| Jancke , Mathias: Speichelglykane als Adhäsionsfaktoren bei rasch fortschreitender Parodontitis |
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Die Probanden stammten aus dem Patientenaufkommen der damaligen Abteilung für Parodontologie der Zahnklinik Nord der Freien Universität Berlin, jetzt Abt. für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin des Zentrums für Zahnmedizin des Universitätsklinikums Charité der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (Leiter Prof. Dr. Dr. J.P. Bernimoulin). Alle in die Studie aufgenommenen Testpersonen hatten sich in der Abteilung mit akuten Problemen auf Grund ihrer parodontalen Erkrankung vorgestellt. Es handelte sich entweder um Zahnlockerungen 3. Grades mit drohendem Zahnverlust oder um schmerzhafte Exazerbationen einer oder mehrerer parodontaler Läsionen. Diese waren mit starker Blutung auf Sondierung und/oder Pusentleerung bis zu parodontalen Abszessen begleitet. Nach der initialen Schmerztherapie wurden die Patienten in die erste Phase der Parodontaltherapie geführt, die aus mindestens zweimaliger supragingivaler Plaque- und Zahnsteinentfernung sowie Mundhygieneinstruktion und deren Kontrolle besteht. Danach wurde ein Parodontalstatus und ein Röntgenstatus erstellt. Anhand der nun vorhandenen Unterlagen wurden elf Patienten ausgewählt, bei denen nach enger Auslegung der Kriterien der Abteilung in Anlehnung an die Definition von Page et al ( 108 ) eine rasch fortschreitende Peridontitis vorlag. Die Auswahlkriterien waren der Umfang des Verlustes an Zahnhalteapparat im Verhältnis zum Alter des Patienten, das Verteilungsmuster der Destruktionen und das Erscheinungsbild der aktiven Läsionen. Zur Beurteilung der Destruktionen im Parodont wurden an jedem Zahn vier Meßpunkte (mesial, distal, vestibulär, oral) in die Wertung genommen. Die Weisheitszähne wurden nicht berücksichtigt.
Abbildung 2:Röntgenstatus einer 26 jährigen Patientin mit rasch fortschreitender Parodontitis

Bei einem 29-jährigen Patienten waren nur 17,6% der Meßpunkte mit 5 und mehr Millimetern Taschentiefe als eindeutig pathologisch eingestuft worden, die sich auf 10 von 27 Zähnen verteilten. Darunter fanden sich aber 4 Meßpunkte mit 9 mm und mehr verteilt auf zwei verschiedene Quadranten.
Im Falle einer 38-jährigen Patientin fand sich nur ein Meßpunkt mit 9 mm Tachentiefe, es wurden aber mehr als die Hälfte der Meßpunkte als pathologisch eingestuft und es waren alle 28 Zähne befallen. Darunter befanden sich 11 Meßpunkte mit 7 bis 8 mm Tiefe.
Diese beiden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Verteilung der Destruktionen sein können. Im ersten Fall sind mehrere tiefe Knochenkrater in verschie
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denen Quadranten anzutreffen, die sich an kariesfreien ungefüllten Zähnen ohne jede prothetische Versorgung befinden. Die Defekte sind keinesfalls auf iatrogene Noxen zurückzuführen, was schon von sich aus den Verdacht auf eine rasch fortschreitende Form der Parodontitis lenkt. Solche Fälle findet man zwar auch in höherem Lebensalter, sie fallen aber dann laut Definition nicht mehr in die Gruppe der typischen RPP-Patienten. Im zweiten Fall sind die Destruktionen gleichmäßiger verteilt, was dem Bild einer fortgeschrittenen Erwachsenenparodontitis entspricht. Das Lebensalter der Patientin zusammen mit dem klinischen Bild der aktiven Läsionen gibt aber hier den Ausschlag für die Diagnose einer RPP.Eine 36 Jahre alte Probandin hatte 63% der Meßpunkte mit mindestens 5mm, davon 18 Meßpunkte mit 7 bis 8 mm sowie 10 Meßpunkte mit mindestens 9 mm verteilt auf alle vier Quadranten. Alle 25 Zähne waren befallen. Bei einem 37 jährigen Patienten wurden 45,2 % der 104 Meßpunkte als pathologisch eingestuft, 17 davon waren 7 bis 8 mm tief. Insgesamt 13 Meßpunkte wurden mit 9 mm und mehr in 3 Quadranten gemessen. Von den 26 vorhandenen Zähnen waren nur 4 nicht befallen. Tabelle 2 gibt die bei den Probanden gemessenen Tiefen der Meßpunkte und ihr Verhältnis zur Gesamtzahl wieder.
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Tabelle 2: Zahnfleischtaschentiefen der RPP-Patienten
|
Patient |
vorhandene Zähne |
Mess-punkte |
gemessene Taschentiefe in mm Anzahl der Meßpunkte |
|||||||||
|
Nr. |
Alter |
Sex |
gesamt |
befallen |
gesamt |
<4 |
4 |
5 |
6 |
7-8 |
9+ |
5+ |
|
P 4 |
26 |
w |
28 |
15 |
112 |
74 |
12 |
4 |
11 |
7 |
4 |
26 |
|
P 5 |
37 |
m |
26 |
22 |
104 |
45 |
12 |
10 |
7 |
17 |
13 |
47 |
|
P 6 |
31 |
m |
27 |
25 |
108 |
45 |
17 |
18 |
8 |
15 |
4 |
45 |
|
P 7 |
22 |
w |
28 |
25 |
112 |
46 |
10 |
19 |
11 |
18 |
8 |
56 |
|
P 9 |
38 |
w |
28 |
28 |
112 |
34 |
17 |
32 |
17 |
11 |
1 |
61 |
|
P 10 |
36 |
w |
25 |
25 |
100 |
22 |
15 |
21 |
14 |
18 |
10 |
63 |
|
P 11 |
26 |
m |
28 |
26 |
112 |
43 |
18 |
16 |
18 |
11 |
6 |
51 |
|
P 12 |
29 |
m |
27 |
10 |
108 |
75 |
14 |
5 |
8 |
2 |
4 |
19 |
|
P 13 |
30 |
m |
26 |
23 |
104 |
40 |
12 |
20 |
15 |
14 |
3 |
52 |
|
P 14 |
32 |
w |
27 |
11 |
108 |
72 |
12 |
2 |
8 |
7 |
7 |
24 |
|
P 20 |
29 |
w |
22 |
15 |
88 in % |
54 61,4 |
6 6,8 |
6 6,8 |
6 6,8 |
8 9,1 |
8 9,1 |
28 31,8 |
Entsprechend der Kriterien von Page waren immer nur einige der vorhandenen Läsionen in einem akuten Entzündungszustand. Die Auswertung der Röntgenbilder zeigte lokal tiefe Destruktionen ohne festes Verteilungsmuster, die häufig in Nachbarschaft zu nicht befallenen Meßpunkten lagen. Die Testpersonen waren zum Zeitpunkt der Untersuchung 22 bis 38 Jahre alt. Mit dem Einverständnis der Patienten für die Teilnahme an der Studie wurde eine eingehende allgemeine Anamnese erhoben, um andere bestehende Erkrankungen sowie die Behandlung mit Hormonpräparaten auszuschließen. Es gab unter den Probanden
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und den Kontrollen keine Auffälligkeiten hinsichtlich besonderer Anfälligkeit für andere Erkrankungen. Weitere Voraussetzung war, daß keine frühere Parodontalbehandlung durchgeführt worden war und daß in den vergangenen 3 Monaten keine Behandlung mit Antibiotika stattgefunden hatte. Mit den elf Patienten, die alle Bedingungen erfüllten, wurde ein Termin für die Probenentnahme vereinbart. Das Verhältnis der an der Studie teilnehmenden Testpersonen von sieben weiblichen zu fünf männlichen Probanden war zufällig, ebenso das Vorkommen von jeweils einem gewohnheitsmäßigen Zigarettenraucher in den Geschlechtergruppen.Zu jedem Probanden wurde eine Kontrollperson gleichen Geschlechts streng nach parodontaler Gesundheit ausgewählt, das heißt, es durften kein meßbarer Attachmentverlust und keine Entzündungszeichen vorhanden sein. Das Alter hatte weitgehend mit der Testperson übereinzustimmen, und Rauchern bzw. Nichtrauchern unter den Probanden wurden nur ebensolche Kontrollen gegenübergestellt. Eine Übersicht der Daten beider Gruppen zeigt Tabelle 3. Die Altersdifferenz der RPP-Patienten zu ihrer jeweiligen Kontrollperson beträgt im Median -6 Monate, der Bereich erstreckt sich von -26 Monaten bis zu +4 Monaten.
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Tabelle 3: Zuordnung der Kontrollen zu den erkrankten Probanden
|
Test |
Geb. Dat. |
Kontrolle |
Geb. Dat. |
Geschlecht |
Raucher |
|
P 3 |
05.58 |
P 32 |
01.59 |
w |
nein |
|
P 4 |
01.67 |
P 24 |
04.66 |
w |
nein |
|
P 5 |
01.56 |
P 21 |
06.55 |
m |
nein |
|
P 6 |
12.61 |
P 17 |
06.61 |
m |
nein |
|
P 7 |
02.71 |
P 15 |
11.70 |
w |
nein |
|
P 8 |
08.53 |
P 33 |
06.54 |
w |
nein |
|
P 9 |
08.55 |
P 31 |
05.55 |
w |
ja |
|
P 10 |
12.56 |
P 34 |
12.56 |
w |
nein |
|
P 11 |
01.67 |
P 22 |
07.66 |
m |
nein |
|
P 12 |
03.64 |
P 18 |
01.62 |
m |
nein |
|
P 13 |
10.62 |
P 19 |
01.63 |
m |
ja |
|
P 14 |
01.61 |
P 16 |
05.61 |
w |
nein |
|
P 20 |
11.63 |
P 23 |
04.63 |
w |
nein |
Die Speichelentnahme wurde bei allen Testpersonen nach abgeschlossener initialer Parodontaltherapie, jedoch vor dem Beginn der zweiten Phase der Therapie, bestehend aus der subgingivalen Kürettage und Wurzelglättung, durchgefürt. Die letzte Nahrungsaufnahme lag mindestens 2 Stunden zurück. Die Probanden gaben auf Befragen an, keinen Hunger zu verspüren. Alle Proben wurden tagsüber zwischen 09.00 und 17.00 Uhr entnommen. Die gesamte Prozedur wurde für jeden Probanden in einer Sitzung durchgeführt, die ca. 1 bis 1 ½ Stunden dauerte. Für die Untersuchung stand ein vom allgemeinen Klinikbetrieb abgetrennter Raum mit Tageslicht zur Verfügung, in dem sich eine Dentaleinheit und sämtliche notwendigen Materialien befanden.
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Zur Entnahme der Speichelproben wurde eine speziell für diesen Zweck entwickelte Apparatur eingesetzt.Sie besteht aus sechs Silikonsaugern, die über Silikonschläuche mit einer Unterdruckbox verbunden wurden. Innerhalb der Dichtfläche der Sauger ist ein Messingdrahtgitter eingearbeitet. Damit wird verhindert, daß die bewegliche Mucosa in den Hohlraum eingesaugt wird und den Schlauchanschluß verschließt. Die Sauger wurden hergestellt, indem die späteren Hohlräume aus weichem Dentalwachs auf einer Glasplatte aufgewachst und dann mit additionsvernetzendem Silikon umspritzt wurden.
Abbildung 3: Intraorale Bestandteile der Speichelsaugeranlage

Die der Glasplatte anliegenden Ränder wurden dadurch zu absolut glatten Dichtflächen. Nach dem Ausbrühen des Wachses waren die in den Wachskern eingearbeitenden Messinggitter fest in die Wand der Saugers integriert.
Für den harten Gaumen wurde ein ca. 4 cm großer kommerziell erhältlicher Kunststoffsaugnapf oval zurechtgeschnitten. Die dünn auslaufenden Ränder
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adaptieren gut an der Gaumenschleimhaut. Wegen der unbeweglichen Gaumen-schleimhaut konnte hier auf das Messinggitter verzichtet werden. An einem modifizierten Kunststoffkonfektionslöffel befestigt, läßt er sich mit Hilfe von wenig hochviskösem Abformmaterial individualisieren und an den Oberkiefer-seitenzähnen befestigen.35
allen Probanden problemlos zu adaptieren und wurde gut toleriert. Es war damit möglich, den Speichel der großen Drüsen vollständig und gleichzeitig sowie nach Ausführungsgängen getrennt zu entnehmen.In der Unterdruckbox sind in einem Ständer die Probengefäße untergebracht, in die das Durchtrittsröhrchen für die jeweilige Entnahmestelle hineinragt. Der Unterdruckanschluß wird mit dem Speichelsaugeranschluß der zahnärztlichen Behandlungseinheit verbunden, der einen Unterdruck von - 5 mmHg liefert.
Zur Stimulation des adrenergen Systems wurde körperliche Arbeit auf einem einfachen Fahradergometer geleistet, zur Kontrolle der Pulsfrequenz diente ein elektronischer Pulszähler für Sportler.
Abbildung 4: Unterdruckbox mit Probengefäßen

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Die gereinigte und getrocknete Apparatur wurde vor dem Einsetzen in den Mund komplett zusammengesetzt und an den Unterdruck angeschlossen. Mit dem zweiten Saugschlauch der Dentaleinheit wurde der bis dahin im Mundboden angesammelte Speichel entfernt. Dann wurde zuerst der individualisierte Oberkieferlöffel mit dem Gaumensauger eingesetzt, danach der Unterkieferlöffel appliziert und schließlich die Sauger für den Parotisspeichel plaziert. Während 20 Minuten wurde dem Probanden in Ruhe auf dem Bahandlungsstuhl sitzend Speichel entnommen, anschließend die Apparatur aus dem Mund entfernt. Nachdem sich durch den Luftzutritt der Inhalt der Schläuche in die Probengefäße entleert hatte, wurden diese aus der Unterdruckbox entnommen, verschlossen und durch neue ersetzt.
Abbildung 5: Speichelentnahme in Ruhe

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Der Proband wurde nun gebeten, auf dem Fahrradergometer Platz zu nehmen und mit dem Treten zu beginnen. Sobald eine Pulsfrequenz von über 100/min erreicht war, wurde die Apparatur erneut eingesetzt und für 20 Minuten Speichel entnommen. Währenddessen leistete der Proband körperliche Arbeit, um eine Pulsfrequenz von 140/min zu erreichen und möglichst konstant zu halten. Die Proben wurden sofort nach Entnahme unter Kühlung für 10 Minuten bei 5000 U/min zentrifugiert, aus dem Überstand in fünf Portionen zu je 0,1 ml aliquotiert und bei - 80 °C eingefroren.Abbildung 6: Speichelentnahme auf dem Fahrradergometer

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Zur Messung der antiadhäsiven Kapazität des Speichels diente ein kompetitiver Lektinbindungs-Inhibitionstest ( 61 ). Dabei wird die Bindung eines pflanzlichen Lektins an seinen spezifischen Rezeptor durch die Speichelprobe entsprechend ihrem Gehalt an dem entsprechenden Rezeptorsaccharid verhindert.
Abbildung 7: Prinzip des kompetitiven Lektinbindungsinhibitionstests. Aus Seemann 1996 ( 132 )

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Der bekannte Lektinrezeptor ist an ein Glykoproteins gebunden, mit dem die Mikrotiterplatte beschichtet wird. Diese wird mit der Speichelprobe und dem biotinmakierten Lektin inkubiert. Nach der Inkubationszeit wird Streptavidinperoxidase an das Biotin gebunden, um eine Farbreaktion zu katalysieren. Dadurch kann das nach der Inkubationszeit gebundene Lektin photometrisch bestimmt werden. Zum Vergleich wird eine Standardlösung des als Rezeptor bekannten Kohlenhydrats verwendet. Die verwendeten Lektine und ihre Bindungsspezifitäten sind in Tabelle 4 zusammengestellt.Tabelle 4: Verwendete Pflanzenlektine und die an sie jeweils spezifisch bindenden Kohlenhydratstrukturen
|
Abkürzung |
Lektin |
Bindungsspezifität |
|
AAA |
Anguilla anguilla Agglutinin |
a1-2 gebundene Fucose |
|
ConA |
Concanavalin A |
Trimannosyl Struktur in High-Mannose-Type-Glykanen |
|
GNA |
Galantus nivalis Agglutinin |
terminale Mannose |
|
GS1 |
Griffonia simplicifolia Agglutinin |
terminales |
|
SNA |
Sambucus nigra Agglutinin |
terminale a-2,6 gebundene Sialinsäure |
|
PNA |
Peanut Agglutinin |
b-D-Galaktose-1,3 D-N-Acetyl-galaktosamin |
|
VVA |
Vicia villosa Agglutinin |
terminales 1,3-N-Acetyl-galaktosamin |
|
WGA |
Wheat germ Agglutinin |
1,4 b-D-N-Acetyl-glukosamin |
Die Konzentrationsbestimmung der verschiedenen Glykanstrukturen des Speichels erfolgte auf 96-well-Mikrotiterplatten. Maximal 10 Proben fanden auf einer Platte Platz, wobei jede Probe in vier Verdünnungsstufen als Doppelbestimmung aufgetragen wurde. Aus den Standardverdünnungen des für das Lektin spezifi
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schen Kohlenhydrats (Tabelle 5) jeder Platte wurde eine Standardkurve erstellt. Zusätzlich wurde eine Kontrollprobe aus einem Poolserum (unverdünnt und 1:3 verdünnt) gemessen. Die Zusammensetzung des Poolserums ist im Abschnitt Materialien angegeben. In Abbildung 8 ist die räumliche Aufteilung einer Mikrotiterplatte schematisch dargestellt.Abbildung 8: Schematische Darstellung der Raumaufteilung einer Mikrotiterplatte im kompetitiven Lektin-Inhibitionstest (LW = Leerwert in Probenpuffer). Jede Probe wurde in vier Verdünnungen gemessen, jede Verdünnung als Doppelmessung in zwei Wells.

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Zunächst erfolgte die Beschichtung der Platten mit den an das Glykoprotein gebundenen spezifischen Kohlenhydraten in der Konzentration 1 µg/ml. Die Verdünnung erfolgte mit Phosphatpuffer. Pro Well wurden 100 µl eingebracht und eine Stunde bei Zimmertemperatur auf einem Rüttler inkubiert.42
Tabelle 5: Beschichtung der Mikrotiterplatten mit der für das jeweilige Lektin spezifischen Kohlenhydratstruktur und verwendete Standardlösung zum Vergleich mit der Inhibitionswirkung der Speichelprobe.
LAP=Lektinassay-Puffer, BSA=bovines Serumalbumin, PBS=Phosphatpuffer
|
Lektin |
Beschichtung |
Standard |
|
Anguilla anguilla Agglutinin |
BSA-Fucosylamid |
Fucose, 300 mM |
|
Concanavalin A |
BSA-a-Mannopyranosid |
Methyl-a-Mannopyranosid, |
|
Galantus nivalis Agglutinin |
BSA-a-Mannopyranosid |
Mannan, 0,4 mg/l |
|
Griffonia simplicifolia Agglutinin |
BSA- N-Acetyl-Galaktosamin |
N-Acetyl-Galaktosamin, 300 mM |
|
Sambucus nigra Agglutinin |
Fetuin |
6´ Sialyllaktose, 1mg/l N-Acetyl-Neuramin-Laktose |
|
Peanut Agglutinin |
BSA-Gal-1,3-N-Acetyl-Galaktosamin |
Methyl-a-D-Galaktopyranosid, 300mM |
|
Vicia villosa Agglutinin |
BSA-Galaktosamin |
N-Acetyl-Galaktosamin, 300mM |
|
Wheat germ Agglutinin |
N-Acetyl-saures-Glykoprotein |
N-Acetyl-Glukosamin, 300mM |
Nach erneutem viermaligem Waschen wurden 110 µl pro Well des frisch angesetzten chromogenen Substrates TMB-Gallati (10 µg/ml) für 10 Minuten bei
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Dunkelheit inkubiert, bis eine abgestufte Blaufärbung in den Wells sichtbar wurde. Dieser enzymatische Farbumschlag wurde mittels 50 µl einer 4N H2SO4 Lösung gestoppt. Die dadurch eingetretene Gelbfärbung wurde photometrisch gemessen.
Abbildung 9: Meßwertgrafik. OD = Optische Dichte, % std. = Prozent vom Standard

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Die Messung der Proben erfolgte blind, d.h. aufgrund der neutralen Kodierung der Probenröhrchen war bei der Durchführung der Laboruntersuchung keine Zuordnung der Proben zu den Probanden oder Entnahmestellen möglich.
Da die Lektinbindungsaktivität der einzelnen Drüsen, insbesondere unter der Belastung auf dem Ergometer, nicht hinreichend bekannt war und die Probenmengen von den kleinen Speicheldrüsen stark begrenzt waren, wurden die Proben in vier Verdünnungen parallel untersucht. Dieses Verfahren ermöglichte eine sehr sichere Validierung der Proben ohne Kenntnis ihres Ursprungs. Es wurden Proben bzw. Werte eliminiert und, wo möglich, neu gemessen, wenn die Standardabweichung der Meßwertwiederholungen mehr als 25% (Ausreißerkriterium) betrug oder die Verdünnungen der einzelnen Proben keinen kontinuierlichen Abfall der Lektinbindungsaktivität zeigten. Zeigten sich diese Auffälligkeiten bei einzelnen Meßwertkurven, wurde die betreffende Probenserie insgesamt neu gemessen.
Aus den vier Verdünnungsstufen der Speichelproben wurde diejenige zur Beurteilung herangezogen, bei der die größte Anzahl der Einzelwerte für die relative Konzentration im linearen Bereich der Kurve lagen. Nach der analytischen Überprüfung der Meßergebnisse erfolgte eine Zusammenführung der laufenden Labornummer zu den jeweiligen Speichelproben der einzelnen Probanden.
Die nachfolgenden Berechnungen wurden mit dem Programm SPSS 6.0 für Windows 3.1 auf einem IBM-kompatiblen Rechner mit 386er- und mathematischem Koprozessor durchgeführt. Für den Vergleich der Parodontitispatienten mit den Kontrollen wurde der nichtparametrische Mann- Witney-Test, für den Vergleich innerhalb der Gruppen vor und nach Stimulation der nichtparametrische Wilcoxon-Test verwendet.
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DiML DTD Version 2.0 |
Zertifizierter Dokumentenserver der Humboldt-Universität zu Berlin |
HTML - Version erstellt am: Mon Mar 25 12:16:49 2002 |