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Ergebnisse

3.1 Ergebnisse der Inhaltsanalyse

3.1.1 Inhaltsanalyse von POL-Lernzielen

Zur Auswertung kamen 660 POL-Lernziele aus 150 POL-Sitzungen, im Durchschnitt wurden 4,4 POL-Lernziele je POL-Sitzung (2-9; Median: 4; SD 1,35) formuliert.

Die POL-Lernziele wurden nach Anzahl und Zuordnung der Lernzielinhalte (LZI) zu den vorgegebenen Clustern analysiert (vgl. 2.2.2).

Bei der Inhaltsanalyse wurden 1072 Lernzielinhalte (LZI) identifiziert, im Mittelwert 7,2 LZI je POL-Sitzung (2-15 LZI / Sitzung; Median 7; SD 2,15) und 1,6 LZI (0,8-3,7 LZI / POL-Lernziel, SD 0,60) je POL-Lernziel (Tabelle 3.1).

Tabelle 3.1: Klassifizierte POL-Lernziele aller ausgewählten Blöcke: Übersicht

Ausgewertete

POL-Sitzungen

Ausgewertete POL-Lernziele

POL-Lernziele/

Sitzung

Klassifizierte Inhalte (LZI)

LZI /

Sitzung ²

LZI /

POL-Lernziel

150¹

660

4,4

1072

7,15

1,6

¹ aus 3 Sitzungen in Block FHK2000 lagen zum Zeitpunkt der Auswertung keine POL-Lernziele vor ² Anzahl der LZI /Anzahl der analysierten POL-Sitzungen

In der Verteilung auf die Inhaltskategorien entfielen 421 von 1072 LZI (39,3%) auf den Bereich „Grundlagen“, 89 (8,3%) LZI auf den Bereich „psychosoziale Themengebiete“ und 562 (52,4%) LZI auf die klinischen Bereiche „Diagnostik“ (13,6%), „Krankheitsbilder“ (21,0%), „Symptome“ (8,5%) und „Therapie“ (9,2%).

Tabelle 3.2. zeigt die dreizehn am häufigsten verwendeten Stichworte zur Bezeichnung eines Lernzielinhaltes in den untersuchten drei Themenblöcken FHK1999, FHK2000 und SGH1999. Hier zeigen sich erwartungsgemäß qualitative Parallelen zwischen den Blöcken FHK1999 und FHK2000, während die quantitative Gewichtung (Anzahl der Nennungen innerhalb eines Themenblockes) zum Teil differiert. Einzelne Themen („Exsikkose“, „Hypertonus“) wurden nur ein einem der verglichenen Blöcke unter den häufigsten dreizehn Nennungen identifiziert, sie wurden im Vergleichsblock seltener identifiziert.


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Tabelle 3.2: Die häufigsten Schlüsselbegriffe zur Inhaltsanalyse von POL-Lernzielen (Anzahl der Nennungen) in den unterschiedlichen Themenblöcken.

FHK1999 (435)

FHK2000 (352)

SGH1999 (285)

„Gefäße“ (19)

„Herz: Anatomie/Funktion“ (20)

„Sexualhormone“ (26)

„Herz: Anatomie/Funktion“ (17)

„Blutdruckregulation“(16)

„Hormonhaushalt“ (14)

„Risikofaktoren“ (17)

„Risikofaktoren“ (15)

„männliche Genitale“ (13)

„Exsikkose“ (16)

„EKG“ (15)

„Menstruationszyklus“ (11)

„Herzinfarkt“ (15)

„Hypertonus“ (15)

„Extrauteringravidität“ (10)

„Flüssigkeitshaushalt“ (15)

„Herzinfarkt“ (14)

„Pubertät“ (9)

„EKG“ (15)

„Angina pectoris“ (10)

„Kontrazeption“ (8)

„Labor: Blut“ (14)

„Flüssigkeitshaushalt“ (10)

„Pubertas praecox“ (8)

„Blutdruck“ (13)

„Gefäße“ (10)

„weibliche Genitale“ (7)

„Blutdruckregulation“(13)

„Ödeme“ (10)

„Wachstumshormone“ (7)

„Angina pectoris“ (12)

„Orthostase“ (10)

„Tanner Stadien“ (7)

„Ödeme“ (11)

„Schmerz Thorax“ (9)

„Spermiogenese“ (7)

„Niere“ (10)

„Blutdruck“ (9)

„Betablocker“ (7)

Bei insgesamt 1072 LZI ergaben sich 247 unterschiedliche Inhalte (charakterisiert durch ein Stichwort und ein Cluster), 1- 37 LZI (Mittelwert 4,32, Median: 2) unterschiedlicher POL-Sitzungen waren miteinander identisch.

Verwendet man den Quotienten aus der Anzahl unterschiedlicher Lernzielinhalte zur Anzahl der Lernzielinhalte (gesamt) einer Inhaltskategorie, erhält man ein Maß für die durchschnittliche thematische Übereinstimmung der Lernzielinhalte in den unterschiedlichen Clustern. Die meisten thematischen Häufungen ergaben sich im Bereich der Grundlagen (mit durchschnittlich 7,8 Zuordnungen pro LZI), die breiteste Streuung in den Kategorien Diagnostik, Krankheitsbild und Therapie (Tabelle 3.3).

Tabelle 3.3: Anzahl und Verteilung klassifizierter Inhalte der POL-Lernziele (LZI)

Cluster

Psycho-

sozial

Grund-lagen

Klinische Inhalte

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

LZI gesamt

89

421

146

225

92

99

1072

davon unterschiedliche LZI

22

54

38

65

18

32

247

LZI gesamt / unterschiedliche LZI¹

4,0

7,8

3,8

3,5

5,1

3,1

4,3

¹ Mittlere Anzahl jeweils identischer LZI


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3.1.1.1  Zusammenfassung:

Die Inhaltsanalyse der POL-Lernziele identifizierte 1072 LZI, die sich überwiegend in die Bereiche klinische Themen (52,4%) und Grundlagen (39,3%) einteilen ließen. Psychosoziale Themen waren mit 8,1% der LZI vergleichsweise wenig repräsentiert.
Jeder LZI wurde im Mittel in 4,3 unterschiedlichen POL-Sitzungen identifiziert (Median 2). Die Divergenz zwischen Mittelwert und Median ergibt sich dadurch, dass die Mehrheit der LZI in nur einer POL-Sitzung und nur relativ wenige LZI vergleichsweise vielen (bis zu 37) POL-Sitzungen zugeteilt wurden. Häufungen gleicher Inhalte in mehreren POL-Lernzielen traten insbesondere im Bereich Grundlagenwissenschaften auf, während klinische Inhalte zwischen den POL-Lernzielen weiter gestreut waren.

3.1.2 Klassifikation und Inhaltsanalyse von Papercases

3.1.2.1 Papercases im Untersuchungszeitraum 1999-2001

Von WiSe 1999/00 bis Ende WiSe 2000/01 wurden im RSM insgesamt 71 Papercases eingesetzt. Diese Anzahl weicht von den erwarteten 70 Papercases ab, da im Block FHK1999 der Papercase 13.004 in der Version 13.004a in vier und 13.004b in fünf Kleingruppen eingesetzt wurde. 47 Papercases stammen aus dem 1.–4. Semester der ersten Kohorte und 24 Papercases aus dem 1.-2. Semester der zweiten Kohorte (vgl. Tabelle 3.4). Zwischen den Jahrgängen 1999 und 2000 blieben 15 von 24 Papercases bestehen, neun Papercases wurden neu erstellt.


[Seite innerhalb Tabelle 83↓]

Tabelle 3.4: Übersicht der im RSM von Oktober 1999- Oktober 2001 eingesetzten Papercases, fett unterlegt sind die im Detail untersuchten Blöcke

Semester

Block

Jahrgang

Gesamt

1999

2000²

1

Bewegung

5

5 (2)

10

Flüssigkeit/Herz/Kreislauf (FHK)

6 (1)

13

Erste Hilfe I

1

1 (0)

2

2

Atmung

4

4 (1)

8

Ernährung/Verdauung/Stoffwechsel

6

6 (3)

12

Pflegepraktikum

2

2 (1)

4

3

Blut

2

n.u.

2

Entzündung/Abwehr

7

n.u.

7

Sexualität/Geschlechtsorgane/Hormone (SGH)

5

n.u.

5

4

Nervensystem/Koordination

4

n.u.

4

Elektrolyte/Niere

4

n.u.

4

 

Gesamt

47

24 (9)

71

¹ Im Block FHK1999 wurde ein Papercase in 2 unterschiedlichen Versionen verwendet
² Im Jahrgang 2000 wurde ein Teil der Papercases (in Klammern) durch andere Patientengeschichten ersetzt, der Rest wurde z.T. inhaltlich überarbeitet. Die Papercases im zweiten Studienjahr des Jahrganges 2000 sind nicht Bestandteil der Untersuchung (n.u.)

3.1.2.2 Inhaltsanalyse der Papercases 1999-2001

Bei der Inhaltsanalyse der 71 Papercases wurden 684 Papercaseinhalte (PCI) identifiziert, die Aufteilung in die Cluster ist in Tabelle 3.5 aufgeführt.

Tabelle 3.5: Papercaseinhalte (PCI) aus 71 Papercases

Jahrgang

(Papercases)

psychosoziale Themen

Klinische Inhalte

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

1999 (n= 47)

109

34

94

181

37

455

2000 (n= 24)

64

9

45

91

20

229

Gesamt (n= 71)

173

43

139

272

57

684

Beim Vergleich der Papercases des ersten Studienjahres zwischen den Jahrgängen 1999 und 2000 ergaben sich keine bedeutsamen Unterschiede in der Verteilung der Inhaltskategorien (Tabelle 3.6), obwohl 9 von 24 Papercases neu erstellt wurden.


[Seite innerhalb Tabelle 84↓]

Tabelle 3.6: PCI im ersten Studienjahr: Vergleich Jahrgang 1999 vs. 2000

Jahrgang

psychosoziale Themen

Klinische Inhalte

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

1999 (n= 25)

62

11

56

99

19

247

2000 (n = 24)

64

9

45

91

20

229

1. Studienjahr gesamt

126

20

101

190

39

476

Chi² = 1.11 (4 FG), p > 0,05

Bei einem Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten Studienjahr im Jahrgang 1999 ergab sich ein tendenzieller, statistisch jedoch nicht signifikanter Unterschied hinsichtlich der Verteilung der Inhaltskategorien auf die Papercases. Im zweiten Studienjahr überwogen tendenziell Angaben zu Diagnostik und Therapie. Es wurden relativ weniger Krankheitsbilder, Symptome und psychosoziale Themen je Papercase angesprochen (Tabelle 3.7).

Tabelle 3.7: PCI: Vergleich 1. & 2. Studienjahr im Jahrgang 1999

Studienjahr

psychosoziale Themen

Klinische Inhalte

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

1. Studienjahr (n= 25)

62

11

56

99

19

247

2. Studienjahr (n = 22)

47

23

38

82

18

208

1999 gesamt

109

34

94

181

37

455

Chi² = 8,08 (4 FG); p > 0,05 (< 0,1)

3.1.2.3 Länge und Komplexität der Papercases

Die Mehrzahl der Papercases befanden sich im Bereich zwischen 50-250 Wörtern Länge (Median: 109, Mittelwert 135, SD 83), nur vier Papercases sind länger als 250 Wörter. Der Median der Anzahl der PCI liegt bei 9 (Mittelwert 9,6, SD 4,0).

Die Anzahl der Wörter im Studierendenmanual gibt die Länge eines Papercases wieder, die Anzahl der Papercaseinhalte wird als Maß für die Komplexität eines Papercases verwendet. In Abbildung 3.1 wird die Anzahl der Wörter im Studierendenmanual (x-Achse) und die Anzahl der identifizierten Papercaseinhalte (y-Achse) in den 71 untersuchten Fällen korreliert.


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Abbildung 3.1: Verhältnis von Länge der Papercases (X-Achse) und Anzahl klassifizierter Papercaseinhalte (Y-Achse).

Im Vergleich der Parameter „Länge des Papercases“ und „Anzahl der Papercaseinhalte“ ergab sich ein Korrelation mit einem Bestimmtheitsmaß R = 0,70. Besonders im Bereich zwischen 50-100 Wörtern ist nicht von einer gesicherten Korrelation zwischen Länge und Komplexität der Papercases auszugehen (vgl. Abbildung 3.1).

3.1.2.4 begleitende Materialien zum Papercase

Als Ergänzung standen den Studierenden in den untersuchten Papercases insgesamt 138 Originalbefunde (Median: 2 pro Papercase) als begleitende Materialien zur Verfügung.

Für den Jahrgang 1999 waren von insgesamt 89 zusätzliche Materialien sieben aus der Kategorie „psychosoziale Themen“ (Patientenratgeber (n=2), Pflegebogen, Pflegeplan, Antragsformular für Pflegeleistungen, Informationen zur [Seite 86↓]Pflegeversicherung und eine Epikrise (je n=1)), 70 aus der Kategorie „Diagnostik“ (Angaben von Laborwerten (n=29), konventionelle Röntgenbilder (n=15) EKG-Streifen (n=8), Kontrastmitteluntersuchungen an Gefäßen oder Hohlorganen (n=5), MRT- und CT-Bilder (n=4), histologische Präparate (n=3), sonographische Bilder (n=2), endoskopische Bilder (n=2) und eine Skala zur Befundung eines Dekubitus (Norton-Skala)). Fünf Fotografien von Krankheitszeichen, drei Wachstums- oder Gewichtsverläufe sowie ein Menstruationskalender wurde unter der Kategorie „Symptom“ klassifiziert. Ein Herzkatheterbericht, eine Fastentabelle zur kalorienreduzierten Diät sowie das Video einer interventioneller Arthroskopie wurden unter der Kategorie „Therapie“ klassifiziert. Zwischen den Jahrgängen 1999 und 2000 waren keine Änderung der begleitenden Materialien zu verzeichnen.

3.1.2.5 Beschreibung der ausgewählten Stichprobe

Die für die Detailanalyse ausgewählten Papercases der Blöcke Flüssigkeit/Herz/Kreislauf (FHK) und Sexualität/Geschlechtsorgane/Hormone (SGH) befanden sich im Vergleich zum Durchschnitt aller untersuchten Papercases im oberen Bereich der durchschnittlichen Länge. Auch die Anzahl der PCI je Papercase lagen im Durchschnitt über dem Gesamtkollektiv (vgl. Tabelle 3.8). Beide Blöcke waren demnach bezüglich der Länge und Komplexität der Papercases untereinander vergleichbar. Im Block FHK beinhalten die Papercases im Vergleich zum Durchschnitt relativ viele „Symptome“ (Mittelwerte 5,9 zu 4,1) und „Diagnostik“ (Mittelwerte 2,8 zu 2,0). Der Block SGH1999 unterscheidet sich im Vergleich zum Durchschnitt der Papercases in einem relativ hohen Anteil angesprochener psychosozialer Themengebiete (Mittelwerte 4,2 zu 2,5).


[Seite innerhalb Tabelle 87↓]

Tabelle 3.8: Mittelwerte (und Standardabweichung) klassifizierter Papercaseinhalte (PCI) für alle Blöcke. Hervorgehoben sind die in der Detailanalyse verwendeten Themenblöcke.

Themenblöcke¹ (Papercases)

Alle Papercases aus den Blöcken: Mittelwert (+/- 1 SD)

Anzahl Wörter

Symptome

Krankheitsbilder

Diagnostik

Therapie

psychosoziale Themen

Cues

gesamt

Bew. (10)

111 (56)

3,4 (0,5)

1,7 (0,9)

1,0 (0,0)

1,0 (0,0)

2,1 (1,2)

7,3 (2,2)

N I (2)

101 (14)

2,0 (1,4)

2,5 (0,7)

0,0

1,0 (0,0)

2,5 (0,7)

8,0 (2,8)

FHK (13)

143 (84)

5,9 (2,7)

2,6 (1,4)

2,8 (0,5)

1,2 (0,4)

2,9 (0,8)

12,4 (4,4)

Atm. (10)

130 (88)

5,7 (5,1)

2,6 (1,6)

0,0

1,5 (0,7)

2,9 (2,3)

9,8 (6,0)

Pfl. (4)

163 (54)

2,3 (1,5)

2,3 (1.5)

1,0 (0)

3,5 (0,7)

5,0 (2,6)

11,5 (3,1)

EVS (12)

112 (33)

3,8 (2,4)

1,3 (0,5)

1,2 (0,4)

1,6 (1,0)

2,0 (1,2)

8,5 (2,4)

Blut (2)

47 (1)

3,5 (2,1)

1,5 (0,7)

1,0 (0)

0,0 (0)

1,5 (0,7)

7,0 (1,4)

EA (7)

115 (60)

1,3 (0,5)

2,0 (1,2)

3,0 (2,6)

1,5 (0,5)

1,7 (0,8)

9,4 (3,6)

SGH (5)

204 (175)

2,4 (1,1)

1,8 (1,3)

1,8 (0,5)

1,5 (0,7)

4,2 (2,8)

10,4 (5,3)

NK (4)

191 (147)

5,0 (1,6)

1,3 (0,5)

0,0

1,0 (0)

1,5 (0,6)

8,0 (2,6)

EN (4)

167 (56)

4,5 (3,3)

1,8 (0,5)

3,0 (1,4)

2,0 (1,0)

1,8 (1,0)

11,0 (4,2)

gesamt (71)

135 (83)

4,1 (2,7)

2,0 (1,2)

2,0 (1,3)

1,5 (0,8)

2,5 (1,7)

9,6 (4,0)

¹ Themenblöcke: Bew.: Bewegung, N I Notfall I, FHK: Flüssigkeit/Herz/Kreislauf; Atm.: Atmung, Pfl.: Pflegeblock, EVS: Ernährung/Verdauung/Stoffwechsel; EA: Entzündung/Abwehr; SGH: Sexualität/Geschlechtsorgane/Hormone; NK: Nervensystem/Koordination; EN: Elektrolyte/Niere

Tabelle 3.9 gibt Aufschluss darüber, inwieweit sich die Papercases aus den Blöcken FHK1999, FHK2000 und SGH1999 hinsichtlich des Vorkommens diagnostischer (0-3, Mitelwert 1,1) und therapeutischer (0-2, Mittelwert 0,6) PCI, der Anzahl angesprochener Krankheitsbilder (1-5, Mittelwert 2,4), Symptome (0-11, Mittelwert 4,6) und psychosoziale Themengebiete (2-9, Mittelwert 3,3) unterscheiden. Die Anzahl der PCI als Maß für die Komplexität eines Papercases schwankt zwischen 6 und 18 Inhalten (Mittelwert 11,9).


[Seite innerhalb Tabelle 88↓]

Tabelle 3.9: Inhalte der Papercases (PCI) der Blöcke FHK1999, FHK2000 und SGH1999

Block

Case Nr.

psychosoziale Themen

Klinische Inhalte

Cues gesamt

Diagnostik

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

FHK1999

P13.001

4

3

5

5

0

17

P13.002

2

3

5

7

0

17

P13.003

3

0

1

3

0

7

P13.004a

3

0

2

4

0

9

P13.004b

4

0

3

5

2

14

P13.005

3

1

2

5

0

11

P13.006

2

0

3

11

1

17

SGH1999

P31.001

2

0

1

3

0

6

P31.002

3

1

1

2

0

7

P31.003

3

2

1

1

0

7

P31.004

9

2

2

4

1

18

P31.005

4

2

4

2

2

14

FHK2000

P13.002

2

3

4

7

1

17

P13.003

3

0

1

3

1

8

P13.004a

3

0

2

4

0

9

P13.005

3

3

2

6

0

14

P13.006

2

0

3

11

1

17

P13.007

4

0

1

0

1

6

Gesamt

59

20

43

83

10

215

Mittelwert

3,3

1,1

2,4

4,6

0,6

11,9

3.1.2.6 Zusammenfassung:

Im Rahmen der Klassifikation von Papercases wurden 71 Papercases nach deren Länge, Anzahl sowie Verteilung der PCI eingeteilt. Die Länge eines Papercases korreliert grenzwertig (R = 0,7) mit der Anzahl der Papercaseinhalte.
Aus den 71 Papercases werden die Papercases der Blöcke FHK und SGH der weiteren Auswertung zugeführt, wobei ein Papercase im Block FHK1999 in unterschiedlichen Versionen eingesetzt wurde. Die Papercases der ausgewählten Blöcke unterscheiden sich tendenziell vom Durchschnitt aller untersuchten Papercases durch eine höhere Länge und höhere Anzahl PCI. Die Abweichungen liegen im Mittel innerhalb einer Standardabweichung. Zwischen den Blöcken FHK und SGH bestehen Unterschiede hinsichtlich der Anzahl und Verteilung der Papercaseinhalte, insbesondere durch ein überwiegen „psychosozialer Themen“ im Block SGH und von „Symptomen“ im Block FHK.


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3.1.3  Inhaltsanalyse von Ausbildungszielen

Im Folgenden wird die Inhaltsanalyse der Ausbildungsziele der Blöcke FHK1999, FHK2000 und SGH1999 dargestellt.

3.1.3.1 Übersicht über die ausgewerteten Ausbildungsziele

In den drei ausgewerteten Themenblöcken wurden insgesamt 105 Ausbildungsziele ausgewertet, hiervon kamen 60 kognitive, 30 anwendungsbezogene und 15 emotionale Ausbildungsziele zur Auswertung (Tabelle 3.10).

Tabelle 3.10: Ausgewertete Ausbildungsziele und deren thematische Gliederung

Ausbildungsziel: Art

FHK1999

FHK2000

SGH1999

gesamt

Kognitiv

20

28

12

60

Anwendungsbezogen

11

14

5

30

Emotional

6

6

3

15

Gesamt

37

48

20

105

3.1.3.2 Vergleichende Darstellung der Ausbildungszielinhalte (AZI)

Bei der Inhaltsanalyse wurden in insgesamt 105 Ausbildungszielen 210 Inhalte identifiziert, im Mittel 2 Inhalte pro Ausbildungsziel. Nach Streichung in unterschiedlichen Ausbildungszielen eines Blockes mehrfach identifizierter Inhalte ergeben sich insgesamt 173 Ausbildungszielinhalte (AZI), im Block FHK1999 75 AZI, im Block FHK2000 78 AZI und im Block SGH1999 20 AZI (Tabelle 3.11). Im Block SGH1999 (5 Wochen Dauer) ergeben sich 4,0 AZI pro Woche, im Block FHK 1999 und FHK2000 (je 6 Wochen Dauer) 12,5 bzw. 13 AZI pro Woche. Der Anteil grundlagenwissenschaftlicher AZI ist mit 36%-40% zwischen den Blöcken relativ konstant.

Tabelle 3.11: Analysierte Inhalte aus Ausbildungszielen

Block

FHK1999

FHK2000

SGH1999

gesamt

Wochen

6

6

5

17

klassifizierte Inhalte

88

98

24

210

Ausbildungszielinhalte (AZI)¹

75

78

20

173

AZI je Woche

12,5

13,0

4,0

10,2

prozentualer Anteil Grundlagen

36%

38%

40%

38%

¹ ohne Berücksichtigung in mehreren Ausbildungszielen innerhalb eines Themenblockes benannter identischer Ausbildungszielinhalte


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Im Vergleich der Blöcke FHK1999 und FHK2000 fiel ein Zuwachs von 75 auf 78 AZI im Block FHK2000 auf. Inhaltliche Unterschiede lagen im Bereich der Grundlageninhalten (Elektrolytregulation, Volumenregulation, Osmorezeptoren) und im Bereich der diagnostischen Verfahren (Insbesondere bildgebende Verfahren für Herz und Gefäße) im Jahrgang 2000. Aspekte der Therapie (z.B. Erste Hilfe Maßnahmen, Therapie der Dehydratation und Antihypertensiva verschiedener Klassen) waren im Block FHK2000 im Unterschied zum Block FHK1999 in den Ausbildungszielen nicht vorhanden; sie wurden von den Blockplanenden auf spätere Zeitpunkte des Studiums verlagert. Psychosoziale Themen blieben in ihrer Anzahl und Gewichtung konstant. Vergleicht man die Anzahl avisierter Ausbildungszielinhalte (AZI) pro Woche, so blieben diese mit 12,5 (FHK1999) bzw. 13 (FHK2000) AZI pro Woche weitgehend konstant.

Im Vergleich zu den Blöcken FHK fand sich im Block SGH1999 ein geringerer Anteil AZI. Auch wenn man die unterschiedliche Dauer beider Blöcke berücksichtigt (5 Wochen SGH1999 vs. 6 Wochen FHK1999) ist die Anzahl der AZI pro Woche im Block SGH1999 geringer. Im Block FHK1999 wurden etwa dreifach mehr AZI pro Woche (12,5 vs. 4) vorgegeben. In allen Inhaltskategorien finden sich im Block SGH1999 vergleichsweise weniger Zuordnungen (Abbildung 3.2), für die Kategorien Symptome und Therapie fanden sich keine AZI im Block SGH1999.


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Abbildung 3.2: Verteilung der Inhaltskategorien über analysierte Ausbildungszielinhalte (AZI) der untersuchten Themenblöcke

3.1.3.3 Zusammenfassung:

Bei der Inhaltsanalyse von Ausbildungszielen fielen deutliche Unterschiede zwischen den untersuchten Blöcken auf. Aus 27 bzw. 48 Ausbildungszielen im Block FHK1999 bzw. FHK2000 wurden 75 bzw. 78 AZI klassifiziert, während sich im Block SGH1999 bei 20 Ausbildungszielen nur 20 AZI klassifiziert wurden.

Der Block FHK2000 zeigte im Vergleich zur Kohorte FHK1999 eine Zunahme von Ausbildungszielen und Modifikationen einzelner Ausbildungszielen innerhalb der zugeteilten Cluster. Aspekte der Therapie und Krankheitsbilder wurden im Block FHK2000 weniger, Grundlageninhalte, diagnostische Themen und Symptome vermehrt identifiziert, die Anzahl der psychosozialen Themen blieb unverändert. Im Block SGH1999 zeigte sich im Vergleich zu den Blöcken FHK1999 nur etwa ein Drittel der AZI pro Woche.

Der prozentuale Anteil an grundlagenwissenschaftlichen AZI war in den untersuchten Themenblöcken vergleichbar.


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3.1.4  Vergleich der Inhaltsanalysen

In Tabelle 3.12 werden die Ergebnisse der prozentualen Verteilung von Inhalten aus POL-Lernzielen, Papercases und Ausbildungszielen in der untersuchten Stichprobe aufgeführt. Bei rein quantitativer Gegenüberstellung fällt auf, das psychosoziale Inhalte in POL-Lernzielen im Vergleich zu Ausbildungszielen und Papercases relativ unterrepräsentiert sind. In Papercases stellen Symptome den prozentual höchsten Anteil der Inhalte dar, diese sind in Ausbildungszielen und POL-Lernzielen vergleichsweise seltener vertreten.

Tabelle 3.12: Absolute und prozentuale Verteilung der Inhaltskategorien der LZI, AZI und PCI in den Blöcken FHK1999, FHK2000 und SGH1999

Kategorie

(Inhalte)

POL-Lernzielinhalte (LZI)

Papercaseinhalte (PCI)

Ausbildungszielinhalte (AZI)

Grundlagen

421 (39,3%)

n.u.

65 (37,6%)

psychosoziale Themen

89 (8,3%)

59 (27,4%)

34 (19,7%)

Krankheitsbilder

225 (21,0%)

43 (20,0%)

16 (9,2%)

Diagnostik

146 (13,6%)

20 (9,3%)

48 (27,7%)

Therapie

99 (9,2%)

10 (4,6%)

7 (4,0%)

Symptome

92 (8,6%)

83 (38,6%)

3 (1,7%)

gesamt

1072

215

173

Im Folgenden werden die Inhalte der POL-Lernziele (LZI) mit den Inhalten der Papercases (PCI) und der Ausbildungsziele (AZI) verglichen. Der Anteil jeweils identischer, thematisch assoziierter und nicht übereinstimmender LZI wird ermittelt. Im Anschluss werden Schnittmengen gebildet. Unterschieden wird hierbei zwischen Inhalten aus Grundlagenfächern und Inhalten aus klinischen und psychosozialen Themen.

3.1.4.1 Identische Inhalte aus POL-Lernzielen und Papercases

Im ersten Auswertungsschritt wurden klinische und psychosoziale LZI und PCI miteinander verglichen (Tabelle 3.13). Waren LZI mit Inhalten der Studierendenmanuale und der Begleitmaterialien identisch, wurde die Deckungsgleichheit nur einmal gezählt, um Doppelnennungen zu vermeiden.


[Seite innerhalb Tabelle 93↓]

Tabelle 3.13: Übereinstimmung klassifizierter Inhalte aus POL-Lernzielen mit klassifizierten Inhalten von Papercases (Studierendenmanualen und Begleitmaterialien

POL- Lernzielinhalte (LZI)

identisch mit Papercaseinhalten (PCI)

Gesamt

Begleitmaterialien

Studierendenmanual

Nicht identisch

Psychosoziale Inhalte

0

53

36

89

  

59,6%

40,4%

100,0%

Klinische Inhalte

Diagnostik

55

26

65

146

37,7%

17,8%

44,5%

100,0%

Krankheitsbild

0

129

96

225

  

57,3%

42,7%

100,0%

Symptom

0

81

11

92

  

88,0%

12,0%

100,0%

Therapie

0

20

79

99

  

20,2%

79,8%

100,0%

gesamt

Klinische Inhalte

55

256

251

562

9,8%

45,6%

44,7%

100,0%

Klinische & psychosoziale Inhalte (gesamt)

55

309

287

651

8,4%

47,5%

44,1%

100,0%

Grundlageninhalte

Nicht untersucht

421

Gesamt:

1072

Insgesamt ließen sich 364 von 651 (55,9%) klinische und psychosoziale LZI mit zugehörigen PCI in Deckung bringen. Hierbei ergab sich, dass 59,6% der psychosozialen LZI sowie 45,6% der klinischen LZI identisch mit klassifizierten Inhalten in Studierendenmanualen sind. Zusätzlich ließen sich 55 LZI (aus der Kategorie „Diagnostik“) als identisch mit den Inhalten beigefügter Materialien einstufen.

3.1.4.2 thematische Assoziation von POL-Lernzielen und Papercases

Zur weiteren Analyse wurde im zweiten Untersuchungsschritt die 287 klinischen und psychosozialen LZI, die nicht identisch mit PCI waren sowie die 421 LZI der Grundlagenwissenschaften hinsichtlich der thematischen Assoziation zu Papercases überprüft (Tabelle 3.14)


[Seite innerhalb Tabelle 94↓]

Tabelle 3.14: Thematische Assoziation klassifizierter POL-Lernzielinhalte zu Papercaseinhalten

POL-Lernzielinhalte (LZI)

Im Vergleich zu Papercaseinhalten (PCI)

Gesamt

identisch

assoziiert

Nicht übereinstimmend

psychosoziale Inhalte

53

35

1

89

59,6%

39,3%

1,1%

100,0%

Klinische Inhalte

Diagnostik

81

62

3

146

 

55,5%

42,5%

2,1%

100,0%

Krankheitsbild

129

84

12

225

 

57,3%

37,3%

5,3%

100,0%

Symptom

81

10

1

92

 

88,0%

10,9%

1,1%

100,0%

Therapie

20

78

1

99

 

20,2%

78,8%

1,0%

100,0%

Klinische & psychosoziale Inhalte gesamt

364

269

18

651

55,9%

41,3%

2,8%

100,0%

Grundlagen

n.u.

352

69

421

 

83,6%

16,4%

100,0%

Gesamt

364

621

87

1072

34,0%

57,9%

8,1%

100,0%

n.u.: nicht untersucht

Im Vergleich zeigt sich, dass 269 klinische und psychosoziale sowie 352 grundlagenwissenschaftliche LZI zum Kontext der Papercaseinhalte assoziiert waren. Psychosoziale Themen, Symptome und Angaben zur Therapie fanden sich bis auf jeweils eine Ausnahme in den PCI wieder, wobei der Anteil mit den PCI identischer LZI bei den Symptomen (87,1%) am höchsten liegt. Zwölf Krankheitsbilder aus POL-Lernzielen und drei diagnostische Maßnahmen fanden sich nicht in PCI wieder. Bei 69 (16,4%) grundlagenwissenschaftlichen LZI konnte keine thematische Assoziation zu korrespondierenden PCI hergestellt werden. Insgesamt ergab sich ein durchschnittlicher Typ B Match für Papercases von 91,9%, der Typ B Mismatch betrug 8,1%.

3.1.4.3 Vergleich der Inhalte von POL-Lernzielen und Ausbildungszielen

Bei der Zuordnung von LZI zu den blockbezogenen Ausbildungszielinhalten (AZI) wurden 629 (58,7%) LZI als identisch mit zugehörigen AZI eingestuft, 258 (24,1%) LZI waren inhaltlich zu Ausbildungszielen assoziiert und bei 185 [Seite 95↓](17,3%) LZI ließen sich keine inhaltliche Übereinstimmung zu vorgegebenen Ausbildungszielen feststellen (Tabelle 3.15). Grundlageninhalte, psychosoziale Themen und diagnostische LZI konnten zum größten Teil direkt mit AZI in Zusammenhang gebracht werden. Krankheitsbilder und Symptome wurden zu einem großen Teil als assoziiert zu Ausbildungszielen eingestuft, gingen aber über deren Kontext zum Teil deutlich hinaus. Zu in den POL-Lernzielen enthaltenen therapeutischen Maßnahmen konnte oftmals kein Pendant in Ausbildungszielen gefunden werden.

POL-Lernzielinhalte (LZI)

Im Vergleich zu Ausbildungszielinhalten (AZI)

Gesamt

identisch

assoziiert

Nicht übereinstimmend

klinische Inhalte

Diagnostik

103

25

18

146

 

70,5%

17,1%

12,3%

100,0%

Krankheitsbild

55

112

57

224

 

24,4%

50,2%

25,3%

100,0%

Symptom

26

55

11

92

 

28,3%

59,8%

11,9%

100,0%

Therapie

27

30

42

99

 

27,3%

30,3%

42,4%

100,0%

gesamt

211

223

128

562

 

(Klinische Inhalte)

37,5%

39,7%

22,8%

100,0%

psychosoziale Themen

70

3

16

89

 

78,7%

3,4%

18,0%

100,0%

Grundlagen

348

32

41

421

 

82,7%

7,6%

9,7%

100,0%

Gesamt:

629

258

185

1072

 

58,7%

24,1%

17,3%

100,0%

3.1.4.4 Vergleich der Übereinstimmung von POL-Lernzielinhalten (LZI) mit
Papercaseinhalten (PCI) und Ausbildungszielinhalten (AZI)

In Tabelle 3.16 wird die gemeinsame Schnittmengen der Assoziation von POL-Lernzielinhalten mit Papercaseinhalten und Ausbildungszielinhalten dargestellt. Bei 818 von 1072 (76,3%) klassifizierten LZI fand sich eine gemeinsame Übereinstimmung (identische oder assoziierte Inhalte) mit korrespondierenden PCI und AZI. Keine gemeinsame inhaltliche Übereinstimmung mit Papercases oder [Seite 96↓]Ausbildungszielen fand sich in 254 von 1072 LZI (23,7%).

Im Vergleich zwischen Papercases und Ausbildungszielen lag der Anteil nicht mit AZI übereinstimmender LZI (Typ B Mismatch 17,3%) über dem Anteil nicht mit PCI übereinstimmender LZI (Typ B Mismatch 8,1%). Die Aufstellung ergibt, dass der gesamte Anteil derjenigen LZI, die weder mit PCI, noch mit AZI übereinstimmen mit 18 von 1072 (1,7%) als gering einzustufen ist.

Tabelle 3.16: Übereinstimmung von LZI mit Ausbildungszielinhalten vs. Papercaseinhalten: gesamt

LZI gesamt

Mit Papercaseinhalten (PCI)

Mit Ausbildungszielinhalten (AZI)

gesamt

Identisch

assoziiert

Nicht übereinstimmend

Identisch

159

148

57

364

14,8%

13,8%

5,3%

34,0%

assoziiert

414

97

110

621

38,6%

9,0%

10,3%

57,9%

Nicht übereinstimmend

56

13

18

87

5,2%

1,2%

1,7%

8,1%

 

629

258

185

1072

Gesamt

58,7%

24,1%

17,3%

100,0%

Chi² = 85,5 (4FG); P < 0,001

Im Chi²-Test ergeben sich Hinweise für eine nicht- zufällige Verteilung der Übereinstimmung von LZI mit AZI und mit PCI (P < 0,001). Die Übereinstimmung von LZI mit AZI und mit PCI beeinflusst sich gegenseitig. Nicht mit AZI übereinstimmende POL-Lernzielinhalte stimmen überwiegend mit PCI überein und umgekehrt.

Vergleicht man die Subgruppen Grundlageninhalte und Klinische & psychosoziale Themen getrennt voneinander, so ergeben sich Unterschiede:
Im Bereich der Grundlageninhalte zeigt sich die Übereinstimmung von LZI mit AZI unabhängig von ihrer Assoziation zu Papercases (Tabelle 3.17). Tendenziell überwiegt der Anteil sowohl PCI als auch mit AZI übereinstimmender LZI, diese Unterschiede sind im Chi²-Test mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% jedoch nicht signifikant (0,05 < P < 0,1). Die oben beschriebene gegenseitige Beeinflussung von Papercases und Ausbildungszielen ist für grundlagenwissenschaftliche LZI demnach geringer.


[Seite innerhalb Tabelle 97↓]

Tabelle 3.17: Grad der Übereinstimmung von LZI mit AZI bzw. PCI: Grundlageninhalte

LZI: Grundlagen

Mit Papercaseinhalten (PCI)

Mit Ausbildungszielinhalten (AZI)

gesamt

Identisch

assoziiert

Nicht übereinstimmend

assoziiert

297

23

32

352

70,5%

5,5%

7,6%

83,6%

Nicht übereinstimmend

51

9

9

69

12,1%

2,1%

2,1%

16,4%

 

348

32

41

421

Gesamt

82,7%

7,6%

9,7%

100,0%

Chi² = 4,9 (2 FG); (0,1 <) P > 0,05

Der Anteil der LZI aus dem Grundlagenbereich, welche nicht mit PCI übereinstimmen war mit 16,4% höher als derjenige Anteil, der nicht mit AZI übereinstimmt (9,7%). Die POL-Lernziele aus dem Grundlagenbereich standen demnach tendenziell mehr mit AZI als mit PCI in Verbindung (Tabelle 3.17).

Für klinische und psychosoziale LZI ergeben sich signifikante Abweichungen von einer zufälligen Verteilung im Chi² Test (Tabelle 3.18). Dies deutet darauf hin, dass sich im Bereich der klinischen und psychosozialen Themen Papercases und Ausbildungsziele einander stärker beeinflussen, also vorwiegend solche POL-Lernziele in diesen Bereichen definiert werden, die sowohl mit PCI als auch mit AZI in Übereinstimmung zu bringen sind. Hierbei war die positive Korrelation zwischen LZI und PCI (97,2%) deutlich höher als die positive Korrelation von LZI mit AZI (77,9%). Dies lässt vermuten, dass die inhaltliche Steuerung des POL-Prozesses hinsichtlich der Generierung von Lernzielen im klinischen und psychosozialen Bereich eher durch Papercases als durch Ausbildungsziele erfolgt, so wie dies im RSM erwünscht ist.


[Seite innerhalb Tabelle 98↓]

Tabelle 3.18: Übereinstimmung von LZI mit AZI bzw. PCI: klinische & psychosoziale Themen

LZI: klinisch & psychosozial

Mit Ausbildungszielinhalten (AZI)

gesamt

Mit Papercaseinhalten (PCI)

Identisch

assoziiert

Nicht übereinstimmend

identisch

159

148

57

364

24,4%

22,7%

8,8%

55,9%

assoziiert

117

74

78

269

18,0%

11,4%

12,0%

41,3%

Nicht übereinstimmend

5

4

9

18

0,8%

0,6%

1,4%

2,8%

 

281

226

144

651

Gesamt

43,2%

34,7%

22,1%

100,0%

Chi² = 28,5 (4 FG); P < 0,001

3.1.4.5 Zusammenfassung:

91,9% der Inhalte von POL-Lernzielen (LZI) sind mit Papercaseinhalten (PCI) übereinstimmend: 34,0% der LZI waren mit zugehörigen PCI identisch, weitere 57,9% ließen sich inhaltlich zu Papercases assoziieren. 8,1% der LZI sind nicht mit PCI übereinstimmend. Dies betrifft überwiegend LZI mit grundlagenwissenschaftlichen Inhalten.
82,8% der Inhalte von POL-Lernzielen (LZI) sind mit Ausbildungszielinhalten (AZI) übereinstimmend: 58,7% der LZI waren mit zugehörigen AZI identisch, weitere 24,1% der LZI zu Ausbildungszielen assoziiert. 17,3% der LZI sind nicht mit AZI übereinstimmend. Dies betrifft überwiegend klinische und psychosoziale Inhalte.
Generell ist die inhaltliche Übereinstimmung von POL-Lernzielen mit AZI und PCI voneinander abhängig. Dies trifft insbesondere für POL-Lernziele im klinischen und psychosozialen Bereich zu, im grundlagenwissenschaftlichen Bereich ist die Verteilung nicht signifikant. Es werden demnach vorwiegend diejenigen Inhalte in POL-Lernzielen thematisiert, die sowohl mit Ausbildungszielen als auch mit Papercases übereinstimmen.


[Seite 99↓]

3.1.5  Kontrolle der Inhaltsanalysen

Zur grob orientierenden Plausibilitätskontrolle der Inhaltsanalyse wurden nach dem unter 2.2.4 beschriebenen Verfahren 241 von insgesamt 1072 LZI (22,5%) aus der Inhaltsanalyse von POL-Lernzielen ausgewählt und einer Kontrollperson zur Überprüfung getroffener Zuordnungen vorgelegt.

Die identifizierten LZI wurden der Kontrollperson gemeinsam mit den POL-Lernzielen im Wortlaut vorgelegt. 219 von 241 Zuordnungen wurden durch die Kontrollperson bestätigt, 22 LZI wären von der Kontrollperson anders klassifiziert worden. Somit wurden durch das gewählte Verfahren 90,9% der LZI-Klassifikationen bestätigt.Im zweiten Kontrollschritt wurde die Kontrollperson ge-
beten, die ermittelte Übereinstimmung der LZI mit den Papercaseinhalten (identisch, assoziiert, nicht übereinstimmend) zu überprüfen. Hier wären zusätzlich zu den 22 im ersten Kontrollschritt divergierenden Zuordnungen weitere zwei Zuordnungen durch die Kontrollperson anders vorgenommen worden. Im gewählten Kontrollverfahren wurden beim Vergleich der LZI mit Inhalten des Papercases also 90,0% der Zuordnungen bestätigt.
Bei Kontrolle der Zuordnungen der LZI zu Inhalten der Ausbildungsziele konnten zusätzlich zu den 21 im ersten Kontrollschritt divergierenden Zuordnungen weitere 16 Zuordnungen durch die Kontrollperson nicht nachvollzogen werden, hier beträgt die Übereinstimmung im gewählten Kontrollverfahren 84,2%.

Tabelle 3.19: Kontrollgrößen und ermittelte Übereinstimmungen

Kontrollierte Inhalte aus POL-Lernzielen

241 (von 1072)

100%

 

Durch die Kontrollperson nicht nachvollzogene Zuordnungen

Durch die Kontrollperson bestätigte Zuordnungen

Nachvollzogene Zuordnungen

Vergleich POL-Lernziele mit LZI

22

219/241

90,9%

Vergleich LZI mit PCI

22 + 2 = 24

217/241

90,0%

Vergleich LZI mit AZI

22 + 16 = 38

203/241

84,2%


[Seite 100↓]

3.2  Untersuchung unterschiedlicher Eingangsvariablen

3.2.1 Einfluss unterschiedlicher Papercases auf POL-Lernziele

Im Folgenden soll der Einfluss der Gestaltung von Papercases auf die Anzahl und Inhalte der POL-Lernziele sowie auf das Ausmaß der Übereinstimmung von POL-Lernzielen mit Papercases und Ausbildungszielen untersucht werden (Abbildung 3.3). Formale (Länge und Komplexität) und inhaltliche Kriterien (Kategorien der Inhaltsanalyse) der Papercases sollen getrennt voneinander untersucht werden

Abbildung 3.3: Überblick der Untersuchungen über den Einfluss der inhaltlichen und formalen Gestaltung von Papercases auf die POL-Lernziele im RSM


[Seite 101↓]

3.2.1.1  Vergleich der Lernzielinhalte zwischen Papercases

Vergleicht man die mittlere Anzahl der LZI unterschiedlicher POL-Sitzungen (N: Anzahl der analysierten Sitzungen) zwischen den Papercases (2-15; Mittelwert 7,15, SD 2,15), so ergeben sich geringe Abweichungen zwischen den untersuchten Papercases (Abbildung 3.4). Unter Berücksichtigung des 95% Konfidenzintervalles sind die Unterschiede zwischen den Papercases nicht signifikant. Allerdings fällt auf, dass die Streuungen der Anzahl der LZI in unterschiedlichen Kleingruppen bei einigen Papercases (z.B. P13.004a in FHK1999) deutlich höher sind als bei anderen (z.B. P13.003 in FHK1999).

Abbildung 3.4: Klassifizierte LZI (Mittelwert, 95% Konfidenzintervall) unterschiedlicher Papercases (N = Anzahl der ausgewerteten POL-Sitzungen.)


[Seite 102↓]

Vergleicht man die Subgruppen der LZI aus dem grundlagenwissenschaftlichen Bereich (Abbildung 3.5) so ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Papercases. In den Blöcken FHK1999 und FHK2000 scheinen Papercases, die zu frühen Zeitpunkten des Blockes stattfinden (P13.001, 13.002 und 13.007) tendenziell mit einer höheren Anzahl grundlagenwissenschaftlicher LZI zu korrelieren. Im Block SGH1999 ist dies nicht der Fall.

Abbildung 3.5.: Anzahl der grundlagenwissenschaftlicher LZI: Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall (Fehlerbalken) unterschiedlicher Papercases (N = Anzahl der ausgewerteten POL-Sitzungen.)


[Seite 103↓]

Korrespondierend zur Anzahl der grundlagenwissenschaftlichen LZI in Abbildung 3.5 zeigt Abbildung 3.6 die Verteilung der Mittelwerte und 95% Konfidenzintervalle der LZI mit klinischen und psychosozialen Themen zwischen einzelnen Papercases. LZI der Blöcke FHK1999 und FHK2000 unterscheiden sich in den gezeigten Korrelationen zu PCI jeweils nicht signifikant. Hinsichtlich der jeweiligen Anzahl thematisierter LZI fallen bei einzelnen Papercases zum Teil große Schwankungen zwischen den analysierten Gruppensitzungen auf, die durch die angezeigten Konfidenzintervalle verdeutlicht werden.

Abbildung 3.6.: Anzahl der klinischen & psychosozialen LZI in POL-Lernzielen, Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall (Fehlerbalken) nach Papercases (N = Anzahl der ausgewerteten Gruppensitzungen.)


[Seite 104↓]

Vergleicht man den prozentualen Anteil derjenigen LZI die mit Inhalten des Papercases identisch sind (Typ B Match (direkt) für Papercases), so zeigen sich Unterschiede zwischen einzelnen Papercases aller untersuchten Themenblöcke (Abbildung 3.7).

Abbildung 3.7 : Vergleich des prozentualen Anteils mit dem Papercase identischer LZI (Typ B Match (direkt)) zwischen den Papercases im Untersuchungszeitraum. Mittelwerte und 95% Konfidenzintervalle (N= Anzahl der ausgewerteten POL-Sitzungen)


[Seite 105↓]

Im Gegensatz hierzu zeigt sich hinsichtlich des prozentualen Anteils mit Ausbildungszielen identischer LZI (Abbildung 3.8) ein homogeneres Bild zwischen den Papercases einzelner Themenblöcke. Lediglich zu Papercase 13.004a im Block FHK2000 wurden vergleichsweise weniger direkt zu Ausbildungszielen passende LZI generiert als zu den Papercases 13.005 und 13.007 des gleichen Themenblockes

Abbildung 3.8 : Vergleich des prozentualen Anteils mit Ausbildungszielen identischer LZI (Typ B Match (direkt)) zwischen den Papercases. Mittelwerte und 95% Konfidenzintervalle (N= Anzahl der ausgewerteten POL-Sitzungen)

3.2.1.2 Untersuchung des Einflusses formaler Kriterien

Vergleicht man den Anzahl der LZI zwischen Papercases, so könnte man erwarten, dass bei einem Papercase mit höherer Anzahl Informationen die Anzahl der LZI erhöht ist. Eine solche Korrelation lässt sich für die Anzahl der Wörter im Papercase nicht nachweisen (Abbildung 3.9), auch für die Anzahl der PCI zeigt sich keine Korrelation mit der Anzahl der LZI (Abbildung 3.10).


[Seite 106↓]

Abbildung 3.9: Korrelation von Länge der Papercases (X-Achse, N= Anzahl der POL-Sitzungen) und Anzahl der LZI (Mittelwerte, 95% Konfidenzintervall)

Abbildung 3.10.: Korrelation von Anzahl der PCI (X-Achse, N= Anzahl der POL-Sitzungen) und Anzahl der LZI (Mittelwert, 95% Konfidenzintervalle)


[Seite 107↓]

Die Anzahl der LZI ist demnach weitgehend unabhängig von den untersuchten formalen Kriterien für Länge und Komplexität eines Papercases.

Vorstellbar wäre weiterhin eine positive Korrelation zwischen Länge und Komplexität des Papercases einerseits und Typ B Match andererseits, da die Anzahl potentiell identischer oder thematisch assoziierter LZI mit steigender Anzahl der PCI zunimmt.

In Abbildung 3.11 wird das Verhältnis der Länge eines Papercases (x-Achse) zum Typ B Mismatch für PCI (Dreiecke, gestrichelte Linie) und AZI (Kreise, durchgezogene Linie) dargestellt. Es besteht eine geringe Tendenz zu steigendem Typ B Mismatch mit steigender Länge eines Papercases. Der Korrelationskoeffizient ist mit R= 0,16 (bezogen auf die AZI) und mit R= 0,24 (bezogen auf die PCI) allerdings jeweils sehr gering.

Abbildung 3.11 Länge der Papercases vs. Typ B Mismatch für Papercases (Dreiecke, gestrichelte Linie) und Ausbildungsziele (Kreise, durchgezogene Linie)

In Abbildung 3.12 wird das Verhältnis der Komplexität eines Papercases, ge[Seite 108↓]messen an der Anzahl der PCI (x-Achse) zum Typ B Mismatch für Papercases (Dreiecke, gestrichelte Linie) und Ausbildungsziele (Kreise, durchgezogene Linie) dargestellt. Es besteht eine geringe Tendenz zu steigendem Typ B Mismatch mit steigender Anzahl PCI im Papercase. Der Korrelationskoeffizient ist mit R= 0,10 (bezogen auf die Ausbildungsziele) und mit R= 0,17 (bezogen auf die Papercases) jeweils sehr gering, geringer noch als bei der Korrelation mit der Länge der Papercases (vgl. Abbildung 3.10).

Abbildung 3.12: Anzahl der Cues im Papercase vs. Typ B Mismatch für Papercases (Dreiecke) und Ausbildungsziele (Kreise)

Entgegen der Vermutung nimmt der Typ B Mismatch mit steigender Anzahl an Informationen im Papercase (Länge oder Komplexität) also eher noch zu, sowohl bezogen auf die Papercases, als auch auf die Ausbildungsziele.


[Seite 109↓]

3.2.1.3  Untersuchung des Einflusses inhaltlicher Kriterien

Im Folgenden werden Inhaltskategorien der PCI (vgl. Tabelle 3.8) mit zugehörigen LZI verglichen: Papercaseinhalte (PCI), die in Papercases entweder vorhanden oder nicht vorhanden waren (Diagnostik und Therapie) werden geclustert und tabellarisch dargestellt. PCI, die in nahezu allen Papercases vorhanden sind, aber jeweils in unterschiedlicher Anzahl vorkommen (Symptome, Krankheitsbilder, psychosoziale Themen) werden graphisch dargestellt. PCI jeder Kategorie wurden jeweils mit der Anzahl der zugehörigen LZI dieser Kategorie und der Anzahl an Grundlageninhalten in LZI verglichen.

Acht der untersuchten 18 Papercases enthielten diagnostische PCI, zehn Papercases waren ohne diagnostische PCI. Es zeigte sich keine signifikante Korrelation zwischen dem Vorhandensein diagnostischer Inhalte im Papercase und der Anzahl diagnostischer LZI im Chi²-Test (Tabelle 3.20). Allerdings scheint das Vorhandensein diagnostischer PCI mit einer stärkeren Fokussierung auf Grundlageninhalte in POL-Lernzielen zu korrelieren (Tabelle 3.21).

Tabelle 3.20: diagnostische Papercaseinhalte (PCI) vs. Diagnostik in POL-Lernzielinhalten (LZI)

Papercaseinhalte (PCI)

POL-Lernzielinhalte (LZI)

gesamt

Diagnostik

Keine Diagnostik

Diagnostik (n = 8)

57

430

487

Keine Diagnostik (n = 10)

89

496

585

gesamt (n=18)

146

926

1072

Chi² 2,78 (1 FG), 0,05 < P (< 0,1)

Tabelle 3.21: diagnostische Papercaseinhalte (PCI) vs. Grundlageninhalte in POL-Lernzielinhalten (LZI)

Papercaseinhalte (PCI)

POL-Lernzielinhalte (LZI)

gesamt

Grundlagen

Keine Grundlagen

Diagnostik (n = 8)

239

248

487

Keine Diagnostik (n = 10)

182

403

585

gesamt (n=18)

421

651

1072

Chi² = 35.96 (1 FG), P < 0,001

Acht Papercases enthielten therapeutische PCI. Das Vorhandensein therapeutischer Hinweise im Papercase erbrachte keine Korrelation mit einem [Seite 110↓]Überwiegen therapeutischer oder grundlagenwissenschaftlicher Inhalte in POL-Lernzielen in den untersuchten Fällen (Tabellen 3.22 und 3.23).

Tabelle 3.22: Papercaseinhalte (PCI) vs. therapeutische LZI: „Therapie“

Papercaseinhalte (PCI)

POL-Lernzielinhalte (LZI)

gesamt

Therapie

Keine Therapie

Therapie (n = 8)

45

418

463

Keine Therapie (n = 10)

54

555

609

gesamt (n= 18)

99

973

1072

Chi² = 0,23 (1 FG), P > 0,1

Tabelle 3.23: Papercaseinhalte (PCI) „Therapie“ vs. LZI: „Grundlagen“

Papercaseinhalte (PCI)

POL-Lernzielinhalte (LZI)

gesamt

Grundlagen

Keine Grundlagen

Therapie (n = 8)

180

283

463

Keine Therapie (n = 10)

241

368

609

gesamt (n=18)

421

651

1072

Chi² = 0,05 (1 FG) P > 0,1


[Seite 111↓]

Abbildung 3.13 zeigt eine Gegenüberstellung der Anzahl Symptome in PCI (x-Achse) mit der Anzahl Symptome (Kreise) und Grundlageninhalte (Dreiecke) in LZI (y-Achse). Die Grafik verdeutlicht, dass die Anzahl der in LZI thematisierten Symptome je POL-Sitzung mit steigender Anzahl der Symptome im Papercase zunehmen (R = 0,79). Dahin gegen korreliert die Anzahl grundlagenwissenschaftlicher LZI je Sitzung nicht mit der Anzahl der Symptome im Papercase.

Abbildung 3.13: Anzahl der PCI: Symptome vs. mittlere Anzahl LZI: Symptome (Kreis, durchgezogene Linie) und LZI: Grundlagen (Dreieck, gestrichelte Linie) je POL-Sitzung


[Seite 112↓]

Die Abbildung 3.14 zeigt, dass die Anzahl thematisierter Krankheitsbilder in PCI (x-Achse) mit der Anzahl je POL-Sitzung thematisierter Krankheitsbilder in LZI (Kreise, y-Achse) nicht korreliert. Die Beschäftigung mit Grundlageninhalten in LZI (Dreiecke, y-Achse) scheint hier tendenziell mit zunehmender Anzahl von Krankheitsbildern in PCI leicht zuzunehmen (R = 0,38).

Abbildung 3.14: Anzahl PCI: Krankheitsbilder vs. Anzahl LZI: Krankheitsbilder (Kreise, durchgezogene Linie) und LZI: Grundlagen (Dreiecke, gestrichelte Linie) je POL-Sitzung


[Seite 113↓]

Mit zunehmender Anzahl in PCI identifizierter psychosozialer Themen (x- Achse) steigt tendenziell (R = 0,53) die Anzahl psychosozialer Themen in korrespondierenden LZI (Kreise, X-Achse), die Anzahl an Grundlageninhalten in LZI (Dreiecke, y-Achse) ist davon unbeeinflusst (Abbildung 3.15). Hier ist, ähnlich wie bei den anderen gefundenen Korrelationen bei geringem Bestimmtheitsmaß (R < 0,7) von einer schwachen Korrelation auszugehen, die eher einen Trend ausdrückt und an Hand einer größeren Stichprobe überprüft werden müsste.

Abbildung 3.15: Anzahl PCI: psychosoziale Themen vs. Anzahl LZI: psychosoziale Themen (Kreise, durchgezogene Linie) und LZI: Grundlagen (Dreiecke, gestrichelte Linie) je POL-Sitzung


[Seite 114↓]

3.2.1.4  Gegenüberstellung der Papercases im Block FHK1999 und FHK2000

Im Folgenden werden die Papercases der Blöcke FHK1999 und FHK2000 einzeln miteinander verglichen. Hierzu ist in Abbildung 3.16 die prozentuale Verteilung der POL-Lernzielinhalte (LZI) korrespondierender Papercases beider Themenblöcke gegenübergestellt.

Abbildung 3.16: Inhaltsverteilung der LZI, Vergleich zwischen korrespondierenden Papercases in FHK1999 und FHK2000 (¹)

Der erste Papercase im Block FHK1999 (P13.001: metabolisches Syndrom) wurde auf Grund negativer Evaluationsergebnisse in FHK2000 durch einen anderen Papercase (P13.007: arterieller Hypertonus bei Nierenarterienstenose) ersetzt. P13.001 weist 17 PCI auf, während P13.007 mit 6 PCI deutlich weniger komplex ist. Die inhaltliche Verteilung der POL-Lernziele in beiden Papercases auf die untersuchten Cluster unterscheidet sich nur gering. Auffällig ist lediglich [Seite 115↓]der relativ geringe Anteil therapeutischer LZI bei tendenziell höherer Anzahl an LZI (gesamt) in P13.001 (vgl. Abbildung 3.5 und 3.16). Wie in Tabelle 3.24 dargestellt, ist in P13.001 ein höherer Anteil der LZI identisch mit PCI als in P13.007 (27% vs. 19%). In P13.001 finden sich dahingegen relativ weniger mit dem Papercase assoziierter LZI als in P13.007 (44% vs. 75%), so dass der Anteil nicht mit dem Papercase übereinstimmender LZI in P13.001 insgesamt höher ist (28% vs. 16%).

Tabelle 3.24: Übereinstimmung von LZI mit PCI (Typ B Match): Papercase 13.001 (FHK1999) vs. Papercase 13.007 (FHK2000)

mit Papercase..

identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

P13.001

22 (27%)

36 (44%)

23 (28%)

81 (100%)

P13.007

11 (19%)

38 (75%)

9 (16%)

58 (100%)

gesamt

33

74

32

139

Chi² = 6,21. (2 FG) P < 0,05

Die Papercases 13.002 (orthostatische Dysregulation) und 13.006 (Ödeme bei nephrotischem Syndrom) sind (mit Ausnahme geringer Ergänzungen in den Hintergrundinformationen zum Papercase) inhaltlich unverändert in den Blöcken FHK1999 und FHK2000 eingesetzt worden. Bezüglich der inhaltlichen Verteilung korrespondierender LZI unterscheiden sich die jeweils korrespondierenden Papercases nur geringfügig (Abbildung 3.16). Auch hinsichtlich des Typ B Match ergeben sich nur geringe Unterschiede zwischen den aufeinanderfolgenden Jahrgängen (Tabelle 3.25)

Tabelle 3.25: Typ B Match (Papercases) inhaltlich unverändert gebliebener Papercases 13.002 und 13.006 in den Blöcken FHK1999 vs. FHK2000

Block

mit Papercase

identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

P13.002

22 (32%)

41 (60%)

5 (7%)

68 (100%)

FHK2000

P13.002¹

19 (33%)

32 (55%)

7 (12%)

58 (100%)

FHK1999

P13.006

22 (33%)

42 (64%)

2 (3%)

66 (100%)

FHK2000

P13.006¹

25 (44%)

29 (51%)

3 (5%)

57 (100%)

¹ POL-Lernziele aus 8 Gruppen vorliegend

Die Papercases 13.003 (Angina pectoris bei KHK) und 13.005 (Exsikkose bei Gastroenteritis) wurden zwischen den Durchläufen in FHK1999 und FHK2000 inhaltlich modifiziert.

In Papercase 13.003 findet sich eine höhere Anzahl LZI in FHK1999 gegenüber [Seite 116↓]FHK2000 (8,2 vs. 6,3). In P13.005 findet sich ein gegenüber P13.003 vergleichbarer Unterschied bezüglich der Anzahl LZI je POL-Sitzung in beiden Jahrgängen (Tabelle 3.26).

Tabelle 3.26: LZI Papercases 13.003 und 13.005 in den Blöcken FHK1999 vs. FHK2000

Case

psychosoziale Themen

Grund-

lagen

klinische Themen

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbilder

Symptome

Therapie

P13.003*

7

17

10

26

9

5

74

P13.003**

8

11

12

16

8

2

57

P13.005*

7

29

8

15

10

5

74

P13.005**¹

1

25

3

7

4

2

42

* Block FHK1999; ** Block FHK2000; ¹ POL-Lernziele aus 8 Gruppen vorliegend

In P13.003 waren LZI im Block FHK1999 zu einem höheren Maß als im Block FHK2000 zu Papercases assoziiert (57% vs. 47%), im Block FHK2000 waren sie demzufolge zu einem höheren Prozentsatz zu PCI identisch als im Block FHK1999 (49% vs. 39%), der Anteil nicht mit PCI übereinstimmender LZI ist in beiden Jahrgängen konstant (jeweils 4%).
P13.005 finden sich nur geringe Unterschiede hinsichtlich der unterschiedlichen Versionen der Papercases (Tabelle 3.27)

Tabelle 3.27: Typ B Match (Papercases) modifizierter Papercases 13.003 und 13.005 in den Blöcken FHK1999 vs. FHK2000

Block

Mit Papercase

identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

P13.003

29 (39%)

42 (57%)

3 (4%)

74 (100%)

FHK2000

P13.003

28 (49%)

27 (47%)

2 (4%)

57 (100%)

FHK1999

P13.005

22 (30%)

49 (66%)

3 (4%)

74 (100%)

FHK2000

P13.005¹

11 (26%)

30 (71%)

1 (2%)

42 (100%)

¹ POL-Lernziele aus 8 Gruppen vorliegend;

Der Papercase (P13.004) wurde im Jahrgang 1999 in einer kurzen (P13.004a) und einer langen Version (P13.004b) in jeweils vier bzw. fünf Kleingruppen eingesetzt. Unterschiede zwischen beiden Versionen finden sich in der Anzahl gegebener Informationen zur Patientenkasuistik im Studierendenmanual (PCI), während die Hintergrundinformationen und begleitenden Materialien jeweils identisch sind. Die lange Version (P13.004b) enthält 14 PCI, die kurze Version (P13.004a) 9 PCI.

Im Block FHK2000 wurde der Papercase auf der Basis von Evaluationsergeb[Seite 117↓]nissen lediglich in der kurzen Version (P13.004a) eingesetzt.

Vergleicht man die LZI zwischen Papercase 13.004a und 13.004b in FHK1999 im Gegensatz zu Papercase 13.004a in FHK2000, so scheint der Unterschied zwischen den LZI der beiden Jahrgänge bei Bearbeitung von P13.004a höher zu sein als der Unterschied der beiden Versionen P13.004a und b in FHK1999 (Tabelle 3.28).

Tabelle 3.28: LZI der Papercases 13.004a und 13.004b (FHK1999) und 13.004a (FHK2000)

Case

psychosoziale Themen

Grund-

lagen

klinische Themen

Gesamt

Diagnostik

Krankheitsbilder

Symptome

Therapie

13.004a*²

3

8

5

7

0

9

32

13.004b*³

4

10

7

10

3

6

40

13.004a**

5

14

19

15

4

23

80

* Block FHK1999; ² 4 Kleingruppen; ³ 5 Kleingruppen; ** Block FHK2000, 9 Kleingruppen

Der Anteil mit dem Papercase identischer Lernzielinhalte liegt in P13.004b höher. Interessanter Weise liegt der Anteil nicht mit dem Papercase übereinstimmender Lernzielinhalte in der langen Version des Papercases ebenfalls höher (Tabelle 3.29). Eindeutige Effekte sind jedoch bei zu geringer Fallzahl mit dem vorgestellten Verfahren nicht nachweisbar.

Tabelle 3.29: Typ B Match (Papercases) der Papercase 13.004a und 13.004b (FHK1999) und 13.004a (FHK2000)

Block

Mit Papercase

identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

P13.004a

13 (41%)

18 (56%)

1 (3%)

32

FHK1999

P13.004b

25 (63%)

11 (22%)

4 (10%)

40

FHK2000

P13.004a

29 (36%)

50 (63%)

1 (1%)

80


[Seite 118↓]

3.2.1.5  Zusammenfassung:

Die Anzahl der LZI je POL-Sitzung sind zwischen den untersuchten Papercases relativ konstant. Bei getrennter Betrachtung grundlagenwissenschaftlicher und klinischer sowie psychosozialer LZI zeigen sich jedoch Unterschiede zwischen den Papercases.

Der Anteil mit Papercases identischer LZI scheint besser zwischen einzelnen Papercases zu diskriminierten als der Anteil mit Ausbildungszielen identischer LZI (direkter Typ B Match).

Der Anteil nicht mit PCI und AZI übereinstimmender LZI (Typ B Mismatch) steigt tendenziell geringfügig mit zunehmender Länge und Komplexität des Papercases.

Vergleicht man die Inhalte der Papercases (PCI) mit den Inhalten der POL-Lernziele (LZI) so zeigt die Zunahme von Angaben zu Diagnostik, Therapie und Krankheitsbildern im Papercase keinen Einfluss auf die Anzahl der LZI gleicher Kategorie. Dagegen zeigt sich eine positive Korrelation zwischen Anzahl von Angaben zu Symptomen und psychosozialen Themen in PCI zu LZI zu diesen Themen. Eine Erhöhung der Angaben zu Diagnostik im Papercase korrelierte mit einer Zunahme von grundlagenwissenschaftlichen LZI, hinsichtlich der Anzahl der im Papercase erwähnten Krankheitsbilder zeigte sich ein ähnlicher Trend.

Beim Vergleich der Änderungen der Papercases zwischen den Blöcken FHK1999 und FHK2000 und deren Auswirkung auf LZI ließen sich lediglich geringe Unterschiede zwischen korrespondierenden Papercases beider Themenblöcke erkennen.


[Seite 119↓]

3.2.2  Vergleich der POL-Lernziele zwischen Themenblöcken

Beim Vergleich der POL-Lernziele sowie der Lernzielinhalte (LZI) unterschiedlicher Blöcke soll nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in identischen Themenblöcken in zwei aufeinander folgenden Jahrgängen (FHK1999 und FHK2000) und nach Trends in der Entwicklung in verschiedenen Studienjahren (FHK1999 und SGH1999) gesucht werden. Ebenso soll die Auswirkung von Inhalt und Umfang der Ausbildungsziele auf Inhalt und Umfang der POL-Lernziele untersucht werden (Abbildung 3.17).

Abbildung 3.17 Überblick über die durchgeführten Untersuchungen zum Einfluss unterschiedlicher Themenblöcke auf POL-Lernziele


[Seite 120↓]

3.2.2.1  Anzahl der POL-Lernziele und Lernzielinhalte

Bei Vergleich der POL-Lernziele und LZI zwischen den Themenblöcken fiel auf, das im Block FHK1999 bei vergleichbarer Anzahl POL-Lernziele (4,5) im Mittel vergleichsweise mehr LZI (8,0) je POL-Sitzung erarbeitet wurden (Tabelle 3.30, Abbildung 3.18).

Tabelle 3.30: Vergleich der POL-Lernziele FHK1999 vs. FHK2000

Block

(Studienjahr)

Wochen

POL-Sitzungen

POL-Lernziele

POL-Lernziele/ Sitzung

klassifizierte Inhalte (LZI)

LZI / Sitzung ²

FHK (1999)

6

54

244

4,5

435

8,0

FHK (2000)¹

6

51²

225

4,4

352

6,9

SGH1999

5

45

191

4,2

285

6,3

gesamt

17

150

660

4,4

1072

7,2

¹ Die Lernziele aus 3 POL-Sitzungen in FHK2000 lagen zum Zeitpunkt der Auswertung nicht vor ² durchschnittliche Anzahl klassifizierter Inhalte je POL-Sitzung

Abbildung 3.18: Mittlere Anzahl der LZI und 95% Konfidenzintervall in den untersuchten Themenblöcken


[Seite 121↓]

3.2.2.2  Vergleich der Blöcke FHK1999 und FHK2000

Gegenüber dem Block FHK1999 wurde im Block FHK2000 ein Papercase ausgetauscht und zwei Papercases überarbeitet (vgl. 3.2.1.4). Zudem wurden die Ausbildungsziele zwischen beiden Jahrgängen verändert. Die mittlere Anzahl der ausgewerteten POL-Lernziele je Sitzung war in beiden Kohorten vergleichbar (4,4 vs. 4,5). Die Anzahl der LZI je Sitzung unterscheidet sich nicht signifikant zwischen den Kohorten (Abbildung 3.18).

Beim globalen Vergleich der LZI zwischen beiden Kohorten konnten im Chi² Test keine signifikanten Unterschiede nachgewiesen werden (Tabelle 3.31).

Tabelle 3.31: Thematische Zuordnung der LZI in den Blöcken FHK1999 und FHK2000

Block

psychosoziale Themen

Diagnostik

Grundlagen

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

gesamt

FHK1999

29

48

176

100

45

37

435

FHK2000

19

55

136

64

43

35

352

Chi² (5FG)= 7,0; P >0,05

Die Übereinstimmung der LZI mit Inhalten der Papercases (Typ B Match) wurde getrennt nach klinischen und psychosozialen LZI (Tabelle 3.32) sowie grundlagenwissenschaftlichen LZI (Tabelle 3.33) vorgenommen, wobei sich im Chi² Test ebenfalls kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Kohorten ergab.

Tabelle 3.32: Typ B Match (Papercases) klinische und psychosoziale LZI: FHK1999 vs. FHK2000

Block

Mit Papercase identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

155

96

8

259

FHK2000

123

89

4

216

Gesamt:

278

185

12

475

Chi² = 1,4 (2 FG); P > 0,05

Tabelle 3.33: Typ B Match (Papercases) LZI: Grundlagen: FHK1999 vs. FHK2000

Block

Zu Papercase assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

147

29

176

FHK2000

117

19

136

Gesamt:

264

48

312

Chi² = 0,37 (1 FG); P > 0,05


[Seite 122↓]

Hinsichtlich der Übereinstimmung von LZI mit AZI (Typ B Match) ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen den Jahrgängen FHK1999 und FHK2000 (Tabelle 3.34). So lag der Anteil nicht mit AZI übereinstimmender LZI in FHK1999 bei 18,1%, in FHK2000 dagegen bei 9,4%. Mit AZI identisch waren 62,1% der LZI aus der Kohorte FHK1999 und in 57,4% der LZI der Kohorte FHK2000. Dementsprechend wurden relativ mehr LZI im Block FHK2000 als assoziiert zu AZI (33,2% vs. 19,8%) eingestuft.

Tabelle 3.34: Typ B Match (Ausbildungsziele) LZI: FHK1999 vs. FHK2000

Block

Mit Ausbildungszielinhalten (AZI)

gesamt

identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

FHK1999

270 (62,1%)

86 (19,8%)

79 (18,1%)

435 (100%)

FHK2000

202 (57,4%)

117 (33,2%)

33 (9,4%)

352 (100%)

Gesamt

472

203

112

787

Chi² = 24,95; P < 0,001

Bei Überarbeitung der Blöcke wurden in FHK2000 gegenüber FHK1999 Ausbildungsziele geändert. Somit können LZI, die innerhalb eines Jahrganges als „nicht übereinstimmend“ eingestuft werden würden, in einem anderen Jahrgang als „identisch“ oder „assoziiert“ mit Ausbildungszielen eingestuft werden. So wurden im Block FHK2000 in 48 Ausbildungszielen 78 Ausbildungszielinhalte (AZI) identifiziert, dahingegen im Block FHK1999 bei 37 Ausbildungszielen nur 75 AZI, die Zunahme war insbesondere auf eine Zunahme grundlagenwissenschaftlicher AZI zwischen beiden Blöcken zurückzuführen (Tabelle 3.35). Außer der Anzahl der AZI in den genannten Kategorien haben sich innerhalb der Kategorie „Klinik“ und in der Formulierung einzelner Ausbildungsziele Änderungen ergeben.


[Seite innerhalb Tabelle 123↓]

Tabelle 3.35: Gegenüberstellung der Ausbildungszielinhalte (AZI)

Ausbildungszielinhalte

FHK1999

SGH1999

FHK2000

Psychosoziale Themen

15

4

15

Diagnostik

17

7

24

Grundlagen

27

8

30

Krankheitsbilder

8

1

7

Symptome

1

0

2

Therapie

7

0

0

Gesamtergebnis

75

20

78

AZI/Woche

12,5

4,0

13,0

3.2.2.3 Vergleich der Blöcke FHK1999 und SGH1999

Zur Prüfung der Unterschiede der POL-Lernziele in verschiedenen thematischen Blöcken wurde der Block FHK1999 mit dem Block SGH1999 verglichen, die an gleicher Position im Studienjahr (Position vor der Prüfung, Zusammensetzung der Kleingruppe) im ersten und dritten Semester stattfinden. Es soll untersucht werden, ob sich trotz der unterschiedlichen Thematik der Themenblöcke Übereinstimmungen im Muster der Korrelationen finden.

Der Block SGH1999 weist fünf Papercases in fünf Wochen der Block FHK sechs Papercases in sechs Wochen Dauer auf. Aus diesem Grunde wird jeweils die Anzahl der AZI pro Woche und Papercase als Bezugsgröße verwendet. Hier weist der Block SGH1999 im Vergleich zum Block FHK1999 einen geringeren Anteil an AZI pro Woche (4,0 vs. 12,5) auf (Tabelle 3.35).

Beim Vergleich der Inhaltskategorien aus LZI beider Blöcke (Tabelle 3.36) fiel ein signifikanter Unterschied in der inhaltlichen Gewichtung (insbesondere hinsichtlich der Symptome und psychosozialen Themen) zwischen beiden Blöcken auf. Bei der Inhaltsanalyse im Block SGH1999 war ein geringerer relativer Anteil an Symptomen und ein höherer Anteil psychosozialer Themen und diagnostischer LZI zu verzeichnen. Der Anteil an LZI der Kategorie „Therapie“ lag im Block SGH1999 nur geringfügig höher, während grundlagenwissenschaftliche LZI und Krankheitsbilder geringfügig weniger thematisiert wurden.


[Seite innerhalb Tabelle 124↓]

Tabelle 3.36: POL-Lernzielinhalte (LZI): FHK1999 vs. SGH1999

Block

psychosoziale Themen

Diagnostik

Grundlagen

Krankheitsbild

Symptom

Therapie

gesamt

FHK1999

29

48

176

100

45

37

435

 

6,7%

11,0%

40,5%

23,0%

10,3%

8,5%

100,0%

SGH1999

41

43

109

61

4

27

285

 

14,4%

15,1%

38,2%

21,4%

1,4%

9,5%

100,0%

Chi² (5FG) = 33,6; p < 0,001

Beim Vergleich von LZI mit Papercases fiel auf, dass im Block FHK1999 tendenziell „enger“ am Kontext des Papercases (Typ B Match) gearbeitet wurde (59,8% vs. 48,9% der klinischen und psychosozialen LZI sind mit PCI identisch), dieser Unterschied war aber statistisch nicht signifikant (0,1> P > 0,05; vgl. Tabelle 3.37). Zieht man zum Vergleich die assoziierten Inhalte zum Kontext des Papercases hinzu, gleichen sich beide Kohorten.

Tabelle 3.37: Typ B Match (Papercases) klinischer und psychosozialer LZI: FHK1999 vs. SGH1999

Block

Mit Papercases identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

155

96

8

259

 

59,8%

37,1%

3,1%

100,0%

SGH1999

86

84

6

176

 

48,9%

47,7%

3,4%

100,0%

gesamt

241

180

14

435

 

55,4%

41,4%

3,2%

100,0%

Chi² = 5,19 (2 Freiheitsgrade) P > 0,05 (< 0,1)

Die Assoziation von Grundlageninhalten in POL-Lernzielen zu Papercases unterscheidet sich nicht signifikant (Tabelle 3.38).

Tabelle 3.38: Typ B Match (Papercases): LZI: Grundlagen; FHK1999 vs. SGH1999

Block

Zu Papercases assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

147

29

176

 

83,5%

16,5%

100,0%

SGH1999

88

21

109

 

80,7%

19,3%

100,0%

Gesamt:

235

50

285

Durchschnitt

82,5%

17,5%

100,0%

Chi² = 0,36 (1 FG), P > 0,5


[Seite 125↓]

Bezüglich der Übereinstimmung von LZI zu Ausbildungszielen gibt es einen leichten, nicht signifikanten Unterschied zwischen den Blöcken FHK1999 und SGH1999. Der Typ B Mismatch beträgt 18,2% im Block FHK1999 und liegt damit unter dem Typ B Mismatch von 25,6% im Block SGH1999 (Tabelle 3.39). Bei erheblich geringerer Anzahl von Ausbildungszielen im Block SGH1999 war der Anteil thematisch zu AZI assoziierter LZI vergleichbar mit dem Block FHK1999.

Tabelle 3.39: Typ B Match (Ausbildungsziele) LZI FHK1999 vs. SGH1999

Block

Mit Ausbildungszielen identisch

assoziiert

nicht übereinstimmend

gesamt

FHK1999

270

86

79

435

 

62,1%

19,8%

18,2%

100%

SGH1999

157

55

73

285

 

55,1%

19,3%

25,6%

100%

Gesamt

427

141

152

720

Durchschnitt

59,3%

19,6%

21,1%

100%

Chi² = 5,96 (2 FG), p > 0,05 (< 0,1)

3.2.2.4 Zusammenfassung:

Der Anteil der durchschnittlichen POL-Lernziele je POL-Sitzung unterscheidet sich zwischen den Blöcken FHK1999, FHK 2000 und SGH 1999 nur geringfügig, die Anzahl der identifizierten LZI je POL-Sitzung liegt im Block FHK1999 höher als in den Vergleichsblöcken (8,0, 6,9 und 6,4 LZI/POL-Sitzung).
Vergleicht man die Blöcke FHK1999 und FHK2000 so geben sich keine signifikanten Unterschiede in der inhaltlichen Verteilung von LZI und hinsichtlich deren Assoziation zu den Papercases. Die Assoziation von LZI zu Ausbildungszielen unterscheidet sich signifikant zwischen beiden Blöcken, was unter anderem auf die erfolgte Änderung der Ausbildungsziele zwischen den Blöcken zurückgeführt werden kann.
Vergleicht man die Blöcke FHK1999 und SGH1999 so ergeben sich signifikante Unterschiede in Anzahl und inhaltlicher Verteilung der LZI, wobei der Anteil an Grundlageninhalten in den LZI beider Blöcke konstant bleibt. Hinsichtlich der Übereinstimmung von POL-Lernzielen mit Papercases und Ausbildungszielen (Typ B Match) unterscheiden sich beide Blöcke im Chi²-Test nicht signifikant.


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3.2.3  Einfluss struktureller Variablen

Im Folgenden wird an Hand der untersuchten Größen der Einfluss primär nicht im Bereich von Papercases und Ausbildungszielen liegender Variablen, die in diesem Sinne als externe Variablen bezeichnet wurden, auf die untersuchten POL-Lernziele untersucht. Aus der Reihe möglicher Variablen wurden unterschiedliche Kleingruppen sowie der Moment der Erarbeitung eines Papercases (in Bezug zur Semesterabschlussprüfung, welche der Bearbeitung des letzten Papercases unmittelbar folgt) ausgewertet (Abbildung 3.19).

Abbildung 3.19: Überblick über die durchgeführten Untersuchungen zum Einfluss externer Variablen auf POL-Lernziele


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3.2.3.1  Anzahl der LZI in unterschiedlichen Kleingruppen

Die mittlere Anzahl der LZI wurde gemeinsam mit dem 95% Konfidenzintervall in den unterschiedlichen Kleingruppen (a-ä) getrennt nach Themenblöcken dargestellt (Abbildung 3.20). Zwischen den Kleingruppen in den Themenblöcken FHK1999 und FHK2000 zeigen sich signifikante Unterschiede, im Block SGH1999 sind die Unterschiede weniger ausgeprägt. Die Streuung der LZI zwischen einzelnen POL-Sitzungen unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen POL-Sitzungen einzelner Kleingruppen (95% Konfidenzintervall), während andere Kleingruppen in allen Sitzungen eine ähnliche Anzahl LZI aufweisen.

Abbildung 3.20: Anzahl der Lernzielinhalte (LZI) in unterschiedlichen Kleingruppen: Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall.


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Unterscheidet man zwischen grundlagenwissenschaftlichen LZI und LZI mit klinischen und allgemeinen Themen, so ergeben sich Unterschiede:

Hinsichtlich der Anzahl grundlagenwissenschaftlicher LZI zeigen sich innerhalb der einzelnen Themenblöcke keine signifikanten Unterschiede zwischen Kleingruppen (Abbildung 3.21).


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Hinsichtlich der Anzahl klinischer und psychosozialer LZI sind die Unterschiede besonders ausgeprägt. Hier unterscheiden sich auch die Kleingruppen im Block SGH1999 untereinander (Abbildung 3.22).

Abbildung 3.22: Anzahl Lernzielinhalte (LZI) mit klinischen und psychosozialen Themen in unterschiedlichen Kleingruppen: Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall.


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3.2.3.2  Vergleich des Typ B Match (Ausbildungsziele) zwischen Kleingruppen

Die Übereinstimmung von LZI und Ausbildungszielen differierte deutlich zwischen den verschiedenen Kleingruppen. Der prozentuale Anteil mit AZI identischer LZI differierte im Block FHK1999 zwischen 44% und 63% (Mittelwert 48%) im Block FHK2000 zwischen 28% und 67% (Mittelwert 42%) und im Block SGH1999 zwischen 27% und 75% (Mittelwert 37%). Innerhalb der einzelnen Kleingruppen ergeben sich auch hier z.T. große Unterschiede zwischen Gruppensitzungen (Abbildung 3.23).

Abbildung 3.23: Anzahl mit AZI identischer LZI (Typ B Match (direkt) für Ausbildungsziele) in unterschiedlichen Kleingruppen: Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall.

Auch der prozentuale Anteil nicht mit Ausbildungszielen übereinstimmender LZI (Typ B Mismatch) schwankt zwischen einzelnen Gruppen innerhalb aller Themenblöcke (0-40%) erheblich.


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3.2.3.3  Vergleich des Typ A Match (Ausbildungsziele) zwischen Kleingruppen

Zur Untersuchung des Anteils zwischen einzelnen Gruppen gleichzeitig mit AZI übereinstimmender LZI (‚Overlap‘) wird im Folgenden der Typ A Match berechnet. Dieser bezeichnet den prozentualen Anteil an AZI die mit LZI identisch sind. Mit Hilfe dieser Größe ist eine Vergleichbarkeit der thematischen Erarbeitung von Themen anhand des gleichen Papercases zwischen einzelnen Gruppen möglich. Hierbei ist zu beachten, dass Ausbildungsziele jeweils für den gesamten Block formuliert werden, der ermittelte ‚Overlap‘ kann also auch solche Inhalte erfassen, die von den Gruppen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Block, d.h. anhand unterschiedlicher Papercases erarbeitet worden sind.
Im Block SGH1999 liegt der ‚Overlap‘ der in verschiedenen Kleingruppen erarbeiteten AZI über der in den Blöcken FHK1999 und FHK2000 (Tabelle 3.40). Im Mittel wurden 87% der AZI in jeder Kleingruppe erarbeitet (mean Case Overlap). Alle AZI im Block SGH1999 sind mit zumindest einem LZI identisch (potential overlap 100%), 80% der AZI wurden in wenigstens der Hälfte der Gruppen erarbeitet (Overlap 50) und 15% der AZI in allen untersuchten Kleingruppen (Core Overlap).
Im Mittel wurden im Block FHK1999 40% und im Block FHK2000 28% der AZI in LZI identifiziert (Typ A Match). Die Anzahl potentiell durch eine Gruppe erreichter AZI lag im Block FHK1999 mit 65% höher als im Block FHK2000 (potential Overlap = 54%). Der Anteil in der allen Gruppen gleichzeitig erarbeiteten AZI (Core overlap je 2%) sowie der Anteil in wenigstens der Hälfte der Gruppen erarbeiteter AZI (Overlap 50, je 7%) war in beiden Blöcken jedoch gleich gering.

Tabelle 3.40: Overlap* von LZI mit AZI im Vergleich zwischen den untersuchten Blöcken

Parameter

FHK1999

FHK2000

SGH1999

Mittel

Intendierte AZI

75

78

20

 

Typ A Match (‘mean case overlap’*)

40%

29%

87%

52%

‘potential overlap’ (N=)

65,3% (49)

53,8% (42)

100% (20)

73%

Overlap 50 (N=)

6,7% (5)

6,4% (5)

80% (16)

31%

‘core overlap’ (N=)

2,6% (2)

2,7% (2)

15% (3)

6%

Typ A Mismatch (direkt)

60%

71%

13%

36%

* Gemittelte Näherungswerte über den gesamten Block


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3.2.3.4  Vergleich des Typ B Match (Papercases) zwischen Kleingruppen

Der Anteil mit PCI identischer LZI (direkter Typ B Match) schwankt innerhalb einzelner Kleingruppen stark (Abbildung 3.24). Unterschiede zeigen sich hierbei insbesondere zwischen den Kleingruppen im Block SGH1999.

Abbildung 3.24: Anzahl mit PCI identischer LZI (Typ B Match (direkt) für Papercases) in unterschiedlichen Kleingruppen: Mittelwerte und 95% Konfidenzintervall.

3.2.3.5 Vergleich des Typ A Matches (Papercases) zwischen Kleingruppen

Zur vergleichenden Gegenüberstellung erarbeiteter PCI in unterschiedlichen Kleingruppen wurde analog des Typ A Matches für Ausbildungsziele der prozentuale Anteil mit LZI identischer PCI in unterschiedlichen Gruppen (Typ A Match für Papercases) errechnet. In Tabelle 3.41 wurde für jeden Themenblock die Anzahl der PCI addiert und aus dem Anteil der mit LZI identischen PCI der mittlere Typ A Match errechnet. Dieser beträgt im Block FHK1999 16,4%, Im Block FHK2000 21,9% und im Block SGH1999 13,6%. In mindestens einer [Seite 133↓]Gruppe werden in allen Blöcken ca. 60% der PCI zum Inhalt eines POL-Lernziels gemacht (potential overlap). In mindestens 50% der Kleingruppen waren dies neun bzw. zehn PCI, während der Anteil in den POL-Lernzielen aller Kleingruppen simultan thematisierter PCI (Core Overlap) gering ist (5 von 201 PCI).

Tabelle 3.41: Anteil der Papercaseinhalte, die mit POL-Lernzielen identisch sind (Typ A Match)

Index

FHK1999

FHK2000²

SGH1999

gesamt

Anzahl Papercases

6

6

5

17

Papercaseinhalte gesamt

80,5³

71

52

203,5³

Papercaseinhalte identisch mit POL-Lernziel (Mittelwert)

13,3

15,8

6,9

36

Mean Case overlap (Typ A Match, Papercases)

16,5%

22,2%

13,3%

17,8%

Papercaseinhalte identisch mit mindestens einem POL-Lernziel

47

43

30

120

Potential Overlap (Papercases)

58,4%

60,1%

57,7%

59,0%

Papercaseinhalte identisch mit POL-Lernzielen >50% der Gruppen

9

9

10

28

Overlap 50 (Papercases)

11,2%

12,7%

19,2%

13,8%

Papercaseinhalte identisch mit POL-Lernzielen aller Gruppen

2

3

0

5

Core overlap (Papercases)

2,4%

4,2%

0

2,5%

² Inkomplette Daten; ³ Mittelwert bei zwei unterschiedlichen Papercaseversionen 13.004a und 13.004b

3.2.3.6 Abhängigkeit der LZI von der Position im Block

Im Folgenden wird untersucht, ob unabhängig vom jeweiligen Papercase und von jeweiligen Ausbildungszielen ein inhaltlicher Einfluss der Position einer POL-Sitzung innerhalb eines Blockes auf die Inhalte von POL-Lernzielen besteht. Hier wäre zu erwarten, dass zu Beginn eines Blockes vorwiegend grundlagenwissenschaftliche Inhalte erarbeitet werden, während am Ende eines thematischen Abschnittes bei dann bereits bestehenden Grundlagenkenntnissen vorwiegend klinische Inhalte thematisiert werden.


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Abbildung 3.25 zeigt den mittleren Anteil grundlagenwissenschaftlicher LZI im Vergleich zur Position des Papercases im Block für die Blöcke FHK1999 und FHK2000. Tendenziell lässt sich der erwartete Effekt bestätigen (gestrichelte Linie in Abbildung 3.25).

Abbildung 3.25: Anteil der Grundlageninhalte in LZI des Blockes FHK1999 und FHK2000 im Vergleich zur Position im Block

Allerdings zeigt sich in Abbildung 3.25 nach dem vierten Papercase eine erneute Zunahme der grundlagenwissenschaftlichen LZI. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Papercases 13.005 und 13.006 mit den Aspekten des Flüssigkeitshaushaltes (Exsikkose bzw. Ödeme bei nephrotischem Syndrom) ein neues Themengebiet im Vergleich zu den ersten vier Papercases (Herz- & Kreislauferkrankungen) darstellen. Dadurch erscheint die erneute stärkere Fokussierung von Grundlageninhalten am Ende des Blockes durch die Einflussnahme des Papercases plausibel zu sein.


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3.2.3.7  Abhängigkeit des Typ B Matches mit Ausbildungszielen von der Position vor den Semesterabschlussprüfungen

Unabhängig vom jeweiligen Papercase könnte die jeweils am Ende der untersuchten Blöcke stattfindende Semesterabschlussprüfung einen Einfluss auf LZI haben. Die Ausbildungsziele bilden den Inhalt der Semesterabschlussprüfung. Daraus folgernd könnte man vermuten, dass am Ende eines Themenblockes der prozentuale Anteil für den Inhalt der Ausbildungsziele relevanter POL-Lernziele zunimmt. Um den Einfluss der Semesterabschlussprüfungen auf die Generierung von POL-Lernzielen zu untersuchen, wurde der prozentuale Anteil mit Ausbildungszielen identischer LZI (Typ B Match) im Vergleich mit der Position des Papercases vor der Prüfung in den Blöcken FHK1999 und FHK2000 in Abbildung 3.26 dargestellt.

Abbildung 3.26: Anteil an Ausbildungszielinhalten (AZI) in POL-Lernzielen vs. Position vor der Semesterabschlussprüfung in Block FHK1999 und FHK2000


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Hier findet sich ein Trend zu abnehmender prozentualer Übereinstimmung von POL-Lernzielen mit Ausbildungszielen zum Ende der untersuchten Blöcke. Entgegen dem allgemeinen Trend nimmt der Anteil mit Ausbildungszielen übereinstimmender LZI für den fünften Papercase im Block (P13.005) erneut zu. Dies könnte durch die an Hand Abbildung 3.25 gezeigte Zunahme grundlagenwissenschaftlicher LZI zu diesem Papercase, welche wiederum zu höherem Anteil den AZI entsprechen, zum Teil erklärbar sein. Der erwartete Einfluss der Semesterabschlussprüfungen auf den Typ B Match für Ausbildungsziele ließ sich in der untersuchten Stichprobe nicht nachweisen.

3.2.3.8 Zusammenfassung:

Vergleicht man die POL-Lernziele unterschiedlicher Kleingruppen untereinander, so ergeben sich große Unterschiede zwischen Kleingruppen aber auch zwischen POL-Sitzungen einer Kleingruppe.

Kleingruppen unterscheiden sich hinsichtlich der durchschnittlichen Anzahl in POL-Sitzungen thematisierter LZI, die Unterschiede am deutlichsten bei klinischen und allgemeinen Themengebieten ausgeprägt.

Hinsichtlich des Anteils mit AZI und mit PCI identischer LZI (direkter Typ B Match) zeigen sich ebenfalls Unterschiede zwischen einzelnen Kleingruppen. Hier scheinen jedoch die Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppensitzungen einer Kleingruppe tendenziell zu dominieren.

Zum Vergleich der in unterschiedlichen Kleingruppen erarbeiteten AZI wurde der Typ A Match berechnet. Dieser differiert zwischen den Themenblöcken im Mittelwert zwischen 29% (FHK2000) und 87% (SGH1999). Nur im Block SGH1999 hat mindestens eine Gruppe alle AZI in POL-Lernziele integriert, in den Blöcken FHK1999 und FHK2000 liegt der Anteil in mindestens einer Kleingruppe thematisierter AZI bei 65% bzw. 54%. Mindestens 50% der Kleingruppen thematisierten im Block SGH 80% der AZI, in den Blöcken FHK waren dies nur 6,7% bzw. 6,4% der AZI. Alle Gruppen integrierten im Block SGH1999 nur 15% (3 von 20) der AZI, im Block FHK1999 und FHK2000 jeweils [Seite 137↓]nur 3% (2 von 75 bzw. 2 von 78) der AZI.

Überträgt man den Typ A Match auf die Papercases, so unterscheiden sich die untersuchten Blöcke nur geringfügig. Im Mittel werden 17,8% der PCI in POL-Lernziele übertragen. In mindestens einem LZI einer Gruppe finden sich im Mittel 59% der PCI, in mindestens 50% der untersuchten Kleingruppen 13,8% und in aller Kleingruppen simultan 2,5% der PCI. Die thematische Überlappung von LZI zwischen unterschiedlichen Kleingruppen ist demzufolge gering.

Bezüglich der Position im Semester lässt sich feststellen, dass in LZI des Blockes FHK zwar zu Beginn mehr Grundlageninhalte thematisiert wurden als am Ende des Blockes, diese aber bei Aufwerfen eines neuen Themengebietes in den Papercases (Flüssigkeitshaushalt) wieder zunehmen. Hinsichtlich der Position vor der Semesterabschlussprüfung ließ sich keine Zunahme des Typ B Matches für AZI feststellen. Der Faktor der Position des Papercases im Block zeigt also lediglich einen geringen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der POL-Lernziele.


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30.08.2004