b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung nach absolvierter Diabetesschulung.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Diabetesschulung

  
 

nein

ja

75

67

52.8

47.2

gesamt (n)

142

100.0

keine Angabe

29

 


[Seite 40↓]

Der mittlere HbA1c-Wert ist bei den auf die Gabe von Insulin angewiesenen Diabetes-Kranken mit 7.92 % ebenso höher als bei den ohne Insulin behandelten, wie die durchschnittliche Abweichung des HbA1c vom oberen Normwert des jeweiligen Referenzbereiches (M(∆ HbA1c) =1.80). Bei den nicht insulinabhängigen DiabetikerInnen liegt der HbA1c-Wert im Durchschnitt bei 7.60 % und ∆HbA1c im Mittel bei 1.38 (Tabellen 5.1.9a und 5.1.9b). Für jeweils zwei PatientInnen konnte ∆HbA1c nicht ermittelt werden, da keine Referenzwerte der Labors angegeben wurden.

Tabelle 5.1.9a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Lageparameter und Standardabweichung von HbA1c und ∆HbA1c.

Variable

M

SD

Min

Max

Median

HbA1c(n = 439)

7.92 %

1.44

4.80 %

15.40 %

7.70 %

∆HbA1c(n = 437)

1.80

1.43

– 1.43

9.20

1.60

Tabelle 5.1.9b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Lageparameter und Standardabweichung von HbA1c und ∆HbA1c.

Variable

M

SD

Min

Max

Median

HbA1c(n = 147)

7.60 %

1.40

5.00%

13.70 %

7.30 %

∆HbA1c(n = 145)

1.38

1.39

– 1.19

7.70

1.10

Die Tabellen 5.1.10a bis 5.1.11b geben Aufschluss über die Häufigkeitsverteilungen und die Art von Folgeerkrankungen in den beiden Subkollektiven. In der Gruppe der insulinabhängigen DiabetikerInnen waren 47.4 % der PatientInnen zum Zeitpunkt der Befragung ohne Folgeerkrankungen, bei den nicht Insulinabhängigen waren dies 61.4 %. Die häufigste Folgeerkrankung war mit 35.4 % unter den insulinabhängigen DiabetikerInnen die Polyneuropathie, bei den nicht insulinabhängigen mit 27.0 % die koronare Herzkrankheit, am seltensten mit 1.1 % bzw. 0.6 % waren Amputationen.

[Seite 41↓]Tabelle 5.1.10a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung von Folgeerkrankungen.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Folgeerkrankungen

  

keine

eine

zwei oder mehr

225

115

135

47.4

24.2

28.4

gesamt (n)

475

100.0

keine Angabe

0

 

Tabelle 5.1.10b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Häufigkeitsverteilung von Folgeerkrankungen.

Variable

Häufigkeit

Prozent (%)

Folgeerkrankungen

  

keine

eine

zwei oder mehr

105

30

36

61.4

17.5

21.1

gesamt (n)

171

100.0

keine Angabe

0

 

Tabelle 5.1.11a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Art und Häufigkeiten diabetesspezifischer Folgeerkrankungen.

Folgeerkrankung

Häufigkeit

Prozent (%)

Polyneuropathie (n = 463)

164

35.4

koronare Herzkrankheit (n = 397)

91

22.9

Retinopathie (n = 462)

73

15.8

periphere Angiopathie (n = 462)

54

11.7

Nephropathie (n = 462)

35

7.6

 

davon mit Dialysepflicht (n = 460)

4

0.9

Potenzstörungen (n = 461)

31

6.7

diabetischer Fuß (n = 461)

16

3.5

Amputationen (n = 461)

5

1.1

[Seite 42↓]Tabelle 5.1.11b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Art und Häufigkeiten diabetesspezifischer Folgeerkrankungen.

Folgeerkrankung

Häufigkeit

Prozent (%)

Polyneuropathie (n = 162)

38

23.5

koronare Herzkrankheit (n = 137)

37

27.0

Retinopathie (n = 162)

16

9.9

periphere Angiopathie (n = 162)

15

9.3

Nephropathie (n = 162)

7

4.3

 

davon mit Dialysepflicht (n = 162)

0

0.0

Potenzstörungen (n = 162)

9

5.6

diabetischer Fuß (n = 162)

5

3.1

Amputationen (n = 162)

1

0.6

5.2. Die Variable ‚therapeutische Beziehung‘

Für die folgenden statistischen Berechnungen wurde die unabhängige Variable ‚therapeutische Beziehung‘ wie folgt gefasst.


[Seite 43↓]

Die vier Skalen der deutschen Bearbeitung der Medical Interview Satisfaction Scale (MISS) stellen Fragen zu den Bereichen emotionale Zuwendung, Informationsvermittlung, ärztliche Kompetenz und aufgebrachte Zeit. Jede der insgesamt 16 Fragen konnte auf einer Skala von 0 bis 4 zwischen den Polen „trifft nicht zu“ und „trifft ganz zu“ beantwortet werden. Aus den Skalen emotionale Zuwendung, Information und Kompetenz wurde mittels Faktorenanalyse ein Score gebildet, der die Grundlage für die Bewertung der jeweiligen therapeutischen Beziehung als „gut“, „mittel“ oder „schlecht“ bildete. Die Skala ‚Zeit’ wurde in die Berechnung nicht mit einbezogen, da zum einen aus der Literatur hervorgeht, dass die tatsächlich aufgebrachte Zeit des Arztes bzw. der Ärztin für die subjektive Wahrnehmung des therapeutischen Verhältnisses eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint [Goold, 99], bzw. nicht mit Behandlungszufriedenheit assoziiert ist [Anderson, 93]. Weiterhin konnte bei der Prüfung der inneren Konsistenz für diese Skala (Kapitel 4.2.2) keine ausreichende Reliabilität gefunden werden (Tabelle 4.2.2.1). Zum anderen lädt die Skala ‚Zeit’ in der hier durchgeführten explorativen Faktorenanalyse in der einfaktoriellen Lösung nur mit einem Faktorengewicht von – 0.639, wohingegen die Skalen ‚Affekt’, ‚Kompetenz’ und ‚Information’ ein Faktorengewicht von 0.912, 0.915 bzw. 0.891 aufweisen. Die Faktorenladung der drei verwendeten Subskalen auf die neu gebildete Skala ‚therapeutische Beziehung’ ist in Tabelle 5.2.1 dargestellt. Die Varianzaufklärung von 85 % zeigt die Homogenität des Faktors.

Tabelle 5.2.1
Faktorenladung, Kommunalität und Varianzaufklärung der MISS.

Skala

Faktorladung

Kommunalität

Affekt

0.930

0.866

Kompetenz

0.932

0.870

Information

0.907

0.823

Varianzaufklärung

85 %

Aus Tabelle 5.2.2 sind die Faktorenwerte der in Folge neu gebildeten Skala zu ersehen, wenn in der Faktorenanalyse nur die drei verbleibenden Skalen eingeschlossen werden. Dieser Faktor bildet damit das sogenannte Latent-Trait, das in Folge die Skala ‚therapeutische Beziehung‘ bildet und das Konstrukt repräsentieren soll. Allen PatientInnen werden jeweils ihre Werte auf diesen Faktor als Skalenwerte zugeordnet. Im Unterschied zu einer einfachen Summierung der drei Ursprungsskalenwerte, kann hiermit die Gewichtung der drei Ursprungsskalenwerte für das gemeinsame Konstrukt berücksichtigt werden.

Tabelle 5.2.2
Faktorenwerte der Skala ‚therapeutische Beziehung’.

  

Mittelwert

0.000

Standardabweichung

1.000

Perzentile:

33.33 %

66.66 %

– 0.301
0.619


[Seite 44↓]

Die Zuteilung des Gesamtkollektivs zu den Kategorien ‚gut‘, ‚mittel‘ und ‚schlecht‘ erfolgte auf Grundlage der 33-%- und 66-%-Perzentile der neu gebildeten Skalenwerte (Tabelle 5.2.2). Die Mittelwerte der einzelnen Skalen für die drei gebildeten Kategorien sind Tabelle 5.2.3 zu entnehmen. Für alle drei Skalen ist trotz der Möglichkeit einer anonymen Rückgabe der Fragebögen ein Deckeneffekt festzustellen, d.h. die Bewertung der therapeutischen Beziehung beschränkte sich weitgehend auf den oberen Skalenbereich. Bei der Interpretation der im Folgenden dargestellten Interaktionen der therapeutischen Beziehung mit anderen Variablen muss also bedacht werden, dass hinter einer als „schlecht“ bezeichneten therapeutischen Beziehung mit statistischen Durchschnittswerten von 2.649 (Affekt), 2.759 (Kompetenz) bzw. 2.861 (Information) auf Skalen von 0 bis 4 noch vergleichsweise gute Einschätzungen seitens der PatientInnen stehen. Die Bewertungen sind also schlecht in Relation zu denen der Kategorien ‚mittel‘ und ‚gut‘ und liegen etwas mehr als eine Standardabweichung unter dem Mittelwert für das Gesamtkollektiv.

Tabelle 5.2.3
Mittelwerte und Standardabweichungen der drei Kategorien der therapeutischen Beziehung für die Skalen der Medical Interview Satisfaction Scale.

Skala

therapeutische Beziehung

Gesamt

(n = 558)

schlecht

mittel

gut

Affekt

2.649

(SD=0.593)

3.461

(SD=0.325)

3,901
(SD=0.139)

3,338
(SD=0.656)

Kompetenz

2.759
(SD=0.556)

3.584
(SD=0.314)

3,931
(SD=0.129)

3,425
(SD=0.620)

Information

2.861
(SD=0.509)

3.578
(SD=0.301)

3,939
(SD=0.120)

3,460
(SD=0.569)

0: trifft nicht zu; 1: trifft kaum zu; 2: trifft etwas zu; 3: trifft weitgehend zu; 4: trifft ganz zu

Für die beiden Gruppen der insulinabhängigen und der nicht insulinabhängigen Diabetes-PatientInnen ergeben sich die in Tabelle 5.2.4 dargestellten Häufigkeitsverteilungen. Demnach sind nicht Insulin spritzende DiabetikerInnen eher zufrieden mit ihrer Behandlung als auf den Einsatz von Insulin angewiesene PatientInnen, die Verteilungsunterschiede werden jedoch nicht signifikant.

[Seite 45↓]Tabelle 5.2.4
Häufigkeitsverteilung des Kollektivs nach Einschätzung der therapeutischen Beziehung, sowie Kontingenz zwischen therapeutischer Beziehung und Insulinabhängigkeit.

therapeutische

Beziehung

Insulinabhängigkeit

gesamt

Statistik

nein

ja

Pearson χ²

p-Wert

schlecht

mittel

gut

40 (28,4 %)

44 (31,2 %)

57 (40,4 %)

147 (35,3 %)

138 (33,1 %)

132 (31,7 %)

187 (33.5 %)

182 (32.6 %)

189 (33.9 %)

3.998

0.135

gesamt

141 (100.0 %)

417 (100.0 %)

558 (100.0 %)

  

keine Angabe

30

58

92

  

5.3. Determinanten der therapeutischen Beziehung

Im folgenden sollen nun Kontingenz bzw. Varianz zwischen der unabhängigen Variable therapeutische Beziehung und den bereits in Kapitel 5.1 beschriebenen Variablen untersucht und mögliche konfundierende Variablen aufgedeckt werden. Signifikante Interaktionen zu einzelnen Variablen bestehen nur in der Gruppe der insulinabhängigen Diabetes-PatientInnen. Zusammenhänge, für die keine signifikante Varianz bzw. Kontingenz gefunden wurde, erscheinen in Tabellenform im Anhang (A.4 und A.5).

Tabelle 5.3.1 zeigt den Zusammenhang zwischen den Variablen therapeutische Beziehung und Alter. Es besteht eine hoch signifikante Interaktion (p-Wert 0.000), das therapeutische Verhältnis wird mit zunehmendem Alter als besser wahrgenommen.

Tabelle 5.3.1
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und Alter.

 

therapeutische Beziehung

Gesamt

(n = 390)

Statistik

schlecht (a)

(n = 137)

mittel (b)

(n = 128)

gut (c)

(n = 125)

F

p-Wert

Scheffé

mittleres Alter

(in Jahren)

51.15

(SD=15,88)

51,73

(SD=15,77)

58,04

(SD=13,47)

53,55

(SD=15,39)

8.184

0.000

(a)=(b)<(c)

Scheffé-Test: p < 0.05


[Seite 46↓]

Untersucht man die eingesetzte Therapieform auf ihren Einfluss auf das therapeutische Verhältnis, so kann für die untersuchte Stichprobe eine Tendenz zu schlechterer Beurteilung der therapeutischen Beziehung bei intensiverer Therapie beobachtet werden. Auch hier besteht für die miteinander kovariierenden Variablen ein hoch signifikanter Zusammenhang (Tabelle 5.3.2).

Tabelle 5.3.2
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Kontingenz zwischen therapeutischer Beziehung und Therapieart.

Therapieart

therapeutische Beziehung

Anzahl

(n)

Statistik

schlecht

mittel

gut

Pearson χ²

p-Wert

Insulin 1–2 mal tgl.
Insulin mind. 3 mal tgl.

Insulin-Pumpe

27.1 %

38.8 %

37.0 %

28.0 %

29.5 %

42.5 %

44.9 %

31.7 %

20.5 %

107

183

127

18.638

0.001

gesamt

35.3 %

33.1 %

31.7 %

417

  

Gleiches lässt sich auch für den in Tabelle 5.3.3 dargestellten Zusammenhang zwischen therapeutischer Beziehung und Behandlungseinrichtung (p-Wert 0.001) sagen. Hier wird das Verhältnis zum Arzt/zur Ärztin von den befragten PatientInnen der Poliklinik am häufigsten als eher schlecht empfunden (46.2 %). Das größte Vertrauen wird demnach den ÄrztInnen in Schwerpunktpraxen entgegengebracht, deren PatientInnen zu 38.3 % ein gutes therapeutisches Verhältnis angaben.

Tabelle 5.3.3
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Kontingenz zwischen therapeutischer Beziehung und Behandlungsinstitution.

Behandlungsinstitution

therapeutische Beziehung

Anzahl

(n)

Statistik

schlecht

mittel

gut

Pearson χ²

p-Wert

Poliklinik

Schwerpunktpraxis

HausärztInnen

46,2 %

29,5 %

25,8 %

32,9 %

32,1 %

36,4 %

20,9 %

38,3 %

37,9 %

158

193

66

18.445

0.001

gesamt

35,3 %

33,1 %

31,7 %

417

  


[Seite 47↓]

Eine Interaktion mit dem Konstrukt therapeutische Beziehung besteht also für die Variablen Alter, Therapieart und Behandlungsinstitution, dies jedoch nur für das Subkollektiv der insulinabhängigen DiabetikerInnen. Für die Variablen Diabetes-Typ, Geschlecht, Erkrankungsdauer, Bildung, Diabetesschulung und Folgeerkrankungen konnte in der Gruppe der Insulin spritzenden PatientInnen keine signifikante Beziehung zur unabhängigen Variablen dargestellt werden. Bei den nicht insulinabhängigen DiabetikerInnen ergab sich für keine der untersuchten Variablen eine Interaktion mit dem therapeutischen Verhältnis. Die genauen Ergebnisse sind, wie erwähnt, in Tabellenform (A.4 und A.5) im Anhang zu finden.

Die Wahl der Therapieart ist einerseits konzeptionell eng mit der zu untersuchenden Variable therapeutische Beziehung verknüpft und eher als charakterisierende denn als konfundierende Variable zu verstehen; andererseits hängt sie eng mit der Behandlungsinstitution zusammen. Auf die statistische Kontrolle dieser Variablen wurde daher verzichtet. Da es in der Literatur aufgrund oft nachzuweisender Effekte üblich [Rubin, 99] und in der vorliegenden Untersuchung wegen der großen Stichprobe auch möglich ist, wurden jedoch der Einfluss des Alters und des Geschlechts kontrolliert. Beide konfundierenden Variablen werden sowohl für das Kollektiv der insulinabhängigen, wie für das der nicht insulinabhängigen DiabetikerInnen und bei der Überprüfung beider Hypothesen, berücksichtigt.

5.4. Überprüfung der Hypothesen

5.4.1. Hypothese 1


[Seite 48↓]

Aus der Tabelle 5.4.1a sind die Ergebnisse für die Varianzanalyse der Variablen therapeutische Beziehung und ΔHbA1c bei den insulinabhängigen Diabetes-PatientInnen der Gesamtstichprobe unter Berücksichtigung der konfundierenden Variablen Geschlecht und Alter zu entnehmen. Für insgesamt 351 PatientInnen konnten die erforderlichen Daten erhoben werden. Der durchschnittliche ∆HbA1c-Wert für die DiabetikerInnen, die ihr therapeutisches Verhältnis als schlecht wahrnahmen (n = 121) betrug 1.637 und bei denjenigen, die es als mittelgut (bzw. mittelschlecht) betrachteten (n = 117) 1.910. Für das Kollektiv, für das gute Scores in Bezug auf die therapeutische Beziehung ermittelt werden konnten (n = 113), lag ∆HbA1c im Mittel bei 1.694. Somit kann bei einem p-Wert von 0.297 weder ein signifikanter Zusammenhang, noch eine Tendenz im Sinne niedrigerer HbA1c-Werte bei größerer Zufriedenheit mit der medizinischen Behandlung festgestellt werden.

Tabelle 5.4.1a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und ∆HbA1c.

therapeutische Beziehung (n = 351)

∆HbA1c

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 121)

mittel (n = 117)

gut (n = 113)

1.637

1.910

1.694

0.129

0.131

0.135

1.219

0.297

Ein solcher Zusammenhang lässt sich bei einem p-Wert von 0.899 auch für die nicht insulinabhängigen DiabetikerInnen (n = 108) nicht feststellen (Tabelle 5.4.1b). Die ermittelten ∆HbA1c-Scores für schlechte (n = 29), mittlere (n = 35) und gute (n = 44) therapeutische Beziehung ergaben Durchschnittswerte von 1.309, 1.236 bzw. 1.376.

Tabelle 5.4.1b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und ∆HbA1c.

therapeutische Beziehung (n = 108)

∆HbA1c

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 29)

mittel (n = 35)

gut (n = 44)

1.309

1.236

1.376

0.251

0.228

0.205

0.106

0.899

5.4.2. Hypothese 2


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Auch die zweite Hypothese wurde getrennt für die beiden Gruppen der insulinabhängigen bzw. der nicht insulinabhängigen Diabetes-PatientInnen untersucht. Der Einfluss der therapeutischen Beziehung soll hierbei sowohl separat für die vier Domänen des WHOQOL-BREF – physische und psychische Lebensqualität, die Bereiche sozialer Beziehungen, sowie der sozialen und materiellen Umwelt –, als auch für die globale Lebensqualität überprüft werden. Die Einwirkung von Geschlecht und Alter wurde jeweils kontrolliert.

Eine signifikante Kovarianz zwischen den Variablen therapeutische Beziehung und globale Lebensqualität konnte für die Gruppe der mit Insulin behandelten PatientInnen (n = 368) gezeigt werden (Tabelle 5.4.2.1a). Der p-Wert für diesen Zusammenhang ergab 0.015. Die durchschnittlichen Scores für gute, mittlere und schlechte therapeutische Beziehung betrugen 61.684, 56.272 sowie 53.742. In der als Post-Hoc-Test zusätzlich durchgeführten Einzeltestung der drei Kategorien der therapeutischen Beziehung untereinander zeigte sich, dass sich die Signifikanz aus dem Unterschied zwischen guter und schlechter therapeutischer Beziehung ergibt (p-Wert 0.006).

Tabelle 5.4.2.1a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und globaler Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 368)

globale Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 124)

mittel (n = 122)

gut (n = 122)

53.742

56.272

61.684

1.932

1.945

1.968

4.226

0.015

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.006).

Ein entsprechendes Ergebnis konnte, wie aus Tabelle 5.4.2.1b zu entnehmen, bei einem p-Wert von 0.232 für nicht insulinabhängige DiabetikerInnen (n= 118) nicht ermittelt werden. Die mittleren Lebensqualitäts-Scores für die therapeutische Beziehung lagen bei 56.050 (schlecht), 62.977 (mittel) und 62.534 (gut).

[Seite 50↓]Tabelle 5.4.2.1b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und globaler Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 118)

globale Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 32)

mittel (n = 36)

gut (n = 50)

56.050

62.977

62.534

3.299

3.058

2.614

1.480

0.232

Für den Bereich der physischen Lebensqualität wurden die in den Tabellen 5.4.2.2a und 5.4.2.2b dargestellten Resultate gefunden. Für die insulinabhängigen DiabetikerInnen konnte ein signifikanter Zusammenhang (p-Wert 0.049) zur therapeutischen Beziehung festgestellt werden, der sich wiederum aus dem Unterschied zwischen den Gruppen ‚gut’ und ‚schlecht’ (p = 0.020) ergab. Bei den nicht Insulin spritzenden PatientInnen konnte für den Gesamtzusammenhang keine Kovarianz gezeigt werden (p-Wert 0.134), jedoch ergab sich in der Einzeltestung eine signifikant bessere physische Lebensqualität bei mittelguter im Vergleich zu schlechter therapeutischer Beziehung (p = 0.018).

Tabelle 5.4.2.2a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und physischer Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 364)

physische Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 123)

mittel (n = 121)

gut (n = 120)

60.435

63.607

66.637

1.738

1.750

1.778

3.048

0.049

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.018).

[Seite 51↓]Tabelle 5.4.2.2b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und physischer Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 120)

physische Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 32)

mittel (n = 37)

gut (n = 51)

62.123

70.312

69.171

3.206

2.934

2.520

2.043

0.134

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚mittel’ (p = 0.020).

Eine signifikante Kovarianz für beide Gruppen (p-Werte jeweils 0.000) konnte hingegen bei der abhängigen Variablen psychische Lebensqualität gefunden werden (Tabellen 5.4.2.3a und 5.4.2.3b). In beiden Kollektiven unterschieden sich die Scores der Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’, sowie ‚schlecht’ und ‚mittel’ signifikant voneinander.

Tabelle 5.4.2.3a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und psychischer Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 365)

psychische Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 123)

mittel (n = 122)

gut (n = 120)

62.899

66.754

70.991

1.407

1.411

1.440

7.951

0.000

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.000), sowie ‚schlecht’ und ‚mittel’ (p = 0.046).

Tabelle 5.4.2.3b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und psychischer Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 120)

psychische Lebensqualität

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 32)

mittel (n = 37)

gut (n = 51)

61.348

70.288

76.393

2.422

2.216

1.904

11.653

0.000

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.000), sowie ‚schlecht’ und ‚mittel’ (p = 0.007).


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Dieser Effekt ergab sich auch in der Varianzanalyse zwischen therapeutischer Beziehung und den soziale Beziehungen betreffenden Aspekten der Lebensqualität (Tabellen 5.4.2.4a und 5.4.2.4b). Sowohl für insulinabhängige (p-Wert = 0.000), wie für nicht insulinabhängige DiabetikerInnen (p-Wert = 0.003) zeigten sich signifikante Zusammenhänge, die sich jeweils aus den signifikant besseren Lebensqualitäts-Werten der guten therapeutischen Beziehung gegenüber der schlechten, sowie der mittelguten ergaben.

Tabelle 5.4.2.4a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und Aspekten sozialer Beziehungen der Lebensqualität.

therapeutische Beziehung

(n = 364)

Lebensqualität (soziale Beziehungen)

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 124)

mittel (n = 120)

gut (n = 120)

59.655

64.345

71.703

1.783

1.812

1.833

11.040

0.000

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.000), sowie ‚mittel’ und ‚gut’ (p = 0.013).

Tabelle 5.4.2.4b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und Aspekten sozialer Beziehungen der Lebensqualität.

therapeutische Beziehung

(n = 118)

Lebensqualität (soziale Beziehungen)

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 32)

mittel (n = 36)

gut (n = 50)

63.821

69.344

75.476

2.622

2.432

2.083

6.061

0.003

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.002), sowie ‚mittel’ und ‚gut’ (p = 0.019).


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Wie die Tabellen 5.4.2.5a und 5.4.2.5b demonstrieren, ergeben sich diese signifikanten Kovarianzen auch bei der Untersuchung der Auswirkung der therapeutischen Beziehung auf das Erleben der sozialen und materiellen Umwelt. Die errechneten p-Werte betrugen hier 0.007 (insulinabhängige) bzw. 0.000 (nicht insulinabhängige DiabetikerInnen). Auch hier konnten jeweils signifikant bessere Ergebnisse für die Kategorie ‚gut’ gegenüber ‚schlecht’ gefunden werden, darüber hinaus jeweils für ‚mittel’ gegenüber ‚gut’.

Tabelle 5.4.2.5a
Insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und Aspekten sozialer und materieller Umwelt der Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 365)

Lebensqualität

(soziale und materielle Umwelt)

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 123)

mittel (n = 122)

gut (n = 120)

67.057

70.426

72.697

1.246

1.250

1.275

5.020

0.007

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.000), sowie ‚schlecht’ und ‚mittel’ (p = 0.035).

Tabelle 5.4.2.5b
Nicht insulinabhängige DiabetikerInnen: Varianz zwischen therapeutischer Beziehung und Aspekten sozialer und materieller Umwelt der Lebensqualität.

therapeutische Beziehung (n = 120)

Lebensqualität

(soziale und materielle Umwelt)

Statistik

M

Std. Fehler

F

p-Wert

schlecht (n = 32)

mittel (n = 37)

gut (n = 51)

64.667

72.623

75.889

2.041

1.868

1.605

9.210

0.000

Post-Hoc-Test: Signifikanz zwischen den Gruppen ‚schlecht’ und ‚gut’ (p = 0.000), sowie ‚schlecht’ und ‚mittel’ (p = 0.002).


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28.05.2004