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Ergebnisse

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Messungen der Leukozyten-, Lymphozyten- und natürliche Killerzell-Werte sowie der Zytotoxizitäts-Assays dargestellt. Bei Angabe von Mittelwert ± Standardabweichung steht in den Ergebnis-Tabellen SD für Standardabweichung.
Von den 70 untersuchten Kindern mussten 4 Kinder gemäß den in Kapitel 2.9 angeführten Kriterien von der Auswertung ausgeschlossen werden. Im Einzelnen lag bei einem Assay die spontane Lyserate zu hoch (Proband # 4: t0 11,9 %, t2 21,2 %), und bei drei Probanden lagen Lyseraten niedrigerer E:T-Ratios über den Lyseraten höherer E:T-Ratios (Proband # 26: PSL 50/1 7,5 %, PSL 25/1 8,0 %, PSL 12,5/1 7,2 %; # 45: PSL 50/1 11,8 %, PSL 25/1 7,6 %, PSL 12,5/1 8,4 %; # 74: PSL 50/1 28,5 %, PSL 25/1 30,8 %, PSL 12,5/1 30,0 %). Die mitgeteilten Ergebnisse beziehen sich deswegen auf die 66 verbliebenen Kinder.

3.1 Leukozyten und Lymphozyten

Die gemessenen absoluten und relativen Leukozyten- und Lymphozyten-Zahlen sind in Tabelle 3.1 angegeben. Vor der Durchführung des Zytotoxizitäts-Assays wurden, zur Steigerung des NK-Zell-Anteils im Untersuchungsmaterial, mononukleäre Zellen (PBMCs, Peripheral Blood Mononuclear Cells) isoliert. In der PBMC-Fraktion befanden sich neben Lymphozyten auch Monozyten. Der deutlich erhöhte Lymphozytenanteil in PBMCs im Vergleich zu Vollblut ist in Tabelle 3.1 und Abbildung 3.1 dargestellt.

Tabelle 3.1:Leukozyten- und Lymphozytenzahlen
(1: in Vollblut, 2: in isolierten PBMCs; n = 66)

Parameter

Einheit

Mittelwert

SD

Median

Spannweite

Leukozyten1

/nl

9,2

2,2

8,8

4,8­–16,8

Lymphozyten1

/nl

5,4

1,5

5,2

3,2–9,8

Lymphozyten1

% Leuko.

59,0

10,0

60,0

32,7–80,5

      

Lymphozyten2

% PBMCs

86,0

9,7

88,1

49,6–97,9


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Abbildung 3.1:Boxplots des Lymphozytenanteils in Vollblut und PBMCs

deutliche Steigerung des Lymphozytenanteils durch die PBMC-Isolation aus Vollblut (n = 66, ○: Ausreißer)


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3.2  Natürliche Killerzellen

Die relativen und absoluten Zellzahlen der CD3CD56/16+-Zellen der Kinder wurden durch Addition der einzelnen NK-Zell-Subpopulationen errechnet. Diese sind in Tabelle 3.2 für Vollblut und in Tabelle 3.3 für PBMCs wiedergegeben.

Tabelle 3.2:NK-Zell-Zahlen in Vollblut (n = 66)

NK-Zellpopulation

Einheit

Mittelwert

SD

Median

Spannweite

CD3–CD56/16+

% Lym.

6,4

2,4

6,0

1,5–15,0

CD3–CD56+CD16–

% Lym.

1,1

0,4

1,0

0,3–2,2

CD3–CD56+CD16+

% Lym.

3,8

1,9

3,6

0,6–11,5

CD3–CD56–CD16+

% Lym.

1,6

0,6

1,4

0,5–2,7

CD3–CD56/16+

/nl

0,35

0,19

0,30

0,12–1,10

CD3–CD56+CD16–

/nl

0,06

0,03

0,05

0,02–0,17

CD3–CD56+CD16+

/nl

0,21

0,14

0,17

0,05–0,81

CD3–CD56–CD16+

/nl

0,08

0,04

0,07

0,02–0,25

Tabelle 3.3:NK-Zell-Zahlen in PBMC (n = 66)

NK-Zellpopulation

Einheit

Mittelwert

SD

Median

Spannweite

CD3–CD56/16+

% PBMCs

6,4

2,8

5,5

1,2–14,6

CD3–CD56+CD16–

% PBMCs

1,2

0,5

1,0

0,3–2,9

CD3–CD56+CD16+

% PBMCs

3,3

1,7

3,0

0,6–9,8

CD3–CD56–CD16+

% PBMCs

2,0

1,3

1,5

0,3–6,3

Darstellungen der typischerweise leicht linksschiefen Häufigkeitsverteilung von CD3CD56/16+-Zellen sind in Abbildung 3.2 (Vollblut relativ), Abbildung 3.3 (Vollblut absolut) und Abbildung 3.4 (PBMCs relativ) wiedergegeben.


[Seite 52↓]

Abbildung 3.2:Häufigkeitsverteilung der NK-Zellen in Vollblut
(% der Lymphozyten; n = 66)

Abbildung 3.3:Häufigkeitsverteilung der NK-Zellen in Vollblut
(Zellen/nl; n = 66)


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Abbildung 3.4:Häufigkeitsverteilung der NK-Zellen in PBMCs (% der PBMCs; n = 66)

Die prozentualen Anteile der Subpopulationen an den CD3–CD56/16+-Zellen sind in der Abbildung 3.5 für Vollblut und Abbildung 3.6 für PBMCs dargestellt.


[Seite 54↓]

Abbildung 3.5:Kreisdiagramm Median Vollblut-Subpopulationen (n = 66)

Abbildung 3.6:Kreisdiagramm Median PBMC-Subpopulationen (n = 66)


[Seite 55↓]

Für den in-vitro Zytotoxizitäts-Assay wurden aus Vollblut isolierte PBMCs eingesetzt. Deshalb wurde die Häufigkeitsverteilung der NK-Subpopulationen vor und nach PBMC-Isolation auf Unterschiede mit dem t-Test für abhängige Stichproben untersucht. Dabei zeigte sich nach PBMC-Isolierung eine Abnahme der Häufigkeit der größten NK-Zell-Subpopulation (CD3CD56+CD16+) von 59,4 % auf 53,5 %, während die Fraktion der CD3CD56CD16+-Zellen von 24,1 % auf 27,5 %, und die der CD3CD56+CD16-Zellen von 16,5 % auf 18,9 % zunahm. Für alle drei NK-Subpopulationen waren diese Unterschiede mit p < 0,05 signifikant.
Im t-Test für unabhängige Stichproben wiesen die NK-Zell-Subpopulationen in Vollblut nach Testung mit den Gruppenvariablen Stillen, Geschlecht und aktuelle Infektzeichen keine signifikanten Unterschiede auf.
In der Spearman-Korrelationsanalyse bestanden keine signifikanten Assoziationen der NK-Zell-Subpopulationen mit dem Untersuchungstag, der äquivalenten Vollstillzeit, der Anzahl bisheriger Infekte mit und ohne Fieber und dem Abstand des letzten Infektes.

3.3 Zytotoxische Aktivität der NK-Zellen

Im Folgenden werden die Ergebnisse der durchflusszytometrischen Messungen der NK-Aktivität sowie die dazugehörenden Korrelations- und Regressionsanalysen wiedergegeben. Wie oben erwähnt, mussten 4 der 70 untersuchten Kinder gemäß den in Kapitel 2.9 angeführten Kriterien von der Auswertung ausgeschlossen werden.

Die spontane Lyse wurde durch den Anteil toter Targetzellen ermittelt, der ohne Einwirkung von Effektorzellen zum Zeitpunkt Null (t0) und nach zweistündiger Inkubation (t2) durch PI-Anfärbung mittels Flowzytometer als lysiert detektiert wurde. Die spontane Lyse betrug zum Zeitpunkt t0 im Mittel 3,7 ± 4,1 % und zum Zeitpunkt t2 3,8 ± 2,8 %.
Nach durchflusszytometrischer Messung der einzelnen Lyserate wurde durch Subtraktion der spontanen Lyserate t2 von der Lyserate der jeweiligen E:T-Ratio (50/1, 25/1 und 12,5/1) die spezifischen Lyseraten (PSL 50/1, PSL 25/1 und PSL 12,5/1) berechnet. Es wurde jeweils eine Doppelbestimmung der spezifischen Lyseraten durchgeführt und der Mittelwert dieser beiden Messungen in der Auswertung verwendet. Die PSLs geben den Anteil der durch die Effektorzellen lysierten Targetzellen und damit die zytotoxische Aktivität der NK-Zellen wieder. Die Ergebnisse des Zytotoxizitäts-Assays sind in Tabelle 3.4 und zum direkten Vergleich mittels Boxplots in Abbildung 3.7 dargestellt.


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Tabelle 3.4:Spezifische Lyseraten in % (n = 66)

 

PSL 50/1

PSL 25/1

PSL 12,5/1

Mittelwert

12,51

7,51

4,23

SD

9,46

5,47

3,41

Median

9,76

5,84

3,34

25. Perzentil

4,45

3,11

1,78

75. Perzentil

16,74

10,26

5,48

Min

1,28

0,82

0,08

Max

40,01

21,99

15,25

Abbildung 3.7:Boxplots der spezifischen Lyseraten (PSL) als Maß der NK-Aktivität bei den drei eingesetzten Effektorzell-zu-Targetzell-Verhältnissen (n = 66, ○: Ausreißer)


[Seite 57↓]

Die Ergebnisse der Zytotoxizitäts-Assays wurden nach Spearman-Rho auf Korrelation hin untersucht. Dabei zeigten die spezifischen Lyseraten erwartungsgemäß eine hohe signifikante positive Assoziation untereinander, mit PSL 50/1 vs. PSL 25/1 r s = 0,946, PSL 50/1 vs. PSL 12,5/1 r s = 0,882 und PSL 25/1 vs. PSL 12,5/1 r s = 0,939 (alle p < 0,01).

Die Zytotoxizitäts-Assays der 66 Probanden wurden in einem Zeitraum von über eineinhalb Jahren durchgeführt. Bei Betrachtung der Messwerte fiel ein Anstieg der gemessenen Lyseraten über die Zeit auf. Abbildung 3.8 gibt einen Überblick über die zeitlichen Veränderungen, wobei jeder Punkt im Streudiagramm die PSL 50/1 eines Probanden repräsentiert. Für die gestillten und nicht gestillten Kinder wurden unterschiedliche Symbole verwandt.

Abbildung 3.8:Zeitlicher Verlauf der spezifischen Lyserate 50/1 (n = 66; 50 gestillt,16 nicht gestillt)

Hinweis auf fehlende zeitliche Stabilität des Zytotoxizitäts-Assays (PSL vs. Untersuchungstag: r s = 0,747, p < 0,01)

Alle drei PSLs zeigten dabei eine signifikante positive Assoziation mit dem Untersuchungstag in der Spearman-Rho-Korrelationsanalyse mit p < 0,01. Daher wurde der Untersuchungstag bei der weiteren statistischen Auswertung berücksichtigt.


[Seite 58↓]

Im Gruppenvergleich mit dem t-Test für unabhängige Stichproben wiesen die Ergebnisse der Zytotoxizitäts-Assays keine signifikanten Unterschiede nach Testung gegen die Gruppenvariablen Geschlecht, Stillen und aktuelle Infektzeichen auf.

In der Spearman-Rho-Korrelationsanalyse fanden sich positive Assoziationen aller drei PSLs mit dem zeitlichen Abstand des letzten Infektes von der Untersuchung (r s = 0,248–0,287; p < 0,05) und der Anzahl bisheriger fieberhafter Infekte mit PSL 50/1 und PSL 25/1 (r s = 0,315 bzw. 0,275; p < 0,01 bzw. < 0,05), während die Gesamtanzahl bisheriger Infekte und die äquivalente Vollstillzeit keine signifikanten Assoziationen mit der NK-Aktivität aufwiesen.

Wegen des signifikanten Einflusses der Kovariablen Untersuchungstag (p < 0,01) auf den NK-Assay, wurde anschließend eine multivariate Regressionsanalyse mit der jeweiligen PSL als abhängiger Variablen unter Einbeziehung des Untersuchungstags durchgeführt. Hier fand sich kein signifikanter Einfluss von Infektanamnese, Geschlecht und Stillen auf die Ergebnisse des Zytotoxizitäts-Assays.

Die zytotoxische NK-Aktivität wurde nach Spearman-Rho auf Korrelation mit den NK-Zellpopulationen in PBMCs untersucht. Hier bestanden, bis auf eine signifikante positive Assoziation der PSL 50/1 mit den CD3CD56CD16+-Zellen (p < 0,05), keine signifikanten Korrelationen. Tabelle 3.5 gibt die Spearman Rho-Korrelations-Koeffizienten wieder.
In der multivariaten Regressionsanalyse unter Einbeziehung der Kovariablen Untersuchungstag waren keine signifikanten Assoziationen der NK-Aktivität mit den NK-Zellen in PBMCs nachweisbar.

Tabelle 3.5:Spearman Rho-Korrelationskoeffizienten r s der NK-Zellpopulationen (PBMCs relativ) vs. PSLs (ns: nicht signifikant; *: p < 0,05)

r s

CD3–
CD56/16+

CD3–
CD56+CD16–

CD3–
CD56+CD16+

CD3–
CD56–CD16+

PSL 50/1

0,071 ns

0,114 ns

< 0,001 ns

0,279 *

PSL 25/1

0,039 ns

0,130 ns

–0,046 ns

0,242 ns

PSL 12,5/1

–0,027 ns

0,053 ns

–0,061 ns

0,131 ns


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3.4  Persistente organische Verbindungen

Bei allen 50 gestillten Kindern wurden individuelle POP-Analysen bei der ERGO Forschungsgesellschaft (Hamburg) durchgeführt. Für die 16 nicht gestillten Kinder wurde eine gepoolte Analyse durchgeführt. Diese Ergebnisse sind in Tabelle 3.6 wiedergegeben. Die gestillten Kinder waren erwartungsgemäß deutlich höher mit persistenten organischen Verbindungen belastet als die nicht gestillten Kinder. Dieser Unterschied zwischen den Probanden war für alle POPs im t-Test für unabhängige Stichproben hoch signifikant (p < 0,001). Die mittleren POP-Werte der gestillten Kinder lagen 6,6-fach (ß-HCH) bis 28,7-fach (pp-DDE) und die höchsten POP-Werte 19,9-fach (ß-HCH) bis 106,1-fach (pp-DDE) höher als die entsprechenden Pool-Werte der nicht gestillten Kinder. Die Kinder mit den höchsten PCDD/PCDF-Werten kamen wie erwartet aus der Region Ilsenburg/Sachsen-Anhalt.

Tabelle 3.6:POP-Werte der gestillten (n = 50) und nicht gestillten (n = 12) Kinder mit deutlich höherer Belastung der gestillten Probanden

 

gestillt

nicht gestillt

POP

Einheit

Mittelwert

SD

Median

Spannweite

Pool-Wert

I-TEq (PCDD/PCDF)

pg/g Fett

30,6

17,3

26,9

8,1–107,0

2,5

Gesamt-WHO-TEq

pg/g Fett

64,9

29,4

59,7

14,3–173,9

4,0

Σ PCB 138, 153, 180

ng/g Fett

458

273

422

51–1.489

23,9

ß-HCH

ng/g Fett

65,8

36,2

59,2

11,0–197,4

9,9

HCB

ng/g Fett

204

177

148

11–826

11,9

pp-DDE

ng/g Fett

685

534

538

75–2.536

23,9


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3.4.1  Statistische Analyse POPs und NK-Zellen

Die NK-Zellpopulationen in Vollblut wurden nach Spearman-Rho auf Korrelation mit den POPs untersucht. Eine Subpopulation zeigte dabei mit ß-HCH, HCB und pp-DDE (relative Zellzahlen), bzw. zwei Subpopulationen z. T. mit I-TEq, WHO-TEq, ß-HCH, HCB und pp-DDE (absolute Zellzahlen) signifikante negative Assoziationen (p < 0,05 bis < 0,01). Die Korrelations-Daten werden in Tabelle 3.7 (Relativwerte) und Tabelle 3.8 (Absolutwerte) mit Signifikanzniveau wiedergegeben. In Abbildung 3.9 wird exemplarisch das Streudiagramm einer NK-Zell-Subpopulation und pp-DDE gezeigt. Anschließend wurde eine multivariate lineare Regressionsanalyse unter Einschluss aller POPs sowie anamnestischer Parameter durchgeführt. Hier zeigten sich für die relativen und absoluten Zellzahlen der CD3CD56CD16+-Zellen ebenfalls signifikante Assoziationen, die für ß-HCH negativ (p < 0,05) und für HCB positiv (relativ p < 0,01, absolut p < 0,001) waren. Bei den CD3CD56+CD16-Zellen bestanden keine signifikanten Assoziationen.

Tabelle 3.7:Spearman Rho-Korrelationskoeffizienten r s
NK-Zellpopulationen (relativ, in Vollblut) vs. POPs
(ns: nicht signifikant; *: p < 0,05)

r s

CD3–
CD56/16+

CD3–
CD56+CD16–

CD3–
CD56+CD16+

CD3–
CD56–CD16+

I-TEq (PCDD/PCDF)

–0,051 ns

–0,180 ns

–0,044 ns

–0,240 ns

Gesamt-WHO-TEq

–0,090 ns

–0,186 ns

–0,011 ns

–0,238 ns

Σ PCB 138, 153, 180

–0,134 ns

–0,201 ns

–0,082 ns

–0,235 ns

ß-HCH

–0,051 ns

–0,151 ns

0,059 ns

–0,265 *

HCB

–0,036 ns

–0,131 ns

0,092 ns

–0,249 *

pp-DDE

–0,091 ns

–0,239 ns

0,002 ns

–0,253 *


[Seite 61↓]

Tabelle 3.8:Spearman Rho-Korrelationskoeffizienten r s
NK-Zellpopulationen (absolut, in Vollblut) vs. POPs
(ns: nicht signifikant; *: p < 0,05, **: p < 0,01)

rs

CD3–
CD56/16+

CD3–
CD56+CD16–

CD3–
CD56+CD16+

CD3–
CD56–CD16+

I-TEq (PCDD/PCDF)

–0,151 ns

–0,268 *

–0,085 ns

–0,302 *

Gesamt-WHO-TEq

–0,119 ns

–0,243 *

–0,072 ns

–0,273 *

Σ PCB 138, 153, 180

–0,079 ns

–0,170 ns

–0,059 ns

–0,197 ns

ß-HCH

–0,088 ns

–0,223 ns

0,004 ns

–0,306 *

HCB

–0,128 ns

–0,242 ns

–0,026 ns

–0,334 **

pp-DDE

–0,166 ns

–0,303 *

–0,085 ns

–0,320 **

Abbildung 3.9:Streudiagramm NK-Zellen (CD3CD56CD16+) vs. pp-DDE (n = 66)


[Seite 62↓]

3.4.2  Statistische Analyse: POPs und Zytotoxizitäts-Assay

Die Ergebnisse des Zytotoxizitäts-Assays wurden nach Spearman-Rho auf Korrelation mit den persistenten organischen Schadstoffen untersucht. Hierbei bestanden keine signifikanten Korrelationen der PSL-Werte mit den 3 Verbindungsgruppen und 3 Einzelsubstanzen der POPs. Ein Trend zur linearen Abhängigkeit war bei der Korrelationsanalyse von PSL 50/1 und Σ PCB 138, 153, 180 (r s = –0,229; p = 0,065) sowie von allen PSLs und ß-HCH (r s = –0,229 bis –0,209 und p = 0,064 bis 0,095) erkennbar, ohne das Signifikanzniveau erreicht wurde.
Aufgrund des Einflusses der Kovariablen Untersuchungstag auf die Höhe der Lyseraten wurde eine multivariate Regressionsanalyse der Lyseraten und POPs mit dieser Kovariablen durchgeführt. Alle PSLs zeigten wie erwartet eine hoch signifikante Abhängigkeit vom Untersuchungstag (p < 0,001). Ein signifikanter Einfluss der POPs auf die NK-Aktivität konnte nicht beobachtet werden. Der stärkste Hinweis auf einen Einfluss ohne Signifikanz bestand bei pp-DDE bezüglich der PSL 25/1 (ß = 0,441, p = 0,076), und weniger deutlich bei PSL 50/1 (ß = 0,418, p = 0,104) und PSL 12,5/1 (ß = 0,379, p = 0,172). Im Folgenden ist exemplarisch der Zusammenhang zwischen PSL 50/1 und den verschiedenen POPs in Streudiagrammen (Abbildung 3.10 bis Abbildung 3.15) dargestellt.


[Seite 63↓]

Abbildung 3.10: NK-Aktivität (PSL) und I-TEq PCDD/PCDF (n = 66)

Abbildung 3.11: NK-Aktivität (PSL) und Gesamt-WHO-TEq (n = 66)


[Seite 64↓]

Abbildung 3.12: NK-Aktivität (PSL) und Σ PCB 138, 153, 180 (n = 66)

Abbildung 3.13: NK-Aktivität (PSL) und ß-HCH (n = 66)


[Seite 65↓]

Abbildung 3.14: NK-Aktivität (PSL) und HCB (n = 66)

Abbildung 3.15: NK-Aktivität (PSL) und pp-DDE (n = 66)


[Seite 66↓]

3.5  Reproduzierbarkeit

Bei 14/66 (21 %) Kindern wurde wegen auffälliger Laborparameter (siehe 2.2.4) durchschnittlich 29 ± 12 Tage nach der ersten Blutentnahme eine zweite Blutentnahme durchgeführt. Dadurch konnten die intraindividuellen Variabilitäten der zellulären Parameter und Ergebnisse der Zytotoxizitäts-Assays bei 14 Kindern ermittelt werden. Diese Wiederholungsmessungen-Messungen fanden zwischen Untersuchungstag 271 und 559 statt. In der Spearman-Rho-Korrelationsanalyse bestand unter Berücksichtigung aller Erst-Messungen in diesem Zeitraum (n = 35) keine signifikante Abhängigkeit der NK-Assay-Ergebnisse vom Untersuchungstag, da ungefähr ab Untersuchungstag 200 vor allem höhere Lyseraten gemessen wurden. Abbildung 3.16 stellt die im zeitlichen Abstand bestimmten Messwerte dar.

Abbildung 3.16: Wiederholungsmessungen der PSL 50/1 bei 14 Probanden

Zur Bestimmung der intraindividuellen Reproduzierbarkeit (y R) der gemessenen Parameter wurde y R als Quotient aus dem Mittelwert der absoluten Differenzwerte zwischen erster und zweiter Bestimmung und der Standardabweichung der Werte im [Seite 67↓]Gesamtkollektiv berechnet (siehe 2.12). y R -Werte unter 0,5 weisen mit einer durchschnittlichen Differenz von weniger als dem 0,5-fachen der Standardabweichung auf eine gute Reproduzierbarkeit hin. In Tabelle 3.9 wird y R als Maß der Reproduzierbarkeit wiedergegeben.

Tabelle 3.9:Intraindividuelle Reproduzierbarkeit der Messwerte (2 Messungen, n = 14)

Parameter (Einheit)

yR

Parameter (Einheit)

yR

Lymphozyten (/nl)

0,397

CD3CD56CD16+ (/nl)

0,678

CD3CD56/16+ (/nl)

0,458

CD3CD56+CD16+ (% Lym.)

0,700

PSL 25/1 (%)

0,472

PSL 12,5/1 (%)

0,710

CD3CD56+CD16+ (/nl)

0,487

CD3CD56/16+ (% Lym.)

0,724

Leukozyten (/nl)

0,529

Lymphozyten (% Leuko.)

0,733

PSL 50/1 (%)

0,549

CD3CD56+CD16 (% Lym.)

0,852

CD3CD56+CD16 (/nl)

0,556

CD3CD56CD16+ (% Lym.)

1,013

3.6 Zusätzliche Untersuchungen bei Erwachsenen

Von zwei mit 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (TCDD) hochbelasteten Personen (im Folgenden Person 1 und Person 2) wurden im Abstand von zwei Monaten jeweils zwei Blutproben (Messung a und b) entnommen. Die zehn nicht belasteten erwachsenen Probanden wurden ein- bis fünfmal pro Individuum untersucht. Zur univariaten Darstellung der Ergebnisse wurden individuelle Mittelwerte der mehrfach bestimmten Parameter gebildet. Als Erwachsenengruppe wurde im Folgenden das Kollektiv aus den zehn nicht belasteten erwachsenen Probanden bezeichnet. Die gemessenen Werte der Leukozyten, Lymphozyten und NK-Zellen mit Referenzwerten (laboreigene Referenzwerte: PD Dr. med. A. Lun, Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie, Charité, persönliche Mitteilung) sowie die spezifischen Lyseraten sind in Tabelle 3.10 dargestellt. Die Messungen wurden vom Untersuchungstag 204 bis 537 durchgeführt. Eine statistisch signifikante Abhängigkeit der Ergebnisse des Zytotoxizitäts-Assays vom Untersuchungstag bestand dabei in der Spearman-Rho-Korrelationsanalyse nicht.


[Seite 68↓]

Im Vergleich zu den Normwerten wies Person 1 deutlich höhere absolute Leukozyten- und Lymphozytenwerte, normale absolute NK-Zellzahlen sowie grenzwertig niedrige relative NK-Zellzahlen auf. Bei Person 2 wurden normale Leukozyten- und Lymphozytenwerte, sowie normale absolute und relative NK-Zellzahlen gemessen. Es fiel auf, dass bei beiden Personen die relativen NK-Zellzahlen deutlich niedriger als die Werte der Erwachsenengruppe lagen.
Im Vergleich zur Erwachsenengruppe wurden bei Person 1 deutlich verminderte und bei Person 2 leicht verminderte spezifische Lyseraten gemessen.

Bei den zwei hochbelasteten erwachsenen Personen wurden TCDD-Messungen (ERGO Forschungsgesellschaft) durchgeführt. Bei der ersten Blutentnahme (Messung a) wies Person 1 einen Wert von 89.800 pg TCDD/g Fett und Person 2 von 19.700 pg TCDD/g Fett auf. Bei einer Wiederholungsbestimmung zwei Monate später (Messung b) betrugen die Werte 65.000 (Person 1) bzw. 17.200 (Person 2) pg TCDD/g Fett. Die Abbildungen Abbildung 3.17 und Abbildung 3.18 geben die absolute bzw. relative NK-Zellzahl im Vergleich zu den TCDD-Werten wieder. Neben den gemessenen Werten der Personen 1 und 2 wurden auch die gemittelten NK-Zellzahlen der 10 nicht hochbelasteten erwachsenen Probanden angegeben und mit einem anzunehmenden hypothetischen TCDD-Wert an der Nachweisbarkeitsgrenze (10 pg TCDD/g Fett) dargestellt.


[Seite 69↓]

Tabelle 3.10:Ergebnisse der Parameter der TCDD-exponierten Personen 1 und 2 und der Erwachsenengruppe (n = 10)
Normwerte: Virchow-Klinikum (laboreigene Referenzwerte, – : keine Normwerte vorhanden)

Parameter

Einheit

Normwerte (5.–95. Perzentil)

Erwachsenengruppe
(Mittelwert
± SD)

Person 1

Person 2

 

  

Messung a

Messung b

Messung a

Messung b

Leukozyten

/nl

4,1–9,6

7,1 ± 0,6

19,7

16,9

10,6

7,5

Lymphozyten

/nl

1,1–2,7

2,1 ± 0,4

6,6

5,1

3,2

2,8

Lymphozyten

% Leuko.

18,1–41,0

29,3 ± 5,2

33,5

29,9

30,2

37,8

CD3–CD56/16+

/nl

0,08–0,44

0,29 ± 0,07

0,32

0,3

0,23

0,17

CD3–CD56+CD16–

/nl

0,03 ± 0,01

0,13

0,06

0,06

0,05

CD3–CD56+CD16+

/nl

0,18 ± 0,06

0,15

0,15

0,14

0,08

CD3–CD56–CD16+

/nl

0,07 ± 0,02

0,04

0,09

0,03

0,05

CD3–CD56/16+

% Lym.

4,9–22,4

14,8 ± 2,3

4,9

5,9

7,1

6,1

CD3–CD56+CD16–

% Lym.

1,4 ± 0,6

2

1,1

1,8

1,7

CD3–CD56+CD16+

% Lym.

10,2 ± 3,8

2,2

2,9

4,2

2,7

CD3–CD56–CD16+

% Lym.

2,9 ± 1,2

0,7

1,9

1

1,7

PSL 50/1

%

27,4 ± 9,9

3,9

6,4

18,7

13,2

PSL 25/1

%

14,4 ± 7,4

2,3

4,1

15,4

8,8

PSL 12,5/1

%

7,4 ± 4,5

1,4

2,5

6,5

6,1


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Abbildung 3.17:Streudiagramm NK-Zellen absolut vs. TCDD-Belastung

(individuelle Mittelwerte der Erwachsenengruppe und Einzelwerte der Messungen a und b der Personen 1 und 2; Doppelpfeil: Normwerte, 5.–95. Perzentil)

Abbildung 3.18:Streudiagramm NK-Zellen relativ vs. TCDD-Belastung

(individuelle Mittelwerte der Erwachsenengruppe und Einzelwerte der Messungen a und b der Personen 1 und 2; Pfeil: Normwerte, > 5. Perzentil)


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In Abbildung 3.19 wird ein Parameter des Zytotoxizitäts-Assays exemplarisch den TCDD-Werten der erwachsenen Probanden gegenübergestellt. Auch hier wurden die PSL-Werte der 10 unbelasteten erwachsenen Probanden angegeben und mit den hypothetischen TCDD-Werten dargestellt. Hier fiel eine deutlich geringere NK-Aktivität der TCDD-belasteten Person 1 im Vergleich zu den anderen erwachsenen Probanden auf, während die PSL-Werte der Person 2 im unteren Wertebereich der Erwachsenengruppe lagen.

Abbildung 3.19:Streudiagramm NK-Aktivität vs. TCDD-Belastung

(individuelle Mittelwerte der Erwachsenengruppe und Einzelwerte der Messungen a und b der Personen 1 und 2)


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04.08.2004