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9  Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wurden Untersuchungen zum Entwicklungsrhythmus von Aster alpinus L. ‘Happy End‘ durchgeführt. Ziel dieser Arbeit ist es, daraus Empfehlungen für die Kulturführung abzuleiten, die für die Produktion als blühende Topfstaude relevant sind.

Der Arbeit vorangestellt ist eine Literaturübersicht, in der bisherige Arbeiten und Untersuchungsergebnisse zur Entwicklungsrhythmik von Stauden vorgestellt werden.

Im ersten Untersuchungsabschnitt wurden zunächst die Entwicklungsabläufe über drei Vegetationsperioden bonitiert und bewertet. Dazu werden vegetative und generative Entwicklungsabschnitte nach unterschiedlichen Vermehrungsverfahren dargestellt. Aufgrund der hohen Ausfallrate bei vegetativ vermehrten Pflanzen (in vitro, Stecklinge) wird in den Folgeuntersuchungen primär auf generativ vermehrte Pflanzen zurückgegriffen.

Um den Zeitpunkt der Blühinduktion und der beginnenden Differenzierung einzugrenzen, wurden Sproßknospen auf Nährmedien transplantiert und beobachtet, sowie Mikrotomschnitte von Sproßknospen angefertigt. Um die verschiedenen Entwicklungsstadien des Apikalmeristems sichtbar zu machen, wurden diese Schnitte eingefärbt.

Die Ergebnisse zeigen, daß die Blühinduktion spätestens bis Mitte September stattfindet. Ende September wurde eine Verbreiterung und Mitte Oktober eine beginnende Aufwölbung des reproduktiven Apikalmeristems festgestellt.

Die weitere Differenzierung der Blütenanlagen und die vegetative Entwicklung wird durch den Beginn der Endodormanz beeinflußt. Der Übergang in diese Phase wird weder durch die Temperatur noch durch die Tageslänge signifikant beeinflußt.

Die weitere Entwicklung nach der endogen regulierten Dormanzphase ist entscheidend von der Absättigung des Kältebedürfnisses abhängig. Der Faktor Kühldauer beeinflußt den Blühzeitpunkt und die Anzahl der gestreckten Infloreszenzen. Die Absättigung des Kältebedürfnisses ist jedoch nicht obligat, da auch ohne Kühlung die Streckung von Infloreszenzen in geringer Anzahl erfolgt.

In weiteren Untersuchungen sollte der Einfluß der Applikation mit dem Cytokinin 6-Benzylaminopurin (BAP) und der Kühldauer geprüft werden, um hieraus Möglichkeiten für gärtnerische Kulturverfahren abzuleiten.

Die Cytokininapplikation mit BAP verursachte bei der angewandten Versuchsmethodik eine signifikant höhere Anzahl gestreckter Sproßknospen und einen signifikant größeren Pflanzendurchmesser. Der Einfluß auf die in der folgenden Vegetationsperiode gestreckten Infloreszenzen war dagegen sehr gering und nicht signifikant gegenüber der unbehandelten Variante.

Die Kühldauer und die Bedingungen, unter denen die Kühlung verläuft, haben einen entscheidenden Einfluß auf die generative Entwicklung. Dabei hat sich herausgestellt, daß bei Aster alpinus ‘Happy End‘ eine Vorverlegung des Blühtermins auf Ende März / Anfang April möglich ist. Insbesondere die Absättigung des Kältebedürfnisses unter natürlichen Bedingungen bewirkt signifikant mehr gestreckte Infloreszenzen.


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Versuchskombinationen, in denen Pflanzen mit BAP behandelt worden sind und anschließend unterschiedlich lange gekühlt wurden, ergaben, daß der Einfluß der Kühlung auf die Anzahl gestreckter Infloreszenzen größer ist, als die Einzelwirkung einer BAP-Applikation.

Ausgehend von den in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnissen und Erfahrungen werden abschließend Empfehlungen für die gärtnerische Praxis abgeleitet.


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03.09.2004