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Herleitung der Aufgabenstellung

Die Multiple Sklerose ist wegen ihrer Häufigkeit, des hauptsächlichen Auftretens im frühen Erwachsenenalter und der unvorhersehbaren Entwicklung dauerhafter Behinderungen eine Erkrankung von bedeutender gesellschaftlicher und klinischer Relevanz.

Trotz intensiver Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, die Ätiologie dieser Krankheit zu ergründen. Es herrscht jedoch weitgehende Einigkeit darüber, dass MS zu den Autoimmun­er­krankungen zählt und T-Helferzellen in der Pathogenese eine entscheidende Rolle spielen. Als Autoantigene werden Komponenten der Myelinscheide, wie zum Beispiel das den Hauptanteil bildende Myelin Basic Protein (MBP), sowie Nicht-Myelinantigene diskutiert. Es gibt Hinweise, dass bei der MS, wie bei einigen anderen Autoimmunerkrankungen auch, ein Überwiegen der proinflammatorischen Zytokine Interferon-γ (IFNγ) und Tumor Nekrose Faktor-α (TNFα) vor­liegt und dieses Ungleichgewicht mitverantwortlich für die Pathogenese ist.

Nach wie vor wird nach einem Parameter gesucht, mit dem die Krankheitsaktivität einfach und sicher erfasst werden kann – zur besseren Evaluierung neuer Therapieverfahren und früheren Erkennung von Schüben. Seit vielen Jahren konzentriert sich die Forschung auf den Nachweis autoreaktiver T-Helfer­zellen bei MS-Patienten und Kontrollpersonen, die sowohl aus peripherem Blut als auch aus Liquor cerebrospinalis isoliert wurden. Bisher war zum Nachweis dieser Zellen deren Kulti­vierung über Tage bis Wochen nötig. Durch erhebliche technische Fortschritte ist es seit einigen Jahren möglich, antigenspezifische T-Helferzellen durch direkte Stimulation zu detektieren. Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Sekretion der proinflammatorischen Zytokine IFNγ und TNFα MBP-reaktive Th1-Zellen bei MS-Patienten und gesunden Kontrollpersonen nachzuweisen.

Besonderer Wert soll auf die Isolierung lebender autoantigenspezifischer Zellen gelegt werden – zum einen als Ausgangspunkt für deren weitere funktionelle und molekularbiologische Charak­terisierung, zum anderen als Möglichkeit zur therapeutischen Anwendung nach Mani­pulation.


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08.01.2004