Aus der Arbeitsgruppe Reformstudiengang Medizin
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

Dissertation

Inhaltsanalyse als Methode zum
Vergleich von POL-Lernzielen,
Papercases und Ausbildungszielen
im Problem-orientierten Lernen
am Beispiel
des Reformstudienganges Medizin
der Humboldt-Universität zu Berlin

Zur Erlangung des akademischen Grades
Doctor medicinae (Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

Von
Bert Huenges

aus Tübingen

Dekan: Prof. Dr. med. J.W. Dudenhausen

Gutachter:
1. Prof. Dr. med. W. Burger
2. Prof. Dr. med. J. Beier
3. Prof. Dr. med. F. Eitel

Datum der Promotion:16.10.2003

Abstract

Zur Entwicklung eines Werkzeugs zur Prozessevaluation für das Problem- orientierte Lernen (POL) wird im Reformstudiengang Medizin der Berliner Charité eine vergleichende Inhaltsanalyse von studentisch generierten POL-Lernzielen (LZ), intendierten Ausbildungszielen (AZ) und Papercases (PC) durchgeführt.
Hierzu werden medizinische Informationen aus Papercases, Ausbildungs- und Lernzielen aus drei Themenblöcken in Schlüsselwörter zusammengefasst und in “grundlagenwissenschaftliche”, “psychosoziale” und “klinische“ Inhalte geclustert. Themen aus Lernzielen werden als “identisch”, “thematisch assoziiert” und “nicht übereinstimmend” mit zugehörigen Papercases und Ausbildungszielen charakterisiert. Der Einfluss unterschedlicher Themenblöcke, Zeitpunkte im Semesterablauf, Anzahl und Inhalt der Ausbildungsziele, Länge und Komplexität der Papercases und die Übereinstimmung der Lernziele zwischen Kleingruppen werden analysiert.
Die Ergebnisse zeigen eine hohe Übereinstimmung klinischer und psychosozialer Lernzielinhalte mit zugehörigen Papercases und grundlagenwissenschaftlicher Inhalte mit Ausbildungszielen. Der Inhalt von Lernzielen und deren Relevanz für das Erreichen von Ausbildungszielen (Typ B Match) zeigt sich abhängig vom jeweiligen Papercase, während die Abdeckung von Ausbildungszielen (Typ A Match) mit dem Umfang vorgegebener Ausbildungsziele korreliert. Hohe Unterschiede zwischen Kleingruppen sind Indikatoren für einen non- direktiven, studentisch zentrierten Lernprozess.
Zusammenfassend scheinen neben der Relevanz von POL-Lernzielen für Ausbildungsziele und die Übereinstimmung von POL-Lernzielen zwischen Kleingruppen, die als Qualitätsparameter für den POL-Prozess in der Literatur beschrieben sind, die Relevanz der POL-Lernziele für den zugehörigen Papercase und die Abdeckung wesentlicher Kerninhalte des Curriculum seine wichtige Rolle als Qualitätsparameter für ein reformiertes Curriculum zu spielen. Die kategorisierte Inhaltsanalyse könnte als Methodik zur Qualitätssicherung im POL dienen, hierzu müssen unterschiedliche methodologische Schwierigkeiten hierbei bewältigt werden.

Eigene Schlagworte: Medizinstudium, Reformstudiengang, Problem-orientiertes Lernen, Lernziele, Papercases, Evaluation, Inhaltsanalyse

Abstract

To develop a tool for process evaluation in Problem-based learning (PBL) a content analysis of student generated learning issues in PBL (PBLI), faculty objectives (Objectives) and Papercases (Cases) is performed in a reformed curriculum at the Charité Berlin.
Therefore, Information from Cases, objectives and PBLI derived from three thematic blocks are condensed into keywords and clustered into “basic sciences”, “psychosocial” and “clinical issues”. The topics of PBLI are characterised as ‘identical’, ‘associated’ and ‘not matching’ to corresponding Cases and Objectives. The differences between blocks, amount and content of Objectives, length, complexity and content of Cases as well as the overlap between different small groups and position in the block are analysed.
Results indicate a high general overlap of mainly psychosocial and clinical PBLI with Cases and a high general overlap of mainly basic science topics with Objectives. The content of PBLI and their relevance for the achievement of faculty objectives (Type B match) seems to be dependent from the Cases as well as the PBL groups, whereas the coverage of learning issues by PBLI (Type A Match) correlates with the amount of faculty objectives. High differences between different small groups are indicators for a non-directive, student centred learning process.
In conclusion apart from the relevance of student-generated learning issues for faculty objectives and the overlap of learning between groups, which have been discussed in literature before, other quality parameters for PBL as the relevance of students learning for the respective Papercase and the coverage of contents of the core curriculum seem to play an important role for the quality of a reformed medical curriculum. Content analysis could deal as one method for quality control of the learning process in PBL, but different methodological pitfalls are to be faced.

Keywords: Reformed curriculum, Medical education, Learning issues, Papercases, Process Evaluation, Content analysis

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30.08.2004